Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Gliederung nach anbietenden Einrichtungen - Klassische Archäologie
Veranstaltungen
Exkursion ⇑
[Ex] Exkursion: Pompeji
Im Zentrum der Exkursion steht die unmittelbare Analyse archäologischer Befunde vor Ort. In Pompeji werden Architektur, Ausstattungselemente, Inschriften und Bildwerke in ihrem konkreten räumlichen Zusammenhang untersucht. Ziel ist es, Funde nicht isoliert zu betrachten, sondern sie im Gefüge von Haus, Straße und Stadt funktional und sozial zu verorten.
Dabei werden zentrale Forschungsfragen direkt am Material überprüft. Die Studierenden lernen, Beobachtungen präzise zu formulieren, unterschiedliche Quellengattungen aufeinander zu beziehen und Interpretationen aus dem Kontext heraus zu entwickeln.
Der Besuch des Archäologischen Nationalmuseums Neapel ergänzt die Arbeit im Stadtraum um die kritische Reflexion von Kontextverlust und Musealisierung. So verbindet die Exkursion befundnahes Arbeiten mit methodischer Präzision und schärft den Blick für die Bedeutung archäologischer Kontexte.
Kolloquium ⇑
Seminar ⇑
Tutorium ⇑
Übung ⇑
[Ü] Bilder der Macht – Macht der Bilder: Römische Kaiserportraits
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, G 333 | |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Die Übung widmet sich der Funktion, Gestaltung und Wirkung kaiserlicher Bildnisse im Kontext römischer Herrschaftskommunikation vom frühen Prinzipat bis in die Spätantike. Ausgehend von der Etablierung des kaiserlichen Bildes unter Augustus werden zentrale Entwicklungsphasen der Portraitkunst bis Konstantin untersucht. Im Fokus stehen dabei Fragen nach Legitimation, Ideologie, Dynastie, Militarisierung und Sakralisierung von Herrschaft.
Die Lehrveranstaltung verbindet chronologische Perspektiven mit thematischen Schwerpunkten wie Typenbildung und Replikenpraxis, Materialität und Medialität, weibliche Herrschaftsrepräsentation, damnatio memoriae sowie Transformationsprozesse in der Krise des 3. Jahrhunderts und der Tetrarchie. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden ikonographische Strategien, Bildniskonzepte, Stilphänomene und ihre politischen Implikationen analysiert.
Methodisch steht die Bildanalyse im Zentrum: Die Studierenden erarbeiten sich Kriterien zur Beschreibung und Interpretation antiker Portraits, reflektieren deren Aufstellungskontexte und setzen sie in Beziehung zu literarischen, epigraphischen und numismatischen Quellen. Ziel der Übung ist es, römische Kaiserportraits als Instrumente politischer Kommunikation zu verstehen und ihre Rolle innerhalb der imperialen Öffentlichkeit differenziert zu beurteilen.
[Ü] Exkursionsvorbereitung: Pompeji
| regelmäßiger Termin ab 13.04.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 333 | |
| nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Die Vesuvstädte sind in der archäologischen Forschung zugleich Muster- und Problemfälle. Fragen nach der „Momentaufnahme 79 n. Chr.“, nach dem Verhältnis von Erhaltungszustand und Rekonstruktion sowie nach der Selektivität der Überlieferung werden im Seminar vorbereitet und vor Ort kritisch überprüft. Für die Studierenden ergibt sich so ein Einblick in den Forschungsprozess selbst: Hypothesen, Methoden und Deutungen werden an den Befunden überprüfbar.
Darüber hinaus erlaubt die Exkursion, unterschiedliche Materialgruppen in ihrer Verzahnung zu untersuchen: Architektur, Inschriften, Kleinfunde und Bildwerke werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Bestandteile eines komplexen urbanen Systems. Dadurch lernen die Studierenden, Befunde interdisziplinär auszuwerten und Quellengattungen methodisch aufeinander zu beziehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reflexion archäologischer Dokumentations- und Restaurierungsgeschichte. Pompeji ist ein Paradebeispiel für wechselnde Grabungstechniken, Restaurierungsansätze und Präsentationsstrategien seit dem 18. Jahrhundert. Die Exkursion bietet Gelegenheit, diese Schichten der Forschungsgeschichte vor Ort sichtbar zu machen und kritisch zu diskutieren, wie frühere Entscheidungen die heutige Wahrnehmung der Stadt prägen.
Zugleich eröffnet die Arbeit im Archäologischen Nationalmuseum Neapel Einblicke in Fragen der Sammlungsgeschichte, Konservierung und Musealisierung. Studierende können dabei nachvollziehen, wie die Verlagerung von Funden aus ihrem ursprünglichen Kontext in die Museumspräsentation neue Interpretationsmöglichkeiten, aber auch Verzerrungen erzeugt.
Die Exkursion trägt somit nicht nur zur Vertiefung des inhaltlichen Fachwissens bei, sondern schult die Studierenden in einem forschungsorientierten, kritisch-reflektierenden Umgang mit archäologischen Quellen und deren Rezeption.
[Ü] Praxis der Klassischen Archäologie (Teil 2)
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, G 233 | |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 | ||
[Ü] Visuelle Botschaften im Hosentaschenformat: Münzen als archäologische Objekte (Analyse und Vermittlung) (AfK-Nr.: 638)
| regelmäßiger Termin ab 15.04.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, B 025 | |
| nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 025 | ||
[Ü] Wissenstransfer: Wissenschaft anschaulich vermitteln. Neugestaltung der Dauerausstellung in der Hermann-Hoffmann-Akademie der JLU (AfK-Nr.: 648)
| regelmäßiger Termin ab 24.04.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Fr. 10:00 - 14:00 Uhr | Urzeitwerkstatt in der Hermann-Hoffmann-Akademie, Senckenbergstraße 17-21, 35390 Gießen | |
| nächster Termin: 24.04.2026 Uhr, Raum: Urzeitwerkstatt in der Hermann-Hoffmann-Akademie, Senckenbergstraße 17-21, 35390 Gießen | ||
Wissenschaftskommunikation ist neben Forschung und Lehre eine der Hauptaufgaben von Universitäten. Die JLU besitzt mit der Hermann-Hoffmann-Akademie einen ganz besonderen Ort der Wissenschaftsvermittlung. Durch Vorträge, Führungen und weitere zielgruppengerechte Veranstaltungen wird hier Wissen in die Gesellschaft gebracht und der Dialog mit den Menschen aus Gießen gesucht. Besonders anschaulich lässt sich Wissen über Exponate der universitären Sammlungen vermitteln, die an der JLU aus nahezu allen Fachrichtungen vorhanden sind. In der Hermann-Hoffmann-Akademie soll daher eine neue Dauerausstellung mit Objekten aus den Universitätssammlungen konzipiert werden. In der Übung werden wir das bisherige Ausstellungskonzept weiterentwickeln und gemeinsam umsetzen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Auswahl der Objekte, Recherchen zu den Exponaten, der Beschriftung der Ausstellungsstücke und dem Verfassen von Begleittexten. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Einblicke in die vielfältigen Anforderungen der Ausstellungskonzeption, Ausstellungsplanung und -umsetzung zu gewähren. Die Teilnehmenden lernen aktiv und forschend ein spannendes und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld wissenschaftlichen Arbeitens kennen. Gleichzeitig erarbeiten sie gesellschaftlich bedeutende Themen, präsentieren sie einer breiten Öffentlichkeit und entwickeln Kompetenzen in Ausstellungs- und Wissenschaftskommunikation sowie in allgemeinverständlich-wissenschaftlichem Schreiben.
Neben diesen spezifischen Fertigkeiten erwerben die Teilnehmenden zudem berufsrelevante Schlüsselqualifikationen: etwa Team- und Kommunikationsfähigkeit, zielgerichtetes Arbeiten und Medienkompetenz.
Das Seminar ist für Studierende aller Fachrichtungen geeignet.
Vorlesung ⇑
[Vl] Einführung in die Klassische Archäologie (Teil 2) (Afk-Nr. 223)
| regelmäßiger Termin ab 16.04.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, G 233 | |
| nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 233 | ||
[Vl] Politisch-historische Monumente im Zeitalter der römischen Republik (Afk-Nr. 272)
| regelmäßiger Termin ab 14.04.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, G 333 | |
| nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
In der republikanischen Zeit war die Politik in Rom, aber auch in anderen Städten Italiens, die von einer oligarchischen Oberschicht regiert wurden, von harten Konkurrenzkämpfen der führenden Männer um Macht und Ansehen geprägt. Denkmäler, die die Qualitäten sowie die militärischen und politischen Ämter und Verdienste dieser Leute vor Augen führen sollten, spielten in diesen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle. Die Nachrichten zu Ehrenstatuen, Gemälden und Reliefs etc. in historischen Schriften helfen zum Verständnis der nur bruchstückhaft erhaltenen archäologischen Zeugnisse, die in dieser Vorlesung behandelt werden: u.a. Häuser von Angehörige der Eliten und deren Ausstattung, Stiftungen von Bauten für das öffentliche Wohl und für die Götter, die zum höheren Ruhm des Stifters und seiner politisch-militärischen Erfolge beitrugen, Ehrenmonumente auf öffentlichen Plätzen und in Heiligtümern.


