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Sie sind hier: StartFachbereich 03: Sozial- und KulturwissenschaftenMasterstudiengänge SoziologieM.A. Gesellschaft und Kulturen der Moderne (Studienbeginn bis Sommersemester 2016)
Vorlesungsverzeichnis: WiSe 2026/27

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Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Masterstudiengänge Soziologie - M.A. Gesellschaft und Kulturen der Moderne (Studienbeginn bis Sommersemester 2016)

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Zu belegen sind zwei Seminare (A1 und A2)

 

Zu belegen sind zwei Seminare (A1 und A2)

 

Zu belegen sind zwei Seminare (A1 und A2) sowie die Übung

   

Zu belegen sind drei Module, darin jeweils: entweder zwei Seminare aus dieser Liste bzw. einer Nachbarwissenschaft (A1 und A2) oder ein Lehrforschungsprojekt (A3).

[Si] Deutsch-deutsche Geschichte der populären Musik bis zur Gegenwart. Pop in der DDR, BRD und im wiedervereinigten Deutschland
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, WPV, oSem  |  GuK MP Ba, WPV, oSem  |  L2, L3, L5, WPV, oSem  |  AMW Ma, WPV, oSem  |  GuK MW Ma, WPV, oSem  |  ATW Ba, WPV, oSem  |  ATW Ma, WPV, oSem  |  LAS-BA, PDK, ab 3. Sem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem

Kommentar:

Das Seminar setzt in der Nachkriegszeit mit der Geschichte des geteilten Deutschlands an und arbeitet sich bis in die Zeit des wiedervereinigten Deutschlands und der Gegenwart vor. Wir beschäftigen uns zum einen mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen sich populäre Musikformen sowohl in der DDR als auch in der BRD entfalteten und blicken auf hegemoniale Zuschreibungen und Ideologien, mit denen populäre Musik in den unterschiedlichen politischen Systemen unweigerlich verflochten war. Zudem werden diverse musikalische Praktiken von einschlägigen Modetänzen bis hin zu Aspekten der Musikproduktion beleuchtet, ebenso wie die lebensweltlichen Bezüge einzelner Genres wie Beat, (Kraut)Rock, Soul, Disco, Neuer Deutscher Welle, Hip-Hop/Deutschrap, EDM/Techno, Indierock und Deutschpop. Darüber hinaus werden einzelne ästhetische Strategien im Klang, Performance und Lyrics herausgearbeitet, mit denen spezifische Artikulationen und Problematisierungen deutscher bzw. nationaler Identität vorgenommen wurden.

2. Literatur
Ahlers, Michael & Jacke, Christoph, eds. 2017. Perspectives on German Popular Music. New York: Routledge.
Lipp, Florian. 2021. Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure – Konfliktfelder – musikalische Praxis. Münster: Waxmann.
Mrozek, Bodo. 2019. Jugend. Pop. Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin: Suhrkamp.
Rauhut, Michael & Peter, Beate (Hg.). 2022. Popular Music History 14/2. Special Issue: „Narrating Popular Music Histories of the GDR: A Critical Reflection of Approaches, Sources and Methods“.
Schiller, Melanie. 2018. Soundtracking Germany. Popular Music and National Identity. London: Rowman & Littlefield.
Seibt, Oliver / Ringsmut, Martin & Wickström, David-Emil (Hg). 2021. Made in Germany: Studies in Popular Music. New York: Routledge.
Simmeth, Alexander. 2016. Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978. Bielefeld: transcript.
Spiritova, Mareka & Trummer, Manuel (Hg.). 2023. Pop the Nation. Die Nation als Ressource und Argument in Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung. Münster: Waxmann.
Völker, Florian. 2023. Kälte-Pop. Die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Popmusik-Exports. Berlin: De Gruyter.
Zaddach, Wolf-Georg. 2018. Heavy Metal in der DDR. Szene, Akteure, Praktiken. Bielefeld: transcript

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.

4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine


[Si] Digitale Popmusikkulturen des Mittelmeerraums: Produktionen, Plattformen, Archive
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba  |  MP Ba  |  GuK MW Ba  |  AMW Ma  |  GuK MW Ma  |  L2, L3, L5  |  ATW Ba  |  ATW Ma  |  MA Gesellschaft und Kulturen der Moderne

Kommentar:

Digitale Technologien haben die Produktion, Verbreitung und Rezeption populärer Musik grundlegend verändert. Im Mittelmeerraum entstehen dadurch neue musikalische Verbindungen, die nationale Grenzen überschreiten und unterschiedliche soziale, kulturelle, sprachliche, politische und ökonomische Kontexte miteinander verknüpfen. Plattformen wie YouTube, Spotify, Anghami, SoundCloud, TikTok oder Instagram ermöglichen neue Formen musikalischer Öffentlichkeit, während Playlists, Online-Sammlungen und digitale Archive mediterrane Popmusik speichern, kuratieren und zugänglich machen.
In diesem Seminar widmen wir uns der Frage, wie der Mittelmeerraum als relationaler Raum durch digitale Produktionen, Plattformen und Archive populärer Musik hervorgebracht und vernetzt wird. Anhand von Fallstudien aus Südeuropa, Nordafrika und der Levante beschäftigen wir uns mit digitaler Musikproduktion, Plattformökonomien, Algorithmen, Musikvideos, Remixes, viralen Sounds sowie DIY- und Communitypraktiken. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit rezenten digitalen Archiven populärer Musik des Mittelmeerraums. Gemeinsam mit den Studierenden werden bestehende digitale Archive vorgestellt und kartiert sowie eigene Fragestellungen zu digitalen Popmusikkulturen des Mittelmeerraums entwickelt.


[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.10.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 08
nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, o Sem  |  mL1,2,3,5, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, PV, oSem  |  GuK MP Ba, PV, 0Sem  |  Psy BSc, WPV, 3./5. Sem  |  LAS-BA, PDK, ab 3. Sem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem  |  ATW Ba, WPV, oSem  |  ATW Ma, WPV, oSem

Nachhaltigkeit:
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.

Kommentar:

1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.

2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.

4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine


[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, oSem  |  AMW Ma, WPV, oSem  |  mL2, L3, L5, WPV, oSem  |  GuK MP Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ma, WPV, oSem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem  |  Psy BSc, WPV, HS  |  Psy MSc, WPV, oSem

Kommentar:

1. Zum Thema: Musikalisch überdurchschnittlich leistungsfähige Kinder, auch musikalische Hochbegabungen oder Wunderkinder genannt und mit Wolfgang Amadeus Mozart sowie Michael Jackson als paradigmatischen Beispielen, stehen im Mittelpunkt des Seminars. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was in einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Neben der Beschäftigung mit konkreten Forschungsergebnissen sollen auch solche allgemeinen Phänomene wie Musikalische Begabung (Musikalität), Expertise-Erwerb und Absolutes Gehör definiert sowie ihre Messung und Förderung diskutiert werden. Als Abgrenzung findet auch eine Beschäftigung mit Inselbegabungen (Musical Savants) und Normalbegabungen statt.

2. Literatur: Bastian, H.G.: Jugend am Instrument. Eine Repräsentativstudie. Mainz u. a. 1991; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Bodsch, I./Biba, O./Fuchs, I. (Hg.): Beethoven und andere Wunderkinder. Bonn 2003; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H. (Hg.): Begabungsförderung und Begabungsforschung in der Musik. Berlin 2010; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Augsburg 2013; Gembris, H./Kraemer, R.-D./Maas, G. (Hg.): Üben in musikalischer Praxis und Forschung. Musikpädagogische Forschungsberichte 1997. Augsburg 1998; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; Lorek, R.: Musikalische Hochbegabung bei Jugendlichen. Empirische Untersuchungen zur Persönlichkeit und zum Umgang mit Musik. Frankfurt 2000; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Traudes, J.: Musizierende „Wunderkinder“. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.

4. Teilnahmevoraussetzungen: keine


[Si] Deutsch-deutsche Geschichte der populären Musik bis zur Gegenwart. Pop in der DDR, BRD und im wiedervereinigten Deutschland
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, WPV, oSem  |  GuK MP Ba, WPV, oSem  |  L2, L3, L5, WPV, oSem  |  AMW Ma, WPV, oSem  |  GuK MW Ma, WPV, oSem  |  ATW Ba, WPV, oSem  |  ATW Ma, WPV, oSem  |  LAS-BA, PDK, ab 3. Sem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem

Kommentar:

Das Seminar setzt in der Nachkriegszeit mit der Geschichte des geteilten Deutschlands an und arbeitet sich bis in die Zeit des wiedervereinigten Deutschlands und der Gegenwart vor. Wir beschäftigen uns zum einen mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen sich populäre Musikformen sowohl in der DDR als auch in der BRD entfalteten und blicken auf hegemoniale Zuschreibungen und Ideologien, mit denen populäre Musik in den unterschiedlichen politischen Systemen unweigerlich verflochten war. Zudem werden diverse musikalische Praktiken von einschlägigen Modetänzen bis hin zu Aspekten der Musikproduktion beleuchtet, ebenso wie die lebensweltlichen Bezüge einzelner Genres wie Beat, (Kraut)Rock, Soul, Disco, Neuer Deutscher Welle, Hip-Hop/Deutschrap, EDM/Techno, Indierock und Deutschpop. Darüber hinaus werden einzelne ästhetische Strategien im Klang, Performance und Lyrics herausgearbeitet, mit denen spezifische Artikulationen und Problematisierungen deutscher bzw. nationaler Identität vorgenommen wurden.

2. Literatur
Ahlers, Michael & Jacke, Christoph, eds. 2017. Perspectives on German Popular Music. New York: Routledge.
Lipp, Florian. 2021. Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure – Konfliktfelder – musikalische Praxis. Münster: Waxmann.
Mrozek, Bodo. 2019. Jugend. Pop. Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin: Suhrkamp.
Rauhut, Michael & Peter, Beate (Hg.). 2022. Popular Music History 14/2. Special Issue: „Narrating Popular Music Histories of the GDR: A Critical Reflection of Approaches, Sources and Methods“.
Schiller, Melanie. 2018. Soundtracking Germany. Popular Music and National Identity. London: Rowman & Littlefield.
Seibt, Oliver / Ringsmut, Martin & Wickström, David-Emil (Hg). 2021. Made in Germany: Studies in Popular Music. New York: Routledge.
Simmeth, Alexander. 2016. Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978. Bielefeld: transcript.
Spiritova, Mareka & Trummer, Manuel (Hg.). 2023. Pop the Nation. Die Nation als Ressource und Argument in Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung. Münster: Waxmann.
Völker, Florian. 2023. Kälte-Pop. Die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Popmusik-Exports. Berlin: De Gruyter.
Zaddach, Wolf-Georg. 2018. Heavy Metal in der DDR. Szene, Akteure, Praktiken. Bielefeld: transcript

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.

4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine


[Si] Digitale Popmusikkulturen des Mittelmeerraums: Produktionen, Plattformen, Archive
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba  |  MP Ba  |  GuK MW Ba  |  AMW Ma  |  GuK MW Ma  |  L2, L3, L5  |  ATW Ba  |  ATW Ma  |  MA Gesellschaft und Kulturen der Moderne

Kommentar:

Digitale Technologien haben die Produktion, Verbreitung und Rezeption populärer Musik grundlegend verändert. Im Mittelmeerraum entstehen dadurch neue musikalische Verbindungen, die nationale Grenzen überschreiten und unterschiedliche soziale, kulturelle, sprachliche, politische und ökonomische Kontexte miteinander verknüpfen. Plattformen wie YouTube, Spotify, Anghami, SoundCloud, TikTok oder Instagram ermöglichen neue Formen musikalischer Öffentlichkeit, während Playlists, Online-Sammlungen und digitale Archive mediterrane Popmusik speichern, kuratieren und zugänglich machen.
In diesem Seminar widmen wir uns der Frage, wie der Mittelmeerraum als relationaler Raum durch digitale Produktionen, Plattformen und Archive populärer Musik hervorgebracht und vernetzt wird. Anhand von Fallstudien aus Südeuropa, Nordafrika und der Levante beschäftigen wir uns mit digitaler Musikproduktion, Plattformökonomien, Algorithmen, Musikvideos, Remixes, viralen Sounds sowie DIY- und Communitypraktiken. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit rezenten digitalen Archiven populärer Musik des Mittelmeerraums. Gemeinsam mit den Studierenden werden bestehende digitale Archive vorgestellt und kartiert sowie eigene Fragestellungen zu digitalen Popmusikkulturen des Mittelmeerraums entwickelt.


[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.10.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 08
nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, o Sem  |  mL1,2,3,5, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, PV, oSem  |  GuK MP Ba, PV, 0Sem  |  Psy BSc, WPV, 3./5. Sem  |  LAS-BA, PDK, ab 3. Sem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem  |  ATW Ba, WPV, oSem  |  ATW Ma, WPV, oSem

Nachhaltigkeit:
SDG 10 – Weniger Ungleichheiten
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.

Kommentar:

1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.

2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.

4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine


[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.10.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07
nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07

Zielgruppen:
MW Ba, WPV, oSem  |  MP Ba, WPV, oSem  |  AMW Ma, WPV, oSem  |  mL2, L3, L5, WPV, oSem  |  GuK MP Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ba, WPV, oSem  |  GuK MW Ma, WPV, oSem  |  Ma Gesellschaft und Kulturen der Moderne, WPV, oSem  |  Psy BSc, WPV, HS  |  Psy MSc, WPV, oSem

Kommentar:

1. Zum Thema: Musikalisch überdurchschnittlich leistungsfähige Kinder, auch musikalische Hochbegabungen oder Wunderkinder genannt und mit Wolfgang Amadeus Mozart sowie Michael Jackson als paradigmatischen Beispielen, stehen im Mittelpunkt des Seminars. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was in einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Neben der Beschäftigung mit konkreten Forschungsergebnissen sollen auch solche allgemeinen Phänomene wie Musikalische Begabung (Musikalität), Expertise-Erwerb und Absolutes Gehör definiert sowie ihre Messung und Förderung diskutiert werden. Als Abgrenzung findet auch eine Beschäftigung mit Inselbegabungen (Musical Savants) und Normalbegabungen statt.

2. Literatur: Bastian, H.G.: Jugend am Instrument. Eine Repräsentativstudie. Mainz u. a. 1991; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Bodsch, I./Biba, O./Fuchs, I. (Hg.): Beethoven und andere Wunderkinder. Bonn 2003; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H. (Hg.): Begabungsförderung und Begabungsforschung in der Musik. Berlin 2010; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Augsburg 2013; Gembris, H./Kraemer, R.-D./Maas, G. (Hg.): Üben in musikalischer Praxis und Forschung. Musikpädagogische Forschungsberichte 1997. Augsburg 1998; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; Lorek, R.: Musikalische Hochbegabung bei Jugendlichen. Empirische Untersuchungen zur Persönlichkeit und zum Umgang mit Musik. Frankfurt 2000; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Traudes, J.: Musizierende „Wunderkinder“. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.

3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.

4. Teilnahmevoraussetzungen: keine


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de