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Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2023

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Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Geschichte - Kombinations-Masterstudiengänge "Geschichte" (Studienbeginn bis Sommersemester 2022)

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Zu belegen sind zwei Module.

 

Seminar.

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Wann ist der Mann ein Mann? Männlichkeit(en) im 20.Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

 
[Vl] Die Herausbildung von Herrschaftsorganisation: Griechenland und Rom im Vergleich
Klausurtermin: 13.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal)

[Vl] Kiew - Mutter der russischen Städte. Geschichten von Belarusen, Russen und Ukrainern
Klausurtermine: 10.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, F 006

Kommentar:

Die Vorlesung soll mit Blick auf die älteste Chronik der Frage nachgehen, „woher die Russen ihren Namen haben“ und welche Bedeutung Kyjiv als „Mutter der russischen Städte“ hat. Dezidiert wird hier nicht eine kontinuierliche Geschichte Russlands erzählt, sondern versucht, der Eigenständigkeit der Kiever Rus‘ und dem Schicksal der Ostslaven in der Polnisch-Litauischen Union als Alternative zum Moskauer Reich gerecht zu werden. Schließlich geht es darum, das Verhältnis von Russland, Ukraine und Belarus historisch zu erklären.

Literaturhinweise:
Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 7., aktualisierte Auf. München 2016.


[Vl] Königtum und Fürstenherrschaft. Das Reich im europäischen Vergleich (um 1100-1300)
Klausurtermin: 11.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Als im 19. Jahrhundert der moderne Nationalstaat als Idealform der politischen Ordnung galt, schien die deutsche Verfassungsgeschichte im Rückblick als defizitär. Denn während die benachbarten Nationen bereits im Mittelalter – so meinte man – ein starkes Königtum auf nationaler Ebene zu entwickeln begannen, schien Deutschland mit seinem Spannungsverhältnis zwischen Königtum und Fürstendynastien ein Sonderfall zu sein. Ansätze moderner Staatlichkeit schienen sich nur auf der Ebene der Fürstentümer zu bilden. Das Königtum hingegen verlor seit Mitte des 13. Jahrhunderts an Autorität und integrativer Kraft, die Krone wurde zum Spielball konkurrierender Adelshäuser. Die moderne Mittelalter-Forschung hat im 20. Jahrhundert erhebliche Korrekturen an diesem Zerrbild vorgenommen und ist dabei ganz unterschiedliche Wege gegangen. Die Vorlesung wird sich den strukturellen Wandlungen im römisch-deutschen Reich im 12. und 13. Jahrhundert widmen und dabei zentrale Begriffe, Strukturen und Entwicklungslinien vorstellen. Der vergleichende Blick auf Frankreich wird dazu dienen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und seinen Nachbarn deutlich zu machen.
Literatur:
Bartlett, Robert: The Making of Europe. Conquest, Colonization and Cultural Change (950–1350), London, New York 1993; Berg, Dieter: Deutschland und seine Nachbarn 1200-1500 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 40), München 1997; Borgolte, Michael: Europa entdeckt seine Vielfalt, 1050-1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3), Stuttgart 2002; Haverkamp, Alfred: 12. Jahrhundert, 1125-1198 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 5), Stuttgart 2003; Graham A. Loud/ Jochen Schenk (Hgg.): The Origins of the German Principalities, 1100-1350. Essays by German Historians, London/ New York 2017; Menzel, Michael: Die Zeit der Entwürfe, 1273-1347 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 7a), Stuttgart 2012; North, Michael: Europa expandiert, 1250-1500 (Handbuch der Geschichte Europas 4), Stuttgart 2007; Schubert, Ernst: Fürstliche Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 35), München 2. Aufl. 2006; Stürner, Wolfgang: 13. Jahrhundert, 1198-1273 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 6), Stuttgart 2007.


[Vl] Zwischen Krisen und Innovationen: Das Reich im 15. Jahrhundert
Klausurtermine: 10.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die ältere Forschung sah im 15. Jahrhundert nur eine Krisenzeit, in der politische und religiöse Missstände sich derart gehäuft hätten, so dass sie fast unweigerlich in die Ära der Refomation und in die mit dieser verbundenen politischen Umwälzungen steuerte. Zwischen den angeblich gescheiterten Königen Wenzel und Ruprecht bis hin zur vermeintlichen Erzschlafmütze des Heiligen Römischen Reichs, Friedrich III., schien ein gerade Abstiegslinie zu verlaufen. Die neuere Forschung hat hingegen herausgearbeitet, wo im 15. Jahrhundert neue Wege beschritten wurden. In der Vorlesung liegt der Fokus auf der Reichs- und der Kirchengeschichte des 15. Jh. Mit der Vorlesung thematisch eng verbunden sind die Quellenkundeübungen über das Konstanzer Konzil und zur Geschichte der Stadt Konstanz im Mittelalter.
Einstiegsliteratur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2010); Hartmut Boockmann / Heinrich Dormeier, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 8: Konzilien, Kirchen und Reichsreform (1410-1495) (2005); Günter Frank, Franz Fuchs, Mathias Herweg (Hg.), Das 15. Jahrhundert (2022).


[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Leben von der eigenen Hände Arbeit? Zisterziensische Wirtschaft im Kontext
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Die Ökonomie des Zisterzienserordens ist eines der großen Themen der zisterziensischen Geschichte mit langer Tradition. Die kirchenhistorische Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts bewertete die wirtschaftlichen Leistungen des Ordens idealisierend übertrieben positiv. Dieses Urteil wurde beginnend mit der Mitte des 20. Jahrhunderts kritisch hinterfragt und relativiert. Der Untersuchungsgegenstand ist damit geprägt durch verschiedene Zugänge und unterschiedliche Ansätze, die vor allem in jüngerer Zeit starken Dynamiken unterworfen sind. Das Hauptseminar widmet sich vor allem der jüngeren Forschung zur Wirtschaftsleistung des Ordens und thematisiert unter zentralem Einbezug der reichhaltigen Quellen zur Ökonomie des Ordens die Wirtschaftsleistung des Ordens und einzelner Klöster kritisch und reflektierend. Schwerpunktmäßig richtet sich der Fokus des Hauptseminars auf das hohe Mittelalter und das frühe Spätmittelalter.

Einführende Literatur:
Hoffmann, Eberhard: Die Entwicklung der Wirtschaftsprinzipien im Cisterzienserorden während des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Historisches Jahrbuch 31 (1910), S. 699–727.
Oberste, Jörg: Die Zisterzienser, Stuttgart 2014, S. 182–212.
Rösener, Werner: Agrarwirtschaft der Zisterzienser: Innovation und Anpassung, in: Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter, hg. von Franz J. Felten und Werner Rösener, Berlin 2009, S. 67–95.


[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


 
[Vl] 'A living thing is born.' Transnationale Geschichte der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive des Völkerbundes
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

[Vl] "Globalgeschichte des Kapitalismus I: vom späten 15. bis ins späte 19. Jahrhundert"
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die Vorlesung behandelt zunächst das Ausgreifen europäischer Handelskapitalisten nach Südasien seit dem späten 15. Jahrhundert und zeigt, dass die europäischen Händler - trotz massiven Gewalteinsatzes - zunächst nur Randfiguren in am Indischen Ozean lange etablierten Handelsstrukturen waren. Nur sehr allmählich griffen sie mit Unterstützung v.a. des niederländischen und englischen Staates über einzelne Stützpunkte hinaus und erweiterten den zunächst dominierenden Handel mit Gewürzen um den mit den begehrten indischen Baumwollstoffen. Letztere wurden zentrales Tauschmittel im afrikanischen Sklavenhandel, der wiederum für die wirtschaftliche Ausbeutung der Karibik, Südamerikas und des Südens Nordamerikas entscheidende Bedeutung gewann. Auf den mit Sklaven betriebenen Zucker-, Tabak- und Baumwollplantagen der Neuen Welt wurden erste protoindustrielle Verfahren entwickelt, deren Bedeutung für die Industrielle Revolution in Europa ebenso untersucht wird wie das Gewicht der atlantischen Dreieckswirtschaft für die frühe industrielle Entwicklung. Mit der Ausbreitung industrieller Produktionstechniken in Nordwesteuropa und den USA wurden zugleich neue Muster der internationalen Arbeitsteilung etabliert, die große Teile Asiens, Lateinamerikas und Afrikas zu bloßen Rohstofflieferanten werden ließ. Dieser Prozess wird bis ins späte 19. Jahrhundert verfolgt, während die Entwicklung von ca. 1900 bis heute der Vorlesung des Folgesemesters vorbehalten bleibt.


[Vl] Das Alte Reich 1495 - 1806
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)

[Vl] Herrschaftspraxis und Herrschaftspraktiken in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die Vorlesung befasst sich mit allen Fragen der Herrschaftsorganisation und Herrschaftsstrukturen in der Frühen Neuzeit. Es interessiert demnach, wer herrschte, auf welcher rechtlichen, sozioökonomischen und politischen etc. Basis regiert wurde, wie Herrschaft durchgesetzt wurde oder auf opposition und Widerstand traf, ob es sich um Alleinherrscher oder gar gewählte Herrscher handelte. Besonderes Augenmerk wird auf den verschiedenen Formen von Partizipation und dem Herrschafts-/Verwaltungspersonal liegen. Es interessiert demnach nicht nur die normative Seite von Herrschaft, sondern gerade auch die personale bzw. praktische. Die hierzu herangezogenen Beispiele stammen in erster Linie aus dem hesssichen Raum, können allerdings für sich beanspruchen, die europäischen Normalfälle abzubilden. Am Ende gilt es die Frage zu klären, inwieweit Herrschaft in der Frühen Neuzeit bereits eine Vorform des modernen Anstaltsstaates darstellte oder eben eine ganz eigene Form der Herrschaftsorganisation. Eine auseinandersetzung mit der älteren Forschungstradition wird daher notwendig sein.


[Vl] Utopia or Dystopia? Perestroika and the end of the Soviet state
Klausurtermin: 05.07.2023; Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 102

Kommentar:

Beobachter der internationalen Politik vergleichen die heutige globale Situation gerne mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – ein Grund, diese Epoche näher zu betrachten.

Das Hauptseminar konzentriert sich inhaltlich auf Schnittstellen von Politik- und Kriegsgeschichte, berücksichtigt aber auch andere Aspekte. Themen sind unter anderem: Machtpolitik im europäischen Staatensystem, die westlich-imperiale Weltordnung, „große“ Staatenkriege und „kleine“ Kolonialkriege, Kanonenbootpolitik und Navalismus, der Einfluss von Geschlechterverhältnissen und Statushierarchien auf Krisen- und Kriegserwartungen, die Ursachen des Weltkrieges. Wir wollen diese und weitere Themen vor allem über Forschungskontroversen erschließen.

Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seite pro Woche, wobei ein großer Teil der Lektüre englischsprachig sein wird. Die wöchentliche Vorbereitung erfolgt unter anderem durch die kurze schriftliche Beantwortung von Fragen zur Lektüre.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Migration ausstellen: Deutsch-Griechische Geschichten der Arbeitsmigration. Erarbeitung einer Ausstellung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106


Kommentar:

Im Vergleich zur Arbeitsmigration von ItalienerInnen, YugoslawInnen und TürkInnen ist die Geschichte der griechischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland wohl am wenigsten untersucht. Es fehlen sowohl neuere systematische Untersuchungen - insbesondere aus historischer oder aber interdisziplinärer Perspektive – wie auch eine fundierte Basis an veröffentlichten (und übersetzten) Primärquellen. Dieses Hauptseminar möchte sich daher der Geschichte der Deutsch-Griechischen Arbeitsmigration widmen, grundlegende Entwicklungen und Eckdaten identifizieren und schließlich eine kompakte, mobile und interaktive Ausstellung zu dieser Geschichte erarbeiten. Dazu werden wir im Seminar mehrere GästInnen aus der Praxis willkommen heißen und mit ihnen diskutieren sowie das Giessener Stadtarchiv besuchen. Unsere Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit Studierenden der Aristoteles-Universität Thessaloniki übersetzt und in zweisprachiger Version im Sommer schließlich an zwei ausgewählten Orten in Griechenland gezeigt werden. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.

 Wie der BR griechische „Gastarbeiter“ in Szene setzte zeigt uns ein Ausschnitt der Serie Himmelmoment von 1970 unter: https://www.br.de/mediathek/video/himmelmoment-1970-2-50-besuch-bei-den-gastarbeitern-av:5dd21565ebea9c001ad86da2 [2023-03-21].


[H Si] Nur Protz und Prunk? Luxus im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


 

Seminar.

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 102

Kommentar:

Beobachter der internationalen Politik vergleichen die heutige globale Situation gerne mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – ein Grund, diese Epoche näher zu betrachten.

Das Hauptseminar konzentriert sich inhaltlich auf Schnittstellen von Politik- und Kriegsgeschichte, berücksichtigt aber auch andere Aspekte. Themen sind unter anderem: Machtpolitik im europäischen Staatensystem, die westlich-imperiale Weltordnung, „große“ Staatenkriege und „kleine“ Kolonialkriege, Kanonenbootpolitik und Navalismus, der Einfluss von Geschlechterverhältnissen und Statushierarchien auf Krisen- und Kriegserwartungen, die Ursachen des Weltkrieges. Wir wollen diese und weitere Themen vor allem über Forschungskontroversen erschließen.

Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seite pro Woche, wobei ein großer Teil der Lektüre englischsprachig sein wird. Die wöchentliche Vorbereitung erfolgt unter anderem durch die kurze schriftliche Beantwortung von Fragen zur Lektüre.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Leben von der eigenen Hände Arbeit? Zisterziensische Wirtschaft im Kontext
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Die Ökonomie des Zisterzienserordens ist eines der großen Themen der zisterziensischen Geschichte mit langer Tradition. Die kirchenhistorische Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts bewertete die wirtschaftlichen Leistungen des Ordens idealisierend übertrieben positiv. Dieses Urteil wurde beginnend mit der Mitte des 20. Jahrhunderts kritisch hinterfragt und relativiert. Der Untersuchungsgegenstand ist damit geprägt durch verschiedene Zugänge und unterschiedliche Ansätze, die vor allem in jüngerer Zeit starken Dynamiken unterworfen sind. Das Hauptseminar widmet sich vor allem der jüngeren Forschung zur Wirtschaftsleistung des Ordens und thematisiert unter zentralem Einbezug der reichhaltigen Quellen zur Ökonomie des Ordens die Wirtschaftsleistung des Ordens und einzelner Klöster kritisch und reflektierend. Schwerpunktmäßig richtet sich der Fokus des Hauptseminars auf das hohe Mittelalter und das frühe Spätmittelalter.

Einführende Literatur:
Hoffmann, Eberhard: Die Entwicklung der Wirtschaftsprinzipien im Cisterzienserorden während des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Historisches Jahrbuch 31 (1910), S. 699–727.
Oberste, Jörg: Die Zisterzienser, Stuttgart 2014, S. 182–212.
Rösener, Werner: Agrarwirtschaft der Zisterzienser: Innovation und Anpassung, in: Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter, hg. von Franz J. Felten und Werner Rösener, Berlin 2009, S. 67–95.


[H Si] Migration ausstellen: Deutsch-Griechische Geschichten der Arbeitsmigration. Erarbeitung einer Ausstellung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106


Kommentar:

Im Vergleich zur Arbeitsmigration von ItalienerInnen, YugoslawInnen und TürkInnen ist die Geschichte der griechischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland wohl am wenigsten untersucht. Es fehlen sowohl neuere systematische Untersuchungen - insbesondere aus historischer oder aber interdisziplinärer Perspektive – wie auch eine fundierte Basis an veröffentlichten (und übersetzten) Primärquellen. Dieses Hauptseminar möchte sich daher der Geschichte der Deutsch-Griechischen Arbeitsmigration widmen, grundlegende Entwicklungen und Eckdaten identifizieren und schließlich eine kompakte, mobile und interaktive Ausstellung zu dieser Geschichte erarbeiten. Dazu werden wir im Seminar mehrere GästInnen aus der Praxis willkommen heißen und mit ihnen diskutieren sowie das Giessener Stadtarchiv besuchen. Unsere Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit Studierenden der Aristoteles-Universität Thessaloniki übersetzt und in zweisprachiger Version im Sommer schließlich an zwei ausgewählten Orten in Griechenland gezeigt werden. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.

 Wie der BR griechische „Gastarbeiter“ in Szene setzte zeigt uns ein Ausschnitt der Serie Himmelmoment von 1970 unter: https://www.br.de/mediathek/video/himmelmoment-1970-2-50-besuch-bei-den-gastarbeitern-av:5dd21565ebea9c001ad86da2 [2023-03-21].


[H Si] Nur Protz und Prunk? Luxus im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


 

Seminar.

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Fehde und Gewalt in unedierten Quellen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 007

Kommentar:

Im Hauptseminar wird das Transkribieren und Erschließen unedierter mittelalterlicher Quellen eingeübt. Dies geschieht anhand von Quellen, die mittelalterliches Gewalthandeln zum Gegenstand haben wie z. B. Fehdeansagen, Urfehdebriefe, Fehdeakten und Sühneurkunden. Auf diese Weise wird in die Paläographie, die Urkunden- und Aktenkunde, aber auch in die Gewaltforschung einführt. Das Seminar steht auch Studierenden offen, die Erfahrung im Umgang mit unedierten Quellen sammeln wollen, sich aber in das Seminar nicht einflexen können oder wollen.
Literatur wird konsekutiv bekannt gegeben.


[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


   
[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[Ü] Aestheticization of politics: The sources of Late Stalinism
Durchführung: englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

[Ü] Die Entrechtung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im so genannten "Generalgouvernement" im Spiegel der Quellen
Blockveranstaltung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
6 Einzeltermine:
Fr. 14.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 21.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 28.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 05.05.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 12.05.2023,14.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, D 209
Sa. 13.05.2023,10.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, D 209

Kommentar:

Die Herrschaft in dem von den nationalsozialistischen deutschen Besatzern im Herbst 1939 errichteten so genannten „Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete“ war durch eine rigorose auf Terror basierende Ausbeutungs- und Vernichtungspolitik geprägt. Die historische Forschung hat in den letzten Jahren nicht nur Mechanismen dieser Besatzungspolitik und der Ausbeutung und Ermordung vor allem der jüdischen Bevölkerung untersucht, sondern ist auch anhand von Verwaltungsakten und Selbstzeugnissen wie Briefen, Tagebüchern etc. einerseits der Frage nach der Motivation der Täter, andererseits der Erfahrung der Opfer nachgegangen. Dies hat in jüngster Zeit zur Veröffentlichung von verschiedenen Quellen geführt, deren Lektüre ein komplexes Bild dieser schwierigen Epoche der deutschen Geschichte liefert.

Literatur:
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 3. Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren : September 1939 - September 1941 / bearb. von Andrea Löw. München: 2012; Band 4: Polen September 1939 – Juli 1941, bearb. v. Klaus-Peter Friedrich. München: 2011; Band 9: Generalgouvernement August 1941–1945, bearb. v. dems. München: 2014.
Löw, Andrea; Roth, Markus: Juden in Krakau unter deutscher Besatzung 1939-1945. Göttingen: 2011.
Löw, Andrea; Roth, Markus: Das Warschauer Getto: Alltag und Widerstand im Angesicht der Vernichtung. München : 2013.
Löw, Andrea: Juden im Getto Litzmannstadt: Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten. Göttingen: 2006.
Engelking, Barbara; Leociak, Jacek: The Warsaw Ghetto. A Guide to the Perished City. New Haven/London: 2009.
Friedländer, Saul: Das Dritte Reich und die Juden : die Jahre der Verfolgung 1933 - 1939 ; die Jahre der Vernichtung 1939 – 1945. München : 2007


[Ü] Medizin, Sex, Gender im historischen Wandel (19. und 20. Jahrhundert)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Ist die Menopause eine Erfindung der Moderne? Bluteten Frauen und Männer noch im frühen 19. Jahrhundert gleichermaßen? Was ist das sogenannte Dritte Geschlecht? Was ist überhaupt Geschlecht? Körpererfahrungen variieren nicht nur individuell und in verschiedenen Kulturkreisen, sondern sie sind auch historisch veränderlich. Diesen Veränderungen wollen wir in der interdisziplinär angelegten Übung nachgehen. Wir fragen aus geschichtswissenschaftlicher und medizinhistorischer Perspektive, wie sich Konzeptionen von Körper und Geschlecht sowie von Medizin und Sexualität im 19. und 20. Jahrhundert gewandelt haben. Dabei analysieren wir zeitgenössische Quellen und diskutieren unterschiedliche Forschungspositionen aus der Körper-, Medizin und Geschlechtergeschichte.

Literatur zur Einführung:
Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte, Frankfurt/M. 2010
Frank Stahnisch, Florian Steger (Hg.), Medizin, Geschichte und Geschlecht. Körperhistorische Rekonstruktionen von Identitäten und Differenzen, Wiesbaden 2005


[Ü] Thomas Morus "Utopia" (1517)  (AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Thomas Morus´ „Utopia“, im gleichen Jahr erschienen, in dem Martin Luther die Reformation auslöste, hat einer ganzen Literaturgattung den Namen gegeben – der literarischen Ausgestaltung einer besseren Gesellschaft und Politik. Im Seminar sollen Auszüge des Werkes gelesen und diskutiert werden und dabei auch der zeitgenössische Kontext thematisiert werden, ohne den diese humanistische Gesellschaftskritik nicht zu verstehen ist. Textgrundlage ist: Der utopische Staat. Morus – Utopia, Campanella – Sonnenstaat, Bacon – Neu-Atlantis, hrsg. v. K. J. Heinisch, Reinbek 1960. Die Textauszüge werden als PDFs über Stud.IP zur Verfügung gestellt


[Ü] Vom Gasthaus in die Karawanserei. Eine Alltagsgeschichte der Landstraße im östlichen Europa
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

In der Lehrveranstaltung wird am Beispiel von historischen Quellen, die Auskunft über das Leben unterwegs auf den Landstraßen des östlichen Europas geben, das quellenkritische Arbeiten vermittelt. Ziel ist es außerdem, Quellenmaterial für die Entwicklung eines Serious Games (Computerspiel) zu erschließen, das spielerisch Wissen über frühneuzeitliche Handelsreisen zwischen Ostsee und Bosporus vermitteln und ein vertieftes Verständnis dieser Epoche insbesondere in Südosteuropa fördern soll.

Damit wir nicht nur mit dem Finger auf der Landkarte bzw. zwischen den Zeilen unserer Quellen reisen, ist im Rahmen der Veranstaltung auch ein Besuch des Geldmuseums in Frankfurt geplant.

Lektüreempfehlung:
Antoni Mączak: Eine Kutsche ist wie eine Straßendirne ... : Reisekultur im Alten Europa. Aus dem Polnischen von Reinhard Fischer und Peter Oliver Loew. Paderborn, 2017.


 
[O Si] Kolloquium Alte Geschichte
Termine nach Vereinbarung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
k.A.

[O Si] Neue Forschungen zur Mittelalterlichen Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.04.2023
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Ablaufplan des Oberseminars:

18.04.23 – Stefan Tebruck: Was ist ein Landgraf? Das Beispiel Thüringens und Hessens
09.05.23 – Lisa Merkel (Leipzig): Die Pfarrei in der Bischofsstadt. Die Merseburger Pfarrkirchen im Spannungsverhältnis von Rat, Bürgerschaft und Bischof
16.05.23 – Diskussion zur Integration von Genomdaten in die mediävistische Forschung
23.05.23 – Lina Matzke: Besitzen, Bewerten, Bewahren. Zur „Objektbiographie“ des Evangeliars Heinrichs des Löwen
30.05.23 – Christina Möller: König Adolf von Nassau in Thüringen
06.06.23 – Diskussion: Chance oder Bedrohung? ChatGPT und Künstliche Intelligenzen in der Mediävistik
13.06.23 – Maike Lämmerhirt (Mannheim): Der Erfurter Rat und die jüdische Gemeinde
20.06.23 – Christian Stadelmaier: Heiden in Noyon? Alternative Perspektiven auf die Vita des heiligen Eligius
27.06.23 – Roman Tischer: Geistliche auf Kreuzzug und Pilgerfahrt (11.–12. Jahrhundert) – ein resümierender Ausblick
11.07.23 – Monika Gerundt: Inventiones reliquiarum – Wer und was wird gefunden?

Das Oberseminar ist offen für alle, die sich für aktuelle Forschungsthemen in der Mediävistik interessieren. Master-Studierende können dieses Oberseminar im Rahmen ihres Projektmoduls belegen. Im Seminar stellen Referent*innen aus Gießen und anderen Universitäten Themen aus ihren laufenden Arbeitsprojekten zur Diskussion.

Zur Anmeldung in der Stud.IP-Veranstaltung kontaktieren Sie bitte: stefan.tebruck@geschichte.uni-giessen.de


[O Si] Neueste Forschungen zur Geschichte der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[O Si] Oberseminar für Neuere und Neueste Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.04.2023
wöchentlich Mi. 18:00 - 20:00 Uhr
nächster Termin: 14.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

[O Si] Oberseminar zur spätmittelalterlichen Geschichte und zur Landesgeschichte
Teilweise Blockterminen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
zwei-wöchentlich Mi. 18:00 - 20:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003
2 Einzeltermine:
Mi. 17.05.2023,18.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, C 003
Fr. 14.07.2023,10.00 - 18.00 Uhr   Phil. I, C 027

Kommentar:

Im Oberseminar werden gezielt Kompetenzen eingeübt, die für das Anfertigen einer Masterarbeit oder Dissertation unabdingbar sind. Insbesondere werden konsequent mittellateinische Texte übersetzt. Ergänzt werden die 14-tägig abgehaltenen Sitzungen durch einen Blocktermin, an dem laufende Projekte vorgestellt werden. Das Datum des Blocktermins wird mit den Seminarteilnehmern ausgehandelt. Es ist möglich, aus Interesse an dem Seminar teilzunehmen, ohne sich einzuflexen.


[Koll] Oberseminar: Titel, Themen, Thesen: Eine Abschlußarbeit in der Neueren Geschichte schreiben
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003
3 Einzeltermine:
Di. 25.04.2023,18.00 - 20.00 Uhr   Phil I, Otto-Behaghel-Str. 10, Hörsaal A3Festvortrag des Historischen Instituts mit Prof. Dr. Guido Hausmann (Universität Regensburg)


Di. 16.05.2023,18.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, Haus G, Raum 333Vorstellung der Masterthesis von Alexander Bonk


Mi. 31.05.2023,18.00 - 20.00 Uhr   Phil I, C 214Vortrag von Dr. Amir Teicher (Tel Aviv): Picturing Race



 

Wahlpflichtbereich; zu belegen sind vier Module.

 

Seminar.

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Wann ist der Mann ein Mann? Männlichkeit(en) im 20.Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

 
[Vl] Die Herausbildung von Herrschaftsorganisation: Griechenland und Rom im Vergleich
Klausurtermin: 13.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal)

[Vl] Kiew - Mutter der russischen Städte. Geschichten von Belarusen, Russen und Ukrainern
Klausurtermine: 10.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, F 006

Kommentar:

Die Vorlesung soll mit Blick auf die älteste Chronik der Frage nachgehen, „woher die Russen ihren Namen haben“ und welche Bedeutung Kyjiv als „Mutter der russischen Städte“ hat. Dezidiert wird hier nicht eine kontinuierliche Geschichte Russlands erzählt, sondern versucht, der Eigenständigkeit der Kiever Rus‘ und dem Schicksal der Ostslaven in der Polnisch-Litauischen Union als Alternative zum Moskauer Reich gerecht zu werden. Schließlich geht es darum, das Verhältnis von Russland, Ukraine und Belarus historisch zu erklären.

Literaturhinweise:
Studienhandbuch Östliches Europa. Bd. 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Köln/Weimar/Wien 2009; Kappeler, Andreas: Russische Geschichte. 7., aktualisierte Auf. München 2016.


[Vl] Königtum und Fürstenherrschaft. Das Reich im europäischen Vergleich (um 1100-1300)
Klausurtermin: 11.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Als im 19. Jahrhundert der moderne Nationalstaat als Idealform der politischen Ordnung galt, schien die deutsche Verfassungsgeschichte im Rückblick als defizitär. Denn während die benachbarten Nationen bereits im Mittelalter – so meinte man – ein starkes Königtum auf nationaler Ebene zu entwickeln begannen, schien Deutschland mit seinem Spannungsverhältnis zwischen Königtum und Fürstendynastien ein Sonderfall zu sein. Ansätze moderner Staatlichkeit schienen sich nur auf der Ebene der Fürstentümer zu bilden. Das Königtum hingegen verlor seit Mitte des 13. Jahrhunderts an Autorität und integrativer Kraft, die Krone wurde zum Spielball konkurrierender Adelshäuser. Die moderne Mittelalter-Forschung hat im 20. Jahrhundert erhebliche Korrekturen an diesem Zerrbild vorgenommen und ist dabei ganz unterschiedliche Wege gegangen. Die Vorlesung wird sich den strukturellen Wandlungen im römisch-deutschen Reich im 12. und 13. Jahrhundert widmen und dabei zentrale Begriffe, Strukturen und Entwicklungslinien vorstellen. Der vergleichende Blick auf Frankreich wird dazu dienen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und seinen Nachbarn deutlich zu machen.
Literatur:
Bartlett, Robert: The Making of Europe. Conquest, Colonization and Cultural Change (950–1350), London, New York 1993; Berg, Dieter: Deutschland und seine Nachbarn 1200-1500 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 40), München 1997; Borgolte, Michael: Europa entdeckt seine Vielfalt, 1050-1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3), Stuttgart 2002; Haverkamp, Alfred: 12. Jahrhundert, 1125-1198 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 5), Stuttgart 2003; Graham A. Loud/ Jochen Schenk (Hgg.): The Origins of the German Principalities, 1100-1350. Essays by German Historians, London/ New York 2017; Menzel, Michael: Die Zeit der Entwürfe, 1273-1347 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 7a), Stuttgart 2012; North, Michael: Europa expandiert, 1250-1500 (Handbuch der Geschichte Europas 4), Stuttgart 2007; Schubert, Ernst: Fürstliche Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 35), München 2. Aufl. 2006; Stürner, Wolfgang: 13. Jahrhundert, 1198-1273 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte 6), Stuttgart 2007.


[Vl] Zwischen Krisen und Innovationen: Das Reich im 15. Jahrhundert
Klausurtermine: 10.07.2023
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die ältere Forschung sah im 15. Jahrhundert nur eine Krisenzeit, in der politische und religiöse Missstände sich derart gehäuft hätten, so dass sie fast unweigerlich in die Ära der Refomation und in die mit dieser verbundenen politischen Umwälzungen steuerte. Zwischen den angeblich gescheiterten Königen Wenzel und Ruprecht bis hin zur vermeintlichen Erzschlafmütze des Heiligen Römischen Reichs, Friedrich III., schien ein gerade Abstiegslinie zu verlaufen. Die neuere Forschung hat hingegen herausgearbeitet, wo im 15. Jahrhundert neue Wege beschritten wurden. In der Vorlesung liegt der Fokus auf der Reichs- und der Kirchengeschichte des 15. Jh. Mit der Vorlesung thematisch eng verbunden sind die Quellenkundeübungen über das Konstanzer Konzil und zur Geschichte der Stadt Konstanz im Mittelalter.
Einstiegsliteratur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2010); Hartmut Boockmann / Heinrich Dormeier, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 8: Konzilien, Kirchen und Reichsreform (1410-1495) (2005); Günter Frank, Franz Fuchs, Mathias Herweg (Hg.), Das 15. Jahrhundert (2022).


[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Leben von der eigenen Hände Arbeit? Zisterziensische Wirtschaft im Kontext
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Die Ökonomie des Zisterzienserordens ist eines der großen Themen der zisterziensischen Geschichte mit langer Tradition. Die kirchenhistorische Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts bewertete die wirtschaftlichen Leistungen des Ordens idealisierend übertrieben positiv. Dieses Urteil wurde beginnend mit der Mitte des 20. Jahrhunderts kritisch hinterfragt und relativiert. Der Untersuchungsgegenstand ist damit geprägt durch verschiedene Zugänge und unterschiedliche Ansätze, die vor allem in jüngerer Zeit starken Dynamiken unterworfen sind. Das Hauptseminar widmet sich vor allem der jüngeren Forschung zur Wirtschaftsleistung des Ordens und thematisiert unter zentralem Einbezug der reichhaltigen Quellen zur Ökonomie des Ordens die Wirtschaftsleistung des Ordens und einzelner Klöster kritisch und reflektierend. Schwerpunktmäßig richtet sich der Fokus des Hauptseminars auf das hohe Mittelalter und das frühe Spätmittelalter.

Einführende Literatur:
Hoffmann, Eberhard: Die Entwicklung der Wirtschaftsprinzipien im Cisterzienserorden während des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Historisches Jahrbuch 31 (1910), S. 699–727.
Oberste, Jörg: Die Zisterzienser, Stuttgart 2014, S. 182–212.
Rösener, Werner: Agrarwirtschaft der Zisterzienser: Innovation und Anpassung, in: Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter, hg. von Franz J. Felten und Werner Rösener, Berlin 2009, S. 67–95.


[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


 
[Vl] 'A living thing is born.' Transnationale Geschichte der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive des Völkerbundes
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

[Vl] "Globalgeschichte des Kapitalismus I: vom späten 15. bis ins späte 19. Jahrhundert"
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die Vorlesung behandelt zunächst das Ausgreifen europäischer Handelskapitalisten nach Südasien seit dem späten 15. Jahrhundert und zeigt, dass die europäischen Händler - trotz massiven Gewalteinsatzes - zunächst nur Randfiguren in am Indischen Ozean lange etablierten Handelsstrukturen waren. Nur sehr allmählich griffen sie mit Unterstützung v.a. des niederländischen und englischen Staates über einzelne Stützpunkte hinaus und erweiterten den zunächst dominierenden Handel mit Gewürzen um den mit den begehrten indischen Baumwollstoffen. Letztere wurden zentrales Tauschmittel im afrikanischen Sklavenhandel, der wiederum für die wirtschaftliche Ausbeutung der Karibik, Südamerikas und des Südens Nordamerikas entscheidende Bedeutung gewann. Auf den mit Sklaven betriebenen Zucker-, Tabak- und Baumwollplantagen der Neuen Welt wurden erste protoindustrielle Verfahren entwickelt, deren Bedeutung für die Industrielle Revolution in Europa ebenso untersucht wird wie das Gewicht der atlantischen Dreieckswirtschaft für die frühe industrielle Entwicklung. Mit der Ausbreitung industrieller Produktionstechniken in Nordwesteuropa und den USA wurden zugleich neue Muster der internationalen Arbeitsteilung etabliert, die große Teile Asiens, Lateinamerikas und Afrikas zu bloßen Rohstofflieferanten werden ließ. Dieser Prozess wird bis ins späte 19. Jahrhundert verfolgt, während die Entwicklung von ca. 1900 bis heute der Vorlesung des Folgesemesters vorbehalten bleibt.


[Vl] Das Alte Reich 1495 - 1806
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)

[Vl] Herrschaftspraxis und Herrschaftspraktiken in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)

Kommentar:

Die Vorlesung befasst sich mit allen Fragen der Herrschaftsorganisation und Herrschaftsstrukturen in der Frühen Neuzeit. Es interessiert demnach, wer herrschte, auf welcher rechtlichen, sozioökonomischen und politischen etc. Basis regiert wurde, wie Herrschaft durchgesetzt wurde oder auf opposition und Widerstand traf, ob es sich um Alleinherrscher oder gar gewählte Herrscher handelte. Besonderes Augenmerk wird auf den verschiedenen Formen von Partizipation und dem Herrschafts-/Verwaltungspersonal liegen. Es interessiert demnach nicht nur die normative Seite von Herrschaft, sondern gerade auch die personale bzw. praktische. Die hierzu herangezogenen Beispiele stammen in erster Linie aus dem hesssichen Raum, können allerdings für sich beanspruchen, die europäischen Normalfälle abzubilden. Am Ende gilt es die Frage zu klären, inwieweit Herrschaft in der Frühen Neuzeit bereits eine Vorform des modernen Anstaltsstaates darstellte oder eben eine ganz eigene Form der Herrschaftsorganisation. Eine auseinandersetzung mit der älteren Forschungstradition wird daher notwendig sein.


[Vl] Utopia or Dystopia? Perestroika and the end of the Soviet state
Klausurtermin: 05.07.2023; Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 102

Kommentar:

Beobachter der internationalen Politik vergleichen die heutige globale Situation gerne mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – ein Grund, diese Epoche näher zu betrachten.

Das Hauptseminar konzentriert sich inhaltlich auf Schnittstellen von Politik- und Kriegsgeschichte, berücksichtigt aber auch andere Aspekte. Themen sind unter anderem: Machtpolitik im europäischen Staatensystem, die westlich-imperiale Weltordnung, „große“ Staatenkriege und „kleine“ Kolonialkriege, Kanonenbootpolitik und Navalismus, der Einfluss von Geschlechterverhältnissen und Statushierarchien auf Krisen- und Kriegserwartungen, die Ursachen des Weltkrieges. Wir wollen diese und weitere Themen vor allem über Forschungskontroversen erschließen.

Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seite pro Woche, wobei ein großer Teil der Lektüre englischsprachig sein wird. Die wöchentliche Vorbereitung erfolgt unter anderem durch die kurze schriftliche Beantwortung von Fragen zur Lektüre.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Migration ausstellen: Deutsch-Griechische Geschichten der Arbeitsmigration. Erarbeitung einer Ausstellung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106


Kommentar:

Im Vergleich zur Arbeitsmigration von ItalienerInnen, YugoslawInnen und TürkInnen ist die Geschichte der griechischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland wohl am wenigsten untersucht. Es fehlen sowohl neuere systematische Untersuchungen - insbesondere aus historischer oder aber interdisziplinärer Perspektive – wie auch eine fundierte Basis an veröffentlichten (und übersetzten) Primärquellen. Dieses Hauptseminar möchte sich daher der Geschichte der Deutsch-Griechischen Arbeitsmigration widmen, grundlegende Entwicklungen und Eckdaten identifizieren und schließlich eine kompakte, mobile und interaktive Ausstellung zu dieser Geschichte erarbeiten. Dazu werden wir im Seminar mehrere GästInnen aus der Praxis willkommen heißen und mit ihnen diskutieren sowie das Giessener Stadtarchiv besuchen. Unsere Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit Studierenden der Aristoteles-Universität Thessaloniki übersetzt und in zweisprachiger Version im Sommer schließlich an zwei ausgewählten Orten in Griechenland gezeigt werden. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.

 Wie der BR griechische „Gastarbeiter“ in Szene setzte zeigt uns ein Ausschnitt der Serie Himmelmoment von 1970 unter: https://www.br.de/mediathek/video/himmelmoment-1970-2-50-besuch-bei-den-gastarbeitern-av:5dd21565ebea9c001ad86da2 [2023-03-21].


[H Si] Nur Protz und Prunk? Luxus im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


 

Seminar.

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 102

Kommentar:

Beobachter der internationalen Politik vergleichen die heutige globale Situation gerne mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – ein Grund, diese Epoche näher zu betrachten.

Das Hauptseminar konzentriert sich inhaltlich auf Schnittstellen von Politik- und Kriegsgeschichte, berücksichtigt aber auch andere Aspekte. Themen sind unter anderem: Machtpolitik im europäischen Staatensystem, die westlich-imperiale Weltordnung, „große“ Staatenkriege und „kleine“ Kolonialkriege, Kanonenbootpolitik und Navalismus, der Einfluss von Geschlechterverhältnissen und Statushierarchien auf Krisen- und Kriegserwartungen, die Ursachen des Weltkrieges. Wir wollen diese und weitere Themen vor allem über Forschungskontroversen erschließen.

Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seite pro Woche, wobei ein großer Teil der Lektüre englischsprachig sein wird. Die wöchentliche Vorbereitung erfolgt unter anderem durch die kurze schriftliche Beantwortung von Fragen zur Lektüre.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Leben von der eigenen Hände Arbeit? Zisterziensische Wirtschaft im Kontext
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Die Ökonomie des Zisterzienserordens ist eines der großen Themen der zisterziensischen Geschichte mit langer Tradition. Die kirchenhistorische Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts bewertete die wirtschaftlichen Leistungen des Ordens idealisierend übertrieben positiv. Dieses Urteil wurde beginnend mit der Mitte des 20. Jahrhunderts kritisch hinterfragt und relativiert. Der Untersuchungsgegenstand ist damit geprägt durch verschiedene Zugänge und unterschiedliche Ansätze, die vor allem in jüngerer Zeit starken Dynamiken unterworfen sind. Das Hauptseminar widmet sich vor allem der jüngeren Forschung zur Wirtschaftsleistung des Ordens und thematisiert unter zentralem Einbezug der reichhaltigen Quellen zur Ökonomie des Ordens die Wirtschaftsleistung des Ordens und einzelner Klöster kritisch und reflektierend. Schwerpunktmäßig richtet sich der Fokus des Hauptseminars auf das hohe Mittelalter und das frühe Spätmittelalter.

Einführende Literatur:
Hoffmann, Eberhard: Die Entwicklung der Wirtschaftsprinzipien im Cisterzienserorden während des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Historisches Jahrbuch 31 (1910), S. 699–727.
Oberste, Jörg: Die Zisterzienser, Stuttgart 2014, S. 182–212.
Rösener, Werner: Agrarwirtschaft der Zisterzienser: Innovation und Anpassung, in: Norm und Realität. Kontinuität und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter, hg. von Franz J. Felten und Werner Rösener, Berlin 2009, S. 67–95.


[H Si] Migration ausstellen: Deutsch-Griechische Geschichten der Arbeitsmigration. Erarbeitung einer Ausstellung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106


Kommentar:

Im Vergleich zur Arbeitsmigration von ItalienerInnen, YugoslawInnen und TürkInnen ist die Geschichte der griechischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland wohl am wenigsten untersucht. Es fehlen sowohl neuere systematische Untersuchungen - insbesondere aus historischer oder aber interdisziplinärer Perspektive – wie auch eine fundierte Basis an veröffentlichten (und übersetzten) Primärquellen. Dieses Hauptseminar möchte sich daher der Geschichte der Deutsch-Griechischen Arbeitsmigration widmen, grundlegende Entwicklungen und Eckdaten identifizieren und schließlich eine kompakte, mobile und interaktive Ausstellung zu dieser Geschichte erarbeiten. Dazu werden wir im Seminar mehrere GästInnen aus der Praxis willkommen heißen und mit ihnen diskutieren sowie das Giessener Stadtarchiv besuchen. Unsere Ausstellung soll in Zusammenarbeit mit Studierenden der Aristoteles-Universität Thessaloniki übersetzt und in zweisprachiger Version im Sommer schließlich an zwei ausgewählten Orten in Griechenland gezeigt werden. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.

 Wie der BR griechische „Gastarbeiter“ in Szene setzte zeigt uns ein Ausschnitt der Serie Himmelmoment von 1970 unter: https://www.br.de/mediathek/video/himmelmoment-1970-2-50-besuch-bei-den-gastarbeitern-av:5dd21565ebea9c001ad86da2 [2023-03-21].


[H Si] Nur Protz und Prunk? Luxus im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


 

Seminar.

[H Si] „Reichshauptstadt“ - Berlin im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches, war mit dem Machtantritt der NSDAP als „Reichshauptstadt“ das offizielle Zentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Hier befanden sich die Ministerien und der Reichstag, die Zentralen der Polizei, der Gestapo und der SS, der „Führerbunker“ und die „Wannseevilla“. In den Plänen für den Umbau der Stadt zur Hauptstadt Germania offenbarte sich der nationalsozialistische Größenwahn.

Doch Berlin war mehr als ein politisches Verwaltungszentrum. Hier saßen große Unternehmen und Banken, Universitäten und Forschungseinrichtungen, bekannte Theater, Filmstudios und Verlagshäuser. In den Kinos, Sportanlagen, Kneipen und Cafés der Stadt trafen sich Berlinerinnen und Berliner zum Palavern, Trinken und Feiern. In Berlin lebten überzeugte Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, aber auch Kommunist:innen, Jüdinnen und Juden, Sozialdemokrat:innen, Sinti:zze und Rom:nja, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und Regimekritiker, die der Verfolgung ausgesetzt waren. Hier organisierten sich unterschiedliche Widerstandsgruppen, die sich gegen die neue Regierung stellten und im Untergrund arbeiteten, schon im Frühjahr 1933 entstand am Stadtrand das KZ Sachsenhausen.

Am Beispiel der „Reichshauptstadt“ werden wir im Seminar fragen, wie sich die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft vollzog und wie „nationalsozialistisch“ die deutsche Gesellschaft eigentlich war – und was das für den Alltag der Berlinerinnen und Berliner bedeutete. Dabei diskutieren wir auch die Möglichkeiten und Grenzen des methodischen Zugangs „Stadtgeschichte“ und fragen, ob eine Geschichte Berlins stellvertretende für die gesamte deutsche Geschichte stehen kann und welche Rolle die "Eigenlogik" der Stadt (Kreutzmüller) spielte.

Das Seminar kann zusammen mit einer Exkursion nach Berlin belegt werden („Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“, 7.-11. Juni). BA-Studierende melden sich für die Exkursion bitte im Sekretariat der Zeitgeschichte an (zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de). Weitere Informationen zur Exkursion im eVV.
Lehramtsstudierende können die Exkursion parallel als Hauptseminar „Berlin. Hauptstadt der Erinnerung“ bei Prof. Dr. Vadim Oswalt belegen. Weitere Informationen im eVV, Rückfragen gern an zeitgeschichte@geschichte.uni-giessen.de.

Literatur:
Hachtmann, Rüdiger / Schaarschmidt, Thomas / Süß, Winfried (Hg.): Berlin im Nationalsozialismus. Politik und Gesellschaft 1933-1945 (BGNS, Bd. 27), Göttingen 2012; Schaarschmidt, Thomas: »In die Höhle des Löwen«. Das ambivalente Verhältnis der NS –Führung zur Millionenmetropole Berlin, in: Süß, Winfried/Thießen, Malte (Hg.): Städte im Nationalsozialismus. Urbane Räume und soziale Ordnungen, Göttingen 2017, S. 21-46; Wildt, Michael / Kreutzmüller, Christoph (Hg.): Berlin 1933 – 1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.


[H Si] Chernobyl disaster: Politics and Society
Durchführung: online, englisch; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2023
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 02.06.2023 Uhr, Raum: online

[H Si] Die Entstehung von Staatlichkeit im frühen Griechenland
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die römischen Bürgerkriege des ersten vorchristlichen Jahrhunderts
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 233

[H Si] Die Sowjetisierung Ostmitteleuropas: Ukraine, Polen, Belarus
Interdisziplinäres HS mit Slavistik, FB 05
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Mit der Gründung der UdSSR rückte 1922 das Projekt des „sowjetischen Menschen“, des „homo sovieticus“ auf die Tagesordnung. Kollektivierung, Industrialisierung und „sozialistischer Realismus“ prägten das Leben einer ganzen Generation genauso wie Repressionen, Hungersnöte (u.a. das sog. „Holodomor“) und Kriege. Dies galt nicht nur für das sowjetische „Kernland“, sondern auch für die „neuen“ sowjetischen Territorien im Westen (Westukraine, Westliche Belarus, Baltische Staaten), die im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 und des Potsdamer Abkommens von 1945 an die UdSSR angeschlossen wurden. Nach 1945 wurden die Logiken der Sowjetisierung auch für die Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa verpflichtend.
Wie entwickelte sich das Herrschafts- und Gesellschafsystem hinter dem Eisernen Vorhang? Welche Rolle spielten Stalinismus und Entstalinisierung im Alltag? Welche kulturellen und identifikatorischen Praktiken zog die Sowjetisierung nach sich – und wie wurde gegen diese protestiert? Warum hieß es in der DDR „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, warum wurde in der Bundesrepublik die Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt? Hat das Erbe der Sowjetisierung immer noch Geltung – und gibt es heute so etwas wie der „postsowjetische Raum“?
Diesen Fragen wollen wir anhand von Fallbeispielen aus der Kontakt- und Konfliktregion zwischen Berlin und Moskau in einem interdisziplinären geschichts- und literatur- bzw. kulturwissenschaftlich orientierten Hauptseminar nachgehen. In erster Linie fokussieren wir uns auf historische und kulturelle Verflechtungsgeschichten im Dreieck „Ukraine – Belarus – Polen“.
Von den Studierenden wird die (Mit-)Gestaltung einer Sitzung und die Abfassung einer Hausarbeit erwartet.


Literaturhinweise:
Birke, Ernst/Neumann, Rudolf (Hrsg.): Die Sowjetisierung Ost-Mitteleuropas. Untersuchungen zu ihrem Ablauf in den einzelnen Ländern. Frankfurt am Main/Berlin 1959.
Lemberg, Hans (Hrsg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991.


[H Si] Fehde und Gewalt in unedierten Quellen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 007

Kommentar:

Im Hauptseminar wird das Transkribieren und Erschließen unedierter mittelalterlicher Quellen eingeübt. Dies geschieht anhand von Quellen, die mittelalterliches Gewalthandeln zum Gegenstand haben wie z. B. Fehdeansagen, Urfehdebriefe, Fehdeakten und Sühneurkunden. Auf diese Weise wird in die Paläographie, die Urkunden- und Aktenkunde, aber auch in die Gewaltforschung einführt. Das Seminar steht auch Studierenden offen, die Erfahrung im Umgang mit unedierten Quellen sammeln wollen, sich aber in das Seminar nicht einflexen können oder wollen.
Literatur wird konsekutiv bekannt gegeben.


[H Si] Frauen in der Antike
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 003

[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Historical Scholarship and Challenges of the Digital Era
Durchführung: online, in englischer Sprache, im Block: Do. 14 bis 18 Uhr im Zeitraum vom 11.05 bis 6.07, in Kooperation mit der Kiewer Universität; im Vitrtual International Programme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.05.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: online

Kommentar:

The course will take place in cooperation with the National University of Kyiv-Mohyla Academy (Ukraine) and will be taught in tandem with Dr. Konstiantyn Glomozda. While Dr. Glomozda will offer an overview of the history of historical writing, with a particular focus on Eastern Europe and Ukraine, Dr. Astrouskaya’s focus will lay on the critical assessment of digitalization, the challenges it poses, and the opportunities it offers for historians and historical scholarship. Does digitalization affect our work as historians and the knowledge of the past that we produce and transmit? And if yes, then how exactly? Which new methods can we use, and how can we critically evaluate their heuristic potential? Do new, “digitally born” sources require a particular attitude and evaluation? How has digital media been used to produce, popularize and circulate historical myths? How and to what extent do different agents of memory – governmental and non-governmental alike – employ new digital facilities in their politics, and what does it mean for historians?
We will attempt to answer these and other questions during this course.


[Si] Hitlerbilder
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Es gibt nur wenige Menschen, über die man sagen kann, dass ohne sie die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Auf Hitler trifft das ohne Zweifel zu. Von Anfang an bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie viel man über Hitler als Person wissen muss, um den Nationalsozialismus und seine Massenbasis zu verstehen. Wir werden uns in diesem Seminar mit ganz verschiedenen Bildern und Deutungen von Hitler beschäftigen: mit zeitgenössischer Propaganda für und gegen Hitler, mit Thesen zu seiner Person und seiner Wirkung seit 1945, mit Satire und Charakterstudien, mit Fotos, zeitgenössischen Filmaufnahmen, Karikaturen, Spiel- und Dokumentarfilmen. Bei unseren Medienanalysen wird es darum gehen, sowohl die Machart der jeweiligen Medienprodukte zu ergründen als auch sie in ihrem historischen Kontext zu verorten. Mitunter werden wir auch die Resonanz bei ihrem Erscheinen in die Betrachtung einbeziehen und mit unserer eigenen Rezeption heute vergleichen.


[H Si] Kolonialgeschichte. Glokale Perspektiven
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2023
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 07.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Nachdem sie in Deutschland lange kaum beachtet wurde, scheint sie nun einen prominenteren Platz in den Lehrplänen an Schulen und Universitäten zu bekommen: die Kolonialgeschichte. Mehr noch, der Kolonialismus wird von Forschenden nicht mehr nur national sondern auch transnational betrachtet und als Teil europäischer Geschichte verstanden. Diesem historiographischen Wandel will das Seminar nachspüren. Es soll einerseits um die Geschichte der Kolonialgeschichtsschreibung gehen. Ebenso interessieren uns andererseits aber auch der Inhalt dieser Geschichtsschreibung, also die Geschichte des europäischen Koninialismus, und die Frage, aus welchen Perspektiven man diese untersuchen kann und sollte. Dabei nehmen wir sowohl globale als auch lokale Geschichten in den Blick.

Literatur zur Einführung:
Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hg.), Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit, Berlin 2018
Frederick Cooper, Kolonialismus denken. Konzepte und Theorien in kritischer Perspektive, Frankfurt/Nwew York 2012
Ann Laura Stoler, Along the Archival Grain. Epistemic Anxieties and Colonial Common Sense, Princeton, Oxford 2009


[H Si] Konfessionskulturen in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[H Si] Piraten, Sklaven, Warenplätze: Wirtschaft und Handel in Südosteuropa (15.-18. Jh.) (Aufbereitung von Primär-Quellen für ein Computer-Spiel)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Rathenaustraße 8, 308


Kommentar:

Wirtschaft und Handel im südöstlichen Europa im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Hauptseminars. Dazu wollen wir ausgewählte Primär-Quellen auf deren Tauglichkeit für die Erarbeitung eines Computerspiels, und zwar eines Serious Games, überprüfen. Dieses Lernspiel, welches wir im Rahmen von und zusammen mit Llevel-Up (https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfbk/hessenhub/levelup) in den nächsten zwei Jahren konzipieren wollen, soll Studierenden spielend Grundkenntnisse des osmanischen Balkans vermitteln. Das Seminar verfolgt daher zwei Ziele: Erstens wollen wir über die intensive Beschäftigung mit grundlegenden Text- und Bildquellen einen Einblick in die Bedingungen für Handel und Wirtschaft, die gehandelten Waren, dazu gehörige Orte und Plätze für das Aushandeln von Preisen und Handelsbeziehungen erlangen. Zweitens sollen Text- sowie Bildmaterial identifiziert werden, welches sich gut für den Einsatz in einem Serious Game eignet. Die Teilnahme an der 1. Sitzung ist verpflichtend.
Einen ersten Einstieg in die Zeit bietet:
 Mark Mazower, Der Balkan, Berlin 2002 (Kapitel Einleitung: Namen, S. 23-48 + Kapitel I: Das Land und seine Bewohner, S. 49-92)
 Koller, Markus: Die osmanische Geschichte Südosteuropas, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/kollerm-2010-de URN: urn:nbn:de:0159-20100921278 [2023-03-21].


[H Si] Sprache, Staat und Gesellschaft in der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 106

Kommentar:

Bis zu ihrem Zerfall bei Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war die Habsburgermonarchie eines der interessantesten Staatswesen, wenn es um die Vielfalt von Sprachen im alltäglichen Leben und in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur ging. Offiziell waren bis zu 11 Sprachen in Verwendung, vom Italienischen bis zum Bosnischen oder Ukrainischen. Deren Bedeutung im politischen wie alltäglichen Leben war sehr verschieden und unterlag gerade im 19. und frühen 20. Jahrhundert einigen politisch wie sozio-ökonomisch bedingten Veränderungen. Die Habsburger Herrscher verfolgten dabei im Allgemeinen eine ausgleichende Politik und nahmen bis auf die 1850er Jahre aus taktischen Gründen von der Festlegung auf das Deutsche als Staatssprache Abstand. Durch die föderale Struktur der Habsburgermonarchie, die nach 1867 den Namen Österreich-Ungarn trug, sind aber auch Tendenzen zu erkennen, dass eine Sprache im regionalen oder lokalen Kontext dominierte. Die Auseinanderentwicklung der Bevölkerung in nationale Gemeinschaften ist seither in vielen Studien behandelt worden.

Das Seminar möchte diese historische Entwicklung aufarbeiten. Dabei wird in den ersten Stunden eine Einführung in das Phänomen der gesellschaftlichen Zweisprachigkeit und die allgemeine Entwicklung der Habsburgermonarchie gegeben. im weiteren Arbeiten werden auch Quellen zur Sprachenfrage (auch Karten) gemeinsam diskutiert. Lesekenntnisse im Englischen sind Teilnahmevoraussetzung, die Kenntnis weiterer Sprachen ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend.


 
[H Si] Geschichte und Kultur ausstellen. Aufgaben und Berufsfeld der kulturhistorischen Museen in Hessen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[Ü] Aestheticization of politics: The sources of Late Stalinism
Durchführung: englisch
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

[Ü] Die Entrechtung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im so genannten "Generalgouvernement" im Spiegel der Quellen
Blockveranstaltung
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
6 Einzeltermine:
Fr. 14.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 21.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 28.04.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 05.05.2023,14.00 - 16.00 Uhr   Phil. I, D 209
Fr. 12.05.2023,14.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, D 209
Sa. 13.05.2023,10.00 - 20.00 Uhr   Phil. I, D 209

Kommentar:

Die Herrschaft in dem von den nationalsozialistischen deutschen Besatzern im Herbst 1939 errichteten so genannten „Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete“ war durch eine rigorose auf Terror basierende Ausbeutungs- und Vernichtungspolitik geprägt. Die historische Forschung hat in den letzten Jahren nicht nur Mechanismen dieser Besatzungspolitik und der Ausbeutung und Ermordung vor allem der jüdischen Bevölkerung untersucht, sondern ist auch anhand von Verwaltungsakten und Selbstzeugnissen wie Briefen, Tagebüchern etc. einerseits der Frage nach der Motivation der Täter, andererseits der Erfahrung der Opfer nachgegangen. Dies hat in jüngster Zeit zur Veröffentlichung von verschiedenen Quellen geführt, deren Lektüre ein komplexes Bild dieser schwierigen Epoche der deutschen Geschichte liefert.

Literatur:
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 3. Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren : September 1939 - September 1941 / bearb. von Andrea Löw. München: 2012; Band 4: Polen September 1939 – Juli 1941, bearb. v. Klaus-Peter Friedrich. München: 2011; Band 9: Generalgouvernement August 1941–1945, bearb. v. dems. München: 2014.
Löw, Andrea; Roth, Markus: Juden in Krakau unter deutscher Besatzung 1939-1945. Göttingen: 2011.
Löw, Andrea; Roth, Markus: Das Warschauer Getto: Alltag und Widerstand im Angesicht der Vernichtung. München : 2013.
Löw, Andrea: Juden im Getto Litzmannstadt: Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten. Göttingen: 2006.
Engelking, Barbara; Leociak, Jacek: The Warsaw Ghetto. A Guide to the Perished City. New Haven/London: 2009.
Friedländer, Saul: Das Dritte Reich und die Juden : die Jahre der Verfolgung 1933 - 1939 ; die Jahre der Vernichtung 1939 – 1945. München : 2007


[Ü] Medizin, Sex, Gender im historischen Wandel (19. und 20. Jahrhundert)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 11.04.2023
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 06.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Ist die Menopause eine Erfindung der Moderne? Bluteten Frauen und Männer noch im frühen 19. Jahrhundert gleichermaßen? Was ist das sogenannte Dritte Geschlecht? Was ist überhaupt Geschlecht? Körpererfahrungen variieren nicht nur individuell und in verschiedenen Kulturkreisen, sondern sie sind auch historisch veränderlich. Diesen Veränderungen wollen wir in der interdisziplinär angelegten Übung nachgehen. Wir fragen aus geschichtswissenschaftlicher und medizinhistorischer Perspektive, wie sich Konzeptionen von Körper und Geschlecht sowie von Medizin und Sexualität im 19. und 20. Jahrhundert gewandelt haben. Dabei analysieren wir zeitgenössische Quellen und diskutieren unterschiedliche Forschungspositionen aus der Körper-, Medizin und Geschlechtergeschichte.

Literatur zur Einführung:
Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte, Frankfurt/M. 2010
Frank Stahnisch, Florian Steger (Hg.), Medizin, Geschichte und Geschlecht. Körperhistorische Rekonstruktionen von Identitäten und Differenzen, Wiesbaden 2005


[Ü] Thomas Morus "Utopia" (1517)  (AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2023
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr
nächster Termin: 05.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

Thomas Morus´ „Utopia“, im gleichen Jahr erschienen, in dem Martin Luther die Reformation auslöste, hat einer ganzen Literaturgattung den Namen gegeben – der literarischen Ausgestaltung einer besseren Gesellschaft und Politik. Im Seminar sollen Auszüge des Werkes gelesen und diskutiert werden und dabei auch der zeitgenössische Kontext thematisiert werden, ohne den diese humanistische Gesellschaftskritik nicht zu verstehen ist. Textgrundlage ist: Der utopische Staat. Morus – Utopia, Campanella – Sonnenstaat, Bacon – Neu-Atlantis, hrsg. v. K. J. Heinisch, Reinbek 1960. Die Textauszüge werden als PDFs über Stud.IP zur Verfügung gestellt


[Ü] Vom Gasthaus in die Karawanserei. Eine Alltagsgeschichte der Landstraße im östlichen Europa
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2023
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 15.06.2023 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

In der Lehrveranstaltung wird am Beispiel von historischen Quellen, die Auskunft über das Leben unterwegs auf den Landstraßen des östlichen Europas geben, das quellenkritische Arbeiten vermittelt. Ziel ist es außerdem, Quellenmaterial für die Entwicklung eines Serious Games (Computerspiel) zu erschließen, das spielerisch Wissen über frühneuzeitliche Handelsreisen zwischen Ostsee und Bosporus vermitteln und ein vertieftes Verständnis dieser Epoche insbesondere in Südosteuropa fördern soll.

Damit wir nicht nur mit dem Finger auf der Landkarte bzw. zwischen den Zeilen unserer Quellen reisen, ist im Rahmen der Veranstaltung auch ein Besuch des Geldmuseums in Frankfurt geplant.

Lektüreempfehlung:
Antoni Mączak: Eine Kutsche ist wie eine Straßendirne ... : Reisekultur im Alten Europa. Aus dem Polnischen von Reinhard Fischer und Peter Oliver Loew. Paderborn, 2017.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de