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Vorlesungsverzeichnis: WiSe 2018/19

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Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Geschichte - Kombinations-Bachelorstudiengänge

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Übung: Theorie und Methode des historischen Arbeitens.

[Ü] "Da vergeht einem ja Hören und Sehen" – methodische und theoretische Implikationen der visual und sound history
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, E 105

Kommentar:

Historiker arbeiten immer häufiger mit Bildquellen und zunehmend auch mit Tonquellen. In der Übung werden theoretische Texte zu Visual- und Audiogeschichte gelesen und in Verbindung mit der praktischen Arbeit des Historikers gebracht: Was bedeuten Überlegungen zum Status tongeschichtlicher Dokumente für die Verwendung von Radiosendungen als Quelle? Welche Chancen bietet die Analyse von Fotografien oder Comics für die Geschichtswissenschaft und wo liegen die Grenzen der Aussagekraft dieser Dokumente? Literatur: Gerhard Paul (Hrsg.), Visual History. Ein Studienbuch, Göttingen 2006. J. Douglas: Listening In. Radio and the American Imagination, Minneapolis 2004. Bettina Severin-Barboutie, Sylvia Kesper-Biermann: Verflochtene Vergangenheiten. Geschichtscomics in Europa, Asien und Amerika, Themenheft von „Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte und vergleichende Gesellschaftsforschung“, 24 (2014), Heft 3. Jens Jäger, Fotografie und Geschichte, Frankfurt a. M. 2009.


[Ü] Arbeit, Krisen, Globalisierung. Einführung in Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft am Beispiel der Kapitalismusgeschichte.
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 07.11.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 311
Einzeltermin:
Fr. 09.11.2018,14.00 - 18.00 Uhr   keine RaumangabeWaren und Wert - Karl Marx: Das Kapital



Kommentar:

Zu Beginn des 20. Jhd. wurde der Begriff des „Kapitalismus“ als kritische Beschreibungs- und Analysekategorie für die als krisenhaft empfundene, Gegenwart der "Moderne" populär. Viele Kapitalismustheorien der 1920er Jahren verstanden sich ganz selbstverständlich auch als Theorien über den Lauf der Geschichte im Allgemeinen. Auch wenn einige Klassiker der Kapitalismustheorie wie Karl Marx, Werner Sombart, oder Josef Alois Schumpeter durchaus einflussreich blieben, wurde der Begriff des Kapitalismus in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. in der Geschichtswissenschaft weitgehend von anderen Begriffen wie der "Marktwirtschaft" abgelöst. Im Nachgang der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 rehabilitiert sich der „Kapitalismus“ in der Geschichtswissenschaft. Die Kapitalismusgeschichte soll in der Übung als Beispiel dienen, die Konjunkturen verschiedener theoretischer und methodischer Ansätze in der Geschichtswissenschaft im Kontext ihrer Zeit nachzuvollziehen. Es werden sowohl einige der bis heute einflussreichen Klassiker der Kapitalismustheorie vorgestellt, als auch Beispiele neuerer Ansätze in der Kapitalismusgeschichte diskutiert. Hinweis: Die Übung beginnt am Mittwoch, den 7.11.2018. Die ausgefallenen Sitzungen werden an einem Zusatztermin am Freitag, den 9.11.2018 von 14:00-18:00 nachgeholt. Literatur zur Einführung: Raphael, Lutz: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2003. Kocka, Jürgen: Geschichte des Kapitalismus, München 2013. Lenger, Friedrich: Die neue Kapitalismusgeschichte. Ein Forschungsbericht als Einleitung, in: Archiv für Sozialgeschichte 56 (2016), S.3-37.


[Ü] Geschichtswissenschaftliche Kontroversen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Historikerstreit, „Fischer-Kontroverse“, „Herausforderung durch die Kulturgeschichte“ – schon diese kämpferischen Vokabeln zeigen: Es war und ist immer Streit um die Geschichte. In der Übung wollen wir diese Beobachtung zum Anlass nehmen, nicht nur inhaltliche, sondern auch theoretische und methodische Paradigmenwechsel der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft kennen zu lernen. Entlang wichtiger historiografischer Kontroversen des 20. Jahrhunderts, die wir teils über die Originaltexte rezipieren wollen, lässt sich nämlich auch in die Geschichte der Geschichtswissenschaft selbst einführen, die ihrerseits nie ohne den breiteren gesellschaftlichen Wandel abseits akademischer Diskurse zu verstehen ist.


[Ü] Ottoman Rumelia from Postcolonial Perspective
Die Unterrichtssprache ist Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

The course deals with the analysis of the Ottoman Empire, especially its European part known as Rumelia. In the course will be analyzed its transformation during the long XIX century through the lens of Postcolonial theory by trying to deconstruct narratives of "superiority/civilization" and "backward/barbarian". In this context, we will read basic texts on postcolonial theory (Said, Spivak, Todorova etc.) and try to apply them on examples related to Rumelia (and other parts of South-Eastern Europe) and open up comparative perspectives (Russian Empire, British Empire etc.)


[Ü] Peter der Große als Problem der Historiographie
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 333a

Kommentar:

Die Übung soll in einem ersten Schritt einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert bieten und mit den Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Neuen Kulturgeschichte vertraut machen. In einem zweiten Schritt werden Trends des 21. Jahrhunderts wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte erörtert. In einem dritten Schritt soll Peter I. als historiographisches Problem untersucht werden. Was hat es mit dem Theorem der großen historischen Persönlichkeit auf sich? Hat Peter bewusst das „Fenster nach Europa“ aufgestoßen oder fungierte lediglich der „Krieg als Motor der Reformen“? Wie beantworteten Historikerinnen und Historiker unterschiedlicher Generationen diese Frage? Letzten Endes geht es darum, zu überprüfen, welcher Ansatz der Geschichtswissenschaft Peter I. bzw. Peter dem Großen tatsächlich gerecht wird. Historiographische Texte in deutscher Übersetzung liegen in ausreichendem Maße vor. Als Prüfungsleistung, wird ein Essay erwartet, in dem die Potentiale eines der besprochenen historiographischen Ansätze in Bezug auf die Erforschung Peters und seiner Zeit diskutiert werden. Voraussetzung dafür ist die Moderation einer Seminarsitzung. Literaturhinweise: Iggers, Georg G.: Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang. 2., durchges. Aufl. Göttingen 1996; Simon, Christian: Historiographie. Eine Einführung. Stuttgart 1996; Raphael, Lutz: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. München 2003; Riasanovsky, Nicholas V.: The Image of Peter the Great in Russian History and Thought. New York/Oxford 1985; Wittram, Reinhard: Peter I. Czar und Kaiser. Zur Geschichte Peters des Großen in seiner Zeit. Bd. I-II. Göttingen 1964.


 
[Vl] Einführung in die Griechische Geschichte
Klausurtermin: 13.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, A 3
Einzeltermin:
Mi. 27.02.2019,17.00 - 18.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) keine Raumangabe

[Vl] Von der Klassik zum Hellenismus: Griechenland im 4. Jh. v.Chr.
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, A 4
Einzeltermin:
Mi. 27.02.2019,17.00 - 18.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, A 5

[P Si] "Ihr habt den Schuldigen: Nun, urteilt!" - Gerichts- und Prozesswesen im antiken Griechenland
Klausurtermin: 13.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Im antiken Griechenland fanden juristische Auseinandersetzungen vor Gerichten in aller Öffentlichkeit statt. Diverse Reden, die anlässlich solcher Prozesse gehalten wurden, sind heute noch erhalten und liefern für Athen wichtige Einblicke in das Rechtssystem sowie in die Sozial-, Familien-, Mentalitäts- und Politikgeschichte. Im Rahmen des Proseminars sollen sowohl einzelne juristische Streitigkeiten unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte behandelt werden als auch ein Überblick über den Ablauf juristischer Verfahren und die Entwicklung des Rechtssystems im antiken Athen gegeben werden. Literatur: Bauman, R. A.: Political Trials in Ancient Greece, London, u. a. 1990. Burckhardt, L. / Ungern-Sternberg, J. (Hgg.): Große Prozesse im antiken Athen, München 2000. Carey, Ch.: Trials from Classical Athens, 2. Aufl. London / New York 2012.


[P Si] "Schlechte" römische Kaiser: Caracalla
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 033
2 Einzeltermine:
Sa. 15.12.2018,09.00 - 15.00 Uhr   Saalburg
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) keine Raumangabe

[P Si] Alexander der Große
Klausurtermin: 12.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Alexander der Große gehört zu den Personen aus der Antike, die gewiss jedem Menschen heute noch bekannt sind und bis in die Gegenwart eine gewisse Faszination ausüben. Alexander gilt als charismatischer Feldherr, Heros und Begründer eines Weltreichs. Zugleich ist der Makedone aber auch eine der am kontroversesten beurteilten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Das Proseminar möchte sowohl die Zeit und Geschichte Alexanders behandeln als auch die Auseinandersetzung mit ihm in antiken Quellen und moderner Forschung. Literatur: Demandt, A.: Alexander der Große – Leben und Legende, München 2009. Engels, J.: Philipp II. und Alexander der Große, 2. Aufl. Darmstadt 2012. Gehrke, H.-J.: Alexander der Große, 6. aktual. Aufl. München 2013. Roisman, J. (Hg.): Brill’s Companion to Alexander the Great, Leiden / Boston 2003.


[P Si] Augustus und der frühe Prinzipat
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 233
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Zwischen den Jahren 59 v.Chr. (Erster Consulat des C. Iulius Caesar) und 14 n.Chr. (Tod des Princeps Augustus) erlebte die römische res publica einen tiefgreifenden Wandel, an dessen Ende ein Herrschaftssystem stand, das die Jahrhunderte alte Republik ablöste und selbst über Jahrhunderte bestand haben sollte. Die verschiedenen Weichenstellungen, die dazu führten, dass die vom senatorischen Adel dominierte Römische Republik sich schrittweise in eine Herrschaft eines Einzelnen transformierte, stehen im Fokus des Proseminars. Einführende Literatur (Methodik): H. Blum/ R. Wolters, Alte Geschichte studieren, Konstanz 2011 R. Günther, Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2009. Einführende Literatur (Thema): K. Bringmann, Augustus, Darmstadt 2007. J. Bleicken, Augustus. Eine Biographie, Hamburg 2010.


[P Si] Die Polis Sparta in archaischer und klassischer Zeit
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Zwischen dem sechsten und dem vierten vorchristlichen Jahrhundert nimmt die Polis Sparta innerhalb der griechischen Welt eine herausragende Machtstellung ein, die sie in den Jahrzehnten nach dem Peloponnesischen Krieg gegen Athen und seine Bündner (431-404 v.Chr.) noch weiter ausdehnen kann, bevor diese im Jahr 371 in sich zusammenbricht. Trotz der langen Phase machtpolitischer Dominanz war den Zeitgenossen der archaischen und klassischen Zeit erstaunlich wenig über die Lebensweise der Spartaner und die Beschaffenheit ihrer Polis bekannt. Im Proseminar geht es neben der Geschichte Spartas vor allem um die methodischen Herausforderungen, vor denen Althistoriker stehen, wenn sie sich mit dieser Polis beschäftigen wollen. Einführende Literatur (Methodik): H. Blum/ R. Wolters, Alte Geschichte studieren, Konstanz 2011 R. Günther, Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2009. Einführende Literatur (Thema): L. Thommen, Sparta. Verfassungs- und Sozialgeschichte einer griechischen Polis, Stuttgart 2017². K.-W. Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004.


[P Si] Von schändlichen Ausschweifungen, übler Genusssucht und schlimmer Sittenverderbnis - Luxus im antiken Rom
Klausurtermin: 12.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, F 006
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Gerne spricht man heutzutage von der sogenannten „spätrömischen Dekadenz“. Man verbindet mit dieser Aussage nicht zuletzt einen verschwenderischen Lebensstil in immenser Prachtentfaltung. Das Wort „Luxus“ ist zudem lateinischen Ursprungs. Die Bereiche, in denen Menschen in der römischen Antike mit Luxus konfrontiert wurden, waren so vielfältig wie die Diskurse über und Reaktionen auf die Verschwendungssucht. Im Rahmen des Proseminars werden sowohl die Felder behandelt, auf denen Luxus im antiken Rom von Bedeutung war, als auch die zeitgenössische Auseinandersetzung mit übermäßigem Prunk sowie die soziopolitischen und kulturellen Hintergründe der römischen luxuria. Literatur: Baltrusch, E.: Regimen morum. Die Reglementierung des Privatlebens der Senatoren und Ritter in der römischen Republik und frühen Kaiserzeit. München 1989 (Vestigia 41). Dalby, A.: Empire of Pleasures. Luxury and Indulgence in the Roman World, London / New York 2000. Weeber, K.-W.: Luxus im antiken Rom. Die öffentliche Pracht, Darmstadt 2006. Weeber, K.-W.: Luxus im antiken Rom. Die Schwelgerei und das süße Gift, 3. erw. Aufl. Darmstadt 2015. Zarmakoupi, M.: Designing for Luxury on the Bay of Naples. Villas and Landscapes (c. 100 BCE – 79 CE), Oxford 2014.


 
[Vl] Adel im Früh- und Hochmittelalter
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Klausurtermin: 12.02.2019. Die rechtliche Differenzierung zwischen Freien und Unfreien charakterisiert die Sozialgeschichte der meisten mittelalterlichen Gesellschaften. Der Stand der Freien differenziert sich darüber hinaus in adlige und nichtadlige Freie. Die Ausübung von weltlichen Herrschaftsrechten ist dabei zumeist dem Adel vorbehalten, der neben den kirchlichen Institutionen (Klöster, Stifte, Bischöfe) als Herrschaftsträger agiert und verschieden abgestufte Besitzrechte an unfreien Menschen sowie an materiellen Ressourcen haben kann. Soweit zur idealtypischen Beschreibung. Schwieriger zu beantworten sind Fragen nach der Entstehung von Adel, nach dem Verhältnis zwischen rechtlichem, sozialem und wirtschaftlichem Status von Adligen im Vergleich zu Nichtadligen sowie nach den Ursachen und Formen sozialer Mobilität, die die Grenzen zwischen Adel und Nichtadel durchlässig machen. Die Vorlesung bietet eine Einführung in dieses Themenfeld und setzt Schwerpunkte im Früh- und Hochmittelalter (5.-13. Jh.). Literatur: Art. „Adel“, in: Lexikon des Mittelalters, Band I (1980), Sp. 118-141. – Art. „Adel“, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band I (2., völlig neu bearb. Aufl. Berlin 2008), Sp. 69-76. – Art. „Adel“ in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band I (Berlin-New York 1973), S. 58-77. – Ehlers, Joachim: Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006. – Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72), 2. Aufl. München 2010. – Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, hg. von Otto G. Oexle und Werner Paravicini, Göttingen 1997. – Oexle, Otto G.: Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Europäischer Adel 1750-1950, hg. von Hans-Ulrich Wehler, Göttingen 1990, S. 19-56. – Rösener, Werner: Adelsherrschaft als kulturhistorisches Phänomen. Paternalismus, Herrschaftssymbolik und Adelskritik, in: Historische Zeitschrift 268 (1999), S. 1-34. – Spieß, Karl-Heinz: Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997, S. 39-61. – Werner, Karl Ferdinand: Adel – „Mehrzweck-Elite“ vor der Moderne?, in: Ders.: Einheit der Geschichte. Studien zur Historiographie, Sigmaringen 1999, S. 120-135. – Zotz, Thomas: Adel und Innovation. Neue Verhaltensformen einer alten Elite im hohen und späten Mittelalter, in: Aufbruch im Mittelalter. Innovationen in Gesellschaften der Vormoderne, hg. von Christian Hesse und Klaus Oschema, Ostfildern 2010, S. 231-244.


[Vl] England im 15. Jahrhundert
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In der Vorlesung wird die Geschichte Englands von der Regierung Richards II. und seiner Absetzung an bis zum Ende Richards III. behandelt. Im Mittelpunkt stehen die politischen und militärischen Ereignisse sowie die verfassungsgeschichtlichen Umbrüche jener Zeit, die durch die sog. "Rosenkriege" im Innern und die letzte Phase des 100jährigen Kriegs nach Außen gekennzeichnet sind. Thematisiert werden damit Ereignisfolgen, die das kollektive Bewußtsein der Briten noch heute prägen. Literatur wird begleitend angegeben. Zur Einführung: Keen, M. H., England in the Later Middle Ages. A political history, London 1973 (und weitere Auflagen); Harriss, G. L., Shaping the Nation: England 1360-1461, Oxford 2005; Krieger, K.-F., Geschichte Englands Bd. 1. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 5. Aufl. 2018.


[P Si] Die Entwicklung des päpstlichen Primats
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 029

[P Si] Karl der Große und die Zeit der Karolinger
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, F 006

Kommentar:

Der Untertitel der Biographie Karls des Großen von Stefan Weinfurter, "Der Heilige Barbar", ist geradezu sinnbildich für die in der Forschung deutlich herausgestellte Ambivalenz des Herrschers. Zahlreiche seiner kulturellen Reformen können als innovativ und modern bezeichnet werden. Der Umstand, dass er seine politischen Interessen und Ziele dagegen stets mit Gewalt durchzusetzen vermochte, mutet demgegenüber geradezu archaisch und reaktionär an. Dieser vermeintliche Gegensatz ist für die Karolingerzeit scheinbar generell typisch. Bei genauerer quellenbasierter Betrachtung unter Beachtung der jüngeren Forschung lösen sich diese Gegensätze jedoch zunehmend auf und zeigen sich vielmehr ineinandergreifend als spezifisches Gepräge der Person Karls des Großen und die Karolingerzeit insgesamt. Im Proseminar sollen die Studierenden befähigt werden, auf der Grundlage von Quellen und Forschungsliteratur Fragestellungen zum Proseminarthema zu entwickeln, diesen nachzugehen und die Ergebnisse in wissenschaftlicher Form schriftlich zu präsentieren. Zu diesem Zweck werden die geschichtswissenschaftlichen Arbeitstechniken und die Methodik des Faches vorgestellt und eingeübt. Diskussion und Gespräch stehen im Fokus des Proseminars. Literatur: Becher, Matthias: Karl der Große, München, 6. Aufl., 2014. Fried, Johannes: Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie, München, 4. Aufl., 2014. Freytag, Nils / Piereth, Wolfgang: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, Paderborn, 5. Aufl., 2011. Hartmann, Wilfried: Karl der Große, Stuttgart, 2. Aufl., 2015. Jordan, Stefan: Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005. Jussen, Bernhard: Die Franken. Geschichte, Gesellschaft, Kultur, München 2014. McKitterick, Rosamond: Karl der Große, Darmstadt 2008. Nonn, Ulrich: Die Franken, Stuttgart 2010. Schieffer, Rudolf: Die Karolinger, Stuttgart, 5. aktual. Aufl., 2014. Ubl, Karl: Die Karolinger. Herrscher und Reich, München 2014. Weinfurter, Stefan: Karl der Große. Der heilige Barbar, Zürich, 2. Aufl., 2014.


[P Si] Leben als Bettler. Der Umgang mit Armut und Almosen im Mittelalter
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 029
Einzeltermin:
Do. 15.11.2018,10.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Bettler gehörten zum mittelalterlichen alltäglichen Erscheinungsbild. Jedoch wurden sie sowohl mit Barmherzigkeit als auch mit Härte begegnet: So konnten Betroffenen, wenn die Armut Teil der Imitatio Christi war oder es um die Bedürfnisse der wahren Notleidenden ging, meist mit Zustimmung oder Mitleid rechnen. Sogenannte „starke“ Bettler jedoch gerieten schnell in den Verdacht, untätig herum zu lungern und in Wirklichkeit nur faule moralisch verwerfliche Menschen zu sein. In diesem Proseminar gilt es nicht nur, die vielen Themen zu überprüfen, die mit der Armut verbunden waren, sondern auch die gesellschaftliche Wandlung von unregelmäßiger Unterstützung durch kirchliche Institutionen bis hin zu den organisierten städtischen Spenden an offiziell registrierten Bettlern, darzustellen. Einstieg in die Literatur: - Franz IRSIGLER/Arnold LASSOTTA, Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker. Außenseiter in einer mittelalterlichen Stadt. Köln 1300–1600, München 2009. (Erstausgabe Köln 1984). - Michel MOLLAT, Les pauvres au Moyen Âge. Étude sociale, Paris 1978. (auch in deutscher Übersetzung erhältlich: Michel MOLLAT, Die Armen im Mittelalter, München 1984) - Otto Gerhard OEXLE (Hg.), Armut im Mittelalter (Vorträge und Forschungen. Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte, 58), Ostfildern 2004.


[P Si] Ungarn in der Arpadenzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts, der Zeit der sog. Landnahme im Karpatenbecken, gehören die Ungarn unter ihren Fürsten aus der Árpádenfamilie zum Kreis der europäischen Völker. Die Annahme des Christentums unter Stephan d. Hl. erfuhr einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbau. Anhand ausgewählter Aspekte des gesellschaftlichen Lebens sollen Grundprobleme der mittelalterlichen Geschichte thematisiert werden: Eigenheiten der Quellenüberlieferung, das Königtum der Árpáden, Besonderheit der dynastischen Herrschaft, die Rolle kirchlicher Institutionen, das Städtewesen, die Beziehungen zu den Nachbarn. Zur einführenden Orientierung: Bak, János M.: Das Königreich Ungarn im Hochmittelalter 1060-1444. In: Handbuch der europäischen Geschichte. Bd. 2: Europa im Hoch- und Spätmittelalter. Hrsg. von Ferdinand Seibt, Stuttgart 1987, 1103-1124; Engel, Pál: The realm of St Stephen. A history of medieval Hungary, 895 – 1526, London [u.a.] 2001 (International library of historical studies 19).


[P Si] Märkte und Messen im hoch- und spätmittelalterlichen Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 029

Kommentar:

Märkte gehören im Mittelalter zu den zentralen Merkmalen von Städten, können jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen und Zusammenhängen begegnen. So kann man zwischen Nah- und Fernhandelsmärkten ebenso differenzieren wie zwischen periodischen und permanenten Markteinrichtungen (z.B. Jahrmärkte, Messen oder Wochenmärkte). Auch die verhandelten Waren können kennzeichnend sein (Tuchmessen, Vieh- und Getreidemärkte). Anhand von Schriftquellen zu hessischen Städten werden im Seminar Fragen nach den rechtlichen Grundlagen, der Dauer und Entwicklung sowie den personellen, wirtschaftlichen und räumlichen Komponenten des Phänomens Markt erörtert und diskutiert. • Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart 2014 • Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, 2., durchgesehene Auflage, Wien 2014 • Franz Irsigler, Messen, Jahrmärkte und Stadtentwicklung in Europa. Mittelalter und frühe Neuzeit, in: Franz Irsigler (Hrsg.), Messen, Jahrmärkte und Stadtentwicklung in Europa. Foires, marchés annuels et développement urbain en Europe (Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte 5 = Publications du CLUDEM 17), Trier 2007, S. 1-24 • Monika Escher und Frank G. Hirschmann, Die urbanen Zentren des hohen und späteren Mittelalters. Vergleichende Untersuchungen zu Städten und Städtelandschaften im Westen des Reiches und in Ostfrankreich. Band 1 - Thematischer Teil. Band 2 – Ortsartikel. Band 3 - Karten, Verzeichnisse, Register (Trierer Historische Forschungen 50/1, 50/2, 50/3). Kliomedia, Trier 2005 • Franz Irsigler, Jahrmärkte und Messesysteme im westlichen Reichsgebiet bis ca. 1250, in: Europäische Messen und Märktesysteme in Mittelalter und Neuzeit, hrsg. von Peter Johanek und Heinz Stoob (Städteforschung A/39), Köln u.a. 1996, S. 1-34 • Hektor Ammann, Der hessische Raum in der mittelalterlichen Wirtschaft, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 8 (1958), S. 37-70


[P Si] Ungarn in der Arpadenzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts, der Zeit der sog. Landnahme im Karpatenbecken, gehören die Ungarn unter ihren Fürsten aus der Árpádenfamilie zum Kreis der europäischen Völker. Die Annahme des Christentums unter Stephan d. Hl. erfuhr einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbau. Anhand ausgewählter Aspekte des gesellschaftlichen Lebens sollen Grundprobleme der mittelalterlichen Geschichte thematisiert werden: Eigenheiten der Quellenüberlieferung, das Königtum der Árpáden, Besonderheit der dynastischen Herrschaft, die Rolle kirchlicher Institutionen, das Städtewesen, die Beziehungen zu den Nachbarn. Zur einführenden Orientierung: Bak, János M.: Das Königreich Ungarn im Hochmittelalter 1060-1444. In: Handbuch der europäischen Geschichte. Bd. 2: Europa im Hoch- und Spätmittelalter. Hrsg. von Ferdinand Seibt, Stuttgart 1987, 1103-1124; Engel, Pál: The realm of St Stephen. A history of medieval Hungary, 895 – 1526, London [u.a.] 2001 (International library of historical studies 19).


[Ü] Auf Grund und Boden. Mittelalterliche Quellen zu Herrschaft, Raum und Landwirtschaft  (AfK-Nr.: 11)
Klausurtermin: 12.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 029
Einzeltermin:
Mi. 14.11.2018,14.00 - 16.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Zwischen vollen Regalen im Supermarkt stehend, ist es kaum vorstellbar, mit wie viel Arbeit die Beschaffung von Lebensmitteln früher verbunden war. Bis zur Industriellen Revolution arbeiteten unzählige Menschen auf dem Land, der Ertrag war aber um ein Vielfaches geringer als heute. Die quellenkundliche Übung gibt anhand verschiedenster Quellen einen Einblick in das breite Themenfeld zu Herrschaft, Landwirtschaft und Raumverständnis im Mittelalter: Wie herrschte ein Herr über sein Land und seine Leute? Wie funktionierten Frondienste, Abgaben und Zehnten? Welche Rolle nahmen Leibeigene und Bauern ein? Geboten wird nicht nur eine Einführung in Quellenkunde und in die entsprechenden Hilfswissenschaften, sondern auch eine aktive Auseinandersetzung mit den wichtigsten Quellengattungen des Mittelalters. Literatur: - Hans-Werner GOETZ, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4. Aufl., Darmstadt 2014. - Werner RÖSENER, Die Grundherrschaft, in: Frühgeschichte der Landwirtschaft in Deutschland, hrsg. v. Norbert BENECKE, Langenweissbach 2003, S. 228–240.


[Ü] Geschichte der Abtei Fulda  (AfK-Nr.: 11)
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 030

Kommentar:

Die Übung zur Quellenkunde führt in die Spezifik mittelalterlicher Quellengattungen (Geschichtsschreibung, Urkunden, Akten) und in die handwerklichen Kompetenzen ein, die zur Bearbeitung solcher Quellen nötig sind (Mittellatein, Urkundenlehre, Chronologie, Paläographie). Das Beispielmaterial, das zur Illustration dient, stammt aus dem Umfeld der Reichsabtei Fulda. Fulda spielte insbesondere im früheren MIttelalter eine bedeutende kulturelle und politische Rolle im römisch-deutschen Reich. Einführende Literatur für die Hilfswissenschaften: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte. Mittelalter, 4. Aufl. 2014. Einführende Literatur ins Thema: Kathrein, Werner, u. a.: Fulda, St. Salvator, in: Friedhelm Jürgensmeier u. a., Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Hessen, St. Ottilien 2004, S. 213–434 (Germania Benedictina 7, Hessen); Martin, Thomas. Klosterleben und Reichspolitik. Mainz 1989; Merz, Johannes, Fulda, in: Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung, hg. von Anton Schindling und Walter Ziegler, Bd. 4. Mittleres Deutschland, Münster 1992 (Katholisches Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung, 52), S. 128-145


[Ü] Heiligen- und Reliquienverehrung im Mittelalter  (AfK-Nr.: 11)
Klausurtermin: 13.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 027

[Ü] Quellen zum Glauben der frühmittelalterlichen "gentes"  (AfK-Nr.: 11)
Klausurtermin: 04.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 030
Einzeltermin:
Mo. 05.11.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Die Geschichte der "gentes", der "barbarischen" Gruppen und Verbände des Frühmittelalters wurde in den letzten Jahrzehnten grundlegend neu bewertet. Die Abkehr von essentialistischen Ansätzen durch die Ethnogeneseforschung, die mittlerweile durch die Übernahme von Identitätskonzepten aus den Sozialwissenschaften weitergedacht worden ist, ist dabei zentral. Die grundsätzlichen Verschiebungen haben auch Auswirkungen auf die Erforschung des Glaubens gentiler Gruppen und Verbände des frühen Mittelalters. Vor allem durch Impulse aus der alten Geschichte wird bspw. die Dichotomie "heidnisch"/ "christlich" zunehmend in Frage gestellt. Die Prämissenverschiebung erfordert es, die Quellenberichte zum "heidnischen" Glauben einzelner "gentes" quellenkritisch besonders differenziert und kritisch neu zu behandeln . Die Thematik und die mit ihr verbundenen Herausforderungen eignen sich demnach ideal für eine Quellenkundliche Übung. Auf dieser inhaltlichen Basis wird in die einzelnen Quellengattungen des Mittelalters und die Historischen Hilfswissenschaften eingeführt sowie eine quellenbasierte geschichtswissenschaftliche Arbeitspraxis vermittelt und eingeübt. Literatur: Brown, Peter: The Rise of Western Christendom. Triumph and Diversity, A. D. 200 - 1000, Cambridge, 2. Aufl., 2009. Goetz, Hans-Werner: Die Wahrnehmung anderer Religionen und christlich-abendländisches Selbstverständnis im frühen und hohen Mittelalter (5.-12. Jahrhundert), Bd. 1, Berlin 2013. Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte. Mittelalter, Stuttgart, 4. Aufl., 2014. Stiegemann, Christoph (Hrsg.): Credo - Christianisierung Europas im Mittelalter, Bd. 1: Essays, Petersberg 2013. von Padberg, Lutz E.: Die Christanisierung Europas im Mittelalter, Stuttgart, 2. Aufl. 2009.


 
[Vl] Alltag und Gewalt: Die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus 1933 bis 1939
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In unzähligen populären Sachbüchern und Fernsehdokus, in der Schule, aber auch in Spielfilmen, Romanen, sogar Comics wird heute die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands immer wieder erzählt. Wir haben Bilder im Kopf von „den Nazis“, von den Tätern, der Gestapo, den Opfern der Verfolgung oder auch den Helden des Widerstands. Trotz dieses verbreiteten Wissens über den Nationalsozialismus forschen Historikerinnen und Historiker jedoch weiterhin über die Zeit des “Dritten Reichs“. Denn es ist keineswegs endgültig geklärt, was denn „nationalsozialistisch“ eigentlich bedeutet, wer „die Nazis“ waren, welche Rolle die „ganz normalen Deutschen“ spielten. Noch immer fragen Wissenschaftler und Laien, wie die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus eigentlich funktioniert hat, wie es zum millionenfachen Mord an den europäischen Juden und zu einem Vernichtungskrieg kommen konnte. In der Vorlesung wird die Zeit zwischen 1933 und 1939 im Vordergrund stehen, die Phase also, in der sich die „Volksgemeinschaft“ formieren und die rassistische nationalsozialistische Politik etablieren konnte. Die Ergebnisse der älteren NS-Forschung werden dabei ebenso diskutiert wie offenen Fragen und Streitpunkte in aktuellen Forschungsdebatten.


[Vl] Aufbrüche in die Frühe Neuzeit. Aspekte des Epochenwandels 1480-1520
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 24.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Periode zwischen 1480 und 1520 gilt traditionell als entscheidender Übergang in die Neuzeit. Stichworte sind Humanismus, Renaissance, Genese des modernen europäischen Staatensystems, Entdeckungen, Reichsreform . Allerdings leidet die Historiographie immer noch darunter, dass sich die Mediävistik nicht mehr und die Frühe Neuzeitforschung gerade in Deutschland aufgrund der Fixierung auf die Reformation noch nicht zuständig fühlt. Das spannende Spezifikum dieser Epoche ist es deshalb, Kontinuitätslinien und qualitativ Neues zu identifizieren und zu erklären. Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986


[Vl] Das Petersburger Imperium
Klausurtermin: 05.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Vorlesung widmet sich der Zeit von der Begründung des Russländischen Imperiums unter Peter dem Großen im Jahre 1721 bis zum Untergang des Zarenreichs in der Revolution von 1917. Sie will für die Neuzeit Grundzüge der Geschichte Russlands als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. Im Hinblick auf eine im Sommersemester 2017 geplante Exkursion soll dabei der Geschichte der 1703 an der Neva als „Fenster nach Europa“ gegründeten Stadt St. Petersburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als benotete Prüfungsleistung ist in der vorletzten Semesterwoche eine Klausur vorgesehen. Literaturhinweise: Goehrke, Carsten: Russland. Eine Strukturgeschichte. Paderborn u.a. 2010; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 4. aktualisierte Aufl. München 2005; Schmidt, Christoph: Russische Geschichte 1547-1917. München 2003 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 33); Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009.


[Vl] Der Zweite Weltkrieg in Asien und seine Folgen bis zur Mitte der 1950er Jahre
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Das historische Narrativ von einem von 1939 bis 1945 dauernden „Zweiten Weltkrieg“ wird seit einigen Jahren in der Geschichtswissenschaft zunehmend hinterfragt. Es zeigt sich mehr und mehr, dass die Friedensverträge nach 1918 keineswegs zu einer längeren Friedensperiode in der Zwischenkriegszeit geführt haben: In den 1920er und 1930er Jahren und fortgesetzt bis in die Mitte der 1950er Jahre wurde die internationale Ordnung vielmehr permanent durch Kriege, Bürgerkriege, Revolutionen und anti-koloniale Aufstände erschüttert. Der somit eher gleitende Übergang vom Ersten in den Zweiten Weltkrieg und in die anschließenden Kolonial- und Stellvertreterkriege lässt sich besonders gut in Südost- und Ostasien beobachten. Die Vorlesung bietet auch für untere Semester und Gasthörer einen Überblick über die entscheidenden Ereignisse auf dem neben Europa wichtigsten Kriegsschauplatz Ostasien: von der Mandschurei-Krise über den japanisch-chinesischen Krieg, das direkte militärische Eingreifen der USA, dem Einsatz der Atombomben gegen Japan, bis zur chinesischen Revolution und zum Koreakrieg.


[Vl] Geschichte Großbritanniens 1815–1945
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entwicklung Großbritanniens vom Ende der napoleonischen Kriege bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie verbindet chronologische Kapitel, die sich primär mit der politischen Entwicklung beschäftigen, mit Teilen, die einzelne thematische Schwerpunkte ansprechen (Wirtschaft u. Gesellschaft, Empire, Irlandfrage), Sie vermittelt einerseits Grundkenntnisse über die britische Geschichte, diskutiert zum anderen aber auch Forschungskontroversen und Frage der Geschichtskultur und Geschichtspolitik. Vor dem Hintergrund der Brexit-Debatte geht die Veranstaltung ausführlich auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa ein. Lit: David Cannadine: Victorious Century. The United Kingdom 1800 - 1906, London 2017 Robert Tombs: The English and their History, London 2014 David Edgerton: The Rise and Fall of the British Nation. A Twentieth-century History, London 2018


[Vl] Räume und Epochen der Geschichte des östlichen Europa. Eine Einführung
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die räumliche und epochale Gliederung der Geschichte des östlichen Europa ist in den letzten Jahrzehnten wiederholt kontrovers diskutiert worden und unterliegt auch unter dem Motto „Niemand will der Osten sein“ fortwährenden Neupositionierungen. Die Vorlesung führt in diese Diskussionen begriffs- und diskursgeschichtlich ein und analysiert strukturgeschichtliche Raumkategorien (Osteuropa, Nordosteuropa, Ostmitteleuropa, Südosteuropa/Balkan) unter Fragestellungen wie: Wie viel realgeschichtliche Einheit? Wie viel Projektion? Aus wessen Perspektive? Weiterhin geht es auch um die epochale Gliederung der Geschichte der östlichen Hälfte Europas: Ist eine Unterteilung in Mediävistik und Frühe Neuzeit sinnvoll? Was spricht für die vorgeschlagenen Epochengrenzen 1500 und 1600? Welches sind sinnvolle Gliederungen für die Moderne und die Zeitgeschichte? Die Vorlesung wendet sich an Studienanfänger des BA Osteuropäische Geschichte sowie an alle, die ein Interesse an Osteuropa haben oder schon immer etwas über die östliche Hälfte europas wissen wollten. Sie ist auch für Lehramts- und Bachelor- und Magisterstudierende, die ein strukturiertes „Grundwissen Osteuropa“ erwerben möchten, geeignet. Literatur zur Einführung: Ekaterina Emeliantseva/Arié Malz/Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte. Zürich 2008. Studienhandbuch Östliches Europa. 2 Bde. Hg. v. Harald Roth, Thomas M. Bohn u. Dieter Neutatz. 2. Aufl. Köln 2009. Klaus Zernack, Osteuropa. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1977.


[P Si] Chancen und Gefährdungen: Die Weimarer Republik
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Als erste deutsche Demokratie nimmt die Weimarer Republik eine besondere Stellung in der deutschen Geschichte ein. Es ist die Geschichte einer Demokratie, die sich zwischen Monarchie und Diktatur zu behaupten versuchte. Sie steht auf der einen Seite für Aufbruch und Moderne, auf der anderen aber für ein Festhalten an althergebrachtem Gedankengut von einflussreichen Teilen der Gesellschaft. Das Proseminar will die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nicht nur aus einer politikgeschichtlichen Perspektive betrachten. Ebenso sollen gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen der „Goldenen Zwanziger“ im Mittelpunkt stehen wie die Stellung der Frau, die Entwicklung der Massenpresse und die Herausbildung einer künstlerischen Avantgarde. Das Seminar soll einen Überblick über die Ereignisse der Innen- und Außenpolitik sowie über die Höhepunkte der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung schaffen. Darüber hinaus erlernen Studierende in dem Proseminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Teilnahmevoraussetzungen sind neben der regelmäßigen Anwesenheit die Bereitschaft zur Lektüre und zur aktiven mündlichen Diskussion wissenschaftlicher Texte sowie je nach Modulordnung das Halten eines Referats oder das abschließende Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit.


[P Si] Der Kalte Krieg – Weltpolitik im Zeitalter der Blockkonfrontation
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine und der russischen Besetzung der Krim im Jahr 2014 wird das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen vermehrt als neuer Kalter Krieg bezeichnet. Die seit dem Ende der Sowjetunion 1991 wechselhaften Beziehungen sind zwar äußerst angespannt, doch ist es fraglich, ob es angebracht ist, tatsächlich wieder von einem Kalten Krieg zu sprechen. Mit Blick auf die Geschichte des Ost-West-Gegensatzes seit Ende des Zweiten Weltkriegs sollen daher die verschiedenen Konfliktfelder und Krisenherde der Blockkonfrontation untersucht und in vergangene und aktuelle Problemlagen internationaler Beziehungen eingeordnet werden. Das Proseminar widmet sich inhaltlich nicht nur den globalen und ideologischen Konfrontationen der NATO und des Warschauer Pakts, sondern auch Perspektiven der Alltagsgeschichte, der Dekolonialisierung und politischer Konfliktlösungsstrategien. In methodischer Hinsicht sollen Fähigkeiten zum eigenständigen Verfassen einer Hausarbeit erworben und anhand des Umgangs mit Texten der Sekundärliteratur und Quellen kritisches wissenschaftliches Arbeiten geschult werden. Zudem werden über das Vortragen von Referaten Fähigkeiten im prägnanten und anschaulichen Präsentieren historischer Inhalte erprobt und vermittelt.


[P Si] Die Schwabenzüge. Maria Theresia und die Kolonisierung des Banats
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Nach dem Rückzug der Osmanen aus den besetzten Gebieten des Königreichs Ungaren wurden von 1692 bis 1786 in mehreren Wellen rund 150.000 Kolonisten aus dem südwestdeutschen Raum in den Landschaften Batschka und Banat angesiedelt. Die Donauschwaben genannten Ansiedler hatten brachliegende Feuchtgebiete landwirtschaftlich zu erschließen. Wegen des Sumpffiebers galt „Ungarn“ zunächst noch als „des Deutschen Grab“. Auf der Grundlage von Fachliteratur und Quellen wollen wir uns über Maria Theresias Bevölkerungspolitik und die Alltagsprobleme der Kolonisten informieren. In diesem Sinne versteht sich die Veranstaltung vor allem auch als eine Einführung in die Methoden der Geschichtswissenschaft. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Die dazu erforderlichen Materialien werden im Seminar gemeinsam bearbeitet. Literaturhinweise: Quellen: Krauss, Karl-Peter: Quellen zu den Lebenswelten deutscher Migranten im Königreich Ungarn im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Stuttgart 2015; Tafferner, Anton: Quellenbuch zur donauschwäbischen Geschichte. [Bd. I:] München 1974. [Bd. II]: Stuttgart 1977. [Bd. III:] Stuttgart 1978. [Bd. IV:] Stuttgart 1982. Bd. 5. Mit einem chronologischen Quellenverzeichnis (Band I-V) und einer historiographischen Einleitung des Verfassers. München 1995; Wolf, Josef: Quellen zur Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte des Banats im 18. Jahrhundert. Tübingen 1995. Darstellungen: Feldtänzer, Oskar: Donauschwäbische Geschichte. Bd. I: Das Jahrhundert der Ansiedlung 1689-1805. München 2006; Senz, Ingomar: Die Donauschwaben. München 1994.


[P Si] Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945
Bitte belegen Sie auch die inhaltlich verbundene quellenkundliche Übung "Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945".
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 027
2 Einzeltermine:
Fr. 23.11.2018,09.00 - 18.00 Uhr   (Exkursion) Fahrt ins Exilarchiv der DNB in Frankfurt
Di. 18.12.2018,14.00 - 16.00 Uhr   Stadtarchiv Gießen

Kommentar:

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen hunderttausende Menschen das Deutsche Reich, um in einem fremden Land sicher und frei leben (und überleben) zu können. Sie waren in ihrer Heimat Deutschland bedroht und verfolgt, weil sie nach den Vorgaben der herrschenden nationalsozialistischen Ideologie die falsche Religion, die falsche "Rasse", die falsche politische Meinung, die falsche sexuelle Orientierung oder einfach nur den falschen Lebensstil hatten. Im Proseminar werden wir uns am Beispiel bekannter und auch ganz unbekannter Personen mit der Frage beschäftigen, warum und unter welchen Umständen Menschen damals in die Emigration gegangen sind oder gehen mussten, was das erzwungene Verlassen der Heimat für ihren Alltag, ihre Identität und ihr Weltbild bedeutete, ob und wie sie ein neues Leben aufbauen konnten. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Seminar wird auf dem Erlernen der Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens liegen. Damit wir sinnvoll miteinander arbeiten können, wird der Besuch der quellenkundlichen Übung „Exil“ dringend empfohlen. Lit.: Krohn, Claus-Dieter u.a. (Hg.): Handbuch der deutschsprachigen Emigration 1933–1945, 2. Aufl., Darmstadt 2008; Bannasch, Bettina / Schreckenberger, Helga / Steinweis, Alan (Hg.): Exil und Shoah (Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, Bd. 34), München 2016.


[P Si] Infrastrukturelle Kooperation und Konkurrenz um das Schwarze Meer (1800-2018)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, G 026

Kommentar:

Beschreibung der Veranstaltung: Das Proseminar führt in den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit Quellen und Darstellungen und in die Abfassung einer schriftlichen Hausarbeit ein. Als Beispiel dienen Zugänge zur Infrastrukturgeschichte: Hafenstädte, Dampfschiffgesellschaften, Eisenbahnen, Ölpipelines, Kanäle dien(t)en kommerziellen wie militärischen Zwecken und sind in der Vernetzung gesellschaftlich und überregional wirksam. Das ins Zentrum gerückte Thema soll einen Zugang zur Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten der (süd)osteuropäischen Geschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts einschließlich der Türkei bieten. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt. Sprechstunde: Mittwoch 11-12 Uhr D 206 Literaturhinweise: Proseminaristisch: Opgenoorth, Ernst, Schulz, Günther. Einführung in das Studium der Neueren Geschichte. 7. Auflage. Paderborn u.a. 2010 (JLU opac online); Emeliantseva, Ekaterina, Malz, Arié, Ursprung, Daniel. Einführung in die osteuropäische Geschichte. Zürich 2008 via: https://www.academia.edu/6483056/Einführung_in_die_Osteuropäische_Geschichte Thematisch: King, C. The Black Sea. A History. Schwerpunkt: Hafenstädte in Mittel- und Osteuropa. Themenheft der ZS: Ost-West. Europäische Perspektiven 2 (2013) https://www.owep.de/ausgabe/2013-2 Ardeleanu, C., A. Liberatos (Hg.). Port Cities on the Western Black Sea Coast and the Danube. Economic and Social Development of the long 19 c. Präprintversion 2015 via: https://220.academia.edu/AndreasLyberatos


[P Si] Politisiert und medialisiert: Das Verhältnis von Öffentlichkeit, Medien und Politik im 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, F 006

Kommentar:

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Angst vor einer Politisierung der Medien groß, zu sehr weckte dies Erinnerungen an die nationalsozialistische Diktatur mit ihrer gleichgeschalteten Presse. Betrachtet man das 20. Jahrhundert, zeigt sich jedoch, dass Medien schon um die Jahrhundertwerde hoch politisch waren. Auch der umgekehrte Fall ist auszumachen: eine Ausrichtung der Politik an medialen Logiken. Die politische Kommunikation passte sich an die Hör- und Sehgewohnheiten der Öffentlichkeit an und reduzierte ihre inhaltliche Komplexität. Kurz: Politik sollte attraktiv sein. Das Proseminar untersucht das Verhältnis von Politik, Medien und Öffentlichkeit und wirft dafür einen Blick auf das 20. Jahrhundert – mit seiner zunehmenden Präsenz von Massenmedien. Anhand von Fallbeispielen sollen die Abhängigkeiten, Dynamiken und symbiotische Beziehungen zwischen diesen drei Akteuren aufgezeigt und untersucht werden. Darüber hinaus erlernen Studierende in dem Proseminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Teilnahmevoraussetzungen sind neben der regelmäßigen Anwesenheit die Bereitschaft zur Lektüre und zur aktiven mündlichen Diskussion wissenschaftlicher Texte sowie je nach Modulordnung das Halten eines Referats oder das abschließende Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit.


[P Si] Stein der Weisen, Gold und Panacea. Alchemisten in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[P Si] Völkerstereotypien zwischen 1450 und 1850
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 030
Einzeltermin:
Fr. 14.12.2018,14.15 - 17.45 Uhr   keine RaumangabeVierstündige Sitzung Freitagnachmittag 14-18 Uhr Stereotypien der Aufklärung II 3) Osteuropabilder: Textgrundlage: Larry Wolff, Die Erfindung Osteuropas. Von Voltaire zu Voldemort. In: Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens, Bd. 11, Klagenfurt 2003,



Kommentar:

Historische Stereotypen besitzen eine lange Dauer und erleben erstaunliche Wendungen und Wiederbelebungen. Das Proseminar möchte in dieses Thema methodisch einführen und die ältere Entstehung und Verbreitungsgeschichte von Völkerstereotypien nachzeichnen. Schwerpunkte werden sein: Entwicklung und Verbreitung von agonalen Stereotypien im Humanismus, antemurale-Konzepte und Stereotypien von Barbaren (Türken, Moskowiter), Gattungen und Medien in Europa: descriptio gentium, Völkertafeln; neue Fremdbilder und Stereotypisierungen in Aufklärung und Volksaufklärung. Das Proseminar ist europäisch vergleichend mit einem Schwerpunkt auf exkludierenden Stereotypien im Nord-Süd und Ost-West-Vergleich angelegt. Für die Aufklärung werden auch stärker außereuropäische Fälle berücksichtigt. Gefragt werden soll auch, inwieweit Rassekonzepte in den Stereotypien eine Rolle spielen. Literatur Hahn, Hans Henning (Hg.): Nationale Wahrnehmungen und ihre Stereotypisierung : Beiträge zur historischen Stereotypenforschung. Frankfurt a.M. 2007. Hirschi, Caspar: Wettkampf der Nationen. Konstruktionen einer deutschen Ehrgemeinschaft an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Göttingen 2005. Augustynowicz, Christoph, Agnieszka Pufelska (Hg.): Konstruierte (Fremd-?)Bilder. Das östliche Europa im Diskurs des 18. Jahrhunderts, München 2017. Orłowski, Hubert: „Polnische Wirtschaft“. Zum deutschen Polendiskurs der Neuzeit, Wiesbaden 1996. Stanzel, Franz K. (Hg.): Europäischer Völkerspiegel: imagologisch-ethnographische Studien zu den Völkertafeln des frühen 18. Jahrhunderts. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1999 Struck, Bernhard: Nicht West - nicht Ost. Frankreich und Polen in der Wahrnehmung deutscher Reisender zwischen 1750 und 1850, Göttingen 2006. Wolff, Larry: Inventing Eastern Europe. The map of civilization on the mind of the enlightenment, Stanford, Calif. 1994.


[P Si] Vorstellungen und Bilder der "Dritten Welt" in den Medien
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 214

Kommentar:

Im Seminar werden wir uns mit der Wahrnehmung der sog. Dritten Welt beschäftigen. Diese war ein Konstrukt, das zu Beginn des Kalten Kriegs und eines intensiven Dekolonisationsschubs entstand und Länder ganz unterschiedlicher Regionen in Südamerika, Afrika und Asien umfasste. Diesen Ländern sprachen PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und JournalistenInnen ähnliche Eigenschaften zu. Diese Gemeinsamkeiten wurden sowohl Ausgangspunkte für Entwicklungshoffnungen als auch von Bedrohungsängsten, die verschiedene Interventionspraktiken einleiteten. Vorstellungen und Bilder von der "Dritten Welt" waren also weder unschuldig noch ohne Konsequenzen und Verbreitung fanden sie häufig über die Medien. Bilder von Revolutionären hingen in den Studentenzimmern der Neuen Linken als Ikonen, Wissenschaftler nutzen Bilder „überbevölkerter“ Städte, um Zwangssterilisierungen von Millionen Menschen zu legitimieren und Hilfsorganisationen sowie Medien versuchten mit Fotografien von verhungernden Kindern Aufmerksamkeit für Krisen zu schaffen. Im Seminar wollen wir anhand von Zeitungsartikeln, Dokumentar- und Spielfilmen danach fragen, welche Bilder und Vorstellungen von der „Dritten Welt“ darin aufschienen. Wir werden uns dabei einerseits auf europäische und amerikanische Medien konzentrieren, aber andererseits auch danach fragen, wie in den betroffenen Ländern über die Vorstellung einer „Dritte Welt“ nachgedacht und wie sie angeeignet wurde. Das Seminar setzt also die Bereitschaft zur Lektüre von englischer Literatur voraus. Zur Einführung empfehle ich: Jürgen Dinkel, „Dritte Welt“ – Geschichte und Semantiken, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 6.10.2014, URL: http://docupedia.de/zg/Dritte_Welt?oldid=125619


[Ü] Contemporary Ukraine (1991-2018): Politics, Economics, Society"
Unterrichtssprache ist Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 25.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, D 209

Kommentar:

Russia’s annexation of Crimea and the subsequent conflict in eastern Ukraine presented the EU with a major foreign policy challenge. This course examines the causes and consequences of the recent conflict in Ukraine through a historical lens. The course consists of three main blocks. In the first block we will focus on the collapse of the Soviet Union and transition to the oligarchic economy and “competitive authoritarianism” (1985-2004). The second block of the course will focus on the semi-consolidated “oligarchic democracy” and Russia’s growing interference into Ukrainian affairs (2004-2013). The third block of the course will explore Ukraine’s political crisis of 2013-2014 and ongoing Russian-Ukrainian military conflict. By exploring phenomena such as privatization, patronal politics, corruption, mafia, clans, oligarchs, political machinery, electoral chicanery, civil society, the Soviet historical legacy, uses of history in politics, regionalism, hybrid identities, mass media and propaganda, proxy war, de facto states, it provides a larger framework for understanding what is happening today.


[Ü] Das Ende des Ersten Weltkriegs: Ereignisse, Wahrnehmungen und Deutungen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 102

Kommentar:

Während der Beginn des Ersten Weltkriegs weitgehend außer Frage steht, fällt es mit Blick auf die vielfältige Fortsetzung von Gewalt und Krise, die langfristigen Konsequenzen und den schwierigen Übergang vom Krieg zum Frieden deutlich schwerer zu bestimmen, wann genau dieser wo zu Ende ging. Die Übung thematisiert diese Frage eingangs auf Basis der neueren Forschungsliteratur, welche die sich überschlagenden Ereignisse des Herbst 1918 diskutiert und in eine längere Geschichte von Krieg sowie Krisen- und Gewalterfahrung einordnet. Anschließend werden ausgewählte Quellen gelesen und gemeinsam analysiert. Im Rahmen einer kritischen Analyse von Presseartikeln, Tagebüchern und Memoiren soll insbesondere danach gefragt werden, wie Zeitgenossinnen und Zeitgenossen das Ende des Krieges wahrnahmen und deuteten, wie unterschiedliche Medien berichteten und auf welche Weise Personen und Gruppen den Ereignissen (retrospektiv) Sinn beimaßen.


[Ü] Der Reiz der Nostalgie.Die Sowjetunion unter Brežnev 1964-1982
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

Nach ihrem Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ 1945 entwickelte sich die Sowjetunion rasch zur zweiten globalen „Supermacht“. Der Kalte Krieg mit den USA prägte die Weltpolitik bis zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums im Jahre 1991 in hohem Maße. Dementsprechend wechselten sich „heiße“ und „kalte“ Phasen in den internationalen Beziehungen ab. Im Inneren versuchte die Partei- und Staatsführung unter Brežnev weitere Akzente zu setzen, beispielsweise in der Wirtschafts-, Sozial- und Nationalitätenpolitik. Hinzu kamen gesellschaftliche Dynamiken, die mitunter im Widerspruch zu den Leitlinien ideologisch begründeter Ordnungsvorstellungen standen. Das Aufkommen einer dissidentischen Bewegung ist dafür ein beredtes Kapitel. Jedenfalls hatte die Sowjetunion im Jahre 1982 ihr Gesicht in einschneidender Weise verändert. Aus der Perspektive des Jahres 2018 ist die Historisierung der Geschichte der späten Sowjetunion ein Trend, der die Fachwissenschaft in den letzten Jahren in eine Art Goldgräberfieber versetzt hat. Wo der Stalinismus als weitgehend abgehandelt gilt, birgt die Auseinandersetzung mit den daran anschließenden Perioden unter Chruščev und Brežnev noch jede Menge Raum für Interpretationen. Diese haben nicht zuletzt mit dem Phänomen zu tun, dass insbesondere die 1970er Jahre in den dankbaren Erinnerungen der Zeitgenossen als eine Periode sozialer Sorgenfreiheit gelten, welche ihnen einen zufriedenstellenden, wenngleich bescheidenen Lebensstandard ermöglicht hat. In der Übung werden wir uns auf breiter Basis mit historischem Quellenmaterial zu wichtigen Ereignissen, markanten Entwicklungen und kulturellen Strömungen der Zeit beschäftigen. Darüber hinaus wird in die Quellentheorie eingeführt sowie der sachgerechte Umgang mit historischen Quellen erörtert. In Vorbereitung auf die jeweiligen Sitzungen und im Zuge der Abfassung des (schriftlichen) Quellenkommentars wird von einem Pensum an Vor- bzw. Nachbereitungszeit im Umfang von ca. zwei Wochenstunden ausgegangen. Dies setzt wiederum eine intensive Lesebereitschaft deutsch- und englischsprachiger Fachtexte voraus. Außerdem ist die lebhafte Teilnahme am Seminargeschehen ausdrücklich gewünscht.


[Ü] Einführung in die Lektüre französischsprachiger Texte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 113

[Ü] Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945
Bitte belegen Sie auch das inhaltlich verbundene Proseminar "Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945".
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 027
Einzeltermin:
Fr. 23.11.2018,09.00 - 18.00 Uhr   Fahrt ins Exilarchiv der DNB in Frankfurt

Kommentar:

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen hunderttausende Menschen das Deutsche Reich, um in einem fremden Land sicher und frei leben (und überleben) zu können. Sie wurden in ihrer Heimat Deutschland bedroht und verfolgt, weil sie nach den Vorgaben der herrschenden nationalsozialistischen Ideologie die falsche Religion, die falsche "Rasse", die falsche politische Meinung, die falsche sexuelle Orientierung oder einfach nur den falschen Lebensstil hatten. In der Übung werden wir diskutieren und erarbeiten, welche unterschiedlichen Arten von Quellen in der Zeitgeschichte genutzt werden können und wie wir mit ihnen umgehen müssen. Wir werden uns mit Briefen und Tagebüchern, Berichten und Romanen, Adressbüchern und Radiosendungen, Filmen und Fotografien beschäftigen, die uns dabei helfen können, etwas über das Leben der Exilanten zu erfahren und über die Gesellschaft, aus der sie geflohen sind. Damit wir sinnvoll miteinander arbeiten können, wird der Besuch des Proseminars „Exil“ dringend empfohlen.


[Ü] Old writing. German, French and English palaeography of the sixteenth and seventeenth century
Unterrichtssprache: Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
7 Einzeltermine:
Di. 16.10.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 06.11.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 13.11.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 11.12.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 08.01.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 29.01.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 05.02.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Palaeography is the study of old handwriting. In this course we will study German, English and French handwriting of the sixteenth- and seventeenth century. At first glance, documents written at this time may look wholly illegible to the modern reader. Many of the letters differ considerably from the ones used today, punctuation is often absent, and texts contain abbreviations we no longer use. This course will provide you with the basic knowledge to understand what the texts say, to interpret their sentence structure, and to transcribe the abbreviations. Furthermore, studying these texts will add to developing an understanding of how historical research is conducted and teach you about the pitfalls in using these sources. Palaeography is an essential skill for delving into and understanding Early Modern History. As with any new skill, the only real way to become proficient in reading old handwriting is to practise, practise and practise. The examination consists of a source analysis and transcription of 10.000 to 12.000 characters.


[Ü] Politische Ökonomie - moralische Ökonomie. Wirtschaft und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, E 004

[Ü] Quellen zur Geschichte des Schwarzmeerhandels in der Frühen Neuzeit/Sources on the History of the Black Sea Trade in the Early Modern Period
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, D 209
2 Einzeltermine:
Fr. 18.01.2019,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 19.01.2019,12.00 - 16.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

In der Übung werden gemeinsam Quellen aufgearbeitet und diskutiert, die zur Beschreibung des frühneuzeitlichen Handels über und um das Schwarze Meer herum beitragen können. Dazu gehören z.B. Reiseberichte, Rechnungsbücher, Vertragswerke, Zoll- und Steuerregister, Gerichtsbücher etc. Eine breite Palette an Handelswaren erlaubt dabei mannigfaltige Einblicke in die Verflechtungsprozesse der Region: unter anderen Pelze, Honig, tierische Fette, Textilien aus Ost und West bis hin zu Waffen und Sklaven. Durch die Arbeit an den Quellen erlernen die Studierenden mit der Quellenkritik die Kernmethode der Geschichtswissenschaft. Der Kurs richtet sich an Studierende mit Interesse an der Geschichte des Osmanischen Reiches (einschließlich des Krimkhanats), des östlichen Südosteuropa (Bulgarien, Rumänien), der Ukraine (als Teil Polen-Litauens) und Russlands. Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch. Sprachkenntnisse aus den genannten Regionen sind gern gesehen, aber keine Vorraussetzung für die Teilnahme. In this tutorial seminar we will work on and discuss sources related to the early modern Black Sea trade. Among such we find travelogues, account books, capitulations, customs and tax registers, judicial court records etc. A wide range of products allows for manifold insights into the entanglements going on in the region under scrutiny: among others furs, honey, and animal fats, textiles from East and West, weapons and finally slaves. Working with the sources the students will learn the method of source criticism, essential instrument to any historian. Students with an interest in the history of the Ottoman Empire (including the Crimean Khanate), the eastern part of Southeastern Europe (Bulgaria and Romania), Ukraine (as part of Poland-Lithuania) and Russia are especially invited to participate. The course will be held in German and English. Knowledge of languages relevant for the study of this region are an asset, but not required.


[Ü] Urbanisierung und Urbanität in England, 1660-1820
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Zwischen 1660 und 1820 erlebte England einen Prozess der Urbanisierung, für den Peter Borsay den Begriff "urban renaissance" geprägt hat: Die englischen Städte wandelten sich in Größe und Gestalt und erlangten eine völlig neue Zentralität in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Sie waren Schauplatz und Nährboden für die Prozesse der Industrialisierung, der Aufklärung, der religiösen Erneuerung und der Ausbildung einer bürgerlichen Öffentlichkeit. Ihr Erscheinungsbild wandelte sich während des 18. Jahrhunderts dramatisch, während sie zugleich in Größe und Anzahl wuchsen. Mit diesen Entwicklungen eng verknüpft waren veränderte Vorstellungen davon, was Stadt und Urbanität ausmache und wie sie idealerweise gestaltet sein sollten. Nicht zuletzt änderte sich auch die alltägliche Erfahrung städtischen Lebens. In der Übung sollen diese Wandlungsprozesse, Wahrnehmungen und Praktiken anhand unterschiedlichster Quellentypen genauer untersucht und dabei die Grundlagen der Quellenkritik und -interpretation eingeübt werden. Da überwiegend mit englischsprachigen Quellen und Literatur gearbeitet werden wird, haben die Studierenden auch die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Voraussetzung für die Teilnahme ist deshalb unbedingt die Bereitschaft zur intensiven Lektüre englischer Texte und zur aktiven Mitarbeit. Prüfungsleistung ist ein Quellenkommentar im Umfang von 10.000 bis 12.000 Zeichen.


[Ü] Zwischen Sehnsuchtsort, Utopia und Albtraum: Russland und die Sowjetunion mit den Augen des westlichen Auslands gesehen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 030

Kommentar:

„Ich glaube, soviele Uhrmacher wie in Moskau gibt es in keiner Stadt. Das ist umso seltsamer, als die Leute hier nicht viel Aufhebens von der Zeit machen. Es wird aber wohl historische Gründe haben.“ (Walter Benjamin, 1926) West und Ost, mehr als zwei Himmelrichtungen. Seit der Westwendung Zar Peter I. stand Russlands Gesellschaft, dessen Kultur, Wirtschaft und Politik unter ständiger Beobachtung durch Politiker*innen, Reisende, Journalist*innen, Forschende und Abenteuernde. Besonders im 20. Jahrhundert lieferten Zarenreich und Sowjetunion in Verfall und Aufstieg, Krieg, Krisen und permanenten Umwälzungsprozessen die ideale Bühne für eine blühende Berichterstattung und Analyse. Als Produkt dieser westlichen In-Augenscheinnahme fluteten tausende Monografien, Reiseberichte, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Abhandlungen den Buch- und Pressemarkt. Weltsichten kämpften um die Deutungshoheit des alten und des neuen Russlands, das Land war jeweils „rote Sphinx“, „Sowjethölle“, „Vaterland der Werktätigen“, „Land der Zukunft“. Die Veranstaltung soll einen ersten Überblick über die Wahrnehmung, ideologische Interpretation und umfassende Darstellung des Zarenreiches bzw. der Sowjetunion vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zusammenbruch des Staatssozialismus 1991 liefern. Gemeinsam wollen wir einflussreiche KommentatorInnen, fellow travellers und erbitterte Gegner der zarisch-sowjetischen Wirklichkeit kennenlernen und ihre Werke kritisch einordnen. Der Fokus liegt primär auf deutschsprachigen AutorInnen, wobei internationale Ergänzungen selbstverständlich einbezogen werden sollen. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, sich auf eine Vielzahl verschiedener Quellen und Quellengattungen (von textlastig bis fotodominiert) einzulassen. Die zu untersuchende Epoche ermöglicht anhand ihrer facettenreichen Brüche und Kontinuitäten, mit verschiedenen Theorien und Methoden (Ideologiekritik, Kommunikationswissenschaft, Stereotypenforschung, etc.) zu arbeiten. Empfohlene Einstiegsliteratur - Bernhard Furler: Augen-Schein. Deutschsprachige Reportagen über Sowjetrußland 1917-1939, Frankfurt a. M. 1987, zugl.: Basel, Univ., Diss., 1987, - Eva Oberloskamp: Fremde neue Welten, Reisen deutschen und französischer Linksintellektueller in die Sowjetunion, München 2011, - Matthias Heeke: Reisen zu den Sowjets. Der ausländische Tourismus in Rußland 1921-1941. Mit einem bio-bibliografischen Anhang zu 96 deutschen Reiseautoren, Münster/u. a. 2003 (= Arbeiten zur Geschichte Osteuropas, Bd. 11), zugl.: Münster (Westf.), Univ., Diss., 1999.


   
[Vl] Von der Klassik zum Hellenismus: Griechenland im 4. Jh. v.Chr.
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, A 4
Einzeltermin:
Mi. 27.02.2019,17.00 - 18.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, A 5

[P Si] "Ihr habt den Schuldigen: Nun, urteilt!" - Gerichts- und Prozesswesen im antiken Griechenland
Klausurtermin: 13.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Im antiken Griechenland fanden juristische Auseinandersetzungen vor Gerichten in aller Öffentlichkeit statt. Diverse Reden, die anlässlich solcher Prozesse gehalten wurden, sind heute noch erhalten und liefern für Athen wichtige Einblicke in das Rechtssystem sowie in die Sozial-, Familien-, Mentalitäts- und Politikgeschichte. Im Rahmen des Proseminars sollen sowohl einzelne juristische Streitigkeiten unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte behandelt werden als auch ein Überblick über den Ablauf juristischer Verfahren und die Entwicklung des Rechtssystems im antiken Athen gegeben werden. Literatur: Bauman, R. A.: Political Trials in Ancient Greece, London, u. a. 1990. Burckhardt, L. / Ungern-Sternberg, J. (Hgg.): Große Prozesse im antiken Athen, München 2000. Carey, Ch.: Trials from Classical Athens, 2. Aufl. London / New York 2012.


[P Si] "Schlechte" römische Kaiser: Caracalla
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 033
2 Einzeltermine:
Sa. 15.12.2018,09.00 - 15.00 Uhr   Saalburg
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) keine Raumangabe

[P Si] Alexander der Große
Klausurtermin: 12.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Alexander der Große gehört zu den Personen aus der Antike, die gewiss jedem Menschen heute noch bekannt sind und bis in die Gegenwart eine gewisse Faszination ausüben. Alexander gilt als charismatischer Feldherr, Heros und Begründer eines Weltreichs. Zugleich ist der Makedone aber auch eine der am kontroversesten beurteilten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Das Proseminar möchte sowohl die Zeit und Geschichte Alexanders behandeln als auch die Auseinandersetzung mit ihm in antiken Quellen und moderner Forschung. Literatur: Demandt, A.: Alexander der Große – Leben und Legende, München 2009. Engels, J.: Philipp II. und Alexander der Große, 2. Aufl. Darmstadt 2012. Gehrke, H.-J.: Alexander der Große, 6. aktual. Aufl. München 2013. Roisman, J. (Hg.): Brill’s Companion to Alexander the Great, Leiden / Boston 2003.


[P Si] Augustus und der frühe Prinzipat
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 233
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Zwischen den Jahren 59 v.Chr. (Erster Consulat des C. Iulius Caesar) und 14 n.Chr. (Tod des Princeps Augustus) erlebte die römische res publica einen tiefgreifenden Wandel, an dessen Ende ein Herrschaftssystem stand, das die Jahrhunderte alte Republik ablöste und selbst über Jahrhunderte bestand haben sollte. Die verschiedenen Weichenstellungen, die dazu führten, dass die vom senatorischen Adel dominierte Römische Republik sich schrittweise in eine Herrschaft eines Einzelnen transformierte, stehen im Fokus des Proseminars. Einführende Literatur (Methodik): H. Blum/ R. Wolters, Alte Geschichte studieren, Konstanz 2011 R. Günther, Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2009. Einführende Literatur (Thema): K. Bringmann, Augustus, Darmstadt 2007. J. Bleicken, Augustus. Eine Biographie, Hamburg 2010.


[P Si] Die Polis Sparta in archaischer und klassischer Zeit
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 025
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Zwischen dem sechsten und dem vierten vorchristlichen Jahrhundert nimmt die Polis Sparta innerhalb der griechischen Welt eine herausragende Machtstellung ein, die sie in den Jahrzehnten nach dem Peloponnesischen Krieg gegen Athen und seine Bündner (431-404 v.Chr.) noch weiter ausdehnen kann, bevor diese im Jahr 371 in sich zusammenbricht. Trotz der langen Phase machtpolitischer Dominanz war den Zeitgenossen der archaischen und klassischen Zeit erstaunlich wenig über die Lebensweise der Spartaner und die Beschaffenheit ihrer Polis bekannt. Im Proseminar geht es neben der Geschichte Spartas vor allem um die methodischen Herausforderungen, vor denen Althistoriker stehen, wenn sie sich mit dieser Polis beschäftigen wollen. Einführende Literatur (Methodik): H. Blum/ R. Wolters, Alte Geschichte studieren, Konstanz 2011 R. Günther, Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2009. Einführende Literatur (Thema): L. Thommen, Sparta. Verfassungs- und Sozialgeschichte einer griechischen Polis, Stuttgart 2017². K.-W. Welwei, Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004.


[P Si] Von schändlichen Ausschweifungen, übler Genusssucht und schlimmer Sittenverderbnis - Luxus im antiken Rom
Klausurtermin: 12.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, F 006
Einzeltermin:
Do. 28.02.2019,16.00 - 17.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, G 233

Kommentar:

Gerne spricht man heutzutage von der sogenannten „spätrömischen Dekadenz“. Man verbindet mit dieser Aussage nicht zuletzt einen verschwenderischen Lebensstil in immenser Prachtentfaltung. Das Wort „Luxus“ ist zudem lateinischen Ursprungs. Die Bereiche, in denen Menschen in der römischen Antike mit Luxus konfrontiert wurden, waren so vielfältig wie die Diskurse über und Reaktionen auf die Verschwendungssucht. Im Rahmen des Proseminars werden sowohl die Felder behandelt, auf denen Luxus im antiken Rom von Bedeutung war, als auch die zeitgenössische Auseinandersetzung mit übermäßigem Prunk sowie die soziopolitischen und kulturellen Hintergründe der römischen luxuria. Literatur: Baltrusch, E.: Regimen morum. Die Reglementierung des Privatlebens der Senatoren und Ritter in der römischen Republik und frühen Kaiserzeit. München 1989 (Vestigia 41). Dalby, A.: Empire of Pleasures. Luxury and Indulgence in the Roman World, London / New York 2000. Weeber, K.-W.: Luxus im antiken Rom. Die öffentliche Pracht, Darmstadt 2006. Weeber, K.-W.: Luxus im antiken Rom. Die Schwelgerei und das süße Gift, 3. erw. Aufl. Darmstadt 2015. Zarmakoupi, M.: Designing for Luxury on the Bay of Naples. Villas and Landscapes (c. 100 BCE – 79 CE), Oxford 2014.


[Ü] Jupiter, Jahwe, Jesus und Co. - Religiöse Transformationsprozesse in der Spätantike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 233
Einzeltermin:
Di. 12.02.2019,12.00 - 14.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

In der Spätantike herrschte eine große religiöse Vielfalt. Christen, Juden, Manichäer, Verehrung der griechisch-römischen Götterwelt und weitere Glaubensrichtungen existierten nebeneinander. Grenzen zwischen einzelnen Glaubensrichtungen waren zum Teil verschwommen, andere traten im Laufe der Spätantike immer stärker hervor. Man kann diese Epoche als von religiöser Interaktion und religiösem Konflikt geprägt bezeichnen, wobei der Religion eine nicht unbeträchtliche Bedeutung als Identitätsmarker zukam. Die Lehrveranstaltung soll Einblicke geben in die spätantike Religionslandschaft und den Veränderungsprozessen nachspüren, an deren Ende die römische Götterwelt verdrängt worden und das Christentum zur dominierenden Religion des Römischen Reiches geworden war.


 
[Vl] Adel im Früh- und Hochmittelalter
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Klausurtermin: 12.02.2019. Die rechtliche Differenzierung zwischen Freien und Unfreien charakterisiert die Sozialgeschichte der meisten mittelalterlichen Gesellschaften. Der Stand der Freien differenziert sich darüber hinaus in adlige und nichtadlige Freie. Die Ausübung von weltlichen Herrschaftsrechten ist dabei zumeist dem Adel vorbehalten, der neben den kirchlichen Institutionen (Klöster, Stifte, Bischöfe) als Herrschaftsträger agiert und verschieden abgestufte Besitzrechte an unfreien Menschen sowie an materiellen Ressourcen haben kann. Soweit zur idealtypischen Beschreibung. Schwieriger zu beantworten sind Fragen nach der Entstehung von Adel, nach dem Verhältnis zwischen rechtlichem, sozialem und wirtschaftlichem Status von Adligen im Vergleich zu Nichtadligen sowie nach den Ursachen und Formen sozialer Mobilität, die die Grenzen zwischen Adel und Nichtadel durchlässig machen. Die Vorlesung bietet eine Einführung in dieses Themenfeld und setzt Schwerpunkte im Früh- und Hochmittelalter (5.-13. Jh.). Literatur: Art. „Adel“, in: Lexikon des Mittelalters, Band I (1980), Sp. 118-141. – Art. „Adel“, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band I (2., völlig neu bearb. Aufl. Berlin 2008), Sp. 69-76. – Art. „Adel“ in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band I (Berlin-New York 1973), S. 58-77. – Ehlers, Joachim: Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006. – Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72), 2. Aufl. München 2010. – Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, hg. von Otto G. Oexle und Werner Paravicini, Göttingen 1997. – Oexle, Otto G.: Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Europäischer Adel 1750-1950, hg. von Hans-Ulrich Wehler, Göttingen 1990, S. 19-56. – Rösener, Werner: Adelsherrschaft als kulturhistorisches Phänomen. Paternalismus, Herrschaftssymbolik und Adelskritik, in: Historische Zeitschrift 268 (1999), S. 1-34. – Spieß, Karl-Heinz: Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997, S. 39-61. – Werner, Karl Ferdinand: Adel – „Mehrzweck-Elite“ vor der Moderne?, in: Ders.: Einheit der Geschichte. Studien zur Historiographie, Sigmaringen 1999, S. 120-135. – Zotz, Thomas: Adel und Innovation. Neue Verhaltensformen einer alten Elite im hohen und späten Mittelalter, in: Aufbruch im Mittelalter. Innovationen in Gesellschaften der Vormoderne, hg. von Christian Hesse und Klaus Oschema, Ostfildern 2010, S. 231-244.


[Vl] England im 15. Jahrhundert
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In der Vorlesung wird die Geschichte Englands von der Regierung Richards II. und seiner Absetzung an bis zum Ende Richards III. behandelt. Im Mittelpunkt stehen die politischen und militärischen Ereignisse sowie die verfassungsgeschichtlichen Umbrüche jener Zeit, die durch die sog. "Rosenkriege" im Innern und die letzte Phase des 100jährigen Kriegs nach Außen gekennzeichnet sind. Thematisiert werden damit Ereignisfolgen, die das kollektive Bewußtsein der Briten noch heute prägen. Literatur wird begleitend angegeben. Zur Einführung: Keen, M. H., England in the Later Middle Ages. A political history, London 1973 (und weitere Auflagen); Harriss, G. L., Shaping the Nation: England 1360-1461, Oxford 2005; Krieger, K.-F., Geschichte Englands Bd. 1. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 5. Aufl. 2018.


[P Si] Die Urkunde: Kunstwerk – Medium – Rechtsdokument? Zur Einführung in die Diplomatik
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, F 007

Kommentar:

Die Urkunde galt in der älteren Diplomatik und Mediävistik des 19. und frühen 20. Jhs. als unumstößlicher Beweis für die historische Wahrheit. Sie wurde vor allem als Rechtsdokument wahrgenommen, dem man höchste Autorität und Glaubwürdigkeit zubilligte, da der Urkundentext vor Gericht als Beweismittel galt. Umso wichtiger war es für die Diplomatik, methodisch klare Grenzen zwischen echten, verfälschten und gefälschten Urkunden zu ziehen. Die neuere Urkundenforschung der letzten 50 Jahre hat den Blick auf Urkunden erheblich erweitert und dabei auch Fragen der Mediengeschichte und der Kunstgeschichte einbezogen. Heute gelten Urkunden als außerordentlich facettenreiche Quellenzeugnisse. Sie sind Ergebnis multilateraler Aushandlungsprozesse, an denen nicht nur Aussteller und Empfänger beteiligt waren. Sie haben nicht nur rechtssichernde, sondern auch narrative und repräsentative Funktionen. In den weitgehend illiteraten Gesellschaften des Hochmittelalters sind sie auch ästhetische, auratisierende Medien. Das Proseminar im Orientierungsmodul wird zentrale Texte aus der älteren und neueren Urkundenforschung sowie ausgewählte Fallbeispiele aus der Urkundenüberlieferung des Früh- und Hochmittelalters diskutieren. Ggf. werden wir dies mit einem Archivbesuch verbinden. Literatur: Beck, Friedrich/Henning, Eckart (Hrsg.), Die archivalischen Quellen. Mit einer Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 29, 4. Aufl. 2004). – Bresslau, Harry: Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 2 Bde. (2. Aufl. 1912-15, ND 1968-69). – Brandt, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften (18. Aufl., 2012). – Frenz, Thomas: Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit (Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen Bd. 2; 2. Aufl. 2000). – Hruza, Karel/Herold, Paul (Hrsg.): Wege zur Urkunde – Wege der Urkunde – Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters – Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 24). Wien/Köln/Weimar 2005. – Lindner, Michael: War das Medium schon die Botschaft? Mediale Form, Inhalt und Funktion mittelalterlicher Herrscherurkunden, in: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland, hrsg. von T. Graber (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde 12, 2005), S. 29-57. – Rück, Peter: Die Urkunde als Kunstwerk, in: Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin, hrsg. von A. v. Euw und P. Schreiner (1991) 2, S. 311-333. – Schieffer, Rudolf: Die Erschließung der historischen Quellen des Mittelalters: Alte Probleme und neue Entwicklungen, in: Editionen: Wandel und Wirkung, hg. von Annette Sell, Tübingen 2007, S. 55-64. – Ders.: Diplomatik und Geschichtswissenschaft, in: Archiv für Diplomatik 52 (2006), S. 233-248. – Vogtherr, Thomas: Urkundenlehre (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften 3), 2. Aufl. Hannover 2017.


[Ü] Erfolgreiches Latein in Studium und Praxis  (AfK-Nr. 11)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, D 106

Kommentar:

Für den Erfolg von angehenden Studierenden der Altertumswissenschaften, der Kunstgeschichte, der Geschichtswissenschaft, der Theologie und der Germanistik ist die Fähigkeit, lateinischsprachige Quellen erschließen zu können, von zentraler Bedeutung. Die Grundlage dafür wurde im "klassischen" Lateinunterricht gelegt. Diese bereits erworbenen Kompetenzen gilt es einerseits zu pflegen, andererseits im Hinblick auf die jeweilige Epoche und den Untersuchungsgegenstand zu erweitern. Der Kurs soll dazu befähigen, Latein in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen sowie in der späteren Berufspraxis anwenden zu können.


 
[Vl] Alltag und Gewalt: Die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus 1933 bis 1939
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In unzähligen populären Sachbüchern und Fernsehdokus, in der Schule, aber auch in Spielfilmen, Romanen, sogar Comics wird heute die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands immer wieder erzählt. Wir haben Bilder im Kopf von „den Nazis“, von den Tätern, der Gestapo, den Opfern der Verfolgung oder auch den Helden des Widerstands. Trotz dieses verbreiteten Wissens über den Nationalsozialismus forschen Historikerinnen und Historiker jedoch weiterhin über die Zeit des “Dritten Reichs“. Denn es ist keineswegs endgültig geklärt, was denn „nationalsozialistisch“ eigentlich bedeutet, wer „die Nazis“ waren, welche Rolle die „ganz normalen Deutschen“ spielten. Noch immer fragen Wissenschaftler und Laien, wie die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus eigentlich funktioniert hat, wie es zum millionenfachen Mord an den europäischen Juden und zu einem Vernichtungskrieg kommen konnte. In der Vorlesung wird die Zeit zwischen 1933 und 1939 im Vordergrund stehen, die Phase also, in der sich die „Volksgemeinschaft“ formieren und die rassistische nationalsozialistische Politik etablieren konnte. Die Ergebnisse der älteren NS-Forschung werden dabei ebenso diskutiert wie offenen Fragen und Streitpunkte in aktuellen Forschungsdebatten.


[Vl] Aufbrüche in die Frühe Neuzeit. Aspekte des Epochenwandels 1480-1520
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 24.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Periode zwischen 1480 und 1520 gilt traditionell als entscheidender Übergang in die Neuzeit. Stichworte sind Humanismus, Renaissance, Genese des modernen europäischen Staatensystems, Entdeckungen, Reichsreform . Allerdings leidet die Historiographie immer noch darunter, dass sich die Mediävistik nicht mehr und die Frühe Neuzeitforschung gerade in Deutschland aufgrund der Fixierung auf die Reformation noch nicht zuständig fühlt. Das spannende Spezifikum dieser Epoche ist es deshalb, Kontinuitätslinien und qualitativ Neues zu identifizieren und zu erklären. Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986


[Vl] Der Zweite Weltkrieg in Asien und seine Folgen bis zur Mitte der 1950er Jahre
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Das historische Narrativ von einem von 1939 bis 1945 dauernden „Zweiten Weltkrieg“ wird seit einigen Jahren in der Geschichtswissenschaft zunehmend hinterfragt. Es zeigt sich mehr und mehr, dass die Friedensverträge nach 1918 keineswegs zu einer längeren Friedensperiode in der Zwischenkriegszeit geführt haben: In den 1920er und 1930er Jahren und fortgesetzt bis in die Mitte der 1950er Jahre wurde die internationale Ordnung vielmehr permanent durch Kriege, Bürgerkriege, Revolutionen und anti-koloniale Aufstände erschüttert. Der somit eher gleitende Übergang vom Ersten in den Zweiten Weltkrieg und in die anschließenden Kolonial- und Stellvertreterkriege lässt sich besonders gut in Südost- und Ostasien beobachten. Die Vorlesung bietet auch für untere Semester und Gasthörer einen Überblick über die entscheidenden Ereignisse auf dem neben Europa wichtigsten Kriegsschauplatz Ostasien: von der Mandschurei-Krise über den japanisch-chinesischen Krieg, das direkte militärische Eingreifen der USA, dem Einsatz der Atombomben gegen Japan, bis zur chinesischen Revolution und zum Koreakrieg.


[Vl] Geschichte Großbritanniens 1815–1945
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entwicklung Großbritanniens vom Ende der napoleonischen Kriege bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie verbindet chronologische Kapitel, die sich primär mit der politischen Entwicklung beschäftigen, mit Teilen, die einzelne thematische Schwerpunkte ansprechen (Wirtschaft u. Gesellschaft, Empire, Irlandfrage), Sie vermittelt einerseits Grundkenntnisse über die britische Geschichte, diskutiert zum anderen aber auch Forschungskontroversen und Frage der Geschichtskultur und Geschichtspolitik. Vor dem Hintergrund der Brexit-Debatte geht die Veranstaltung ausführlich auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa ein. Lit: David Cannadine: Victorious Century. The United Kingdom 1800 - 1906, London 2017 Robert Tombs: The English and their History, London 2014 David Edgerton: The Rise and Fall of the British Nation. A Twentieth-century History, London 2018


[P Si] Chancen und Gefährdungen: Die Weimarer Republik
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Als erste deutsche Demokratie nimmt die Weimarer Republik eine besondere Stellung in der deutschen Geschichte ein. Es ist die Geschichte einer Demokratie, die sich zwischen Monarchie und Diktatur zu behaupten versuchte. Sie steht auf der einen Seite für Aufbruch und Moderne, auf der anderen aber für ein Festhalten an althergebrachtem Gedankengut von einflussreichen Teilen der Gesellschaft. Das Proseminar will die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nicht nur aus einer politikgeschichtlichen Perspektive betrachten. Ebenso sollen gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen der „Goldenen Zwanziger“ im Mittelpunkt stehen wie die Stellung der Frau, die Entwicklung der Massenpresse und die Herausbildung einer künstlerischen Avantgarde. Das Seminar soll einen Überblick über die Ereignisse der Innen- und Außenpolitik sowie über die Höhepunkte der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung schaffen. Darüber hinaus erlernen Studierende in dem Proseminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Teilnahmevoraussetzungen sind neben der regelmäßigen Anwesenheit die Bereitschaft zur Lektüre und zur aktiven mündlichen Diskussion wissenschaftlicher Texte sowie je nach Modulordnung das Halten eines Referats oder das abschließende Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit.


[P Si] Der Kalte Krieg – Weltpolitik im Zeitalter der Blockkonfrontation
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine und der russischen Besetzung der Krim im Jahr 2014 wird das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen vermehrt als neuer Kalter Krieg bezeichnet. Die seit dem Ende der Sowjetunion 1991 wechselhaften Beziehungen sind zwar äußerst angespannt, doch ist es fraglich, ob es angebracht ist, tatsächlich wieder von einem Kalten Krieg zu sprechen. Mit Blick auf die Geschichte des Ost-West-Gegensatzes seit Ende des Zweiten Weltkriegs sollen daher die verschiedenen Konfliktfelder und Krisenherde der Blockkonfrontation untersucht und in vergangene und aktuelle Problemlagen internationaler Beziehungen eingeordnet werden. Das Proseminar widmet sich inhaltlich nicht nur den globalen und ideologischen Konfrontationen der NATO und des Warschauer Pakts, sondern auch Perspektiven der Alltagsgeschichte, der Dekolonialisierung und politischer Konfliktlösungsstrategien. In methodischer Hinsicht sollen Fähigkeiten zum eigenständigen Verfassen einer Hausarbeit erworben und anhand des Umgangs mit Texten der Sekundärliteratur und Quellen kritisches wissenschaftliches Arbeiten geschult werden. Zudem werden über das Vortragen von Referaten Fähigkeiten im prägnanten und anschaulichen Präsentieren historischer Inhalte erprobt und vermittelt.


[P Si] Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945
Bitte belegen Sie auch die inhaltlich verbundene quellenkundliche Übung "Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945".
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 027
2 Einzeltermine:
Fr. 23.11.2018,09.00 - 18.00 Uhr   (Exkursion) Fahrt ins Exilarchiv der DNB in Frankfurt
Di. 18.12.2018,14.00 - 16.00 Uhr   Stadtarchiv Gießen

Kommentar:

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen hunderttausende Menschen das Deutsche Reich, um in einem fremden Land sicher und frei leben (und überleben) zu können. Sie waren in ihrer Heimat Deutschland bedroht und verfolgt, weil sie nach den Vorgaben der herrschenden nationalsozialistischen Ideologie die falsche Religion, die falsche "Rasse", die falsche politische Meinung, die falsche sexuelle Orientierung oder einfach nur den falschen Lebensstil hatten. Im Proseminar werden wir uns am Beispiel bekannter und auch ganz unbekannter Personen mit der Frage beschäftigen, warum und unter welchen Umständen Menschen damals in die Emigration gegangen sind oder gehen mussten, was das erzwungene Verlassen der Heimat für ihren Alltag, ihre Identität und ihr Weltbild bedeutete, ob und wie sie ein neues Leben aufbauen konnten. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Seminar wird auf dem Erlernen der Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens liegen. Damit wir sinnvoll miteinander arbeiten können, wird der Besuch der quellenkundlichen Übung „Exil“ dringend empfohlen. Lit.: Krohn, Claus-Dieter u.a. (Hg.): Handbuch der deutschsprachigen Emigration 1933–1945, 2. Aufl., Darmstadt 2008; Bannasch, Bettina / Schreckenberger, Helga / Steinweis, Alan (Hg.): Exil und Shoah (Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, Bd. 34), München 2016.


[P Si] Nazis in Deutschland, auf der Flucht und im Exil. Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1970)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 011

Kommentar:

Der Untergang des Dritten Reiches 1945 bedeutete nicht das Ende für viele Nationalsozialisten. Das Seminar fokussiert auf Kontinuitäten von Funktionseliten in der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus soll die sog. Rattenlinie, die Fluchtbewegung nach Südamerika und das Agieren von NS-Experten im Nahen Osten untersucht werden. Dabei steht die Frage im Fokus warum Geschichten solcher Funktionäre heute relevant für die Gesellschaft sind, welche Rolle Experten und Eliten in der Geschichte spielen und wie global Nachkriegsgeschichte geschrieben werden sollte. Das Seminar baut auf Textlektüre auf. Eine Bereitschaft zum lesen und zur Beteiligung an Diskussionen soll bitte mitgebracht werden.


[P Si] Politisiert und medialisiert: Das Verhältnis von Öffentlichkeit, Medien und Politik im 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, F 006

Kommentar:

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Angst vor einer Politisierung der Medien groß, zu sehr weckte dies Erinnerungen an die nationalsozialistische Diktatur mit ihrer gleichgeschalteten Presse. Betrachtet man das 20. Jahrhundert, zeigt sich jedoch, dass Medien schon um die Jahrhundertwerde hoch politisch waren. Auch der umgekehrte Fall ist auszumachen: eine Ausrichtung der Politik an medialen Logiken. Die politische Kommunikation passte sich an die Hör- und Sehgewohnheiten der Öffentlichkeit an und reduzierte ihre inhaltliche Komplexität. Kurz: Politik sollte attraktiv sein. Das Proseminar untersucht das Verhältnis von Politik, Medien und Öffentlichkeit und wirft dafür einen Blick auf das 20. Jahrhundert – mit seiner zunehmenden Präsenz von Massenmedien. Anhand von Fallbeispielen sollen die Abhängigkeiten, Dynamiken und symbiotische Beziehungen zwischen diesen drei Akteuren aufgezeigt und untersucht werden. Darüber hinaus erlernen Studierende in dem Proseminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Teilnahmevoraussetzungen sind neben der regelmäßigen Anwesenheit die Bereitschaft zur Lektüre und zur aktiven mündlichen Diskussion wissenschaftlicher Texte sowie je nach Modulordnung das Halten eines Referats oder das abschließende Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit.


[Ü] Das Ende des Ersten Weltkriegs: Ereignisse, Wahrnehmungen und Deutungen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 102

Kommentar:

Während der Beginn des Ersten Weltkriegs weitgehend außer Frage steht, fällt es mit Blick auf die vielfältige Fortsetzung von Gewalt und Krise, die langfristigen Konsequenzen und den schwierigen Übergang vom Krieg zum Frieden deutlich schwerer zu bestimmen, wann genau dieser wo zu Ende ging. Die Übung thematisiert diese Frage eingangs auf Basis der neueren Forschungsliteratur, welche die sich überschlagenden Ereignisse des Herbst 1918 diskutiert und in eine längere Geschichte von Krieg sowie Krisen- und Gewalterfahrung einordnet. Anschließend werden ausgewählte Quellen gelesen und gemeinsam analysiert. Im Rahmen einer kritischen Analyse von Presseartikeln, Tagebüchern und Memoiren soll insbesondere danach gefragt werden, wie Zeitgenossinnen und Zeitgenossen das Ende des Krieges wahrnahmen und deuteten, wie unterschiedliche Medien berichteten und auf welche Weise Personen und Gruppen den Ereignissen (retrospektiv) Sinn beimaßen.


[Ü] Einführung in die Lektüre französischsprachiger Texte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 113

[Ü] Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945
Bitte belegen Sie auch das inhaltlich verbundene Proseminar "Exil. Auswanderung und Flucht aus Deutschland 1933 bis 1945".
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 027
Einzeltermin:
Fr. 23.11.2018,09.00 - 18.00 Uhr   Fahrt ins Exilarchiv der DNB in Frankfurt

Kommentar:

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen hunderttausende Menschen das Deutsche Reich, um in einem fremden Land sicher und frei leben (und überleben) zu können. Sie wurden in ihrer Heimat Deutschland bedroht und verfolgt, weil sie nach den Vorgaben der herrschenden nationalsozialistischen Ideologie die falsche Religion, die falsche "Rasse", die falsche politische Meinung, die falsche sexuelle Orientierung oder einfach nur den falschen Lebensstil hatten. In der Übung werden wir diskutieren und erarbeiten, welche unterschiedlichen Arten von Quellen in der Zeitgeschichte genutzt werden können und wie wir mit ihnen umgehen müssen. Wir werden uns mit Briefen und Tagebüchern, Berichten und Romanen, Adressbüchern und Radiosendungen, Filmen und Fotografien beschäftigen, die uns dabei helfen können, etwas über das Leben der Exilanten zu erfahren und über die Gesellschaft, aus der sie geflohen sind. Damit wir sinnvoll miteinander arbeiten können, wird der Besuch des Proseminars „Exil“ dringend empfohlen.


[Ü] Old writing. German, French and English palaeography of the sixteenth and seventeenth century
Unterrichtssprache: Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
7 Einzeltermine:
Di. 16.10.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 06.11.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 13.11.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 11.12.2018,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 08.01.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 29.01.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 05.02.2019,09.00 - 12.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Palaeography is the study of old handwriting. In this course we will study German, English and French handwriting of the sixteenth- and seventeenth century. At first glance, documents written at this time may look wholly illegible to the modern reader. Many of the letters differ considerably from the ones used today, punctuation is often absent, and texts contain abbreviations we no longer use. This course will provide you with the basic knowledge to understand what the texts say, to interpret their sentence structure, and to transcribe the abbreviations. Furthermore, studying these texts will add to developing an understanding of how historical research is conducted and teach you about the pitfalls in using these sources. Palaeography is an essential skill for delving into and understanding Early Modern History. As with any new skill, the only real way to become proficient in reading old handwriting is to practise, practise and practise. The examination consists of a source analysis and transcription of 10.000 to 12.000 characters.


[Ü] Urbanisierung und Urbanität in England, 1660-1820
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Zwischen 1660 und 1820 erlebte England einen Prozess der Urbanisierung, für den Peter Borsay den Begriff "urban renaissance" geprägt hat: Die englischen Städte wandelten sich in Größe und Gestalt und erlangten eine völlig neue Zentralität in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Sie waren Schauplatz und Nährboden für die Prozesse der Industrialisierung, der Aufklärung, der religiösen Erneuerung und der Ausbildung einer bürgerlichen Öffentlichkeit. Ihr Erscheinungsbild wandelte sich während des 18. Jahrhunderts dramatisch, während sie zugleich in Größe und Anzahl wuchsen. Mit diesen Entwicklungen eng verknüpft waren veränderte Vorstellungen davon, was Stadt und Urbanität ausmache und wie sie idealerweise gestaltet sein sollten. Nicht zuletzt änderte sich auch die alltägliche Erfahrung städtischen Lebens. In der Übung sollen diese Wandlungsprozesse, Wahrnehmungen und Praktiken anhand unterschiedlichster Quellentypen genauer untersucht und dabei die Grundlagen der Quellenkritik und -interpretation eingeübt werden. Da überwiegend mit englischsprachigen Quellen und Literatur gearbeitet werden wird, haben die Studierenden auch die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Voraussetzung für die Teilnahme ist deshalb unbedingt die Bereitschaft zur intensiven Lektüre englischer Texte und zur aktiven Mitarbeit. Prüfungsleistung ist ein Quellenkommentar im Umfang von 10.000 bis 12.000 Zeichen.


 
[Vl] Das Petersburger Imperium
Klausurtermin: 05.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Vorlesung widmet sich der Zeit von der Begründung des Russländischen Imperiums unter Peter dem Großen im Jahre 1721 bis zum Untergang des Zarenreichs in der Revolution von 1917. Sie will für die Neuzeit Grundzüge der Geschichte Russlands als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. Im Hinblick auf eine im Sommersemester 2017 geplante Exkursion soll dabei der Geschichte der 1703 an der Neva als „Fenster nach Europa“ gegründeten Stadt St. Petersburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als benotete Prüfungsleistung ist in der vorletzten Semesterwoche eine Klausur vorgesehen. Literaturhinweise: Goehrke, Carsten: Russland. Eine Strukturgeschichte. Paderborn u.a. 2010; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 4. aktualisierte Aufl. München 2005; Schmidt, Christoph: Russische Geschichte 1547-1917. München 2003 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 33); Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009.


[Vl] Räume und Epochen der Geschichte des östlichen Europa. Eine Einführung
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die räumliche und epochale Gliederung der Geschichte des östlichen Europa ist in den letzten Jahrzehnten wiederholt kontrovers diskutiert worden und unterliegt auch unter dem Motto „Niemand will der Osten sein“ fortwährenden Neupositionierungen. Die Vorlesung führt in diese Diskussionen begriffs- und diskursgeschichtlich ein und analysiert strukturgeschichtliche Raumkategorien (Osteuropa, Nordosteuropa, Ostmitteleuropa, Südosteuropa/Balkan) unter Fragestellungen wie: Wie viel realgeschichtliche Einheit? Wie viel Projektion? Aus wessen Perspektive? Weiterhin geht es auch um die epochale Gliederung der Geschichte der östlichen Hälfte Europas: Ist eine Unterteilung in Mediävistik und Frühe Neuzeit sinnvoll? Was spricht für die vorgeschlagenen Epochengrenzen 1500 und 1600? Welches sind sinnvolle Gliederungen für die Moderne und die Zeitgeschichte? Die Vorlesung wendet sich an Studienanfänger des BA Osteuropäische Geschichte sowie an alle, die ein Interesse an Osteuropa haben oder schon immer etwas über die östliche Hälfte europas wissen wollten. Sie ist auch für Lehramts- und Bachelor- und Magisterstudierende, die ein strukturiertes „Grundwissen Osteuropa“ erwerben möchten, geeignet. Literatur zur Einführung: Ekaterina Emeliantseva/Arié Malz/Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte. Zürich 2008. Studienhandbuch Östliches Europa. 2 Bde. Hg. v. Harald Roth, Thomas M. Bohn u. Dieter Neutatz. 2. Aufl. Köln 2009. Klaus Zernack, Osteuropa. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1977.


[P Si] Die Schwabenzüge. Maria Theresia und die Kolonisierung des Banats
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Nach dem Rückzug der Osmanen aus den besetzten Gebieten des Königreichs Ungaren wurden von 1692 bis 1786 in mehreren Wellen rund 150.000 Kolonisten aus dem südwestdeutschen Raum in den Landschaften Batschka und Banat angesiedelt. Die Donauschwaben genannten Ansiedler hatten brachliegende Feuchtgebiete landwirtschaftlich zu erschließen. Wegen des Sumpffiebers galt „Ungarn“ zunächst noch als „des Deutschen Grab“. Auf der Grundlage von Fachliteratur und Quellen wollen wir uns über Maria Theresias Bevölkerungspolitik und die Alltagsprobleme der Kolonisten informieren. In diesem Sinne versteht sich die Veranstaltung vor allem auch als eine Einführung in die Methoden der Geschichtswissenschaft. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Die dazu erforderlichen Materialien werden im Seminar gemeinsam bearbeitet. Literaturhinweise: Quellen: Krauss, Karl-Peter: Quellen zu den Lebenswelten deutscher Migranten im Königreich Ungarn im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Stuttgart 2015; Tafferner, Anton: Quellenbuch zur donauschwäbischen Geschichte. [Bd. I:] München 1974. [Bd. II]: Stuttgart 1977. [Bd. III:] Stuttgart 1978. [Bd. IV:] Stuttgart 1982. Bd. 5. Mit einem chronologischen Quellenverzeichnis (Band I-V) und einer historiographischen Einleitung des Verfassers. München 1995; Wolf, Josef: Quellen zur Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte des Banats im 18. Jahrhundert. Tübingen 1995. Darstellungen: Feldtänzer, Oskar: Donauschwäbische Geschichte. Bd. I: Das Jahrhundert der Ansiedlung 1689-1805. München 2006; Senz, Ingomar: Die Donauschwaben. München 1994.


[P Si] Einführung in die osteuropäische Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[P Si] Infrastrukturelle Kooperation und Konkurrenz um das Schwarze Meer (1800-2018)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, G 026

Kommentar:

Beschreibung der Veranstaltung: Das Proseminar führt in den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit Quellen und Darstellungen und in die Abfassung einer schriftlichen Hausarbeit ein. Als Beispiel dienen Zugänge zur Infrastrukturgeschichte: Hafenstädte, Dampfschiffgesellschaften, Eisenbahnen, Ölpipelines, Kanäle dien(t)en kommerziellen wie militärischen Zwecken und sind in der Vernetzung gesellschaftlich und überregional wirksam. Das ins Zentrum gerückte Thema soll einen Zugang zur Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten der (süd)osteuropäischen Geschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts einschließlich der Türkei bieten. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt. Sprechstunde: Mittwoch 11-12 Uhr D 206 Literaturhinweise: Proseminaristisch: Opgenoorth, Ernst, Schulz, Günther. Einführung in das Studium der Neueren Geschichte. 7. Auflage. Paderborn u.a. 2010 (JLU opac online); Emeliantseva, Ekaterina, Malz, Arié, Ursprung, Daniel. Einführung in die osteuropäische Geschichte. Zürich 2008 via: https://www.academia.edu/6483056/Einführung_in_die_Osteuropäische_Geschichte Thematisch: King, C. The Black Sea. A History. Schwerpunkt: Hafenstädte in Mittel- und Osteuropa. Themenheft der ZS: Ost-West. Europäische Perspektiven 2 (2013) https://www.owep.de/ausgabe/2013-2 Ardeleanu, C., A. Liberatos (Hg.). Port Cities on the Western Black Sea Coast and the Danube. Economic and Social Development of the long 19 c. Präprintversion 2015 via: https://220.academia.edu/AndreasLyberatos


[P Si] Stein der Weisen, Gold und Panacea. Alchemisten in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[P Si] Völkerstereotypien zwischen 1450 und 1850
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 030
Einzeltermin:
Fr. 14.12.2018,14.15 - 17.45 Uhr   keine RaumangabeVierstündige Sitzung Freitagnachmittag 14-18 Uhr Stereotypien der Aufklärung II 3) Osteuropabilder: Textgrundlage: Larry Wolff, Die Erfindung Osteuropas. Von Voltaire zu Voldemort. In: Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens, Bd. 11, Klagenfurt 2003,



Kommentar:

Historische Stereotypen besitzen eine lange Dauer und erleben erstaunliche Wendungen und Wiederbelebungen. Das Proseminar möchte in dieses Thema methodisch einführen und die ältere Entstehung und Verbreitungsgeschichte von Völkerstereotypien nachzeichnen. Schwerpunkte werden sein: Entwicklung und Verbreitung von agonalen Stereotypien im Humanismus, antemurale-Konzepte und Stereotypien von Barbaren (Türken, Moskowiter), Gattungen und Medien in Europa: descriptio gentium, Völkertafeln; neue Fremdbilder und Stereotypisierungen in Aufklärung und Volksaufklärung. Das Proseminar ist europäisch vergleichend mit einem Schwerpunkt auf exkludierenden Stereotypien im Nord-Süd und Ost-West-Vergleich angelegt. Für die Aufklärung werden auch stärker außereuropäische Fälle berücksichtigt. Gefragt werden soll auch, inwieweit Rassekonzepte in den Stereotypien eine Rolle spielen. Literatur Hahn, Hans Henning (Hg.): Nationale Wahrnehmungen und ihre Stereotypisierung : Beiträge zur historischen Stereotypenforschung. Frankfurt a.M. 2007. Hirschi, Caspar: Wettkampf der Nationen. Konstruktionen einer deutschen Ehrgemeinschaft an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Göttingen 2005. Augustynowicz, Christoph, Agnieszka Pufelska (Hg.): Konstruierte (Fremd-?)Bilder. Das östliche Europa im Diskurs des 18. Jahrhunderts, München 2017. Orłowski, Hubert: „Polnische Wirtschaft“. Zum deutschen Polendiskurs der Neuzeit, Wiesbaden 1996. Stanzel, Franz K. (Hg.): Europäischer Völkerspiegel: imagologisch-ethnographische Studien zu den Völkertafeln des frühen 18. Jahrhunderts. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1999 Struck, Bernhard: Nicht West - nicht Ost. Frankreich und Polen in der Wahrnehmung deutscher Reisender zwischen 1750 und 1850, Göttingen 2006. Wolff, Larry: Inventing Eastern Europe. The map of civilization on the mind of the enlightenment, Stanford, Calif. 1994.


[Ü] Contemporary Ukraine (1991-2018): Politics, Economics, Society"
Unterrichtssprache ist Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 25.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, D 209

Kommentar:

Russia’s annexation of Crimea and the subsequent conflict in eastern Ukraine presented the EU with a major foreign policy challenge. This course examines the causes and consequences of the recent conflict in Ukraine through a historical lens. The course consists of three main blocks. In the first block we will focus on the collapse of the Soviet Union and transition to the oligarchic economy and “competitive authoritarianism” (1985-2004). The second block of the course will focus on the semi-consolidated “oligarchic democracy” and Russia’s growing interference into Ukrainian affairs (2004-2013). The third block of the course will explore Ukraine’s political crisis of 2013-2014 and ongoing Russian-Ukrainian military conflict. By exploring phenomena such as privatization, patronal politics, corruption, mafia, clans, oligarchs, political machinery, electoral chicanery, civil society, the Soviet historical legacy, uses of history in politics, regionalism, hybrid identities, mass media and propaganda, proxy war, de facto states, it provides a larger framework for understanding what is happening today.


[Ü] Der Reiz der Nostalgie.Die Sowjetunion unter Brežnev 1964-1982
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

Nach ihrem Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ 1945 entwickelte sich die Sowjetunion rasch zur zweiten globalen „Supermacht“. Der Kalte Krieg mit den USA prägte die Weltpolitik bis zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums im Jahre 1991 in hohem Maße. Dementsprechend wechselten sich „heiße“ und „kalte“ Phasen in den internationalen Beziehungen ab. Im Inneren versuchte die Partei- und Staatsführung unter Brežnev weitere Akzente zu setzen, beispielsweise in der Wirtschafts-, Sozial- und Nationalitätenpolitik. Hinzu kamen gesellschaftliche Dynamiken, die mitunter im Widerspruch zu den Leitlinien ideologisch begründeter Ordnungsvorstellungen standen. Das Aufkommen einer dissidentischen Bewegung ist dafür ein beredtes Kapitel. Jedenfalls hatte die Sowjetunion im Jahre 1982 ihr Gesicht in einschneidender Weise verändert. Aus der Perspektive des Jahres 2018 ist die Historisierung der Geschichte der späten Sowjetunion ein Trend, der die Fachwissenschaft in den letzten Jahren in eine Art Goldgräberfieber versetzt hat. Wo der Stalinismus als weitgehend abgehandelt gilt, birgt die Auseinandersetzung mit den daran anschließenden Perioden unter Chruščev und Brežnev noch jede Menge Raum für Interpretationen. Diese haben nicht zuletzt mit dem Phänomen zu tun, dass insbesondere die 1970er Jahre in den dankbaren Erinnerungen der Zeitgenossen als eine Periode sozialer Sorgenfreiheit gelten, welche ihnen einen zufriedenstellenden, wenngleich bescheidenen Lebensstandard ermöglicht hat. In der Übung werden wir uns auf breiter Basis mit historischem Quellenmaterial zu wichtigen Ereignissen, markanten Entwicklungen und kulturellen Strömungen der Zeit beschäftigen. Darüber hinaus wird in die Quellentheorie eingeführt sowie der sachgerechte Umgang mit historischen Quellen erörtert. In Vorbereitung auf die jeweiligen Sitzungen und im Zuge der Abfassung des (schriftlichen) Quellenkommentars wird von einem Pensum an Vor- bzw. Nachbereitungszeit im Umfang von ca. zwei Wochenstunden ausgegangen. Dies setzt wiederum eine intensive Lesebereitschaft deutsch- und englischsprachiger Fachtexte voraus. Außerdem ist die lebhafte Teilnahme am Seminargeschehen ausdrücklich gewünscht.


[Ü] Politische Ökonomie - moralische Ökonomie. Wirtschaft und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, E 004

[Ü] Quellen zur Geschichte des Schwarzmeerhandels in der Frühen Neuzeit/Sources on the History of the Black Sea Trade in the Early Modern Period
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, D 209
2 Einzeltermine:
Fr. 18.01.2019,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 19.01.2019,12.00 - 16.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

In der Übung werden gemeinsam Quellen aufgearbeitet und diskutiert, die zur Beschreibung des frühneuzeitlichen Handels über und um das Schwarze Meer herum beitragen können. Dazu gehören z.B. Reiseberichte, Rechnungsbücher, Vertragswerke, Zoll- und Steuerregister, Gerichtsbücher etc. Eine breite Palette an Handelswaren erlaubt dabei mannigfaltige Einblicke in die Verflechtungsprozesse der Region: unter anderen Pelze, Honig, tierische Fette, Textilien aus Ost und West bis hin zu Waffen und Sklaven. Durch die Arbeit an den Quellen erlernen die Studierenden mit der Quellenkritik die Kernmethode der Geschichtswissenschaft. Der Kurs richtet sich an Studierende mit Interesse an der Geschichte des Osmanischen Reiches (einschließlich des Krimkhanats), des östlichen Südosteuropa (Bulgarien, Rumänien), der Ukraine (als Teil Polen-Litauens) und Russlands. Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch. Sprachkenntnisse aus den genannten Regionen sind gern gesehen, aber keine Vorraussetzung für die Teilnahme. In this tutorial seminar we will work on and discuss sources related to the early modern Black Sea trade. Among such we find travelogues, account books, capitulations, customs and tax registers, judicial court records etc. A wide range of products allows for manifold insights into the entanglements going on in the region under scrutiny: among others furs, honey, and animal fats, textiles from East and West, weapons and finally slaves. Working with the sources the students will learn the method of source criticism, essential instrument to any historian. Students with an interest in the history of the Ottoman Empire (including the Crimean Khanate), the eastern part of Southeastern Europe (Bulgaria and Romania), Ukraine (as part of Poland-Lithuania) and Russia are especially invited to participate. The course will be held in German and English. Knowledge of languages relevant for the study of this region are an asset, but not required.


[Ü] Zwischen Sehnsuchtsort, Utopia und Albtraum: Russland und die Sowjetunion mit den Augen des westlichen Auslands gesehen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 030

Kommentar:

„Ich glaube, soviele Uhrmacher wie in Moskau gibt es in keiner Stadt. Das ist umso seltsamer, als die Leute hier nicht viel Aufhebens von der Zeit machen. Es wird aber wohl historische Gründe haben.“ (Walter Benjamin, 1926) West und Ost, mehr als zwei Himmelrichtungen. Seit der Westwendung Zar Peter I. stand Russlands Gesellschaft, dessen Kultur, Wirtschaft und Politik unter ständiger Beobachtung durch Politiker*innen, Reisende, Journalist*innen, Forschende und Abenteuernde. Besonders im 20. Jahrhundert lieferten Zarenreich und Sowjetunion in Verfall und Aufstieg, Krieg, Krisen und permanenten Umwälzungsprozessen die ideale Bühne für eine blühende Berichterstattung und Analyse. Als Produkt dieser westlichen In-Augenscheinnahme fluteten tausende Monografien, Reiseberichte, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Abhandlungen den Buch- und Pressemarkt. Weltsichten kämpften um die Deutungshoheit des alten und des neuen Russlands, das Land war jeweils „rote Sphinx“, „Sowjethölle“, „Vaterland der Werktätigen“, „Land der Zukunft“. Die Veranstaltung soll einen ersten Überblick über die Wahrnehmung, ideologische Interpretation und umfassende Darstellung des Zarenreiches bzw. der Sowjetunion vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zusammenbruch des Staatssozialismus 1991 liefern. Gemeinsam wollen wir einflussreiche KommentatorInnen, fellow travellers und erbitterte Gegner der zarisch-sowjetischen Wirklichkeit kennenlernen und ihre Werke kritisch einordnen. Der Fokus liegt primär auf deutschsprachigen AutorInnen, wobei internationale Ergänzungen selbstverständlich einbezogen werden sollen. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, sich auf eine Vielzahl verschiedener Quellen und Quellengattungen (von textlastig bis fotodominiert) einzulassen. Die zu untersuchende Epoche ermöglicht anhand ihrer facettenreichen Brüche und Kontinuitäten, mit verschiedenen Theorien und Methoden (Ideologiekritik, Kommunikationswissenschaft, Stereotypenforschung, etc.) zu arbeiten. Empfohlene Einstiegsliteratur - Bernhard Furler: Augen-Schein. Deutschsprachige Reportagen über Sowjetrußland 1917-1939, Frankfurt a. M. 1987, zugl.: Basel, Univ., Diss., 1987, - Eva Oberloskamp: Fremde neue Welten, Reisen deutschen und französischer Linksintellektueller in die Sowjetunion, München 2011, - Matthias Heeke: Reisen zu den Sowjets. Der ausländische Tourismus in Rußland 1921-1941. Mit einem bio-bibliografischen Anhang zu 96 deutschen Reiseautoren, Münster/u. a. 2003 (= Arbeiten zur Geschichte Osteuropas, Bd. 11), zugl.: Münster (Westf.), Univ., Diss., 1999.


   
[Vl] Von der Klassik zum Hellenismus: Griechenland im 4. Jh. v.Chr.
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, A 4
Einzeltermin:
Mi. 27.02.2019,17.00 - 18.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, A 5

[H Si] "Am schlimmen Rand des Lebens"? Das Greisenalter und die Situation alter Menschen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 026

Kommentar:

Die soziopolitische Situation alter Menschen in der Antike ist in der Forschung ein kontrovers diskutiertes Feld. Die antiken Zeugnisse zur Lage der Alten sind überaus vielfältig: Das Greisenalter wird in unterschiedlichen Quellengattungen und zu verschieden Zeiten immer wieder thematisiert. Im Rahmen des Hauptseminars soll die Situation alter Menschen und der Umgang mit diesen einerseits längsschnittartig von der griechischen Archaik bis in die Spätantike verfolgt werden. Andererseits soll anhand konkreter Themen, wie der Darstellung Alter in der antiken Vasenmalerei und Skulptur, der Rolle von Greisen im Mythos und des Alters in der antiken Medizin ein Bild der spezifischen Lebenswelt alter Menschen in der Antike erarbeitet werden. Literatur: Brandt, H.: Wird auch silbern mein Haar. Eine Geschichte des Alters in der Antike, München 2002. Gutsfeld, A. /Schmitz, W. (Hgg.): Am schlimmen Rand des Lebens? Altersbilder in der Antike, Köln, u. a. 2003. Wagner-Hasel, B.: Alter in der Antike. Eine Kulturgeschichte, Köln, u. a. 2012. Alter in der Antike. Die Blüte des Alters aber ist die Weisheit. Katalog zur Ausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn (25.2.2009 – 7.6.2009), hg. v. Landschaftsverband Rheinland, Mainz 2009.


[H Si] Die Herausbildung der Polis
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

[H Si] Formen der Alleinherrschaft in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

 
[Vl] Adel im Früh- und Hochmittelalter
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Klausurtermin: 12.02.2019. Die rechtliche Differenzierung zwischen Freien und Unfreien charakterisiert die Sozialgeschichte der meisten mittelalterlichen Gesellschaften. Der Stand der Freien differenziert sich darüber hinaus in adlige und nichtadlige Freie. Die Ausübung von weltlichen Herrschaftsrechten ist dabei zumeist dem Adel vorbehalten, der neben den kirchlichen Institutionen (Klöster, Stifte, Bischöfe) als Herrschaftsträger agiert und verschieden abgestufte Besitzrechte an unfreien Menschen sowie an materiellen Ressourcen haben kann. Soweit zur idealtypischen Beschreibung. Schwieriger zu beantworten sind Fragen nach der Entstehung von Adel, nach dem Verhältnis zwischen rechtlichem, sozialem und wirtschaftlichem Status von Adligen im Vergleich zu Nichtadligen sowie nach den Ursachen und Formen sozialer Mobilität, die die Grenzen zwischen Adel und Nichtadel durchlässig machen. Die Vorlesung bietet eine Einführung in dieses Themenfeld und setzt Schwerpunkte im Früh- und Hochmittelalter (5.-13. Jh.). Literatur: Art. „Adel“, in: Lexikon des Mittelalters, Band I (1980), Sp. 118-141. – Art. „Adel“, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band I (2., völlig neu bearb. Aufl. Berlin 2008), Sp. 69-76. – Art. „Adel“ in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band I (Berlin-New York 1973), S. 58-77. – Ehlers, Joachim: Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006. – Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72), 2. Aufl. München 2010. – Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, hg. von Otto G. Oexle und Werner Paravicini, Göttingen 1997. – Oexle, Otto G.: Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Europäischer Adel 1750-1950, hg. von Hans-Ulrich Wehler, Göttingen 1990, S. 19-56. – Rösener, Werner: Adelsherrschaft als kulturhistorisches Phänomen. Paternalismus, Herrschaftssymbolik und Adelskritik, in: Historische Zeitschrift 268 (1999), S. 1-34. – Spieß, Karl-Heinz: Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997, S. 39-61. – Werner, Karl Ferdinand: Adel – „Mehrzweck-Elite“ vor der Moderne?, in: Ders.: Einheit der Geschichte. Studien zur Historiographie, Sigmaringen 1999, S. 120-135. – Zotz, Thomas: Adel und Innovation. Neue Verhaltensformen einer alten Elite im hohen und späten Mittelalter, in: Aufbruch im Mittelalter. Innovationen in Gesellschaften der Vormoderne, hg. von Christian Hesse und Klaus Oschema, Ostfildern 2010, S. 231-244.


[Vl] England im 15. Jahrhundert
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In der Vorlesung wird die Geschichte Englands von der Regierung Richards II. und seiner Absetzung an bis zum Ende Richards III. behandelt. Im Mittelpunkt stehen die politischen und militärischen Ereignisse sowie die verfassungsgeschichtlichen Umbrüche jener Zeit, die durch die sog. "Rosenkriege" im Innern und die letzte Phase des 100jährigen Kriegs nach Außen gekennzeichnet sind. Thematisiert werden damit Ereignisfolgen, die das kollektive Bewußtsein der Briten noch heute prägen. Literatur wird begleitend angegeben. Zur Einführung: Keen, M. H., England in the Later Middle Ages. A political history, London 1973 (und weitere Auflagen); Harriss, G. L., Shaping the Nation: England 1360-1461, Oxford 2005; Krieger, K.-F., Geschichte Englands Bd. 1. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 5. Aufl. 2018.


[H Si] Adel und Religion im 11./12. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 029

Kommentar:

Die kirchliche Reformbewegung des 11. Jhs. hat nicht nur den Blick für die Differenz zwischen Sakralem und Profanen in der mittelalterlichen Gesellschaft geschärft und damit neue Ansprüche an den Klerus gestellt. Sie hat zugleich neuen Rollenbildern für den Laien (den einfachen Christen ohne Weihe in der kirchlichen Hierarchie) den Weg geebnet. Die Texte lassen die seit dem 11. Jh. einsetzenden Veränderungen vor allem im Adel erkennen. Prominente Beispiele von Adligen, die auf Herrschaft und Besitz verzichten und sich in ein Kloster zurückziehen, treten neben zahlreiche Fälle, in denen Adlige neuen klösterlichen Reformbewegungen Güter schenken und Klostergründungen ermöglichen. Das 11. und 12. Jh. zeigt nahezu eine Welle adliger Klostergründungen zugunsten der Reformbenediktiner, Zisterzienser und Prämonstratenser. Das religiöse Engagement vieler adliger Familien wirkt sich auch auf deren Bereitschaft aus, an den Kreuzzugsunternehmungen mitzuwirken und die geistlichen Ritterorden zu fördern. Die Texte lassen erkennen, dass adlige Förderung nicht nur für die Klöster und Orden, sondern auch für die beteiligten Adelsfamilien selbst eine zentrale Bedeutung für die eigene Legitimierung und das eigene Herkunfts- und Traditionsbewusstsein besaßen. Das Seminar wird ausgewählte Quellentexte und zentrale Fragestellungen zu diesem Themenfeld diskutieren. Die Bereitschaft, lateinische Texte zu lesen, wird vorausgesetzt. Literatur: Dendorfer, Jürgen: Gescheiterte Memoria? – Anmerkungen zu den „Hausklöstern“ des hochmittelalterlichen Adels, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 73 (2014), S. 17-38. – Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 47), Göttingen 1977. – Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72), 2. Aufl. München 2010. – Oexle, Otto G.: Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Europäischer Adel 1750-1950, hg. von Hans-Ulrich Wehler, Göttingen 1990, S. 19-56. – Tebruck, Stefan: The propaganda of power: memoria, history, patronage, in: The Origins of the German Principalities, 1100-1350. Essays by German Historians, ed. by Graham A. Loud and Jochen Schenk in association with the German Historical Institute London, London/New York 2017, S. 160-180. – Werner, Matthias: Passionsfrömmigkeit und religiöse Bewegungen in der Zeit des Naumburger Meisters, in: Der Naumburger Meister. Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen, 2 Bde., hg. von Hartmut Krohm und Holger Kunde (Schriftenreihe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz 4), Petersberg 2011, hier Band 1, S. 135-152. – Ders.: Benediktinisches Reformmönchtum und Klosterreform in Thüringen und Ostsachsen in der Zeit des Investiturstreits, in: Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen, hg. von Gabriele Köster und Andrea Knopik (Schriften des Zentrums für Mittelalterausstellungen Magdeburg 4), Regensburg 2018, S. 115-179.


[H Si] Der Blick von außen auf die Juden: Stimmen aus dem mittelalterlichen Christentum und aus dem Islam
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Im Seminar wird analysiert, wie Christen von der Spätantike bis ins Spätmittelalter die Juden als Religionsgemeinschaft beurteilt haben. Der Schwerpunkt liegt also auf dem intellektuellen bzw. dem theologischen Diskurs, nicht auf der Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Doch auch islamische Quellen werden zur gleichen Thematik herangezogen. Das Seminar beruht auf einer intensiven Auseinandersetzung mit Quellen, die in deutscher oder englischer Übersetzung vorgelegt werden; bei L3- und B.A. Studierenden wird erwartet, dass sie an entscheidenden Stellen auch Einblick in das lateinische Original nehmen. Auch für Studierende, die keinen benoteten Schein erwerben möchten, ist die Vorbereitung der Quellen Voraussetzung für ein erfolgreiches Bestehen des Seminars. Einführende Literatur: Kirche und Synagoge. Handbuch zur Geschichte von Christen und Juden. Darstellung mit Quellen, hg. von Karl-Heinrich Rengstorf und Siegfried von Kortzfleisch Bd. 1, Stuttgart 1968; Israel Yuval, Zwei Völker in deinem Leib. Gegenseitige Wahrnehmung von Juden und Christen, Göttingen 2007; Goetz, Hans-Werner, Die Wahrnehmung anderer Religionen und christlich-abendländisches Selbstverständnis im frühen und hohen Mittelalter (5.-12. Jahrhundert), 2 Bde., Berlin 2013


 
[Vl] Alltag und Gewalt: Die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus 1933 bis 1939
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In unzähligen populären Sachbüchern und Fernsehdokus, in der Schule, aber auch in Spielfilmen, Romanen, sogar Comics wird heute die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands immer wieder erzählt. Wir haben Bilder im Kopf von „den Nazis“, von den Tätern, der Gestapo, den Opfern der Verfolgung oder auch den Helden des Widerstands. Trotz dieses verbreiteten Wissens über den Nationalsozialismus forschen Historikerinnen und Historiker jedoch weiterhin über die Zeit des “Dritten Reichs“. Denn es ist keineswegs endgültig geklärt, was denn „nationalsozialistisch“ eigentlich bedeutet, wer „die Nazis“ waren, welche Rolle die „ganz normalen Deutschen“ spielten. Noch immer fragen Wissenschaftler und Laien, wie die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus eigentlich funktioniert hat, wie es zum millionenfachen Mord an den europäischen Juden und zu einem Vernichtungskrieg kommen konnte. In der Vorlesung wird die Zeit zwischen 1933 und 1939 im Vordergrund stehen, die Phase also, in der sich die „Volksgemeinschaft“ formieren und die rassistische nationalsozialistische Politik etablieren konnte. Die Ergebnisse der älteren NS-Forschung werden dabei ebenso diskutiert wie offenen Fragen und Streitpunkte in aktuellen Forschungsdebatten.


[Vl] Aufbrüche in die Frühe Neuzeit. Aspekte des Epochenwandels 1480-1520
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 24.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Periode zwischen 1480 und 1520 gilt traditionell als entscheidender Übergang in die Neuzeit. Stichworte sind Humanismus, Renaissance, Genese des modernen europäischen Staatensystems, Entdeckungen, Reichsreform . Allerdings leidet die Historiographie immer noch darunter, dass sich die Mediävistik nicht mehr und die Frühe Neuzeitforschung gerade in Deutschland aufgrund der Fixierung auf die Reformation noch nicht zuständig fühlt. Das spannende Spezifikum dieser Epoche ist es deshalb, Kontinuitätslinien und qualitativ Neues zu identifizieren und zu erklären. Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986


[Vl] Das Petersburger Imperium
Klausurtermin: 05.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Vorlesung widmet sich der Zeit von der Begründung des Russländischen Imperiums unter Peter dem Großen im Jahre 1721 bis zum Untergang des Zarenreichs in der Revolution von 1917. Sie will für die Neuzeit Grundzüge der Geschichte Russlands als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. Im Hinblick auf eine im Sommersemester 2017 geplante Exkursion soll dabei der Geschichte der 1703 an der Neva als „Fenster nach Europa“ gegründeten Stadt St. Petersburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als benotete Prüfungsleistung ist in der vorletzten Semesterwoche eine Klausur vorgesehen. Literaturhinweise: Goehrke, Carsten: Russland. Eine Strukturgeschichte. Paderborn u.a. 2010; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 4. aktualisierte Aufl. München 2005; Schmidt, Christoph: Russische Geschichte 1547-1917. München 2003 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 33); Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009.


[Vl] Der Zweite Weltkrieg in Asien und seine Folgen bis zur Mitte der 1950er Jahre
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Das historische Narrativ von einem von 1939 bis 1945 dauernden „Zweiten Weltkrieg“ wird seit einigen Jahren in der Geschichtswissenschaft zunehmend hinterfragt. Es zeigt sich mehr und mehr, dass die Friedensverträge nach 1918 keineswegs zu einer längeren Friedensperiode in der Zwischenkriegszeit geführt haben: In den 1920er und 1930er Jahren und fortgesetzt bis in die Mitte der 1950er Jahre wurde die internationale Ordnung vielmehr permanent durch Kriege, Bürgerkriege, Revolutionen und anti-koloniale Aufstände erschüttert. Der somit eher gleitende Übergang vom Ersten in den Zweiten Weltkrieg und in die anschließenden Kolonial- und Stellvertreterkriege lässt sich besonders gut in Südost- und Ostasien beobachten. Die Vorlesung bietet auch für untere Semester und Gasthörer einen Überblick über die entscheidenden Ereignisse auf dem neben Europa wichtigsten Kriegsschauplatz Ostasien: von der Mandschurei-Krise über den japanisch-chinesischen Krieg, das direkte militärische Eingreifen der USA, dem Einsatz der Atombomben gegen Japan, bis zur chinesischen Revolution und zum Koreakrieg.


[Vl] Geschichte Großbritanniens 1815–1945
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entwicklung Großbritanniens vom Ende der napoleonischen Kriege bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie verbindet chronologische Kapitel, die sich primär mit der politischen Entwicklung beschäftigen, mit Teilen, die einzelne thematische Schwerpunkte ansprechen (Wirtschaft u. Gesellschaft, Empire, Irlandfrage), Sie vermittelt einerseits Grundkenntnisse über die britische Geschichte, diskutiert zum anderen aber auch Forschungskontroversen und Frage der Geschichtskultur und Geschichtspolitik. Vor dem Hintergrund der Brexit-Debatte geht die Veranstaltung ausführlich auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa ein. Lit: David Cannadine: Victorious Century. The United Kingdom 1800 - 1906, London 2017 Robert Tombs: The English and their History, London 2014 David Edgerton: The Rise and Fall of the British Nation. A Twentieth-century History, London 2018


[Vl] Räume und Epochen der Geschichte des östlichen Europa. Eine Einführung
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die räumliche und epochale Gliederung der Geschichte des östlichen Europa ist in den letzten Jahrzehnten wiederholt kontrovers diskutiert worden und unterliegt auch unter dem Motto „Niemand will der Osten sein“ fortwährenden Neupositionierungen. Die Vorlesung führt in diese Diskussionen begriffs- und diskursgeschichtlich ein und analysiert strukturgeschichtliche Raumkategorien (Osteuropa, Nordosteuropa, Ostmitteleuropa, Südosteuropa/Balkan) unter Fragestellungen wie: Wie viel realgeschichtliche Einheit? Wie viel Projektion? Aus wessen Perspektive? Weiterhin geht es auch um die epochale Gliederung der Geschichte der östlichen Hälfte Europas: Ist eine Unterteilung in Mediävistik und Frühe Neuzeit sinnvoll? Was spricht für die vorgeschlagenen Epochengrenzen 1500 und 1600? Welches sind sinnvolle Gliederungen für die Moderne und die Zeitgeschichte? Die Vorlesung wendet sich an Studienanfänger des BA Osteuropäische Geschichte sowie an alle, die ein Interesse an Osteuropa haben oder schon immer etwas über die östliche Hälfte europas wissen wollten. Sie ist auch für Lehramts- und Bachelor- und Magisterstudierende, die ein strukturiertes „Grundwissen Osteuropa“ erwerben möchten, geeignet. Literatur zur Einführung: Ekaterina Emeliantseva/Arié Malz/Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte. Zürich 2008. Studienhandbuch Östliches Europa. 2 Bde. Hg. v. Harald Roth, Thomas M. Bohn u. Dieter Neutatz. 2. Aufl. Köln 2009. Klaus Zernack, Osteuropa. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1977.


[H Si] "Timen", Hetzen, Entschleunigen. Eine Alltagsgeschichte der Zeit im 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Zeit spielt in unserem Alltag eine große Rolle: Wir schauen jeden Tag unzählige Male auf die Uhr, stellen fest, ob wir zu spät sind oder „gut in der Zeit“, wir sparen Zeit oder vergeuden sie. Zeit erscheint unveränderlich und allgemeingültig. Und doch ist die Zeit, nach der wir uns richten, nicht naturgegeben. Sie ist vielmehr ein Produkt sozialen Handelns und gesellschaftlicher Vereinbarungen, und sie hat eine Geschichte: Ohne die Erfindung der Uhr etwa sähe unser Alltag anders aus, die Einführung einer nach Zeitzonen eingeteilten „Weltzeit“ macht funktionierende Flug- und Fahrpläne erst möglich, kulturell geprägte Vorstellungen von „Zeitmanagement“ bestimmen unseren Umgang mit Zeit, und festgelegte Arbeits- und Schlafenszeiten geben vor, wie wir unseren Tag einteilen. Damit ist die Zeit ein zentraler Teil der Machstrukturen einer Gesellschaft: Die Möglichkeiten des Individuums, über seine eigene Zeit zu verfügen, sei der „substantielle Kern von Freiheit und Unfreiheit“, so formulierte es der Sozialphilosoph Oskar Negt 1984. Die Geschichtswissenschaft hat sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem Phänomen der Zeit beschäftigt, es wurde gar ein „temporal turn“ ausgerufen. Im Seminar werden wir uns den aktuellen Forschungsstand erarbeiten, zentrale Fragen und Themen einer Geschichte der Temporalität herausarbeiten und uns dann auf die Suche machen nach Quellen, die wir nutzen können, um mehr über die Bedeutung der Zeit in Gesellschaften des 20. Jahrhunderts herauszufinden. Lit.: Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (Hg.): Obsession der Gegenwart. Zeit im 20. Jahrhundert, Göttingen 2015; Esposito, Fernando (Hg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom, Göttingen 2017.


[H Si] Der Krieg gegen die Sowjetunion
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 333a

Kommentar:

Im Hinblick auf die Ausstellung „Vernichtungsort Maly Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die vom 4. Dezember bis zum 17. Januar in der Stadthalle Gießen unter Beteiligung von Studierenden der JLU gezeigt wird, soll das Hauptseminar den breiteren Kontext des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion problematisieren. Neben dem Holocaust in den „Bloodlands“ Weißrussland und Ukraine sollen dabei Themen wie die Belagerung Leningrads oder die Schlacht von Stalingrad zur Sprache kommen. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Voraussetzungen dafür sind die Mitgestaltung einer thematischen Sitzung sowie eigene Materialrecherchen. Literaturhinweise: Beyrau, Dietrich: Schlachtfeld der Diktatoren. Osteuropa im Schatten von Hitler und Stalin. Göttingen 2000; Snyder, Timothy: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. München 2011.


[Si] Forschungsprobleme in der amerikanischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, E 105

Kommentar:

Die amerikanische Historiographie darf als thesenfreudig beschrieben werden. Aus dieser Freude an der Zuspitzung speisen sich traditionell Forschungskontroversen, die die amerikanische Geschichtsschreibung prägen und häufig Relevanz weit über diese hinaus entfalten – man denke an die zahlreichen „turns“ der letzten Jahre. Dieses Seminar beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Interpretation zentraler „Epochen“ (etwa des „Jacksonian America“ oder dem „Kalten Krieg“,), Ereignisse (etwa dem Civil War), Institutionen (etwa dem Militär) und Kategorien (etwa Religion oder Gender): Ist Jacksons Regierungsperiode als Motor der Demokratisierung oder als Zeit der gesellschaftlichen Differenzierung und Marginalisierung zu verstehen? Wirkte der Kalte Krieg einigend auf die USA oder verdeckte er lediglich eine zunehmende innergesellschaftliche Polarisierung? Integrierte und ermächtigte der Erste Weltkrieg African-Americans und neuere Immigrantengruppen durch ihre Teilhabe oder spaltete er diese Gruppen und schwächte sie damit? Sind die neu entstehenden Fundamentalisten in der Zwischenkriegszeit marginalisiert oder Vorreiter der religiösen Eroberung des modernen Amerikas? Literaturauswahl: Eric Foner, Lisa McGirr (Hg.): American History Now, Philadelphia 2011. Nancy C. Unger, Christopher McKnight Nichols (Hg.): A Companion to the Gilded Age and Progressive Era (Wiley Blackwell Companions to American History), Malden 201 James M. Banner Jr. (Hg.): A Century of American Historiography, 2009. Patrick Allittt (Hg.): Major Problems in American Religious History, Boston 2013. Elizabeth Cobbs Hoffman, Edward J. Blum, Jon Gjerde (Hg.): Major Problems in American History (Volume II: Since 1865), Boston 2012. Paul Ortiz: An African American and Latinx History of the United States, Boston 2018.


[H Si] Geschichte der Computerisierung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Es ist eine Trivialität, dass der Computer aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken ist – zumal aus dem der „digital natives“, zu denen die meisten Studierenden zählen. Aber wie das vergleichsweise neue Forschungsfeld der Geschichte der Computerisierung zeigt, hätte es auch anders kommen können: Die Wege, die in unsere spezifische „Kultur der Digitalität“ führten, erweisen sich als ebenso verschlungen wie konfliktreich. Das wollen wir am Beispiel so unterschiedlicher Themen wie dem Ursprung der Kybernetik im Zweiten Weltkrieg, der frühen Nutzung von Großrechnern in Versicherungen und Banken und der utopischen Techniktüftlerei kalifornischer Aussteiger der 1960er Jahre beleuchten, aber auch am Beispiel der Rolle des Computers bei der Terrorismusbekämpfung im darauf folgenden Jahrzehnt oder seines Einsatzes in der Klimamodellierung der jüngsten Vergangenheit. Technikgeschichte wird uns dabei genauso beschäftigen wie soziale Phänomene, allen voran Veränderungen der Arbeitswelt, aber auch Netzmetaphern, die weit älter sind als die Informationsgesellschaft. Schließlich werden wir diskutieren, wie der Rechner und das Internet die Geschichtswissenschaft selbst in Richtung der „digital humanities“ verändern.


[H Si] Handel, Waren und Luxus in der transosmanischen Verflechtung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Die Veranstaltung vermittelt mit der Untersuchung von Handelsnetzwerken, einzelnen Händlern oder Kaufleutefamilien, Warenflüssen und Moden bzw. Aspekten des Konsums Zugänge zur Verzahnungsgeschichte zwischen Polen-Litauen, Moskau bzw. Russland und dem Osmanischen Reich sowie Persien vor 1800. Das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, Konstantinopel, Astrachan und Trabzon bzw. Täbris sowie Lemberg und viele andere Städte dienten als Drehscheiben und Knotenpunkte, um nach Persien, in den Mittelmeerraum, den Balkan und Moskowitien oder Polen-Litauen zu gelangen. Sowohl Akteure als auch die gehandelten Objekte selbst und insgesamt die Handelsinfrastruktur, aber auch die Verwendung der Waren sollen in mehreren Schritten beleuchtet werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, ob im Handel und in den gesellschaftlich rezipierten Moden übergreifende kulturelle Praktiken erkennbar werden, die eine oft vorausgesetzte universelle kulturelle Andersartigkeit der beteiligten Regionen entkräften. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich (sie werden jedoch begrüßt), die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt. Literaturhinweise: Aslanian, Sebouh David 2011: From the Indian Ocean to the Mediterranean. The Global Trade Networks of Armenian Merchants from New Julfa. Berkeley; Faroqhi, Suraiya, Gilles Veinstein 2008: Merchants in the Ottoman Empire. Löwen; Troebst, Stefan 1997: Handelskontrolle, „Derivation“, Eindämmerung. Schwedische Moskaupolitik 1617–1661. Wiesbaden. online: https://www.osmikon.de/metaopac/search?View=ostdok&db=369&id=bsb00094738.


[H Si] Haskalah, jüdische Emanzipation und Antijudaismus in Mittel- und Osteuropa (1750-1850)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 308

Kommentar:

Die jüdischen Bevölkerungen Europas erlebten in dem Jahrhundert zwischen 1750 und 1850 eine Sattelzeit, die in eine neue Konzeptionalisierung jüdischer Existenz und jüdischen Lebens in der Diaspora mündete. Die Haskalah forderte eine neue jüdische Bildung nach den Prinzipien der Aufklärung. Die Emanzipation öffnete neue Lebenswelten, die aber zugleich durch neue Wellen des Antijudaismus als prekär erschienen. Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf deutsch-osteuropäische Verflechtungen in der Epoche, die durch Verschiebungen der europäischen Grenzen, durch Migration und Kulturtransfer belebt wurden. Deutsche Modelle wurden durch die niedrige Sprachgrenze rezipiert, daraus entstand die deutschsprachige „Wissenschaft vom Judentum“. Zugleich löste diese Übersetzung in osteuropäische und jüdische Traditionen produktive Rezeptionen und Missverständnisse aus, die – in der Literatur, in den bildenden Künsten, in der Publizistik – ebenfalls diskutiert werden. Insgesamt möchte die Veranstaltung vertiefte Einblicke in eine zentrale Epoche jüdischer Geschichte in Europa geben und gemeinsam Wissen erarbeiten. Erwünscht ist ein Interesse an jüdischer Geschichte und Kultur und/oder an deutsch-osteuropäischen Verflechtungen. Literatur Bartal, Israel: Geschichte der Juden im östlichen Europa, 1772-1881. Göttingen 2009. Brenner, Michael [u.a.], Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit. Bd. 2. Emanzipation und Akkulturation 1780 – 1871. München 1996. Dohrn, Verena: Jüdische Eliten im Russischen Reich. Aufklärung und Integration im 19. Jahrhundert, Köln 2008. Grill, Tobias: Der Westen im Osten : deutsches Judentum und jüdische Bildungsreform in Osteuropa ; (1783 - 1939). Göttingen 2011. Feiner, Shmuel: Haskala – Jüdische Aufklärung. Geschichte einer kulturellen Revolution. Hildesheim / Zürich / New York 2007. Sadowski, Dirk: Haskala und Lebenswelt. Herz Homberg und die jüdischen deutschen Schulen in Galizien 1782 – 1806, Göttingen 2010.


[Si] Kolonialgeschichte Frankreichs seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 113

[H Si] Maximilian I. (1459-1519) - Kaiser einer Übergangsepoche
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 23.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Kaiser Maximilian I. (1459-1519), dessen Todesjahr sich zum 500. mal jährt, ist eine Gestalt, die Zeitgenossen und Historiker schon immer fasziniert hat. Er personifiziert gleichsam den Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, denn er verbindet mittelalterliche Mentalität (der "letzte Ritter") mit sehr modernen anmutenden Herrschaftspraktiken, die seine Zeitgenossen immer wieder herausgefordert haben. Kein Kaiser des Heiligen Römischen Reiches hat mehr an seinem Nachruhm gearbeitet, aber keiner bleibt auch so ambivalent und rätselhaft. Im Seminar sollen sowohl die zahlreichen, oft stilisierten Selbstaussagen, wie auch die Kontexte, in denen er agierte (Burgundisches Erbe, Auseinandersetzungen mit Frankreich, Reichs- und Hauspolitik, "Gedechtnus"), thematisiert werden, um ein Profil dieses Herrschers zu erstellen. Lit.: Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986.


[H Si] Weit entfernt und dennoch eng verflochten? Frankreich und der europäische Osten in der Moderne
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
6 Einzeltermine:
Di. 16.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 23.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 30.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 01.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 08.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 15.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Das Fach Osteuropäische Geschichte konzentriert sich häufig auf die Verflechtungen Deutschlands mit den Regionen östlich davon oder betrachtet diese isoliert. Als Beitrag zu einen breiteren europäischen Verständnis wird dieses Seminar statt dessen die Rolle Frankreichs in Bezug auf die Staaten und Regionen eines breit verstandenen Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert untersuchen. Dabei wird es sowohl um konkrete historische Ereignisse als auch um gegenseitige Bilder gehen. In den Blick genommen werden exemplarisch die Beziehungen zu Russland, Polen, der Tschechoslowakei sowie den Staaten Südosteuropas. Aber auch das deutsch-französische Verhältnis wird nicht ganz außen vorbleiben. Die Lesefähigkeit in Englisch, Französisch oder einer osteuropäischen Sprache wird vorausgesetzt. Einführende Lektüre: - Georg Kreis: Geschichte Frankreichs in Quellen und Darstellung. Bd. 2. Stuttgart 2015. - Deutschland – Frankreich – Rußland / La France et l'Allemagne face à la Russie Begegnungen und Konfrontationen. Hrsg. v. Ilja Mieck / Pierre Guillen, München 2000. - Rider, Jacques Le, Mitteleuropa: auf den Spuren eines Begriffes . Berlin 1994


[H Si] Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen: Eine hessisch-osteuropäische Verflechtungsgeschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 011

Kommentar:

Das als Projektseminar geplante Seminar stellt Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen im Zeitraum von 1939-1949 ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie ist unser heutiger Forschungsstand zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, wie sollte man Täter- und Opferquellen miteinander verbinden? Wie sieht die regionale Forschungslage aus, wo gibt es Forschungslücken. Die amerikanische Besatzungszone in Hessen war zugleich nach 1945-1949 ein Zentrum der europäischen Migration: Zwangsarbeiter wurden teilweise gewaltsam in ihre Herkunftsregionen, die teilweise zu anderen Staaten gehörten, „repatriiert“. Neue Flüchtlinge kamen in die DP-Lager, die dort infolge des Fehlens aufnahmebereiter Staaten über mehrere Jahre festsaßen. Was kann man über das Nebeneinander von Deutschen und Zwangsarbeitern bzw. DP’s sagen? Wie lassen sich solche Fragen beforschen? Das Seminar wendet sich an Interessierte der Osteuropäischen Geschichte und der Regionalgeschichte, erwünscht sind auch Teilnehmer aus den Lehramtsstudiengängen. Es besteht die Möglichkeit von Projektarbeit, am Rande des Seminars sollen Produkte zum historischen Lernen entwickelt werden. Literatur Föhrding, Hans-Peter/Verfürth, Heinz: Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, Köln 2017. Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des "Ausländer-Einsatzes" in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Bonn 1999. Jacobmeyer, Wolfgang: Vom Zwangsarbeiter zum heimatlosen Ausländer. Die Displaced Persons in Westdeutschland 1945 – 1951, Göttingen 1985. Keller, Michael: „Das mit den Russenweibern ist erledigt“. Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit, Gestapo-KZ, Massenmord einer SS-Kampfgruppe und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit am Tatort in Hirzenhain wie auf dem Kriegsgräberfriedhof im Kloster Arnsburg, 1943 – 1996, Friedberg 2000. Köhn, Holger: Die Lage der Lager. Displaced Persons-Lager in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 2012. Plaßwilm, Regina: Die Grenzen des Erzählbaren. Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa, Essen 2011. Überlebt und unterwegs. Jüdische displaced persons im Nachkriegsdeutschland, Frankfurt a. M. 1997.


   
[Vl] Von der Klassik zum Hellenismus: Griechenland im 4. Jh. v.Chr.
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, A 4
Einzeltermin:
Mi. 27.02.2019,17.00 - 18.00 Uhr   (Ausgleichsprüfung) Phil. I, A 5

[H Si] "Am schlimmen Rand des Lebens"? Das Greisenalter und die Situation alter Menschen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 026

Kommentar:

Die soziopolitische Situation alter Menschen in der Antike ist in der Forschung ein kontrovers diskutiertes Feld. Die antiken Zeugnisse zur Lage der Alten sind überaus vielfältig: Das Greisenalter wird in unterschiedlichen Quellengattungen und zu verschieden Zeiten immer wieder thematisiert. Im Rahmen des Hauptseminars soll die Situation alter Menschen und der Umgang mit diesen einerseits längsschnittartig von der griechischen Archaik bis in die Spätantike verfolgt werden. Andererseits soll anhand konkreter Themen, wie der Darstellung Alter in der antiken Vasenmalerei und Skulptur, der Rolle von Greisen im Mythos und des Alters in der antiken Medizin ein Bild der spezifischen Lebenswelt alter Menschen in der Antike erarbeitet werden. Literatur: Brandt, H.: Wird auch silbern mein Haar. Eine Geschichte des Alters in der Antike, München 2002. Gutsfeld, A. /Schmitz, W. (Hgg.): Am schlimmen Rand des Lebens? Altersbilder in der Antike, Köln, u. a. 2003. Wagner-Hasel, B.: Alter in der Antike. Eine Kulturgeschichte, Köln, u. a. 2012. Alter in der Antike. Die Blüte des Alters aber ist die Weisheit. Katalog zur Ausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn (25.2.2009 – 7.6.2009), hg. v. Landschaftsverband Rheinland, Mainz 2009.


[H Si] Die Herausbildung der Polis
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

[H Si] Formen der Alleinherrschaft in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

 
[Vl] Adel im Früh- und Hochmittelalter
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Klausurtermin: 12.02.2019. Die rechtliche Differenzierung zwischen Freien und Unfreien charakterisiert die Sozialgeschichte der meisten mittelalterlichen Gesellschaften. Der Stand der Freien differenziert sich darüber hinaus in adlige und nichtadlige Freie. Die Ausübung von weltlichen Herrschaftsrechten ist dabei zumeist dem Adel vorbehalten, der neben den kirchlichen Institutionen (Klöster, Stifte, Bischöfe) als Herrschaftsträger agiert und verschieden abgestufte Besitzrechte an unfreien Menschen sowie an materiellen Ressourcen haben kann. Soweit zur idealtypischen Beschreibung. Schwieriger zu beantworten sind Fragen nach der Entstehung von Adel, nach dem Verhältnis zwischen rechtlichem, sozialem und wirtschaftlichem Status von Adligen im Vergleich zu Nichtadligen sowie nach den Ursachen und Formen sozialer Mobilität, die die Grenzen zwischen Adel und Nichtadel durchlässig machen. Die Vorlesung bietet eine Einführung in dieses Themenfeld und setzt Schwerpunkte im Früh- und Hochmittelalter (5.-13. Jh.). Literatur: Art. „Adel“, in: Lexikon des Mittelalters, Band I (1980), Sp. 118-141. – Art. „Adel“, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band I (2., völlig neu bearb. Aufl. Berlin 2008), Sp. 69-76. – Art. „Adel“ in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band I (Berlin-New York 1973), S. 58-77. – Ehlers, Joachim: Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006. – Hechberger, Werner: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 72), 2. Aufl. München 2010. – Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, hg. von Otto G. Oexle und Werner Paravicini, Göttingen 1997. – Oexle, Otto G.: Aspekte der Geschichte des Adels im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Europäischer Adel 1750-1950, hg. von Hans-Ulrich Wehler, Göttingen 1990, S. 19-56. – Rösener, Werner: Adelsherrschaft als kulturhistorisches Phänomen. Paternalismus, Herrschaftssymbolik und Adelskritik, in: Historische Zeitschrift 268 (1999), S. 1-34. – Spieß, Karl-Heinz: Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997, S. 39-61. – Werner, Karl Ferdinand: Adel – „Mehrzweck-Elite“ vor der Moderne?, in: Ders.: Einheit der Geschichte. Studien zur Historiographie, Sigmaringen 1999, S. 120-135. – Zotz, Thomas: Adel und Innovation. Neue Verhaltensformen einer alten Elite im hohen und späten Mittelalter, in: Aufbruch im Mittelalter. Innovationen in Gesellschaften der Vormoderne, hg. von Christian Hesse und Klaus Oschema, Ostfildern 2010, S. 231-244.


[Vl] England im 15. Jahrhundert
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In der Vorlesung wird die Geschichte Englands von der Regierung Richards II. und seiner Absetzung an bis zum Ende Richards III. behandelt. Im Mittelpunkt stehen die politischen und militärischen Ereignisse sowie die verfassungsgeschichtlichen Umbrüche jener Zeit, die durch die sog. "Rosenkriege" im Innern und die letzte Phase des 100jährigen Kriegs nach Außen gekennzeichnet sind. Thematisiert werden damit Ereignisfolgen, die das kollektive Bewußtsein der Briten noch heute prägen. Literatur wird begleitend angegeben. Zur Einführung: Keen, M. H., England in the Later Middle Ages. A political history, London 1973 (und weitere Auflagen); Harriss, G. L., Shaping the Nation: England 1360-1461, Oxford 2005; Krieger, K.-F., Geschichte Englands Bd. 1. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 5. Aufl. 2018.


 
[Vl] Alltag und Gewalt: Die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus 1933 bis 1939
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

In unzähligen populären Sachbüchern und Fernsehdokus, in der Schule, aber auch in Spielfilmen, Romanen, sogar Comics wird heute die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands immer wieder erzählt. Wir haben Bilder im Kopf von „den Nazis“, von den Tätern, der Gestapo, den Opfern der Verfolgung oder auch den Helden des Widerstands. Trotz dieses verbreiteten Wissens über den Nationalsozialismus forschen Historikerinnen und Historiker jedoch weiterhin über die Zeit des “Dritten Reichs“. Denn es ist keineswegs endgültig geklärt, was denn „nationalsozialistisch“ eigentlich bedeutet, wer „die Nazis“ waren, welche Rolle die „ganz normalen Deutschen“ spielten. Noch immer fragen Wissenschaftler und Laien, wie die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus eigentlich funktioniert hat, wie es zum millionenfachen Mord an den europäischen Juden und zu einem Vernichtungskrieg kommen konnte. In der Vorlesung wird die Zeit zwischen 1933 und 1939 im Vordergrund stehen, die Phase also, in der sich die „Volksgemeinschaft“ formieren und die rassistische nationalsozialistische Politik etablieren konnte. Die Ergebnisse der älteren NS-Forschung werden dabei ebenso diskutiert wie offenen Fragen und Streitpunkte in aktuellen Forschungsdebatten.


[Vl] Aufbrüche in die Frühe Neuzeit. Aspekte des Epochenwandels 1480-1520
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 24.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Periode zwischen 1480 und 1520 gilt traditionell als entscheidender Übergang in die Neuzeit. Stichworte sind Humanismus, Renaissance, Genese des modernen europäischen Staatensystems, Entdeckungen, Reichsreform . Allerdings leidet die Historiographie immer noch darunter, dass sich die Mediävistik nicht mehr und die Frühe Neuzeitforschung gerade in Deutschland aufgrund der Fixierung auf die Reformation noch nicht zuständig fühlt. Das spannende Spezifikum dieser Epoche ist es deshalb, Kontinuitätslinien und qualitativ Neues zu identifizieren und zu erklären. Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986


[Vl] Das Petersburger Imperium
Klausurtermin: 05.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Vorlesung widmet sich der Zeit von der Begründung des Russländischen Imperiums unter Peter dem Großen im Jahre 1721 bis zum Untergang des Zarenreichs in der Revolution von 1917. Sie will für die Neuzeit Grundzüge der Geschichte Russlands als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. Im Hinblick auf eine im Sommersemester 2017 geplante Exkursion soll dabei der Geschichte der 1703 an der Neva als „Fenster nach Europa“ gegründeten Stadt St. Petersburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als benotete Prüfungsleistung ist in der vorletzten Semesterwoche eine Klausur vorgesehen. Literaturhinweise: Goehrke, Carsten: Russland. Eine Strukturgeschichte. Paderborn u.a. 2010; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 4. aktualisierte Aufl. München 2005; Schmidt, Christoph: Russische Geschichte 1547-1917. München 2003 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 33); Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009.


[Vl] Der Zweite Weltkrieg in Asien und seine Folgen bis zur Mitte der 1950er Jahre
Klausurtermin: 15.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Das historische Narrativ von einem von 1939 bis 1945 dauernden „Zweiten Weltkrieg“ wird seit einigen Jahren in der Geschichtswissenschaft zunehmend hinterfragt. Es zeigt sich mehr und mehr, dass die Friedensverträge nach 1918 keineswegs zu einer längeren Friedensperiode in der Zwischenkriegszeit geführt haben: In den 1920er und 1930er Jahren und fortgesetzt bis in die Mitte der 1950er Jahre wurde die internationale Ordnung vielmehr permanent durch Kriege, Bürgerkriege, Revolutionen und anti-koloniale Aufstände erschüttert. Der somit eher gleitende Übergang vom Ersten in den Zweiten Weltkrieg und in die anschließenden Kolonial- und Stellvertreterkriege lässt sich besonders gut in Südost- und Ostasien beobachten. Die Vorlesung bietet auch für untere Semester und Gasthörer einen Überblick über die entscheidenden Ereignisse auf dem neben Europa wichtigsten Kriegsschauplatz Ostasien: von der Mandschurei-Krise über den japanisch-chinesischen Krieg, das direkte militärische Eingreifen der USA, dem Einsatz der Atombomben gegen Japan, bis zur chinesischen Revolution und zum Koreakrieg.


[Vl] Geschichte Großbritanniens 1815–1945
Klausurtermin: 11.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, A 3

Kommentar:

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entwicklung Großbritanniens vom Ende der napoleonischen Kriege bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie verbindet chronologische Kapitel, die sich primär mit der politischen Entwicklung beschäftigen, mit Teilen, die einzelne thematische Schwerpunkte ansprechen (Wirtschaft u. Gesellschaft, Empire, Irlandfrage), Sie vermittelt einerseits Grundkenntnisse über die britische Geschichte, diskutiert zum anderen aber auch Forschungskontroversen und Frage der Geschichtskultur und Geschichtspolitik. Vor dem Hintergrund der Brexit-Debatte geht die Veranstaltung ausführlich auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa ein. Lit: David Cannadine: Victorious Century. The United Kingdom 1800 - 1906, London 2017 Robert Tombs: The English and their History, London 2014 David Edgerton: The Rise and Fall of the British Nation. A Twentieth-century History, London 2018


[Vl] Räume und Epochen der Geschichte des östlichen Europa. Eine Einführung
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die räumliche und epochale Gliederung der Geschichte des östlichen Europa ist in den letzten Jahrzehnten wiederholt kontrovers diskutiert worden und unterliegt auch unter dem Motto „Niemand will der Osten sein“ fortwährenden Neupositionierungen. Die Vorlesung führt in diese Diskussionen begriffs- und diskursgeschichtlich ein und analysiert strukturgeschichtliche Raumkategorien (Osteuropa, Nordosteuropa, Ostmitteleuropa, Südosteuropa/Balkan) unter Fragestellungen wie: Wie viel realgeschichtliche Einheit? Wie viel Projektion? Aus wessen Perspektive? Weiterhin geht es auch um die epochale Gliederung der Geschichte der östlichen Hälfte Europas: Ist eine Unterteilung in Mediävistik und Frühe Neuzeit sinnvoll? Was spricht für die vorgeschlagenen Epochengrenzen 1500 und 1600? Welches sind sinnvolle Gliederungen für die Moderne und die Zeitgeschichte? Die Vorlesung wendet sich an Studienanfänger des BA Osteuropäische Geschichte sowie an alle, die ein Interesse an Osteuropa haben oder schon immer etwas über die östliche Hälfte europas wissen wollten. Sie ist auch für Lehramts- und Bachelor- und Magisterstudierende, die ein strukturiertes „Grundwissen Osteuropa“ erwerben möchten, geeignet. Literatur zur Einführung: Ekaterina Emeliantseva/Arié Malz/Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte. Zürich 2008. Studienhandbuch Östliches Europa. 2 Bde. Hg. v. Harald Roth, Thomas M. Bohn u. Dieter Neutatz. 2. Aufl. Köln 2009. Klaus Zernack, Osteuropa. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1977.


[H Si] "Timen", Hetzen, Entschleunigen. Eine Alltagsgeschichte der Zeit im 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 003

Kommentar:

Zeit spielt in unserem Alltag eine große Rolle: Wir schauen jeden Tag unzählige Male auf die Uhr, stellen fest, ob wir zu spät sind oder „gut in der Zeit“, wir sparen Zeit oder vergeuden sie. Zeit erscheint unveränderlich und allgemeingültig. Und doch ist die Zeit, nach der wir uns richten, nicht naturgegeben. Sie ist vielmehr ein Produkt sozialen Handelns und gesellschaftlicher Vereinbarungen, und sie hat eine Geschichte: Ohne die Erfindung der Uhr etwa sähe unser Alltag anders aus, die Einführung einer nach Zeitzonen eingeteilten „Weltzeit“ macht funktionierende Flug- und Fahrpläne erst möglich, kulturell geprägte Vorstellungen von „Zeitmanagement“ bestimmen unseren Umgang mit Zeit, und festgelegte Arbeits- und Schlafenszeiten geben vor, wie wir unseren Tag einteilen. Damit ist die Zeit ein zentraler Teil der Machstrukturen einer Gesellschaft: Die Möglichkeiten des Individuums, über seine eigene Zeit zu verfügen, sei der „substantielle Kern von Freiheit und Unfreiheit“, so formulierte es der Sozialphilosoph Oskar Negt 1984. Die Geschichtswissenschaft hat sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem Phänomen der Zeit beschäftigt, es wurde gar ein „temporal turn“ ausgerufen. Im Seminar werden wir uns den aktuellen Forschungsstand erarbeiten, zentrale Fragen und Themen einer Geschichte der Temporalität herausarbeiten und uns dann auf die Suche machen nach Quellen, die wir nutzen können, um mehr über die Bedeutung der Zeit in Gesellschaften des 20. Jahrhunderts herauszufinden. Lit.: Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (Hg.): Obsession der Gegenwart. Zeit im 20. Jahrhundert, Göttingen 2015; Esposito, Fernando (Hg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom, Göttingen 2017.


[H Si] Der Krieg gegen die Sowjetunion
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 333a

Kommentar:

Im Hinblick auf die Ausstellung „Vernichtungsort Maly Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die vom 4. Dezember bis zum 17. Januar in der Stadthalle Gießen unter Beteiligung von Studierenden der JLU gezeigt wird, soll das Hauptseminar den breiteren Kontext des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion problematisieren. Neben dem Holocaust in den „Bloodlands“ Weißrussland und Ukraine sollen dabei Themen wie die Belagerung Leningrads oder die Schlacht von Stalingrad zur Sprache kommen. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Voraussetzungen dafür sind die Mitgestaltung einer thematischen Sitzung sowie eigene Materialrecherchen. Literaturhinweise: Beyrau, Dietrich: Schlachtfeld der Diktatoren. Osteuropa im Schatten von Hitler und Stalin. Göttingen 2000; Snyder, Timothy: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. München 2011.


[Si] Forschungsprobleme in der amerikanischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, E 105

Kommentar:

Die amerikanische Historiographie darf als thesenfreudig beschrieben werden. Aus dieser Freude an der Zuspitzung speisen sich traditionell Forschungskontroversen, die die amerikanische Geschichtsschreibung prägen und häufig Relevanz weit über diese hinaus entfalten – man denke an die zahlreichen „turns“ der letzten Jahre. Dieses Seminar beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Interpretation zentraler „Epochen“ (etwa des „Jacksonian America“ oder dem „Kalten Krieg“,), Ereignisse (etwa dem Civil War), Institutionen (etwa dem Militär) und Kategorien (etwa Religion oder Gender): Ist Jacksons Regierungsperiode als Motor der Demokratisierung oder als Zeit der gesellschaftlichen Differenzierung und Marginalisierung zu verstehen? Wirkte der Kalte Krieg einigend auf die USA oder verdeckte er lediglich eine zunehmende innergesellschaftliche Polarisierung? Integrierte und ermächtigte der Erste Weltkrieg African-Americans und neuere Immigrantengruppen durch ihre Teilhabe oder spaltete er diese Gruppen und schwächte sie damit? Sind die neu entstehenden Fundamentalisten in der Zwischenkriegszeit marginalisiert oder Vorreiter der religiösen Eroberung des modernen Amerikas? Literaturauswahl: Eric Foner, Lisa McGirr (Hg.): American History Now, Philadelphia 2011. Nancy C. Unger, Christopher McKnight Nichols (Hg.): A Companion to the Gilded Age and Progressive Era (Wiley Blackwell Companions to American History), Malden 201 James M. Banner Jr. (Hg.): A Century of American Historiography, 2009. Patrick Allittt (Hg.): Major Problems in American Religious History, Boston 2013. Elizabeth Cobbs Hoffman, Edward J. Blum, Jon Gjerde (Hg.): Major Problems in American History (Volume II: Since 1865), Boston 2012. Paul Ortiz: An African American and Latinx History of the United States, Boston 2018.


[H Si] Geschichte der Computerisierung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Es ist eine Trivialität, dass der Computer aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken ist – zumal aus dem der „digital natives“, zu denen die meisten Studierenden zählen. Aber wie das vergleichsweise neue Forschungsfeld der Geschichte der Computerisierung zeigt, hätte es auch anders kommen können: Die Wege, die in unsere spezifische „Kultur der Digitalität“ führten, erweisen sich als ebenso verschlungen wie konfliktreich. Das wollen wir am Beispiel so unterschiedlicher Themen wie dem Ursprung der Kybernetik im Zweiten Weltkrieg, der frühen Nutzung von Großrechnern in Versicherungen und Banken und der utopischen Techniktüftlerei kalifornischer Aussteiger der 1960er Jahre beleuchten, aber auch am Beispiel der Rolle des Computers bei der Terrorismusbekämpfung im darauf folgenden Jahrzehnt oder seines Einsatzes in der Klimamodellierung der jüngsten Vergangenheit. Technikgeschichte wird uns dabei genauso beschäftigen wie soziale Phänomene, allen voran Veränderungen der Arbeitswelt, aber auch Netzmetaphern, die weit älter sind als die Informationsgesellschaft. Schließlich werden wir diskutieren, wie der Rechner und das Internet die Geschichtswissenschaft selbst in Richtung der „digital humanities“ verändern.


[H Si] Handel, Waren und Luxus in der transosmanischen Verflechtung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Die Veranstaltung vermittelt mit der Untersuchung von Handelsnetzwerken, einzelnen Händlern oder Kaufleutefamilien, Warenflüssen und Moden bzw. Aspekten des Konsums Zugänge zur Verzahnungsgeschichte zwischen Polen-Litauen, Moskau bzw. Russland und dem Osmanischen Reich sowie Persien vor 1800. Das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, Konstantinopel, Astrachan und Trabzon bzw. Täbris sowie Lemberg und viele andere Städte dienten als Drehscheiben und Knotenpunkte, um nach Persien, in den Mittelmeerraum, den Balkan und Moskowitien oder Polen-Litauen zu gelangen. Sowohl Akteure als auch die gehandelten Objekte selbst und insgesamt die Handelsinfrastruktur, aber auch die Verwendung der Waren sollen in mehreren Schritten beleuchtet werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, ob im Handel und in den gesellschaftlich rezipierten Moden übergreifende kulturelle Praktiken erkennbar werden, die eine oft vorausgesetzte universelle kulturelle Andersartigkeit der beteiligten Regionen entkräften. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich (sie werden jedoch begrüßt), die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt. Literaturhinweise: Aslanian, Sebouh David 2011: From the Indian Ocean to the Mediterranean. The Global Trade Networks of Armenian Merchants from New Julfa. Berkeley; Faroqhi, Suraiya, Gilles Veinstein 2008: Merchants in the Ottoman Empire. Löwen; Troebst, Stefan 1997: Handelskontrolle, „Derivation“, Eindämmerung. Schwedische Moskaupolitik 1617–1661. Wiesbaden. online: https://www.osmikon.de/metaopac/search?View=ostdok&db=369&id=bsb00094738.


[H Si] Haskalah, jüdische Emanzipation und Antijudaismus in Mittel- und Osteuropa (1750-1850)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 308

Kommentar:

Die jüdischen Bevölkerungen Europas erlebten in dem Jahrhundert zwischen 1750 und 1850 eine Sattelzeit, die in eine neue Konzeptionalisierung jüdischer Existenz und jüdischen Lebens in der Diaspora mündete. Die Haskalah forderte eine neue jüdische Bildung nach den Prinzipien der Aufklärung. Die Emanzipation öffnete neue Lebenswelten, die aber zugleich durch neue Wellen des Antijudaismus als prekär erschienen. Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf deutsch-osteuropäische Verflechtungen in der Epoche, die durch Verschiebungen der europäischen Grenzen, durch Migration und Kulturtransfer belebt wurden. Deutsche Modelle wurden durch die niedrige Sprachgrenze rezipiert, daraus entstand die deutschsprachige „Wissenschaft vom Judentum“. Zugleich löste diese Übersetzung in osteuropäische und jüdische Traditionen produktive Rezeptionen und Missverständnisse aus, die – in der Literatur, in den bildenden Künsten, in der Publizistik – ebenfalls diskutiert werden. Insgesamt möchte die Veranstaltung vertiefte Einblicke in eine zentrale Epoche jüdischer Geschichte in Europa geben und gemeinsam Wissen erarbeiten. Erwünscht ist ein Interesse an jüdischer Geschichte und Kultur und/oder an deutsch-osteuropäischen Verflechtungen. Literatur Bartal, Israel: Geschichte der Juden im östlichen Europa, 1772-1881. Göttingen 2009. Brenner, Michael [u.a.], Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit. Bd. 2. Emanzipation und Akkulturation 1780 – 1871. München 1996. Dohrn, Verena: Jüdische Eliten im Russischen Reich. Aufklärung und Integration im 19. Jahrhundert, Köln 2008. Grill, Tobias: Der Westen im Osten : deutsches Judentum und jüdische Bildungsreform in Osteuropa ; (1783 - 1939). Göttingen 2011. Feiner, Shmuel: Haskala – Jüdische Aufklärung. Geschichte einer kulturellen Revolution. Hildesheim / Zürich / New York 2007. Sadowski, Dirk: Haskala und Lebenswelt. Herz Homberg und die jüdischen deutschen Schulen in Galizien 1782 – 1806, Göttingen 2010.


[Si] Kolonialgeschichte Frankreichs seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 113

[H Si] Maximilian I. (1459-1519) - Kaiser einer Übergangsepoche
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 23.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Kaiser Maximilian I. (1459-1519), dessen Todesjahr sich zum 500. mal jährt, ist eine Gestalt, die Zeitgenossen und Historiker schon immer fasziniert hat. Er personifiziert gleichsam den Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, denn er verbindet mittelalterliche Mentalität (der "letzte Ritter") mit sehr modernen anmutenden Herrschaftspraktiken, die seine Zeitgenossen immer wieder herausgefordert haben. Kein Kaiser des Heiligen Römischen Reiches hat mehr an seinem Nachruhm gearbeitet, aber keiner bleibt auch so ambivalent und rätselhaft. Im Seminar sollen sowohl die zahlreichen, oft stilisierten Selbstaussagen, wie auch die Kontexte, in denen er agierte (Burgundisches Erbe, Auseinandersetzungen mit Frankreich, Reichs- und Hauspolitik, "Gedechtnus"), thematisiert werden, um ein Profil dieses Herrschers zu erstellen. Lit.: Bernd Roeck, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, 2017; Manfred Hollegger, Maximilian I. (1459-1519): Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, 2005; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Zeitenwende, 5 Bde. 1971-1986.


[H Si] Weit entfernt und dennoch eng verflochten? Frankreich und der europäische Osten in der Moderne
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
6 Einzeltermine:
Di. 16.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 23.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Di. 30.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 01.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 08.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 15.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Das Fach Osteuropäische Geschichte konzentriert sich häufig auf die Verflechtungen Deutschlands mit den Regionen östlich davon oder betrachtet diese isoliert. Als Beitrag zu einen breiteren europäischen Verständnis wird dieses Seminar statt dessen die Rolle Frankreichs in Bezug auf die Staaten und Regionen eines breit verstandenen Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert untersuchen. Dabei wird es sowohl um konkrete historische Ereignisse als auch um gegenseitige Bilder gehen. In den Blick genommen werden exemplarisch die Beziehungen zu Russland, Polen, der Tschechoslowakei sowie den Staaten Südosteuropas. Aber auch das deutsch-französische Verhältnis wird nicht ganz außen vorbleiben. Die Lesefähigkeit in Englisch, Französisch oder einer osteuropäischen Sprache wird vorausgesetzt. Einführende Lektüre: - Georg Kreis: Geschichte Frankreichs in Quellen und Darstellung. Bd. 2. Stuttgart 2015. - Deutschland – Frankreich – Rußland / La France et l'Allemagne face à la Russie Begegnungen und Konfrontationen. Hrsg. v. Ilja Mieck / Pierre Guillen, München 2000. - Rider, Jacques Le, Mitteleuropa: auf den Spuren eines Begriffes . Berlin 1994


[H Si] Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen: Eine hessisch-osteuropäische Verflechtungsgeschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 011

Kommentar:

Das als Projektseminar geplante Seminar stellt Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen im Zeitraum von 1939-1949 ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie ist unser heutiger Forschungsstand zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, wie sollte man Täter- und Opferquellen miteinander verbinden? Wie sieht die regionale Forschungslage aus, wo gibt es Forschungslücken. Die amerikanische Besatzungszone in Hessen war zugleich nach 1945-1949 ein Zentrum der europäischen Migration: Zwangsarbeiter wurden teilweise gewaltsam in ihre Herkunftsregionen, die teilweise zu anderen Staaten gehörten, „repatriiert“. Neue Flüchtlinge kamen in die DP-Lager, die dort infolge des Fehlens aufnahmebereiter Staaten über mehrere Jahre festsaßen. Was kann man über das Nebeneinander von Deutschen und Zwangsarbeitern bzw. DP’s sagen? Wie lassen sich solche Fragen beforschen? Das Seminar wendet sich an Interessierte der Osteuropäischen Geschichte und der Regionalgeschichte, erwünscht sind auch Teilnehmer aus den Lehramtsstudiengängen. Es besteht die Möglichkeit von Projektarbeit, am Rande des Seminars sollen Produkte zum historischen Lernen entwickelt werden. Literatur Föhrding, Hans-Peter/Verfürth, Heinz: Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, Köln 2017. Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des "Ausländer-Einsatzes" in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Bonn 1999. Jacobmeyer, Wolfgang: Vom Zwangsarbeiter zum heimatlosen Ausländer. Die Displaced Persons in Westdeutschland 1945 – 1951, Göttingen 1985. Keller, Michael: „Das mit den Russenweibern ist erledigt“. Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit, Gestapo-KZ, Massenmord einer SS-Kampfgruppe und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit am Tatort in Hirzenhain wie auf dem Kriegsgräberfriedhof im Kloster Arnsburg, 1943 – 1996, Friedberg 2000. Köhn, Holger: Die Lage der Lager. Displaced Persons-Lager in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 2012. Plaßwilm, Regina: Die Grenzen des Erzählbaren. Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa, Essen 2011. Überlebt und unterwegs. Jüdische displaced persons im Nachkriegsdeutschland, Frankfurt a. M. 1997.


 
[Ex] Exkursion nach Indien (mit Vorbereitungskurs)
Vorbereitungskurs zur Exkursion nach Indien (nach Absprache mit den Teilnehmenden bei Genehmigung der Zuschüsse)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 26.10.2018
wöchentlich Fr. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, C 011

Kommentar:

Für das Wintersemester 2018/2019 plane ich eine 12-tägige Exkursion mit bis zu 15 Teilnehmenden nach Indien. Thema der Exkursion ist die Kolonisierung und De-Kolonisierung Britisch-Indiens. Geplant ist, mit Südindien (Pondicherry und Umgebung) sowie Delhi oder den Osthimalaya mindestens zwei Regionen Indiens zu besuchen. Die genauen Daten werden mit den Teilnehmenden koordiniert bzw. hängen von (preiswerten) Flugverbindungen ab. Für Teilnehmende der Exkursion wäre die Teilnahme am Vorbereitungsseminar obligatorisch. Voraussetzung für die Durchführung der Exkursion und das Begleitseminar ist die Erteilung eines entsprechenden Zuschusses, über den Ende Juli entschieden werden wird. Für diesen Fall würde ich die Exkursion im späten November oder im Dezember 2018 stattfinden lassen, was eine optimale Reisezeit in Indien ist. Interessierte können sich über Flexnow bzw. über Email bei mir registrieren. Termine und Aufgabenverteilung würden dann eventuell bereits bei einer Vorbesprechung Anfang August festgelegt werden. Bitte beachten Sie auch Aushänge, Ankündigungen auf der Homepage des Instituts und Informationen der Fachschaft.


[Ex] Päpste – Kaiser – Kardinäle: Rom in Mittelalter und Früher Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 26.10.2018,14.00 - 16.00 Uhr   keine Raumangabe
Fr. 18.01.2019,14.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Fr. 01.02.2019,14.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe
Fr. 15.02.2019,14.00 - 18.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Exkursion: Rom, 25.-31.03.2019. Vorbereitungstreffen s. unten. Anmeldung in FlexNow durch Studierende selbst nicht möglich, stattdessen manuelles Einflexen nach persönlicher Anmeldung im Sekretariat der Professur für Mittelalterliche Geschichte, Frau Josephine Blum (s. Info's unten). Die einwöchige Exkursion (25.-31. März 2019) nach Rom widmet sich ausgewählten Zielen, die die Entwicklung der Metropole von der Spätantike bis in das 16./17. Jahrhundert widerspiegeln. Kirchen, Paläste, Straßen und Plätze lassen die vielfältigen Funktionen dieser Stadt erkennen. Sie war Residenzstadt der Päpste, Sitz der päpstlichen Kurie, die zur Zentrale der lateinischen Kirche ausgebaut wurde, und Mittelpunkt zahlreicher Adelsfamilien, aus denen Kardinäle und Päpste hervorgingen. Die Stadt am Tiber war zugleich der Krönungsort der mittelalterlichen Kaiser und deshalb eng mit dem frühmittelalterlichen Frankenreich und dem römisch-deutschen Reich des Hoch- und Spätmittelalters verbunden. Zugleich entwickelte sie sich zu einem europaweit ausstrahlenden Pilgerzentrum und zu einer kirchlich-politischen Hauptstadt, in der die einflussreichsten Könige und Fürsten Europas durch ihre Botschafter und Gesandten vertreten waren. Die Exkursion wird diese Aspekte der historischen Entwicklung am Beispiel ausgewählter Kirchen, Adelspaläste und Stadtviertel beleuchten. VORBEREITUNGSTREFFEN: Integraler Bestandteil der Exkursion sind vier Vorbereitungsseminare, die jeweils Freitags ab 14 Uhr stattfinden werden: am 26.10., am 18.01., am 01.02. und am 15.02. in Raum C 113. REISEKOSTEN: Die Kosten werden voraussichtlich zwischen 750-850 € pro Person liegen (Hin- und Rückflug ab Frankfurt/Main, Übernachtung mit Frühstück in einem zentral gelegenen Drei-Sterne-Hotel im EZ oder DZ). Wir hoffen, durch die Einwerbung von Zuschüssen den Preis für die studentischen Teilnehmer/innen um etwa 100-120 € reduzieren zu können. ANMELDUNG: Es wird um persönliche Anmeldung im Sekretariat für Mittelalterliche Geschichte bei Frau Josephine Blum, Raum C 238, Öffnungszeiten: Dienstags 9.00-12.30 Uhr/14.00-15.30 Uhr; Donnerstags 11.00-12.30 Uhr/14.00-15.30 Uhr (Änderungen s. aktuelle Mitteilungen auf der Homepage), tel. 0641/9928131, Email: Josephine.Blum@geschichte.uni-giessen.de bis spätestens 15. Oktober 2018 unter Hinterlegung einer Anzahlung von 200 € gebeten. LEITUNG: Prof. Dr. Horst Carl/Prof. Dr. Stefan Tebruck ORGANISATION: Francesco Vizzarri M.A./Josephine Blum


[Ex] Reichsstädte in Hessen in der Frühen Neuzeit (1500-1800)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
5 Einzeltermine:
Mo. 15.10.2018,10.00 - 12.00 Uhr   keine RaumangabeEinführung


Fr. 09.11.2018,00.00 - 00.00 Uhr   keine RaumangabeDie Reichsstadt Wetzlar


Fr. 16.11.2018,00.00 - 00.00 Uhr   keine RaumangabeDie Reichsstadt Frankfurt I


Fr. 23.11.2018,00.00 - 00.00 Uhr   keine RaumangabeDie Reichsstadt Frankfurt II


Fr. 30.11.2018,00.00 - 00.00 Uhr   keine RaumangabeDie Reichsstadt Friedberg



Kommentar:

Reichsstädte in Hessen in der Frühen Neuzeit Exkursionsseminar Reichsstädte werden die Städte im Alten Reich genannt, die unmittelbar dem König bzw. dem Kaiser sowie dem Reich unterstanden. Reichsstädte besaßen Sitz und Stimme am Reichstag. Sie hatten allein den Kaiser als Stadtherren über sich, besaßen Selbstverwaltung und die Bürger partizipierten an der Regierung. Zudem betrieben sie eine selbständige Außenpolitik. Die Gruppe der Reichsstädte war sehr heterogen. Es gab Großstädte und internationale Handelsplätze wie Frankfurt am Main, kleine Reichsstädte mit einer Zentralortfunktion wie Wetzlar. Reichsstädte, die in besonderer Nachbarschaft lebten, wie Friedberg, oder auch einfach eine Kleinststadt wie Gelnhausen. Auf dem Exkursionsseminar werden wir Wetzlar, Friedberg und Frankfurt besuchen und dort Führungen durch das Reichskammergerichtsmuseum in Wetzlar, das Historische Museum in Frankfurt sowie das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt und das Stadtarchiv in Friedberg erhalten. Die Einführung zum Seminar findet am Montag, den 15. Oktober statt. Die nachfolgenden Exkursionen nach Wetzlar, Frankfurt (2x) und Friedberg finden jeweils ab dem 9. November an Freitagen ganztägig statt.


 

Vorbereitungsübung. Zu den Modulvarianten mit unterschiedlicher Praktikumslänge siehe Studienverlaufspläne und Modulbeschreibungen.

[Pra Vb] Praktikumsvorbereitung B.A.
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
Einzeltermin:
Mi. 24.10.2018,12.00 - 14.00 Uhr   keine Raumangabe

Kommentar:

Ein vier-, sechs- oder achtwöchiges Praktikum (je nach individueller Studiengestaltung) gehört zu den obligatorischen Bestandteilen des Gießener BA-Studiums. In der Stud.IP-Gruppe "Geschichte Studieren in Gießen" können nähere Hinweise sowie denkbare bzw. empfehlenswerte Einrichtungen für ein solches Praktikum eingesehen werden. In der Informationsveranstaltung geht es um grundsätzliche Fragen der Vorbereitung und Durchführung eines solchen Praktikums.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de