Bibelwissenschaften Altes Testament und Neues Testament unter Berücksichtigung didaktischer Aspekte (P1d) ⇑
Die Fachdidaktische Blockveranstaltung ist den Basismodulen P1 und P2 zugeordnet. Sie kann deshalb in jedem Semester nur für eines der beiden Module belegt werden.
LV 2: Basisvorlesung Neues Testament
[Vl]
Einführung in das Neue Testament(AfK-Nr.: 180)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 205
Kommentar:
Ziel dieser Einführungsvorlesung ist es, in die Literatur und Theologie des Neuen Testaments einzuführen und einen Überblick über die Geschichte des frühen Christentums zu geben. Die Vorlesung dient der Vermittlung von Grund- und Überblickswissen, wie es für alle Studiengänge im Fach Evangelische Theologie zum Examen vorausgesetzt wird. Als Vorbereitung und begleitend zur Vorlesung ist die Lektüre des Neuen Testaments empfohlen unter Hinzuziehung einer Bibelkunde.
Empfohlene Standardwerke zur Arbeit am Neuen Testament: Elektronische Bibelkunde 3.0. Altes Testament mit Apokryphen. Neues Testament und Apostolische Väter. Interaktive Lernsoftware, Martin Rösel / Klaus-Michael Bull, aktualisierte Neuaufl. Stuttgart 2011.
Martin Ebner/Stefan Schreiber (Hg.), Einleitung in das Neue Testament (Kohlhammer-Studienbücher Theologie 6), 3. überarbeitete Auflage Stuttgart 2020 (eBook).
Angelika Strotmann, Der historische Jesus. Eine Einführung (UTB 3553), 4. ergänzte und aktualisierte Auflage Paderborn 2024 (eBook).
Paulus Handbuch, hg. v. Friedrich W. Horn, Tübingen 2013 (auch als eBook).
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 205
Kommentar:
Dieses Einführungsseminar bietet Ihnen die Möglichkeit, neue und klassische Methoden der Bibelexegese kennenzulernen und praktisch anzuwenden. Dafür werden in den Seminarsitzungen exemplarische Analysen alt- und neutestamentlicher Texte vorgenommen. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über die grundlegende Literatur der Bibelwissenschaft und erlernen den kritischen Umgang mit dieser. Insgesamt werden Sie dazu befähigt, selbstständig Informationen zu erarbeiten, eine methodische und hermeneutische Reflexion von (biblischen) Quellen mit abschließender Urteilsbildung vorzunehmen und Ihre eigenen Arbeitsergebnisse angemessen zu präsentieren. Da der überwiegende Teil der Seminarteilnehmer:innen zu Lehrer:innen ausgebildet wird, wird das erworbene Fachwissen stets auch unter didaktischen Aspekten reflektiert und angewendet. Die Relevanz der erlernten Inhalte und Methoden für Schüler:innen sowie eine mögliche Anpassung an die Erfordernisse des Unterrichts sollen in diesem Einführungsseminar thematisiert werden.
ACHTUNG: Von L3-Studierenden wird eine eigenständige Übersetzung neutestamentlicher Texte verlangt. Daher gilt für L3-Studierende: Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist das Graecum oder eine abgeschlossene Bibelgriechisch-Prüfung bzw. der laufende oder abgeschlossene Kurs 2 des Bibelgriechischkurses an der JLU Gießen.
Literaturhinweis: Bitte besorgen Sie sich bereits vorab folgende Literatur, die als Grundlage für das Seminar dient:
- Ebner, Martin / Heininger, Bernhard: Exegese des Neuen Testaments. Ein Arbeitsbuch für Lehre und Praxis, Paderborn 4., verbesserte und aktualisierte Aufl. 2018. [ONLINE abrufbar über JustFind] - Finnern, Sönke / Rüggemeier, Jan: Methoden der neutestamentlichen Exegese. Ein Lehr- und Arbeitsbuch, Stuttgart 2016. [ONLINE abrufbar über JustFind]
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 205
Kommentar:
Dieses Einführungsseminar bietet Ihnen die Möglichkeit, neue und klassische Methoden der Bibelexegese kennenzulernen und praktisch anzuwenden. Dafür werden in den Seminarsitzungen exemplarische Analysen alt- und neutestamentlicher Texte vorgenommen. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über die grundlegende Literatur der Bibelwissenschaft und erlernen den kritischen Umgang mit dieser. Insgesamt werden Sie dazu befähigt, selbstständig Informationen zu erarbeiten, eine methodische und hermeneutische Reflexion von (biblischen) Quellen mit abschließender Urteilsbildung vorzunehmen und Ihre eigenen Arbeitsergebnisse angemessen zu präsentieren. Da der überwiegende Teil der Seminarteilnehmer:innen zu Lehrer:innen ausgebildet wird, wird das erworbene Fachwissen stets auch unter didaktischen Aspekten reflektiert und angewendet. Die Relevanz der erlernten Inhalte und Methoden für Schüler:innen sowie eine mögliche Anpassung an die Erfordernisse des Unterrichts sollen in diesem Einführungsseminar thematisiert werden.
ACHTUNG: Von L3-Studierenden wird eine eigenständige Übersetzung neutestamentlicher Texte verlangt. Daher gilt für L3-Studierende: Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist das Graecum oder eine abgeschlossene Bibelgriechisch-Prüfung bzw. der laufende oder abgeschlossene Kurs 2 des Bibelgriechischkurses an der JLU Gießen.
Literaturhinweis: Bitte besorgen Sie sich bereits vorab folgende Literatur, die als Grundlage für das Seminar dient:
- Ebner, Martin / Heininger, Bernhard: Exegese des Neuen Testaments. Ein Arbeitsbuch für Lehre und Praxis, Paderborn 4., verbesserte und aktualisierte Aufl. 2018. [ONLINE abrufbar über JustFind] - Finnern, Sönke / Rüggemeier, Jan: Methoden der neutestamentlichen Exegese. Ein Lehr- und Arbeitsbuch, Stuttgart 2016. [ONLINE abrufbar über JustFind]
Der Religionsunterricht wird oft - und nicht nur aus Spaß - mit dem Einsatz von Mandalas verbunden. Auch Arbeitsblätter und Schulbücher scheinen oft die ersten Assoziationen zu sein, doch RU geht (auch) anders.
In dieser Übung möchten wir uns gemeinsam einen Überblick über den schulischen Religionsunterricht, seine Ursprünge, Ansprüche und Umsetzung verschaffen. Dazu werden neben theoretischen Einheiten auch praktische und von Studierenden vorbereitete Einblicke in den Umgang mit Arbeitsblättern aber auch anderen Medien und Methoden gegeben. Ziel soll es sein, Ihnen eine erste Vorstellung vom RU, seiner Vorbereitung und Durchführung zu geben. Auch Themen wie "Schulgottesdienst" und "Schulseelsorge" sollen dabei grundlegend behandelt werden.
Die LV ist für folgende Zielgruppen vorgesehen: L1kurz "Fachdidaktik Modul": Sie müssen die mit Exkursion gekennzeichneten Sitzungen nicht belegen, sind aber dennoch dazu eingeladen. Ebenso legen Sie im Rahmen dieser LV die MAP für das Modul als mündliche Prüfung ab. Informationen zu den mündlichen Prüfungen erhalten Sie frühzeitig.
L1lang/L2/L3/L5 "Fachdidaktik Modul": Sie nehmen an allen Sitzungen, inklusive der Exkursion teil.
Alle Lehramts-Studiengänge "Praxissemester": Sie nehmen auch an allen Sitzungen teil.
Protestantische Theologie in Geschichte und Gegenwart unter Berücksichtigung didaktischer Aspekte (P2b neu) ⇑
Die Basisvorlesung "Kirchengeschichte" (LV 1) wird im Wintersemester angeboten, die Basisvorlesung "Systematische Theologie" (LV 2) Sommersemester. Die Fachdidaktische Blockveranstaltung ist den Basismodulen P1 und P2 zugeordnet. Sie kann deshalb in jedem Semester nur für eines der beiden Module belegt werden.
LV 2: Basisvorlesung Systematische Theologie
[Vl]
Gottes schwindende Spur. Zur Dekonstruktion der Religion
Klausurtermin: 07.07.2026. Durchführung: digital. Es werden wöchentlich Vorlesungsaufzeichnungen für jeweils eine Woche zur Verfügung stehen. Sprechstundentermine werden separat angeboten.
Dozent/-in:
Klein
Format:
digital
Zeit und Ort:
k.A.
Kommentar:
Die Vorlesung behandelt die christliche Gotteslehre im interdisziplinären Gespräch zwischen Theologie und Philosophie. Sie stellt die theologiegeschichtlichen Hintergründe der Allmachtslehre sowie ihre Kritik und Transformation in der Bewegung einer ‚Theologie nach Auschwitz‘ (Moltmann, Metz) im 20. Jahrhundert vor. Sodann beschäftigt sie sich mit dem Werk von sechs Philosophen der Gegenwart, die über eine bloße Kritik der Allmacht hinaus eine umfassende Dekonstruktion der christlichen Gotteslehre unternommen haben (J. Derrida, E. Levinas, J.-L. Nancy, J. Caputo, S. Zizek, G. Agamben).
Zum Inhalt: Dass Gott allmächtig ist, dass er souverän und frei handelt, gehört zu den Grundüberzeugungen der christlichen Theologie. Doch ist dies auch der Gott, von dem die biblischen Überlieferungen erzählen und dem Menschen in Jesus Christus begegnet sind? In Jesus Christus zeigte sich Gott leibhaftig, verletzlich, zweifelnd und schwach. Ein gewichtiges Argument gegen die Allmachtslehre wird daher für gewöhnlich im Ausgang vom Kreuz Christi formuliert. Der Kreuzestod Christi galt im 20. Jh. als Paradigma für ein neues Denken, welches Gott als leidenden Gott versteht, der in sich selbst Tod und hoffnungslose Verwerfung ausgehalten hat. Doch die vermeintliche Überwindung der Allmachtslehre in der Theologie des gekreuzigten Gottes schreibt diese lediglich unter verändertem Vorzeichen fort, indem sie vom Sieg der Liebe Gottes über den Tod spricht. In einer nach-metaphysisch operierenden Philosophie wird hingegen versucht, die Dialektik von Allmacht und Ohnmacht Gottes zu unterlaufen und einen Gott zu denken, der ‚schwach‘, ‚abwesend‘ und ‚entzogen‘ ist. Doch lässt sich Gottes ‚Gottsein‘ wirklich sinnvoll denken, ohne dass Gott in irgendeiner Form zum ontologischen Fundament der Wirklichkeit, zum transzendenten Grund des Sinns wie des Sinnlosen gemacht wird?
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
St. Martin, Advent, Weihnachten, Ostern – das alles begegnet im Alltag und geht auch an der Grundschule nicht vorüber. Meist werden diese Feste auch thematisiert, mindestens aber gefeiert und mit eingeübten Ritualen begangen: der Laternenumzug, die Kerzen auf dem Adventskranz, die Figuren beim Krippenspiel, das Bemalen von Ostereiern. So ist das Kirchenjahr irgendwie präsent – aber was verbirgt sich hinter diesen Festen und ihren Ritualen historisch, kulturell und alles andere als zuletzt: theologisch? Dem wollen wir in diesem Einführungsseminar nachgehen und dabei einen besonderen Fokus darauf legen, wie man Grundschulkindern komplexe Sachverhalte so nahebringen kann, dass man nicht nur an der theologischen Oberfläche kratzt, sondern sie elementarisiert und die Kinder (und vielleicht auch sich selbst als Lehrkraft) so sensibilisiert für das, weswegen Religionsunterricht an die Schule gehört. Das Einführungsseminar richtet sich vor allem am L1-Studierende, es dürfen aber auch alle anderen kommen!
Der Religionsunterricht wird oft - und nicht nur aus Spaß - mit dem Einsatz von Mandalas verbunden. Auch Arbeitsblätter und Schulbücher scheinen oft die ersten Assoziationen zu sein, doch RU geht (auch) anders.
In dieser Übung möchten wir uns gemeinsam einen Überblick über den schulischen Religionsunterricht, seine Ursprünge, Ansprüche und Umsetzung verschaffen. Dazu werden neben theoretischen Einheiten auch praktische und von Studierenden vorbereitete Einblicke in den Umgang mit Arbeitsblättern aber auch anderen Medien und Methoden gegeben. Ziel soll es sein, Ihnen eine erste Vorstellung vom RU, seiner Vorbereitung und Durchführung zu geben. Auch Themen wie "Schulgottesdienst" und "Schulseelsorge" sollen dabei grundlegend behandelt werden.
Die LV ist für folgende Zielgruppen vorgesehen: L1kurz "Fachdidaktik Modul": Sie müssen die mit Exkursion gekennzeichneten Sitzungen nicht belegen, sind aber dennoch dazu eingeladen. Ebenso legen Sie im Rahmen dieser LV die MAP für das Modul als mündliche Prüfung ab. Informationen zu den mündlichen Prüfungen erhalten Sie frühzeitig.
L1lang/L2/L3/L5 "Fachdidaktik Modul": Sie nehmen an allen Sitzungen, inklusive der Exkursion teil.
Alle Lehramts-Studiengänge "Praxissemester": Sie nehmen auch an allen Sitzungen teil.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Theologische Themen in biblischer und historischer oder systematisch-theologischer Perspektive unter Berücksichtigung fachdidaktischer Aspekte (WPi1b) / Theologische Themen in biblischer und historischer oder systematisch-theologischer Perspektive (WPi1c) ⇑
Zu belegen sind ein Seminar aus den Disziplinen "Altes Testament" oder "Neues Testament" (LV 1), ein Seminar aus den Disziplinen "Kirchen- und Theologiegeschichte" oder "Systematische Theologie" (LV 2) sowie eine Vorlesung oder ein weiteres Seminar aus einer Disziplin, die nicht in den ersten beiden Modulteilen gewählt wurde (LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminar Altes Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Theologische Themen in alttestamentlicher und neutestamentlicher Perspektive unter Berücksichtigung fachdidaktischer Aspekte (WPi2b) / Theologische Themen in alttestamentlicher und neutestamentlicher Perspektive (WPi2c) ⇑
Zu belegen sind ein Seminar aus der Disziplin "Altes Testament" (LV 1), ein Seminar aus der Disziplin "Neues Testament" (LV 2) sowie eine Vorlesung oder ein weiteres Seminar aus einer der beiden Disziplinen (LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminar Altes Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
Theologische Themen in kirchen- und theologiegeschichtlicher sowie systematische-theologischer Perspektive unter Berücksichtigung fachdidaktischer Aspekte (WPi3b) / Theologische Themen in kirchen- und theologiegeschichtlicher sowie systematische-theologis ⇑
Zu belegen sind ein Seminar aus der Disziplin "Kirchen- und Theologiegeschichte" (LV 1), ein Seminar aus der Disziplin "Systematische Theologie" (LV 2) sowie eine Vorlesung oder ein weiteres Seminar aus einer der beiden Disziplinen (LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminar Kirchen- und Theologiegeschichte
[Si]
Kirche ohne Moral – Skandale in der Christentumsgeschichte(AfK-Nr.: 181)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Themen der Praktischen Theologie/Religionspädagogik im Kontext theologischer Disziplinen unter Berücksichtigung fachdidaktischer Aspekte (WPi4b) / Themen der Praktischen Theologie/Religionspädagogik im Kontext theologischer Disziplinen (WPi4c) ⇑
Zu belegen sind ein Seminar aus der Disziplin "Praktische Theologie/Religionspädagogik" (LV 1), ein Seminar aus einer anderen Disziplin (LV 2) sowie eine Vorlesung oder ein weiteres Seminar aus der Disziplin "Praktische Theologie/Religionspädagogik" (LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminar Praktische Theologie/Religionspädagogik
[Si]
Außerschulische Lernorte im Religionsunterricht
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.