Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Musikpädagogik und Musikwissenschaft - Modul 19: Historische Musikwissenschaft I (BA MW) (03 BA Mus 19 = 03-Mus-L3-WP-04a)
Veranstaltungen
Zu belegen sind zwei Lehrveranstaltungen zur historischen Musikwissenschaft (LV 1 und LV 2).
[Si] Franz Schubert und das Kunstlied
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 |
1. Zum Thema:
Wohl kaum eine Gattung wird so stark mit dem Komponisten Franz Schubert (1797–1828) assoziiert wie das Kunstlied. Über 600 Werke umfasst Schuberts Liedschaffen, wobei der Komponist die bekanntesten Dichter seiner Zeit vertonte – wie Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Müller oder Heinrich Heine (um nur einige zu nennen). Durch seine Werke trug der Komponist maßgeblich dazu bei, das Lied als eine der zentralen Gattungen des 19. Jahrhunderts zu etablieren. Im Rahmen des Seminars wird Schuberts umfangreiches Liedschaffen aus analytischen wie kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten (bspw. die Bedeutung der Wiener Salons und der Schubertiaden für Schuberts Liedschaffen) untersucht. Dabei werden neben selbstständigen Liedvertonungen (wie „Gretchen am Spinnrade“ oder „Der Erlkönig“) auch Schuberts Liederzyklen (wie „Die schöne Müllerin“ oder „Winterreise“) beleuchtet. Ziel des Seminars ist es, einen möglichst breiten Einblick in das Schubert’sche Liedschaffen zu bieten und den Teilnehmenden zentrale Methoden zur literarischen und musikalischen Analyse von Kunstliedern zu vermitteln. Neben der Analyse werden die Kontextualisierung der Lieder und ihre Verortung in der geschichtlichen Entwicklung der Gattung des Kunstliedes einen wichtigen Aspekt des Seminars bilden.
2. Literatur:
HINRICHSEN, Hans Joachim: Franz Schubert, München 2014; BUDDE, Elmar: Schuberts Liederzyklen. Ein musikalischer Werkführer, München 2012; DÜRR, Walther u. a. (Hrsg.): Schubert Liedlexikon, Kassel 2013; DÜRR, Walther & KRAUSE, Andreas (Hrsg.): Schubert Handbuch, Kassel 2018
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb:
Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Kurzreferat; Leistungsschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit (die genauen Modalitäten werden in der ersten Sitzung gemeinsam besprochen)
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[Si] Musikgeschichte hören: Das lange 19. Jahrhundert
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 |
Das Seminar vermittelt einen Überblick über die Entwicklung europäischer „Kunstmusik“ zwischen den einschneidenden Ereignissen der Französischen Revolution 1789 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Im Fokus steht dabei das einordnende, reflektierte Hören von Musik. Dabei bewegen wir uns chronologisch durch die Jahrzehnte und erörtern neben subjektiven Hörerfahrungen auch kompositions- bzw. gattungsgeschichtliche Tendenzen sowie gesellschaftliche Kontexte. Das Seminar soll den Studierenden helfen, sich hörend in neuerer Musikgeschichte zurechtzufinden und ein Repertoire zu erschließen – freilich ohne dieses Repertoire als „Kanon“ zu überhöhen. Im besten Fall bietet es Anknüpfungspunkte zum Weiterdenken und Weiterhören.
[Si] Operette – Ein historischer Überblick von Offenbach bis Abraham
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 |
1. Zum Thema: Die Operette – bekannt für ihre eingängigen Melodien, ihren zündenden Humor und ihre ebenso unterhaltsamen wie satirisch-überspitzten (und bisweilen gar gesellschaftskritischen) Handlungen – stellt die zentrale Form des populären Musiktheaters im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert dar. Das Seminar bietet einen Querschnitt durch die Geschichte der Operette, angefangen bei den Werken Jacques Offenbachs („Orpheus in der Unterwelt“ (1858), „Die schöne Helena“ (1864)) über die Comic Operas Gilbert und Sullivans („Die Piraten von Penzance“ (1879), „The Mikado“ (1885), „H.M.S. Pinafore“ (1878)) bis hin zu den deutschsprachigen Klassikern des Genres. Letztere umfassen die weltbekannten Wiener Operetten, wie „Die Fledermaus“ (1874) von Johann Strauss, „Die lustige Witwe“ (1905) von Franz Lehár oder Ralph Benatzkys „Im weißen Rößl“ (1930), ebenso wie die späten Jazzoperetten von Paul Abraham („Die Blume von Hawaii“ (1931), „Ball im Savoy“ (1932)), die erst in jüngster Zeit von Publikum wie Forschung wiederentdeckt wurden. Neben analytischen Betrachtungen herausgehobener Einzelwerke liegt ein besonderer Fokus auf der zeit- und kulturgeschichtlichen Einordnung der Stücke sowie auf der Beleuchtung der Rezeptionsgeschichte des Genres. Fragen wie „Wie entstand die Operette?“ oder „Was führte zu ihrem Niedergang in den 1930er-Jahren?“ werden ebenso thematisiert wie die Bedeutung und Position des Genres im heutigen Theaterbetrieb.
2. Literatur: Richard Traubner: Operetta. A Theatrical History, New York u. a. 1983; Volker Klotz: Operette: Porträt und Handbuch einer unerhörten Kunst, Sinzig 42016.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Kurzreferat; Leistungsschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit (die genauen Modalitäten werden in der ersten Sitzung gemeinsam besprochen)
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine