Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Musikpädagogik und Musikwissenschaft - Modul 17: Grunddisziplinen der Musikwissenschaft (03 BA Mus 17)
Veranstaltungen
Zu belegen sind LV1 und LV2 ("Musik in der Geschichte")!
LV 1: Einführung in die Musikpsychologie oder Musiksoziologie oder Musikästhetik oder Musiktheorie
[Si] Beethovens Symphonien
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
Das Seminar ist gleichzeitig eine Vertiefung der Inhalte aus „Formenlehre (Analyse I)“ und anwendungsorientierte Einführung in die Musiktheorie. Anstelle eines kaum zu leistenden geschichtlichen Überblicks über die Vielfalt musiktheoretischer Ansätze beschäftigen wir uns exemplarisch mit William E. Caplins Theorie formaler Funktionen. Dabei versuchen wir einerseits, Caplins Ansatz analytisch anhand von Ludwig van Beethovens symphonischen Werk nachzuvollziehen. Andererseits fragen wir uns aber auch, inwiefern unsere Einzelanalysen für eine Kritik oder Modifikation der Theorie fruchtbar gemacht werden können – wir arbeiten also genuin musiktheoretisch. Darüber hinaus soll das Seminar dazu einladen, sich vertieft mit klingender Musikgeschichte auseinanderzusetzen.
Für die Teilnahme wird ein vorheriger Abschluss der Veranstaltungen „Satzlehre/Satzanalyse I“ und „Formenlehre (Analyse I)“ dringend empfohlen.
Modulzuordnung neue Lehramtsstudiengänge:
03-mus-L1-WP-3b, LV 1
03-mus-L2/L5-P-3c, LV 2
03-mus-L3-WP-5a, LV 2
03-mus-L3-WP-5b, LV 2
03-mus-L3-P-6, LV 2
LV 2: Musik in der Geschichte
[Vl] Kultur- und Mediengeschichte der populären Musik, 1890-1930
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
1. Zum Thema: Die Vorlesung führt in die populären Musikformen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein. Besondere Berücksichtigung finden mediale und kulturelle Zusammenhänge in Nordamerika und Europa. Einen Schwerpunkt bilden das Aufkommen und die Verbreitung von bspw. Ragtime, Jazz, Kabarett/Musiktheater-Songs, Country und Blues (sowie der allgemeine Aufstieg von „Black Music“ im globalen Norden). Dieser wird verzahnt mit dem zweiten Schwerpunkt, der sich auf die Performancepraktiken und Ökonomie in Inszenierungsformaten des Musiktheaters (Vaudeville, Musical Comedies, Cabaret, Revuen) und technische Medien (Tonträger, Player Pianos, frühes Radio und früher Tonfilm) richtet. Exkurse in den globalen Süden erfolgen anhand einzelner Beispiele. Ziel ist es, die Geschichte populärer Musik im Kontext der damaligen Entstehung einer modernen Unterhaltungsindustrie, Freizeit- und Massenkultur zu begreifen und gesellschaftliche Hintergründe und kulturelle Hegemonien in Bezug auf die klangliche und visuelle Inszenierung von Identitäten und Körpern (Race, Gender, Queerness, Class) zu durchleuchten, was durch einzelne Songbeispiele und Filmausschnitte geschehen wird.
2. Literatur:
Abbott, Lynn & Seroff, Doug 2007: Ragged but Right. Black Traveling Shows, „Coon Songs,“ and the Dark Pathway to Blues and Jazz. Jackson: University of Mississippi. Brooks, Tim 2005: Lost Sounds. Blacks and the Birth of the Recording Industry 1890-1919. Urbana: University of Illinois. Brown, Jayna 2008: Babylon Girls. Black Women Performers and the Shaping of the Modern. Durham: Duke University Press. Chude-Sokei, Louis. 2006. The Last „Darky“. Bert Williams, Black-on-Black Minstrelsy, and the African Diaspora. Durham: Duke University Press. Dolan, Brian. 2009. Inventing Entertainment. The Player Piano and the Origins of an American Musical Industry. Lanham: Rowman & Littlefield. Erenberg, Lewis A. 1981. Steppin' Out. New York Nightlife and the Transformation of American Culture, 1890-1930. Westport: Greenwood. Hamm, Charles. 1997. Irving Berlin. Songs from the Melting Pot. The Formative Years, 1907-1914. New York, Oxford: Oxford University Press. Kenney, William Howland. 1999. Recorded Music in American Life. The Phonograph and Popular Memory, 1890-1945. New York: Oxford University Press. Kibler, M. Alison 1999: Rank Ladies. Gender and Cultural Hierarchy in American Vaudeville. Chapell Hill: University of North Carolina Press. Kusser, Astrid. 2013. Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900. Bielefeld: transcript. Lotz, Rainer E. 1997. Black People. Entertainers of African Descent in Europe, and Germany. Bonn: Birgit Lotz Verlag. Millard, Andre. 2005. America on Record. A History of Recorded Sound. Cambridge: Cambridge University Press. Milner, Greg. 2009. Perfecting Sound Forever. The Story of Recorded Music. London: Granta. Schmidt Horning, Susan. 2013. Chasing Sound: Technology, Culture, and the Art of Studio Recording from Edison to the LP. Baltimore: Johns Hopkins University Press. Starr, Larry & Waterman, Christopher. 2003. American Popular Music. From Minstrelsy to MTV. New York: Oxford University Press. Suisman, David. 2009. Selling Sounds. The Commercial Revolution in American Music. Cambridge: Harvard University Press. Tawa, Nicholas E. 1990. The Way to Tin Pan Alley. American Popular Song, 1866-1910. New York: Schirmer Books. Wipplinger, Jonathan O. 2017. The Jazz Republic. Music, Race, and American Culture in Weimar Germany. Ann Arbor: University of Michigan Press.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein: regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Leistungsschein: bestandene Klausur
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[H Si] Publikumsforschung
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Zum Thema: Musikpublika gibt es bei öffentlichen Live-Musikaufführungen, Übertragungen solcher Musikdarbietungen und spezieller musikspezifischer Medienformate im Radio, Fernsehen bzw. Kino sowie bei öffentlich zugänglich geposteten bzw. live-gestreamten Musikvideos auf Videoportalen. Dem Publikum ist es immer in einem gewissen Ausmaß erlaubt, öffentlich Zustimmung oder Missfallen zu äußern, obwohl im Laufe der Geschichte sich die Rezeptionshaltungen gewandelt haben. Publika können heutzutage beispielsweise über Fragebögen, Interviews, Softwareapplikationen, physiologischen Messungen, Videoanalysen sowie Trafficanalysen erforscht werden, was im Zuge von organisatorischen und ökonomischen Erwägungen immer größere Bedeutung auch in musikbezogenen Berufen gewinnt. Diverse Konzert- und Musiktheatertypen sowie die Wechselwirkung zwischen den für bestimmte Musikstile und Musikgattungen spezifischen Bauwerken, den Ausführenden und dem Publikum werden Berücksichtigung finden. Die Einladung von Gastreferenten sowie der Besuch von mindestens zwei Veranstaltungen (Exkursionen) sind geplant.
Literatur: Adelman-Larsen, N.W.: Rock and Pop Venues. Acoustic and Architectural Design. 2. Auflage. Cham 2021; Auslander, P.: In Concert. Performing Musical Persona. Ann Arbor 2021; Auslander, P.: Liveness. Performance in a Mediatized Culture. 3. Auflage. Abingdon/New York 2023; Barker, M.: Live To Your Local Cinema: The Remarkable Rise of Livecasting. Basingstoke 2013; Beranek, L.L.: Concert Halls and Opera Houses. Music, Acoustics, and Architecture. New York 2004; Burland, K./Pitts, S. (Hg.) (2014). Coughing and Clapping: Investigating Audience Experience. Farnham/Burlington 2014; Glogner-Pilz, P./Föhl, P.S. (Hg.): Handbuch Kulturpublikum. Forschungsfragen und -befunde. Wiesbaden 2016; Harsløf, O.: The Great Festival. A Theoretical Performance Narrative of Antiquity’s Feasts and the Modern Rock Festival. Abingdon/New York 2020; Heinen, A.: Wer will das noch hören? Besucherstrukturen bei niedersächsischen Sinfonieorchestern. Wiesbaden 2013; Herzberg, M.: Musik und Aufmerksamkeit im Internet. Musiker im Wettstreit um Publikum bei YouTube, Facebook & Co. Marburg 2012; Holt, F.: Everyone loves live music. A theory of performance institutions. Chicago 2020; Kronenburg, R.: This Must Be The Place. An Architectural History of Popular Music Performance Venues. New York/London 2019; Kuchar, R.: Musikclubs zwischen Szene, Stadt und Music Industries. Autonomie, Vereinnahmung, Abhängigkeit. Wiesbaden 2020; Lutz, M.: Besucherbindung im Opernbetrieb. Theoretische Grundlagen, empirische Untersuchungen und praktische Implikationen. Wiesbaden 2013; Müller, S.O.: Das Publikum macht die Musik. Musikleben in Berlin, London und Wien im 19. Jahrhundert. Göttingen 2014; Reuband, K.-H. (Hg.): Oper, Publikum und Gesellschaft. Wiesbaden 2018; Rüdiger, W. (Hg.): Musikvermittlung – wozu? Umrisse und Perspektiven eines jungen Arbeitsfeldes. Mainz 2015; Salmen, W.: Das Konzert. Eine Kulturgeschichte. München 1988; Schwab, H. W.: Konzert. Öffentliche Musikdarbietung vom 17.–19. Jahrhundert. Leipzig 1980; Theede, M.: Management und Marketing von Konzerthäusern. Die Bedeutung des innovativen Faktors. Frankfurt am Main 2007; Thorau, C./Ziemer, H. (Hg.): The Oxford Handbook of Music Listening in the 19th and 20th Centuries. New York 2019; Tröndle, M. (Hg.): Classical Concert Studies. A Companion to Contemporary Research and Performance. New York/Abingdon 2021; Tsioulakis, I./Hytöen-Ng, E. (Hg.): Musicians and their Audiences. Performance, speech and mediation. Abingdon/New York 2017; Walmsley, B.: Audience Engagement in the Performing Arts. A Critical Analysis. Cham 2019; Wimmer, C.: Musikvermittlung im Kontext: Impulse – Strategien – Berufsfelder. Regensburg: ConBrio 2010.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- und Lehramtsstudierende (L2 u. L5): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und Lehramtsstudierende (L3): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher empirischer Projektarbeit oder Review (Meta-Analyse) mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das Kurzreferat bzw. die schriftliche Ausarbeitung mindestens eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2010) sein.
Teilnahmevoraussetzungen: keine


