Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2026
Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Geschichte - Kombinations-Bachelorstudiengänge "Geschichte" (Studienbeginn ab Wintersemester 2022/23)
Veranstaltungen
Hauptfach 80 CP ⇑
Grundlagen: Pflichtbereich ⇑
Grundlagenmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-01) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Einführung in die römische Geschichte
(AfK-Nr.: 224)
Klausurtermin: 15.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 1 (04-Gesch-BA-02) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Die Grafen von Nassau im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
Kommentar:
Wer im hessischen Raum nach bekannten adeligen Häusern sucht, kommt an den Grafen von Nassau nicht vorbei. Städte wie Weilburg oder Dillenburg sind bis heute eng mit den Nassauern verbunden, in den Niederlanden und Luxemburg stellen sie nach wie vor die Staatsoberhäupter. Doch wie gestaltete sich die Situation der Grafen von Nassau im Mittelalter? Dies soll anhand ausgewählter Quellen im Rahmen der Übung behandelt werden. Neben einer Einführung in die unterschiedlichen Quellenformen des Mittelalters, wird auch in die Historischen Hilfswissenschaften eingeführt und über grundlegende Praktiken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens gesprochen. Da auch mit originalsprachlichen Dokumenten gearbeitet wird, sind Lateinkenntnisse erforderlich.
[Ü]
Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. (1056–1106)
(AfK-Nr.: 11)
Klausur: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Die Zeit Heinrichs IV. war durch einen tiefgreifenden Wandel geprägt, in dem sich nicht nur politische, sondern auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen beschleunigten. Auf der Oberfläche der politischen Ereignisgeschichte äußerte sich das in wiederholten, tiefgreifenden Konflikten zwischen Adel und König, zwischen dem Papst und dem König und zwischen städtischen Eliten und ihren bischöflichen Stadtherren. Dahinter standen jedoch vielfältige Transformationsprozesse, die kaum ohne Konflikte zu bestehen waren: ein neues Denken über Kirche und Welt, das neue Erwartungshaltungen gegenüber Priestern und Bischöfen entstehen ließ; die Entstehung stadtbürgerlicher Eliten, die nach Emanzipation strebten; und die Etablierung neuer Herrschaftsmethoden, bei denen Burgen- und Stadtgründungen, die Abschöpfung von Gewinnen durch Zölle und Abgaben sowie die Formierung von Dienstmannschaften als verlässlichen Funktionsträgern in kirchlichen, königlichen und adligen Grundherrschaften eine zentrale Rolle spielten. Das alles spiegelt sich in einer großen Vielfalt von Texten, Objekten und Bildern, die im Mittelpunkt der Übung stehen. Dabei lässt sich sehr viel über die Formen der Quellenüberlieferung im Mittelalter kennenlernen.
Literatur:
Althoff, Gerd: Heinrich IV. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2006; Althoff, Gerd (Hg.): Heinrich IV. (Vorträge und Forschungen 69), Ostfildern 2009; Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik, 2 Bde., München 2006; Das Reich der Salier 1024-1125. Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz, Sigmaringen 1992; Jarnut, Jörg/Wemhoff Matthias (Hgg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert. Positionen der Forschung, München 2006; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Weinfurter, Stefan (Hg.), Die Salier und das Reich, 3 Bde., Sigmaringen 1992.
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 2 (04-Gesch-BA-03) ⇑
LV 1: Übung: Arbeitstechniken
[Ü]
Arbeitstechniken
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die Übung dient der Einführung und der Vertiefung in die historischen Grundwissenschaften; dabei wird ein Schwerpunkt auf der Paläographie (d.h. dem Lesen alter Schriften) und der Archivkunde liegen. Die Studierenden werden dadurch befähigt, unedierte Quellen zu lesen zu verarbeiten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Umgang mit der mittellateinischen Sprache zu üben.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die Landgrafschaft Hessen im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
[P Si]
Geschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Straßburg hatte im Mittelalter eine bewegte Geschichte, an der sich typische Linien der Stadtgeschichtsentwicklung im römisch-deutschen Reich ablesen lassen: In der ehemals römischen Gründung erlangte der Bischof im Hochmittelalter die Stadtherrschaft. Teils in Kooperation mit dem Bischof, teils im Konflikt mit ihm errang die entstehende Bürgerschaft Anteil an der Verwaltung der Stadt, bis sie im 13. Jahrhundert zu Lasten der bischöflichen Herrschaftsansprüche eine Freie Stadt wurde. Auch die Auseinandersetzungen innerhalb der Patriziergeschlechter und zwischen Patriziat und Zünften, die man in Straßburg beobachten kann, sind typisch für alte Bischofsstädte. Sie eskalierten im 14. Jahrhundert und führten nicht nur zu mehreren Verfassungsänderungen, sondern trugen auch zur Judenverfolgung des Jahres 1349 bei.
Anhand ausgewählter Quellen werden diese Probleme diskutiert. Vor allem aber führt das Proseminar an die Arbeitsweisen der historischen Mediävistik heran, die eingeübt und vertieft werden.
Einführende Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 5. aktualisierte und erw. Aufl. (2005); Werkzeug der Historiker:innen. Mittelalter, hg. von Thomas Wozniak (2024); Yuko Egawa, Stadtherrschaft und Gemeinde in Straßburg vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis zum Schwarzen Tod (1349) (THF 62, 2007); Sabine von Heusinger, Die Zunft im Mittelalter: zur Verflechtung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Straßburg, Stuttgart 2009; Erbauer einer Kathedrale. 1000 Jahre Straßburger Münster, hg. von Sabine Bengel u.a. (2019).
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (A) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 1 (04-Gesch-BA-04) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[Ü]
Frühneuzeitliche Quellen lesen lernen
(AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Semesterwoche (20.04.2026)
Ob im Kontext von Wissenschaft oder Schule: Historisch arbeiten heißt, mit Quellen umgehen zu können. In dieser Übung soll dieses historische "Handwerkszeug" im Vordergrund stehen, indem wir uns der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) über die Quellen aus dieser Zeit nähern. In der Übung beschäftigen wir uns entlang des politischen Systems des Alten Reichs mit einer Bandbreite verschiedener deutschsprachiger Quellen in Handschrift und Druck. Wir lernen, diese Quellen zu beschreiben, historisch einzuordnen und vor allem zu lesen. Geplant ist, im Rahmen einer Archiv-Exkursion vor Ort mit Originaldokumenten zu arbeiten.
[Ü]
Mediengeschichte und Druckmedien in der Frühen Neuzeit: Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Journale
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, F 009 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 009 |
Kommentar:
Der Übung führt in zentrale Formen der gedruckten Öffentlichkeit zwischen 1500 und 1800 ein. Im Mittelpunkt stehen Druckmedien als historische Quellengattung und als Träger politischer, religiöser, sozialer und kultureller Kommunikation. Anhand ausgewählter Beispiele werden die medialen Eigenlogiken von Flugblatt, Flugschrift, Messrelation, Zeitung, Almanach und gelehrtem Journal analysiert sowie ihre Produktionsbedingungen, Distributionswege und Rezeptionskontexte untersucht. Der Kurs verbindet medienhistorische Theorie – insbesondere Ansätze der deutschen Mediengeschichtsschreibung – mit intensiver Quellenarbeit.
In praktischen Übungen lernen die Studierenden, frühneuzeitliche Drucke quellenkritisch zu erschließen, typologisch einzuordnen und in ihren historischen Kontext zu stellen. Darüber hinaus werden Recherchekompetenzen im Umgang mit Bibliothekskatalogen, digitalen Sammlungen und fachspezifischen Datenbanken vermittelt. Ziel ist es, medienhistorische Fragestellungen mit Quellenanalyse zu verknüpfen und ein vertieftes Verständnis frühneuzeitlicher Medienlandschaft zu entwickeln.
Empfohlene Literatur zum Kurs:
Arndt, Johannes, und Esther-Beate Körber (Hrsg.): Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600 - 1750). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 75). Göttingen 2010.
Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. 2. Auflage. Köln 2008.
Würgler, Andreas: Medien in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 85). München 2009.
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 1 (04-Gesch-BA-06) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Fotografie zwischen Spiegel und Zerrbild? Zugänge zu einer analogen und digitalen Mediengeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, B 031 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 031 |
Kommentar:
Die Entwicklung der Fotografie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen. In welcher Weise beeinflusst die technische Entwicklung der Fotografie die Auseinandersetzung um „Wirklichkeit“? Welche Rolle spielt das Medium Fotografie für die Entwicklung von Presse, Wissenschaft, Rechtswesen usw.? Wie verändert sich die Ästhetik von Fotografie und welche unterschiedlichen Auffassungen gibt es vom Foto als Kunstwerk? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Seminars. Die Teilnehmer:innen setzen sich anhand ausgewählter Texte und Bilder mit Aspekten der Fotografie-Geschichte auseinander. Das Seminar vermittelt inhaltliche und technische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Neben der Lektüre und Diskussion im Seminarraum bietet die Lehrveranstaltung Gelegenheit, analoge Fotografie praktisch zu erproben.
Zum Erwerb eines Leistungsnachweises erarbeiten die Teilnehmer:innen während des Semesters mehrere kurze Hausaufgaben.
[Ü]
Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa - Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
Kommentar:
Bosnien-Herzegowina ist ein kleines Land, in dem seit Jahrhunderten verschiedene religiöse beziehungsweise nationale Gruppen zusammenleben. Diese Diversität ist historisch gewachsen. Auch wenn das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei war, stellt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen eine zentrale Konstante der bosnischen Geschichte dar. Entsprechend wird das Land häufig als Kontaktzone zwischen Ost und West beschrieben.
In dieser Übung erarbeiten wir anhand von Quellen und historiographischen Texten zentrale Epochen der Geschichte Bosnien-Herzegowinas: von der osmanischen Zeit über die habsburgische Okkupation und die Gründung des Königreichs Jugoslawien 1918 bis zum sozialistischen föderativen Jugoslawien und dem gewaltvollen Zerfall des Staates in den 1990er Jahren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den historischen Formen des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen in Bosnien-Herzegowina.
Die Übung wird als Vorbereitung auf die Teilnahme an der Exkursion „Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe“ nach Sarajevo im September 2026 empfohlen.
[Ü]
Zukunft, Jugend, Freiheit. Zeit und Politik bei den Jungen Liberalen in den 1980er Jahren
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die 1980er Jahre werden häufig als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Fortschrittsskepsis beschrieben. Die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, sahen das anders. Statt "no future" lautete ihre Losung: "Mut zur Zukunft!" Welche Politik mit so einem "Mut zur Zukunft" einher ging, erkunden wir in dieser Quellenübung. Dazu nehmen wir verschiedene Quellengattungen in den Blick, die uns in der politischen Geschichte immer wieder begegnen: von Reden über Programmschriften bis hin zu Pressebeiträgen.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (B) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
- Wurde in (A) "Frühe Neuzeit 1" gewählt, ist in (B) "Neuere/Neueste Geschichte 2" zu belegen.
- Wurde in (A) "Neuere/Neueste Geschichte 1" gewählt, ist in (B) "Frühe Neuzeit 2" zu belegen.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 2 (04-Gesch-BA-05) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
LV 2: Proseminar
[P Si]
"Europa und das Meer" - eine Globalgeschichte der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Eines der prägenden Phänomene der Frühen Neuzeit ist die Geschichte der Seefahrt. Mit den „Entdeckungs“fahrten der Portugiesen und Spanier Ende des Mittelalters setzte ein Transformationsprozess ein, der viele Schichten von Gesellschaften über Jahrzehnte, und bis heute, verändern sollte. Diese betrafen nicht nur Wirtschaft, Handel, Geographie, sondern auch Politik, Diplomatie, Religion, Kommunikation.
Während die iberischen Seemächte vom 15. Jahrhundert an „die neue Welt dominierten“, setzte Ende des 16. Jahrhunderts ein „Wettrennen“ weiterer aufstrebender europäischer Seemächte (England und Holland) ein, dass die bis dato etablierte „Dominanz“ der iberischen Seemächte anfechten sollte. Ende des 17. und im 18. Jahrhundert kamen weitere europäische Akteure (Frankreich) hinzu, die ebenfalls im „Wettrennen“ um koloniale wirtschaftliche und politische Aspirationen beteiligten.
In dem breit konzipierten Proseminar werden verschiedene Aspekte dieser Transformationsprozesse in einem globalen Rahmen aktiv analysiert und debattiert.
Eines der Themengebiete umfasst die Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern als unfreie Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen in der „Neuen Welt“. Dieser Aspekt der Geschichte wurde lange Zeit rein wirtschaftshistorisch betrachtet. Die entwürdigende Komponente dieser forcierten Migration und Zwangsarbeit wird explizit in dem Proseminar aktiv debattiert werden.
Für die Teilnahme am Proseminar sind gute Englischkenntnisse notwendig, die die globale Lektüre und Interpretation ermöglichen.
[P Si]
Der Tyrann: die Herrschaft Iwan des Schrecklichen
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Kommentar:
In diesem Seminar werden die Studierenden sich mit der Herrschaft des russischen Zaren Iwan des Schrecklichen (1530-1584) beschäftigen. Hauptsächlich als "Tyrann" in der westlichen Historiographie und Kulturtradition bekannt, prägte dieser Zar maßgeblich den Gang der Geschichte im vormodernen Russland und die Entwicklung von Beziehungen zwischen Russland und Europa. Anhand der Arbeit mit Forschungsliteratur und ausgewählten Quellen werden die Studierenden sich im Kurs mit solchen Themen auseinandersetzen, wie: Entstehung der russischen Autokratie, Reformen und Eroberungszüge Iwans, Terrorherrschaft und die erste russische "politische Immigration", Livländischer Krieg, Familiendrama und Kindesmord in der Riurikiden-Dynastie.
Gleichzeitig wird im Seminar ein Fokus auf die Anwendung der heute verbreiteten KI-Werkzeuge in historischer Forschung gelegt. Anhand einer Reihe von Übungen werden die Studierenden Potenziale, Vorteile aber auch die Grenzen der KI für die Arbeit mit historischen Themen kennenlernen. Die geplanten Anwendungsbereiche, in die die Teilnehemer*innen sich einarbeiten werden, umfassen: Recherche von Ideen und Literatur mit Chatbots, Zusammenfassung und Textextraktion von pdfs, Text-zu-Bild Aufgaben, Übersetzung von fremdsprachigen Texten, Quellen und Audiodateien.
Empfohlene Literatur:
De Madariaga, Isabel: Ivan the Terrible: first tsar of Russia. New Haven, Conn. 2005.
Donnert, Erich: Iwan Grosny "der Schreckliche". Berlin 1978.
Skrynnikov, Ruslan G.: Iwan der Schreckliche und seine Zeit. München 1992.
[P Si]
Die baltischen Gesellschaften und die Ostsee als Konfliktzone in der frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Die baltischen Gesellschaften an der Ostküste der Ostsee, heute Estland, Lettland und Litauen, besitzen eine eigene frühneuzeitliche Geschichte, die durch die deutsche Quellensprache auch heute gut zugänglich ist. In der frühen Neuzeit wurde die Region zu einer Konfliktzone zwischen Polen-Litauen und den aufstrebenden schwedischen und russländischen Großmächten.
DasProseminar möchte in die ältere baltische Geschichte einführen, Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Dazu ist ein Besuch im Herder-Institut Marburg, wo in der Dokumentensammlung umfangreiche ständische Akten und Nachlässe deutschbaltischer Familien verwahrt werden, geplant. Dort können Teilnehmer mit originalen Dokumenten, Verwaltungsquellen und Selbstzeugnissen arbeiten.
Das Proseminar möchte zudem die Angst vor handschriftlicher Überlieferung nehmen. Geplant ist eine Arbeit mit der KI-Software Transkribus, die Handschriften lesbar macht. Erwünscht sind Interesse und Eigeninitiative, das Thema bietet sich hierfür an!
Zur Einführung
Das Baltikum. Geschichte einer europäischen Region. Bd. 2: Band 2. Vom Beginn der Frühen Neuzeit bis zur Gründung der modernen Staaten. Stuttgart 2021.
Hans-Jürgen Bömelburg (Hg., u.a.), Adelskulturen im Baltikum 15.-19. Jahrhundert. Identitäten – Konzepte – Konflikte. Marburg 2025 (Tagungen zur Ostmitteleuropaforschung, 44).
Almut Bues (Hg.) Zones of Fracture in modern Europe. The Baltic countries, the Balkans and Northern Italy. / Zone di frattura in epoca moderna. (=Deutsches Historisches Institut Warschau: Quellen und Studien 16).
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 2 (04-Gesch-BA-07) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Die Moderne und ihr Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Wer erfand das Mittelalter und warum? Als die Historiker des 17. und 18. Jahrhunderts die Dreiteilung der Weltgeschichte in Antike, Mittelalter und Neuzeit zum Standardmodell der Epocheneinteilung machten, galt ihnen die griechisch-römische Antike als der helle Ausgangspunkt. Die Renaissance, der Humanismus und das Zeitalter der Aufklärung knüpften daran an und ebneten Europa den Weg in die Moderne. Alles, was dazwischen lag, galt als medium aevum, als „Mittelalter“, ein Verlegenheitsbegriff, der erkennen lässt, dass man mit dieser Zeit nichts mehr anzufangen wusste. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert haben Mittelalterhistoriker intensiv zur Formulierung von historisch orientierten Deutungen ihrer eigenen Gegenwart beigetragen. Der Rückgriff auf das Mittelalter – etwa in der Architektur, im historischen Roman, in der neu entstehenden Denkmalpflege, im staatlichen, kirchlichen und universitären Zeremoniell – diente der Verständigung über die zeitgenössische Gesellschaft.
Im Seminar befassen wir uns mit solchen Mittelalterdeutungen. Wir werden ausgewählte Texte, Bilder und Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert untersuchen, in denen sich Deutungen des Mittelalters widerspiegeln. Damit öffnet sich der Blick auf zentrale Grundsatzfragen der Geschichtswissenschaft, ihrer Theoriebildung und ihrer Methodik.
Erste Literaturhinweise:
Groebner, Valentin: Das Mittelalter hört nicht auf. Über historisches Erzählen, München 2008; Raedts, Peter: Die Entdeckung des Mittelalters. Geschichte einer Illusion, Darmstadt 2016 (niederländische Originalausgabe 2011).
[Ü]
Geschichte online erforschen – Ein gemeinsamer Guide zur Digitalen Geschichte am Beispiel Polens
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 17.04.2026 |
| wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen?
Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften.
Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text.
Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.
Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)
17.04: 10-12
24.04: 10-12
05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba]
08.05: 10-12
22.05: 10-14
29.05: 10-12
19.06: 10-14
03.07: 10-14
17.07: 10-12
[Ü]
Simon Dubnow als Historiker des jüdischen Volkes
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Dem aus der belarusisch-russischen Grenzstadt Mstislavl/Mstislaŭ stammenden Simon Dubnov (1860-1941) blieb die professionelle Ausbildung zum Historiker verwehrt, dennoch gilt er als maßgeblicher Theoretiker des osteuropäischen Judentums. In der Übung wollen wir über unser eigenes Selbstverständnis reflektieren und uns mit der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ (1925-1929) und der zweibändigen „Geschichte des Chassidismus“ (1931) vertraut machen. Die Übung bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören die Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch Trends wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte. Als benoteter Leistungsnachweis ist die Besprechung eines Bandes aus den beiden Hauptwerken vorgesehen.
Literatur: Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bd. I-II. Berlin 1925–1929; ders.: Geschichte des Chassidismus. Bd. I-II. Berlin 1931; ders.: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit. Bd. I-III. Hrsg. von Verena Dohrn. Göttingen 2004/2005.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist eine der zentralen Stätten des Holocaust. Im Seminar nähern wir uns diesem Lagerkomplex multiperspektivisch und medial differenziert an. Einerseits heißt dies, dass wir die Zeugnisse von unterschiedlichen Opfergruppen, von Täter:innen und Dritten auf ihre je spezifische Situierung hin befragen. Andererseits widmen wir uns neben wissenschaftlichen Studien auch literarischen Erinnerungen, Zeichnungen und Gemälden, Essay-, Dokumentar- und Spielfilmen. Wie lässt sich das Zusammenspiel von Vernichtung, Zwangsarbeit und Internierung im Lagerkomplex rekonstruieren? Wie prägen Medien, Genres und ästhetische Formen Erinnerung und Vorstellung? Welche politischen und ethischen Implikationen hat unsere eigene Annäherung an die Shoah?
[P Si]
Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
Kommentar:
PS Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Die deutsche Besatzungspolitik im östlichen Europa im Zweiten Weltkrieg ist bis heute ein fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und geschichtspolitisches Schwerpunktthema. Das Proseminar möchte in das Thema einführen und sich sowohl mit der deutschen Judenverfolgung wie auch mit der deutschen Ausbeutungspolitik gegenüber den slawischen Bevölkerungen (sog. „slawische Untermenschen“) beschäftigen.
Die Lehrveranstaltung wendet sich an Studienanfänger, insbesondere an Lehramtsstudierende, da das Thema eine erhebliche Relevanz im schulischen Geschichtsunterricht besitzt. Anhand von einzelnen Quellen können Themen erarbeitet und das eigene Wissen vertieft werden.
Zur Einführung
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (VEJ). 16. Bände München 2008-2021.
Stephan Lehnstaedt, Okkupation im Osten. Besatzeralltag in Warschau und Minsk 1939–1944. München 2010.
[P Si]
Revolution in Europa, 1917-23
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Proseminar führt ins geschichtswissenschaftliche Arbeiten ein. Didaktisches Hauptziel der Seminarsitzungen ist es, anhand ausgewählter Texte eine größtmögliche Vielfalt verschiedener theoretischer und methodologischer Forschungsstrategien kennen zu lernen. Ein Teil der Lektüre ist englischsprachig. Für die Vor- und Nachbereitung sollten 3-4h pro Woche eingeplant werden. Das Lesepensum beträgt ca. 30 Seiten pro Woche. Regelmäßige Anwesenheit ist eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Abschluss. Hausarbeiten werden ggfs. bereits im Seminar schrittweise vorbereitet und auf Basis von kleineren Aufgaben und Vorarbeiten diskutiert. Ohne diese Vorarbeiten während des Semesters ist keine benotete Teilnahme möglich.
Wir diskutieren gesellschaftliche Kriegsfolgen, die Revolutionen ab 1917, Bürgerkriege und Paramilitarisierung und die Schwäche der Nachkriegsdemokratien. Dabei steht keineswegs nur Deutschland im Vordergrund, da zur Lektüre vergleichende Studien gehören, die sich auch etwa mit Frankreich, Italien, Österreich beschäftigen.
[P Si]
Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Sprachmodul (Wahlpflichtbereich) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Latein (04-Gesch-BA-08) ⇑
LV 1: Sprachkurs Latein 1
[Spr Kurs]
Latein 1
(AfK-Nr.: 287)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßige Termine ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | k.A. |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | k.A. |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: k.A. |
LV 2: Sprachkurs Latein 2
[Spr Kurs]
Latein 2
(AfK-Nr.: 288)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßige Termine ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 07:30 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| wöchentlich Do. 07:30 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
Kommentar:
Der Latein-2-Kurs knüpft unmittelbar an den Latein-1-Kurs an und behandelt die übrigen Lektionen des Lehrwerks "Lingua Latina" (Lkt. 19-25). Im zweiten Teil der Veranstaltung werden wir uns dann in Vorbereitung auf die Klausurleistung sukzessive in lateinische Originallektüre Ciceros einarbeiten - dazu gehören auch Exkurse zu den geschichtlichen Backgrounds seiner Reden. Für die Teilnahme an der Klausur ist die Anschaffung eines lateinischen Lexikons (bevorzugt des Stowassers) dringlichst empfohlen!
Die Lehrveranstaltung wird wie ein Seminar abgehalten, d. h. die Vorbereitung von Hausaufgaben sowie die Nachbereitung der Lehrinhalte ist Voraussetzung zur Teilnahme sowie zum Erlernen der Grundzüge der lateinischen Sprache. Mitarbeit wird vorausgesetzt
Fremdsprachen (04-Gesch-BA-09) ⇑
Zu den Wahlmöglichkeiten siehe die Modulbeschreibung.
Geschichtsvermittlung (Pflichtmodul) (04-Gesch-BA-10) ⇑
LV 1: Exkursion mit Blockseminar
[Ex Sem]
Nassauische Residenzen in Hessen - Weilburg und Hadamar im Vergleich
Exkursionstermin wird noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| zwei-wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar wollen wir das Grafen- und Fürstengeschlecht der Nassauer und ihre Probleme in der Frühen Neuzeit kennenlernen und ihre Residenzen in Hessen in Weilburg und Hadamar besichtigen.
[Ex Sem]
Orte der Demokratiegeschichte in Hessen
Termine werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
k.A.
Kommentar:
Wir brauchen gar nicht weit zu gehen, um auf Demokratieorte in Hessen zu stoßen. In Gießen haben wir den Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager. Aber nicht nur das, es gibt auch eine ausführliche 1848-Geschichte in Gießen. Und nicht zuletzt wurde hier Wilhelm Liebknecht vor 200 Jahren geboren, der Begründer der Sozialdemokratie. Auf der Exkursion werden wir uns also ausführlich mit Gießen befassen und die Demokratieorte aufsuchen. Wir fahren aber auch nach Frankfurt und schauen uns die Paulskirche an. Auf einer konzeptionellen Ebene diskutieren wir darüber hinaus, was Erinnerungsorte sind und was sie uns heute noch sagen. Retten wir die Demokratie, indem wir ihrer gedenken?
Literatur zur Einführung
Étienne François, Hagen Schulze (Hg.), Deutsche Erinnerungsorte, 3 Bde, München 2008
[Ex Sem]
Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe
Exkursionstermin: 21.-30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
3 Einzeltermine:
Fr. 24.04.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Fr. 29.05.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Fr. 17.07.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Kommentar:
Bosnien-Herzegowina ist ein historisch vielschichtiges Land an der Schnittstelle zwischen Ost und West, dessen jahrhundertelange osmanische Prägung ein Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen ermöglichte. Diese historische Diversität wird während der Exkursion vor Ort erfahrbar gemacht und in vorbereitenden Sitzungen in einen breiteren (post-)osmanischen Kontext eingeordnet.
In den drei vorbereitenden Blocksitzungen werden organisatorische Fragen geklärt und zentrale historische Grundlagen erarbeitet. Während der Reise nach Sarajevo vom 21. bis 30. September 2026 analysieren und diskutieren wir die multikulturelle Geschichte Bosnien-Herzegowinas im Dialog mit Studierenden und Lehrenden der Universität Sarajevo.
WICHTIG: Die Anwesenheit in der ersten Sitzung am 24.04.2026 ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion.
Die vorbereitenden Sitzungen finden auf Deutsch statt; mehrere Programmpunkte in Bosnien-Herzegowina werden auf Englisch durchgeführt. Zur inhaltlichen Vorbereitung wird die Teilnahme an der Übung „Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa – Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas“ empfohlen.
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.
Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.
[H Si]
Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
[H Si]
Franz von Assisi
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Franz von Assisi (1181/82-1226) ist sicher einer der populärsten Heiligen der Kirche. Da sein Wirken von der Öko- und Friedensbewegung, aber auch im Zuge des interreligiösen Dialogs stark rezipiert wurde, ist zumindest sein Name auch bei Nichtchristen bekannt. Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Franz von Assisi zum 800. Mal. Dies ist Anlass genug, das Leben dieses Heiligen im Kontext seiner Zeit anhand ausgewählter Quellen zu untersuchen. Thematisiert werden u.a. die sozialen, kirchlichen und politischen Strukturen im Italien des beginnenden 13. Jahrhunderts, die Spiritualität des Franz von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Armutsbewegung, die Entstehung der Bettelorden als neuer Typus klösterlichen Lebens, Franzens Konzept der friedlichen Mission und sein Gespräch mit Sultan al-Kamil sowie der erinnerungskulturelle Kampf um die Deutung der Franziskusfigur, der die bereits mittelalterliche Überlieferung zu Franz von Assisi prägt.
Eine Sitzung des Hauptseminars soll in Verbindung mit dem kunsthistorischen Hauptseminar des Kollegen Markus Späth im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte (ehem. Stadtarchiv) abgehalten werden; der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Einführende Literatur: Volker Leppin, Franziskus von Assisi (2018); André Vauchez, Franziskus von Assisi: Geschichte und Erinnerung (2019); Franziskus: Licht aus Assisi. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Franziskanerkloster Paderborn [9. Dezember 2011 bis 6. Mai 2012], hg. von Christoph Stiegemann (2011); Franziskus-Quellen: die Schriften des Heiligen Franziskus. Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, hg. von Dieter Berg (2009).
[H Si]
Gedenkstätten
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 20.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 20.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Einzeltermin:
Mo. 13.07.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 214
Kommentar:
Gedenkstätten sind zentrale Orte historisch-politischer Bildung und gesellschaftlicher Selbstverständigung. Sie sind zugleich Erinnerungsorte, Lernorte und öffentliche Foren, in denen Vergangenheit interpretiert, vermittelt und für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar gemacht wird. Dabei stehen Gedenkstätten stets im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Geschichtsschreibung, pädagogischen Zielsetzungen, politischen Erwartungen und emotionalen Zugängen zur Vergangenheit.
Das Hauptseminar bietet eine grundlegende Einführung in Geschichte, Aufgaben und Funktionen von Gedenkstätten in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, was Gedenkstätten auszeichnet, welche historischen Entwicklungen und erinnerungskulturellen Debatten ihre Arbeit geprägt haben und welche thematischen, methodischen und medialen Schwerpunkte sich in der Gedenkstättenlandschaft beobachten lassen. Diskutiert werden unter anderem Konzepte der Geschichtsvermittlung, Formen der Ausstellungsgestaltung, pädagogische Ansätze sowie die Rolle von Gedenkstätten in aktuellen erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen. Ergänzend wird thematisiert, welche Rolle unterschiedliche Quellenformen – darunter insbesondere persönliche Erinnerungen und zeitzeugenschaftliche Berichte – in der Gedenkstättenarbeit spielen und welche Chancen wie auch Grenzen mit ihrem Einsatz verbunden sind.
Als Hauptseminar verbindet die Veranstaltung die intensive Lektüre und Diskussion wissenschaftlicher Texte mit der kritischen Analyse konkreter Gedenkstättenkonzepte und Vermittlungspraktiken. Die Lehrveranstaltung findet im neuen Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen statt, der ersten landeseigenen Gedenkstätte Hessens. An diesem Beispiel werden konkrete Fragestellungen der Gedenkstättenarbeit vertieft: Wie werden historische Orte museal und pädagogisch erschlossen? Welche Narrative und Perspektiven werden sichtbar gemacht? Und wie verhalten sich lokale Geschichte, nationale Erinnerung und gesellschaftliche Gegenwartsbezüge zueinander?
Bitte beachten Sie: Die Auftaktsitzung am 13. April 2025 wird digital stattfinden und bereits um 9:30 Uhr beginnen.
Empfohlene Literatur:
Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie – Praxis – Berufsfelder. Tübingen 2020.
Jeannette van Laak: Einrichten im Übergang. Das Aufnahmelager Gießen (1946-1990). Frankfurt a.M. 2017.
Martin Sabrow / Norbert Frei (Hg.): Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945. Göttingen 2012.
Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Zum Download: https://kulturstaatsminister.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Aufarbeiten/Konzept_Gedenkst%C3%A4tten_05.11.25.pdf
Vertiefung: Wahlpflichtbereich ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Vertiefungsmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-11) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Die Entstehung der Polis
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[H Si]
Normen und Werte in der griechischen Antike
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
Vertiefungsmodul: Mittelalterliche Geschichte (04-Gesch-BA-12) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.
Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.
[H Si]
Franz von Assisi
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Franz von Assisi (1181/82-1226) ist sicher einer der populärsten Heiligen der Kirche. Da sein Wirken von der Öko- und Friedensbewegung, aber auch im Zuge des interreligiösen Dialogs stark rezipiert wurde, ist zumindest sein Name auch bei Nichtchristen bekannt. Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Franz von Assisi zum 800. Mal. Dies ist Anlass genug, das Leben dieses Heiligen im Kontext seiner Zeit anhand ausgewählter Quellen zu untersuchen. Thematisiert werden u.a. die sozialen, kirchlichen und politischen Strukturen im Italien des beginnenden 13. Jahrhunderts, die Spiritualität des Franz von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Armutsbewegung, die Entstehung der Bettelorden als neuer Typus klösterlichen Lebens, Franzens Konzept der friedlichen Mission und sein Gespräch mit Sultan al-Kamil sowie der erinnerungskulturelle Kampf um die Deutung der Franziskusfigur, der die bereits mittelalterliche Überlieferung zu Franz von Assisi prägt.
Eine Sitzung des Hauptseminars soll in Verbindung mit dem kunsthistorischen Hauptseminar des Kollegen Markus Späth im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte (ehem. Stadtarchiv) abgehalten werden; der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Einführende Literatur: Volker Leppin, Franziskus von Assisi (2018); André Vauchez, Franziskus von Assisi: Geschichte und Erinnerung (2019); Franziskus: Licht aus Assisi. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Franziskanerkloster Paderborn [9. Dezember 2011 bis 6. Mai 2012], hg. von Christoph Stiegemann (2011); Franziskus-Quellen: die Schriften des Heiligen Franziskus. Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, hg. von Dieter Berg (2009).
Vertiefung: Pflichtbereich ⇑
Vertiefungsmodul: Neuere und Neueste Geschichte (04-Gesch-BA-13) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das KZ Groß-Rosen und dessen über 100 Außenlager. Ein vegessenes und wenig erforschtes Konzentrationslager mitten in Europa
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Das Projektseminar möchte sich mit einem der am wenigsten bekannten deutschen NS-Lagerkomplexen in Europa beschäftigen: dem Konzentrationslager Groß-Rosen in Schlesien, dass im Zweiten Weltkrieg zu einem Lager- und Zwangsarbeiterkomplex mit über 100 Nebenlagern ausgebaut wurde.
Der KZ-Komplex umfasste ein weit verzweigtes Netz von Außenlagern, oft nur kurzfristig bestehende Produktionsstandorte. Forschung hierzu blieb lange randständig – aufgrund fragmentierter Quellen, spät erschlossener Archive und fehlender Einbettung in transnationale wirtschafts- und erinnerungshistorische Debatten. Viele Aspekte der Ausbeutungspraxis, ökonomischer Verflechtungen sowie lokaler Kooperationen und Profiteure sind unzureichend erforscht.
Bei einer Exkursion der JLU Gießen im September 2024 zur Gedenkstätte Groß-Rosen und zu weiteren Außenlagern zeigte sich breite Übereinstimmung über den Forschungsbedarf. Daraus entstanden studentische Projekte, die in das Hauptseminar (SoSe 2026), studentische Abschlussarbeiten sowie einen Workshop (September 2026) mit einem daraus entwickelten historiographischen Beitrag zur internationalen Geschichte von Groß-Rosen und seinen Außenlagern münden sollen.
Ziel des Vorhabens ist, bestehende Forschungsperspektiven zu den Außenlagern von Groß-Rosen durch einen europäischen Zugang zu erweitern und ein transnationales Narrativ zu entwickeln, das gemeinsame Erfahrungen wie regionale Unterschiede berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager des KZ-Komplexes, die trotz ihrer Bedeutung nur punktuell untersucht sind und zentrale Elemente des NS-Zwangsarbeitssystems bildeten.
Exemplarisch analysiert das Projekt zwei Lager: Christianstadt/Krzystkowice, ausschließlich mit jüdischen Frauen belegt, ermöglicht detaillierte Einsichten in Organisation, Zwangsarbeit und Gewaltformen. Das Außenlager in Fünfteichen (Miłoszyce) wurde im Herbst 1943 eingerichtet und entwickelte sich zu einer der größten Außenstellen des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Die dort inhaftierten Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern wurden im nahegelegenen Rüstungsbetrieb sowie im Berthawerk AG in Jeltsch (heute Teil von Jelcz-Laskowice) zur Zwangsarbeit in der Waffenproduktion eingesetzt. Das Lager umfasste rund 6.000 männliche Häftlinge, von denen viele den extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen. In der zweiten Januarhälfte 1945 ordnete die SS die Evakuierung des Lagers an. Während des sogenannten Todesmarsches nach Gross-Rosen kamen etwa 1.000 Menschen infolge von Kälte, Erschöpfung und gezielten Tötungen durch SS-Angehörige ums Leben. Etwa 300 schwer erkrankte Häftlinge verblieben im Lager und wurden kurze Zeit später von Soldaten der Roten Armee befreit.
Ein Schwerpunkt gilt den weiblichen SS-Wachmannschaften, deren Rolle im Groß-Rosen-Komplex bislang kaum erforscht wurde. Ich möchte alle Interessierten einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist möglich, aus dem Projekt Hausarbeiten und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu entwickeln.
Zur Einführung
Rudorff, Andrea: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 15. Berlin,2014.
Schulte, Jan Erik. 2001. Zwangsarbeit und Vernichtung: das Wirtschaftsimperium der SS; Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933 - 1945. Book. Paderborn [u.a.]: Schöningh.
Sprenger, Isabell. 1996. Groß-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Book. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte 6. Köln [u.a.]: Böhlau.
Löbner, Martina. 2002. „"Geheime Reichssache" Christianstadt: das Ende einer Kleinstadt zwischen Oder und Neiße sowie der Sprengstoff-Fabrik ‚Ulme‘“. Cd. https://doi.org/urn:nbn:de:gbv:089-3641452423.
[H Si]
Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
[H Si]
Juden in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.
[H Si]
Macht-Räume in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[H Si]
The Concepts of Freedom in Eastern Europe, 19th-21st Century
Dozent/-in:
Format:
digital
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 05.06.2026 |
| wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 05.06.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
[H Si]
Theorien das (Spät-)Faschismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Faschismus ist ein historisches und ein gegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von zeitgenössischen Analysen und Theorien des Faschismus und umliegender Phänomen – der Tea Party-Bewegung, der soldatischen und Petromaskulinität, der Ausnahmezonen in Demokratien – wollen wir die Kontinuitäten, Differenzen und Eigenheiten historischer und gegenwärtiger Formen von Faschisierung und Faschismus in den Blick nehmen. Neben einer Einführung in die historischen Faschismustheorien (Adorno, Esposito) legt das Seminar einen Schwerpunkt auf kultur- und körpertheoretische (Cara New Daggett, Klaus Theweleit), ethnographische (Arlie Russel Hochschild) und philosophische (Eva von Redecker, Alberto Toscano) Analysen des Faschismus, um so seine Verwebung mit politischen Institutionen, kapitalistischen Strukturen und alltäglichen Wahrnehmungs- und Gefühlsformen zu verstehen.
[H Si]
Vom Kolonialismus zum totalen Krieg? Kontinuitäten extremer Gewalt
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
In diesem Seminar geht es um die Frage nach den Kontinuitäten von den Kolonialkriegen zu den "totalen Kriegen" des 20. Jahrhunderts. War das Konzentrationslager ursprünglich eine koloniale Erfindung? Wirkte eine "entgrenzte" Gewalt aus den Kolonien in die Zentren zurück? Was haben westliche Militärs aus den Kolonialkriegen gelernt, was sie später auch in Europa angewandt haben?
Zu diesen und anderen Fragen wurden innerhalb und außerhalb der Wissenschaft starke Thesen formuliert, aber die Forschungslage ist bei näherem Hinsehen gar nicht so eindeutig, wie oft getan wird. Im Seminar geht es darum, den Streit um postkoloniale Kontinuitäten als wissenschaftliche Sachdiskussion ernst zu nehmen, Grundbegriffe wie "Kontinuität" zu klären und wichtige Studien und Quellen zu diskutieren. Dabei geht es auch um die Methodologie des Erklärens in der Geschichtsforschung.
Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seiten pro Woche auf Deutsch und Englisch. Regelmäßige aktive Teilnahme ist Voraussetzung für eine benotete Leistung. Die didaktische Gestaltung hängt von der Teilnehmendenzahl ab.
Vertiefungsmodul 3 (04-Gesch-BA-14) ⇑
LV 1: Kolloquium/Oberseminar
[O Si]
Neue Forschungen zur Mittelalterlichen Geschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Das Oberseminar ist offen für alle, die sich für aktuelle Forschungsthemen in der Mittelalterlichen Geschichte interessieren. Im Seminar stellen Referentinnen und Referenten aus Gießen und anderen Universitäten Themen aus ihren laufenden oder jüngst abgeschlossenen Arbeitsprojekten zur Diskussion. Termine und Themen werden zu Beginn der Vorlesungszeit in Stud.IP im Ablaufplan mitgeteilt.
BA- und MA-Studierende können dieses Oberseminar im Rahmen ihrer Projektmodule belegen.
[O Si]
Neueste Forschungen zur Geschichte der Frühen Neuzeit und der Landesgeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 20.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 20.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
2 Einzeltermine:
Mi. 20.05.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003Ann-Kathrin Wächter (Gießen): Konfliktreiche Kooperation? Die (Selbst-)Verortung der Stolberger in regionalen Grafengefügen (1429-1615)
Mi. 27.05.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003Carina Müller (Gießen): Hochadlige Identität in den Selbstzeugnissen Wolrads von Waldeck. Methodische Grundlagen und vorläufige Ergebnisse
Kommentar:
In der Veranstaltung werden laufende Forschungsarbeiten (Masterthesis, Dissertationsprojekte, andere Forschungsarbeiten) zur Geschichte der Frühen Neuzeit und zur Landesgeschichte vorgestellt und diskutiert. Interessierte sind herzlich eingeladen, eine eigene Qualifikationsarbeit vorzustellen und / oder sich über laufende Arbeiten zu informieren. Gern können Sie auch an Einzelsitzungen teilnehmen, deren Thema Sie interessiert.
[O Si]
Oberseminar (Osteuropäische Geschichte)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr | Phil. I, E 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, E 209 |
[O Si]
Thesen und Themen der Neueren und Zeitgeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
Im Oberseminar diskutieren wir alle Fragen rund um das Schreiben einer Abschlussarbeit: von der Strukturierung des Arbeitsalltags bis zur Wahl der Methoden. Wir besprechen Ihre Arbeiten und lesen Texte, die Ihnen beim Schreiben helfen. Alle, die über das Schreiben wissenschaftlicher Texte nachdenken wollen, sind herzlich willkommen - auch wenn die eigene Abschlussarbeit noch eine ferne Idee ist.
[O Si]
Werkstattberichte aus laufenden Forschungsarbeiten in der Mediävistik
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 18:00 - 20:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Das Oberseminar führt Interessierte an Forschungsthemen im Bereich der mittelalterlichen Geschichte und der germanistischen Mediävistik heran - es beruht also auf einer langjährig erprobten interdisziplinären Zusammenarbeit. Qualifikationsarbeiten aus beiden Bereichen können vorgestellt und diskutiert werden. Darüber hinaus sind auch interessierte Studierende eingeladen. Sie können, wenn Sie keinen Eintrag in Flexnow benötigen, ohne Anmeldung zu den Sitzungen dazustoßen, deren Thema Sie interessiert!
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Culture Wars in den USA im langen 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[H Si]
Das KZ Groß-Rosen und dessen über 100 Außenlager. Ein vegessenes und wenig erforschtes Konzentrationslager mitten in Europa
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Das Projektseminar möchte sich mit einem der am wenigsten bekannten deutschen NS-Lagerkomplexen in Europa beschäftigen: dem Konzentrationslager Groß-Rosen in Schlesien, dass im Zweiten Weltkrieg zu einem Lager- und Zwangsarbeiterkomplex mit über 100 Nebenlagern ausgebaut wurde.
Der KZ-Komplex umfasste ein weit verzweigtes Netz von Außenlagern, oft nur kurzfristig bestehende Produktionsstandorte. Forschung hierzu blieb lange randständig – aufgrund fragmentierter Quellen, spät erschlossener Archive und fehlender Einbettung in transnationale wirtschafts- und erinnerungshistorische Debatten. Viele Aspekte der Ausbeutungspraxis, ökonomischer Verflechtungen sowie lokaler Kooperationen und Profiteure sind unzureichend erforscht.
Bei einer Exkursion der JLU Gießen im September 2024 zur Gedenkstätte Groß-Rosen und zu weiteren Außenlagern zeigte sich breite Übereinstimmung über den Forschungsbedarf. Daraus entstanden studentische Projekte, die in das Hauptseminar (SoSe 2026), studentische Abschlussarbeiten sowie einen Workshop (September 2026) mit einem daraus entwickelten historiographischen Beitrag zur internationalen Geschichte von Groß-Rosen und seinen Außenlagern münden sollen.
Ziel des Vorhabens ist, bestehende Forschungsperspektiven zu den Außenlagern von Groß-Rosen durch einen europäischen Zugang zu erweitern und ein transnationales Narrativ zu entwickeln, das gemeinsame Erfahrungen wie regionale Unterschiede berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager des KZ-Komplexes, die trotz ihrer Bedeutung nur punktuell untersucht sind und zentrale Elemente des NS-Zwangsarbeitssystems bildeten.
Exemplarisch analysiert das Projekt zwei Lager: Christianstadt/Krzystkowice, ausschließlich mit jüdischen Frauen belegt, ermöglicht detaillierte Einsichten in Organisation, Zwangsarbeit und Gewaltformen. Das Außenlager in Fünfteichen (Miłoszyce) wurde im Herbst 1943 eingerichtet und entwickelte sich zu einer der größten Außenstellen des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Die dort inhaftierten Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern wurden im nahegelegenen Rüstungsbetrieb sowie im Berthawerk AG in Jeltsch (heute Teil von Jelcz-Laskowice) zur Zwangsarbeit in der Waffenproduktion eingesetzt. Das Lager umfasste rund 6.000 männliche Häftlinge, von denen viele den extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen. In der zweiten Januarhälfte 1945 ordnete die SS die Evakuierung des Lagers an. Während des sogenannten Todesmarsches nach Gross-Rosen kamen etwa 1.000 Menschen infolge von Kälte, Erschöpfung und gezielten Tötungen durch SS-Angehörige ums Leben. Etwa 300 schwer erkrankte Häftlinge verblieben im Lager und wurden kurze Zeit später von Soldaten der Roten Armee befreit.
Ein Schwerpunkt gilt den weiblichen SS-Wachmannschaften, deren Rolle im Groß-Rosen-Komplex bislang kaum erforscht wurde. Ich möchte alle Interessierten einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist möglich, aus dem Projekt Hausarbeiten und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu entwickeln.
Zur Einführung
Rudorff, Andrea: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 15. Berlin,2014.
Schulte, Jan Erik. 2001. Zwangsarbeit und Vernichtung: das Wirtschaftsimperium der SS; Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933 - 1945. Book. Paderborn [u.a.]: Schöningh.
Sprenger, Isabell. 1996. Groß-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Book. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte 6. Köln [u.a.]: Böhlau.
Löbner, Martina. 2002. „"Geheime Reichssache" Christianstadt: das Ende einer Kleinstadt zwischen Oder und Neiße sowie der Sprengstoff-Fabrik ‚Ulme‘“. Cd. https://doi.org/urn:nbn:de:gbv:089-3641452423.
[H Si]
Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.
Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.
[H Si]
Die Entstehung der Polis
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[H Si]
Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
[H Si]
Die Ukraine als Kosakenland
Durchführung: deutsch und englisch
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Ausgehend von Andreas Kappeler grundlegender Studie soll für den Zeitraum vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert der Wandel des Bildes der Ukraine vom Land der Kosaken zum Land der Bauern nachvollzogen werden. Dazu gehört zunächst eine Verständigung über die Kategorien Frontier und Banditen. Dann kann das Studium westlicher Chronisten und Kartographen beginnen. Ereignisgeschichtlich steht dabei neben dem Chmel’nyc’kyj-Aufstand (1648-1654) auch der Seitenwechsel Mazepas von Peter I. zu Karl XII. (1709) auf dem Programm.
Im Interesse des interdisziplinären GiZo-Programms wird die Veranstaltung multilingual angeboten. Fremdsprachliche Quellen liegen auch in deutscher und englischer Übersetzung vor.
Based on Andreas Kappeler's fundamental study, the transformation of Ukraine's image from a land of Cossacks to a land of peasants will be traced from the 17th to the 19th century. This first requires an understanding of the categories of frontier and bandits. Then the study of Western chroniclers and cartographers can begin. In terms of historical events, the program will cover not only the Khmelnytsky Uprising (1648-1654) but also Mazepa's change of allegiance from Peter I to Charles XII (1709).
In the interest of the interdisciplinary GiZo program, the course is offered in multiple languages. Foreign-language sources are also available in German and English translations.
Literatur: Kappeler, Andreas: Die Kosaken. Geschichte und Legenden München 2013; ders.: Vom Land der Kosaken zum Land der Bauern Die Ukraine im Horizont des Westens vom 16. bis 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2020; Plokhy, Serhii: The Cossack Myth. History and Nationhood in the Age of Empires. Cambridge 2012.
[H Si]
Franz von Assisi
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Franz von Assisi (1181/82-1226) ist sicher einer der populärsten Heiligen der Kirche. Da sein Wirken von der Öko- und Friedensbewegung, aber auch im Zuge des interreligiösen Dialogs stark rezipiert wurde, ist zumindest sein Name auch bei Nichtchristen bekannt. Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Franz von Assisi zum 800. Mal. Dies ist Anlass genug, das Leben dieses Heiligen im Kontext seiner Zeit anhand ausgewählter Quellen zu untersuchen. Thematisiert werden u.a. die sozialen, kirchlichen und politischen Strukturen im Italien des beginnenden 13. Jahrhunderts, die Spiritualität des Franz von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Armutsbewegung, die Entstehung der Bettelorden als neuer Typus klösterlichen Lebens, Franzens Konzept der friedlichen Mission und sein Gespräch mit Sultan al-Kamil sowie der erinnerungskulturelle Kampf um die Deutung der Franziskusfigur, der die bereits mittelalterliche Überlieferung zu Franz von Assisi prägt.
Eine Sitzung des Hauptseminars soll in Verbindung mit dem kunsthistorischen Hauptseminar des Kollegen Markus Späth im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte (ehem. Stadtarchiv) abgehalten werden; der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Einführende Literatur: Volker Leppin, Franziskus von Assisi (2018); André Vauchez, Franziskus von Assisi: Geschichte und Erinnerung (2019); Franziskus: Licht aus Assisi. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Franziskanerkloster Paderborn [9. Dezember 2011 bis 6. Mai 2012], hg. von Christoph Stiegemann (2011); Franziskus-Quellen: die Schriften des Heiligen Franziskus. Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, hg. von Dieter Berg (2009).
[H Si]
Juden in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.
[H Si]
Normen und Werte in der griechischen Antike
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
[H Si]
The Concepts of Freedom in Eastern Europe, 19th-21st Century
Dozent/-in:
Format:
digital
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 05.06.2026 |
| wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 05.06.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
[H Si]
Theorien das (Spät-)Faschismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Faschismus ist ein historisches und ein gegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von zeitgenössischen Analysen und Theorien des Faschismus und umliegender Phänomen – der Tea Party-Bewegung, der soldatischen und Petromaskulinität, der Ausnahmezonen in Demokratien – wollen wir die Kontinuitäten, Differenzen und Eigenheiten historischer und gegenwärtiger Formen von Faschisierung und Faschismus in den Blick nehmen. Neben einer Einführung in die historischen Faschismustheorien (Adorno, Esposito) legt das Seminar einen Schwerpunkt auf kultur- und körpertheoretische (Cara New Daggett, Klaus Theweleit), ethnographische (Arlie Russel Hochschild) und philosophische (Eva von Redecker, Alberto Toscano) Analysen des Faschismus, um so seine Verwebung mit politischen Institutionen, kapitalistischen Strukturen und alltäglichen Wahrnehmungs- und Gefühlsformen zu verstehen.
[H Si]
Vom Kolonialismus zum totalen Krieg? Kontinuitäten extremer Gewalt
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
In diesem Seminar geht es um die Frage nach den Kontinuitäten von den Kolonialkriegen zu den "totalen Kriegen" des 20. Jahrhunderts. War das Konzentrationslager ursprünglich eine koloniale Erfindung? Wirkte eine "entgrenzte" Gewalt aus den Kolonien in die Zentren zurück? Was haben westliche Militärs aus den Kolonialkriegen gelernt, was sie später auch in Europa angewandt haben?
Zu diesen und anderen Fragen wurden innerhalb und außerhalb der Wissenschaft starke Thesen formuliert, aber die Forschungslage ist bei näherem Hinsehen gar nicht so eindeutig, wie oft getan wird. Im Seminar geht es darum, den Streit um postkoloniale Kontinuitäten als wissenschaftliche Sachdiskussion ernst zu nehmen, Grundbegriffe wie "Kontinuität" zu klären und wichtige Studien und Quellen zu diskutieren. Dabei geht es auch um die Methodologie des Erklärens in der Geschichtsforschung.
Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seiten pro Woche auf Deutsch und Englisch. Regelmäßige aktive Teilnahme ist Voraussetzung für eine benotete Leistung. Die didaktische Gestaltung hängt von der Teilnehmendenzahl ab.
Praktikum (Pflichtmodul) (04-Gesch-BA-15) ⇑
Vorbereitungsübung.
[Pra Vb]
Praktikumsvorbereitende Übung BA (Geschichte/OEG/ Fachjournalistik Geschichte)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Di. 21.04.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003
Di. 26.05.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003
Di. 16.06.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003
Di. 07.07.2026,18.00 - 20.00 Uhr Phil. I, C 003
Kommentar:
Ein vier-, sechs- oder achtwöchiges Praktikum (je nach individueller Studiengestaltung) gehört zu den obligatorischen Bestandteilen in den Studienfächern Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Fachjournalistik Geschichte des GuK. Vor Antritt des Praktikums müssen Sie die praktikumsvorbereitende Übung besuchen, die in jedem Semester angeboten wird. In dieser Informationsveranstaltung geht es um grundsätzliche Fragen der Vorbereitung und Durchführung eines Praktikums.
Im angehängten ILIAS-Kurs finden Sie eine Datenbank, die Ihnen mögliche Praktikumsplätze vorstellt.
Hauptfach 70 CP ⇑
Grundlagen: Pflichtbereich ⇑
Grundlagenmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-01) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Einführung in die römische Geschichte
(AfK-Nr.: 224)
Klausurtermin: 15.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 1 (04-Gesch-BA-02) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Die Grafen von Nassau im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
Kommentar:
Wer im hessischen Raum nach bekannten adeligen Häusern sucht, kommt an den Grafen von Nassau nicht vorbei. Städte wie Weilburg oder Dillenburg sind bis heute eng mit den Nassauern verbunden, in den Niederlanden und Luxemburg stellen sie nach wie vor die Staatsoberhäupter. Doch wie gestaltete sich die Situation der Grafen von Nassau im Mittelalter? Dies soll anhand ausgewählter Quellen im Rahmen der Übung behandelt werden. Neben einer Einführung in die unterschiedlichen Quellenformen des Mittelalters, wird auch in die Historischen Hilfswissenschaften eingeführt und über grundlegende Praktiken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens gesprochen. Da auch mit originalsprachlichen Dokumenten gearbeitet wird, sind Lateinkenntnisse erforderlich.
[Ü]
Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. (1056–1106)
(AfK-Nr.: 11)
Klausur: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Die Zeit Heinrichs IV. war durch einen tiefgreifenden Wandel geprägt, in dem sich nicht nur politische, sondern auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen beschleunigten. Auf der Oberfläche der politischen Ereignisgeschichte äußerte sich das in wiederholten, tiefgreifenden Konflikten zwischen Adel und König, zwischen dem Papst und dem König und zwischen städtischen Eliten und ihren bischöflichen Stadtherren. Dahinter standen jedoch vielfältige Transformationsprozesse, die kaum ohne Konflikte zu bestehen waren: ein neues Denken über Kirche und Welt, das neue Erwartungshaltungen gegenüber Priestern und Bischöfen entstehen ließ; die Entstehung stadtbürgerlicher Eliten, die nach Emanzipation strebten; und die Etablierung neuer Herrschaftsmethoden, bei denen Burgen- und Stadtgründungen, die Abschöpfung von Gewinnen durch Zölle und Abgaben sowie die Formierung von Dienstmannschaften als verlässlichen Funktionsträgern in kirchlichen, königlichen und adligen Grundherrschaften eine zentrale Rolle spielten. Das alles spiegelt sich in einer großen Vielfalt von Texten, Objekten und Bildern, die im Mittelpunkt der Übung stehen. Dabei lässt sich sehr viel über die Formen der Quellenüberlieferung im Mittelalter kennenlernen.
Literatur:
Althoff, Gerd: Heinrich IV. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2006; Althoff, Gerd (Hg.): Heinrich IV. (Vorträge und Forschungen 69), Ostfildern 2009; Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik, 2 Bde., München 2006; Das Reich der Salier 1024-1125. Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz, Sigmaringen 1992; Jarnut, Jörg/Wemhoff Matthias (Hgg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert. Positionen der Forschung, München 2006; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Weinfurter, Stefan (Hg.), Die Salier und das Reich, 3 Bde., Sigmaringen 1992.
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 2 (04-Gesch-BA-03) ⇑
LV 1: Übung: Arbeitstechniken
[Ü]
Arbeitstechniken
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die Übung dient der Einführung und der Vertiefung in die historischen Grundwissenschaften; dabei wird ein Schwerpunkt auf der Paläographie (d.h. dem Lesen alter Schriften) und der Archivkunde liegen. Die Studierenden werden dadurch befähigt, unedierte Quellen zu lesen zu verarbeiten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Umgang mit der mittellateinischen Sprache zu üben.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die Landgrafschaft Hessen im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
[P Si]
Geschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Straßburg hatte im Mittelalter eine bewegte Geschichte, an der sich typische Linien der Stadtgeschichtsentwicklung im römisch-deutschen Reich ablesen lassen: In der ehemals römischen Gründung erlangte der Bischof im Hochmittelalter die Stadtherrschaft. Teils in Kooperation mit dem Bischof, teils im Konflikt mit ihm errang die entstehende Bürgerschaft Anteil an der Verwaltung der Stadt, bis sie im 13. Jahrhundert zu Lasten der bischöflichen Herrschaftsansprüche eine Freie Stadt wurde. Auch die Auseinandersetzungen innerhalb der Patriziergeschlechter und zwischen Patriziat und Zünften, die man in Straßburg beobachten kann, sind typisch für alte Bischofsstädte. Sie eskalierten im 14. Jahrhundert und führten nicht nur zu mehreren Verfassungsänderungen, sondern trugen auch zur Judenverfolgung des Jahres 1349 bei.
Anhand ausgewählter Quellen werden diese Probleme diskutiert. Vor allem aber führt das Proseminar an die Arbeitsweisen der historischen Mediävistik heran, die eingeübt und vertieft werden.
Einführende Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 5. aktualisierte und erw. Aufl. (2005); Werkzeug der Historiker:innen. Mittelalter, hg. von Thomas Wozniak (2024); Yuko Egawa, Stadtherrschaft und Gemeinde in Straßburg vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis zum Schwarzen Tod (1349) (THF 62, 2007); Sabine von Heusinger, Die Zunft im Mittelalter: zur Verflechtung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Straßburg, Stuttgart 2009; Erbauer einer Kathedrale. 1000 Jahre Straßburger Münster, hg. von Sabine Bengel u.a. (2019).
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (A) ⇑
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 1 (04-Gesch-BA-04) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[Ü]
Frühneuzeitliche Quellen lesen lernen
(AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Semesterwoche (20.04.2026)
Ob im Kontext von Wissenschaft oder Schule: Historisch arbeiten heißt, mit Quellen umgehen zu können. In dieser Übung soll dieses historische "Handwerkszeug" im Vordergrund stehen, indem wir uns der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) über die Quellen aus dieser Zeit nähern. In der Übung beschäftigen wir uns entlang des politischen Systems des Alten Reichs mit einer Bandbreite verschiedener deutschsprachiger Quellen in Handschrift und Druck. Wir lernen, diese Quellen zu beschreiben, historisch einzuordnen und vor allem zu lesen. Geplant ist, im Rahmen einer Archiv-Exkursion vor Ort mit Originaldokumenten zu arbeiten.
[Ü]
Mediengeschichte und Druckmedien in der Frühen Neuzeit: Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Journale
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, F 009 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 009 |
Kommentar:
Der Übung führt in zentrale Formen der gedruckten Öffentlichkeit zwischen 1500 und 1800 ein. Im Mittelpunkt stehen Druckmedien als historische Quellengattung und als Träger politischer, religiöser, sozialer und kultureller Kommunikation. Anhand ausgewählter Beispiele werden die medialen Eigenlogiken von Flugblatt, Flugschrift, Messrelation, Zeitung, Almanach und gelehrtem Journal analysiert sowie ihre Produktionsbedingungen, Distributionswege und Rezeptionskontexte untersucht. Der Kurs verbindet medienhistorische Theorie – insbesondere Ansätze der deutschen Mediengeschichtsschreibung – mit intensiver Quellenarbeit.
In praktischen Übungen lernen die Studierenden, frühneuzeitliche Drucke quellenkritisch zu erschließen, typologisch einzuordnen und in ihren historischen Kontext zu stellen. Darüber hinaus werden Recherchekompetenzen im Umgang mit Bibliothekskatalogen, digitalen Sammlungen und fachspezifischen Datenbanken vermittelt. Ziel ist es, medienhistorische Fragestellungen mit Quellenanalyse zu verknüpfen und ein vertieftes Verständnis frühneuzeitlicher Medienlandschaft zu entwickeln.
Empfohlene Literatur zum Kurs:
Arndt, Johannes, und Esther-Beate Körber (Hrsg.): Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600 - 1750). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 75). Göttingen 2010.
Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. 2. Auflage. Köln 2008.
Würgler, Andreas: Medien in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 85). München 2009.
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 1 (04-Gesch-BA-06) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Fotografie zwischen Spiegel und Zerrbild? Zugänge zu einer analogen und digitalen Mediengeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, B 031 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 031 |
Kommentar:
Die Entwicklung der Fotografie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen. In welcher Weise beeinflusst die technische Entwicklung der Fotografie die Auseinandersetzung um „Wirklichkeit“? Welche Rolle spielt das Medium Fotografie für die Entwicklung von Presse, Wissenschaft, Rechtswesen usw.? Wie verändert sich die Ästhetik von Fotografie und welche unterschiedlichen Auffassungen gibt es vom Foto als Kunstwerk? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Seminars. Die Teilnehmer:innen setzen sich anhand ausgewählter Texte und Bilder mit Aspekten der Fotografie-Geschichte auseinander. Das Seminar vermittelt inhaltliche und technische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Neben der Lektüre und Diskussion im Seminarraum bietet die Lehrveranstaltung Gelegenheit, analoge Fotografie praktisch zu erproben.
Zum Erwerb eines Leistungsnachweises erarbeiten die Teilnehmer:innen während des Semesters mehrere kurze Hausaufgaben.
[Ü]
Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa - Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
Kommentar:
Bosnien-Herzegowina ist ein kleines Land, in dem seit Jahrhunderten verschiedene religiöse beziehungsweise nationale Gruppen zusammenleben. Diese Diversität ist historisch gewachsen. Auch wenn das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei war, stellt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen eine zentrale Konstante der bosnischen Geschichte dar. Entsprechend wird das Land häufig als Kontaktzone zwischen Ost und West beschrieben.
In dieser Übung erarbeiten wir anhand von Quellen und historiographischen Texten zentrale Epochen der Geschichte Bosnien-Herzegowinas: von der osmanischen Zeit über die habsburgische Okkupation und die Gründung des Königreichs Jugoslawien 1918 bis zum sozialistischen föderativen Jugoslawien und dem gewaltvollen Zerfall des Staates in den 1990er Jahren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den historischen Formen des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen in Bosnien-Herzegowina.
Die Übung wird als Vorbereitung auf die Teilnahme an der Exkursion „Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe“ nach Sarajevo im September 2026 empfohlen.
[Ü]
Zukunft, Jugend, Freiheit. Zeit und Politik bei den Jungen Liberalen in den 1980er Jahren
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die 1980er Jahre werden häufig als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Fortschrittsskepsis beschrieben. Die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, sahen das anders. Statt "no future" lautete ihre Losung: "Mut zur Zukunft!" Welche Politik mit so einem "Mut zur Zukunft" einher ging, erkunden wir in dieser Quellenübung. Dazu nehmen wir verschiedene Quellengattungen in den Blick, die uns in der politischen Geschichte immer wieder begegnen: von Reden über Programmschriften bis hin zu Pressebeiträgen.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (B) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
- Wurde in (A) "Frühe Neuzeit 1" gewählt, ist in (B) "Neuere/Neueste Geschichte 2" zu belegen.
- Wurde in (A) "Neuere/Neueste Geschichte 1" gewählt, ist in (B) "Frühe Neuzeit 2" zu belegen.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 2 (04-Gesch-BA-05) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
LV 2: Proseminar
[P Si]
"Europa und das Meer" - eine Globalgeschichte der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Eines der prägenden Phänomene der Frühen Neuzeit ist die Geschichte der Seefahrt. Mit den „Entdeckungs“fahrten der Portugiesen und Spanier Ende des Mittelalters setzte ein Transformationsprozess ein, der viele Schichten von Gesellschaften über Jahrzehnte, und bis heute, verändern sollte. Diese betrafen nicht nur Wirtschaft, Handel, Geographie, sondern auch Politik, Diplomatie, Religion, Kommunikation.
Während die iberischen Seemächte vom 15. Jahrhundert an „die neue Welt dominierten“, setzte Ende des 16. Jahrhunderts ein „Wettrennen“ weiterer aufstrebender europäischer Seemächte (England und Holland) ein, dass die bis dato etablierte „Dominanz“ der iberischen Seemächte anfechten sollte. Ende des 17. und im 18. Jahrhundert kamen weitere europäische Akteure (Frankreich) hinzu, die ebenfalls im „Wettrennen“ um koloniale wirtschaftliche und politische Aspirationen beteiligten.
In dem breit konzipierten Proseminar werden verschiedene Aspekte dieser Transformationsprozesse in einem globalen Rahmen aktiv analysiert und debattiert.
Eines der Themengebiete umfasst die Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern als unfreie Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen in der „Neuen Welt“. Dieser Aspekt der Geschichte wurde lange Zeit rein wirtschaftshistorisch betrachtet. Die entwürdigende Komponente dieser forcierten Migration und Zwangsarbeit wird explizit in dem Proseminar aktiv debattiert werden.
Für die Teilnahme am Proseminar sind gute Englischkenntnisse notwendig, die die globale Lektüre und Interpretation ermöglichen.
[P Si]
Der Tyrann: die Herrschaft Iwan des Schrecklichen
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Kommentar:
In diesem Seminar werden die Studierenden sich mit der Herrschaft des russischen Zaren Iwan des Schrecklichen (1530-1584) beschäftigen. Hauptsächlich als "Tyrann" in der westlichen Historiographie und Kulturtradition bekannt, prägte dieser Zar maßgeblich den Gang der Geschichte im vormodernen Russland und die Entwicklung von Beziehungen zwischen Russland und Europa. Anhand der Arbeit mit Forschungsliteratur und ausgewählten Quellen werden die Studierenden sich im Kurs mit solchen Themen auseinandersetzen, wie: Entstehung der russischen Autokratie, Reformen und Eroberungszüge Iwans, Terrorherrschaft und die erste russische "politische Immigration", Livländischer Krieg, Familiendrama und Kindesmord in der Riurikiden-Dynastie.
Gleichzeitig wird im Seminar ein Fokus auf die Anwendung der heute verbreiteten KI-Werkzeuge in historischer Forschung gelegt. Anhand einer Reihe von Übungen werden die Studierenden Potenziale, Vorteile aber auch die Grenzen der KI für die Arbeit mit historischen Themen kennenlernen. Die geplanten Anwendungsbereiche, in die die Teilnehemer*innen sich einarbeiten werden, umfassen: Recherche von Ideen und Literatur mit Chatbots, Zusammenfassung und Textextraktion von pdfs, Text-zu-Bild Aufgaben, Übersetzung von fremdsprachigen Texten, Quellen und Audiodateien.
Empfohlene Literatur:
De Madariaga, Isabel: Ivan the Terrible: first tsar of Russia. New Haven, Conn. 2005.
Donnert, Erich: Iwan Grosny "der Schreckliche". Berlin 1978.
Skrynnikov, Ruslan G.: Iwan der Schreckliche und seine Zeit. München 1992.
[P Si]
Die baltischen Gesellschaften und die Ostsee als Konfliktzone in der frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Die baltischen Gesellschaften an der Ostküste der Ostsee, heute Estland, Lettland und Litauen, besitzen eine eigene frühneuzeitliche Geschichte, die durch die deutsche Quellensprache auch heute gut zugänglich ist. In der frühen Neuzeit wurde die Region zu einer Konfliktzone zwischen Polen-Litauen und den aufstrebenden schwedischen und russländischen Großmächten.
DasProseminar möchte in die ältere baltische Geschichte einführen, Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Dazu ist ein Besuch im Herder-Institut Marburg, wo in der Dokumentensammlung umfangreiche ständische Akten und Nachlässe deutschbaltischer Familien verwahrt werden, geplant. Dort können Teilnehmer mit originalen Dokumenten, Verwaltungsquellen und Selbstzeugnissen arbeiten.
Das Proseminar möchte zudem die Angst vor handschriftlicher Überlieferung nehmen. Geplant ist eine Arbeit mit der KI-Software Transkribus, die Handschriften lesbar macht. Erwünscht sind Interesse und Eigeninitiative, das Thema bietet sich hierfür an!
Zur Einführung
Das Baltikum. Geschichte einer europäischen Region. Bd. 2: Band 2. Vom Beginn der Frühen Neuzeit bis zur Gründung der modernen Staaten. Stuttgart 2021.
Hans-Jürgen Bömelburg (Hg., u.a.), Adelskulturen im Baltikum 15.-19. Jahrhundert. Identitäten – Konzepte – Konflikte. Marburg 2025 (Tagungen zur Ostmitteleuropaforschung, 44).
Almut Bues (Hg.) Zones of Fracture in modern Europe. The Baltic countries, the Balkans and Northern Italy. / Zone di frattura in epoca moderna. (=Deutsches Historisches Institut Warschau: Quellen und Studien 16).
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 2 (04-Gesch-BA-07) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Die Moderne und ihr Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Wer erfand das Mittelalter und warum? Als die Historiker des 17. und 18. Jahrhunderts die Dreiteilung der Weltgeschichte in Antike, Mittelalter und Neuzeit zum Standardmodell der Epocheneinteilung machten, galt ihnen die griechisch-römische Antike als der helle Ausgangspunkt. Die Renaissance, der Humanismus und das Zeitalter der Aufklärung knüpften daran an und ebneten Europa den Weg in die Moderne. Alles, was dazwischen lag, galt als medium aevum, als „Mittelalter“, ein Verlegenheitsbegriff, der erkennen lässt, dass man mit dieser Zeit nichts mehr anzufangen wusste. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert haben Mittelalterhistoriker intensiv zur Formulierung von historisch orientierten Deutungen ihrer eigenen Gegenwart beigetragen. Der Rückgriff auf das Mittelalter – etwa in der Architektur, im historischen Roman, in der neu entstehenden Denkmalpflege, im staatlichen, kirchlichen und universitären Zeremoniell – diente der Verständigung über die zeitgenössische Gesellschaft.
Im Seminar befassen wir uns mit solchen Mittelalterdeutungen. Wir werden ausgewählte Texte, Bilder und Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert untersuchen, in denen sich Deutungen des Mittelalters widerspiegeln. Damit öffnet sich der Blick auf zentrale Grundsatzfragen der Geschichtswissenschaft, ihrer Theoriebildung und ihrer Methodik.
Erste Literaturhinweise:
Groebner, Valentin: Das Mittelalter hört nicht auf. Über historisches Erzählen, München 2008; Raedts, Peter: Die Entdeckung des Mittelalters. Geschichte einer Illusion, Darmstadt 2016 (niederländische Originalausgabe 2011).
[Ü]
Geschichte online erforschen – Ein gemeinsamer Guide zur Digitalen Geschichte am Beispiel Polens
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 17.04.2026 |
| wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen?
Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften.
Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text.
Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.
Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)
17.04: 10-12
24.04: 10-12
05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba]
08.05: 10-12
22.05: 10-14
29.05: 10-12
19.06: 10-14
03.07: 10-14
17.07: 10-12
[Ü]
Simon Dubnow als Historiker des jüdischen Volkes
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Dem aus der belarusisch-russischen Grenzstadt Mstislavl/Mstislaŭ stammenden Simon Dubnov (1860-1941) blieb die professionelle Ausbildung zum Historiker verwehrt, dennoch gilt er als maßgeblicher Theoretiker des osteuropäischen Judentums. In der Übung wollen wir über unser eigenes Selbstverständnis reflektieren und uns mit der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ (1925-1929) und der zweibändigen „Geschichte des Chassidismus“ (1931) vertraut machen. Die Übung bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören die Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch Trends wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte. Als benoteter Leistungsnachweis ist die Besprechung eines Bandes aus den beiden Hauptwerken vorgesehen.
Literatur: Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bd. I-II. Berlin 1925–1929; ders.: Geschichte des Chassidismus. Bd. I-II. Berlin 1931; ders.: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit. Bd. I-III. Hrsg. von Verena Dohrn. Göttingen 2004/2005.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist eine der zentralen Stätten des Holocaust. Im Seminar nähern wir uns diesem Lagerkomplex multiperspektivisch und medial differenziert an. Einerseits heißt dies, dass wir die Zeugnisse von unterschiedlichen Opfergruppen, von Täter:innen und Dritten auf ihre je spezifische Situierung hin befragen. Andererseits widmen wir uns neben wissenschaftlichen Studien auch literarischen Erinnerungen, Zeichnungen und Gemälden, Essay-, Dokumentar- und Spielfilmen. Wie lässt sich das Zusammenspiel von Vernichtung, Zwangsarbeit und Internierung im Lagerkomplex rekonstruieren? Wie prägen Medien, Genres und ästhetische Formen Erinnerung und Vorstellung? Welche politischen und ethischen Implikationen hat unsere eigene Annäherung an die Shoah?
[P Si]
Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
Kommentar:
PS Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Die deutsche Besatzungspolitik im östlichen Europa im Zweiten Weltkrieg ist bis heute ein fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und geschichtspolitisches Schwerpunktthema. Das Proseminar möchte in das Thema einführen und sich sowohl mit der deutschen Judenverfolgung wie auch mit der deutschen Ausbeutungspolitik gegenüber den slawischen Bevölkerungen (sog. „slawische Untermenschen“) beschäftigen.
Die Lehrveranstaltung wendet sich an Studienanfänger, insbesondere an Lehramtsstudierende, da das Thema eine erhebliche Relevanz im schulischen Geschichtsunterricht besitzt. Anhand von einzelnen Quellen können Themen erarbeitet und das eigene Wissen vertieft werden.
Zur Einführung
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (VEJ). 16. Bände München 2008-2021.
Stephan Lehnstaedt, Okkupation im Osten. Besatzeralltag in Warschau und Minsk 1939–1944. München 2010.
[P Si]
Revolution in Europa, 1917-23
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Proseminar führt ins geschichtswissenschaftliche Arbeiten ein. Didaktisches Hauptziel der Seminarsitzungen ist es, anhand ausgewählter Texte eine größtmögliche Vielfalt verschiedener theoretischer und methodologischer Forschungsstrategien kennen zu lernen. Ein Teil der Lektüre ist englischsprachig. Für die Vor- und Nachbereitung sollten 3-4h pro Woche eingeplant werden. Das Lesepensum beträgt ca. 30 Seiten pro Woche. Regelmäßige Anwesenheit ist eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Abschluss. Hausarbeiten werden ggfs. bereits im Seminar schrittweise vorbereitet und auf Basis von kleineren Aufgaben und Vorarbeiten diskutiert. Ohne diese Vorarbeiten während des Semesters ist keine benotete Teilnahme möglich.
Wir diskutieren gesellschaftliche Kriegsfolgen, die Revolutionen ab 1917, Bürgerkriege und Paramilitarisierung und die Schwäche der Nachkriegsdemokratien. Dabei steht keineswegs nur Deutschland im Vordergrund, da zur Lektüre vergleichende Studien gehören, die sich auch etwa mit Frankreich, Italien, Österreich beschäftigen.
[P Si]
Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Sprachmodul (Wahlpflichtbereich) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Latein (04-Gesch-BA-08) ⇑
LV 1: Sprachkurs Latein 1
[Spr Kurs]
Latein 1
(AfK-Nr.: 287)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßige Termine ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | k.A. |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | k.A. |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: k.A. |
LV 2: Sprachkurs Latein 2
[Spr Kurs]
Latein 2
(AfK-Nr.: 288)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßige Termine ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 07:30 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| wöchentlich Do. 07:30 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
Kommentar:
Der Latein-2-Kurs knüpft unmittelbar an den Latein-1-Kurs an und behandelt die übrigen Lektionen des Lehrwerks "Lingua Latina" (Lkt. 19-25). Im zweiten Teil der Veranstaltung werden wir uns dann in Vorbereitung auf die Klausurleistung sukzessive in lateinische Originallektüre Ciceros einarbeiten - dazu gehören auch Exkurse zu den geschichtlichen Backgrounds seiner Reden. Für die Teilnahme an der Klausur ist die Anschaffung eines lateinischen Lexikons (bevorzugt des Stowassers) dringlichst empfohlen!
Die Lehrveranstaltung wird wie ein Seminar abgehalten, d. h. die Vorbereitung von Hausaufgaben sowie die Nachbereitung der Lehrinhalte ist Voraussetzung zur Teilnahme sowie zum Erlernen der Grundzüge der lateinischen Sprache. Mitarbeit wird vorausgesetzt
Fremdsprachen (04-Gesch-BA-09) ⇑
Zu den Wahlmöglichkeiten siehe die Modulbeschreibung.
Geschichtsvermittlung (Pflichtmodul) (04-Gesch-BA-10) ⇑
LV 1: Exkursion mit Blockseminar
[Ex Sem]
Nassauische Residenzen in Hessen - Weilburg und Hadamar im Vergleich
Exkursionstermin wird noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| zwei-wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar wollen wir das Grafen- und Fürstengeschlecht der Nassauer und ihre Probleme in der Frühen Neuzeit kennenlernen und ihre Residenzen in Hessen in Weilburg und Hadamar besichtigen.
[Ex Sem]
Orte der Demokratiegeschichte in Hessen
Termine werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
k.A.
Kommentar:
Wir brauchen gar nicht weit zu gehen, um auf Demokratieorte in Hessen zu stoßen. In Gießen haben wir den Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager. Aber nicht nur das, es gibt auch eine ausführliche 1848-Geschichte in Gießen. Und nicht zuletzt wurde hier Wilhelm Liebknecht vor 200 Jahren geboren, der Begründer der Sozialdemokratie. Auf der Exkursion werden wir uns also ausführlich mit Gießen befassen und die Demokratieorte aufsuchen. Wir fahren aber auch nach Frankfurt und schauen uns die Paulskirche an. Auf einer konzeptionellen Ebene diskutieren wir darüber hinaus, was Erinnerungsorte sind und was sie uns heute noch sagen. Retten wir die Demokratie, indem wir ihrer gedenken?
Literatur zur Einführung
Étienne François, Hagen Schulze (Hg.), Deutsche Erinnerungsorte, 3 Bde, München 2008
[Ex Sem]
Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe
Exkursionstermin: 21.-30.09.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
3 Einzeltermine:
Fr. 24.04.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Fr. 29.05.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Fr. 17.07.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, G 333
Kommentar:
Bosnien-Herzegowina ist ein historisch vielschichtiges Land an der Schnittstelle zwischen Ost und West, dessen jahrhundertelange osmanische Prägung ein Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen ermöglichte. Diese historische Diversität wird während der Exkursion vor Ort erfahrbar gemacht und in vorbereitenden Sitzungen in einen breiteren (post-)osmanischen Kontext eingeordnet.
In den drei vorbereitenden Blocksitzungen werden organisatorische Fragen geklärt und zentrale historische Grundlagen erarbeitet. Während der Reise nach Sarajevo vom 21. bis 30. September 2026 analysieren und diskutieren wir die multikulturelle Geschichte Bosnien-Herzegowinas im Dialog mit Studierenden und Lehrenden der Universität Sarajevo.
WICHTIG: Die Anwesenheit in der ersten Sitzung am 24.04.2026 ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion.
Die vorbereitenden Sitzungen finden auf Deutsch statt; mehrere Programmpunkte in Bosnien-Herzegowina werden auf Englisch durchgeführt. Zur inhaltlichen Vorbereitung wird die Teilnahme an der Übung „Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa – Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas“ empfohlen.
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.
Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.
[H Si]
Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
[H Si]
Franz von Assisi
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Franz von Assisi (1181/82-1226) ist sicher einer der populärsten Heiligen der Kirche. Da sein Wirken von der Öko- und Friedensbewegung, aber auch im Zuge des interreligiösen Dialogs stark rezipiert wurde, ist zumindest sein Name auch bei Nichtchristen bekannt. Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Franz von Assisi zum 800. Mal. Dies ist Anlass genug, das Leben dieses Heiligen im Kontext seiner Zeit anhand ausgewählter Quellen zu untersuchen. Thematisiert werden u.a. die sozialen, kirchlichen und politischen Strukturen im Italien des beginnenden 13. Jahrhunderts, die Spiritualität des Franz von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Armutsbewegung, die Entstehung der Bettelorden als neuer Typus klösterlichen Lebens, Franzens Konzept der friedlichen Mission und sein Gespräch mit Sultan al-Kamil sowie der erinnerungskulturelle Kampf um die Deutung der Franziskusfigur, der die bereits mittelalterliche Überlieferung zu Franz von Assisi prägt.
Eine Sitzung des Hauptseminars soll in Verbindung mit dem kunsthistorischen Hauptseminar des Kollegen Markus Späth im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte (ehem. Stadtarchiv) abgehalten werden; der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Einführende Literatur: Volker Leppin, Franziskus von Assisi (2018); André Vauchez, Franziskus von Assisi: Geschichte und Erinnerung (2019); Franziskus: Licht aus Assisi. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Franziskanerkloster Paderborn [9. Dezember 2011 bis 6. Mai 2012], hg. von Christoph Stiegemann (2011); Franziskus-Quellen: die Schriften des Heiligen Franziskus. Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, hg. von Dieter Berg (2009).
[H Si]
Gedenkstätten
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 20.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 20.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Einzeltermin:
Mo. 13.07.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 214
Kommentar:
Gedenkstätten sind zentrale Orte historisch-politischer Bildung und gesellschaftlicher Selbstverständigung. Sie sind zugleich Erinnerungsorte, Lernorte und öffentliche Foren, in denen Vergangenheit interpretiert, vermittelt und für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar gemacht wird. Dabei stehen Gedenkstätten stets im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Geschichtsschreibung, pädagogischen Zielsetzungen, politischen Erwartungen und emotionalen Zugängen zur Vergangenheit.
Das Hauptseminar bietet eine grundlegende Einführung in Geschichte, Aufgaben und Funktionen von Gedenkstätten in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, was Gedenkstätten auszeichnet, welche historischen Entwicklungen und erinnerungskulturellen Debatten ihre Arbeit geprägt haben und welche thematischen, methodischen und medialen Schwerpunkte sich in der Gedenkstättenlandschaft beobachten lassen. Diskutiert werden unter anderem Konzepte der Geschichtsvermittlung, Formen der Ausstellungsgestaltung, pädagogische Ansätze sowie die Rolle von Gedenkstätten in aktuellen erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen. Ergänzend wird thematisiert, welche Rolle unterschiedliche Quellenformen – darunter insbesondere persönliche Erinnerungen und zeitzeugenschaftliche Berichte – in der Gedenkstättenarbeit spielen und welche Chancen wie auch Grenzen mit ihrem Einsatz verbunden sind.
Als Hauptseminar verbindet die Veranstaltung die intensive Lektüre und Diskussion wissenschaftlicher Texte mit der kritischen Analyse konkreter Gedenkstättenkonzepte und Vermittlungspraktiken. Die Lehrveranstaltung findet im neuen Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen statt, der ersten landeseigenen Gedenkstätte Hessens. An diesem Beispiel werden konkrete Fragestellungen der Gedenkstättenarbeit vertieft: Wie werden historische Orte museal und pädagogisch erschlossen? Welche Narrative und Perspektiven werden sichtbar gemacht? Und wie verhalten sich lokale Geschichte, nationale Erinnerung und gesellschaftliche Gegenwartsbezüge zueinander?
Bitte beachten Sie: Die Auftaktsitzung am 13. April 2025 wird digital stattfinden und bereits um 9:30 Uhr beginnen.
Empfohlene Literatur:
Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie – Praxis – Berufsfelder. Tübingen 2020.
Jeannette van Laak: Einrichten im Übergang. Das Aufnahmelager Gießen (1946-1990). Frankfurt a.M. 2017.
Martin Sabrow / Norbert Frei (Hg.): Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945. Göttingen 2012.
Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Zum Download: https://kulturstaatsminister.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Aufarbeiten/Konzept_Gedenkst%C3%A4tten_05.11.25.pdf
Vertiefung: Wahlpflichtbereich ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Vertiefungsmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-11) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Die Entstehung der Polis
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[H Si]
Normen und Werte in der griechischen Antike
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
Vertiefungsmodul: Mittelalterliche Geschichte (04-Gesch-BA-12) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.
Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.
[H Si]
Franz von Assisi
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Franz von Assisi (1181/82-1226) ist sicher einer der populärsten Heiligen der Kirche. Da sein Wirken von der Öko- und Friedensbewegung, aber auch im Zuge des interreligiösen Dialogs stark rezipiert wurde, ist zumindest sein Name auch bei Nichtchristen bekannt. Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Franz von Assisi zum 800. Mal. Dies ist Anlass genug, das Leben dieses Heiligen im Kontext seiner Zeit anhand ausgewählter Quellen zu untersuchen. Thematisiert werden u.a. die sozialen, kirchlichen und politischen Strukturen im Italien des beginnenden 13. Jahrhunderts, die Spiritualität des Franz von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Armutsbewegung, die Entstehung der Bettelorden als neuer Typus klösterlichen Lebens, Franzens Konzept der friedlichen Mission und sein Gespräch mit Sultan al-Kamil sowie der erinnerungskulturelle Kampf um die Deutung der Franziskusfigur, der die bereits mittelalterliche Überlieferung zu Franz von Assisi prägt.
Eine Sitzung des Hauptseminars soll in Verbindung mit dem kunsthistorischen Hauptseminar des Kollegen Markus Späth im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte (ehem. Stadtarchiv) abgehalten werden; der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Einführende Literatur: Volker Leppin, Franziskus von Assisi (2018); André Vauchez, Franziskus von Assisi: Geschichte und Erinnerung (2019); Franziskus: Licht aus Assisi. Katalog zur Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Franziskanerkloster Paderborn [9. Dezember 2011 bis 6. Mai 2012], hg. von Christoph Stiegemann (2011); Franziskus-Quellen: die Schriften des Heiligen Franziskus. Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, hg. von Dieter Berg (2009).
Vertiefung: Neuere und Neueste Geschichte (Pflichtmodul) (04-Gesch-BA-13) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Das KZ Groß-Rosen und dessen über 100 Außenlager. Ein vegessenes und wenig erforschtes Konzentrationslager mitten in Europa
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Das Projektseminar möchte sich mit einem der am wenigsten bekannten deutschen NS-Lagerkomplexen in Europa beschäftigen: dem Konzentrationslager Groß-Rosen in Schlesien, dass im Zweiten Weltkrieg zu einem Lager- und Zwangsarbeiterkomplex mit über 100 Nebenlagern ausgebaut wurde.
Der KZ-Komplex umfasste ein weit verzweigtes Netz von Außenlagern, oft nur kurzfristig bestehende Produktionsstandorte. Forschung hierzu blieb lange randständig – aufgrund fragmentierter Quellen, spät erschlossener Archive und fehlender Einbettung in transnationale wirtschafts- und erinnerungshistorische Debatten. Viele Aspekte der Ausbeutungspraxis, ökonomischer Verflechtungen sowie lokaler Kooperationen und Profiteure sind unzureichend erforscht.
Bei einer Exkursion der JLU Gießen im September 2024 zur Gedenkstätte Groß-Rosen und zu weiteren Außenlagern zeigte sich breite Übereinstimmung über den Forschungsbedarf. Daraus entstanden studentische Projekte, die in das Hauptseminar (SoSe 2026), studentische Abschlussarbeiten sowie einen Workshop (September 2026) mit einem daraus entwickelten historiographischen Beitrag zur internationalen Geschichte von Groß-Rosen und seinen Außenlagern münden sollen.
Ziel des Vorhabens ist, bestehende Forschungsperspektiven zu den Außenlagern von Groß-Rosen durch einen europäischen Zugang zu erweitern und ein transnationales Narrativ zu entwickeln, das gemeinsame Erfahrungen wie regionale Unterschiede berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager des KZ-Komplexes, die trotz ihrer Bedeutung nur punktuell untersucht sind und zentrale Elemente des NS-Zwangsarbeitssystems bildeten.
Exemplarisch analysiert das Projekt zwei Lager: Christianstadt/Krzystkowice, ausschließlich mit jüdischen Frauen belegt, ermöglicht detaillierte Einsichten in Organisation, Zwangsarbeit und Gewaltformen. Das Außenlager in Fünfteichen (Miłoszyce) wurde im Herbst 1943 eingerichtet und entwickelte sich zu einer der größten Außenstellen des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Die dort inhaftierten Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern wurden im nahegelegenen Rüstungsbetrieb sowie im Berthawerk AG in Jeltsch (heute Teil von Jelcz-Laskowice) zur Zwangsarbeit in der Waffenproduktion eingesetzt. Das Lager umfasste rund 6.000 männliche Häftlinge, von denen viele den extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen. In der zweiten Januarhälfte 1945 ordnete die SS die Evakuierung des Lagers an. Während des sogenannten Todesmarsches nach Gross-Rosen kamen etwa 1.000 Menschen infolge von Kälte, Erschöpfung und gezielten Tötungen durch SS-Angehörige ums Leben. Etwa 300 schwer erkrankte Häftlinge verblieben im Lager und wurden kurze Zeit später von Soldaten der Roten Armee befreit.
Ein Schwerpunkt gilt den weiblichen SS-Wachmannschaften, deren Rolle im Groß-Rosen-Komplex bislang kaum erforscht wurde. Ich möchte alle Interessierten einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist möglich, aus dem Projekt Hausarbeiten und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu entwickeln.
Zur Einführung
Rudorff, Andrea: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 15. Berlin,2014.
Schulte, Jan Erik. 2001. Zwangsarbeit und Vernichtung: das Wirtschaftsimperium der SS; Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933 - 1945. Book. Paderborn [u.a.]: Schöningh.
Sprenger, Isabell. 1996. Groß-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Book. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte 6. Köln [u.a.]: Böhlau.
Löbner, Martina. 2002. „"Geheime Reichssache" Christianstadt: das Ende einer Kleinstadt zwischen Oder und Neiße sowie der Sprengstoff-Fabrik ‚Ulme‘“. Cd. https://doi.org/urn:nbn:de:gbv:089-3641452423.
[H Si]
Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr keine Raumangabe
[H Si]
Juden in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.
[H Si]
Macht-Räume in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[H Si]
The Concepts of Freedom in Eastern Europe, 19th-21st Century
Dozent/-in:
Format:
digital
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 05.06.2026 |
| wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 05.06.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
[H Si]
Theorien das (Spät-)Faschismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Faschismus ist ein historisches und ein gegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von zeitgenössischen Analysen und Theorien des Faschismus und umliegender Phänomen – der Tea Party-Bewegung, der soldatischen und Petromaskulinität, der Ausnahmezonen in Demokratien – wollen wir die Kontinuitäten, Differenzen und Eigenheiten historischer und gegenwärtiger Formen von Faschisierung und Faschismus in den Blick nehmen. Neben einer Einführung in die historischen Faschismustheorien (Adorno, Esposito) legt das Seminar einen Schwerpunkt auf kultur- und körpertheoretische (Cara New Daggett, Klaus Theweleit), ethnographische (Arlie Russel Hochschild) und philosophische (Eva von Redecker, Alberto Toscano) Analysen des Faschismus, um so seine Verwebung mit politischen Institutionen, kapitalistischen Strukturen und alltäglichen Wahrnehmungs- und Gefühlsformen zu verstehen.
[H Si]
Vom Kolonialismus zum totalen Krieg? Kontinuitäten extremer Gewalt
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
In diesem Seminar geht es um die Frage nach den Kontinuitäten von den Kolonialkriegen zu den "totalen Kriegen" des 20. Jahrhunderts. War das Konzentrationslager ursprünglich eine koloniale Erfindung? Wirkte eine "entgrenzte" Gewalt aus den Kolonien in die Zentren zurück? Was haben westliche Militärs aus den Kolonialkriegen gelernt, was sie später auch in Europa angewandt haben?
Zu diesen und anderen Fragen wurden innerhalb und außerhalb der Wissenschaft starke Thesen formuliert, aber die Forschungslage ist bei näherem Hinsehen gar nicht so eindeutig, wie oft getan wird. Im Seminar geht es darum, den Streit um postkoloniale Kontinuitäten als wissenschaftliche Sachdiskussion ernst zu nehmen, Grundbegriffe wie "Kontinuität" zu klären und wichtige Studien und Quellen zu diskutieren. Dabei geht es auch um die Methodologie des Erklärens in der Geschichtsforschung.
Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seiten pro Woche auf Deutsch und Englisch. Regelmäßige aktive Teilnahme ist Voraussetzung für eine benotete Leistung. Die didaktische Gestaltung hängt von der Teilnehmendenzahl ab.
Nebenfach 40 CP ⇑
Grundlagen: Pflichtbereich ⇑
Grundlagenmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-01) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Einführung in die römische Geschichte
(AfK-Nr.: 224)
Klausurtermin: 15.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 1 (04-Gesch-BA-02) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Die Grafen von Nassau im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
Kommentar:
Wer im hessischen Raum nach bekannten adeligen Häusern sucht, kommt an den Grafen von Nassau nicht vorbei. Städte wie Weilburg oder Dillenburg sind bis heute eng mit den Nassauern verbunden, in den Niederlanden und Luxemburg stellen sie nach wie vor die Staatsoberhäupter. Doch wie gestaltete sich die Situation der Grafen von Nassau im Mittelalter? Dies soll anhand ausgewählter Quellen im Rahmen der Übung behandelt werden. Neben einer Einführung in die unterschiedlichen Quellenformen des Mittelalters, wird auch in die Historischen Hilfswissenschaften eingeführt und über grundlegende Praktiken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens gesprochen. Da auch mit originalsprachlichen Dokumenten gearbeitet wird, sind Lateinkenntnisse erforderlich.
[Ü]
Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. (1056–1106)
(AfK-Nr.: 11)
Klausur: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Die Zeit Heinrichs IV. war durch einen tiefgreifenden Wandel geprägt, in dem sich nicht nur politische, sondern auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen beschleunigten. Auf der Oberfläche der politischen Ereignisgeschichte äußerte sich das in wiederholten, tiefgreifenden Konflikten zwischen Adel und König, zwischen dem Papst und dem König und zwischen städtischen Eliten und ihren bischöflichen Stadtherren. Dahinter standen jedoch vielfältige Transformationsprozesse, die kaum ohne Konflikte zu bestehen waren: ein neues Denken über Kirche und Welt, das neue Erwartungshaltungen gegenüber Priestern und Bischöfen entstehen ließ; die Entstehung stadtbürgerlicher Eliten, die nach Emanzipation strebten; und die Etablierung neuer Herrschaftsmethoden, bei denen Burgen- und Stadtgründungen, die Abschöpfung von Gewinnen durch Zölle und Abgaben sowie die Formierung von Dienstmannschaften als verlässlichen Funktionsträgern in kirchlichen, königlichen und adligen Grundherrschaften eine zentrale Rolle spielten. Das alles spiegelt sich in einer großen Vielfalt von Texten, Objekten und Bildern, die im Mittelpunkt der Übung stehen. Dabei lässt sich sehr viel über die Formen der Quellenüberlieferung im Mittelalter kennenlernen.
Literatur:
Althoff, Gerd: Heinrich IV. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2006; Althoff, Gerd (Hg.): Heinrich IV. (Vorträge und Forschungen 69), Ostfildern 2009; Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik, 2 Bde., München 2006; Das Reich der Salier 1024-1125. Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz, Sigmaringen 1992; Jarnut, Jörg/Wemhoff Matthias (Hgg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert. Positionen der Forschung, München 2006; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Weinfurter, Stefan (Hg.), Die Salier und das Reich, 3 Bde., Sigmaringen 1992.
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 2 (04-Gesch-BA-03) ⇑
LV 1: Übung: Arbeitstechniken
[Ü]
Arbeitstechniken
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die Übung dient der Einführung und der Vertiefung in die historischen Grundwissenschaften; dabei wird ein Schwerpunkt auf der Paläographie (d.h. dem Lesen alter Schriften) und der Archivkunde liegen. Die Studierenden werden dadurch befähigt, unedierte Quellen zu lesen zu verarbeiten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Umgang mit der mittellateinischen Sprache zu üben.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Hessen und das Reich vom 12. bis zum 14. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
An ausgewählten Beispielen werden Strukturen vorgestellt, in denen sich im Mittelalter das Verhältnis zwischen König und regionalen Kräften abspielte. Wo und wie regierte der Herrscher, welche Räume bevorzugte er, mit welcher Unterstützung konnte er rechnen und wann stieß er auf Widerstand? Durch den Blick auf das Reisekönigtum, das Lehnswesen, die Errichtung von Klöstern oder Pfalzen bis hin zur Ausbildung von Reichsstädten sollen wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen deutlich und nachvollziehbar werden.
Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4. Aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart 2014 (als e-Book vorhanden); Holger Th. Gräf, Alexander Jendorff (Hg.): Handbuch der hessischen Geschichte. Band 7: Die geistlichen Territorien und die Reichsstädte (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63,7), Marburg 2023, S. 539-669; Schneidmüller, Bernd, Weinfurter, Stefan (Hg.) Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919-1519), München 2003.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (A) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 1 (04-Gesch-BA-04) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[Ü]
Frühneuzeitliche Quellen lesen lernen
(AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Semesterwoche (20.04.2026)
Ob im Kontext von Wissenschaft oder Schule: Historisch arbeiten heißt, mit Quellen umgehen zu können. In dieser Übung soll dieses historische "Handwerkszeug" im Vordergrund stehen, indem wir uns der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) über die Quellen aus dieser Zeit nähern. In der Übung beschäftigen wir uns entlang des politischen Systems des Alten Reichs mit einer Bandbreite verschiedener deutschsprachiger Quellen in Handschrift und Druck. Wir lernen, diese Quellen zu beschreiben, historisch einzuordnen und vor allem zu lesen. Geplant ist, im Rahmen einer Archiv-Exkursion vor Ort mit Originaldokumenten zu arbeiten.
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 1 (04-Gesch-BA-06) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Zukunft, Jugend, Freiheit. Zeit und Politik bei den Jungen Liberalen in den 1980er Jahren
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die 1980er Jahre werden häufig als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Fortschrittsskepsis beschrieben. Die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, sahen das anders. Statt "no future" lautete ihre Losung: "Mut zur Zukunft!" Welche Politik mit so einem "Mut zur Zukunft" einher ging, erkunden wir in dieser Quellenübung. Dazu nehmen wir verschiedene Quellengattungen in den Blick, die uns in der politischen Geschichte immer wieder begegnen: von Reden über Programmschriften bis hin zu Pressebeiträgen.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (B) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
- Wurde in (A) "Frühe Neuzeit 1" gewählt, ist in (B) "Neuere/Neueste Geschichte 2" zu belegen.
- Wurde in (A) "Neuere/Neueste Geschichte 1" gewählt, ist in (B) "Frühe Neuzeit 2" zu belegen.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 2 (04-Gesch-BA-05) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
LV 2: Proseminar
[P Si]
"Europa und das Meer" - eine Globalgeschichte der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Eines der prägenden Phänomene der Frühen Neuzeit ist die Geschichte der Seefahrt. Mit den „Entdeckungs“fahrten der Portugiesen und Spanier Ende des Mittelalters setzte ein Transformationsprozess ein, der viele Schichten von Gesellschaften über Jahrzehnte, und bis heute, verändern sollte. Diese betrafen nicht nur Wirtschaft, Handel, Geographie, sondern auch Politik, Diplomatie, Religion, Kommunikation.
Während die iberischen Seemächte vom 15. Jahrhundert an „die neue Welt dominierten“, setzte Ende des 16. Jahrhunderts ein „Wettrennen“ weiterer aufstrebender europäischer Seemächte (England und Holland) ein, dass die bis dato etablierte „Dominanz“ der iberischen Seemächte anfechten sollte. Ende des 17. und im 18. Jahrhundert kamen weitere europäische Akteure (Frankreich) hinzu, die ebenfalls im „Wettrennen“ um koloniale wirtschaftliche und politische Aspirationen beteiligten.
In dem breit konzipierten Proseminar werden verschiedene Aspekte dieser Transformationsprozesse in einem globalen Rahmen aktiv analysiert und debattiert.
Eines der Themengebiete umfasst die Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern als unfreie Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen in der „Neuen Welt“. Dieser Aspekt der Geschichte wurde lange Zeit rein wirtschaftshistorisch betrachtet. Die entwürdigende Komponente dieser forcierten Migration und Zwangsarbeit wird explizit in dem Proseminar aktiv debattiert werden.
Für die Teilnahme am Proseminar sind gute Englischkenntnisse notwendig, die die globale Lektüre und Interpretation ermöglichen.
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 2 (04-Gesch-BA-07) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Die Moderne und ihr Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Wer erfand das Mittelalter und warum? Als die Historiker des 17. und 18. Jahrhunderts die Dreiteilung der Weltgeschichte in Antike, Mittelalter und Neuzeit zum Standardmodell der Epocheneinteilung machten, galt ihnen die griechisch-römische Antike als der helle Ausgangspunkt. Die Renaissance, der Humanismus und das Zeitalter der Aufklärung knüpften daran an und ebneten Europa den Weg in die Moderne. Alles, was dazwischen lag, galt als medium aevum, als „Mittelalter“, ein Verlegenheitsbegriff, der erkennen lässt, dass man mit dieser Zeit nichts mehr anzufangen wusste. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert haben Mittelalterhistoriker intensiv zur Formulierung von historisch orientierten Deutungen ihrer eigenen Gegenwart beigetragen. Der Rückgriff auf das Mittelalter – etwa in der Architektur, im historischen Roman, in der neu entstehenden Denkmalpflege, im staatlichen, kirchlichen und universitären Zeremoniell – diente der Verständigung über die zeitgenössische Gesellschaft.
Im Seminar befassen wir uns mit solchen Mittelalterdeutungen. Wir werden ausgewählte Texte, Bilder und Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert untersuchen, in denen sich Deutungen des Mittelalters widerspiegeln. Damit öffnet sich der Blick auf zentrale Grundsatzfragen der Geschichtswissenschaft, ihrer Theoriebildung und ihrer Methodik.
Erste Literaturhinweise:
Groebner, Valentin: Das Mittelalter hört nicht auf. Über historisches Erzählen, München 2008; Raedts, Peter: Die Entdeckung des Mittelalters. Geschichte einer Illusion, Darmstadt 2016 (niederländische Originalausgabe 2011).
LV 2: Proseminar
[P Si]
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist eine der zentralen Stätten des Holocaust. Im Seminar nähern wir uns diesem Lagerkomplex multiperspektivisch und medial differenziert an. Einerseits heißt dies, dass wir die Zeugnisse von unterschiedlichen Opfergruppen, von Täter:innen und Dritten auf ihre je spezifische Situierung hin befragen. Andererseits widmen wir uns neben wissenschaftlichen Studien auch literarischen Erinnerungen, Zeichnungen und Gemälden, Essay-, Dokumentar- und Spielfilmen. Wie lässt sich das Zusammenspiel von Vernichtung, Zwangsarbeit und Internierung im Lagerkomplex rekonstruieren? Wie prägen Medien, Genres und ästhetische Formen Erinnerung und Vorstellung? Welche politischen und ethischen Implikationen hat unsere eigene Annäherung an die Shoah?
[P Si]
Revolution in Europa, 1917-23
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Proseminar führt ins geschichtswissenschaftliche Arbeiten ein. Didaktisches Hauptziel der Seminarsitzungen ist es, anhand ausgewählter Texte eine größtmögliche Vielfalt verschiedener theoretischer und methodologischer Forschungsstrategien kennen zu lernen. Ein Teil der Lektüre ist englischsprachig. Für die Vor- und Nachbereitung sollten 3-4h pro Woche eingeplant werden. Das Lesepensum beträgt ca. 30 Seiten pro Woche. Regelmäßige Anwesenheit ist eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Abschluss. Hausarbeiten werden ggfs. bereits im Seminar schrittweise vorbereitet und auf Basis von kleineren Aufgaben und Vorarbeiten diskutiert. Ohne diese Vorarbeiten während des Semesters ist keine benotete Teilnahme möglich.
Wir diskutieren gesellschaftliche Kriegsfolgen, die Revolutionen ab 1917, Bürgerkriege und Paramilitarisierung und die Schwäche der Nachkriegsdemokratien. Dabei steht keineswegs nur Deutschland im Vordergrund, da zur Lektüre vergleichende Studien gehören, die sich auch etwa mit Frankreich, Italien, Österreich beschäftigen.
[P Si]
Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Vertiefung: Wahlpflichtbereich ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
Vertiefungsmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-11) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Die Entstehung der Polis
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[H Si]
Normen und Werte in der griechischen Antike
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 233 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 |
Vertiefungsmodul: Mittelalterliche Geschichte (04-Gesch-BA-12) ⇑
Ein Hauptseminar speziell für L 2/5 und BA Nebenfach wird jeweils im Sommersemester angeboten.
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
Vertiefungsmodul: Neuere und Neueste Geschichte (04-Gesch-BA-13) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Hauptseminar
[H Si]
Culture Wars in den USA im langen 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[H Si]
Gedenkstätten
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 20.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 20.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Einzeltermin:
Mo. 13.07.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 214
Kommentar:
Gedenkstätten sind zentrale Orte historisch-politischer Bildung und gesellschaftlicher Selbstverständigung. Sie sind zugleich Erinnerungsorte, Lernorte und öffentliche Foren, in denen Vergangenheit interpretiert, vermittelt und für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar gemacht wird. Dabei stehen Gedenkstätten stets im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Geschichtsschreibung, pädagogischen Zielsetzungen, politischen Erwartungen und emotionalen Zugängen zur Vergangenheit.
Das Hauptseminar bietet eine grundlegende Einführung in Geschichte, Aufgaben und Funktionen von Gedenkstätten in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, was Gedenkstätten auszeichnet, welche historischen Entwicklungen und erinnerungskulturellen Debatten ihre Arbeit geprägt haben und welche thematischen, methodischen und medialen Schwerpunkte sich in der Gedenkstättenlandschaft beobachten lassen. Diskutiert werden unter anderem Konzepte der Geschichtsvermittlung, Formen der Ausstellungsgestaltung, pädagogische Ansätze sowie die Rolle von Gedenkstätten in aktuellen erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen. Ergänzend wird thematisiert, welche Rolle unterschiedliche Quellenformen – darunter insbesondere persönliche Erinnerungen und zeitzeugenschaftliche Berichte – in der Gedenkstättenarbeit spielen und welche Chancen wie auch Grenzen mit ihrem Einsatz verbunden sind.
Als Hauptseminar verbindet die Veranstaltung die intensive Lektüre und Diskussion wissenschaftlicher Texte mit der kritischen Analyse konkreter Gedenkstättenkonzepte und Vermittlungspraktiken. Die Lehrveranstaltung findet im neuen Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen statt, der ersten landeseigenen Gedenkstätte Hessens. An diesem Beispiel werden konkrete Fragestellungen der Gedenkstättenarbeit vertieft: Wie werden historische Orte museal und pädagogisch erschlossen? Welche Narrative und Perspektiven werden sichtbar gemacht? Und wie verhalten sich lokale Geschichte, nationale Erinnerung und gesellschaftliche Gegenwartsbezüge zueinander?
Bitte beachten Sie: Die Auftaktsitzung am 13. April 2025 wird digital stattfinden und bereits um 9:30 Uhr beginnen.
Empfohlene Literatur:
Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie – Praxis – Berufsfelder. Tübingen 2020.
Jeannette van Laak: Einrichten im Übergang. Das Aufnahmelager Gießen (1946-1990). Frankfurt a.M. 2017.
Martin Sabrow / Norbert Frei (Hg.): Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945. Göttingen 2012.
Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Zum Download: https://kulturstaatsminister.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Aufarbeiten/Konzept_Gedenkst%C3%A4tten_05.11.25.pdf
[H Si]
Juden in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.
[H Si]
Macht-Räume in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[H Si]
Theorien das (Spät-)Faschismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Faschismus ist ein historisches und ein gegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von zeitgenössischen Analysen und Theorien des Faschismus und umliegender Phänomen – der Tea Party-Bewegung, der soldatischen und Petromaskulinität, der Ausnahmezonen in Demokratien – wollen wir die Kontinuitäten, Differenzen und Eigenheiten historischer und gegenwärtiger Formen von Faschisierung und Faschismus in den Blick nehmen. Neben einer Einführung in die historischen Faschismustheorien (Adorno, Esposito) legt das Seminar einen Schwerpunkt auf kultur- und körpertheoretische (Cara New Daggett, Klaus Theweleit), ethnographische (Arlie Russel Hochschild) und philosophische (Eva von Redecker, Alberto Toscano) Analysen des Faschismus, um so seine Verwebung mit politischen Institutionen, kapitalistischen Strukturen und alltäglichen Wahrnehmungs- und Gefühlsformen zu verstehen.
[H Si]
Vom Kolonialismus zum totalen Krieg? Kontinuitäten extremer Gewalt
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
In diesem Seminar geht es um die Frage nach den Kontinuitäten von den Kolonialkriegen zu den "totalen Kriegen" des 20. Jahrhunderts. War das Konzentrationslager ursprünglich eine koloniale Erfindung? Wirkte eine "entgrenzte" Gewalt aus den Kolonien in die Zentren zurück? Was haben westliche Militärs aus den Kolonialkriegen gelernt, was sie später auch in Europa angewandt haben?
Zu diesen und anderen Fragen wurden innerhalb und außerhalb der Wissenschaft starke Thesen formuliert, aber die Forschungslage ist bei näherem Hinsehen gar nicht so eindeutig, wie oft getan wird. Im Seminar geht es darum, den Streit um postkoloniale Kontinuitäten als wissenschaftliche Sachdiskussion ernst zu nehmen, Grundbegriffe wie "Kontinuität" zu klären und wichtige Studien und Quellen zu diskutieren. Dabei geht es auch um die Methodologie des Erklärens in der Geschichtsforschung.
Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seiten pro Woche auf Deutsch und Englisch. Regelmäßige aktive Teilnahme ist Voraussetzung für eine benotete Leistung. Die didaktische Gestaltung hängt von der Teilnehmendenzahl ab.
Nebenfach 30 CP ⇑
Grundlagen: Pflichtbereich ⇑
Grundlagenmodul: Alte Geschichte (04-Gesch-BA-01) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Einführung in die römische Geschichte
(AfK-Nr.: 224)
Klausurtermin: 15.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
[Vl]
Macht und Herrschaft in der griechisch-römischen Antike
Klausurtermin: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Proseminar
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Die athenische Demokratie - Eine gefährdete Ordnung (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 1)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
[P Si]
Mark Aurel: Kultur - Macht - Politik (Gruppe 2)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 1 (04-Gesch-BA-02) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Das römisch-deutsche Reich nach dem Interregnum: Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl IV.
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung.
Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Die Grafen von Nassau im Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 011 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 011 |
Kommentar:
Wer im hessischen Raum nach bekannten adeligen Häusern sucht, kommt an den Grafen von Nassau nicht vorbei. Städte wie Weilburg oder Dillenburg sind bis heute eng mit den Nassauern verbunden, in den Niederlanden und Luxemburg stellen sie nach wie vor die Staatsoberhäupter. Doch wie gestaltete sich die Situation der Grafen von Nassau im Mittelalter? Dies soll anhand ausgewählter Quellen im Rahmen der Übung behandelt werden. Neben einer Einführung in die unterschiedlichen Quellenformen des Mittelalters, wird auch in die Historischen Hilfswissenschaften eingeführt und über grundlegende Praktiken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens gesprochen. Da auch mit originalsprachlichen Dokumenten gearbeitet wird, sind Lateinkenntnisse erforderlich.
[Ü]
Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. (1056–1106)
(AfK-Nr.: 11)
Klausur: 16.07.2026
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Die Zeit Heinrichs IV. war durch einen tiefgreifenden Wandel geprägt, in dem sich nicht nur politische, sondern auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen beschleunigten. Auf der Oberfläche der politischen Ereignisgeschichte äußerte sich das in wiederholten, tiefgreifenden Konflikten zwischen Adel und König, zwischen dem Papst und dem König und zwischen städtischen Eliten und ihren bischöflichen Stadtherren. Dahinter standen jedoch vielfältige Transformationsprozesse, die kaum ohne Konflikte zu bestehen waren: ein neues Denken über Kirche und Welt, das neue Erwartungshaltungen gegenüber Priestern und Bischöfen entstehen ließ; die Entstehung stadtbürgerlicher Eliten, die nach Emanzipation strebten; und die Etablierung neuer Herrschaftsmethoden, bei denen Burgen- und Stadtgründungen, die Abschöpfung von Gewinnen durch Zölle und Abgaben sowie die Formierung von Dienstmannschaften als verlässlichen Funktionsträgern in kirchlichen, königlichen und adligen Grundherrschaften eine zentrale Rolle spielten. Das alles spiegelt sich in einer großen Vielfalt von Texten, Objekten und Bildern, die im Mittelpunkt der Übung stehen. Dabei lässt sich sehr viel über die Formen der Quellenüberlieferung im Mittelalter kennenlernen.
Literatur:
Althoff, Gerd: Heinrich IV. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 2006; Althoff, Gerd (Hg.): Heinrich IV. (Vorträge und Forschungen 69), Ostfildern 2009; Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik, 2 Bde., München 2006; Das Reich der Salier 1024-1125. Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz, Sigmaringen 1992; Jarnut, Jörg/Wemhoff Matthias (Hgg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert. Positionen der Forschung, München 2006; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Weinfurter, Stefan (Hg.), Die Salier und das Reich, 3 Bde., Sigmaringen 1992.
Grundlagenmodul: Mittelalterliche Geschichte 2 (04-Gesch-BA-03) ⇑
LV 1: Übung: Arbeitstechniken
[Ü]
Arbeitstechniken
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die Übung dient der Einführung und der Vertiefung in die historischen Grundwissenschaften; dabei wird ein Schwerpunkt auf der Paläographie (d.h. dem Lesen alter Schriften) und der Archivkunde liegen. Die Studierenden werden dadurch befähigt, unedierte Quellen zu lesen zu verarbeiten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Umgang mit der mittellateinischen Sprache zu üben.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Hessen und das Reich vom 12. bis zum 14. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
An ausgewählten Beispielen werden Strukturen vorgestellt, in denen sich im Mittelalter das Verhältnis zwischen König und regionalen Kräften abspielte. Wo und wie regierte der Herrscher, welche Räume bevorzugte er, mit welcher Unterstützung konnte er rechnen und wann stieß er auf Widerstand? Durch den Blick auf das Reisekönigtum, das Lehnswesen, die Errichtung von Klöstern oder Pfalzen bis hin zur Ausbildung von Reichsstädten sollen wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen deutlich und nachvollziehbar werden.
Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4. Aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart 2014 (als e-Book vorhanden); Holger Th. Gräf, Alexander Jendorff (Hg.): Handbuch der hessischen Geschichte. Band 7: Die geistlichen Territorien und die Reichsstädte (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63,7), Marburg 2023, S. 539-669; Schneidmüller, Bernd, Weinfurter, Stefan (Hg.) Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919-1519), München 2003.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (A) ⇑
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 1 (04-Gesch-BA-04) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Die Frühe Neuzeit als Epoche
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Kaiser Karl V. (1500-1558) und seine Zeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal) |
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
[Ü]
Frühneuzeitliche Quellen lesen lernen
(AfK-Nr.: 11)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 030 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030 |
Kommentar:
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Semesterwoche (20.04.2026)
Ob im Kontext von Wissenschaft oder Schule: Historisch arbeiten heißt, mit Quellen umgehen zu können. In dieser Übung soll dieses historische "Handwerkszeug" im Vordergrund stehen, indem wir uns der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) über die Quellen aus dieser Zeit nähern. In der Übung beschäftigen wir uns entlang des politischen Systems des Alten Reichs mit einer Bandbreite verschiedener deutschsprachiger Quellen in Handschrift und Druck. Wir lernen, diese Quellen zu beschreiben, historisch einzuordnen und vor allem zu lesen. Geplant ist, im Rahmen einer Archiv-Exkursion vor Ort mit Originaldokumenten zu arbeiten.
[Ü]
Mediengeschichte und Druckmedien in der Frühen Neuzeit: Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Journale
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 |
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, F 009 |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 009 |
Kommentar:
Der Übung führt in zentrale Formen der gedruckten Öffentlichkeit zwischen 1500 und 1800 ein. Im Mittelpunkt stehen Druckmedien als historische Quellengattung und als Träger politischer, religiöser, sozialer und kultureller Kommunikation. Anhand ausgewählter Beispiele werden die medialen Eigenlogiken von Flugblatt, Flugschrift, Messrelation, Zeitung, Almanach und gelehrtem Journal analysiert sowie ihre Produktionsbedingungen, Distributionswege und Rezeptionskontexte untersucht. Der Kurs verbindet medienhistorische Theorie – insbesondere Ansätze der deutschen Mediengeschichtsschreibung – mit intensiver Quellenarbeit.
In praktischen Übungen lernen die Studierenden, frühneuzeitliche Drucke quellenkritisch zu erschließen, typologisch einzuordnen und in ihren historischen Kontext zu stellen. Darüber hinaus werden Recherchekompetenzen im Umgang mit Bibliothekskatalogen, digitalen Sammlungen und fachspezifischen Datenbanken vermittelt. Ziel ist es, medienhistorische Fragestellungen mit Quellenanalyse zu verknüpfen und ein vertieftes Verständnis frühneuzeitlicher Medienlandschaft zu entwickeln.
Empfohlene Literatur zum Kurs:
Arndt, Johannes, und Esther-Beate Körber (Hrsg.): Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600 - 1750). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 75). Göttingen 2010.
Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. 2. Auflage. Köln 2008.
Würgler, Andreas: Medien in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 85). München 2009.
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 1 (04-Gesch-BA-06) ⇑
LV 1: Vorlesung
[Vl]
Geschichte der Sowjetunion
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 026 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026 |
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen!
Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie?
Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung
Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025.
Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
[Vl]
Was ist die Moderne? Einführung in das 19. Jahrhundert
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas.
Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung:
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
LV 2: Übung: Quellenkunde
[Ü]
Fotografie zwischen Spiegel und Zerrbild? Zugänge zu einer analogen und digitalen Mediengeschichte
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, B 031 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 031 |
Kommentar:
Die Entwicklung der Fotografie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen. In welcher Weise beeinflusst die technische Entwicklung der Fotografie die Auseinandersetzung um „Wirklichkeit“? Welche Rolle spielt das Medium Fotografie für die Entwicklung von Presse, Wissenschaft, Rechtswesen usw.? Wie verändert sich die Ästhetik von Fotografie und welche unterschiedlichen Auffassungen gibt es vom Foto als Kunstwerk? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Seminars. Die Teilnehmer:innen setzen sich anhand ausgewählter Texte und Bilder mit Aspekten der Fotografie-Geschichte auseinander. Das Seminar vermittelt inhaltliche und technische Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Neben der Lektüre und Diskussion im Seminarraum bietet die Lehrveranstaltung Gelegenheit, analoge Fotografie praktisch zu erproben.
Zum Erwerb eines Leistungsnachweises erarbeiten die Teilnehmer:innen während des Semesters mehrere kurze Hausaufgaben.
[Ü]
Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa - Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, G 025 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025 |
Kommentar:
Bosnien-Herzegowina ist ein kleines Land, in dem seit Jahrhunderten verschiedene religiöse beziehungsweise nationale Gruppen zusammenleben. Diese Diversität ist historisch gewachsen. Auch wenn das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei war, stellt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen eine zentrale Konstante der bosnischen Geschichte dar. Entsprechend wird das Land häufig als Kontaktzone zwischen Ost und West beschrieben.
In dieser Übung erarbeiten wir anhand von Quellen und historiographischen Texten zentrale Epochen der Geschichte Bosnien-Herzegowinas: von der osmanischen Zeit über die habsburgische Okkupation und die Gründung des Königreichs Jugoslawien 1918 bis zum sozialistischen föderativen Jugoslawien und dem gewaltvollen Zerfall des Staates in den 1990er Jahren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den historischen Formen des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen in Bosnien-Herzegowina.
Die Übung wird als Vorbereitung auf die Teilnahme an der Exkursion „Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe“ nach Sarajevo im September 2026 empfohlen.
[Ü]
Zukunft, Jugend, Freiheit. Zeit und Politik bei den Jungen Liberalen in den 1980er Jahren
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 003 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003 |
Kommentar:
Die 1980er Jahre werden häufig als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Fortschrittsskepsis beschrieben. Die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, sahen das anders. Statt "no future" lautete ihre Losung: "Mut zur Zukunft!" Welche Politik mit so einem "Mut zur Zukunft" einher ging, erkunden wir in dieser Quellenübung. Dazu nehmen wir verschiedene Quellengattungen in den Blick, die uns in der politischen Geschichte immer wieder begegnen: von Reden über Programmschriften bis hin zu Pressebeiträgen.
Grundlagen: Wahlpflichtbereich (B) ⇑
Zu belegen ist ein Modul.
- Wurde in (A) "Frühe Neuzeit 1" gewählt, ist in (B) "Neuere/Neueste Geschichte 2" zu belegen.
- Wurde in (A) "Neuere/Neueste Geschichte 1" gewählt, ist in (B) "Frühe Neuzeit 2" zu belegen.
Grundlagenmodul: Frühe Neuzeit 2 (04-Gesch-BA-05) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
LV 2: Proseminar
[P Si]
"Europa und das Meer" - eine Globalgeschichte der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Eines der prägenden Phänomene der Frühen Neuzeit ist die Geschichte der Seefahrt. Mit den „Entdeckungs“fahrten der Portugiesen und Spanier Ende des Mittelalters setzte ein Transformationsprozess ein, der viele Schichten von Gesellschaften über Jahrzehnte, und bis heute, verändern sollte. Diese betrafen nicht nur Wirtschaft, Handel, Geographie, sondern auch Politik, Diplomatie, Religion, Kommunikation.
Während die iberischen Seemächte vom 15. Jahrhundert an „die neue Welt dominierten“, setzte Ende des 16. Jahrhunderts ein „Wettrennen“ weiterer aufstrebender europäischer Seemächte (England und Holland) ein, dass die bis dato etablierte „Dominanz“ der iberischen Seemächte anfechten sollte. Ende des 17. und im 18. Jahrhundert kamen weitere europäische Akteure (Frankreich) hinzu, die ebenfalls im „Wettrennen“ um koloniale wirtschaftliche und politische Aspirationen beteiligten.
In dem breit konzipierten Proseminar werden verschiedene Aspekte dieser Transformationsprozesse in einem globalen Rahmen aktiv analysiert und debattiert.
Eines der Themengebiete umfasst die Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern als unfreie Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen in der „Neuen Welt“. Dieser Aspekt der Geschichte wurde lange Zeit rein wirtschaftshistorisch betrachtet. Die entwürdigende Komponente dieser forcierten Migration und Zwangsarbeit wird explizit in dem Proseminar aktiv debattiert werden.
Für die Teilnahme am Proseminar sind gute Englischkenntnisse notwendig, die die globale Lektüre und Interpretation ermöglichen.
[P Si]
Der Tyrann: die Herrschaft Iwan des Schrecklichen
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 106 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 |
Kommentar:
In diesem Seminar werden die Studierenden sich mit der Herrschaft des russischen Zaren Iwan des Schrecklichen (1530-1584) beschäftigen. Hauptsächlich als "Tyrann" in der westlichen Historiographie und Kulturtradition bekannt, prägte dieser Zar maßgeblich den Gang der Geschichte im vormodernen Russland und die Entwicklung von Beziehungen zwischen Russland und Europa. Anhand der Arbeit mit Forschungsliteratur und ausgewählten Quellen werden die Studierenden sich im Kurs mit solchen Themen auseinandersetzen, wie: Entstehung der russischen Autokratie, Reformen und Eroberungszüge Iwans, Terrorherrschaft und die erste russische "politische Immigration", Livländischer Krieg, Familiendrama und Kindesmord in der Riurikiden-Dynastie.
Gleichzeitig wird im Seminar ein Fokus auf die Anwendung der heute verbreiteten KI-Werkzeuge in historischer Forschung gelegt. Anhand einer Reihe von Übungen werden die Studierenden Potenziale, Vorteile aber auch die Grenzen der KI für die Arbeit mit historischen Themen kennenlernen. Die geplanten Anwendungsbereiche, in die die Teilnehemer*innen sich einarbeiten werden, umfassen: Recherche von Ideen und Literatur mit Chatbots, Zusammenfassung und Textextraktion von pdfs, Text-zu-Bild Aufgaben, Übersetzung von fremdsprachigen Texten, Quellen und Audiodateien.
Empfohlene Literatur:
De Madariaga, Isabel: Ivan the Terrible: first tsar of Russia. New Haven, Conn. 2005.
Donnert, Erich: Iwan Grosny "der Schreckliche". Berlin 1978.
Skrynnikov, Ruslan G.: Iwan der Schreckliche und seine Zeit. München 1992.
[P Si]
Die baltischen Gesellschaften und die Ostsee als Konfliktzone in der frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 |
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Die baltischen Gesellschaften an der Ostküste der Ostsee, heute Estland, Lettland und Litauen, besitzen eine eigene frühneuzeitliche Geschichte, die durch die deutsche Quellensprache auch heute gut zugänglich ist. In der frühen Neuzeit wurde die Region zu einer Konfliktzone zwischen Polen-Litauen und den aufstrebenden schwedischen und russländischen Großmächten.
DasProseminar möchte in die ältere baltische Geschichte einführen, Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Dazu ist ein Besuch im Herder-Institut Marburg, wo in der Dokumentensammlung umfangreiche ständische Akten und Nachlässe deutschbaltischer Familien verwahrt werden, geplant. Dort können Teilnehmer mit originalen Dokumenten, Verwaltungsquellen und Selbstzeugnissen arbeiten.
Das Proseminar möchte zudem die Angst vor handschriftlicher Überlieferung nehmen. Geplant ist eine Arbeit mit der KI-Software Transkribus, die Handschriften lesbar macht. Erwünscht sind Interesse und Eigeninitiative, das Thema bietet sich hierfür an!
Zur Einführung
Das Baltikum. Geschichte einer europäischen Region. Bd. 2: Band 2. Vom Beginn der Frühen Neuzeit bis zur Gründung der modernen Staaten. Stuttgart 2021.
Hans-Jürgen Bömelburg (Hg., u.a.), Adelskulturen im Baltikum 15.-19. Jahrhundert. Identitäten – Konzepte – Konflikte. Marburg 2025 (Tagungen zur Ostmitteleuropaforschung, 44).
Almut Bues (Hg.) Zones of Fracture in modern Europe. The Baltic countries, the Balkans and Northern Italy. / Zone di frattura in epoca moderna. (=Deutsches Historisches Institut Warschau: Quellen und Studien 16).
Grundlagenmodul: Neuere und Neueste Geschichte 2 (04-Gesch-BA-07) ⇑
LV 1: Übung: Theorie und Methode
[Ü]
Die Moderne und ihr Mittelalter
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Wer erfand das Mittelalter und warum? Als die Historiker des 17. und 18. Jahrhunderts die Dreiteilung der Weltgeschichte in Antike, Mittelalter und Neuzeit zum Standardmodell der Epocheneinteilung machten, galt ihnen die griechisch-römische Antike als der helle Ausgangspunkt. Die Renaissance, der Humanismus und das Zeitalter der Aufklärung knüpften daran an und ebneten Europa den Weg in die Moderne. Alles, was dazwischen lag, galt als medium aevum, als „Mittelalter“, ein Verlegenheitsbegriff, der erkennen lässt, dass man mit dieser Zeit nichts mehr anzufangen wusste. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert haben Mittelalterhistoriker intensiv zur Formulierung von historisch orientierten Deutungen ihrer eigenen Gegenwart beigetragen. Der Rückgriff auf das Mittelalter – etwa in der Architektur, im historischen Roman, in der neu entstehenden Denkmalpflege, im staatlichen, kirchlichen und universitären Zeremoniell – diente der Verständigung über die zeitgenössische Gesellschaft.
Im Seminar befassen wir uns mit solchen Mittelalterdeutungen. Wir werden ausgewählte Texte, Bilder und Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert untersuchen, in denen sich Deutungen des Mittelalters widerspiegeln. Damit öffnet sich der Blick auf zentrale Grundsatzfragen der Geschichtswissenschaft, ihrer Theoriebildung und ihrer Methodik.
Erste Literaturhinweise:
Groebner, Valentin: Das Mittelalter hört nicht auf. Über historisches Erzählen, München 2008; Raedts, Peter: Die Entdeckung des Mittelalters. Geschichte einer Illusion, Darmstadt 2016 (niederländische Originalausgabe 2011).
[Ü]
Geschichte online erforschen – Ein gemeinsamer Guide zur Digitalen Geschichte am Beispiel Polens
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 17.04.2026 |
| wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen?
Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften.
Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text.
Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.
Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)
17.04: 10-12
24.04: 10-12
05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba]
08.05: 10-12
22.05: 10-14
29.05: 10-12
19.06: 10-14
03.07: 10-14
17.07: 10-12
[Ü]
Simon Dubnow als Historiker des jüdischen Volkes
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, D 209 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209 |
Kommentar:
Dem aus der belarusisch-russischen Grenzstadt Mstislavl/Mstislaŭ stammenden Simon Dubnov (1860-1941) blieb die professionelle Ausbildung zum Historiker verwehrt, dennoch gilt er als maßgeblicher Theoretiker des osteuropäischen Judentums. In der Übung wollen wir über unser eigenes Selbstverständnis reflektieren und uns mit der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ (1925-1929) und der zweibändigen „Geschichte des Chassidismus“ (1931) vertraut machen. Die Übung bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören die Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch Trends wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte. Als benoteter Leistungsnachweis ist die Besprechung eines Bandes aus den beiden Hauptwerken vorgesehen.
Literatur: Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bd. I-II. Berlin 1925–1929; ders.: Geschichte des Chassidismus. Bd. I-II. Berlin 1931; ders.: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit. Bd. I-III. Hrsg. von Verena Dohrn. Göttingen 2004/2005.
LV 2: Proseminar
[P Si]
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 |
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |
Kommentar:
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist eine der zentralen Stätten des Holocaust. Im Seminar nähern wir uns diesem Lagerkomplex multiperspektivisch und medial differenziert an. Einerseits heißt dies, dass wir die Zeugnisse von unterschiedlichen Opfergruppen, von Täter:innen und Dritten auf ihre je spezifische Situierung hin befragen. Andererseits widmen wir uns neben wissenschaftlichen Studien auch literarischen Erinnerungen, Zeichnungen und Gemälden, Essay-, Dokumentar- und Spielfilmen. Wie lässt sich das Zusammenspiel von Vernichtung, Zwangsarbeit und Internierung im Lagerkomplex rekonstruieren? Wie prägen Medien, Genres und ästhetische Formen Erinnerung und Vorstellung? Welche politischen und ethischen Implikationen hat unsere eigene Annäherung an die Shoah?
[P Si]
Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Dozent/-in:
Format:
mit digitalen Anteilen
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, G 333a |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a |
Kommentar:
PS Die deutsche Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Ausbeutung, slavische „Untermenschen“ und Shoah
Die deutsche Besatzungspolitik im östlichen Europa im Zweiten Weltkrieg ist bis heute ein fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und geschichtspolitisches Schwerpunktthema. Das Proseminar möchte in das Thema einführen und sich sowohl mit der deutschen Judenverfolgung wie auch mit der deutschen Ausbeutungspolitik gegenüber den slawischen Bevölkerungen (sog. „slawische Untermenschen“) beschäftigen.
Die Lehrveranstaltung wendet sich an Studienanfänger, insbesondere an Lehramtsstudierende, da das Thema eine erhebliche Relevanz im schulischen Geschichtsunterricht besitzt. Anhand von einzelnen Quellen können Themen erarbeitet und das eigene Wissen vertieft werden.
Zur Einführung
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (VEJ). 16. Bände München 2008-2021.
Stephan Lehnstaedt, Okkupation im Osten. Besatzeralltag in Warschau und Minsk 1939–1944. München 2010.
[P Si]
Revolution in Europa, 1917-23
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 029 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 |
Kommentar:
Das Proseminar führt ins geschichtswissenschaftliche Arbeiten ein. Didaktisches Hauptziel der Seminarsitzungen ist es, anhand ausgewählter Texte eine größtmögliche Vielfalt verschiedener theoretischer und methodologischer Forschungsstrategien kennen zu lernen. Ein Teil der Lektüre ist englischsprachig. Für die Vor- und Nachbereitung sollten 3-4h pro Woche eingeplant werden. Das Lesepensum beträgt ca. 30 Seiten pro Woche. Regelmäßige Anwesenheit ist eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Abschluss. Hausarbeiten werden ggfs. bereits im Seminar schrittweise vorbereitet und auf Basis von kleineren Aufgaben und Vorarbeiten diskutiert. Ohne diese Vorarbeiten während des Semesters ist keine benotete Teilnahme möglich.
Wir diskutieren gesellschaftliche Kriegsfolgen, die Revolutionen ab 1917, Bürgerkriege und Paramilitarisierung und die Schwäche der Nachkriegsdemokratien. Dabei steht keineswegs nur Deutschland im Vordergrund, da zur Lektüre vergleichende Studien gehören, die sich auch etwa mit Frankreich, Italien, Österreich beschäftigen.
[P Si]
Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 |
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. I, C 113 |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113 |