Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Musikpädagogik und Musikwissenschaft - Modul 24: Musik der Gegenwart I (03 BA Mus 24)
Veranstaltungen
Zu belegen sind zwei Lehrveranstaltungen zur Musik der Gegenwart (LV 1 und LV 2).
[H Si] Für weihnachtliche Alpträume, Angriffe von Marsmenschen und schwarz gekleidete Männer: Die Filmmusik von Danny Elfman
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. II D, 08 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 |
1. Zum Thema:
Der Multi-Instrumentalist Danny Elfman entzieht sich den üblichen musikstilistischen Einordnungen. Die surrealistisch-avantgardistische Straßentheatergruppe, der er sich in den frühen 1970er Jahren anschloss, formte er 1979 zur New Wave-Band Oingo Boingo um, die mit skurrilen Musikvideos das frühe MTV mit prägte. Heutzutage kennt man Elfman zumeist als Filmkomponist und dies vor allem durch seine schon Mitte der 1980er Jahren beginnende langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Tim Burton, die sowohl Musikfilme (The Nightmare Before Christmas, Tim Burton’s Corpse Bride, Charlie and the Chocolate Factory, Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street) als auch Spielfilme umfasst (z.B. Beetlejuice, Edward Scissorhands, Mars Attacks!, Sleepy Hollow, Planet of the Apes, Big Fish, Alice in Wonderland). Bekannt für seine von Bernard Herrmann inspirierten großen Orchesterbesetzungen, ist er in seinen Filmkompositionen bisweilen auch als Sänger zu hören. Im Seminar werden wir uns neben Einblicken in seine Tätigkeit als Avantgarde- und Rockmusiker vor allem seinen Filmkompositionen analytisch zuwenden (neben den oben genannten z.B. auch Dick Tracy, Dolores Claiborne, Good Will Hunting, Men in Black, The Sixth Element, Milk, Fifty Shades of Grey).
2. Literatur:
Binns, A.G.: Music and Fantasy Types in Tim Burton’s Edward Scissorhands. In J. K. Halfyard (Hg.), The Music of Fantasy Cinema. Sheffield 2014, S. 132–147; Carayol, C.: Danny Elfman and the Music Box Effect in Tim Burton’s Films. In G. Menegaldo (Hg.), Tim Burton: A Cinema of Transformations. Montpellier 2018; Donnelly, K.J. (2005): The classical film score forever? Batman, Batman Returns and post-classical film music. In S. Neale/M. Smith (Hg.), Contemporary Hollywood Cinema. London, S. 142–155; Halfyard, J.K.: Danny Elfman’s Batman: A Film Score Guide. Lanham 2004; Hayward, P.: Inter-Planetary Soundclash: Music, Technology and Territorialisation in Mars Attacks! In Ders. (Hg.), Off the Planet. Music, Sound and Science Fiction Cinema. London 2004, S. 176–187; Hentschel, F.: Die Musik in »Mars Attacks!«. Parodistische Dekonstruktion von Science-Fiction-Traditionen, Westlicher Kultur und politischem Denken im Kalten Krieg. Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung 15 (2020), S. 177–211; Larson, R.D.: Danny Elfman: From Boingo to Batman (1990). In J. Hubbert (Hg.), Celluloid Symphonies. Texts and Contexts in Film Music History. Berkeley, Los Angeles 2011, S. 384–391; Lerner, N.: Danny Elfman: ›Funny Circus Mirrors.‹ In G. Harper (Hg.), Sound and Music in Film and Visual Media: A Critical Overview. New York: Continuum 2009, S. 524–530; Marks, M.: Elfman, Danny. In D. Root/P.V. Bohlman/J. Cross/H.M.J.H. Roberts (Hg.), Grove Music Online. New York 2020; Macmahan, A.: The Music of Danny Elfman. In Dies., The Films of Tim Burton: Animating Live Action in Contemporary Hollywood. New York/London 2006, S. 193–215; Powell, A.S.: The Interconnectivity of Elfman’s Film Scoring and Burton’s Narrative. In A. Barkman/A. Sanna (Hg.), A Critical Companion to Tim Burton. Lanham 2017, S. 57–70; Powell, A.S.: A Composite Theory of Transformations and Narrativity for the Music of Danny Elfman in the Films of Tim Burton. Diss. University of Kansas 2018; Swayne, S.: So Much ›More‹: The Music of ›Dick Tracy‹ (1990). American Music 22 (2004), H. 1, S. 50–63; van Elferen, I.: Danny Elfman’s Musical Fantasyland, or, Listening to a Snow Globe. In J. A. Weinstock (Hg.), The Works of Tim Burton. Margins to Mainstream. New York 2013, S. 65–82; Wright, H.S.: The Film Music of Danny Elfman: A Selective Discography. Notes 62 (2006), H. 4, S. 1030–1042.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- und Lehramtsstudierende (L2 u. L5): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher analytischer oder empirischer Projektarbeit oder Review (Metaanalyse) mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das Kurzreferat bzw. die empirische Projektarbeit eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[Si] Konzeptalben
regelmäßiger Termin ab 25.04.2025 | ||
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
nächster Termin: 25.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 |
1. Zum Thema:
Konzeptalben sind Musikalben, bei denen die einzelnen Songs bzw. Tracks eines Albums ein gemeinsames Thema verfolgen und bisweilen gar eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Das Seminar zeichnet die Geschichte dieses besonderen, bis heute anzutreffenden Albumtypus nach, der in den späten 1960er-Jahren mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (1967) der Beatles seinen Ausgang nahm und bereits früh von britischen Rockbands wie The Who („Tommy“ (1969), „Quadrophenia“ (1973)) oder The Kinks („The Kinks Are the Village Green Preservation Society“ (1968), „Arthur (Or the Decline and Fall of the British Empire)“ (1969)) aufgegriffen wurde. Auch wenn der Hauptfokus des Seminars auf den 60er- und 70er-Jahren mit Alben wie David Bowies „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ (1972), Genesis’ „The Lamb Lies Down on Broadway“ (1974) und Pink Floyds „The Wall“ (1979) liegt, werden auch spätere Konzeptalben wie Green Days „American Idiot“ (2004) beleuchtet. Neben der zeitgeschichtlichen Einordnung dieser Werke und der Diskussion ihrer Stellung in der Rock-/Popmusikgeschichte wird ein besonderes Augenmerk auf Bühnenadaptionen von Konzeptalben und ihrer Verknüpfung zum Musicalbereich liegen, die sich an Werken wie „Jesus Christ Superstar“ (1970), „Chess“ (1984) oder „Hadestown“ (2010) eindrücklich zeigt.
2. Literatur:
Gareth Shute: Concept Albums, Auckland 2013; Eric Wolfson: Fifty Years of the Concept Album in Popular Music: From the Beatles to Beyoncé, New York 2024
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb:
Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Kurzreferat; Leistungsschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit sowie Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit (die genauen Modalitäten werden in der ersten Sitzung gemeinsam besprochen)
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[P Si] Musik und Gedächtnis
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 |
Zum Thema:
Mehr als andere Künste verbindet Musik unsere persönlichen Erinnerungen mit der kollektiven Vergangenheit. Zugleich sind Musikhören oder Musizieren ohne Kurzzeitgedächtnis gar nicht möglich, und individuelle Musikwahrnehmung ist geprägt von Inhalten des Langzeitgedächtnisses bis hin zum Sonderphänomen des absoluten Gehörs. Da das limbische System im Inneren des Gehirns sowohl für Emotionen als auch Gedächtnisleistungen zuständig ist, gehen Erinnerungen immer mit Gefühlen einher. Es ist somit kein Wunder, warum in Musik- und Medienerzeugnissen versucht wird, über abgespeicherte Musikklischees und im Rezeptionsverlauf erlernte Leitmotive Erwartungen zu triggern, Spannung aufzubauen oder nostalgische Gefühle hervorzurufen. Das Seminar wird neben den hier angedeuteten Themen auch auf das Alltagsphänomen des Ohrwurms, Auswendiglernen und Spiel nach Gehör, die Bedeutung von Musik in der Behandlung von Demenzkranken, das Sammeln von Schallplatten und anderen Musikobjekten als erinnerungskonservierende Tätigkeit sowie auf die Kommerzialisierung von Nostalgie und Gedenken bezogen auf populäre Musik eingehen.
Literatur:
Albrecht, H. (2021). Leitmotivik in der Filmmusik. Einflüsse auf die visuelle Aufmerksamkeit und emotionale Wirkungen während der Filmrezeption. Baden-Baden; Baker, S. (Hg.) (2015). Preserving Popular Music Heritage. Do-it-Yourself, Do-it-Together. New York/Abingdon; Baker, S./Strong, C./Istvandity, L./Cantillon Z. (Hg.) (2018). The Routledge Companion to Popular Music History and Heritage. London/New York; Bennett, A./Rogers, I. (2016). Popular Music Scenes and Cultural Memory. London; Bijsterveld, K./van Dijck, J. (Hg.) (2009). Sound Souvenirs: Audio Technologies, Memory and Cultural Practices. Amsterdam; Bitzan, W. (2010). Auswendig lernen und spielen. Über das Memorieren in der Musik. Frankfurt am Main; Fischer, M./Widmaier, T. (Hg.) (2014). Lieder/Songs als Medien des Erinnerns. Münster/New York; Fuhr, M./Gruber, C. (Hg.) (2024). Musik, Erinnern und kulturelles Gedächtnis. Hildesheim; Garrido, S./Davidson, J.W.: Music, Nostalgia and Memory. Historical and Psychological Perspectives. Cham 2019; Ivănescu, A. (2019). Popular Music in the Nostalgia Video Game: The Way It Never Sounded. Cham; Jaszoltowski, S. (2022). Erinnerungsorte in der Musik. Berlin; Jost, C./Sebald, G. (Hg.) (2020). Musik – Kultur – Gedächtnis. Theoretische und analytische Annäherungen an ein Forschungsfeld zwischen den Disziplinen. Wiesbaden; Kiewitt, K. (2006). Musikbiografie und Alzheimer-Demenz. Zur Wirkung der Rezeption biografisch relevanter Musik auf das emotionale Erleben von Alzheimer-Betroffenen. Hamburg; Natterer, K. (2017). Nostalgie als Zukunftsstrategie für Unterhaltungsmedien. Empirische Studien zu persönlicher und historischer Nostalgie in Medien. Wiesbaden; Niemeyer, A. (2015). Musik und Gedächtnis bei Ernest Bloch und Leonard Bernstein. Kultursemiotische und unterrichtsdidaktische Studien zum erinnerungskulturellen Potential von Musik. Paderborn; Nieper, L./Schmitz, J. (Hg.) (2016). Musik als Medium der Erinnerung. Gedächtnis – Geschichte – Gegenwart. Bielefeld; Norton, B./Matsumoto, N. (Hg.) (2019). Music as Heritage: Historical and Ethnographic Perspectives. London/New York; Pfleiderer, M. (2011). Populäre Musik und kulturelles Gedächtnis. Geschichtsschreibung – Archiv – Internet. Köln 2011; Snyder, B. (2000). Music and Memory. An Introduction. Cambridge/London.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb:
Anforderungen für Bachelor- und Lehramtsstudierende (L2 u. L5): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher analytischer oder empirischer Projektarbeit oder Review (Metaanalyse) mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das Kurzreferat bzw. die empirische Projektarbeit eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
Teilnahmevoraussetzungen: keine