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Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2026

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Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Kunstgeschichte - Kombinations-Masterstudiengänge "Kunstgeschichte" (Studienbeginn ab Wintersemester 2022/23)

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Zu belegen sind zwei Vorlesungen.

[Vl] Renaissance? Die Kunst in der Frühen Neuzeit  (AfK-Nr.: 844)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, A 3 (Hörsaal)
nächster Termin: 23.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)

Kommentar:

In der Kunstgeschichte ist es inzwischen nicht mehr so üblich, von der Frühen Neuzeit (ca. 1400-1800) als Epoche der "Renaissance" zu sprechen. Aber das Narrativ von "Wiedergeburt" und Neuanfang bleibt attraktiv, zumal Grundideen des Faches darauf basieren: die Entdeckung des künstlerischen Subjekts und die Erfindung der bildenden Kunst, der neue Blick auf die Klassische Antike und ihre materiellen wie ideellen Hinterlassenschaften, der Aufstieg der italienischen Stadtstaaten und glanzvoller europäischen Fürstentümer, die um die Innovationskraft "großer Künstler" buhlen usw. In der Vorlesung möchte ich diesen und anderen Vorstellung von "Renaissance(n)" nachgehen und damit einen Überblick über die Kunst und Architektur der Frühen Neuzeit geben, der phänomen- und problemorientiert ansetzt.

Literatur:
Andreas Tönnesmann, Die Kunst der Renaissance, München: C.H. Beck 2007


 
[Si] Dazwischen sein. Schwellen in der Kunstgeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, G 333a
nächster Termin: 28.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Das Seminar widmet sich dem Konzept der Liminalität – verstanden als Zustand des Übergangs, der Schwelle und der Transformation – und fragt nach der Bedeutung liminaler Zustände für die kunsthistorische Forschung und kuratorische Praxis.
Anknüpfend an die von Victor Turner geprägte Theorie der Liminalität, betrachten wir Kunstwerke als Orte des Dazwischen, an denen Schwellenzustände erfahrbar werden:
Wie verhandeln künstlerische Praktiken Zwischenräume, Veränderungsprozesse und Grenzüberschreitungen? Inwiefern können Kunstwerke als Orte sozialer Transformation verstanden werden?
Gemeinsam untersuchen wir, auf welche Weise künstlerische und kuratorische Strategien Schwellenräume zwischen Produktion und Rezeption eröffnen, in denen bestehende Ordnungen destabilisiert, außer Kraft gesetzt oder ins Gegenteil verkehrt werden. Dabei stehen Konzepte von Partizipation, Intervention und kollektiver Aushandlung im Vordergrund – als ästhetische wie politische Momente des Übergangs.
Während der Auseinandersetzung mit theoretischen Texten und Fallstudien sowie in eigenen Forschungs und Vermittlungsprojekten erproben die Teilnehmenden methodische Ansätze, um liminale Prozesse in Kunstwerken und Ausstellungspraktiken sichtbar zu machen.
Der Seminarraum wird dabei selbst als Zwischenraum verstanden, in dem Bedeutungen gemeinsam diskutiert und neu verhandelt werden.
#ZwischenraumAlsDenk&Erfahrungsraum


[Ex] Karl der Große und die Aachener Pfalzkapelle. Architektur und Kunst eines europäischen Erinnerungsortes
Mit Exkursion nach Aachen 12.-14. August 2026.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 23.04.2026
zwei-wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr  Phil. I, G 333a
nächster Termin: 23.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Die Erinnerung an Karl den Großen als herausragende Herrscherpersönlichkeit der europäischen Geschichte ist unzertrennbar verknüpft mit Aachen und der dortigen Pfalzkapelle. Karl ließ die Kapelle samt einem Palast seit 794 errichten und reich ausstatten. Er machte damit Aachen zum zentralen Ort einer ersten Renaissance in der europäischen Kunstgeschichte. Aufgrund der Verehrung Karls als „Vater Europas“ und heiliger Herrscher wurde die Kapelle in den folgenden Jahrhunderten zu einem gewaltigen Schatzkammer, die wir in dieser LV kennenlernen werden. Sie kombiniert eine Exkursion nach Aachen (12.-14.08.) mit einem Seminar zu Vorbereitung (Do., 14-16 Uhr, 14-tägig ab 23.04.).


 
[Si] Gold and Silver Metalwork from the Carolingian Period to the Baroque
Dozent/-in:
Format:
hybrid
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. I, G 333
nächster Termin: 28.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Einzeltermin:
Fr. 26.06.2026,14.00 - 17.00 Uhr   Diözesanmuseum Limburg

Kommentar:

This seminar examines the history, craftsmanship, functions, and cultural meaning of goldsmiths’ and silversmiths’ work from the Carolingian period (8th century) through to the Baroque era (18th century). We will explore a broad range of objects, including liturgical vessels such as chalices, portable reliquaries, monumental shrines; insignia, such as crowns and sceptres; and items of personal, ceremonial, or symbolically charged significance, such as jewellery.
A central component of the course is an introduction to the principal techniques of historical metalwork — including repoussé, granulation, filigree, and enamelling — alongside their technological development, diffusion and adaptation across the early medieval and early modern Euro-Mediterranean world. In discussing these works, we will consider how such objects were used, what functions they fulfilled in sacred and secular environments, and what they reveal about identity, status, memory, piety, and representation in pre-modern societies.
Goldsmiths’ and silversmiths’ works constitute one of the most significant areas within the applied arts; notably, several of the earliest signed artworks of the medieval period belong to this category. As such, the seminar introduces students to broader historiographical questions of craftsmanship, artistic authorship, and material culture.
The seminar will be delivered primarily in a lecture-based format and taught in hybrid mode: students in Gießen will attend in person, while external participants join online.
On Friday, 26 June, 2026, 2-5 pm, a field trip to the Diocesan Museum in Limburg an der Lahn is planned to study relevant objects in the original. This is part of the curriculum for those who study in Gießen.


[Si] „Der Osten“ – „Der Westen“. Kulturpolitische Konstruktionen und künstlerische Perspektiven (KG/KW-Seminar)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. II H, 008a
nächster Termin: 29.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II H, 008a

Zielgruppen:
L2,3,5, WPV, oSem  |  GuK KP Ba, WPV, oSem  |  GuK KP Ma, WPV, oSem

Kommentar:

Das Seminar widmet sich der kunst- und kulturpolitischen Konstruktion des „Ostens“ und „Westens“ in Bezug auf die beiden Deutschlands (1949–1990) im Kontext des Kalten Krieges und ihrer Nachwirkungen in der Gegenwartskunst. Im Fokus steht die Frage, wie sich diese Dichotomien in künstlerischen Praktiken, Ausstellungsformaten und kunsttheoretischen Diskursen manifestierten und bis heute fortwirken. Ausgehend von den frühen Ausgaben der documenta in Kassel wird die Rolle der Ausstellung als kulturpolitisches Projekt des „Westens“ untersucht, ebenso wie die Auseinandersetzungen um die Beteiligung ostdeutscher Künstler, etwa im Umfeld der documenta 6. Dabei wird insbesondere die Gegenüberstellung der „Abstraktion“ als eines westlich codierten Kunstbegriffs – häufig als Ausdruck von individueller Freiheit und künstlerischer Autonomie interpretiert – mit der Vorstellung eines „realistischen“ sozialistischen Kunstverständnisses fokussiert und als kulturpolitisches und ideologisches Narrativ untersucht.
Darüber hinaus richtet das Seminar den Blick auf künstlerische Praktiken jenseits dieser Dichotomien: von experimentellen und performativen Strategien in der DDR bis hin zu zeitgenössischen Positionen, die sich mit den politischen, sozialen und materiellen Hinterlassenschaften der deutschen Teilung auseinandersetzen. Arbeiten von Künstlerinnen wie Henrike Naumann, Thanh Nguyen Phuong, Hito Steyerl und Sung Tieu dienen dabei als Ausgangspunkt für die Diskussion gegenwärtiger Perspektiven auf Erinnerung, Ideologie, Raum und Material. Das Seminar verbindet kunsthistorische Analysen mit der kritischen Reflexion kulturpolitischer Narrative und lädt dazu ein, die Begriffe „Osten“ und „Westen“ als historisch gewachsene und bis heute wirkmächtige Konstruktionen zu hinterfragen.

Inspiriert ist das Seminarthema auch von unserer Gastprofessorin Ina Weise, deren Ausstellung „da kann man nicht meckern“ am 16.4. im KiZ eröffnet wird. In Installationen, Fotografien, Malerei und Stickerei geht sie der Frage nach, wie sich Geschichte zwischen Herkunft und Verlagerung, Dresden und Gießen, Ost und West in Objekten, Sprache und Bildern sedimentiert. Ina Weise wird in einer Sitzung des Seminars bei uns zu Gast sein.

Das Seminar steht im Kontext einer mit Prof. Dr. Claudia Hattendorff geplanten mehrtägigen Exkursion nach Dresden, die in der KW39 im September stattfinden wird. Seminarteilnehmer*innen haben Vorrang, doch der Besuch des Seminars ist keine Vorbedingung für die Teilnahme an der Exkursion.


       
[Vl] Renaissance? Die Kunst in der Frühen Neuzeit  (AfK-Nr.: 844)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.04.2026
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, A 3 (Hörsaal)
nächster Termin: 23.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)

Kommentar:

In der Kunstgeschichte ist es inzwischen nicht mehr so üblich, von der Frühen Neuzeit (ca. 1400-1800) als Epoche der "Renaissance" zu sprechen. Aber das Narrativ von "Wiedergeburt" und Neuanfang bleibt attraktiv, zumal Grundideen des Faches darauf basieren: die Entdeckung des künstlerischen Subjekts und die Erfindung der bildenden Kunst, der neue Blick auf die Klassische Antike und ihre materiellen wie ideellen Hinterlassenschaften, der Aufstieg der italienischen Stadtstaaten und glanzvoller europäischen Fürstentümer, die um die Innovationskraft "großer Künstler" buhlen usw. In der Vorlesung möchte ich diesen und anderen Vorstellung von "Renaissance(n)" nachgehen und damit einen Überblick über die Kunst und Architektur der Frühen Neuzeit geben, der phänomen- und problemorientiert ansetzt.

Literatur:
Andreas Tönnesmann, Die Kunst der Renaissance, München: C.H. Beck 2007


 
[Si] Dazwischen sein. Schwellen in der Kunstgeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, G 333a
nächster Termin: 28.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Das Seminar widmet sich dem Konzept der Liminalität – verstanden als Zustand des Übergangs, der Schwelle und der Transformation – und fragt nach der Bedeutung liminaler Zustände für die kunsthistorische Forschung und kuratorische Praxis.
Anknüpfend an die von Victor Turner geprägte Theorie der Liminalität, betrachten wir Kunstwerke als Orte des Dazwischen, an denen Schwellenzustände erfahrbar werden:
Wie verhandeln künstlerische Praktiken Zwischenräume, Veränderungsprozesse und Grenzüberschreitungen? Inwiefern können Kunstwerke als Orte sozialer Transformation verstanden werden?
Gemeinsam untersuchen wir, auf welche Weise künstlerische und kuratorische Strategien Schwellenräume zwischen Produktion und Rezeption eröffnen, in denen bestehende Ordnungen destabilisiert, außer Kraft gesetzt oder ins Gegenteil verkehrt werden. Dabei stehen Konzepte von Partizipation, Intervention und kollektiver Aushandlung im Vordergrund – als ästhetische wie politische Momente des Übergangs.
Während der Auseinandersetzung mit theoretischen Texten und Fallstudien sowie in eigenen Forschungs und Vermittlungsprojekten erproben die Teilnehmenden methodische Ansätze, um liminale Prozesse in Kunstwerken und Ausstellungspraktiken sichtbar zu machen.
Der Seminarraum wird dabei selbst als Zwischenraum verstanden, in dem Bedeutungen gemeinsam diskutiert und neu verhandelt werden.
#ZwischenraumAlsDenk&Erfahrungsraum


[Ex] Karl der Große und die Aachener Pfalzkapelle. Architektur und Kunst eines europäischen Erinnerungsortes
Mit Exkursion nach Aachen 12.-14. August 2026.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 23.04.2026
zwei-wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr  Phil. I, G 333a
nächster Termin: 23.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a

Kommentar:

Die Erinnerung an Karl den Großen als herausragende Herrscherpersönlichkeit der europäischen Geschichte ist unzertrennbar verknüpft mit Aachen und der dortigen Pfalzkapelle. Karl ließ die Kapelle samt einem Palast seit 794 errichten und reich ausstatten. Er machte damit Aachen zum zentralen Ort einer ersten Renaissance in der europäischen Kunstgeschichte. Aufgrund der Verehrung Karls als „Vater Europas“ und heiliger Herrscher wurde die Kapelle in den folgenden Jahrhunderten zu einem gewaltigen Schatzkammer, die wir in dieser LV kennenlernen werden. Sie kombiniert eine Exkursion nach Aachen (12.-14.08.) mit einem Seminar zu Vorbereitung (Do., 14-16 Uhr, 14-tägig ab 23.04.).


 
[Si] Gold and Silver Metalwork from the Carolingian Period to the Baroque
Dozent/-in:
Format:
hybrid
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr  Phil. I, G 333
nächster Termin: 28.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Einzeltermin:
Fr. 26.06.2026,14.00 - 17.00 Uhr   Diözesanmuseum Limburg

Kommentar:

This seminar examines the history, craftsmanship, functions, and cultural meaning of goldsmiths’ and silversmiths’ work from the Carolingian period (8th century) through to the Baroque era (18th century). We will explore a broad range of objects, including liturgical vessels such as chalices, portable reliquaries, monumental shrines; insignia, such as crowns and sceptres; and items of personal, ceremonial, or symbolically charged significance, such as jewellery.
A central component of the course is an introduction to the principal techniques of historical metalwork — including repoussé, granulation, filigree, and enamelling — alongside their technological development, diffusion and adaptation across the early medieval and early modern Euro-Mediterranean world. In discussing these works, we will consider how such objects were used, what functions they fulfilled in sacred and secular environments, and what they reveal about identity, status, memory, piety, and representation in pre-modern societies.
Goldsmiths’ and silversmiths’ works constitute one of the most significant areas within the applied arts; notably, several of the earliest signed artworks of the medieval period belong to this category. As such, the seminar introduces students to broader historiographical questions of craftsmanship, artistic authorship, and material culture.
The seminar will be delivered primarily in a lecture-based format and taught in hybrid mode: students in Gießen will attend in person, while external participants join online.
On Friday, 26 June, 2026, 2-5 pm, a field trip to the Diocesan Museum in Limburg an der Lahn is planned to study relevant objects in the original. This is part of the curriculum for those who study in Gießen.


[Si] „Der Osten“ – „Der Westen“. Kulturpolitische Konstruktionen und künstlerische Perspektiven (KG/KW-Seminar)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. II H, 008a
nächster Termin: 29.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II H, 008a

Zielgruppen:
L2,3,5, WPV, oSem  |  GuK KP Ba, WPV, oSem  |  GuK KP Ma, WPV, oSem

Kommentar:

Das Seminar widmet sich der kunst- und kulturpolitischen Konstruktion des „Ostens“ und „Westens“ in Bezug auf die beiden Deutschlands (1949–1990) im Kontext des Kalten Krieges und ihrer Nachwirkungen in der Gegenwartskunst. Im Fokus steht die Frage, wie sich diese Dichotomien in künstlerischen Praktiken, Ausstellungsformaten und kunsttheoretischen Diskursen manifestierten und bis heute fortwirken. Ausgehend von den frühen Ausgaben der documenta in Kassel wird die Rolle der Ausstellung als kulturpolitisches Projekt des „Westens“ untersucht, ebenso wie die Auseinandersetzungen um die Beteiligung ostdeutscher Künstler, etwa im Umfeld der documenta 6. Dabei wird insbesondere die Gegenüberstellung der „Abstraktion“ als eines westlich codierten Kunstbegriffs – häufig als Ausdruck von individueller Freiheit und künstlerischer Autonomie interpretiert – mit der Vorstellung eines „realistischen“ sozialistischen Kunstverständnisses fokussiert und als kulturpolitisches und ideologisches Narrativ untersucht.
Darüber hinaus richtet das Seminar den Blick auf künstlerische Praktiken jenseits dieser Dichotomien: von experimentellen und performativen Strategien in der DDR bis hin zu zeitgenössischen Positionen, die sich mit den politischen, sozialen und materiellen Hinterlassenschaften der deutschen Teilung auseinandersetzen. Arbeiten von Künstlerinnen wie Henrike Naumann, Thanh Nguyen Phuong, Hito Steyerl und Sung Tieu dienen dabei als Ausgangspunkt für die Diskussion gegenwärtiger Perspektiven auf Erinnerung, Ideologie, Raum und Material. Das Seminar verbindet kunsthistorische Analysen mit der kritischen Reflexion kulturpolitischer Narrative und lädt dazu ein, die Begriffe „Osten“ und „Westen“ als historisch gewachsene und bis heute wirkmächtige Konstruktionen zu hinterfragen.

Inspiriert ist das Seminarthema auch von unserer Gastprofessorin Ina Weise, deren Ausstellung „da kann man nicht meckern“ am 16.4. im KiZ eröffnet wird. In Installationen, Fotografien, Malerei und Stickerei geht sie der Frage nach, wie sich Geschichte zwischen Herkunft und Verlagerung, Dresden und Gießen, Ost und West in Objekten, Sprache und Bildern sedimentiert. Ina Weise wird in einer Sitzung des Seminars bei uns zu Gast sein.

Das Seminar steht im Kontext einer mit Prof. Dr. Claudia Hattendorff geplanten mehrtägigen Exkursion nach Dresden, die in der KW39 im September stattfinden wird. Seminarteilnehmer*innen haben Vorrang, doch der Besuch des Seminars ist keine Vorbedingung für die Teilnahme an der Exkursion.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de