Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Sozialwissenschaften - Politikwissenschaft (Kombinationsbachelor-Studiengänge)
Veranstaltungen
Grundlagen der Politikwissenschaft (03 Ba Pol-NF-1) ⇑
LV 1: Vorlesung I: Politikwissenschaft
[Vl] Grundlagen der Politikwissenschaft
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, A 109 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, A 109 | ||
Diese Vorlesung bietet eine Einführung in die Politikwissenschaft für Studierende im Bachelor Social Sciences, Studierende, die Politikwissenschaft als Nebenfach belegen und andere Interessierte. Inhaltlich geht es um die Politikwissenschaft als eigene Fachdisziplin sowie ihre relevanten Schwerpunkte in der aktuellen Forschung. In der Vorlesung werden theoretische Grundlagen sowie aktuelle Beispiele erörtert. Konkret geht es u.a. um politische Herrschaftssysteme, autoritäre Regime und Demokratie. Außerdem werden Themen der vergleichenden Regierungslehre und Partizipationsforschung bearbeitet und ein erster Einstieg in die Politikfeldanalysen vermittelt. In Ergänzung zur Vorlesung gibt es zusätzliche Angebote wie externe Veranstaltungen und Exkursionen. Die genaue Terminplanung sowie die Informationen zur Klausur werden in der ersten Vorlesung bekannt gegeben.
LV 2: Proseminar I: Politikwissenschaft
[P Si] Das politische System Kosovos
In diesem Proseminar mit dem Titel „Das politisches System Kosovos“ werden wir uns exemplarisch das politische System des jüngsten Staats Europas näher anschauen. Wir schauen uns die Entwicklungsgeschichte und Transformation des Staates an, wie die aktuelle Regierung aussieht und wie und zu welchen Themen in Kosova politisch partizipiert wird. Einen gesonderten Fokus wir das Thema Korruption und Möglichkeiten, dieser entgegenzutreten, erhalten. Eine regelmäßige und aktive Teilnahme wird vorausgesetzt. Die Prüfungsvorleistung für die Klausur wird in Form von Präsentationen geleistet.
Politische Theorie (03 Ba Pol-NF-2) ⇑
LV 2: Proseminar: Politische Theorie
[Si] KritischeTheorie der ökologischen Krise
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil 2, Haus E, Raum 106 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil 2, Haus E, Raum 106 | ||
Kaum ein Thema beschäftigt die Gegenwart so intensiv wie die vielfachen ökologischen Krisen.
Begriffe wie »Anthropozän« oder »Kapitalozän« meinen ein neues, von menschengemachter
Destruktivität geprägtes Zeitalter. Das Seminar fragt nach einem genuin kritisch-theoretischen
Blick auf die ökologischen Krisen, aber auch auf ihre mitunter ideologischen Verarbeitungsformen.
Dazu diskutieren wir historische wie gegenwärtige Reflexionen des menschlichen »Stoffwechsels«
(Marx) mit der Natur. Wir wollen nachvollziehen, wie die Aneignung und Ausbeutung der Natur
zum Gegenstand der Kritik wird (bei Karl Marx); wie zunehmend ihre fatalen (bei Theodor W.
Adorno/Max Horkheimer) oder sogar apokalyptischen Implikationen (bei Günter Anders) in den
Blick rücken; und welche anderen Formen des Naturverhältnisses entworfen werden (bei Herbert
Marcuse). Sodann fragen wir, wie sich wie neuere Versuche, die ökologische Krise zu verstehen,
zu diesen Kritiken verhalten. Dazu lesen wir Texte u. a. von Donna Haraway, Dipesh Chakrabarty
und Kohei Saito.
Politische Ökonomie / Internationale Beziehungen (03 Ba Pol-NF-3) ⇑
LV 1: Vorlesung I: Politische Ökonomie
[Vl] Deutschlands Wirtschafts- und Fiskalpolitik in verteilungspolitischer Perspektive
| regelmäßiger Termin ab 22.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 22.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
LV 2: Proseminar I: Politische Ökonomie
[P Si] Einführung in die Politische Ökonomie (1)
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 112 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 112 | ||
[P Si] Einführung in die Politische Ökonomie (2)
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 106 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 106 | ||
LV 3: Vorlesung II: Internationale Beziehungen
[Vl] Einführung in die Internationalen Beziehungen
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
In der Vorlesung erfolgt eine theoriegeleitete und problemorientierte Einführung in die Internationalen Beziehungen. In einem ersten Teil werden die Gegenstände und Theorien der internationalen Beziehungen vertiefend behandelt (z.B. der (Neo-)Realismus, Neoinstitutionalismus, Liberalismus, Sozialkonstruktivismus, sowie kritische neomarxistische Theorieansätze). Daran anschließend erfolgt eine systematische Beschäftigung mit Ansätzen zur Erforschung von Krieg und Frieden, der Außenpolitik und der Analyse internationaler Organisationen, von Global Governance, regionaler Integration (z.B. Europäische Union), und von Unterentwicklung und Entwicklung. Die Vorlesung bildet die Grundlage für die parallel stattfindenden Seminare zur Einführung in die Internationalen Beziehungen. Es wird während der einzelnen Sitzungen Wert auf einen Austausch bzw. Diskussion mit Studierenden über die jeweiligen Inhalte der einzelnen Sitzungen gelegt. Übergeordnete Fragestellungen, die in einzelnen Sitzungen immer wieder kehren, sind u.a.: Wie wirkt sich die Krise des liberalen Weltordnungsmodells auf die internationalen Beziehungen aus? Welche Folgen hat die veränderte Machtkonstellation für die internationalen Beziehungen? Welche Perspektiven ergeben sich vor diesem Hintergrund für die Friedenssicherung bzw. die Beendigung von Gewaltkonflikten durch internationale Organisationen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Ukraine-Krieg für die Friedenssicherung? Wie entwickelt sich die Europäische Union in Zeiten des Populismus und des Brexit? Welche Folgen hat die durch den Populismus propagierte Betonung des nationalen Interesses bzw. der nationalen Autonomie für die Zukunft von Global Governance und für den Welthandel? Wie kann die oftmals begrenzte Effektivität des globalen Regierens überwunden werden und wie kann das Welthandelssystem sozial und ökologisch gerechter ausgestaltet werden? Welche Anforderungen ergeben sich für die deutsche Außenpolitik vor dem Hintergrund des skizzierten Wandels in der Weltpolitik? Die Vorlesung findet als Online-Veranstaltung (synchron, wöchentlich montags von 10-12 Uhr) statt. Vorlesungsbeginn; 12.10. 2026. Der Zugang zur Online Plattform erfolgt über die Lernplattform in Studip und wird vorab bekannt gegeben.
LV 4: Proseminar II: Internationale Beziehungen
[P Si] Einführung in die Internationalen Beziehungen
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: E201 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar baut auf der gleichlautenden Vorlesung (Prof. Dr. Breitmeier, Mo 10-12 Uhr) auf und vertieft die darin behandelten Themenbereiche der Internationalen Beziehungen. Es bietet eine theoriegeleitete und problemorientierte Einführung, wobei im ersten Teil zentrale Theorien der Internationalen Beziehungen behandelt werden, wie der (Neo-)Realismus, Neoinstitutionalismus, Liberalismus, Sozialkonstruktivismus sowie kritische neomarxistische Ansätze.
Im weiteren Verlauf widmet sich das Seminar systematisch der Analyse von Krieg und Frieden, Außenpolitik, internationalen Organisationen, Global Governance, regionaler Integration (z.B. der Europäischen Union) sowie Themen der Unterentwicklung und Entwicklung. Ein zentraler Fokus des Seminars liegt auf der Diskussion aktueller Herausforderungen in den internationalen Beziehungen. Dabei wird unter anderem thematisiert, wie sich die Krise des liberalen Weltordnungsmodells und die veränderte globale Machtkonstellation auf Frieden und Sicherheit, internationale Organisationen und die Global Governance-Strukturen auswirken. Weitere Fragen betreffen die Zukunft der Europäischen Union in Zeiten von Populismus und Brexit, die Auswirkungen nationalistisch geprägter Außenpolitik auf den Welthandel sowie die Frage, wie das globale Regieren sozial und ökologisch gerechter gestaltet werden kann.
Diese und weitere Themen werden durch Gruppenreferate und Plenumsdiskussionen vertieft und kritisch reflektiert.
[P Si] Einführung in die Internationalen Beziehungen (2)
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Raum E106 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
[P Si] Einführung in die Internationalen Beziehungen (3)
Kommunikation und Medien / Kulturen und Konflikt (03 Ba Pol-gNF-4) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Kulturen des Konflikts. Eine Einführung in die Mediensoziologie
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
Den Ausgangspunkt dieser Vorlesung bildet der Konflikt als kulturelle Keimzelle sozialer Orientierungsprozesse und seine intensive Verflechtung mit dem Medialen. Konflikte sind nicht naturgegeben, sondern sie gewinnen ihre soziale Gestalt dadurch, dass sie als Konflikt erfahren und kommuniziert werden. Will man mehr über die Kulturen des Konflikts der Gegenwartsgesellschaften erfahren, dann gilt es, sich den kommunikativen Praktiken zuzuwenden, die diese hervorbringen. In den digitalisierten Mediengesellschaften der Gegenwart bedeutet das, dass Form und Wirksamkeit von Konflikten aufs Engste mit ihrer medialen Kommunizierbarkeit gekoppelt sind. Dabei sind ‚die‘ Medien kein Zaungast sozialer Konflikte, über die sie lediglich berichten würden. Im Gegenteil, sie sind auf unterschiedliche Arten und Weisen konstitutiver Bestandteil der sozialen Konstruktionsprozesse von Konflikten. Ob in den Fernsehnachrichten, auf TikTok, auf Telegram oder im Kino, die mediale Kommunikation von Konflikten trägt zur Ausdifferenzierung des gesellschaftlichen Wissensvorrats von eben diesen wesentlich bei.
Zum Aufbau: Die Vorlesung wird einen Überblick zur theoretischen und empirischen Erforschung kultureller Konflikte aus mediensoziologischer Perspektive geben. Zu diesem Zweck gliedert sie sich in drei Blöcke: In Block I werden zentrale Grundbegriffe aus der Mediensoziologie (u. a. Kommunikation, Öffentlichkeit, Konstruktivismen, Rezeption) geklärt. Dabei werden insbesondere die Bezüge und das Wechselspiel zwischen Medien und Konflikt herausgestellt. In Block II werden konkrete empirische Forschungsfelder der Mediensoziologie entlang der drei ausgewählten Konfliktformen ‚Krieg‘, ‚Gewalt‘ und ‚Krise der Information‘ vorgestellt. Diskutiert werden aktuelle Forschungsergebnisse u. a. zur Kriegsfotografie, zur mediatisierten Polizeigewalt, zu Trolling, Fake News, Hate Speech, Coded Bias und Diskriminierung in digitalen Spielen. Block III ist der Synthese gewidmet. Hier werden die Argumentationsschritte der Vorlesung rekapituliert und zusammengeführt und es wird ein Antworthorizont auf die Leitfragen erarbeitet.
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Between Türkiye and Germany – Migration, Diaspora, and Transnational Belonging
This seminar examines migration between Türkiye and Germany as a historically layered and continuously changing transnational field. Beginning with labour recruitment under the 1961 recruitment agreement and the subsequent processes of settlement and family reunification, the course traces political and asylum migration, international student mobility, skilled migration, and the experiences of second and subsequent generations. Particular attention is given to the diversification of migration from Türkiye in recent years and to the continuities and differences between earlier and more recent forms of mobility.
A central concern of the seminar is how different migration pathways and legal positions shape people’s opportunities, uncertainties, identities, and future plans. We examine migration imaginaries and the idea of a “German Dream”; diaspora politics and Germany–Türkiye relations; citizenship and political participation across borders; international student and skilled mobility; the migration–development nexus; brain drain, brain gain and brain circulation; return and circular migration; and everyday forms of transnational belonging.
The seminar combines historical, political, sociological, socio-legal, and migration-studies perspectives. It moves between macro-level processes and migrants’ everyday experiences and also introduces methodological questions about how migration can be researched through interviews, migration biographies, statistics, and other forms of empirical material. Throughout the course, students are encouraged to connect theoretical concepts with concrete cases and to critically consider how mobility, citizenship, participation, development, belonging, and future-making unfold across national borders.
[Si] Evidenz als Waffe: Wissenschaftskommunikation in der polarisierten Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Klimawandel, Corona-Pandemie, Desinformation: Der Einfluss wissenschaftlicher Expertise und epistemischem Wissen ist mittlerweile fester Bestandteil bei der Einordnung und Besprechung gesellschaftlicher Krisen und Konflikte. Wissenschaftler:innen beraten Politiker:innen, informieren die Öffentlichkeit in Talkshows, Podcasts oder den Sozialen Medien. Wissenschaftskommunikator:innen, seien es Journalist:innen, Aktivist:innen oder Influencer:innen argumentieren mit dem Verweis auf epistemisches Wissen für ihre Standpunkte.
Ob Wissenschaft dabei als Produzentin objektiver Wahrheiten gepriesen, oder als Sammelbecken für Ideologie und Voreingenommenheit geschmäht wird: Nicht immer geht es Kommentator:innen um die Suche nach Fakten. Vielmehr ist wissenschaftliche Expertise beziehungsweise ihre mediale Konstruktion ein Baustein im Kampf um die Deutungshoheit in öffentlichen Debatten.
Im Seminar soll dieses Spannungsfeld zwischen epistemischem Wissen und digitale Öffentlichkeiten anhand spezifischer Diskurse, zum Beispiel zum Klimawandel oder der Corona-Pandemie, beleuchtet werden. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Abschnitte: (1) Theoretische Grundlagen und Begriffsklärung; (2) Exemplarische Vertiefung anhand konkreter Fallanalysen.
Zeitplan
Das Seminar gliedert sich in zwei Abschnitte: Der erste Teil findet vom 13. Oktober bis 24. November wöchentlich, jeweils dienstags von 10-12 Uhr im Raum Phil II, E 104 statt. Der zweite Teil besteht aus zwei Blockveranstaltungen, die am Freitag, 11. sowie 18. Dezember von 12-20 Uhr in Raum E 104 stattfinden.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Kriegsfilm. Filmsoziologische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung
| regelmäßiger Termin ab 21.10.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Mi. 16:00 - 20:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 21.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Man stelle sich vor, es ist Krieg und keiner ginge hin. Kommt der Krieg ins Kino, wird hingegangen – und zwar in Scharen, seit es das Kino gibt. Kaum ein Genre ist zugleich so morbide und so florierend wie der Kriegsfilm: Prisoner-of-War- und U-Boot-Filme, Heimkehrerdramen, Kriegssatiren, Antikriegs-, Militärgerichts- und Combat-Filme wurden in den letzten zehn Jahren mehr denn je produziert. Wenn Filme zu den „visuellen Formen [gehören], in und mit denen sich eine Gesellschaft darstellt“ (Denzin 2003, S. 417), dann stellt sich unsere Gesellschaft mehr denn je als eine kriegerische dar – ein Blick in die realpolitische Gegenwart gibt dieser Diagnose leider recht.
Das Seminar nimmt den Kriegsfilm als Seismographen seiner Gegenwart in den Blick. Er entwirft Kriegsszenarien für ein Publikum, das – zumindest im globalen Norden – über keine unmittelbaren Kriegserfahrungen verfügt, wohl aber über ein breites medienvermitteltes Wissen aus Fotografie, Reportage, Instagram-Story und Film: Unser kollektives Kriegsgedächtnis ist in erster Linie ein mediatisiertes. Kriegsfilme sind nicht der quellenkritischen Geschichtsschreibung verpflichtet, sondern eröffnen Denkräume für die normative Stellung des Krieges. Auch wo vergangene Kriege inszeniert werden, prägt das Produktionsumfeld die Darstellung: Kriegsfilme sind eher Zeitzeugen ihrer eigenen Gegenwart als des Krieges, von dem sie erzählen.
Dieser Präsenz des Krieges im Kino steht die Kriegsverdrängung der Sozialtheorie gegenüber (vgl. Joas/Knöbl 2008). Hier setzt das Seminar an: Aus filmsoziologischer Perspektive untersuchen wir das filmische Wissen über Krieg, um mehr über Geschichte, Gegenwart und Gewalt des Krieges in pluralisierten Gesellschaften zu erfahren. Gerade jüngere Produktionen reflektieren die politische Wirkmächtigkeit filmischer Kriegsentwürfe – doch auch der kritische Kriegsfilm gibt dem Krieg eine Bühne, im Spannungsfeld von kultureller Erinnerungsarbeit und den Inszenierungsstrategien eines effekt- und affektgeladenen Unterhaltungskinos (Kappelhoff u.a. 2013).
Das Seminar gliedert sich in drei Abschnitte: (1) theoretische Grundlagen zu Krieg, Gewalt, Kriegsberichterstattung und zur ambivalenten Verbindung von Krieg und Unterhaltungsindustrie; (2) methodische Grundlagen der Filmanalyse; (3) Analysen von Kriegsfilmen anhand sozialtheoretisch hergeleiteter Fragestellungen. Es findet 14-tägig in Doppelblöcken statt, um Theorie und Filmanalyse intensiv verbinden zu können.
Erste Sitzung: Mittwoch, 21.10.2026, 16:00 Uhr, Phil II E 104.
[Si] Künstliche Intelligenz und ihr Einfluss auf die Gesellschaft
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die zum Teil so noch gar nicht in Gänze abzusehen sind. Neben Veränderungen in der Wirtschaft, beispielsweise durch die Automatisierung von Arbeitsplätzen oder einer Umstrukturierung des Arbeitsmarktes, sind in allen Teilbereichen und -systemen wie beispielsweise der Bildung und Erziehung oder in Medizin und Gesundheitswesen Auswirkungen zu erwarten. Auch neue Formen sozialer Kontrolle (Surveying), den öffentlichen Raum betreffend, oder des Zusammenlebens (wie z.B. auf Algorithmen beruhende Partnerwahl), den privaten Raum betreffend, sind möglich. Aber auch gesamtgesellschaftlich werden Fragen wie z.B. zu Ethik und Datenschutz oder zu sozialer Ungleichheit zu beantworten sein. Derzeit werden von unterschiedlichen Akteuren Debatten darüber geführt, welche potentiellen Vorteile aber auch Herausforderungen damit verbunden sein werden. Anhand ausführlicher wissenschaftlicher (Literatur-) Recherchen werden wir im Kurs zunächst diese Debatten nachzeichnen und uns dann in einer Aufstellung möglicher Auswirkungen auf unsere Gesellschaft versuchen. Der Leistungsnachweis erfolgt semesterbegleitend durch eigenständige Literaturrecherchen und -exzerpte, die am Ende in einem Präsentations- und damit Portfolioformat enden. Der Kurs erfordert in hohem Maße eigenständiges Arbeiten auch vor Ort und in Gruppen.
[Si] Zwischen Lifestyle und Antifeminismus: Qualitative Videoanalyse von Tradwife-Content auf Social Media
"Im Mittelpunkt des Seminars stehen sogenannte Tradwives als Social-Media-Phänomen. Untersucht wird, wie traditionelle Weiblichkeit, Häuslichkeit, Mutterschaft, Ehe und Fürsorgearbeit auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ästhetisch inszeniert und medial verbreitet werden. Dabei fragen wir, ob und wie Tradwife-Content mit antifeministischen Deutungen und digitaler Geschlechterpolitik verbunden ist.
Die Studierenden entwickeln eigene kleine Forschungsprojekte und analysieren ausgewählte Social-Media-Videos mithilfe qualitativer Videoanalyse. Neben Fragen der Beschreibung und Interpretation audiovisueller Daten werden auch grundlegende Fragen des Umgangs mit öffentlich zugänglichem Social-Media-Material berücksichtigt."
Sozialer und politischer Wandel / Internationale Beziehungen und Gesellschaftsvergleich (03 Ba Pol-gNF-5) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Europäisierung im Vergleich
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr, Raum: Phil. II Haus B 030 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II Haus B 030 | ||
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Grundlagen der Europäischen Union. Sie führt ein in das Institutionensystem der EU sowie in Besonderheiten einzelner EU-Staaten in der EU-Politik. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über zentrale Politikfelder der EU, wie bspw. den Binnenmarkt, die Agrarpolitik und die Außenpolitik. Sie nutzt dabei verschiedene EU-bezogene Konzepte und Theorien und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Ansatz der Europäisierung.
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] "Building a Government" - Vom Wahlkampf bis zur Regierungsbildung
[Si] Deutschland, Europa und der weltpolitische Wandel
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Karl-Glöckner-Str. 21E, Raum 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar untersucht theoriegeleitet und entlang einzelner analytischer Fragestellungen, wie Deutschland und Europa von grundlegenden Formen des Wandels in der Weltpolitik betroffen sind bzw. welche Anforderungen sich daraus für die Außenpolitik dieser Akteure ergeben. Zunächst erfolgt eine Beschäftigung mit einzelnen Formen des Wandels: dem Aufstieg und relativen Abstieg einzelner Mächte (China bzw. USA) und Koalitionen (BRICS), dem damit teilweise verbundenen globalen Wandel an ökonomischen und technologischen Ressourcen und Weltmarktanteilen, dem Aufstieg von Autoritarismus und Formen der Entdemokratisierung, der Krise des liberalen Weltordnungsmodells, die Bedrohung des globalen und regionalen Friedens durch Kriege in/gegen die Ukraine und den Iran, dem ökologischen und sozialen Wandel in Form von Klimawandel, Ressourcenzerstörung, und ökonomischer und sozialer Ungleichheit usw. In diesem Zusammenhang untersucht das Seminar entlang von einzelnen außen- und sicherheitspolitischen, ökonomischen und sozialen Problembereichen, wie Deutschland und Europa mit diesen Veränderungen umgehen. Eine benotete Teilnahme erfolgt durch Mitwirkung an einem mündlichen Referat und Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
[Si] Gegenmittel zur Red Pill? Transnationale Konflikt- und Mobilisierungsfelder von Antifeminismus
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
Das Seminar beschäftigt sich mit Antifeminismus und Anti-Gender-Diskursen als gesellschaftliche und transnationale Konfliktphänomene. Im Zentrum steht die Frage, weshalb antifeministische Mobilisierungen gegenwärtig weltweit an Sichtbarkeit und politischer Bedeutung gewinnen und wie sie mit gesellschaftlichen Krisen, autoritären Entwicklungen und dem Wandel von Geschlechterverhältnissen zusammenhängen. Dabei werden antifeministische Narrative, Männlichkeitsbilder und Feindbildkonstruktionen als Ausdruck sozialer Auseinandersetzungen um Macht, Identität und gesellschaftliche Ordnung analysiert. Aus einer transnationalen Perspektive untersucht das Seminar zudem, wie antifeministische Akteur*innen, Diskurse und Mobilisierungsstrategien international vernetzt sind und wie sich Antifeminismus als Teil breiter gesellschaftlicher Transformations- und Konfliktdynamiken einordnen lässt.
Soziale Ungleichheit und Geschlechterverhältnis / Institutionen und Politikfelder (03 Ba Pol-gNF-6) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Geschlecht, Demokratie, Intersektionalität
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil II; Haus A; Raum 109 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II; Haus A; Raum 109 | ||
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Auf Afrika kommt es an: Globale Ordnung im Umbruch - Multipolare Weltordnung und die Rolle des Globalen Südens
Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch: Europa steht an einem historischen Wendepunkt - das vertraute Wohlstandsmodell erodiert und geopolitische Gewissheiten zerfallen. Global sehen wir das Ende westlicher Dominanz, das Entstehen multipolarer Machtstrukturen und die wachsende Bedeutung des globalen Südens. Afrika erscheint dabei nicht länger als „Problemkontinent“, sondern als Raum von Innovation, Resilienz und gesellschaftlicher Erneuerung: Im Jahr 2050 wird Afrika mehr als 2,5 Milliarden Einwohner haben, fast das doppelte der heutigen auf dem Kontinent lebenden 1,3 Milliarden Menschen. Dann wird jeder vierte Weltbürger Afrikaner sein, und im weltweit größten Binnenmarkt leben, der bereits gegründeten Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone. Schon jetzt finden sich 12 der 20 am stärksten wachsenden Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Und Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte der jungen arbeitenden Bevölkerung dieser Welt stellen. Angesichts von Urbanisierung, wachsendem Binnenhandel und globaler Vernetzung wird Afrika zunehmend zu einem zentralen Akteur, der als gleichberechtigter Partner verstanden werden muss. Wer zentrale Zukunftsfragen wie Energie, Digitalisierung, Migration oder Klimawandel begreifen will, kommt an Afrika nicht vorbei – der Kontinent gehört ins Zentrum unserer Analysen und Entscheidungen. Und ins Zentrum der Lösungsszenarien.
Zugrunde gelegte Lektüre: Matthias Rompel / Reimer Gronemeyer: Auf Afrika kommt es an! Ohne Afrika wird Europa keine Zukunft haben. Frankfurt 2026.
[Si] Gender in the Digital Age: Digital Politics, Biopolitics of Data, and Digital Dissent
[Si] Global Introduction to Botswana Society
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This class introduces students to Botswana society, exploring its characteristics, dynamics, and key local concepts that have the potential in shaping the global sociological perspectives. While using a historical approach to understand Botswana society, the module also examines various aspects of Botswana society that contribute to a broader understanding of societies in the Global South. These aspects include family structure, socio-cultural institutions, political institution, the kgotla system, belief system. The class is structured into three parts. The first part traces the history of Botswana from the pre-colonial era to the present. The second part explores the socio-cultural and political systems that influence and shape the development of Botswana society. The final section of the class provides a critical overview of key societal practices in Botswana, including family structure, religion, ethnicity and healthcare system.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Intersectionality and Migration: Gender, Queer Perspectives, and Cultural Identities
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
[Si] Queer Diaspora and the Politics of Belonging: Performance, Resistance, and Digital Citizenship
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.
Kommunikation und Medien / Kulturen und Konflikt (03 Ba Pol-kNF-4) ⇑
Seminar
[Si] Between Türkiye and Germany – Migration, Diaspora, and Transnational Belonging
This seminar examines migration between Türkiye and Germany as a historically layered and continuously changing transnational field. Beginning with labour recruitment under the 1961 recruitment agreement and the subsequent processes of settlement and family reunification, the course traces political and asylum migration, international student mobility, skilled migration, and the experiences of second and subsequent generations. Particular attention is given to the diversification of migration from Türkiye in recent years and to the continuities and differences between earlier and more recent forms of mobility.
A central concern of the seminar is how different migration pathways and legal positions shape people’s opportunities, uncertainties, identities, and future plans. We examine migration imaginaries and the idea of a “German Dream”; diaspora politics and Germany–Türkiye relations; citizenship and political participation across borders; international student and skilled mobility; the migration–development nexus; brain drain, brain gain and brain circulation; return and circular migration; and everyday forms of transnational belonging.
The seminar combines historical, political, sociological, socio-legal, and migration-studies perspectives. It moves between macro-level processes and migrants’ everyday experiences and also introduces methodological questions about how migration can be researched through interviews, migration biographies, statistics, and other forms of empirical material. Throughout the course, students are encouraged to connect theoretical concepts with concrete cases and to critically consider how mobility, citizenship, participation, development, belonging, and future-making unfold across national borders.
[Si] Evidenz als Waffe: Wissenschaftskommunikation in der polarisierten Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Klimawandel, Corona-Pandemie, Desinformation: Der Einfluss wissenschaftlicher Expertise und epistemischem Wissen ist mittlerweile fester Bestandteil bei der Einordnung und Besprechung gesellschaftlicher Krisen und Konflikte. Wissenschaftler:innen beraten Politiker:innen, informieren die Öffentlichkeit in Talkshows, Podcasts oder den Sozialen Medien. Wissenschaftskommunikator:innen, seien es Journalist:innen, Aktivist:innen oder Influencer:innen argumentieren mit dem Verweis auf epistemisches Wissen für ihre Standpunkte.
Ob Wissenschaft dabei als Produzentin objektiver Wahrheiten gepriesen, oder als Sammelbecken für Ideologie und Voreingenommenheit geschmäht wird: Nicht immer geht es Kommentator:innen um die Suche nach Fakten. Vielmehr ist wissenschaftliche Expertise beziehungsweise ihre mediale Konstruktion ein Baustein im Kampf um die Deutungshoheit in öffentlichen Debatten.
Im Seminar soll dieses Spannungsfeld zwischen epistemischem Wissen und digitale Öffentlichkeiten anhand spezifischer Diskurse, zum Beispiel zum Klimawandel oder der Corona-Pandemie, beleuchtet werden. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Abschnitte: (1) Theoretische Grundlagen und Begriffsklärung; (2) Exemplarische Vertiefung anhand konkreter Fallanalysen.
Zeitplan
Das Seminar gliedert sich in zwei Abschnitte: Der erste Teil findet vom 13. Oktober bis 24. November wöchentlich, jeweils dienstags von 10-12 Uhr im Raum Phil II, E 104 statt. Der zweite Teil besteht aus zwei Blockveranstaltungen, die am Freitag, 11. sowie 18. Dezember von 12-20 Uhr in Raum E 104 stattfinden.
[Si] Kriegsfilm. Filmsoziologische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung
| regelmäßiger Termin ab 21.10.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Mi. 16:00 - 20:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 21.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Man stelle sich vor, es ist Krieg und keiner ginge hin. Kommt der Krieg ins Kino, wird hingegangen – und zwar in Scharen, seit es das Kino gibt. Kaum ein Genre ist zugleich so morbide und so florierend wie der Kriegsfilm: Prisoner-of-War- und U-Boot-Filme, Heimkehrerdramen, Kriegssatiren, Antikriegs-, Militärgerichts- und Combat-Filme wurden in den letzten zehn Jahren mehr denn je produziert. Wenn Filme zu den „visuellen Formen [gehören], in und mit denen sich eine Gesellschaft darstellt“ (Denzin 2003, S. 417), dann stellt sich unsere Gesellschaft mehr denn je als eine kriegerische dar – ein Blick in die realpolitische Gegenwart gibt dieser Diagnose leider recht.
Das Seminar nimmt den Kriegsfilm als Seismographen seiner Gegenwart in den Blick. Er entwirft Kriegsszenarien für ein Publikum, das – zumindest im globalen Norden – über keine unmittelbaren Kriegserfahrungen verfügt, wohl aber über ein breites medienvermitteltes Wissen aus Fotografie, Reportage, Instagram-Story und Film: Unser kollektives Kriegsgedächtnis ist in erster Linie ein mediatisiertes. Kriegsfilme sind nicht der quellenkritischen Geschichtsschreibung verpflichtet, sondern eröffnen Denkräume für die normative Stellung des Krieges. Auch wo vergangene Kriege inszeniert werden, prägt das Produktionsumfeld die Darstellung: Kriegsfilme sind eher Zeitzeugen ihrer eigenen Gegenwart als des Krieges, von dem sie erzählen.
Dieser Präsenz des Krieges im Kino steht die Kriegsverdrängung der Sozialtheorie gegenüber (vgl. Joas/Knöbl 2008). Hier setzt das Seminar an: Aus filmsoziologischer Perspektive untersuchen wir das filmische Wissen über Krieg, um mehr über Geschichte, Gegenwart und Gewalt des Krieges in pluralisierten Gesellschaften zu erfahren. Gerade jüngere Produktionen reflektieren die politische Wirkmächtigkeit filmischer Kriegsentwürfe – doch auch der kritische Kriegsfilm gibt dem Krieg eine Bühne, im Spannungsfeld von kultureller Erinnerungsarbeit und den Inszenierungsstrategien eines effekt- und affektgeladenen Unterhaltungskinos (Kappelhoff u.a. 2013).
Das Seminar gliedert sich in drei Abschnitte: (1) theoretische Grundlagen zu Krieg, Gewalt, Kriegsberichterstattung und zur ambivalenten Verbindung von Krieg und Unterhaltungsindustrie; (2) methodische Grundlagen der Filmanalyse; (3) Analysen von Kriegsfilmen anhand sozialtheoretisch hergeleiteter Fragestellungen. Es findet 14-tägig in Doppelblöcken statt, um Theorie und Filmanalyse intensiv verbinden zu können.
Erste Sitzung: Mittwoch, 21.10.2026, 16:00 Uhr, Phil II E 104.
[Si] Künstliche Intelligenz und ihr Einfluss auf die Gesellschaft
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die zum Teil so noch gar nicht in Gänze abzusehen sind. Neben Veränderungen in der Wirtschaft, beispielsweise durch die Automatisierung von Arbeitsplätzen oder einer Umstrukturierung des Arbeitsmarktes, sind in allen Teilbereichen und -systemen wie beispielsweise der Bildung und Erziehung oder in Medizin und Gesundheitswesen Auswirkungen zu erwarten. Auch neue Formen sozialer Kontrolle (Surveying), den öffentlichen Raum betreffend, oder des Zusammenlebens (wie z.B. auf Algorithmen beruhende Partnerwahl), den privaten Raum betreffend, sind möglich. Aber auch gesamtgesellschaftlich werden Fragen wie z.B. zu Ethik und Datenschutz oder zu sozialer Ungleichheit zu beantworten sein. Derzeit werden von unterschiedlichen Akteuren Debatten darüber geführt, welche potentiellen Vorteile aber auch Herausforderungen damit verbunden sein werden. Anhand ausführlicher wissenschaftlicher (Literatur-) Recherchen werden wir im Kurs zunächst diese Debatten nachzeichnen und uns dann in einer Aufstellung möglicher Auswirkungen auf unsere Gesellschaft versuchen. Der Leistungsnachweis erfolgt semesterbegleitend durch eigenständige Literaturrecherchen und -exzerpte, die am Ende in einem Präsentations- und damit Portfolioformat enden. Der Kurs erfordert in hohem Maße eigenständiges Arbeiten auch vor Ort und in Gruppen.
[Si] Zwischen Lifestyle und Antifeminismus: Qualitative Videoanalyse von Tradwife-Content auf Social Media
"Im Mittelpunkt des Seminars stehen sogenannte Tradwives als Social-Media-Phänomen. Untersucht wird, wie traditionelle Weiblichkeit, Häuslichkeit, Mutterschaft, Ehe und Fürsorgearbeit auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ästhetisch inszeniert und medial verbreitet werden. Dabei fragen wir, ob und wie Tradwife-Content mit antifeministischen Deutungen und digitaler Geschlechterpolitik verbunden ist.
Die Studierenden entwickeln eigene kleine Forschungsprojekte und analysieren ausgewählte Social-Media-Videos mithilfe qualitativer Videoanalyse. Neben Fragen der Beschreibung und Interpretation audiovisueller Daten werden auch grundlegende Fragen des Umgangs mit öffentlich zugänglichem Social-Media-Material berücksichtigt."
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Between Türkiye and Germany – Migration, Diaspora, and Transnational Belonging
This seminar examines migration between Türkiye and Germany as a historically layered and continuously changing transnational field. Beginning with labour recruitment under the 1961 recruitment agreement and the subsequent processes of settlement and family reunification, the course traces political and asylum migration, international student mobility, skilled migration, and the experiences of second and subsequent generations. Particular attention is given to the diversification of migration from Türkiye in recent years and to the continuities and differences between earlier and more recent forms of mobility.
A central concern of the seminar is how different migration pathways and legal positions shape people’s opportunities, uncertainties, identities, and future plans. We examine migration imaginaries and the idea of a “German Dream”; diaspora politics and Germany–Türkiye relations; citizenship and political participation across borders; international student and skilled mobility; the migration–development nexus; brain drain, brain gain and brain circulation; return and circular migration; and everyday forms of transnational belonging.
The seminar combines historical, political, sociological, socio-legal, and migration-studies perspectives. It moves between macro-level processes and migrants’ everyday experiences and also introduces methodological questions about how migration can be researched through interviews, migration biographies, statistics, and other forms of empirical material. Throughout the course, students are encouraged to connect theoretical concepts with concrete cases and to critically consider how mobility, citizenship, participation, development, belonging, and future-making unfold across national borders.
[Si] Evidenz als Waffe: Wissenschaftskommunikation in der polarisierten Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Klimawandel, Corona-Pandemie, Desinformation: Der Einfluss wissenschaftlicher Expertise und epistemischem Wissen ist mittlerweile fester Bestandteil bei der Einordnung und Besprechung gesellschaftlicher Krisen und Konflikte. Wissenschaftler:innen beraten Politiker:innen, informieren die Öffentlichkeit in Talkshows, Podcasts oder den Sozialen Medien. Wissenschaftskommunikator:innen, seien es Journalist:innen, Aktivist:innen oder Influencer:innen argumentieren mit dem Verweis auf epistemisches Wissen für ihre Standpunkte.
Ob Wissenschaft dabei als Produzentin objektiver Wahrheiten gepriesen, oder als Sammelbecken für Ideologie und Voreingenommenheit geschmäht wird: Nicht immer geht es Kommentator:innen um die Suche nach Fakten. Vielmehr ist wissenschaftliche Expertise beziehungsweise ihre mediale Konstruktion ein Baustein im Kampf um die Deutungshoheit in öffentlichen Debatten.
Im Seminar soll dieses Spannungsfeld zwischen epistemischem Wissen und digitale Öffentlichkeiten anhand spezifischer Diskurse, zum Beispiel zum Klimawandel oder der Corona-Pandemie, beleuchtet werden. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Abschnitte: (1) Theoretische Grundlagen und Begriffsklärung; (2) Exemplarische Vertiefung anhand konkreter Fallanalysen.
Zeitplan
Das Seminar gliedert sich in zwei Abschnitte: Der erste Teil findet vom 13. Oktober bis 24. November wöchentlich, jeweils dienstags von 10-12 Uhr im Raum Phil II, E 104 statt. Der zweite Teil besteht aus zwei Blockveranstaltungen, die am Freitag, 11. sowie 18. Dezember von 12-20 Uhr in Raum E 104 stattfinden.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Kriegsfilm. Filmsoziologische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung
| regelmäßiger Termin ab 21.10.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Mi. 16:00 - 20:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 21.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Man stelle sich vor, es ist Krieg und keiner ginge hin. Kommt der Krieg ins Kino, wird hingegangen – und zwar in Scharen, seit es das Kino gibt. Kaum ein Genre ist zugleich so morbide und so florierend wie der Kriegsfilm: Prisoner-of-War- und U-Boot-Filme, Heimkehrerdramen, Kriegssatiren, Antikriegs-, Militärgerichts- und Combat-Filme wurden in den letzten zehn Jahren mehr denn je produziert. Wenn Filme zu den „visuellen Formen [gehören], in und mit denen sich eine Gesellschaft darstellt“ (Denzin 2003, S. 417), dann stellt sich unsere Gesellschaft mehr denn je als eine kriegerische dar – ein Blick in die realpolitische Gegenwart gibt dieser Diagnose leider recht.
Das Seminar nimmt den Kriegsfilm als Seismographen seiner Gegenwart in den Blick. Er entwirft Kriegsszenarien für ein Publikum, das – zumindest im globalen Norden – über keine unmittelbaren Kriegserfahrungen verfügt, wohl aber über ein breites medienvermitteltes Wissen aus Fotografie, Reportage, Instagram-Story und Film: Unser kollektives Kriegsgedächtnis ist in erster Linie ein mediatisiertes. Kriegsfilme sind nicht der quellenkritischen Geschichtsschreibung verpflichtet, sondern eröffnen Denkräume für die normative Stellung des Krieges. Auch wo vergangene Kriege inszeniert werden, prägt das Produktionsumfeld die Darstellung: Kriegsfilme sind eher Zeitzeugen ihrer eigenen Gegenwart als des Krieges, von dem sie erzählen.
Dieser Präsenz des Krieges im Kino steht die Kriegsverdrängung der Sozialtheorie gegenüber (vgl. Joas/Knöbl 2008). Hier setzt das Seminar an: Aus filmsoziologischer Perspektive untersuchen wir das filmische Wissen über Krieg, um mehr über Geschichte, Gegenwart und Gewalt des Krieges in pluralisierten Gesellschaften zu erfahren. Gerade jüngere Produktionen reflektieren die politische Wirkmächtigkeit filmischer Kriegsentwürfe – doch auch der kritische Kriegsfilm gibt dem Krieg eine Bühne, im Spannungsfeld von kultureller Erinnerungsarbeit und den Inszenierungsstrategien eines effekt- und affektgeladenen Unterhaltungskinos (Kappelhoff u.a. 2013).
Das Seminar gliedert sich in drei Abschnitte: (1) theoretische Grundlagen zu Krieg, Gewalt, Kriegsberichterstattung und zur ambivalenten Verbindung von Krieg und Unterhaltungsindustrie; (2) methodische Grundlagen der Filmanalyse; (3) Analysen von Kriegsfilmen anhand sozialtheoretisch hergeleiteter Fragestellungen. Es findet 14-tägig in Doppelblöcken statt, um Theorie und Filmanalyse intensiv verbinden zu können.
Erste Sitzung: Mittwoch, 21.10.2026, 16:00 Uhr, Phil II E 104.
[Si] Künstliche Intelligenz und ihr Einfluss auf die Gesellschaft
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die zum Teil so noch gar nicht in Gänze abzusehen sind. Neben Veränderungen in der Wirtschaft, beispielsweise durch die Automatisierung von Arbeitsplätzen oder einer Umstrukturierung des Arbeitsmarktes, sind in allen Teilbereichen und -systemen wie beispielsweise der Bildung und Erziehung oder in Medizin und Gesundheitswesen Auswirkungen zu erwarten. Auch neue Formen sozialer Kontrolle (Surveying), den öffentlichen Raum betreffend, oder des Zusammenlebens (wie z.B. auf Algorithmen beruhende Partnerwahl), den privaten Raum betreffend, sind möglich. Aber auch gesamtgesellschaftlich werden Fragen wie z.B. zu Ethik und Datenschutz oder zu sozialer Ungleichheit zu beantworten sein. Derzeit werden von unterschiedlichen Akteuren Debatten darüber geführt, welche potentiellen Vorteile aber auch Herausforderungen damit verbunden sein werden. Anhand ausführlicher wissenschaftlicher (Literatur-) Recherchen werden wir im Kurs zunächst diese Debatten nachzeichnen und uns dann in einer Aufstellung möglicher Auswirkungen auf unsere Gesellschaft versuchen. Der Leistungsnachweis erfolgt semesterbegleitend durch eigenständige Literaturrecherchen und -exzerpte, die am Ende in einem Präsentations- und damit Portfolioformat enden. Der Kurs erfordert in hohem Maße eigenständiges Arbeiten auch vor Ort und in Gruppen.
[Si] Zwischen Lifestyle und Antifeminismus: Qualitative Videoanalyse von Tradwife-Content auf Social Media
"Im Mittelpunkt des Seminars stehen sogenannte Tradwives als Social-Media-Phänomen. Untersucht wird, wie traditionelle Weiblichkeit, Häuslichkeit, Mutterschaft, Ehe und Fürsorgearbeit auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ästhetisch inszeniert und medial verbreitet werden. Dabei fragen wir, ob und wie Tradwife-Content mit antifeministischen Deutungen und digitaler Geschlechterpolitik verbunden ist.
Die Studierenden entwickeln eigene kleine Forschungsprojekte und analysieren ausgewählte Social-Media-Videos mithilfe qualitativer Videoanalyse. Neben Fragen der Beschreibung und Interpretation audiovisueller Daten werden auch grundlegende Fragen des Umgangs mit öffentlich zugänglichem Social-Media-Material berücksichtigt."
Sozialer und politischer Wandel / Internationale Beziehungen und Gesellschaftsvergleich (03 Ba Pol-kNF-5) ⇑
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] "Building a Government" - Vom Wahlkampf bis zur Regierungsbildung
[Si] Deutschland, Europa und der weltpolitische Wandel
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Karl-Glöckner-Str. 21E, Raum 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar untersucht theoriegeleitet und entlang einzelner analytischer Fragestellungen, wie Deutschland und Europa von grundlegenden Formen des Wandels in der Weltpolitik betroffen sind bzw. welche Anforderungen sich daraus für die Außenpolitik dieser Akteure ergeben. Zunächst erfolgt eine Beschäftigung mit einzelnen Formen des Wandels: dem Aufstieg und relativen Abstieg einzelner Mächte (China bzw. USA) und Koalitionen (BRICS), dem damit teilweise verbundenen globalen Wandel an ökonomischen und technologischen Ressourcen und Weltmarktanteilen, dem Aufstieg von Autoritarismus und Formen der Entdemokratisierung, der Krise des liberalen Weltordnungsmodells, die Bedrohung des globalen und regionalen Friedens durch Kriege in/gegen die Ukraine und den Iran, dem ökologischen und sozialen Wandel in Form von Klimawandel, Ressourcenzerstörung, und ökonomischer und sozialer Ungleichheit usw. In diesem Zusammenhang untersucht das Seminar entlang von einzelnen außen- und sicherheitspolitischen, ökonomischen und sozialen Problembereichen, wie Deutschland und Europa mit diesen Veränderungen umgehen. Eine benotete Teilnahme erfolgt durch Mitwirkung an einem mündlichen Referat und Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
[Si] Gegenmittel zur Red Pill? Transnationale Konflikt- und Mobilisierungsfelder von Antifeminismus
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
Das Seminar beschäftigt sich mit Antifeminismus und Anti-Gender-Diskursen als gesellschaftliche und transnationale Konfliktphänomene. Im Zentrum steht die Frage, weshalb antifeministische Mobilisierungen gegenwärtig weltweit an Sichtbarkeit und politischer Bedeutung gewinnen und wie sie mit gesellschaftlichen Krisen, autoritären Entwicklungen und dem Wandel von Geschlechterverhältnissen zusammenhängen. Dabei werden antifeministische Narrative, Männlichkeitsbilder und Feindbildkonstruktionen als Ausdruck sozialer Auseinandersetzungen um Macht, Identität und gesellschaftliche Ordnung analysiert. Aus einer transnationalen Perspektive untersucht das Seminar zudem, wie antifeministische Akteur*innen, Diskurse und Mobilisierungsstrategien international vernetzt sind und wie sich Antifeminismus als Teil breiter gesellschaftlicher Transformations- und Konfliktdynamiken einordnen lässt.
Soziale Ungleichheit und Geschlechterverhältnis / Institutionen und Politikfelder (03 Ba Pol-kNF-6) ⇑
Seminar
[Si] Auf Afrika kommt es an: Globale Ordnung im Umbruch - Multipolare Weltordnung und die Rolle des Globalen Südens
Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch: Europa steht an einem historischen Wendepunkt - das vertraute Wohlstandsmodell erodiert und geopolitische Gewissheiten zerfallen. Global sehen wir das Ende westlicher Dominanz, das Entstehen multipolarer Machtstrukturen und die wachsende Bedeutung des globalen Südens. Afrika erscheint dabei nicht länger als „Problemkontinent“, sondern als Raum von Innovation, Resilienz und gesellschaftlicher Erneuerung: Im Jahr 2050 wird Afrika mehr als 2,5 Milliarden Einwohner haben, fast das doppelte der heutigen auf dem Kontinent lebenden 1,3 Milliarden Menschen. Dann wird jeder vierte Weltbürger Afrikaner sein, und im weltweit größten Binnenmarkt leben, der bereits gegründeten Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone. Schon jetzt finden sich 12 der 20 am stärksten wachsenden Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Und Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte der jungen arbeitenden Bevölkerung dieser Welt stellen. Angesichts von Urbanisierung, wachsendem Binnenhandel und globaler Vernetzung wird Afrika zunehmend zu einem zentralen Akteur, der als gleichberechtigter Partner verstanden werden muss. Wer zentrale Zukunftsfragen wie Energie, Digitalisierung, Migration oder Klimawandel begreifen will, kommt an Afrika nicht vorbei – der Kontinent gehört ins Zentrum unserer Analysen und Entscheidungen. Und ins Zentrum der Lösungsszenarien.
Zugrunde gelegte Lektüre: Matthias Rompel / Reimer Gronemeyer: Auf Afrika kommt es an! Ohne Afrika wird Europa keine Zukunft haben. Frankfurt 2026.
[Si] Gender in the Digital Age: Digital Politics, Biopolitics of Data, and Digital Dissent
[Si] Global Introduction to Botswana Society
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This class introduces students to Botswana society, exploring its characteristics, dynamics, and key local concepts that have the potential in shaping the global sociological perspectives. While using a historical approach to understand Botswana society, the module also examines various aspects of Botswana society that contribute to a broader understanding of societies in the Global South. These aspects include family structure, socio-cultural institutions, political institution, the kgotla system, belief system. The class is structured into three parts. The first part traces the history of Botswana from the pre-colonial era to the present. The second part explores the socio-cultural and political systems that influence and shape the development of Botswana society. The final section of the class provides a critical overview of key societal practices in Botswana, including family structure, religion, ethnicity and healthcare system.
[Si] Intersectionality and Migration: Gender, Queer Perspectives, and Cultural Identities
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
[Si] Queer Diaspora and the Politics of Belonging: Performance, Resistance, and Digital Citizenship
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Auf Afrika kommt es an: Globale Ordnung im Umbruch - Multipolare Weltordnung und die Rolle des Globalen Südens
Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch: Europa steht an einem historischen Wendepunkt - das vertraute Wohlstandsmodell erodiert und geopolitische Gewissheiten zerfallen. Global sehen wir das Ende westlicher Dominanz, das Entstehen multipolarer Machtstrukturen und die wachsende Bedeutung des globalen Südens. Afrika erscheint dabei nicht länger als „Problemkontinent“, sondern als Raum von Innovation, Resilienz und gesellschaftlicher Erneuerung: Im Jahr 2050 wird Afrika mehr als 2,5 Milliarden Einwohner haben, fast das doppelte der heutigen auf dem Kontinent lebenden 1,3 Milliarden Menschen. Dann wird jeder vierte Weltbürger Afrikaner sein, und im weltweit größten Binnenmarkt leben, der bereits gegründeten Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone. Schon jetzt finden sich 12 der 20 am stärksten wachsenden Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Und Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte der jungen arbeitenden Bevölkerung dieser Welt stellen. Angesichts von Urbanisierung, wachsendem Binnenhandel und globaler Vernetzung wird Afrika zunehmend zu einem zentralen Akteur, der als gleichberechtigter Partner verstanden werden muss. Wer zentrale Zukunftsfragen wie Energie, Digitalisierung, Migration oder Klimawandel begreifen will, kommt an Afrika nicht vorbei – der Kontinent gehört ins Zentrum unserer Analysen und Entscheidungen. Und ins Zentrum der Lösungsszenarien.
Zugrunde gelegte Lektüre: Matthias Rompel / Reimer Gronemeyer: Auf Afrika kommt es an! Ohne Afrika wird Europa keine Zukunft haben. Frankfurt 2026.
[Si] Gender in the Digital Age: Digital Politics, Biopolitics of Data, and Digital Dissent
[Si] Global Introduction to Botswana Society
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This class introduces students to Botswana society, exploring its characteristics, dynamics, and key local concepts that have the potential in shaping the global sociological perspectives. While using a historical approach to understand Botswana society, the module also examines various aspects of Botswana society that contribute to a broader understanding of societies in the Global South. These aspects include family structure, socio-cultural institutions, political institution, the kgotla system, belief system. The class is structured into three parts. The first part traces the history of Botswana from the pre-colonial era to the present. The second part explores the socio-cultural and political systems that influence and shape the development of Botswana society. The final section of the class provides a critical overview of key societal practices in Botswana, including family structure, religion, ethnicity and healthcare system.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Intersectionality and Migration: Gender, Queer Perspectives, and Cultural Identities
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
[Si] Queer Diaspora and the Politics of Belonging: Performance, Resistance, and Digital Citizenship
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.



