Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Altes Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Neues Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
Kirchen- und Theologiegeschichte/Konfessionskunde (WP-MA-3-KG) ⇑
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Kirchen- und Theologiegeschichte
[Si]
Kirche ohne Moral – Skandale in der Christentumsgeschichte(AfK-Nr.: 181)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Systematische Theologie
[Si]
Der Protestantismus als Bildungsreligion. Systematisch-theologische Perspektiven(Afk-Nr.: 182)
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Praktische Theologie/Religionspädagogik
[Si]
Außerschulische Lernorte im Religionsunterricht
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Theologische Themen in interdisziplinärer Vernetzung (Theologie im Dialog) (PiMA) ⇑
Zu belegen sind drei Veranstaltungen: ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1), ein weiteres Seminar (LV 2), sowie ein weiteres Seminar oder ein Oberseminar (LV 3).
[Si]
Außerschulische Lernorte im Religionsunterricht
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Altes Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Neues Testament
[Si]
Geschlecht(erkonstruktionen) in Bibel und Kunst(Afk-Nr.: 178)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.
Kirchen- und Theologiegeschichte/Konfessionskunde (WP-MA-3-KG) ⇑
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Kirchen- und Theologiegeschichte
[Si]
Kirche ohne Moral – Skandale in der Christentumsgeschichte(AfK-Nr.: 181)
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet. Lehrveranstaltungen siehe Lehramtsstudiengang Evangelische Religion L3, Disziplinenspezifische Module, WPd4.
Seminare Systematische Theologie
[Si]
Der Protestantismus als Bildungsreligion. Systematisch-theologische Perspektiven(Afk-Nr.: 182)
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
Zu belegen sind ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1) sowie zwei weitere Seminare (LV 2 und LV 3). Lehrveranstaltungen werden nicht doppelt angerechnet.
Seminare Praktische Theologie/Religionspädagogik
[Si]
Außerschulische Lernorte im Religionsunterricht
Theologische Themen in interdisziplinärer Vernetzung (Theologie im Dialog) ⇑
Zu belegen sind drei Veranstaltungen: ein Seminar oder eine Vorlesung (LV 1), ein weiteres Seminar (LV 2), sowie ein weiteres Seminar oder ein Oberseminar (LV 3).
[Si]
Außerschulische Lernorte im Religionsunterricht
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 215
Kommentar:
Der Protestantismus versteht sich (in weiten Teilen) seit seinen Anfängen als Bildungsreligion: In der Reformation geht der theologische Grundsatz der Befreiung durch die Rechtfertigung des Einzelnen vor Gott mit dem Anspruch individueller und institutionalisierter (Gewissens-)Bildung einher. Und im nachaufklärerischen (Kultur-)Protestantismus regt die Betonung des individuellen Glaubensvollzugs im (frommen) Selbstbewusstsein zu einer Synthese von Bildung und gelebter Religiosität an.
Im Seminar wollen wir dieser Tradition nachgehen und sie auf eine Gegenwart anwenden, in der das Ideal ganzheitlicher Bildung immer mehr zugunsten einer stark anwendungsbezogenen Fach(aus)bildung ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund dieser „Bildungskrise“ werden wir das Thema anhand klassischer und neuerer Texte aus dediziert systematisch-theologischer Perspektive betrachten und durch diese Linse auch die schulische Praxis reflektieren.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333
Kommentar:
Die Protagonist*innen der biblischen Erzählungen – G*tt, David, Jesus, Maria, Joseph etc. – kennen wir nicht nur aus der Bibel, unsere Vorstellungen von ihnen sind auch stark durch bildliche Darstellungen geprägt. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass schon die Bibeltexte selbst unterschiedliche Bilder entwerfen ebenso wie ihre Auslegungen, das setzt sich in Kunstwerken und ihren Interpretationen fort. Wenn wir Texte und Bilder, Bibelwissenschaft und Kunstgeschichte zusammenführen, werden Lektüreprozesse und die mit ihnen einhergehenden (De-)Konstruktionen deutlich. Es zeigen sich Analogien, Widersprüche, Ambivalenzen, die in vielfacher Hinsicht interessant sind und zu Ambiguitätstoleranz einladen, aber auch zu Positionierungen. Im Seminar wird der Schwerpunkt auf den (De-)Konstruktionen von Geschlecht/Gender liegen. Dabei knüpfen wir an die theoretischen Prämissen der transdisziplinären Geschlechterforschung/Gender Studies an. Wir analysieren Geschlechterdiskurse in ausgewählten Bibeltexten und vorzugsweise frühneuzeitlichen Bildquellen, ebenso wie Diskurse zu diesen Texten und Bildquellen. Unsere medial verschiedenen Untersuchungsgegenstände werden wir historisch-kritisch betrachten, das heißt zunächst im geschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Das ist auch deshalb wichtig, weil den biblischen Figuren im christlich dominierten Europa nicht nur eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Geschlechterordnung zugewiesen, sondern in den Vorstellungen von ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verhandelt wurden. Darüber hinaus gilt es, unsere Befunde mit aktuellen Perspektiven der Geschlechterforschung/Gender Studies in einen Dialog bringen. Dabei werden auch Fragen nach Geschlechterpluralität, Transgeschlechtlichkeiten und Queerness eine wichtige Rolle spielen.
Literatur: Dinkelaker, Veit/Peilstöcker, Martin (Hg.): G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten, Oppenheim am Rhein 2021. Eisen, Ute E., Geschlecht als Kategorie der Bibelexegese, in: Forderer, Tanja et al. (Hg.), In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament und seinen Kontexten, Tübingen 2025, 51–75 (open access: https://www.mohrsiebeck.com/buch/in-aller-vielfalt-9783161705816/). Ruby, Sigrid: Feminismus und Geschlechterdifferenzforschung, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt 04/2003, 17-28. Schubert, Anselm: Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte, München 2024. Steinberg, Leo: The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion, Chicago 1996 (2. erw. Ausgabe).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210
Kommentar:
Die Kirchengeschichte als theologische Disziplin zu definieren und zu legitimieren ist unaufhörliche Aufgabe der theologischen Wissenschaft und natürlich nicht zuletzt der Kirchen- oder Christentumsgeschichte in ihr. Immer wieder haben sich daran Vertreter*innen des Fachs versucht, zuletzt in einem von Tobias Jammerthal und Stefan Michels herausgegebenen Band, der ganz frisch gedruckt vorliegt. In diesem Oberseminar, das sich an Studierende richtet, die ein besonderes Interesse an der Kirchengeschichte und an „Formationen des Wissens“ haben, wollen wir einige Entwürfe der älteren und jüngeren Vergangenheit miteinander diskutieren und nicht zuletzt nach einer eigenen Definition Ausschau halten, die den Herausforderungen unserer Gegenwart ebenso standhält wie der Kirchengeschichte zu einer Zukunft im 21. Jahr-hundert verhelfen kann.
Gott, Christus, Apostel, Propheten, Brüder und andere Figuren im Neuen Testament werden durch Artikel und Personalpronomina männlich konnotiert. Sind sie daher auch als „männlich“ zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Wie werden Männlichkeiten in den unterschiedlichen Schriften jeweils entworfen und wie können sie verstanden werden? Diese Fragen stellen sich an vielen Stellen: Wenn z.B. Paulus die Gemeinde in Korinth aufruft, „mannhaft“ zu sein (1 Kor 16,13), wenn er sich selbst als Mutter oder Amme der Gemeinde darstellt (1 Kor 3,2; Gal 4,19; 1 Thess 2,7), oder wenn es in der Johannes-Offenbarung von den Gerechten heißt, dass „sie sich nicht mit Frauen befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen“ (Offb 14,3). Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen: Wie Männlichkeiten zu verstehen sind, versteht sich im Neuen Testament ebenso wie in seinen antiken Kontexten nicht von selbst und wird in einer großen Vielfalt an Ausdrücken und Bildern inszeniert. Auch ist das Verstehen dieser Konzepte an theoretische Prämissen und hermeneutische Entscheidungen geknüpft und kann entsprechend unterschiedlich ausfallen. Die Textbetrachtungen werden wir mit theoretischen Ansätzen der kritischen Geschlechter- und Männlichkeitsforschung korrelieren. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse über Männlichkeit, die sich auf das Neue Testament berufen, und reflektieren kritisch anhand der gewonnenen Erkenntnisse, welche Verständnispotenziale die Texte über traditionelle Lesarten hinaus aufweisen. Literatur zur Einführung: Pichler, Josef/Winkler, Mathias (Hg.): Die Bibel und ihre Mannsbilder. Männlichkeiten neu entdeckt, Stuttgart 2025. Scholz, Sylka: Männlichkeitsforschung (UTB), Tübingen 2025. Smit, Peter-Ben/Pasterkamp, Laura (Hg.): Masculinities in the New Testament and Beyond. Collected Essays, Taylor & Francis 2025.