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Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2026

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Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Philosophie - Kombinations-Masterstudiengänge "Philosophie" (Studienbeginn bis Sommersemester 2022)

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Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen.

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen.

[Koll] Aktuelle Forschungsfragen und Projekte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 330
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 330

Kommentar:

Das Oberseminar/Kolloquium wendet sich an Fortgeschrittene. Wir lesen neuere Texte aus der Theoretischen Philosophie – insbesondere rund um die anthropologische Frage nach dem angemessenen Verständnis unserer menschlichen Lebensform(en) – und diskutieren laufende Projekte (Abschlussarbeiten, Dissertationen) aus dem Kreis der Teilnehmer:innen.
Das Programm wird zu Semesterbeginn gemeinsam festgelegt.
Um Voranmeldung wird gebeten.


[Koll] Kolloquium Theoretische Philosophie
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 330
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 330

[O Si] Probleme und Perspektiven der Praktischen Philosophie
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

In dem Forschungskolloquium werden ausgewählte aktuelle Beiträge zu allen Themengebieten der praktischen Philosophie erarbeitet und diskutiert. Dazu gehören auch laufende Projekte (Abschlussarbeiten, Dissertationen) aus dem Kreis der Teilnehmer:innen. Das Kolloquium steht allen an forschungsnahen Themen und Diskussionen der Praktischen Philosophie interessierten fortgeschrittenen Studierenden offen.

In diesem Semester werden wir das gerade erschienene Buch "Die dunkle Seite der Sprache" lesen, das von Tim Henning, Nikola Komma und Christian Nimtz verfasst wurde, um aus der Perspektive der theoretischen, praktischen und der Sprachphilosophie zu untersuchen, "wie Worte ausgrenzen, abwerten und manipulieren."

Desweiteren werden wir Ausschnitte aus dem Buch „Citizen Knowledge. Markets, Experts, and the Infrastructure of Democracy” der Philosophin und Ökonomin Lisa Herzog lesen. Das darin entwickelte Konzept der “Wirtschaftsdemokratie” beschäftigt sich u.s. mit den folgenden Fragen: Wenn in der Politik das Prinzip der Demokratie gilt – warum dann nicht auch in der Wirtschaft? Wenn Demokratien Regierungen und politische Akteure zur Verantwortung ziehen für ihr Handeln, warum dann nicht auch Unternehmen und Manager? Wieso sollte man die Machtungleichgewichte einer kapitalistischen Marktwirtschaft hinnehmen, wenn sie weder fair noch partizipativ zustande gekommen sind und der demokratischen Kontrolle entzogen bleiben?

Lisa Herzog ist Gast der Lahngespräche 2026, d.h. sie wird im Rahmen eines Abendvortrags und ganztägigen Workshops die Thesen ihres Buches mit uns diskutieren (29.-30. Januar 2026).


   

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen, davon höchstens eine Vorlesung (falls angeboten).

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


 

Zu belegen sind zwei Veranstaltungen.

[Si] Bedeutungstheorien - eine Einführung
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Durch die intensive Lektüre einflussreicher – sowohl klassischer als auch zeitgenössischer – Texte erarbeiten wir uns einen systematischen Überblick über zentrale Ansätze der Bedeutungstheorie. Im Mittelpunkt stehen semantische Fragen danach, worin sprachliche Bedeutung besteht, wie sie theoretisch zu erfassen ist, wie die Bedeutung komplexer Ausdrücke (etwa von Sätzen) von ihren Bestandteilen abhängt und welche Rolle dabei der nicht-sprachliche Kontext spielt. Darüber hinaus werden metasemantische Fragen behandelt: Was erklärt, dass sprachliche Ausdrücke überhaupt Bedeutung haben? Und wodurch wird festgelegt, dass ein bestimmter Ausdruck oder Satz eine bestimmte Bedeutung besitzt?

Das Seminar ist geprägt von der gemeinsamen, textnahen Analyse zentraler Texte mit dem Ziel, die vertretenen Positionen präzise zu verstehen und ihre Argumente systematisch zu rekonstruieren. Ergänzt wird dies durch kurze Impulse der Studierenden sowie durch Gruppenarbeiten. Die Leistungen werden in einem Portfolio (u. a. mit Kurzvorträgen und einem wissenschaftlichen Poster) dokumentiert. Das Seminar richtet sich an Studierende in einer frühen Phase ihres Wahlpflichtstudiums. Ein grundlegendes Verständnis von Aussagen- und Prädikatenlogik ist empfehlenswert.


[Si] Hannah Arendts Politische Philosophie  (AfK-Nr.: 413/414)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Hannah Arendts Gedanken zählen zu den einflussreichsten der zeitgenössischen politischen Theorie. Zumindest drei ihrer Werke hatten enormen Einfluss auf verschiedene intellektuelle Kreise. The Origins of Totalitarianism (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) (1951) ist eine Studie über die Grundeigenschaften Wesen und den historischen Hintergrund totalitärer Phänomene wie des nationalsozialistischen und des stalinistischen Regimes. The Human Condition (Vita Activa oder Vom tätigen Leben) (1958) ist eine philosophische Untersuchung, die sich mit den grundlegenden Kategorien des Arbeitens, Herstellens, und Handelns befasst. Und Eichmann in Jerusalem (1963) analysiert den Prozess gegen einen Nazi-Täter und prägt dabei den viel diskutierten Begriff der „Banalität des Bösen“. Neben diesen wichtigen Werken veröffentlichte Arendt mehrere einflussreiche Essays zu Themen wie der Revolution, Freiheit, Autorität, Gewalt, den Menschenrechten und nicht zuletzt der Urteilskraft. In diesem einführenden Seminar werden wir die wichtigsten Aspekte von Arendts politischem Denken aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch diskutieren.!


[Si] Information und Repräsentation: Zu den Grundlagen der Kognitionswissenschaften  (AfK-Nr.: 405/406)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 17:30 - 19:30 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Den Kognitionswissenschaften liegt eine repräsentationale Theorie des Geistes zugrunde: Kognition besteht im Manipulieren von Repräsentationen. Wahrnehmen, Denken, Planen oder Entscheiden erscheinen als Operationen über interne Zustände, die etwas repräsentieren. Doch was genau sind solche Repräsentationen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Welche explanatorische Rolle spielen sie? Und wie verhält sich der Begriff der Repräsentation zu anderen Begriffen – etwa dem der Information?

Das Seminar bietet eine systematische Einführung in Theorien mentaler Repräsentation. Ausgangspunkt sind klassische Versuche, Repräsentationen über Informationsbeziehungen oder nomologische Abhängigkeiten zu erklären, sowie funktionalistische Ansätze, die das Problem der Fehlrepräsentation adressieren: Wie kann ein Zustand repräsentational sein, obwohl das von ihm Repräsentierte nicht der Fall ist?

Darauf aufbauend werden deflationäre und revisionäre Positionen diskutiert, die den explanatorischen Wert des Repräsentationsbegriffs bestreiten oder neu bestimmen, sowie neuere, gegenwärtig einflussreiche Positionen.

Ziel des Seminars ist eine kritische Neubewertung des Repräsentationsbegriffs:
Ist Repräsentation ein unverzichtbarer Grundbegriff der Kognitionswissenschaft – oder ein theoretisches Konstrukt, dessen explanatorischer Mehrwert neu zu bestimmen ist?

Stil des Seminars: Das Seminar ist textbasiert und diskussionsorientiert aufgebaut; im Zentrum stehen die präzise, gemeinsame Rekonstruktion und kritische Analyse von Positionen und Argumenten. Gelegentliche Gruppenarbeiten bereiten die Diskussion vor oder vertiefen sie; in Kurzpräsentationen rekonstruieren und sichern Studierende den erreichten Argumentationsstand. Den Abschluss bilden eigenständige, analytisch-argumentativ ausgerichtete Präsentationen.


[Si] Mind your gender - degender your mind. Feministische Philosophie des Geistes  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 014
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 014

Kommentar:

Feministische Philosophie und Philosophie des Geistes sind zwei Disziplinen der Philosophie, die bislang relativ wenig miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie zum Teil ähnliche Phänomene behandeln. So sind Fragen wie „Wer hat einen Geist?“ und „Welchen Einfluss hat das Soziale auf das Mentale?“ sowie Theorien über u.a. Emotionen, das Selbst, und psychische Krankheiten von Relevanz für beide Disziplinen.
Das Seminar soll feministische Philosophie und Philosophie des Geistes in ein Gespräch bringen, das für beide Disziplinen ertragreich ist. Wir werden u.a. feministische, anti-rassistische, anti-ableistische und trans* Perspektiven zu Themen wie Sexualität, Geschlechtsidentität, psychische Krankheiten und Neurodivergenz, das Selbst, Emotionen und Verkörperung diskutieren.
Die Texte werden voraussichtlich teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch sein, die Seminardiskussion auf Deutsch.


[Si] Philosophie und Rassismus  (AfK-Nr.: 409/410)
Dozent/-in:
Mosayebi, Reza
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 107
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 107

Kommentar:

Welche Rolle spielen philosophische Theorien bei der Entstehung des Begriffs „Rasse“, bei der Ausformung und Perpetuierung von Rassismus sowie im Antirassismus? Das Seminar behandelt diese Fragen sowohl in historischer als auch in systematischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Ansätze von Kants Rassentheorie bis hin zu aktuellen kritisch-philosophischen Theorien von Race (u. a. Charles Mills und Sally Haslanger) sowie Theorien des Antisemitismus. Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die philosophischen Debatten um (Anti-)Rassismus.
Die im Rahmen des Collegium Giessenum („Rassismus“) stattfindenden Vorträge sind Teil der Seminarsitzungen."


[Si] Reality TV als Thema der Ethik!?  (AfK-Nr.: 411/412)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 117
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 117

Kommentar:

Gil wird Dschungelkönig 2026, Alex bespuckt eine Verführerin bei Temptation Island, Walentina mobbt eine Mitkandidatin – das sind nur drei Beispiele aus dem Reality TV, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Schon von Beginn an wurden ethische Bedenken hinsichtlich derartiger Shows vorgebracht, die in den letzten 1-2 Jahren immer lauter wurden.
Die akademische Ethik beschäftigt sich aber nur am Rande mit diesen Bedenken. Traditionell gibt es zwei (ethische) Kritiklinien am Unterhaltungsfernsehen allgemein, die sich auch auf Reality TV anwenden lassen: Nach der sogenannten „rechten These“ sind diese Shows problematisch, weil sie einen Sittenverfall nach sich ziehen. Der Gedanke ist, dass sich das, was im TV gezeigt wird, direkt auf die Zuschauer*innen auswirkt. Wird etwa Gewalt gezeigt, wirkt das enthemmend und kann wiederum Gewalt beim Publikum fördern. Nach der „linken These“ sind Unterhaltungsformate negativ zu betrachten, weil sie die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände unserer Welt verschleiern. Hierhinter steckt folgender Gedanke: Wer sich von Reality TV ablenken lässt, geht nicht in den Widerstand gegen ungerechte Systeme. Aus beiden Thesen lassen sich sicherlich wichtige Kritikpunkte ableiten. Um die Vielschichtigkeit von Reality TV auf allen Ebenen (Produktion, Showkonzept, Schnitt, Darsteller*innen, Zuschauer*innen etc.) zu greifen, braucht es aber mehr.

Im Seminar werden wir uns daher dem Phänomen Reality TV auf verschiedene Weise nähern. Im ersten Schritt werden wir einschlägige Texte zur ethischen Debatte um Reality TV lesen. Im Anschluss diskutieren wir mit Texten aus verwandten Debatten ausgewählte Themen, die in Bezug auf Reality TV-Formate diskutiert werden, z.B. Objektifizierung, Instrumentalisierung oder Boykott. Im dritten Schritt gehen Sie in Projektgruppen zusammen und suchen sich ein konkretes Beispiel aus dem Reality TV-Bereich aus, das Sie mithilfe des erarbeiteten theoretischen Fundaments ethisch analysieren. Aus dieser Analyse entwickeln Sie kleine Social Media-Projekte (TikToks, Instagram-Beiträge etc.), die dann Teil der Prüfungsleistung sind.

WICHTIG: Das Seminar bedarf im Semester sehr viel mehr Arbeit als ein reguläres Seminar, dafür aber weniger Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit. Es erfordert eine regelmäßige Lektüre der Texte sowie eine selbstständige Mitarbeit in Kleingruppen. Der Großteil der Texte ist ausschließlich in englischer Sprache vorhanden.

Das Passwort zum Kurs wird in der 1. Sitzung bekannt gegeben.


[Si] Religion und Vernunft (für Studierende der Katholischen Theologie: Systematische Theologie)  (AfK-Nr.: 403/404)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. II, H 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 209

Kommentar:

„Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten“, meinte einst Wilhelm Busch. Das dürfte überzogen sein. Gleichwohl ist es eine offene Frage, ob und inwiefern ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an einen (monotheistischen) Gott, rational ist, es also gute Gründe für einen solchen Glauben gibt. Genau dieser Frage möchten wir in dem Seminar nachgehen. Naturgemäß fächert sich eine solch gewichtige Frage in viele schwierige Teilfragen und Probleme auf, von denen wir zumindest einige behandeln werden. So werden wir uns etwa eine kleine Auswahl an einflussreichen Motiven und Argumenten für den Glauben an Gott vornehmen und zu prüfen versuchen – darunter auch den einen oder anderen sogenannten ‚Gottesbeweis‘. Auch sollen natürlich Argumente gegen die Rationalität des Glaubens zu Wort kommen – vor allem das notorische Theodizeeproblem: also das Problem, dass die Annahme, es gebe einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott, angesichts des unermesslichen Leids in unserer Welt eigentlich absurd anmutet.
Wir werden im Seminar allerdings auch noch einen Schritt zurücktreten und ganz grundsätzlich danach fragen, was ein religiöser Glaube genauer ist – im Unterschied zu verwandten geistigen Zuständen, etwa (‚herkömmlichen‘) Überzeugungen, Hoffnungen oder einem Vertrauen in Personen oder ‚Sachen‘. Auch wird uns beschäftigen, ob es rational ist, sich zu wünschen, nicht irgendwann unwiederbringlich tot zu sein, stattdessen ewig zu leben – eine für viele Religionen ja zentrale Vorstellung. Ferner möchten wir über den Status von Religion in sogenannten postsäkularen Gesellschaften nachdenken: Sind religiöse Traditionen zu überwindende Restbestände aus vormodernen Zeiten oder haben sie, auch für aufgeklärte Zeitgenoss:innen, noch ein semantisches und humanitäres Potenzial, das sich zu erschließen lohnt?
Indem wir diesen (und verwandten) Überlegungssträngen gemeinsam nachgehen, möchten wir in der Beantwortung der Leitfrage vorankommen, wie es um die Rationalität religiösen Glaubens bestellt ist. Wir hoffen, dass uns dabei auch die interdisziplinäre Seminarstruktur helfen wird – Philosophie und Theologie also voneinander lernen werden.


[Si] Was ist Eigentum?
Dozent/-in:
Prof. Dr. Matthias Vogel Lipski, Maximilian
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 113
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 113

Kommentar:

»Hey, das ist mein Fahrrad!«
»Was soll das heißen ›mein‹? Hast du es gebaut? Fährst du gerade damit? Ich hab‘ keine Ahnung, was Du da redest, das ist einfach ein Fahrrad.«

Wenn wir uns auch nur einen Moment ernsthaft vorstellen, in sozialen Zusammenhängen zu leben, in denen Eigentum kein etabliertes und wirksames Konzept ist, dann merken wir, wie grundlegend diese Kategorie für unsere Selbstsituierung ist. Man stelle sich nur für einen Moment vor, es ginge nicht um ein Fahrrad, sondern den eigenen Körper.

Auch politik- und ideengeschichtlich ist das Recht auf Privateigentum ein kontroverser Gegenstand. Im zweiten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung von 1789 steht: »Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.« Zugleich ist unübersehbar, dass die Frage, wem was gehören sollte, viele der erbitterten Kämpfe unserer Zeit bestimmt.

Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, was die Relation des Eigentums grundlegend ausmacht und welche Ressourcen zu seiner Rechtfertigung in Stellung gebracht werden.
Dazu wollen wir uns insbesondere mit Überlegungen auseinandersetzen, wie sie von Locke, Kant und Hegel angestellt wurden.

Literatur (zur Vorbereitung):
Barbara Arneil (1996): »John Locke and America: The Defence of English Colonialism« Oxford University Press. Insbesondere Kapitel 6.
Jacob Blumenfeld (2025): »The Concept of Property in Kant, Fichte, and Hegel. Freedom, Right, and Recognition« Oxford University Press.
Crawford Brough Macpherson (1951): »Locke on Capitalist Appropiation« In: The Western Political Quarterly, Vol. 4, Nr. 4, S. 550-566.
Crawford Brough MacPherson (1962): »Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke.« Suhrkamp Wissenschaft, 1990. Kapitel 5 ist eine ausführlichere Version des eben genannten Papers.


[Si] Was ist Philosophie?  (AfK-Nr.: 403/404)
Klausur: 30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 013
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 013

Kommentar:

Was ist eigentlich Philosophie? Was ist der Gegenstand, mit dem sich Philosoph:innen beschäftigen und wie tun sie das? Und kann man das lernen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Seminar „Was ist Philosophie?“ Zunächst beschäftigen wir uns mit „klassischen“ Texten aus der Antike und Moderne (Aristoteles, Bacon, Descartes, Kant etc.). Anschließend stellen wir uns die Frage, welche Kompetenzen braucht man eigentlich, um Philosoph:in zu sein? Hierzu werden Texte aus dem 20. Jahrhundert bearbeitet, die über eine Krise der Philosophie sprechen (Adorno, Lübbe), aber auch „populärwissenschaftliche“ Medienbeiträge über Philosophie. Außerdem werden wir uns damit beschäftigen, warum man in Einführungen zur (Geschichte der) Philosophie fast ausschließlich Männer bespricht. Zuletzt werden auch Studien- & Modulordnungen sowie Lehrpläne diskutiert werden.

Das Seminar wird sich auf eine „westliche“ Perspektive auf Philosophie beschränken müssen. Textgrundlage für die Seminardiskussion sind meist philosophische Texte, aber auch andere Medienbeiträge. Vor- und Nachbereitung sowie eine aktive Seminarteilnahme sind obligatorisch. Teilweise werden englische Texte gelesen.


[Si] Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen  (AfK-Nr.: 407/408)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr  Rathenaustraße 10, 102
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102

Kommentar:

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine 1953 postum veröffentlichten »Philosophische Untersuchungen« beeindrucken nicht nur durch ihre thematische Vielfalt, sondern vor allem auch durch ihre spezifische Darstellungsform. Der dialogische Duktus und die Art der Verknüpfung von Beispiel und Argumentation lassen die Untersuchungen weniger als systematische Lehre erscheinen, denn als Vollzug philosophischer Tätigkeit. Wittgensteins Schreiben demonstriert Philosophie als Praxis, d.h. als ein klärendes Arbeiten an unseren Begriffen.
Im Seminar werden wir zentrale Passagen der Philosophischen Untersuchungen gemeinsam sorgfältig lesen und interpretieren. Ziel ist es, die argumentative Struktur des Textes nachzuvollziehen und seine methodischen wie systematischen Implikationen kritisch zu diskutieren.

Der Text ist online zugänglich über das Wittgenstein-Projekt:
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Philosophische_Untersuchungen

Alternativ zur Anschaffung:
L. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen. Herausgegeben auf der Grundlage der kritisch-genetischen Edition von J. Schulte, Frankfurt am Main 2025.


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