Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Gliederung nach anbietenden Einrichtungen - Klassische Archäologie
Veranstaltungen
Exkursion ⇑
Kolloquium ⇑
Seminar ⇑
[Si] Ästhetiken des Wohnens in der Spätantike
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Das Seminar beschäftigt sich mit Formen, Funktionen und Bedeutungen spätantiker Wohnkultur im Mittelmeerraum. Im Mittelpunkt stehen die Gestaltung und Nutzung von Räumen sowie deren architektonische, dekorative und soziale Dimensionen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden spätantike Häuser und Villen hinsichtlich ihrer Ausstattung, Raumkonzepte und Repräsentationsstrategien untersucht.
Besonderes Augenmerk gilt der Frage, ob und wie sich gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Transformationsprozesse der Spätantike in der Gestaltung von Wohnräumen manifestieren. Themen wie Kontinuität und Wandel, die Inszenierung von Status und Bildung sowie die Wechselwirkungen zwischen ‚Privatheit‘, ‚Öffentlichkeit‘ und sozialer Praxis stehen dabei im Zentrum der Betrachtung.
Das Seminar verbindet die Analyse archäologischer Befunde mit kulturwissenschaftlichen Fragestellungen und diskutiert unterschiedliche methodische Ansätze zur Erforschung spätantiker Lebenswelten. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Wohnräume als Ausdruck sozialer Identität, ästhetischer Vorstellungen und kultureller Ordnung fungierten.
Aktive Beteiligung an den Diskussionen ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Lehrveranstaltung.
[Si] Bild – Raum – Öffentlichkeit: Statuenweihungen in griechischen Heiligtümern
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Griechische Heiligtümer waren nicht nur Orte religiöser Verehrung, sondern zugleich zentrale Schauplätze sozialer, politischer und kultureller Kommunikation. Die Weihung von Statuen spielte dabei eine besondere Rolle: Als sichtbare und dauerhafte Präsenz im sakralen Raum dienten Statuen der Ehrung von Göttern, der Selbstdarstellung von Individuen und Gemeinschaften sowie der Inszenierung politischer und gesellschaftlicher Ansprüche.
Das Seminar untersucht Statuenweihungen in griechischen Heiligtümern von der archaischen bis in die hellenistische Zeit unter den Perspektiven von Bild, Raum und Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Funktionen und Bedeutungen von Weihgeschenken, nach den Kriterien ihrer Aufstellung sowie nach ihrer Wahrnehmung durch unterschiedliche Besuchergruppen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele aus bedeutenden Heiligtümern wie Olympia, Delphi, der Athener Akropolis und Delos werden Wechselwirkungen zwischen monumentaler Bildkunst, sakraler Topographie und öffentlicher Repräsentation analysiert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich mit archäologischen, epigraphischen und literarischen Quellen auseinander und lernen aktuelle Forschungsansätze zur räumlichen Analyse, Bildkommunikation und Ritualpraxis kennen. Ziel des Seminars ist es, die Rolle von Statuen als Medien öffentlicher Sichtbarkeit und sozialer Aushandlungsprozesse im Kontext griechischer Heiligtümer zu verstehen sowie die Bedeutung des sakralen Raums als Ort gesellschaftlicher Kommunikation zu reflektieren.
Tutorium ⇑
Übung ⇑
[Ü] Archäologische Analyse vom Befund bis zur kulturwissenschaftlichen Interpretation: Ein Fallbeispiel
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Die Übung bietet einen praxisorientierten Einblick in zentrale Methoden und Fragestellungen der Klassischen Archäologie. Über das gesamte Semester hinweg werden anhand eines konkreten Fallbeispiels die einzelnen Schritte archäologischer Forschung nachvollzogen – von der Entdeckung, Untersuchung und Auswertung materieller Befunde bis hin zu ihrer kulturwissenschaftlichen Analyse und Interpretation.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus archäologischen Funden historische und kulturelle Aussagen gewonnen werden können. Die Teilnehmenden lernen verschiedene Analyseverfahren kennen und setzen sich kritisch mit den Möglichkeiten und Grenzen archäologischer Deutung auseinander. Dabei werden sämtliche Schritte der wissenschaftlichen Erschließung und Recherche von der Materialaufnahme über Literatur- und Quellenrecherche bis zur strukturierten Auswertung und Präsentation der Ergebnisse praktisch umgesetzt und eingeübt.
Die Lehrveranstaltung richtet sich insbesondere an Studierende, die das archäologische Arbeiten erst erlernen müssen, aber auch an Studierende, die ihre Kenntnisse im (fach)wissenschaftlichen Arbeiten sowie im analytischen Umgang mit archäologischen Quellen vertiefen möchten. Diskussionsphasen und gemeinsame Interpretationsübungen fördern einen reflektierten Zugang zum Material. Aktive Beteiligung an den Arbeitsschritten und Diskussionen ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Lehrveranstaltung.
[Ü] Die digitale Transformation archäologischer Praxis (AfK-Nr.: 638)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
Digitale Technologien haben die archäologische Forschung in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Von der Dokumentation im Feld über die Auswertung und Visualisierung von Funden bis hin zur digitalen Vermittlung archäologischer Erkenntnisse eröffnen neue Werkzeuge und Methoden vielfältige Möglichkeiten, stellen die Disziplin zugleich aber auch vor neue Herausforderungen.
Die Übung bietet eine Einführung in zentrale Aspekte der digitalen Archäologie und vermittelt einen Überblick über aktuelle digitale Arbeitsweisen in Forschung und Praxis. Behandelt werden unter anderem digitale Dokumentationsverfahren, Geoinformationssysteme (GIS), 3D-Modellierung und -Rekonstruktion, Datenbanken, Fernerkundungsmethoden sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Analysewerkzeugen. Darüber hinaus werden Fragen der Datenverwaltung, der wissenschaftlichen Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten und der digitalen Wissenschaftskommunikation diskutiert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen digitaler Technologien. Welche Potenziale bietet Künstliche Intelligenz für die automatische Erkennung, Klassifikation und Auswertung archäologischer Objekte und Befunde? Inwiefern können KI-gestützte Verfahren neue Forschungsfragen ermöglichen oder bestehende Interpretationen beeinflussen? Ebenso wird der Einsatz von Augmented Reality (AR) in Forschung, Lehre und Vermittlung kritisch betrachtet. Welche Möglichkeiten eröffnen AR-Anwendungen für die Rekonstruktion vergangener Räume, die Visualisierung von Befunden vor Ort oder die Interaktion mit archäologischem Kulturerbe? Wo liegen die methodischen, technischen und ethischen Grenzen solcher Technologien, und wie könnten sie die archäologische Praxis der Zukunft verändern?
Anhand ausgewählter Fallstudien und praktischer Übungen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer digitale Methoden kritisch zu bewerten und deren Potenziale für archäologische Fragestellungen einzuschätzen. Die Veranstaltung verbindet theoretische Reflexion mit anwendungsorientierten Einblicken und richtet sich insbesondere an Studierende, die ihre digitalen Kompetenzen im archäologischen Kontext erweitern möchten.
[Ü] Körperbilder zwischen Normativierung und Alterisierung in der Antike
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Die Übung widmet sich antiken Vorstellungen vom menschlichen/göttlichen Körper und deren gesellschaftlicher, kultureller und politischer Funktion. Im Zentrum stehen Fragen danach, wie Körperideale geschaffen und vermittelt wurden und wie körperliche Merkmale zugleich zur Konstruktion von Zugehörigkeit und Fremdheit dienten. Dabei werden Mechanismen der Normativierung ebenso untersucht wie Prozesse der Ausgrenzung und Alterisierung.
Anhand ausgewählter Beispiele aus der griechischen und römischen Antike werden Darstellungen von Geschlecht, Alter, Ethnizität, sozialem Status, körperlicher Schönheit und körperlicher Abweichung analysiert. Die Lehrveranstaltung thematisiert, wie sich gesellschaftliche Werte und Machtstrukturen in Körperbildern manifestieren und welche Rolle visuelle Darstellungen in religiösen, politischen und sozialen Kontexten spielten.
Die Auseinandersetzung mit antiken Körperkonzepten eröffnet zugleich Perspektiven auf die kulturelle Bedingtheit von Normen und auf die historische Wandelbarkeit von Vorstellungen über Identität, Körperlichkeit und Differenz.
Aktive Beteiligung an den Diskussionen ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Lehrveranstaltung.
[Ü] Praxis der Klassischen Archäologie (Teil 1)
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
[Ü] Sammlungs- und Objektforschung: Was macht Objekte wertvoll? Zur Bedeutung musealer und wissenschaftlicher Sammlungen (AfK-Nr.: 645)
| regelmäßiger Termin ab 16.10.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Fr. 10:00 - 14:00 Uhr, Raum: Religionskundliche Sammlung, Landgraf-Philipp-Str. 4, Seminarraum, 1. Stock | ||
| nächster Termin: 16.10.2026 Uhr, Raum: Religionskundliche Sammlung, Landgraf-Philipp-Str. 4, Seminarraum, 1. Stock | ||
Seit jeher werden in universitären Sammlungen Objekte für Forschung und Lehre zusammengetragen und aufbewahrt. Das Spektrum reicht von kulturwissenschaftlichen über archäologische bis hin zu verschiedenen naturwissenschaftlichen und technischen Sammlungen. Die Universitäten Gießen und Marburg verfügen zusammen über mehr als 100 Sammlungen. Viele Generationen von Studierenden und Wissenschaftler:innen lernen oder lehren mit Objekten, um fachliche Inhalte zu veranschaulichen, Einblicke in die materielle Kultur von Religionen oder Kulturen zu geben und sich mit der Provenienz dieser Objekte sowie der Wissenschaftsgeschichte zu befassen. Dabei geht es um originale Objekte, die von höchster Handwerkskunst und ideeller Bedeutung sind, aber auch um Kopien, Abgüsse und Präparate, die vor allem einen didaktischen oder dokumentarischen Nutzen haben. Museen nutzen Objekte ebenfalls für Vermittlung und Forschung, allerdings zum Teil auf eine ganz andere Art und Weise. Beispielsweise spielt hier – anders als bei der Präsentation von wissenschaftlichen Sammlungen – die Inszenierung eine wichtige Rolle.
Diese praxisorientierte Lehrveranstaltung gibt einen Einblick in die Arbeit mit verschiedenen Sammlungsbeständen und deren Objekten und vermittelt grundlegende theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten im Umgang mit materieller Kultur. Im Zentrum stehen Themen wie Objekthandling; Objektrecherche und -beschreibung; Sammlungs- und Objektgeschichte; ethische und juristische Aspekte; sammlungs- und objektbezogene Arbeitstechniken, Forschungsmethoden und Analysemöglichkeiten. Die Fertigkeiten, die in dieser Lehrveranstaltung vermittelt werden, stellen Schlüsselqualifikationen für das wissenschaftliche Arbeiten in allen quellenbasierten Fächern dar. Ziel ist es, forschendes Lernen mit Objekten zu fördern und gleichzeitig anhand von konkreten Beispielen den Wert von Sammlungsobjekten aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Dabei vertiefen wir uns beispielsweise in die Debatten um den Wert der Authentizität und Originalität von Objekten ebenso wie in die Problematiken um Provenienz und koloniale Sammlungsgeschichten.
Literatur:
Weber, Cornelia (2021): Forschen und lehren mit Objekten. Universitäre Sammlungen als wissenschaftliche Infrastrukturen. In: Theiß, Alissa/Lierz, Michael (Hg.): Sachverstand. Die Sammlungen der Justus-Liebig-Universität Gießen. Gießen: Justus-Liebig-Universität, S. 15-21
Weindl, Roman (2019): Die „Aura“ des Originals im Museum: Über den Zusammenhang von Authentizität und Besucherinteresse. Bielefeld: transcript Verlag
Das Seminar ist für Studierende aller Fachrichtungen geeignet.
Maximale Teilnehmerzahl: 20
[Ü] Storytelling im Museum: von Artefakten zu digitalen Features (AfK-Nr.: 271)
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Digitale Technologien eröffnen neue Wege der musealen Wissensvermittlung. Interaktive Anwendungen, virtuelle Räume, Serious Games und Gamification ermöglichen es, Besucherinnen und Besucher aktiv einzubeziehen und archäologische Objekte auf neue Weise erfahrbar zu machen. Im Zentrum zeitgemäßer Museumskonzepte steht daher die Frage, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse zu archäologischen Objekten in digitale Erzähl- und Vermittlungsformate übersetzen lassen, die Besucherinnen und Besucher unterstützen, sich Wissen eigenständig zu erschließen.
Die Antikensammlung bietet einen idealen Lern- und Experimentierraum. Als Lehr- und Forschungssammlung ist sie ein zentraler Bestandteil der archäologischen Ausbildung der Professur für Klassische Archäologie. Zugleich eröffnet ihre Funktion als öffentlich zugängliche Museumssammlung ideale Voraussetzungen, um neue Formen der musealen Vermittlung für unterschiedliche Besuchergruppen zu entwickeln und zu erproben. Die Sammlung wird damit selbst zum Labor für digitale Kulturpraktiken und innovative Vermittlungsansätze.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Objekte der Antikensammlung. Ausgehend von ihrer wissenschaftlichen Analyse entwickeln die Studierenden unter fachkundiger Anleitung digitale Storytelling-Konzepte und entwerfen eigene Anwendungen, die archäologische Inhalte in interaktive Museumserlebnisse übersetzen. Ziel ist es, neue Zugänge zur Antike für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln.
Die Studierenden werden dabei zugleich zu Forschenden und Vermittelnden. Sie analysieren Objekte mit archäologischen Methoden und entwickeln daraus digitale Vermittlungskonzepte. Die Übung verbindet forschendes, problemorientiertes und projektbasiertes Lernen mit aktuellen Fragestellungen der digitalen Archäologie und Museumsvermittlung. Die Antikensammlung wird so zum Experimentierfeld für die Museumsvermittlung von morgen.
Vorlesung ⇑
[Vl] Einführung in die Klassische Archäologie I (AfK-Nr.: 220)
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||


