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Vorlesungsverzeichnis: WiSe 2018/19

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Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Gliederung nach anbietenden Einrichtungen - Osteuropäische Geschichte

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[Vl] Das Petersburger Imperium
Klausurtermin: 05.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Vorlesung widmet sich der Zeit von der Begründung des Russländischen Imperiums unter Peter dem Großen im Jahre 1721 bis zum Untergang des Zarenreichs in der Revolution von 1917. Sie will für die Neuzeit Grundzüge der Geschichte Russlands als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. Im Hinblick auf eine im Sommersemester 2017 geplante Exkursion soll dabei der Geschichte der 1703 an der Neva als „Fenster nach Europa“ gegründeten Stadt St. Petersburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Als benotete Prüfungsleistung ist in der vorletzten Semesterwoche eine Klausur vorgesehen.
Literaturhinweise: Goehrke, Carsten: Russland. Eine Strukturgeschichte. Paderborn u.a. 2010; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 4. aktualisierte Aufl. München 2005; Schmidt, Christoph: Russische Geschichte 1547-1917. München 2003 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 33); Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009.


[Vl] Räume und Epochen der Geschichte des östlichen Europa. Eine Einführung
Klausurtermin: 14.02.2019
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die räumliche und epochale Gliederung der Geschichte des östlichen Europa ist in den letzten Jahrzehnten wiederholt kontrovers diskutiert worden und unterliegt auch unter dem Motto „Niemand will der Osten sein“ fortwährenden Neupositionierungen. Die Vorlesung führt in diese Diskussionen begriffs- und diskursgeschichtlich ein und analysiert strukturgeschichtliche Raumkategorien (Osteuropa, Nordosteuropa, Ostmitteleuropa, Südosteuropa/Balkan) unter Fragestellungen wie: Wie viel realgeschichtliche Einheit? Wie viel Projektion? Aus wessen Perspektive?

Weiterhin geht es auch um die epochale Gliederung der Geschichte der östlichen Hälfte Europas: Ist eine Unterteilung in Mediävistik und Frühe Neuzeit sinnvoll? Was spricht für die vorgeschlagenen Epochengrenzen 1500 und 1600? Welches sind sinnvolle Gliederungen für die Moderne und die Zeitgeschichte?

Die Vorlesung wendet sich an Studienanfänger des BA Osteuropäische Geschichte sowie an alle, die ein Interesse an Osteuropa haben oder schon immer etwas über die östliche Hälfte europas wissen wollten. Sie ist auch für Lehramts- und Bachelor- und Magisterstudierende, die ein strukturiertes „Grundwissen Osteuropa“ erwerben möchten, geeignet.

Literatur zur Einführung:
Ekaterina Emeliantseva/Arié Malz/Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte. Zürich 2008.
Studienhandbuch Östliches Europa. 2 Bde. Hg. v. Harald Roth, Thomas M. Bohn u. Dieter Neutatz. 2. Aufl. Köln 2009.
Klaus Zernack, Osteuropa. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1977.


[H Si] "Pre-Modern Ukraine: Borderland or Global Meeting Point?"
Unterrichtssprache Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 25.10.2018
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, D 106

Kommentar:

This course considers Ukraine as a place of intercultural communication, transfer of goods, people, practices and ideas. Ukraine had witnessed phenomena unknown in West Europe – like white slavery or new state founded by the rebellious outlaws. We will try to understand why Tatars sold their children into slavery. We will explore how the enslaved Ukrainian girl Roxolana became the powerful wife of the Ottoman sultan Suleiman I Magnificent. We will study why Polish and Ukrainian noblemen orientalized themselves through claiming their ancestry from the ancient Sarmatian nomads and dressing themselves in the Ottoman attire. We will examine how the Cossacks shifted from the Black Sea piracy to the foundation of their own statehood – the Hetmanate. Particular attention will be given to the long-distance trade and consumption, fashion and politics, hybrid identities, brigandage and piracy, Diasporas and merchant networks, slave trafficking and escape. Ukraine’s history will be examined through the concepts of the “borderland”/”frontier”, “contact zone” and “hybridity”.


[H Si] Der Krieg gegen die Sowjetunion
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 333a

Kommentar:

Im Hinblick auf die Ausstellung „Vernichtungsort Maly Trostenez. Geschichte und Erinnerung“, die vom 4. Dezember bis zum 17. Januar in der Stadthalle Gießen unter Beteiligung von Studierenden der JLU gezeigt wird, soll das Hauptseminar den breiteren Kontext des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion problematisieren. Neben dem Holocaust in den „Bloodlands“ Weißrussland und Ukraine sollen dabei Themen wie die Belagerung Leningrads oder die Schlacht von Stalingrad zur Sprache kommen.
Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Voraussetzungen dafür sind die Mitgestaltung einer thematischen Sitzung sowie eigene Materialrecherchen.
Literaturhinweise: Beyrau, Dietrich: Schlachtfeld der Diktatoren. Osteuropa im Schatten von Hitler und Stalin. Göttingen 2000; Snyder, Timothy: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. München 2011.


[H Si] Handel, Waren und Luxus in der transosmanischen Verflechtung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, C 113

Kommentar:

Die Veranstaltung vermittelt mit der Untersuchung von Handelsnetzwerken, einzelnen Händlern oder Kaufleutefamilien, Warenflüssen und Moden bzw. Aspekten des Konsums Zugänge zur Verzahnungsgeschichte zwischen Polen-Litauen, Moskau bzw. Russland und dem Osmanischen Reich sowie Persien vor 1800. Das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, Konstantinopel, Astrachan und Trabzon bzw. Täbris sowie Lemberg und viele andere Städte dienten als Drehscheiben und Knotenpunkte, um nach Persien, in den Mittelmeerraum, den Balkan und Moskowitien oder Polen-Litauen zu gelangen. Sowohl Akteure als auch die gehandelten Objekte selbst und insgesamt die Handelsinfrastruktur, aber auch die Verwendung der Waren sollen in mehreren Schritten beleuchtet werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, ob im Handel und in den gesellschaftlich rezipierten Moden übergreifende kulturelle Praktiken erkennbar werden, die eine oft vorausgesetzte universelle kulturelle Andersartigkeit der beteiligten Regionen entkräften. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich (sie werden jedoch begrüßt), die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt.

Literaturhinweise:
Aslanian, Sebouh David 2011: From the Indian Ocean to the Mediterranean. The Global Trade Networks of Armenian Merchants from New Julfa. Berkeley;
Faroqhi, Suraiya, Gilles Veinstein 2008: Merchants in the Ottoman Empire. Löwen;
Troebst, Stefan 1997: Handelskontrolle, „Derivation“, Eindämmerung. Schwedische Moskaupolitik 1617–1661. Wiesbaden. online: externhttps://www.osmikon.de/metaopac/search?View=ostdok&db=369&id=bsb00094738.


[H Si] Haskalah, jüdische Emanzipation und Antijudaismus in Mittel- und Osteuropa (1750-1850)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Rathenaustr. 8, 308

Kommentar:

Die jüdischen Bevölkerungen Europas erlebten in dem Jahrhundert zwischen 1750 und 1850 eine Sattelzeit, die in eine neue Konzeptionalisierung jüdischer Existenz und jüdischen Lebens in der Diaspora mündete. Die Haskalah forderte eine neue jüdische Bildung nach den Prinzipien der Aufklärung. Die Emanzipation öffnete neue Lebenswelten, die aber zugleich durch neue Wellen des Antijudaismus als prekär erschienen.
Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf deutsch-osteuropäische Verflechtungen in der Epoche, die durch Verschiebungen der europäischen Grenzen, durch Migration und Kulturtransfer belebt wurden. Deutsche Modelle wurden durch die niedrige Sprachgrenze rezipiert, daraus entstand die deutschsprachige „Wissenschaft vom Judentum“. Zugleich löste diese Übersetzung in osteuropäische und jüdische Traditionen produktive Rezeptionen und Missverständnisse aus, die – in der Literatur, in den bildenden Künsten, in der Publizistik – ebenfalls diskutiert werden.
Insgesamt möchte die Veranstaltung vertiefte Einblicke in eine zentrale Epoche jüdischer Geschichte in Europa geben und gemeinsam Wissen erarbeiten. Erwünscht ist ein Interesse an jüdischer Geschichte und Kultur und/oder an deutsch-osteuropäischen Verflechtungen.

Literatur

Bartal, Israel: Geschichte der Juden im östlichen Europa, 1772-1881. Göttingen 2009.
Brenner, Michael [u.a.], Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit. Bd. 2. Emanzipation und Akkulturation 1780 – 1871. München 1996.
Dohrn, Verena: Jüdische Eliten im Russischen Reich. Aufklärung und Integration im 19. Jahrhundert, Köln 2008.
Grill, Tobias: Der Westen im Osten : deutsches Judentum und jüdische Bildungsreform in Osteuropa ; (1783 - 1939). Göttingen 2011.
Feiner, Shmuel: Haskala – Jüdische Aufklärung. Geschichte einer kulturellen Revolution. Hildesheim / Zürich / New York 2007.
Sadowski, Dirk: Haskala und Lebenswelt. Herz Homberg und die jüdischen deutschen Schulen in Galizien 1782 – 1806, Göttingen 2010.


[H Si] Weit entfernt und dennoch eng verflochten? Frankreich und der europäische Osten in der Moderne
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
6 Einzeltermine:
Di. 16.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, F 006
Di. 23.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, F 006
Di. 30.10.2018,16.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, F 006
Sa. 01.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   Phil. I, F 006
Sa. 08.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   Phil. I, F 006
Sa. 15.12.2018,10.00 - 15.00 Uhr   Phil. I, F 006

Kommentar:

Das Fach Osteuropäische Geschichte konzentriert sich häufig auf die Verflechtungen Deutschlands mit den Regionen östlich davon oder betrachtet diese isoliert. Als Beitrag zu einen breiteren europäischen Verständnis wird dieses Seminar statt dessen die Rolle Frankreichs in Bezug auf die Staaten und Regionen eines breit verstandenen Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert untersuchen. Dabei wird es sowohl um konkrete historische Ereignisse als auch um gegenseitige Bilder gehen. In den Blick genommen werden exemplarisch die Beziehungen zu Russland, Polen, der Tschechoslowakei sowie den Staaten Südosteuropas. Aber auch das deutsch-französische Verhältnis wird nicht ganz außen vorbleiben.
Die Lesefähigkeit in Englisch, Französisch oder einer osteuropäischen Sprache wird vorausgesetzt.

Einführende Lektüre:
- Georg Kreis: Geschichte Frankreichs in Quellen und Darstellung. Bd. 2. Stuttgart 2015.
- Deutschland – Frankreich – Rußland / La France et l'Allemagne face à la Russie
Begegnungen und Konfrontationen. Hrsg. v. Ilja Mieck / Pierre Guillen, München 2000.
- Rider, Jacques Le, Mitteleuropa: auf den Spuren eines Begriffes . Berlin 1994


[H Si] Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen: Eine hessisch-osteuropäische Verflechtungsgeschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 011

Kommentar:

Das als Projektseminar geplante Seminar stellt Zwangsarbeiter und Displaced Persons in Hessen im Zeitraum von 1939-1949 ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie ist unser heutiger Forschungsstand zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, wie sollte man Täter- und Opferquellen miteinander verbinden? Wie sieht die regionale Forschungslage aus, wo gibt es Forschungslücken.
Die amerikanische Besatzungszone in Hessen war zugleich nach 1945-1949 ein Zentrum der europäischen Migration: Zwangsarbeiter wurden teilweise gewaltsam in ihre Herkunftsregionen, die teilweise zu anderen Staaten gehörten, „repatriiert“. Neue Flüchtlinge kamen in die DP-Lager, die dort infolge des Fehlens aufnahmebereiter Staaten über mehrere Jahre festsaßen. Was kann man über das Nebeneinander von Deutschen und Zwangsarbeitern bzw. DP’s sagen? Wie lassen sich solche Fragen beforschen?
Das Seminar wendet sich an Interessierte der Osteuropäischen Geschichte und der Regionalgeschichte, erwünscht sind auch Teilnehmer aus den Lehramtsstudiengängen. Es besteht die Möglichkeit von Projektarbeit, am Rande des Seminars sollen Produkte zum historischen Lernen entwickelt werden.

Literatur

Föhrding, Hans-Peter/Verfürth, Heinz: Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, Köln 2017.
Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des "Ausländer-Einsatzes" in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Bonn 1999.
Jacobmeyer, Wolfgang: Vom Zwangsarbeiter zum heimatlosen Ausländer. Die Displaced Persons in Westdeutschland 1945 – 1951, Göttingen 1985.
Keller, Michael: „Das mit den Russenweibern ist erledigt“. Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit, Gestapo-KZ, Massenmord einer SS-Kampfgruppe und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit am Tatort in Hirzenhain wie auf dem Kriegsgräberfriedhof im Kloster Arnsburg, 1943 – 1996, Friedberg 2000.
Köhn, Holger: Die Lage der Lager. Displaced Persons-Lager in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 2012.
Plaßwilm, Regina: Die Grenzen des Erzählbaren. Erinnerungsdiskurse von NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Ost- und Westeuropa, Essen 2011.
Überlebt und unterwegs. Jüdische displaced persons im Nachkriegsdeutschland, Frankfurt a. M. 1997.


[P Si] Die Schwabenzüge. Maria Theresia und die Kolonisierung des Banats
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Nach dem Rückzug der Osmanen aus den besetzten Gebieten des Königreichs Ungaren wurden von 1692 bis 1786 in mehreren Wellen rund 150.000 Kolonisten aus dem südwestdeutschen Raum in den Landschaften Batschka und Banat angesiedelt. Die Donauschwaben genannten Ansiedler hatten brachliegende Feuchtgebiete landwirtschaftlich zu erschließen. Wegen des Sumpffiebers galt „Ungarn“ zunächst noch als „des Deutschen Grab“. Auf der Grundlage von Fachliteratur und Quellen wollen wir uns über Maria Theresias Bevölkerungspolitik und die Alltagsprobleme der Kolonisten informieren. In diesem Sinne versteht sich die Veranstaltung vor allem auch als eine Einführung in die Methoden der Geschichtswissenschaft.
Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit im Sinne der Untersuchung einer historischen Fragestellung auf der Grundlage von Quellen vorgesehen. Die dazu erforderlichen Materialien werden im Seminar gemeinsam bearbeitet.
Literaturhinweise:
Quellen: Krauss, Karl-Peter: Quellen zu den Lebenswelten deutscher Migranten im Königreich Ungarn im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Stuttgart 2015; Tafferner, Anton: Quellenbuch zur donauschwäbischen Geschichte. [Bd. I:] München 1974. [Bd. II]: Stuttgart 1977. [Bd. III:] Stuttgart 1978. [Bd. IV:] Stuttgart 1982. Bd. 5. Mit einem chronologischen Quellenverzeichnis (Band I-V) und einer historiographischen Einleitung des Verfassers. München 1995; Wolf, Josef: Quellen zur Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte des Banats im 18. Jahrhundert. Tübingen 1995.
Darstellungen: Feldtänzer, Oskar: Donauschwäbische Geschichte. Bd. I: Das Jahrhundert der Ansiedlung 1689-1805. München 2006; Senz, Ingomar: Die Donauschwaben. München 1994.


[P Si] Einführung in die osteuropäische Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[P Si] Infrastrukturelle Kooperation und Konkurrenz um das Schwarze Meer (1800-2018)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, G 026

Kommentar:

Beschreibung der Veranstaltung:
Das Proseminar führt in den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit Quellen und Darstellungen und in die Abfassung einer schriftlichen Hausarbeit ein. Als Beispiel dienen Zugänge zur Infrastrukturgeschichte: Hafenstädte, Dampfschiffgesellschaften, Eisenbahnen, Ölpipelines, Kanäle dien(t)en kommerziellen wie militärischen Zwecken und sind in der Vernetzung gesellschaftlich und überregional wirksam. Das ins Zentrum gerückte Thema soll einen Zugang zur Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten der (süd)osteuropäischen Geschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts einschließlich der Türkei bieten. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt.

Sprechstunde: Mittwoch 11-12 Uhr D 206

Literaturhinweise:
Proseminaristisch:
Opgenoorth, Ernst, Schulz, Günther. Einführung in das Studium der Neueren Geschichte. 7. Auflage. Paderborn u.a. 2010 (JLU opac online); Emeliantseva, Ekaterina, Malz, Arié, Ursprung, Daniel. Einführung in die osteuropäische Geschichte. Zürich 2008 via: externhttps://www.academia.edu/6483056/Einführung_in_die_Osteuropäische_Geschichte

Thematisch:
King, C. The Black Sea. A History.
Schwerpunkt: Hafenstädte in Mittel- und Osteuropa. Themenheft der ZS: Ost-West. Europäische Perspektiven 2 (2013) externhttps://www.owep.de/ausgabe/2013-2
Ardeleanu, C., A. Liberatos (Hg.). Port Cities on the Western Black Sea Coast and the Danube. Economic and Social Development of the long 19 c. Präprintversion 2015 via: externhttps://220.academia.edu/AndreasLyberatos


[P Si] Stein der Weisen, Gold und Panacea. Alchemisten in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[P Si] Ungarn in der Arpadenzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts, der Zeit der sog. Landnahme im Karpatenbecken, gehören die Ungarn unter ihren Fürsten aus der Árpádenfamilie zum Kreis der europäischen Völker. Die Annahme des Christentums unter Stephan d. Hl. erfuhr einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbau. Anhand ausgewählter Aspekte des gesellschaftlichen Lebens sollen Grundprobleme der mittelalterlichen Geschichte thematisiert werden: Eigenheiten der Quellenüberlieferung, das Königtum der Árpáden, Besonderheit der dynastischen Herrschaft, die Rolle kirchlicher Institutionen, das Städtewesen, die Beziehungen zu den Nachbarn.
Zur einführenden Orientierung: Bak, János M.: Das Königreich Ungarn im Hochmittelalter 1060-1444. In: Handbuch der europäischen Geschichte. Bd. 2: Europa im Hoch- und Spätmittelalter. Hrsg. von Ferdinand Seibt, Stuttgart 1987, 1103-1124; Engel, Pál: The realm of St Stephen. A history of medieval Hungary, 895 – 1526, London [u.a.] 2001 (International library of historical studies 19).


[P Si] Völkerstereotypien zwischen 1450 und 1850
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, C 030

Kommentar:

Historische Stereotypen besitzen eine lange Dauer und erleben erstaunliche Wendungen und Wiederbelebungen. Das Proseminar möchte in dieses Thema methodisch einführen und die ältere Entstehung und Verbreitungsgeschichte von Völkerstereotypien nachzeichnen.
Schwerpunkte werden sein: Entwicklung und Verbreitung von agonalen Stereotypien im Humanismus, antemurale-Konzepte und Stereotypien von Barbaren (Türken, Moskowiter), Gattungen und Medien in Europa: descriptio gentium, Völkertafeln; neue Fremdbilder und Stereotypisierungen in Aufklärung und Volksaufklärung.
Das Proseminar ist europäisch vergleichend mit einem Schwerpunkt auf exkludierenden Stereotypien im Nord-Süd und Ost-West-Vergleich angelegt. Für die Aufklärung werden auch stärker außereuropäische Fälle berücksichtigt. Gefragt werden soll auch, inwieweit Rassekonzepte in den Stereotypien eine Rolle spielen.

Literatur

Hahn, Hans Henning (Hg.): Nationale Wahrnehmungen und ihre Stereotypisierung : Beiträge zur historischen Stereotypenforschung. Frankfurt a.M. 2007.
Hirschi, Caspar: Wettkampf der Nationen. Konstruktionen einer deutschen Ehrgemeinschaft an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Göttingen 2005.
Augustynowicz, Christoph, Agnieszka Pufelska (Hg.): Konstruierte (Fremd-?)Bilder. Das östliche Europa im Diskurs des 18. Jahrhunderts, München 2017.
Orłowski, Hubert: „Polnische Wirtschaft“. Zum deutschen Polendiskurs der Neuzeit, Wiesbaden 1996.
Stanzel, Franz K. (Hg.): Europäischer Völkerspiegel: imagologisch-ethnographische Studien zu den Völkertafeln des frühen 18. Jahrhunderts. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1999
Struck, Bernhard: Nicht West - nicht Ost. Frankreich und Polen in der Wahrnehmung deutscher Reisender zwischen 1750 und 1850, Göttingen 2006.
Wolff, Larry: Inventing Eastern Europe. The map of civilization on the mind of the enlightenment, Stanford, Calif. 1994.


[Ü] Contemporary Ukraine (1991-2018): Politics, Economics, Society"
Unterrichtssprache ist Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 25.10.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, D 209

Kommentar:

Russia’s annexation of Crimea and the subsequent conflict in eastern Ukraine presented the EU with a major foreign policy challenge. This course examines the causes and consequences of the recent conflict in Ukraine through a historical lens. The course consists of three main blocks. In the first block we will focus on the collapse of the Soviet Union and transition to the oligarchic economy and “competitive authoritarianism” (1985-2004). The second block of the course will focus on the semi-consolidated “oligarchic democracy” and Russia’s growing interference into Ukrainian affairs (2004-2013). The third block of the course will explore Ukraine’s political crisis of 2013-2014 and ongoing Russian-Ukrainian military conflict. By exploring phenomena such as privatization, patronal politics, corruption, mafia, clans, oligarchs, political machinery, electoral chicanery, civil society, the Soviet historical legacy, uses of history in politics, regionalism, hybrid identities, mass media and propaganda, proxy war, de facto states, it provides a larger framework for understanding what is happening today.


[Ü] Der Reiz der Nostalgie.Die Sowjetunion unter Brežnev 1964-1982
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

Nach ihrem Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ 1945 entwickelte sich die Sowjetunion rasch zur zweiten globalen „Supermacht“. Der Kalte Krieg mit den USA prägte die Weltpolitik bis zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums im Jahre 1991 in hohem Maße. Dementsprechend wechselten sich „heiße“ und „kalte“ Phasen in den internationalen Beziehungen ab. Im Inneren versuchte die Partei- und Staatsführung unter Brežnev weitere Akzente zu setzen, beispielsweise in der Wirtschafts-, Sozial- und Nationalitätenpolitik. Hinzu kamen gesellschaftliche Dynamiken, die mitunter im Widerspruch zu den Leitlinien ideologisch begründeter Ordnungsvorstellungen standen. Das Aufkommen einer dissidentischen Bewegung ist dafür ein beredtes Kapitel. Jedenfalls hatte die Sowjetunion im Jahre 1982 ihr Gesicht in einschneidender Weise verändert.
Aus der Perspektive des Jahres 2018 ist die Historisierung der Geschichte der späten Sowjetunion ein Trend, der die Fachwissenschaft in den letzten Jahren in eine Art Goldgräberfieber versetzt hat. Wo der Stalinismus als weitgehend abgehandelt gilt, birgt die Auseinandersetzung mit den daran anschließenden Perioden unter Chruščev und Brežnev noch jede Menge Raum für Interpretationen. Diese haben nicht zuletzt mit dem Phänomen zu tun, dass insbesondere die 1970er Jahre in den dankbaren Erinnerungen der Zeitgenossen als eine Periode sozialer Sorgenfreiheit gelten, welche ihnen einen zufriedenstellenden, wenngleich bescheidenen Lebensstandard ermöglicht hat.
In der Übung werden wir uns auf breiter Basis mit historischem Quellenmaterial zu wichtigen Ereignissen, markanten Entwicklungen und kulturellen Strömungen der Zeit beschäftigen. Darüber hinaus wird in die Quellentheorie eingeführt sowie der sachgerechte Umgang mit historischen Quellen erörtert. In Vorbereitung auf die jeweiligen Sitzungen und im Zuge der Abfassung des (schriftlichen) Quellenkommentars wird von einem Pensum an Vor- bzw. Nachbereitungszeit im Umfang von ca. zwei Wochenstunden ausgegangen. Dies setzt wiederum eine intensive Lesebereitschaft deutsch- und englischsprachiger Fachtexte voraus. Außerdem ist die lebhafte Teilnahme am Seminargeschehen ausdrücklich gewünscht.


[Ü] History of Eastern European political concepts
Unterrichtssprache Englisch
Dozent/-in:
Dudchik, A. Dudchik, Andrei
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 02.11.2018,14.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, G 025
Sa. 03.11.2018,09.00 - 13.00 Uhr   Phil. I, G 025
Fr. 09.11.2018,14.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, G 025
Sa. 10.11.2018,09.00 - 13.00 Uhr   Phil. I, G 025

Kommentar:

The course is dedicated to the analysis of the main variants of History of concepts
(Conceptual history, Begriffsgeschichte) with a special attention to the Eastern European
political concepts. History of concepts is a useful and influential strategy of study and research in
the field of intellectual history and history of philosophy. Study of the course should help the
students to explicate social and historical dimensions of the main concepts of political
philosophy, showing pragmatic aspects of their usage and close interrelation with other forms of
knowledge, politics, everyday life, and cultural traditions. The course covers the main
methodological issues of the research in intellectual history and history of concepts especially.
The main variants of the history of concepts (the German and English ones) are represented with
an attention to the basic concepts of Western political tradition. At the same time the possibilities
of the methodology for the regionally oriented research and area studies are discovered (the
examples of the post-Soviet countries). A special attention is given to the problems of transfer of
concepts (as a form of wider process of intellectual and cultural transfer) and (im)possibility of
translation of concepts of political philosophy.
The course includes lectures on the main aspects of contemporary history of political and social
concepts. The Power-point presentation will be used during the lectures. The in-class discussions
presuppose reading of texts that will be provided by the lecturer in digital form (as well as
general and additional literature for the course).


[Ü] Ottoman Rumelia from Postcolonial Perspective
Die Unterrichtssprache ist Englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2018
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

The course deals with the analysis of the Ottoman Empire, especially its European part known as Rumelia. In the course will be analyzed its transformation during the long XIX century through the lens of Postcolonial theory by trying to deconstruct narratives of "superiority/civilization" and "backward/barbarian". In this context, we will read basic texts on postcolonial theory (Said, Spivak, Todorova etc.) and try to apply them on examples related to Rumelia (and other parts of South-Eastern Europe) and open up comparative perspectives (Russian Empire, British Empire etc.)


[Ü] Peter der Große als Problem der Historiographie
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2018
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 333a

Kommentar:

Die Übung soll in einem ersten Schritt einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert bieten und mit den Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Neuen Kulturgeschichte vertraut machen. In einem zweiten Schritt werden Trends des 21. Jahrhunderts wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte erörtert. In einem dritten Schritt soll Peter I. als historiographisches Problem untersucht werden. Was hat es mit dem Theorem der großen historischen Persönlichkeit auf sich? Hat Peter bewusst das „Fenster nach Europa“ aufgestoßen oder fungierte lediglich der „Krieg als Motor der Reformen“? Wie beantworteten Historikerinnen und Historiker unterschiedlicher Generationen diese Frage? Letzten Endes geht es darum, zu überprüfen, welcher Ansatz der Geschichtswissenschaft Peter I. bzw. Peter dem Großen tatsächlich gerecht wird. Historiographische Texte in deutscher Übersetzung liegen in ausreichendem Maße vor.
Als Prüfungsleistung, wird ein Essay erwartet, in dem die Potentiale eines der besprochenen historiographischen Ansätze in Bezug auf die Erforschung Peters und seiner Zeit diskutiert werden. Voraussetzung dafür ist die Moderation einer Seminarsitzung.
Literaturhinweise: Iggers, Georg G.: Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang. 2., durchges. Aufl. Göttingen 1996; Simon, Christian: Historiographie. Eine Einführung. Stuttgart 1996; Raphael, Lutz: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. München 2003; Riasanovsky, Nicholas V.: The Image of Peter the Great in Russian History and Thought. New York/Oxford 1985; Wittram, Reinhard: Peter I. Czar und Kaiser. Zur Geschichte Peters des Großen in seiner Zeit. Bd. I-II. Göttingen 1964.


[Ü] Politische Ökonomie - moralische Ökonomie. Wirtschaft und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2018
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, E 004

[Ü] Quellen zur Geschichte des Schwarzmeerhandels in der Frühen Neuzeit/Sources on the History of the Black Sea Trade in the Early Modern Period
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, D 209
2 Einzeltermine:
Fr. 18.01.2019,16.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, D 209
Sa. 19.01.2019,12.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, E 005

Kommentar:

In der Übung werden gemeinsam Quellen aufgearbeitet und diskutiert, die zur Beschreibung des frühneuzeitlichen Handels über und um das Schwarze Meer herum beitragen können. Dazu gehören z.B. Reiseberichte, Rechnungsbücher, Vertragswerke, Zoll- und Steuerregister, Gerichtsbücher etc. Eine breite Palette an Handelswaren erlaubt dabei mannigfaltige Einblicke in die Verflechtungsprozesse der Region: unter anderen Pelze, Honig, tierische Fette, Textilien aus Ost und West bis hin zu Waffen und Sklaven. Durch die Arbeit an den Quellen erlernen die Studierenden mit der Quellenkritik die Kernmethode der Geschichtswissenschaft. Der Kurs richtet sich an Studierende mit Interesse an der Geschichte des Osmanischen Reiches (einschließlich des Krimkhanats), des östlichen Südosteuropa (Bulgarien, Rumänien), der Ukraine (als Teil Polen-Litauens) und Russlands. Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch. Sprachkenntnisse aus den genannten Regionen sind gern gesehen, aber keine Vorraussetzung für die Teilnahme.

In this tutorial seminar we will work on and discuss sources related to the early modern Black Sea trade. Among such we find travelogues, account books, capitulations, customs and tax registers, judicial court records etc. A wide range of products allows for manifold insights into the entanglements going on in the region under scrutiny: among others furs, honey, and animal fats, textiles from East and West, weapons and finally slaves. Working with the sources the students will learn the method of source criticism, essential instrument to any historian. Students with an interest in the history of the Ottoman Empire (including the Crimean Khanate), the eastern part of Southeastern Europe (Bulgaria and Romania), Ukraine (as part of Poland-Lithuania) and Russia are especially invited to participate. The course will be held in German and English. Knowledge of languages relevant for the study of this region are an asset, but not required.


[Ü] Zwischen Sehnsuchtsort, Utopia und Albtraum: Russland und die Sowjetunion mit den Augen des westlichen Auslands gesehen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2018
wöchentlich Fr. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, C 030

Kommentar:

„Ich glaube, soviele Uhrmacher wie in Moskau gibt es in keiner Stadt. Das ist umso seltsamer, als die Leute hier nicht viel Aufhebens von der Zeit machen. Es wird aber wohl historische Gründe haben.“ (Walter Benjamin, 1926)

West und Ost, mehr als zwei Himmelrichtungen. Seit der Westwendung Zar Peter I. stand Russlands Gesellschaft, dessen Kultur, Wirtschaft und Politik unter ständiger Beobachtung durch Politiker*innen, Reisende, Journalist*innen, Forschende und Abenteuernde. Besonders im 20. Jahrhundert lieferten Zarenreich und Sowjetunion in Verfall und Aufstieg, Krieg, Krisen und permanenten Umwälzungsprozessen die ideale Bühne für eine blühende Berichterstattung und Analyse. Als Produkt dieser westlichen In-Augenscheinnahme fluteten tausende Monografien, Reiseberichte, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Abhandlungen den Buch- und Pressemarkt. Weltsichten kämpften um die Deutungshoheit des alten und des neuen Russlands, das Land war jeweils „rote Sphinx“, „Sowjethölle“, „Vaterland der Werktätigen“, „Land der Zukunft“.

Die Veranstaltung soll einen ersten Überblick über die Wahrnehmung, ideologische Interpretation und umfassende Darstellung des Zarenreiches bzw. der Sowjetunion vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zusammenbruch des Staatssozialismus 1991 liefern. Gemeinsam wollen wir einflussreiche KommentatorInnen, fellow travellers und erbitterte Gegner der zarisch-sowjetischen Wirklichkeit kennenlernen und ihre Werke kritisch einordnen. Der Fokus liegt primär auf deutschsprachigen AutorInnen, wobei internationale Ergänzungen selbstverständlich einbezogen werden sollen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, sich auf eine Vielzahl verschiedener Quellen und Quellengattungen (von textlastig bis fotodominiert) einzulassen. Die zu untersuchende Epoche ermöglicht anhand ihrer facettenreichen Brüche und Kontinuitäten, mit verschiedenen Theorien und Methoden (Ideologiekritik, Kommunikationswissenschaft, Stereotypenforschung, etc.) zu arbeiten.

Empfohlene Einstiegsliteratur
- Bernhard Furler: Augen-Schein. Deutschsprachige Reportagen über Sowjetrußland 1917-1939,
Frankfurt a. M. 1987, zugl.: Basel, Univ., Diss., 1987,
- Eva Oberloskamp: Fremde neue Welten, Reisen deutschen und französischer Linksintellektueller in
die Sowjetunion, München 2011,
- Matthias Heeke: Reisen zu den Sowjets. Der ausländische Tourismus in Rußland 1921-1941. Mit
einem bio-bibliografischen Anhang zu 96 deutschen Reiseautoren, Münster/u. a. 2003 (= Arbeiten zur
Geschichte Osteuropas, Bd. 11), zugl.: Münster (Westf.), Univ., Diss., 1999.


[O Si] Neue Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2018
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr,  Phil. I, G 333

[Pra Vb] Praktikumsvorbereitung B.A.
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
Einzeltermin:
Mi. 24.10.2018,12.00 - 14.00 Uhr   Phil. I, C 027

Kommentar:

Ein vier-, sechs- oder achtwöchiges Praktikum (je nach individueller Studiengestaltung) gehört zu den obligatorischen Bestandteilen des Gießener BA-Studiums.
In der Stud.IP-Gruppe "Geschichte Studieren in Gießen" können nähere Hinweise sowie denkbare bzw. empfehlenswerte Einrichtungen für ein solches Praktikum eingesehen werden.
In der Informationsveranstaltung geht es um grundsätzliche Fragen der Vorbereitung und Durchführung eines solchen Praktikums.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de