Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Musikpädagogik und Musikwissenschaft - Modul 02: Propädeutik Musikpädagogik (03 BA Mus 02)
Veranstaltungen
Zu belegen sind eine Veranstaltung "Einführung in das Studium der Musikpädagogik" (LV 1) sowie entweder zwei frei wählbare Lehrveranstaltungen aus dem musikpädagogischen Angebot (LV 2 und LV 3; siehe Module 8, 10-12) oder ein Projektseminar (LV 2+3)
LV 1: Einführung in das Studium der Musikpädagogik
[Si] Einführung in die Musikpädagogik (Gruppe A)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
1. Zum Thema
Das Einführungsseminar geht den grundlegenden Fragen der Musikpädagogik nach. Diese (vorläufig) zu beantworten, ist entscheidend, um sich in Fachdiskursen oder eigenen Forschungsprojekten im weiteren Studienverlauf anmessen verorten zu können. Darüber hinaus legt bereits die Struktur des Faches eine Auseinandersetzung nahe, schließlich kann die Musikpädagogik als Trans-Disziplin (Khittl, 2017) gesehen werden, sodass es „DIE Musikpädagogik“ als eine historisch gewachsene Disziplin mit eigener Fachtradition gar nicht gibt.
Im Seminar wird beispielsweise den folgenden Fragen nachgegangen: Was ist der Unterschied zwischen Musikpädagogik und Musikdidaktik? Wozu brauche ich Wissenschaft, wenn ich an einer Schule Musik unterrichten möchte? Welche Themen sind gerade in der Forschung aktuell und wie berechtigt ist ihre Aktualität? Was ist (musikalische) Bildung? Wie unterscheiden sich Bildung, Kompetenzen und Lernen? (Wozu) Braucht es Musikunterricht? Wenn es ihn braucht, was sollte dann unterrichtet werden? Und wie?
Das übergeordnete Lernziel der Lehrveranstaltung ist, eine reflektierte fragende Haltung zu entwickeln. Wissenschaft, Begriffe, Ideen von gelingendem Musikunterricht etc. sollten nicht einfach hingenommen werden. Stattdessen geht es im Studium wie auch in einer möglichen späteren Tätigkeit als Lehrkraft darum, bestehende Erkenntnisse mit eigenen Positionen, Haltungen und Werten zu verknüpfen bzw. letztere wissenschaftsbasiert zu hinterfragen.
2. Literatur
Dartsch, M., Knigge, J., Niessen, A., Platz, F. & Stöger, C. (Hrsg.) (2026). Handbuch Musikpädagogik. Grundlagen – Forschung – Diskurse (2. vollständig aktualisierte und erweiterte Aufl.). Waxmann.
Jank, W. (Hrsg.) (2013). Musikdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II [5., überarb. Neuaufl.]. Cornelsen.
Khittl, C. (2017). Musikpädagogik: Vom „Anything Goes“ über disziplin-loses Durcheinander zur (anthropischen) Trans-Disziplin? In: N. Bailer & G. Enser (Hrsg.). Insel-Bilder. Musikdidaktische Konzeptionen im Diskurs (S. 9–28). Helbling.
Kraemer, R.-D. (2007). Musikpädagogik – eine Einführung in das Studium [2., verb. Aufl.]. Wißner.
Schatt, P. W. (2007). Einführung in die Musikpädagogik (Sonderausgabe 2016). Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb
keine
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
keine
[Si] Einführung in die Musikpädagogik (Gruppe B)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
1. Zum Thema
Das Einführungsseminar geht den grundlegenden Fragen der Musikpädagogik nach. Diese (vorläufig) zu beantworten, ist entscheidend, um sich in Fachdiskursen oder eigenen Forschungsprojekten im weiteren Studienverlauf anmessen verorten zu können. Darüber hinaus legt bereits die Struktur des Faches eine Auseinandersetzung nahe, schließlich kann die Musikpädagogik als Trans-Disziplin (Khittl, 2017) gesehen werden, sodass es „DIE Musikpädagogik“ als eine historisch gewachsene Disziplin mit eigener Fachtradition gar nicht gibt.
Im Seminar wird beispielsweise den folgenden Fragen nachgegangen: Was ist der Unterschied zwischen Musikpädagogik und Musikdidaktik? Wozu brauche ich Wissenschaft, wenn ich an einer Schule Musik unterrichten möchte? Welche Themen sind gerade in der Forschung aktuell und wie berechtigt ist ihre Aktualität? Was ist (musikalische) Bildung? Wie unterscheiden sich Bildung, Kompetenzen und Lernen? (Wozu) Braucht es Musikunterricht? Wenn es ihn braucht, was sollte dann unterrichtet werden? Und wie?
Das übergeordnete Lernziel der Lehrveranstaltung ist, eine reflektierte fragende Haltung zu entwickeln. Wissenschaft, Begriffe, Ideen von gelingendem Musikunterricht etc. sollten nicht einfach hingenommen werden. Stattdessen geht es im Studium wie auch in einer möglichen späteren Tätigkeit als Lehrkraft darum, bestehende Erkenntnisse mit eigenen Positionen, Haltungen und Werten zu verknüpfen bzw. letztere wissenschaftsbasiert zu hinterfragen.
2. Literatur
Dartsch, M., Knigge, J., Niessen, A., Platz, F. & Stöger, C. (Hrsg.) (2026). Handbuch Musikpädagogik. Grundlagen – Forschung – Diskurse (2. vollständig aktualisierte und erweiterte Aufl.). Waxmann.
Jank, W. (Hrsg.) (2013). Musikdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II [5., überarb. Neuaufl.]. Cornelsen.
Khittl, C. (2017). Musikpädagogik: Vom „Anything Goes“ über disziplin-loses Durcheinander zur (anthropischen) Trans-Disziplin? In: N. Bailer & G. Enser (Hrsg.). Insel-Bilder. Musikdidaktische Konzeptionen im Diskurs (S. 9–28). Helbling.
Kraemer, R.-D. (2007). Musikpädagogik – eine Einführung in das Studium [2., verb. Aufl.]. Wißner.
Schatt, P. W. (2007). Einführung in die Musikpädagogik (Sonderausgabe 2016). Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb
keine
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
keine
LV 2 und LV 3: Musikpädagogische Lehrveranstaltungen
Zwei frei wählbare Lehrveranstaltungen aus dem musikpädagogischen Angebot (siehe Module 8,10-12). Empfohlen werden:
[Si] Klang
| regelmäßige Termine ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 19 (Konzertsaal) | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 29 (Musikunterricht) | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 19 (Konzertsaal) | ||
1. Zum Thema
• Klang ist ein Pfeiler unserer Wirklichkeit und zentraler Bestandteil aller musikalischen Erfahrungen. Dieses Seminar befasst sich mit Klangerzeugung, Klangübertragung und Klangwahrnehmung. Betrachtet werden unter anderem die akustischen Eigenschaften verschiedener Musikinstrumente, Spielarten der Klangsynthese sowie die Aufzeichnung und Verfremdung realer Schallereignisse. Hörtrainings und Hörexperimente sind zentrale Bestandteile des Seminars. Ziel ist es, die Hörkompetenz zu verbessern, Sie für Ihnen vielleicht neue Aspekte des Klangs zu sensibilisieren. Gleichzeitig werden Ihnen Wege gezeigt, wie Sie Klang an Computern generieren und im musikpädagogischen Kontext thematisieren können. Hinsichtlich der Musikproduktion soll das Seminar den Horizont erweitern und den Kompositions- und Mixingprozess in ein anderes Licht stellen. Pling.
2. Literatur
wird im Verlauf des Seminars bekannt gegeben
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb
Regelmäßige und aktive Mitarbeit; Bündiges Projektportfolio oder schriftliche Darlegung eines tontechnischen Arbeitsablaufs.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
Nachweis der in den jeweiligen Modulbeschreibungen genannten Voraussetzungen.
[Si] Let´s move and groove – Musik und Bewegung in Theorie und Praxis
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
Die Verknüpfung von Musik und Bewegung bildet ein zentrales Element für das musikalische Lernen. Neben der Diskussion einiger lerntheoretischer Grundlagen sollen in dem Seminar vornehmlich praktische Beispiele aus der Verbindung von Musik und Bewegung vorgestellt, konkret ausprobiert und weiterentwickelt werden. Ein historischer Bezug (z.B. Emile Jaques Dalcroze) hat dabei genauso seinen Platz wie Formen der Bodypercussion und des Poptanzes. Die Treffen finden in der ersten Semesterhälfte wöchentlich statt (7 Wochen); in der zweiten Semesterhälfte wird ein Blockwochenende durchgeführt. Von den Teilnehmern wird selbstverständlich eine engagierte Bereitschaft zum Tanzen und zum kreativen Umgang mit Bewegungsaufgaben erwartet!
Blocktermin:
Freitag, 15.01., 15-19 Uhr Raum 08, Raum 019
Samstag, 16.01., 10-16 Uhr Raum 08, Raum 019
Hinweis: Die Lehrveranstaltung ist auch für Praktikumsmodule im ersten und zweiten Fach anrechenbar.
[Si] Musikalische Bildung im Vorschulalter - Konzepte zur Musikalischen Früherziehung in Theorie und Praxis
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
Kinder zeigen von Anfang an meist spontan ein vitales Interesse an Klängen und rhythmischen Bewegungsmustern. Sie entdecken Geräusche, singen und musizieren Lieder, setzen Töne in Farben und Bilder um, spielen mit ihrer Stimme, vertonen Gedichte oder tanzen und bewegen sich zu Musik. Wie dieses Bedürfnis von Kindern aufgegriffen und unterstützt werden kann, soll dieses Seminar rund um Konzepte zur Musikalischen Früherziehung aufzeigen. Es sollen Stundenbilder für anregende musikalische Lernumgebungen entwickelt und in Zusammenarbeit mit einer Kindertageseinrichtung in Gießen praktisch umgesetzt werden.
Einführende Literatur:
Gruhn, Wilfried (2003). Kinder brauchen Musik. Musikalität bei kleinen Kindern entfalten und fördern. Weinheim u.a.O. (Beltz).
[Si] The Dark Side of the Moon – ‚Madness‘ im Musikunterricht
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema
In Popkultur und (populärer) Musik finden sich zahlreiche Beispiele für ‚Verrücktheit‘, psychische Erkrankungen und ein Leben und Wahrnehmen jenseits vermeintlicher Normen. Im Musikunterricht scheinen diese belang jedoch wenig aufgegriffen zu werden. Es ist die Frage, ob der Themenkomplex schlicht nicht als relevant angesehen wird, ob Schüler:innen geschützt werden sollen oder ob (implizit?) ein Status Quo der Normalität aufrechterhalten werden soll. Demgegenüber scheint eine musikpädagogische Auseinandersetzung dringend nötig, wenn man sich beispielweise anschaut, wie manche Lehrkräfte über Schüler:innen sprechen: „Er ist Autist und hat keinen Zugang zu seinen Gefühlen.“ oder „Sie hat Depressionen und ist bestimmt sehr kreativ.“
Die Lehrveranstaltung verfolgt daher drei Schwerpunkte:
Erstens soll der Begriff der Ver-rücktheit (engl. Madness) im Anschluss an die sogenannten Mad Studies definiert werden (z. B. Hess, 2024, S. 24–46). Madness soll dabei gerade nicht als Krankheit oder Stigmatisierung verstanden werden, sondern von medizinischen Diagnosen losgelöste, gleichwertige Unterschiedlichkeit.
Zweitens wird der Blick auf ver-rückte Schüler:innen und Lehrkräfte gerichtet. „…madness is not hysteria. It can be very quiet…” (Anne Sexton) – man sieht es betroffenen Personen nicht zwingend an. Es muss m. E. das Ziel sein, Lehrkräfte für Madness zu sensibilisieren, zugleich aber auch die Grenzen zu anderen Professionen (Psychotherapie, Musiktherapie etc.) zu ziehen. Musikunterricht ist kein Therapieangebot, kann aber in einer Fokussierung auf soziale Prozesse (Gerland & Grosse, 2026) möglicherweise therapieunterstützend wirken.
Drittens folgt daraus die Frage, inwieweit es sinnvoll ist, Madness im Musikunterricht explizit zu thematisieren. Zwängt man Schüler:innen damit etwas auf, das womöglich zu nah am eigenen Leben steht, zu persönlich ist, eine Grenze überschreitet? Oder kann es gelingen, über eine Thematisierung von Madness in der Musik das gegenseitige Verständnis zu erhöhen, Offenheit und Toleranz zu vermitteln, zum Abbau von Stigmatisierungen beizutragen und Identifikationsangebote zu schaffen?
Hinweis: Die Lehrveranstaltung ist auch für Praktikumsmodule im ersten und zweiten Fach anrechenbar.
2. Literatur
Beresford, P. & Russo, J. (Hrsg.) (2022). The Routledge International Handbook of Mad Studies. Routledge.
Boger, M.-A. (2020). Mad Studies und/in/als Disablity Studies. Eine Verhältnisbestimmung. In: Brehme, D., Fuchs, P., Köbsell, S. & Wesselmann, C. (Hrsg.). Disability Studies im deutschsprachigen Raum. Zwischen Emanzipation und Vereinnahmung (S. 41–55). Beltz Juventa.
Davies, A., Spring, L., Castrodale, M. A. & Cosantino, J. (Hrsg.) (2026). Mad Studies and Education. Critical Pedagogy and Mad Praxis in the Classroom. Palgrave Macmillan.
Demke, E. (2023). Selbst-Bestimmen und Zugehörigkeit im Kontext von Verrücktheitserfahrungen. Zeitschrift für Disability Studies, 1/2023, 1–12.
Gerland, J. & Grosse, T. (2026). Lehrende in sozialen Arbeitsfeldern. In: Dartsch, M., Knigge, J., Niessen, A., Platz, F. & Stöger, C. (Hrsg.) (2026). Handbuch Musikpädagogik. Grundlagen – Forschung – Diskurse (2. vollständig aktualisierte und erweiterte Aufl.) (S. 205–216). Waxmann.
Hess, J. (2024). Madness and Distress in Music Education. Toward a Mad-Affirming Approach. Routledge.
Lüthi, E. (2022). Mad Studies and Disability Studies. In: Waldschmidt, A. (Hrsg.). Handbuch Disability Studies (S. 435–452). Springer VS.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb
keine
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
keine


