Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Angebote des FB 04: für "Gasthörende" - Geschichte
Veranstaltungen
[Vl] Das Wetter in Zeiten des Mangels. Eine europäische Klimageschichte der frühen Neuzeit
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal) | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal) | ||
Die aktuelle Klimaerwärmung und die damit verbundenen politischen Diskussionen fordern einen Blick auf die Forschungen zur historischen Klimageschichte. Die Vorlesung möchte dies für den Zeitraum zwischen spätem 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (Tambora-Ereignis) mit Schwerpunkt Europa leisten. Die interdisziplinäre Forschung (Geschichte, Atmosphärenwissenschaften in Geographie und Physik) hat hier erhebliche Evidenz geschaffen und ermöglicht einen interdisziplinären Rundblick.
In der Vorlesung sollen auf der Basis dieser Ergebnisse die harten Fakten der historischen Klimaforschung vorgestellt und mit ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen korreliert werden. Der geographische Schwerpunkt liegt auf Europa, neben französischen, britischen und deutschen Befunden finden auch Skandinavien, die Ostseeregion, Polen-Litauen, die Ukraine und Russland sowie das Osmanische Reich größere Berücksichtigung. Gefragt wird, was Klimaverschiebungen für Agrargeschichte (Subsistenzkrisen) und Kommunikation (Zufrieren Flüsse und Meere, Transportmöglichkeiten) bedeuten. Weiterhin werden geographische Ausflüge nach Indonesien, Indien und Nordamerika unternommen, ohne das eine vollständige globale Betrachtung intendiert wird. Diskutiert werden vielfach verwendete Begriffe wie „Mittelalterliche Warmzeit“ und „Kleine Eiszeit“, der manchmal dominante Katastrophismus in der Klimageschichte wird als Problem benannt, Lösungsansätze skizziert.
Die Vorlesung erfordert keine vertieften Vorkenntnisse. Sie richtet sich an alle an frühmoderner Klimageschichte Interessierten und soll eine Basis für eine die Klimaentwicklungen berücksichtigende moderne Struktur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Europas legen.
Lektüreempfehlungen zur Einführung
Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung. 6., durchgesehene Auflage. München 2022.
Dominik Collet (ed.): Nordic Climate Histories. Impacts, Pathways, Narratives (ed. Dominik Collet with Ingar Mørkestøl Gundersen, Heli Huhtamaa, Fredrik Charpentier Ljungqvist, Astrid Ogilvie, Sam White). Winwick (UK) 2025 [open access].
Christian Pfister, Heinz Wanner: Klima und Gesellschaft in Europa. Die letzten tausend Jahre. Bern 2021.
Sam White, Christian Pfister, Franz Mauelshagen (Hg.): The Palgrave Handbook of Climate History. London 2018.
[H Si] Die Vielfalt der Sprachen. Mehrsprachigkeit im östlichen Europa und im Alten Reich
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 | ||
The interdisciplinary seminar will explore the regularities, which can be observed in different historical and linguistic settings when speakers of different languages come into contact, deliberately or forced. The historical scenarios, we will study, can be chosen according to the interests of the participants, as long as a Slavic language within Eastern Europe is included. Examples for such historical settings include 1. educational and/ or culturally authoritative languages of elites in relation to vernacular languages in the Middle Ages resp. Early Modern times (Latin, Greek) resp. Modern times (French, 17/18th. c.), 2. interlingual and intercultural adventures of travelling merchants in Early Modern times to Czech, Poland, or Russia (since the 15th c.), 3. language identity and societal diversity: the case of Polish and German in Poland (since 16th c.), 4. language contact and religious confessions in the borderland: Polish and Ruthenian (= Middle Ukrainian, 17th c.), 5. language and political power: the conflict between Ukrainian and Russian (19th + 20th c.). In our first session (Oct 22th, 2026) participants will be asked which historical topic they suggest for inclusion into the seminar plan; we also will decide then on the main working language of the seminar (German, English or bilingual sessions).
Zum Weiterlesen
Bömelburg, Hans-Jürgen/ Kersken, Norbert (ed.): Mehrsprachigkeit in Ostmitteleuropa (1400-1700). Kommunikative Praktiken und Verfahren in gemischtsprachigen Städten und Verbänden (= Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung; 37), Marburg 2020.
Dubisz, Stanisław/ Stąpor, Izabela (2008) (ed.): Wielojęzyczność. Kontakty językowe w rozwoju kultur słowiánskich. Pułtusz: Akademia humanistyczna im. Aleksandra Gieysztora.
Dursteler, Eric R. (2012): Speaking in Tongues: Language and Communication in the Early Modern Mediterranean. // Past & Present 217, 47-77.
Häberlein, Mark/ Flurschütz da Cruz, Andreas (ed.): Die Sprachen der Frühen Neuzeit Europäische und globale Perspektiven. Köln 2024.
Makartsev, Maxim/ Wahlström, Max (2016) (ed.): In Search of the Center and Periphery: Linguistic Attitudes, Minorities, and Landscapes in the Central Balkans. Helsinki: Univ. (= Slavica Helsingiensia 49)
Paulston, Christina Bratt/ Peckham, Donald (ed.) (1998): Linguistic Minorities in Central and Eastern Europe.
Clevedon, Philadelphia, Toronto, Sydney, Johannesburg: Multilingual Matters. (= Multilingual Matters 109)
Salverda, Reinier (2018): Empires and their Languages: Reflections on the History and the Linguistics of Lingua Franca and Lingua Sacra. // Braarvig, Jens/ Geller, Markham J. (ed.): Multilingualism, Lingua Franca and Lingua Sacra. Berlin: Pro Business Printing, 13-78. (= Max Planck Research Library for the History and Development of Knowledge Studies 10)
Seals, Corinne A. (2020): Choosing a Mother Tongue. The Politics of Language and Identity in Ukraine. Bristol: Multiligual Matters. (= Multilingual Matters 169)
[Vl] Einführung in die griechische Geschichte (AfK-Nr.: 221)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
[Vl] Historisches Denken (Lehren und Lernen)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. I, A 2 (Hörsaal) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 2 (Hörsaal) | ||
[Vl] Krieg und Frieden in Europa der Frühen Neuzeit
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
[O Si] Neueste Forschungen zur Geschichte der Frühen Neuzeit und der Landesgeschichte
| regelmäßiger Termin ab 19.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 | ||
| nächster Termin: 19.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 | ||
In der Veranstaltung werden laufende Forschungsarbeiten (Masterthesis, Dissertationsprojekte, andere Forschungsarbeiten) zur Geschichte der Frühen Neuzeit und zur Landesgeschichte vorgestellt und diskutiert. Interessierte sind herzlich eingeladen, eine eigene Qualifikationsarbeit vorzustellen und / oder sich über laufende Arbeiten zu informieren. Gern können Sie auch an Einzelsitzungen teilnehmen, deren Thema Sie interessiert.
[H Si] Osteuropa in Gießen im 20. Jahrhundert. Die östliche Hälfte Europas in einer westdeutschen Universitätsstadt
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 | ||
Das als Projektseminar (Ziel Publikation) angelegte Seminar möchte exemplarisch Facetten der Gießener Universitäts- und Stadtgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit einem Fokus auf dem östlichen Europa beleuchten. Ausgangsthese ist, dass an vielen deutschsprachigen Universitäten die östliche Hälfte Europas im 20. Jahrhundert breit präsent war.
Folgende Themenkomplexe stehen im Zentrum: Geschichte der Beschäftigung mit dem östlichen Europa an deutschen Unis; Russländische Studierende vor 1914 an den hessisch-darmstädtischen Landesuniversitäten (darunter bedeutende Persönlichkeiten wie die Bundistin Sonja Lerch; Relegationen und Spionagevorwürfe im Ersten Weltkrieg; Gießener Wissenschaftler im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa; Pläne einer „Ostuniversität“ in Gießen; „Ostforschung“ und Osteuropawissenschaften; Das Gießener Zentrum für kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung; das östliche Europa und die Wiedererrichtung der Gießener Geisteswissenschaften um 1960; Beschäftigung mit jüdischer Geschichte und Jiddistik in Gießen, u.a. Franz Beranek; die Kontakte in die Tschechoslowakei und Polen sowie die Universitätspartnerschaft mit Lodz seit 1978. Zugleich geht es um eine Ausstrahlung dieser Entwicklungen in die Gießener Stadtöffentlichkeit und um die Rückwirkung von Gießener Ereignissen auf die Universität, etwa der Prozess gegen den Polizeidirektor Hans Hoffmann wg. Massenerschießungen in Ostrów Mazowiecki im Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1960-1963.
Wir werden gemeinsam im Universitäts- und bei Bedarf im Stadtarchiv sowie in anderen Archiven arbeiten. Geplant ist ein thematischer Band, der bis Herbst 2027 fertiggestellt werden soll. Dafür werden für einzelne Themen noch Autoren gesucht – es besteht die Möglichkeit, sich an einem Schreibworkshop zu beteiligen, Aufsätze für die Publikation zu verfassen oder im Umfeld des Seminarthemas Abschlussarbeiten anzufertigen.
Gesucht werden Studierende mit Engagement und der Bereitschaft, an einem Forschungsthema und einer Publikation mitzuarbeiten!
[P Si] Subsistenzkrisen – Hungerjahre und Ernährungskrisen im Europa der frühen Neuzeit (1550-1850)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
Versorgungskrisen, Preissteigerungen und Hungersnöte waren frühneuzeitlich weit verbreitete Phänomene. In Europa gab es insbesondere im späten 16. und im 17. sowie 18. Jahrhundert schwere Subsistenzkrisen (1571/74, 1586, 1599, 1523/25, 1635, 1689/94, 1709, 1740, 1771, 1795, 1816-1819, 1831, 1847). Erst nach 1850 bekamen die Herrschenden in Europa solche dramatischen Versorgungskrisen in den Griff.
Das Proseminar möchte sich allgemein mit den Ursachen, der Dynamik und den Quellen für solche Subsistenzkrisen beschäftigen. Schwerpunkte liegen in den Bereichen, zu denen es eine gute Forschungslage gibt: der Subsistenzkrise 1770/72, den Hungerkrisen in Preußen im frühen 19. Jahrhundert, den Schweizer Hungerkrisen und der irischen Hungersnot 1845/49. Weitere Schwerpunkte können im Seminar entwickelt werden.
Erwünscht ist ein gleichzeitiger Besuch der Vorlesung zur Klimageschichte und Interesse an den Themenfeldern Klima, Agrargeschichte, Ernährung und Kommunikation in der Frühmoderne!
Einführende Literatur
Hans-Heinrich Bass, Hungerkrisen in Preußen während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. St. Katharinen: Scripta Mercaturae, 1991.
Dominik Collet: Die doppelte Katastrophe. Klima und Kultur in der europäischen Hungerkrise 1770–1772. Göttingen 2019.
Dominik Collet, Thore Lassen, Ansgar Schanbacher (Hg.): Handeln in Hungerkrisen. Neue Perspektiven auf soziale und klimatische Vulnerabilität. Göttingen 2012.
Lothar Schilling / Regina Dauser (Hg.): Hungersnot und territoriale Vielfalt. Die Hungerkrise um 1770/72: Abläufe, Folgen, Erinnerung. Friedberg 2025.
Thore Lassen: Hungerkrisen. Genese und Bewältigung von Hunger in ausgewählten Territorien Nordwestdeutschlands 1690-1750. Göttingen 2016.
Cormac Ó Gráda: Famine: A Short History. Princeton 2009.
[Vl] Südosteuropa und der 1. Weltkrieg
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) | ||
[Vl] Was ist das Mittelalter? Eine Einführung
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 4 (Hörsaal) | ||
Was ist das Mittelalter? Eine unpopuläre Epoche im Studium? Außerhalb der Uni scheint es anders zu sein: hier blühen die Ritterspiele und Mittelaltermärkte, finden „Mittelalter“-Computerspiele ebenso wie „Mittelalter“-Spielfilme („Kingdom of Heaven“, „Game of Thrones“) breite Resonanz. Kathedralen, Burgen und mittelalterlich geprägte Altstädte sind touristische Anziehungspunkte. Das alles deutet darauf hin, dass uns das Mittelalter beschäftigt, es geht uns etwas an. Warum ist das so? Die Vorlesung will versuchen, zentrale Aspekte und Entwicklungslinien herauszustellen, die die Zeit zwischen der Antike und der Neuzeit prägen. Dabei wird auch deutlich, dass der Epochenbegriff „Mittelalter“ gar nicht so gut geeignet ist, um die Zeit zwischen 500 und 1500 zu verstehen. Alternative Epochenmodelle sind deshalb längst ein Thema der Forschung geworden.
Die Vorlesung ist offen für Studierende aller Module. Diejenigen, die die Vorlesung im Rahmen ihres Grundlagenmoduls Mittelalter bzw. des Grundlagenmoduls Antike & Mittelalter belegen, können in der letzten Sitzung des Wintersemesters (09.02.2027) an der Abschlussklausur teilnehmen.
Literaturhinweise:
Fried, Johannes: Das Mittelalter. Geschichte und Kultur, 4. Aufl. München 2009; Jaspert, Nikolas: Fischer, Perle, Walrosszahn. Das Meer im Mittelalter, Berlin 2025; Jussen, Bernhard: Das Geschenk des Orest. Eine Geschichte des nachrömischen Europa 526–1535, München 2023; König, Daniel G. (Hg.): 600–1350. Geteilte Welten (C.H.Beck & Harvard Up – Geschichte der Welt, Band 2), München 2023; Rexroth, Frank: Deutsche Geschichte im Mittelalter, 4. Aufl. München 2024; Weinfurter, Stefan: Das Reich im Mittelalter. Kleine deutsche Geschichte von 500 bis 1500, München 2008; Weltecke, Dorothea: Die drei Ringe. Warum die Religionen erst im Mittelalter entstanden sind, München 2024; Wickham, Chris: Das Mittelalter. Europa von 500 bis 1500, Stuttgart 2018.


