JLU Gie�en
Diese Seite drucken   
Sie sind hier: StartFachbereich 04: Geschichts- und KulturwissenschaftenOsteuropäische GeschichteKombinations-Masterstudiengänge "Osteuropäische Geschichte" (Studienbeginn ab Wintersemester 2022/23)
Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2026

Einfache Suche. Wählen Sie erst aus, ob Sie in Veranstaltungen oder Lehrenden suchen wollen.

Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Osteuropäische Geschichte - Kombinations-Masterstudiengänge "Osteuropäische Geschichte" (Studienbeginn ab Wintersemester 2022/23)

Veranstaltungen

 

 
Veranstaltungen filtern
 
Legende

  

Zu belegen sind drei Module.

 

Seminar.

[H Si] Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, C 029
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.

Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.


[H Si] Die Ukraine als Kosakenland
Durchführung: deutsch und englisch
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Ausgehend von Andreas Kappeler grundlegender Studie soll für den Zeitraum vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert der Wandel des Bildes der Ukraine vom Land der Kosaken zum Land der Bauern nachvollzogen werden. Dazu gehört zunächst eine Verständigung über die Kategorien Frontier und Banditen. Dann kann das Studium westlicher Chronisten und Kartographen beginnen. Ereignisgeschichtlich steht dabei neben dem Chmel’nyc’kyj-Aufstand (1648-1654) auch der Seitenwechsel Mazepas von Peter I. zu Karl XII. (1709) auf dem Programm.
Im Interesse des interdisziplinären GiZo-Programms wird die Veranstaltung multilingual angeboten. Fremdsprachliche Quellen liegen auch in deutscher und englischer Übersetzung vor.

Based on Andreas Kappeler's fundamental study, the transformation of Ukraine's image from a land of Cossacks to a land of peasants will be traced from the 17th to the 19th century. This first requires an understanding of the categories of frontier and bandits. Then the study of Western chroniclers and cartographers can begin. In terms of historical events, the program will cover not only the Khmelnytsky Uprising (1648-1654) but also Mazepa's change of allegiance from Peter I to Charles XII (1709).
In the interest of the interdisciplinary GiZo program, the course is offered in multiple languages. Foreign-language sources are also available in German and English translations.

Literatur: Kappeler, Andreas: Die Kosaken. Geschichte und Legenden München 2013; ders.: Vom Land der Kosaken zum Land der Bauern Die Ukraine im Horizont des Westens vom 16. bis 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2020; Plokhy, Serhii: The Cossack Myth. History and Nationhood in the Age of Empires. Cambridge 2012.


[H Si] Juden in der Frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, C 113
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

Kommentar:

In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.


 
[O Si] Oberseminar (Osteuropäische Geschichte)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Phil. I, E 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, E 209

 
[H Si] Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, C 029
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.

Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.


[Ü] Geschichte online erforschen – Ein gemeinsamer Guide zur Digitalen Geschichte am Beispiel Polens
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2026
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen?
Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften.
Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text.
Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.

Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)

17.04: 10-12
24.04: 10-12
05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba]
08.05: 10-12
22.05: 10-14
29.05: 10-12
19.06: 10-14
03.07: 10-14
17.07: 10-12


[Ü] Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa - Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, G 025
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025

Kommentar:

Bosnien-Herzegowina ist ein kleines Land, in dem seit Jahrhunderten verschiedene religiöse beziehungsweise nationale Gruppen zusammenleben. Diese Diversität ist historisch gewachsen. Auch wenn das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei war, stellt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen eine zentrale Konstante der bosnischen Geschichte dar. Entsprechend wird das Land häufig als Kontaktzone zwischen Ost und West beschrieben.

In dieser Übung erarbeiten wir anhand von Quellen und historiographischen Texten zentrale Epochen der Geschichte Bosnien-Herzegowinas: von der osmanischen Zeit über die habsburgische Okkupation und die Gründung des Königreichs Jugoslawien 1918 bis zum sozialistischen föderativen Jugoslawien und dem gewaltvollen Zerfall des Staates in den 1990er Jahren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den historischen Formen des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen in Bosnien-Herzegowina.

Die Übung wird als Vorbereitung auf die Teilnahme an der Exkursion „Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe“ nach Sarajevo im September 2026 empfohlen.


[Ü] Mediengeschichte und Druckmedien in der Frühen Neuzeit: Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Journale
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, F 009
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 009

Kommentar:

Der Übung führt in zentrale Formen der gedruckten Öffentlichkeit zwischen 1500 und 1800 ein. Im Mittelpunkt stehen Druckmedien als historische Quellengattung und als Träger politischer, religiöser, sozialer und kultureller Kommunikation. Anhand ausgewählter Beispiele werden die medialen Eigenlogiken von Flugblatt, Flugschrift, Messrelation, Zeitung, Almanach und gelehrtem Journal analysiert sowie ihre Produktionsbedingungen, Distributionswege und Rezeptionskontexte untersucht. Der Kurs verbindet medienhistorische Theorie – insbesondere Ansätze der deutschen Mediengeschichtsschreibung – mit intensiver Quellenarbeit.
In praktischen Übungen lernen die Studierenden, frühneuzeitliche Drucke quellenkritisch zu erschließen, typologisch einzuordnen und in ihren historischen Kontext zu stellen. Darüber hinaus werden Recherchekompetenzen im Umgang mit Bibliothekskatalogen, digitalen Sammlungen und fachspezifischen Datenbanken vermittelt. Ziel ist es, medienhistorische Fragestellungen mit Quellenanalyse zu verknüpfen und ein vertieftes Verständnis frühneuzeitlicher Medienlandschaft zu entwickeln.

Empfohlene Literatur zum Kurs:
Arndt, Johannes, und Esther-Beate Körber (Hrsg.): Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600 - 1750). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 75). Göttingen 2010.
Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. 2. Auflage. Köln 2008.
Würgler, Andreas: Medien in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 85). München 2009.


[H Si] Das Wormser Konkordat von 1122 – das Ende des Investiturstreits?
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, C 029
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029

Kommentar:

Das Wormser Konkordat, das am 23. September 1122 zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, gilt als Schlusspunkt des Investiturstreits und bildet eine epochale Zäsur – so scheint es. In diesem Vertrag einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. auf das Verfahren für die Wahl und Einsetzung von Bischöfen im Reich. Der Kaiser sollte nur noch sehr begrenzte Rechte bei der Bestellung neuer Bischöfe haben. Eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatten sich auch der französische und der englische König mit dem Papst auf ein Verfahren bei den Bischofswahlen geeinigt, bei dem die Könige die sogenannte freie, kanonische Wahl von Bischöfen ohne unmittelbare Eingriffsrechte der Krone garantierten. Oft wurden diese Konkordate als erste Schritte zur Trennung von Kirche und Staat missverstanden. Tatsächlich lässt sich für das gesamte 12. Jahrhundert zeigen, dass Bischofswahlen weiterhin unter starkem königlichen Einfluss stattfanden. War das Wormser Konkordat also nur ein Papiertiger?
Wir werden im Seminar Quellentexte des späten 11. und des 12. Jahrhunderts lesen und versuchen, etwas Licht in die Frage nach der Wirksamkeit und Rezeption des Wormser Konkordats zu bringen.

Literatur:
Hartmann, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte 21), 3. Aufl. München 2007; Johrendt, Jochen: Der Investiturstreit, Darmstadt 2018; Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020; Kohl, Thomas: Die Erfindung des Investiturstreits, in: HZ 312 (2021), S. 34–61; Weinfurter, Stefan: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006; Zey, Claudia: Der Investiturstreit, München 2017; Zey, Claudia: Der Investiturstreit – Neuere Perspektiven der Forschung, in: Kohl, Thomas (Hg.): Konflikt und Wandel um 1100: Europa im Zeitalter von Feudalgesellschaft und Investiturstreit (Europa im Mittelalter 36), Berlin 2020, S. 13–31.


[Ü] Diplomatische Bemühungen im Westen des Reichs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, C 113
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113

[Ü] Geschichte online erforschen – Ein gemeinsamer Guide zur Digitalen Geschichte am Beispiel Polens
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.04.2026
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen?
Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften.
Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text.
Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.

Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)

17.04: 10-12
24.04: 10-12
05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba]
08.05: 10-12
22.05: 10-14
29.05: 10-12
19.06: 10-14
03.07: 10-14
17.07: 10-12


[Ü] Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa - Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, G 025
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 025

Kommentar:

Bosnien-Herzegowina ist ein kleines Land, in dem seit Jahrhunderten verschiedene religiöse beziehungsweise nationale Gruppen zusammenleben. Diese Diversität ist historisch gewachsen. Auch wenn das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei war, stellt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen eine zentrale Konstante der bosnischen Geschichte dar. Entsprechend wird das Land häufig als Kontaktzone zwischen Ost und West beschrieben.

In dieser Übung erarbeiten wir anhand von Quellen und historiographischen Texten zentrale Epochen der Geschichte Bosnien-Herzegowinas: von der osmanischen Zeit über die habsburgische Okkupation und die Gründung des Königreichs Jugoslawien 1918 bis zum sozialistischen föderativen Jugoslawien und dem gewaltvollen Zerfall des Staates in den 1990er Jahren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den historischen Formen des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen in Bosnien-Herzegowina.

Die Übung wird als Vorbereitung auf die Teilnahme an der Exkursion „Zwischen Minaretten und Kirchtürmen: Eine Reise durch Bosniens (post-)osmanisches Erbe“ nach Sarajevo im September 2026 empfohlen.


[Ü] Mediengeschichte und Druckmedien in der Frühen Neuzeit: Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Journale
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 15.04.2026
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr  Phil. I, F 009
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 009

Kommentar:

Der Übung führt in zentrale Formen der gedruckten Öffentlichkeit zwischen 1500 und 1800 ein. Im Mittelpunkt stehen Druckmedien als historische Quellengattung und als Träger politischer, religiöser, sozialer und kultureller Kommunikation. Anhand ausgewählter Beispiele werden die medialen Eigenlogiken von Flugblatt, Flugschrift, Messrelation, Zeitung, Almanach und gelehrtem Journal analysiert sowie ihre Produktionsbedingungen, Distributionswege und Rezeptionskontexte untersucht. Der Kurs verbindet medienhistorische Theorie – insbesondere Ansätze der deutschen Mediengeschichtsschreibung – mit intensiver Quellenarbeit.
In praktischen Übungen lernen die Studierenden, frühneuzeitliche Drucke quellenkritisch zu erschließen, typologisch einzuordnen und in ihren historischen Kontext zu stellen. Darüber hinaus werden Recherchekompetenzen im Umgang mit Bibliothekskatalogen, digitalen Sammlungen und fachspezifischen Datenbanken vermittelt. Ziel ist es, medienhistorische Fragestellungen mit Quellenanalyse zu verknüpfen und ein vertieftes Verständnis frühneuzeitlicher Medienlandschaft zu entwickeln.

Empfohlene Literatur zum Kurs:
Arndt, Johannes, und Esther-Beate Körber (Hrsg.): Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600 - 1750). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 75). Göttingen 2010.
Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. 2. Auflage. Köln 2008.
Würgler, Andreas: Medien in der frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 85). München 2009.


[Ü] Simon Dubnow als Historiker des jüdischen Volkes
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Dem aus der belarusisch-russischen Grenzstadt Mstislavl/Mstislaŭ stammenden Simon Dubnov (1860-1941) blieb die professionelle Ausbildung zum Historiker verwehrt, dennoch gilt er als maßgeblicher Theoretiker des osteuropäischen Judentums. In der Übung wollen wir über unser eigenes Selbstverständnis reflektieren und uns mit der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ (1925-1929) und der zweibändigen „Geschichte des Chassidismus“ (1931) vertraut machen. Die Übung bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören die Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch Trends wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte. Als benoteter Leistungsnachweis ist die Besprechung eines Bandes aus den beiden Hauptwerken vorgesehen.

Literatur: Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bd. I-II. Berlin 1925–1929; ders.: Geschichte des Chassidismus. Bd. I-II. Berlin 1931; ders.: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit. Bd. I-III. Hrsg. von Verena Dohrn. Göttingen 2004/2005.


 

Zu den Wahlmöglichkeiten siehe die Modulbeschreibung.

 

Hauptseminar.

[H Si] Das KZ Groß-Rosen und dessen über 100 Außenlager. Ein vegessenes und wenig erforschtes Konzentrationslager mitten in Europa
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Das Projektseminar möchte sich mit einem der am wenigsten bekannten deutschen NS-Lagerkomplexen in Europa beschäftigen: dem Konzentrationslager Groß-Rosen in Schlesien, dass im Zweiten Weltkrieg zu einem Lager- und Zwangsarbeiterkomplex mit über 100 Nebenlagern ausgebaut wurde.
Der KZ-Komplex umfasste ein weit verzweigtes Netz von Außenlagern, oft nur kurzfristig bestehende Produktionsstandorte. Forschung hierzu blieb lange randständig – aufgrund fragmentierter Quellen, spät erschlossener Archive und fehlender Einbettung in transnationale wirtschafts- und erinnerungshistorische Debatten. Viele Aspekte der Ausbeutungspraxis, ökonomischer Verflechtungen sowie lokaler Kooperationen und Profiteure sind unzureichend erforscht.
Bei einer Exkursion der JLU Gießen im September 2024 zur Gedenkstätte Groß-Rosen und zu weiteren Außenlagern zeigte sich breite Übereinstimmung über den Forschungsbedarf. Daraus entstanden studentische Projekte, die in das Hauptseminar (SoSe 2026), studentische Abschlussarbeiten sowie einen Workshop (September 2026) mit einem daraus entwickelten historiographischen Beitrag zur internationalen Geschichte von Groß-Rosen und seinen Außenlagern münden sollen.
Ziel des Vorhabens ist, bestehende Forschungsperspektiven zu den Außenlagern von Groß-Rosen durch einen europäischen Zugang zu erweitern und ein transnationales Narrativ zu entwickeln, das gemeinsame Erfahrungen wie regionale Unterschiede berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager des KZ-Komplexes, die trotz ihrer Bedeutung nur punktuell untersucht sind und zentrale Elemente des NS-Zwangsarbeitssystems bildeten.
Exemplarisch analysiert das Projekt zwei Lager: Christianstadt/Krzystkowice, ausschließlich mit jüdischen Frauen belegt, ermöglicht detaillierte Einsichten in Organisation, Zwangsarbeit und Gewaltformen. Das Außenlager in Fünfteichen (Miłoszyce) wurde im Herbst 1943 eingerichtet und entwickelte sich zu einer der größten Außenstellen des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Die dort inhaftierten Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern wurden im nahegelegenen Rüstungsbetrieb sowie im Berthawerk AG in Jeltsch (heute Teil von Jelcz-Laskowice) zur Zwangsarbeit in der Waffenproduktion eingesetzt. Das Lager umfasste rund 6.000 männliche Häftlinge, von denen viele den extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen. In der zweiten Januarhälfte 1945 ordnete die SS die Evakuierung des Lagers an. Während des sogenannten Todesmarsches nach Gross-Rosen kamen etwa 1.000 Menschen infolge von Kälte, Erschöpfung und gezielten Tötungen durch SS-Angehörige ums Leben. Etwa 300 schwer erkrankte Häftlinge verblieben im Lager und wurden kurze Zeit später von Soldaten der Roten Armee befreit.
Ein Schwerpunkt gilt den weiblichen SS-Wachmannschaften, deren Rolle im Groß-Rosen-Komplex bislang kaum erforscht wurde. Ich möchte alle Interessierten einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist möglich, aus dem Projekt Hausarbeiten und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu entwickeln.

Zur Einführung

Rudorff, Andrea: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 15. Berlin,2014.

Schulte, Jan Erik. 2001. Zwangsarbeit und Vernichtung: das Wirtschaftsimperium der SS; Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933 - 1945. Book. Paderborn [u.a.]: Schöningh.

Sprenger, Isabell. 1996. Groß-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Book. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte 6. Köln [u.a.]: Böhlau.

Löbner, Martina. 2002. „"Geheime Reichssache" Christianstadt: das Ende einer Kleinstadt zwischen Oder und Neiße sowie der Sprengstoff-Fabrik ‚Ulme‘“. Cd. https://doi.org/urn:nbn:de:gbv:089-3641452423.


[H Si] Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe

[H Si] Die Ukraine als Kosakenland
Durchführung: deutsch und englisch
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Ausgehend von Andreas Kappeler grundlegender Studie soll für den Zeitraum vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert der Wandel des Bildes der Ukraine vom Land der Kosaken zum Land der Bauern nachvollzogen werden. Dazu gehört zunächst eine Verständigung über die Kategorien Frontier und Banditen. Dann kann das Studium westlicher Chronisten und Kartographen beginnen. Ereignisgeschichtlich steht dabei neben dem Chmel’nyc’kyj-Aufstand (1648-1654) auch der Seitenwechsel Mazepas von Peter I. zu Karl XII. (1709) auf dem Programm.
Im Interesse des interdisziplinären GiZo-Programms wird die Veranstaltung multilingual angeboten. Fremdsprachliche Quellen liegen auch in deutscher und englischer Übersetzung vor.

Based on Andreas Kappeler's fundamental study, the transformation of Ukraine's image from a land of Cossacks to a land of peasants will be traced from the 17th to the 19th century. This first requires an understanding of the categories of frontier and bandits. Then the study of Western chroniclers and cartographers can begin. In terms of historical events, the program will cover not only the Khmelnytsky Uprising (1648-1654) but also Mazepa's change of allegiance from Peter I to Charles XII (1709).
In the interest of the interdisciplinary GiZo program, the course is offered in multiple languages. Foreign-language sources are also available in German and English translations.

Literatur: Kappeler, Andreas: Die Kosaken. Geschichte und Legenden München 2013; ders.: Vom Land der Kosaken zum Land der Bauern Die Ukraine im Horizont des Westens vom 16. bis 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2020; Plokhy, Serhii: The Cossack Myth. History and Nationhood in the Age of Empires. Cambridge 2012.


[H Si] The Concepts of Freedom in Eastern Europe, 19th-21st Century
Dozent/-in:
Format:
digital
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 05.06.2026
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 05.06.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

 

Hauptseminar.

[H Si] Das KZ Groß-Rosen und dessen über 100 Außenlager. Ein vegessenes und wenig erforschtes Konzentrationslager mitten in Europa
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Das Projektseminar möchte sich mit einem der am wenigsten bekannten deutschen NS-Lagerkomplexen in Europa beschäftigen: dem Konzentrationslager Groß-Rosen in Schlesien, dass im Zweiten Weltkrieg zu einem Lager- und Zwangsarbeiterkomplex mit über 100 Nebenlagern ausgebaut wurde.
Der KZ-Komplex umfasste ein weit verzweigtes Netz von Außenlagern, oft nur kurzfristig bestehende Produktionsstandorte. Forschung hierzu blieb lange randständig – aufgrund fragmentierter Quellen, spät erschlossener Archive und fehlender Einbettung in transnationale wirtschafts- und erinnerungshistorische Debatten. Viele Aspekte der Ausbeutungspraxis, ökonomischer Verflechtungen sowie lokaler Kooperationen und Profiteure sind unzureichend erforscht.
Bei einer Exkursion der JLU Gießen im September 2024 zur Gedenkstätte Groß-Rosen und zu weiteren Außenlagern zeigte sich breite Übereinstimmung über den Forschungsbedarf. Daraus entstanden studentische Projekte, die in das Hauptseminar (SoSe 2026), studentische Abschlussarbeiten sowie einen Workshop (September 2026) mit einem daraus entwickelten historiographischen Beitrag zur internationalen Geschichte von Groß-Rosen und seinen Außenlagern münden sollen.
Ziel des Vorhabens ist, bestehende Forschungsperspektiven zu den Außenlagern von Groß-Rosen durch einen europäischen Zugang zu erweitern und ein transnationales Narrativ zu entwickeln, das gemeinsame Erfahrungen wie regionale Unterschiede berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen die Außenlager des KZ-Komplexes, die trotz ihrer Bedeutung nur punktuell untersucht sind und zentrale Elemente des NS-Zwangsarbeitssystems bildeten.
Exemplarisch analysiert das Projekt zwei Lager: Christianstadt/Krzystkowice, ausschließlich mit jüdischen Frauen belegt, ermöglicht detaillierte Einsichten in Organisation, Zwangsarbeit und Gewaltformen. Das Außenlager in Fünfteichen (Miłoszyce) wurde im Herbst 1943 eingerichtet und entwickelte sich zu einer der größten Außenstellen des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Die dort inhaftierten Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern wurden im nahegelegenen Rüstungsbetrieb sowie im Berthawerk AG in Jeltsch (heute Teil von Jelcz-Laskowice) zur Zwangsarbeit in der Waffenproduktion eingesetzt. Das Lager umfasste rund 6.000 männliche Häftlinge, von denen viele den extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen. In der zweiten Januarhälfte 1945 ordnete die SS die Evakuierung des Lagers an. Während des sogenannten Todesmarsches nach Gross-Rosen kamen etwa 1.000 Menschen infolge von Kälte, Erschöpfung und gezielten Tötungen durch SS-Angehörige ums Leben. Etwa 300 schwer erkrankte Häftlinge verblieben im Lager und wurden kurze Zeit später von Soldaten der Roten Armee befreit.
Ein Schwerpunkt gilt den weiblichen SS-Wachmannschaften, deren Rolle im Groß-Rosen-Komplex bislang kaum erforscht wurde. Ich möchte alle Interessierten einladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es ist möglich, aus dem Projekt Hausarbeiten und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu entwickeln.

Zur Einführung

Rudorff, Andrea: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Geschichte der Konzentrationslager 1933-1945, Band 15. Berlin,2014.

Schulte, Jan Erik. 2001. Zwangsarbeit und Vernichtung: das Wirtschaftsimperium der SS; Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933 - 1945. Book. Paderborn [u.a.]: Schöningh.

Sprenger, Isabell. 1996. Groß-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Book. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte. Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte 6. Köln [u.a.]: Böhlau.

Löbner, Martina. 2002. „"Geheime Reichssache" Christianstadt: das Ende einer Kleinstadt zwischen Oder und Neiße sowie der Sprengstoff-Fabrik ‚Ulme‘“. Cd. https://doi.org/urn:nbn:de:gbv:089-3641452423.


[H Si] Die Jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990ern: Regionale Vorgeschichte, globale Auswirkungen, internationale Strafjustiz
Blocktermine (Freitag/Samstag) werden noch bekanntgegeben.
Dozent/-in:
Ferhadbegović, Sabina
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
4 Einzeltermine:
Fr. 12.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 13.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Fr. 19.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe
Sa. 20.06.2026,10.00 - 16.30 Uhr   keine Raumangabe

[H Si] Die Ukraine als Kosakenland
Durchführung: deutsch und englisch
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2026
wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

Kommentar:

Ausgehend von Andreas Kappeler grundlegender Studie soll für den Zeitraum vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert der Wandel des Bildes der Ukraine vom Land der Kosaken zum Land der Bauern nachvollzogen werden. Dazu gehört zunächst eine Verständigung über die Kategorien Frontier und Banditen. Dann kann das Studium westlicher Chronisten und Kartographen beginnen. Ereignisgeschichtlich steht dabei neben dem Chmel’nyc’kyj-Aufstand (1648-1654) auch der Seitenwechsel Mazepas von Peter I. zu Karl XII. (1709) auf dem Programm.
Im Interesse des interdisziplinären GiZo-Programms wird die Veranstaltung multilingual angeboten. Fremdsprachliche Quellen liegen auch in deutscher und englischer Übersetzung vor.

Based on Andreas Kappeler's fundamental study, the transformation of Ukraine's image from a land of Cossacks to a land of peasants will be traced from the 17th to the 19th century. This first requires an understanding of the categories of frontier and bandits. Then the study of Western chroniclers and cartographers can begin. In terms of historical events, the program will cover not only the Khmelnytsky Uprising (1648-1654) but also Mazepa's change of allegiance from Peter I to Charles XII (1709).
In the interest of the interdisciplinary GiZo program, the course is offered in multiple languages. Foreign-language sources are also available in German and English translations.

Literatur: Kappeler, Andreas: Die Kosaken. Geschichte und Legenden München 2013; ders.: Vom Land der Kosaken zum Land der Bauern Die Ukraine im Horizont des Westens vom 16. bis 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2020; Plokhy, Serhii: The Cossack Myth. History and Nationhood in the Age of Empires. Cambridge 2012.


[H Si] The Concepts of Freedom in Eastern Europe, 19th-21st Century
Dozent/-in:
Format:
digital
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 05.06.2026
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr  Phil. I, D 209
nächster Termin: 05.06.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209

   

Wahlpflichtbereich; zu belegen ist ein Modul. Zur Wahlmöglichkeit siehe die Modulbeschreibung.

 

Wahlpflichtbereich; zu belegen ist ein Modul. Zur Wahlmöglichkeit siehe die Modulbeschreibung.

 

Zu belegen sind zwei Oberseminare. Ein eigenes Projekt wird in der Regel im zweiten Oberseminar präsentiert.

[O Si] Oberseminar (Osteuropäische Geschichte)
Dozent/-in:
Format:
in Präsenz
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2026
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr  Phil. I, E 209
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, E 209

nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de