Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Masterstudiengänge Musikwissenschaft - Modul 10: Populäre Musik und Medien I (03 MA Mus 10)
Veranstaltungen
LV 1: Populäre Musik in den Medien
[Si] Global Pop
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
| nächster Termin: 07.05.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Die Geschichte populärer Musik lässt sich unmöglich als eine Geschichte von klar definierten und voneinander abgeschotteten Kulturräumen erzählen. Eine große Anzahl an Genres, Ästhetiken und Praktiken der populären Musik sind mit genauerem Blick Resultate transnationaler und transkontinentaler Verflechtungen. Mindestens seit dem 19. Jahrhundert haben sich durch koloniale Verstrickungen, globale Ökonomien, Migrationsprozesse und eine infrastrukturell und medial stark vernetzte Welt vielerorts Musikrichtungen herausgebildet, die Elemente aus geographisch weit voneinander liegenden Quellen aufgenommen und zu hybriden Formen weiterentwickelt haben. Solche Verwicklungen oft mit Machtprozessen (kolonialer Handel, Ressourcenextraktion, ökonomische Ausbeutung), aber auch mit Formen von Widerstand und Protest gegen diese Verhältnisse verbunden, weshalb transnationale und transkontinentale Verflechtungen stets aus einer machtkritischen/postkolonialen Perspektive betrachtet werden müssen, in die das Seminar einführen wird. Mit diesem Rüstzeug vergegenwärtigen wir uns anhand ausgewählter Fallstudien grundsätzliche Dynamiken einer Globalgeschichte populärer Musik. Wir blicken auf Popmusik im postsowjetischen Usbekistan, rekonstruieren den Weg des karibischen Reggaeton von Jamaika über Panama nach Puerto Rico und in die globale lateinamerikanische Diaspora; ergründen, was der brasilianische Baile Funk mit dem Hip-Hop des Miami Bass, dem britischen DJ Diplo und der britisch-tamilischen Künstlerin M.I.A. zu tun hat; setzen uns mit dem Aufstieg und dem globalen Erfolg des K-Pops auseinander; gehen den postkolonialen Dynamiken des algerischen Raïs in Frankreich auf den Grund und widmen uns südafrikanischer Popmusik während und nach des Apartheid-Regimes (am Beispiel von Paul Simons „Graceland“ oder wie der Song „Mbube“ zu „Wimoweh“ und schließlich zu „The Lion Sleeps Tonight“ wurde), verfolgen die historischen Karrieren indonesischer Rock’n’Roll-Bands in den Niederlanden und die politische Geschichte von Rock und Hip-Hop in Kambodscha, verschaffen uns Einblicke in die Ästhetik und die Ökonomie des pan-arabischen Ṭarab in Ägypten und Sansibar. Dies sind nur einige von vielen möglichen Beispielen, gerne können im Seminar eigene Vorschläge eingebracht werden.
2. Literatur:
Bhabha, Homi K. 1994. The Location of Culture. London: Routledge. Denning, Michael. 2015. Noise Uprising. The Audiopolitics of a World Musical Revolution. London Verso. Font-Navarette, David. 2015. „Bass 101. Miami, Rio, and the Global Music South”. In: Journal of Popular Music Studies 27 (4), S. 488–517. Gilroy, Paul. 1993. The Black Atlantic. Modernity and Double Consciousness. London: Verso. Klenke, Kerstin. 2019. The Sound State of Uzbekistan. Popular Music and Politics in Karimov Era Uzbekistan. London: Routledge. Kusser, Astrid. 2013. Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900. Bielefeld: transcript. Marshall, Wayne. 2008. „Dem Bow, Dembow, Dembo. Translation and Transnation in Reggaeton”. In: Lied und populäre Kultur / Song and Popular Culture 53, S. 131–151. Meintjes, Louise. 2003. Sound of Africa! Making Music Zulu in a South African Studio. Durham: Duke University Press. Meintjes, Louise. 1990. “Paul Simon's Graceland, South Africa, and the Mediation of Musical Meaning”. Ethnomusicology 34 (1), S. 37–73. Mutsaers, Lutgard. 1990. „Indorock. An early Eurorock Style”. In: Popular Music 9 (3), S. 307–320. Taylor, Timothy. 1997. Global Pop. World Music, World Markets. New York: Routledge. Toop Fargion, Janet. 2014. Taarab Music in Zanzibar in the Twentieth Century. A Story of ‘Old is Gold’ and Flying Spirits. London: Routledge. Yoon, Kyong. 2018 „Global Imagination of K-Pop: Pop Music Fans’ Lived Experience of Cultural Hybridity”. In: Popular Music and Society 41 (4), S. 373–389. Filmdokumentationen: Cullman, Sam. 2019. ReMastered. The Lion’s Share. Netflix. Pirozzi, John. 2014. Don’t Think I’ve Forgotten. Cambodia’s Lost Rock’n’Roll. Argot Pictures.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein: regelmäßige und aktive Teilnahme/Mitarbeit (mit Protokoll), Leistungsschein: Übernahme eines mündlichen Referats und Hausarbeit.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[H Si] John Williams - Komponist von Blockbustern und Retter klassischer Hollywoodmusik
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
| nächster Termin: 07.05.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Zum Thema: Auch gelegentlichen Kinogängern ist John Williams als Filmkomponist bekannt, jedoch wissen vor allem Europäer nur wenig über seine ausgiebige Tätigkeit als Dirigent (bspw. des Boston Pops Orchestra) oder als Komponist zeitgenössischer Kunstmusik (z. B. zahlreiche Solokonzerte u. Auftragswerke wie Fanfaren u. Hymnen für diverse Anlässe). Blockbuster wie Filme der Star Wars-, Indiana Jones- und Harry Potter-Reihe machten Williams für musikalische Laien zur Gallionsfigur der Filmmusik und seine Filmmusiksuiten zu beliebten Schulorchesterstücken. Inzwischen wird er auch ausgiebiger in der Filmmusikforschung bedacht, die den Schwerpunkt auf seine Bevorzugung symphonischer Scores mit Leitmotivtechnik und spätromantischer Harmonik legt. Jedoch ist er ebenfalls stark im Jazz verwurzelt, was weniger Beachtung findet, und pflegt eine modulare, variantenreiche Kompositionsweise, die sich häufig tradierter Topoi bedient. Anhand von Analysen ausgewählter Konzert- und vor allem filmmusikalischer Werke soll seine stilistische Breite gewürdigt werden.
Literatur: Audissino, E.: Film/Music Analysis. A Film Studies Approach. Southampton 2017; Audissino, E.: The Film Music of John Williams: Reviving Hollywood’s Classical Style. Madison 2021; Audissino, E. (Hg.): John Williams. Music for Film, Television and the Concert Stage. Lucca 2018; Berner, E.: Music in Films about the Shoah. Commemoration, Comfort, Provocation. Cham: 2024; Bullerjahn, C.: Grundlagen der Wirkung von Filmmusik. 5. Auflage. Augsburg: Wißner 2022; Decker, T.: Hymns for the Fallen. Combat Movie Music and Sound after Vietnam. Oakland 2017; Greiving, T.: John Williams: A Composer’s Life. New York 2025; Lehman, F. (Hg.): Film music analysis. Studying the score. New York/Abingdon 2024; Lehman, F.: Hollywood Harmony. Musical Wonder and the Sound of Cinema. New York 2018; Ludwig, A.: Hearing Death at the Movies. Film Music and the Long History of the Dies Irae. Cham 2025; Moormann, P.: Spielberg-Variationen. Die Filmmusik von John Williams. Baden-Baden 2010; Oswald, M.: John Williams und das Leitmotiv der Romantik. Baden-Baden 2025; Power, C.: Composing America: Patriotism, Mythology, and Piety in the Film Scores of John Williams. Diss. Maynooth University 2024; Preusser, G.: Romantik in der Filmmusik zwischen 2010 und 2019. Fiktive Welten im Spannungsfeld von Mythos, Utopie und Leitmotivik. Berlin und Boston 2026; Swanson, S.: Becoming human: The Signifying elements of ›Orga‹ vs. ›Mecha‹ in John Williams’ score to A. I.: Artificial Intelligence (2001). Diss. The State University of New Jersey 2017; Webster, J. L.: The Music of Harry Potter: Continuity and Change in the First Five Films. Diss. University of Oregon 2009; White, D.: The Music of Harry Potter and The Lord of The Rings. Sounds of Home in the Fantasy Franchise. Abingdon/New York 2024.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- und Lehramtsstudierende (L2 u. L5): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und Lehramtsstudierende (L3): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher analytischer oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: keine.
[Si] Marokkanischer Jazz
| regelmäßiger Termin ab 17.04.2026 | ||
| wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
| nächster Termin: 08.05.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
1. Zum Thema
Das Seminar thematisiert die Entwicklung des Jazz in Marokko von seiner Etablierung während der europäischen Kolonialzeit (1912–1956) bis hin zu eigenständigen marokkanischen Jazz-Fusionen im unabhängigen Staat. Dabei untersuchen wir Jazz als Medium interkultureller Begegnung, Instrument der Kulturdiplomatie sowie als Produktions- und Reflexionsraum postkolonialer Machtdynamiken und westlicher Abhängigkeiten.
Anhand der Analyse von musikalischen Kollaborationen, Festivals, Kulturinstitutionen, Filmproduktionen und Archivprojekten (etwa der Initiative JAM – Jazz Archive Morocco) werden eigenständige marokkanische Fusionen wie Gnawa-Jazz, Dakka-Jazz, Jazz-Beldi und Jazz’Amazigh beleuchtet. Ebenso stehen historische Begegnungen international bekannter Jazzmusiker*innen in Marokko im Fokus – darunter Joséphine Baker, Nina Simone, Randy Weston, Ornette Coleman, Pharoah Sanders, Archie Shepp, Joachim Kühn und Klaus Doldinger. Weitere Schwerpunkte bilden die Rolle von Musikerinnen in einer männlich dominierten Szene, der Einfluss von kulturpolitischen Institutionen auf den Prozess der Festivalisierung, die Repräsentation von Jazz in (post-)kolonialen Medien sowie Nation- und City-Branding durch Jazz.
Das Seminar bietet den Teilnehmenden einen vertieften Einblick in die Globalisierung des Jazz am Beispiel Marokkos und ermöglicht ein differenziertes Verständnis für die Interpretation marokkanischer Musik im Jazzkontext.
2. Literatur
Callen, Jeffrey. 2006. French Fries in the Tagine: Re-imagining Moroccan Popular Music. Doktorarbeit. Los Angeles: University of California. Aidi, Hisham. 2017. „Tangier’s Jazzmen – and Their Phantom Producer“. Africa Is A Country (30. Oktober). Online verfügbar unter https://africasacountry.com/2017/10/tangiers-jazzmen-and-their-phantom-producer, aufgerufen am 6. Februar 2026. Petzoldt, Eric. 2025. „Jauk Armand Elmaleh-Lemal and the Casablanca Jazz Scene of the 1950s and 1960s“. In The Routledge Companion to Diasporic Jazz Studies, hrsg. von Bruce Johnson, Adam Havas und David Horn, 269–278. New York: Routledge. Petzoldt, Eric. 2024. Facilitating Euro-Moroccan Musical Encounters: the Process and Politics of Jazz Interculturalism in and beyond Morocco. Doktorarbeit. Cambridge: University of Cambridge. McGregor, Elizabeth Vihlen. 2016. Jazz and Postwar French Identity: Improvising the Nation. Lanham: Lexington Books.
Filmdokumentationen und weitere audiovisuelle Quellen: Hübner, Christoph und Gabriele Voss. 2013. Transmitting. Film. 87 min. Deutschland. Matthey, Jacques. 2017. Jazz: The Only Way of Life. 74 min. New York: Pi Production. Musical Encounters Across the Strait of Gibraltar (ERC-Projekt). 2022. „Round Table: Jazz in Morocco/Moroccan jazz“. Online verfügbar unter https://www.youtube.com/watch?v=Ze48F3kbVu4, aufgerufen am 6. Februar 2026.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein: regelmäßige und aktive Teilnahme/Mitarbeit (mit Protokoll), Leistungsschein: Übernahme eines mündlichen Referats und Hausarbeit.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine.
LV 2: Geschichte der populären Musik
[Si] Global Pop
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
| nächster Termin: 07.05.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Die Geschichte populärer Musik lässt sich unmöglich als eine Geschichte von klar definierten und voneinander abgeschotteten Kulturräumen erzählen. Eine große Anzahl an Genres, Ästhetiken und Praktiken der populären Musik sind mit genauerem Blick Resultate transnationaler und transkontinentaler Verflechtungen. Mindestens seit dem 19. Jahrhundert haben sich durch koloniale Verstrickungen, globale Ökonomien, Migrationsprozesse und eine infrastrukturell und medial stark vernetzte Welt vielerorts Musikrichtungen herausgebildet, die Elemente aus geographisch weit voneinander liegenden Quellen aufgenommen und zu hybriden Formen weiterentwickelt haben. Solche Verwicklungen oft mit Machtprozessen (kolonialer Handel, Ressourcenextraktion, ökonomische Ausbeutung), aber auch mit Formen von Widerstand und Protest gegen diese Verhältnisse verbunden, weshalb transnationale und transkontinentale Verflechtungen stets aus einer machtkritischen/postkolonialen Perspektive betrachtet werden müssen, in die das Seminar einführen wird. Mit diesem Rüstzeug vergegenwärtigen wir uns anhand ausgewählter Fallstudien grundsätzliche Dynamiken einer Globalgeschichte populärer Musik. Wir blicken auf Popmusik im postsowjetischen Usbekistan, rekonstruieren den Weg des karibischen Reggaeton von Jamaika über Panama nach Puerto Rico und in die globale lateinamerikanische Diaspora; ergründen, was der brasilianische Baile Funk mit dem Hip-Hop des Miami Bass, dem britischen DJ Diplo und der britisch-tamilischen Künstlerin M.I.A. zu tun hat; setzen uns mit dem Aufstieg und dem globalen Erfolg des K-Pops auseinander; gehen den postkolonialen Dynamiken des algerischen Raïs in Frankreich auf den Grund und widmen uns südafrikanischer Popmusik während und nach des Apartheid-Regimes (am Beispiel von Paul Simons „Graceland“ oder wie der Song „Mbube“ zu „Wimoweh“ und schließlich zu „The Lion Sleeps Tonight“ wurde), verfolgen die historischen Karrieren indonesischer Rock’n’Roll-Bands in den Niederlanden und die politische Geschichte von Rock und Hip-Hop in Kambodscha, verschaffen uns Einblicke in die Ästhetik und die Ökonomie des pan-arabischen Ṭarab in Ägypten und Sansibar. Dies sind nur einige von vielen möglichen Beispielen, gerne können im Seminar eigene Vorschläge eingebracht werden.
2. Literatur:
Bhabha, Homi K. 1994. The Location of Culture. London: Routledge. Denning, Michael. 2015. Noise Uprising. The Audiopolitics of a World Musical Revolution. London Verso. Font-Navarette, David. 2015. „Bass 101. Miami, Rio, and the Global Music South”. In: Journal of Popular Music Studies 27 (4), S. 488–517. Gilroy, Paul. 1993. The Black Atlantic. Modernity and Double Consciousness. London: Verso. Klenke, Kerstin. 2019. The Sound State of Uzbekistan. Popular Music and Politics in Karimov Era Uzbekistan. London: Routledge. Kusser, Astrid. 2013. Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900. Bielefeld: transcript. Marshall, Wayne. 2008. „Dem Bow, Dembow, Dembo. Translation and Transnation in Reggaeton”. In: Lied und populäre Kultur / Song and Popular Culture 53, S. 131–151. Meintjes, Louise. 2003. Sound of Africa! Making Music Zulu in a South African Studio. Durham: Duke University Press. Meintjes, Louise. 1990. “Paul Simon's Graceland, South Africa, and the Mediation of Musical Meaning”. Ethnomusicology 34 (1), S. 37–73. Mutsaers, Lutgard. 1990. „Indorock. An early Eurorock Style”. In: Popular Music 9 (3), S. 307–320. Taylor, Timothy. 1997. Global Pop. World Music, World Markets. New York: Routledge. Toop Fargion, Janet. 2014. Taarab Music in Zanzibar in the Twentieth Century. A Story of ‘Old is Gold’ and Flying Spirits. London: Routledge. Yoon, Kyong. 2018 „Global Imagination of K-Pop: Pop Music Fans’ Lived Experience of Cultural Hybridity”. In: Popular Music and Society 41 (4), S. 373–389. Filmdokumentationen: Cullman, Sam. 2019. ReMastered. The Lion’s Share. Netflix. Pirozzi, John. 2014. Don’t Think I’ve Forgotten. Cambodia’s Lost Rock’n’Roll. Argot Pictures.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein: regelmäßige und aktive Teilnahme/Mitarbeit (mit Protokoll), Leistungsschein: Übernahme eines mündlichen Referats und Hausarbeit.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[Vl] Kultur- und Mediengeschichte der populären Musik, 1890-1930
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
| nächster Termin: 07.05.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
1. Zum Thema: Die Vorlesung führt in die populären Musikformen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein. Besondere Berücksichtigung finden mediale und kulturelle Zusammenhänge in Nordamerika und Europa. Einen Schwerpunkt bilden das Aufkommen und die Verbreitung von bspw. Ragtime, Jazz, Kabarett/Musiktheater-Songs, Country und Blues (sowie der allgemeine Aufstieg von „Black Music“ im globalen Norden). Dieser wird verzahnt mit dem zweiten Schwerpunkt, der sich auf die Performancepraktiken und Ökonomie in Inszenierungsformaten des Musiktheaters (Vaudeville, Musical Comedies, Cabaret, Revuen) und technische Medien (Tonträger, Player Pianos, frühes Radio und früher Tonfilm) richtet. Exkurse in den globalen Süden erfolgen anhand einzelner Beispiele. Ziel ist es, die Geschichte populärer Musik im Kontext der damaligen Entstehung einer modernen Unterhaltungsindustrie, Freizeit- und Massenkultur zu begreifen und gesellschaftliche Hintergründe und kulturelle Hegemonien in Bezug auf die klangliche und visuelle Inszenierung von Identitäten und Körpern (Race, Gender, Queerness, Class) zu durchleuchten, was durch einzelne Songbeispiele und Filmausschnitte geschehen wird.
2. Literatur:
Abbott, Lynn & Seroff, Doug 2007: Ragged but Right. Black Traveling Shows, „Coon Songs,“ and the Dark Pathway to Blues and Jazz. Jackson: University of Mississippi. Brooks, Tim 2005: Lost Sounds. Blacks and the Birth of the Recording Industry 1890-1919. Urbana: University of Illinois. Brown, Jayna 2008: Babylon Girls. Black Women Performers and the Shaping of the Modern. Durham: Duke University Press. Chude-Sokei, Louis. 2006. The Last „Darky“. Bert Williams, Black-on-Black Minstrelsy, and the African Diaspora. Durham: Duke University Press. Dolan, Brian. 2009. Inventing Entertainment. The Player Piano and the Origins of an American Musical Industry. Lanham: Rowman & Littlefield. Erenberg, Lewis A. 1981. Steppin' Out. New York Nightlife and the Transformation of American Culture, 1890-1930. Westport: Greenwood. Hamm, Charles. 1997. Irving Berlin. Songs from the Melting Pot. The Formative Years, 1907-1914. New York, Oxford: Oxford University Press. Kenney, William Howland. 1999. Recorded Music in American Life. The Phonograph and Popular Memory, 1890-1945. New York: Oxford University Press. Kibler, M. Alison 1999: Rank Ladies. Gender and Cultural Hierarchy in American Vaudeville. Chapell Hill: University of North Carolina Press. Kusser, Astrid. 2013. Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900. Bielefeld: transcript. Lotz, Rainer E. 1997. Black People. Entertainers of African Descent in Europe, and Germany. Bonn: Birgit Lotz Verlag. Millard, Andre. 2005. America on Record. A History of Recorded Sound. Cambridge: Cambridge University Press. Milner, Greg. 2009. Perfecting Sound Forever. The Story of Recorded Music. London: Granta. Schmidt Horning, Susan. 2013. Chasing Sound: Technology, Culture, and the Art of Studio Recording from Edison to the LP. Baltimore: Johns Hopkins University Press. Starr, Larry & Waterman, Christopher. 2003. American Popular Music. From Minstrelsy to MTV. New York: Oxford University Press. Suisman, David. 2009. Selling Sounds. The Commercial Revolution in American Music. Cambridge: Harvard University Press. Tawa, Nicholas E. 1990. The Way to Tin Pan Alley. American Popular Song, 1866-1910. New York: Schirmer Books. Wipplinger, Jonathan O. 2017. The Jazz Republic. Music, Race, and American Culture in Weimar Germany. Ann Arbor: University of Michigan Press.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein: regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Leistungsschein: bestandene Klausur
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine


