nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209
Kommentar:
Wie erforsche ich eine Region, deren Sprache ich nicht (gut) beherrsche? Wie finde ich digitale Quellen in einem mir unbekannten Archivsystem? Und wie können KI-Tools und Methoden der Digital History dabei helfen – oder auch Probleme erzeugen? Die Lehrveranstaltung nutzt Polen als Beispiel, um zu erforschen, wie man sich mithilfe von digitalen und KI-Tools neue Geschichtsregionen erschließen kann - und welche Fallstricke das aber auch bergen kann. Wir erarbeiten uns gemeinsam das methodische Handwerkszeug zur digitalen Quellenkritik, der Recherche in digitalen Archiven und Bibliothekskatalogen, dem Umgang mit Mehrsprachigkeit (Polnisch, Russisch, Deutsch, Jiddisch), dem Einsatz und der kritischen Bewertung von KI-gestützten Übersetzungs- und Transkriptionswerkzeugen und reflektieren über Chancen, Grenzen und ethische Fragen digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften. Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erarbeitung eines digitalen Quellenguides zur Geschichte Polens nach dem Vorbild der Regionenguides auf Clio-online. Dieser soll anschließend auch dort veröffentlicht werden. Die Übung ist workshopartig angelegt, enthält praktische Übungsphasen (u. a. zu OCR, Handschriftenerkennung und KI-Übersetzungen) und mündet in einem kollaborativ erarbeiteten Text. Vorkenntnisse des Polnischen sind nicht erforderlich, willkommen, falls vorhanden. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich kritisch mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen und kollaborativ zu arbeiten.
Die Übung findet in der Regel freitags zwischen 10-12 statt, gelegentlich werden zwei wöchentliche Sitzungen zu einer vierstündigen, zweiwöchentlichen zusammengelegt. Vorläufig sehen die Sitzungstermine aus wie folgt (Änderungen vorbehalten)
17.04: 10-12 24.04: 10-12 05.05: Reflexionsworkshop KI mit dem Historischen Institut [Zeit und Raum tba] 08.05: 10-12 22.05: 10-14 29.05: 10-12 19.06: 10-14 03.07: 10-14 17.07: 10-12
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 209
Kommentar:
Dem aus der belarusisch-russischen Grenzstadt Mstislavl/Mstislaŭ stammenden Simon Dubnov (1860-1941) blieb die professionelle Ausbildung zum Historiker verwehrt, dennoch gilt er als maßgeblicher Theoretiker des osteuropäischen Judentums. In der Übung wollen wir über unser eigenes Selbstverständnis reflektieren und uns mit der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ (1925-1929) und der zweibändigen „Geschichte des Chassidismus“ (1931) vertraut machen. Die Übung bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick über die Entwicklung der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören die Paradigmen des Historismus, der Historischen Sozialwissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch Trends wie die Transnationale Geschichte und die Imperiale Geschichte. Als benoteter Leistungsnachweis ist die Besprechung eines Bandes aus den beiden Hauptwerken vorgesehen.
Literatur: Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bd. I-II. Berlin 1925–1929; ders.: Geschichte des Chassidismus. Bd. I-II. Berlin 1931; ders.: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit. Bd. I-III. Hrsg. von Verena Dohrn. Göttingen 2004/2005.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung. Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen! Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie? Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025. Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten. Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen! Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie? Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025. Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas. Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung: Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Kommentar:
Eines der prägenden Phänomene der Frühen Neuzeit ist die Geschichte der Seefahrt. Mit den „Entdeckungs“fahrten der Portugiesen und Spanier Ende des Mittelalters setzte ein Transformationsprozess ein, der viele Schichten von Gesellschaften über Jahrzehnte, und bis heute, verändern sollte. Diese betrafen nicht nur Wirtschaft, Handel, Geographie, sondern auch Politik, Diplomatie, Religion, Kommunikation. Während die iberischen Seemächte vom 15. Jahrhundert an „die neue Welt dominierten“, setzte Ende des 16. Jahrhunderts ein „Wettrennen“ weiterer aufstrebender europäischer Seemächte (England und Holland) ein, dass die bis dato etablierte „Dominanz“ der iberischen Seemächte anfechten sollte. Ende des 17. und im 18. Jahrhundert kamen weitere europäische Akteure (Frankreich) hinzu, die ebenfalls im „Wettrennen“ um koloniale wirtschaftliche und politische Aspirationen beteiligten. In dem breit konzipierten Proseminar werden verschiedene Aspekte dieser Transformationsprozesse in einem globalen Rahmen aktiv analysiert und debattiert. Eines der Themengebiete umfasst die Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern als unfreie Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen in der „Neuen Welt“. Dieser Aspekt der Geschichte wurde lange Zeit rein wirtschaftshistorisch betrachtet. Die entwürdigende Komponente dieser forcierten Migration und Zwangsarbeit wird explizit in dem Proseminar aktiv debattiert werden.
Für die Teilnahme am Proseminar sind gute Englischkenntnisse notwendig, die die globale Lektüre und Interpretation ermöglichen.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Kommentar:
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist eine der zentralen Stätten des Holocaust. Im Seminar nähern wir uns diesem Lagerkomplex multiperspektivisch und medial differenziert an. Einerseits heißt dies, dass wir die Zeugnisse von unterschiedlichen Opfergruppen, von Täter:innen und Dritten auf ihre je spezifische Situierung hin befragen. Andererseits widmen wir uns neben wissenschaftlichen Studien auch literarischen Erinnerungen, Zeichnungen und Gemälden, Essay-, Dokumentar- und Spielfilmen. Wie lässt sich das Zusammenspiel von Vernichtung, Zwangsarbeit und Internierung im Lagerkomplex rekonstruieren? Wie prägen Medien, Genres und ästhetische Formen Erinnerung und Vorstellung? Welche politischen und ethischen Implikationen hat unsere eigene Annäherung an die Shoah?
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029
Kommentar:
Das Proseminar führt ins geschichtswissenschaftliche Arbeiten ein. Didaktisches Hauptziel der Seminarsitzungen ist es, anhand ausgewählter Texte eine größtmögliche Vielfalt verschiedener theoretischer und methodologischer Forschungsstrategien kennen zu lernen. Ein Teil der Lektüre ist englischsprachig. Für die Vor- und Nachbereitung sollten 3-4h pro Woche eingeplant werden. Das Lesepensum beträgt ca. 30 Seiten pro Woche. Regelmäßige Anwesenheit ist eine notwendige Bedingung für den erfolgreichen Abschluss. Hausarbeiten werden ggfs. bereits im Seminar schrittweise vorbereitet und auf Basis von kleineren Aufgaben und Vorarbeiten diskutiert. Ohne diese Vorarbeiten während des Semesters ist keine benotete Teilnahme möglich.
Wir diskutieren gesellschaftliche Kriegsfolgen, die Revolutionen ab 1917, Bürgerkriege und Paramilitarisierung und die Schwäche der Nachkriegsdemokratien. Dabei steht keineswegs nur Deutschland im Vordergrund, da zur Lektüre vergleichende Studien gehören, die sich auch etwa mit Frankreich, Italien, Österreich beschäftigen.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030
Kommentar:
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Semesterwoche (20.04.2026)
Ob im Kontext von Wissenschaft oder Schule: Historisch arbeiten heißt, mit Quellen umgehen zu können. In dieser Übung soll dieses historische "Handwerkszeug" im Vordergrund stehen, indem wir uns der Epoche der Frühen Neuzeit (1500-1800) über die Quellen aus dieser Zeit nähern. In der Übung beschäftigen wir uns entlang des politischen Systems des Alten Reichs mit einer Bandbreite verschiedener deutschsprachiger Quellen in Handschrift und Druck. Wir lernen, diese Quellen zu beschreiben, historisch einzuordnen und vor allem zu lesen. Geplant ist, im Rahmen einer Archiv-Exkursion vor Ort mit Originaldokumenten zu arbeiten.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 003
Kommentar:
Die 1980er Jahre werden häufig als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Fortschrittsskepsis beschrieben. Die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, sahen das anders. Statt "no future" lautete ihre Losung: "Mut zur Zukunft!" Welche Politik mit so einem "Mut zur Zukunft" einher ging, erkunden wir in dieser Quellenübung. Dazu nehmen wir verschiedene Quellengattungen in den Blick, die uns in der politischen Geschichte immer wieder begegnen: von Reden über Programmschriften bis hin zu Pressebeiträgen.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)
Kommentar:
Die Vorlesung führt in Grundprobleme der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein: Nach dem Ende der staufischen Dynastie war vieles neu auszuhandeln: Das Reich entwickelte sich nicht zu einer Erbmonarchie, sondern zu einem Wahlreich, der Stellenwert von Reichspolitik und dynastischer Politik war daher auch seitens des Königs auszuloten. Aus dem Kreis der Fürsten entstand mit der elitären Gruppe der Kurfürsten eine bevorrechtigte Gruppe, die in besonderer Weise Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Reichspolitik beanspruchte. Das Verhältnis zum Papsttum musste neu verhandelt, die Rechte von König und Kaiser geklärt, die Position des Reichs in Europa und die Beziehungen zum italienischen Reichsteil geordnet werden. Aber auch Strukturprobleme wie das Verhältnis von Fehde und Frieden, die Sicherung der Ressourcen des Königtums oder die streitbehafteten Beziehungen zwischen Reichsstädten, Fürsten, Grafen und Niederadel standen für die Könige auf der Tagesordnung. Die relevante Literatur wird vorlesungsbegleitend bekannt gegeben. Einführender Literatur: Malte Prietzel, Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter (2004); Michael Menzel, Die Zeit der Entwürfe 1273-1347 (Gebhardt Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 7a; 2012); Christian Hesse, Synthese und Aufbruch (1346-1410) (Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 7b; 2017); Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter: Von Rudolf I. bis Friedrich III. (2. Aufl. 2004); Jörg Hoensch, Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 (2000); Die Habsburger im Mittelalter: Aufstieg einer Dynastie, Katalog, hg. vom Historischen Museum der Pfalz (2022).
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 5 (Hörsaal)
Kommentar:
Die Frühe Neuzeit definiert sich selbst als vormoderne Epoche des Wandels auf dem Weg in die Moderne und gleichzeitig als Epoche, in der noch sehr vieles "mittelalterlich" war. Daraus ergeben sich entsprechende Fragestellungen und Probleme: Wann setzte solcher Wandel ein, was machte ihn aus? In welchem Verhältnis stand der frühneuzeitliche Wandel zu jenem anderer Epochen oder ist er solitär zu begreifen? Muss die Frühe Neuzeit als einheitlicher Zeit- und Handlungsraum begriffen werden oder weist sie charakteristische Unterschiede oder gar Brüche auf? Alle dem soll in dieser Überblicksvorlesung thematisiert werden.
nächster Termin: 13.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 026
Kommentar:
In Zeiten, in denen Putin meint an die Größe der Sowjetunion anknüpfen zu müssen, steht eine historische Bilanz an. Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion wurden vor allem aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive untersucht. Im Nachgang müssen auch die Entstalinisierung und die Perestrojka beleuchtet werden. Heute kristallisiert sich zum einen heraus, dass die Geschichte der Sowjetunion als die Geschichte eines Landes zu begreifen ist, das der Urbanisierung unterlag. Zum anderen ist die Geschichte der Sowjetunion als Geschichte eines Vielvölkerreichs zu deuten. Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche.
Literatur: Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31); Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006; Schlögel, Karl: Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2017.
[Vl]
Globale und koloniale Verflechtungen nach Ostmitteleuropa. Die Welt und ihr "ostmitteleuropäischer 'Hinterhof'" oder aktive Teilhabe? (1450-1914/39)
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)
Kommentar:
Das Europa zwischen Oder und Schwarzem Meer, zwischen Ostsee und Adria spielt in der europäischen und globalen Geschichte der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts oft nur eine leicht übersehene, gerade im deutschen Sprachraum wenig bekannte Rolle. Aus der Perspektive der Weltsystemtheorie (Immanuel Wallerstein) handelt es sich um eine „Peripherie“, bestenfalls eine „Halbperipherie“. Die Vorlesung möchte diese Zuordnung diskutieren und infragestellen! Die Vorlesung führt in die gesamt- und transeuropäischen Verflechtungen Ostmitteleuropas seit dem 15. Jahrhundert ein, zeichnet diese nach und analysiert sie. Schwerpunkte liegen auf der polnisch-litauischen (inkl. ukrainischen), böhmischen (tschechischen) und baltischen Geschichte in ihren europäischen und globalen Verflechtungen. Wie agierten ostmitteleuropäische Akteure, die selbst nicht in Kolonialmächten lebten, in einer zunehmend kolonialen Welt? Wie stark engagierten sie sich im 19. Jahrhundert in kolonialen Strukturen, sei es im Russländischen Reich, im preußisch-deutschen Kaiserreich oder in der Habsburgermonarchie? Die Veranstaltung wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse wie auch an Studierende, die an der Großregion wissenschaftlich interessiert sind. Auf der Basis von Vorlesungsskripten und Präsentationen erhalten Sie eine strukturierte und systematische Einführung und können Ihre Kenntnisse erweitern.
Zur Einführung Anka Steffen, Am leinenen Faden. Schlesiens Wirtschaft im globalen Kontext der frühen Neuzeit. Stuttgart 2025. Immanuel Wallerstein, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert, Frankfurt am Main/ Wien 1986.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal)
Kommentar:
Mobilität, Kommunikation über weite Distanzen, Infragestellung religiöser Autoritäten, Emanzipationsbewegungen und viele weitere Elemente gehören zu den Entwicklungen, die gemeinhin als modern beschrieben werden. Zur "Kehrseite" dieser Entwicklungen gehört zum Beispiel der Imperialismus Europas. Was also ist überhaupt die Moderne und wer bestimmt, was modern ist? Wie viele Modernen gab es und wo fanden sie statt? Leben wir heute in einer Post-Moderne oder sogar in einer Post-Post-Moderne? In der Vorlesung nähern wir uns diesen Fragen, indem wir das 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Wir schauen auf deutsche und europäische Entwicklungen in einer global verflochtenen Welt.
Literatur zur Einführung: Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009
nächster Termin: 20.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Einzeltermin:
Mo. 13.07.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 214
Kommentar:
Gedenkstätten sind zentrale Orte historisch-politischer Bildung und gesellschaftlicher Selbstverständigung. Sie sind zugleich Erinnerungsorte, Lernorte und öffentliche Foren, in denen Vergangenheit interpretiert, vermittelt und für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar gemacht wird. Dabei stehen Gedenkstätten stets im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Geschichtsschreibung, pädagogischen Zielsetzungen, politischen Erwartungen und emotionalen Zugängen zur Vergangenheit. Das Hauptseminar bietet eine grundlegende Einführung in Geschichte, Aufgaben und Funktionen von Gedenkstätten in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, was Gedenkstätten auszeichnet, welche historischen Entwicklungen und erinnerungskulturellen Debatten ihre Arbeit geprägt haben und welche thematischen, methodischen und medialen Schwerpunkte sich in der Gedenkstättenlandschaft beobachten lassen. Diskutiert werden unter anderem Konzepte der Geschichtsvermittlung, Formen der Ausstellungsgestaltung, pädagogische Ansätze sowie die Rolle von Gedenkstätten in aktuellen erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen. Ergänzend wird thematisiert, welche Rolle unterschiedliche Quellenformen – darunter insbesondere persönliche Erinnerungen und zeitzeugenschaftliche Berichte – in der Gedenkstättenarbeit spielen und welche Chancen wie auch Grenzen mit ihrem Einsatz verbunden sind. Als Hauptseminar verbindet die Veranstaltung die intensive Lektüre und Diskussion wissenschaftlicher Texte mit der kritischen Analyse konkreter Gedenkstättenkonzepte und Vermittlungspraktiken. Die Lehrveranstaltung findet im neuen Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen statt, der ersten landeseigenen Gedenkstätte Hessens. An diesem Beispiel werden konkrete Fragestellungen der Gedenkstättenarbeit vertieft: Wie werden historische Orte museal und pädagogisch erschlossen? Welche Narrative und Perspektiven werden sichtbar gemacht? Und wie verhalten sich lokale Geschichte, nationale Erinnerung und gesellschaftliche Gegenwartsbezüge zueinander? Bitte beachten Sie: Die Auftaktsitzung am 13. April 2025 wird digital stattfinden und bereits um 9:30 Uhr beginnen.
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Kommentar:
In dem Seminar soll es darum gehen, die Lebenswelt der Juden im Heiligen Römischen Reich als Minderheit zu erfassen und zu beschreiben. Dabei stehen einzelne Personen im Mittelpunkt. Es ist eine Exkursion nach Frankfurt in das Jüdische Museum geplant.
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029
Kommentar:
Faschismus ist ein historisches und ein gegenwärtiges Phänomen. Ausgehend von zeitgenössischen Analysen und Theorien des Faschismus und umliegender Phänomen – der Tea Party-Bewegung, der soldatischen und Petromaskulinität, der Ausnahmezonen in Demokratien – wollen wir die Kontinuitäten, Differenzen und Eigenheiten historischer und gegenwärtiger Formen von Faschisierung und Faschismus in den Blick nehmen. Neben einer Einführung in die historischen Faschismustheorien (Adorno, Esposito) legt das Seminar einen Schwerpunkt auf kultur- und körpertheoretische (Cara New Daggett, Klaus Theweleit), ethnographische (Arlie Russel Hochschild) und philosophische (Eva von Redecker, Alberto Toscano) Analysen des Faschismus, um so seine Verwebung mit politischen Institutionen, kapitalistischen Strukturen und alltäglichen Wahrnehmungs- und Gefühlsformen zu verstehen.
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 030
Kommentar:
In diesem Seminar geht es um die Frage nach den Kontinuitäten von den Kolonialkriegen zu den "totalen Kriegen" des 20. Jahrhunderts. War das Konzentrationslager ursprünglich eine koloniale Erfindung? Wirkte eine "entgrenzte" Gewalt aus den Kolonien in die Zentren zurück? Was haben westliche Militärs aus den Kolonialkriegen gelernt, was sie später auch in Europa angewandt haben?
Zu diesen und anderen Fragen wurden innerhalb und außerhalb der Wissenschaft starke Thesen formuliert, aber die Forschungslage ist bei näherem Hinsehen gar nicht so eindeutig, wie oft getan wird. Im Seminar geht es darum, den Streit um postkoloniale Kontinuitäten als wissenschaftliche Sachdiskussion ernst zu nehmen, Grundbegriffe wie "Kontinuität" zu klären und wichtige Studien und Quellen zu diskutieren. Dabei geht es auch um die Methodologie des Erklärens in der Geschichtsforschung.
Das Lesepensum beträgt ca. 40 Seiten pro Woche auf Deutsch und Englisch. Regelmäßige aktive Teilnahme ist Voraussetzung für eine benotete Leistung. Die didaktische Gestaltung hängt von der Teilnehmendenzahl ab.
nächster Termin: 15.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 027
Kommentar:
Das Seminar führt in die Grundlagen und Grundfragen der Geschichtsdidaktik ein. Im Seminar werden die wesentlichen Felder der Geschichtsdidaktik in Theorie, Empirie und Pragmatik vorgestellt und anhand grundlegender geschichtsdidaktischer Literatur diskutiert. Darüber wird ein fachterminologisches Grundgerüst aufgebaut und an unterrichtspragmatischen Beispielen eingeübt. Das Seminar schließt mit einer Klausur.
Einführende Literatur: Michael Sauer: Geschichte unterrichten. 12. Aufl. 2015.
Fr. 12.06.2026,10.00 - 14.00 Uhr Phil. I, C 003Deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte als Streitgeschichte: erste didaktische Überlegungen zu einem zeithistorischen Themenfeld
Fr. 19.06.2026,09.00 - 18.00 Uhr (Exkursion) Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager GießenDer Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen: ein Ort für projektförmiges Arbeiten mit Schülerinnen und zur Schülern zur deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte?
Fr. 26.06.2026,10.00 - 18.00 Uhr (Exkursion) Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager GießenProjektförmiges Arbeiten vor Ort: Ideen und ihre Vorstellung, Diskussion und Reflexion
Fr. 10.07.2026,10.00 - 14.00 Uhr Phil. I, C 003Deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte mit regionalem Bezug unterrichten: Herausforderungen, Chancen, Alternativen
Kommentar:
Die deutsch-deutsche Geschichte zwischen 1945 und 1990 zu vermitteln, unterliegt einer Reihe von Besonderheiten. Als zeitgeschichtliches Thema gibt es noch Zeitzeug:innen, die mit ihren Erinnerungen in der Gesellschaft präsent sind. Familiäre Bezüge wirken sich bis heute vielfältig aus und im Alltag begegnen auch diejenigen, die keine persönlichen Beziehungen zu dieser Vergangenheit haben, zahlreichen Spuren. Es ist eine Geschichte, die "noch raucht und qualmt" (Saskia Handro).
Im Seminar soll den Besonderheiten des Themas wie seiner spezifischen Chancen und Herausforderungen für das historische Lernen im Geschichtsunterricht nachgegangen werden.
Dafür soll der neue "Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager" in Gießen als außerschuischer Lernort in den Blick genommen werden, um sein Potenzial für projektförmiges Arbeiten vor Ort oder im Anschluss an einen Besuch des Ortes zu analysieren und zu reflektiert.
Im Seminar sollen konkrete Projektideen entwickelt, in Teilen ausprobiert und diskutiert werden,
Literatur zur Vorbereitung: Adamski, Peter; Bernhardt, Markus: Beremdlich ähnlich - vertraut anders. Alltagsgeschichte in Ost und West. In: Geschichte lernen 147 (2012), S. 1-9. bpb (Hrsg:) Gemeinsame deutsche Nachkriegsgeschichte. (=Informationen zur politischen Bildung 358)(1/2024) Müller-Zetsche, Marie: DDR-Geschichte im Klassenzimmer. Deutung und Wissensvermittlung in Deutschland und Frankreich nach 1990. Frankfurt a.M. 2020, Kap. 6. (Zusammenfassung und Ausblick: DDR-Geschichte als Streitgeschichte). van Laak, Jeannette: Einrichten im Übergang: das Notaufnahmelager Gießen. Frankfurt 2017, S. 374-389.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, ein tieferes Verständnis für die ästhetischen Dimensionen historischen Denkens zu entwickeln. Dabei werden sowohl erkenntnistheoretische Grundlagen als auch konkrete Beispiele aus Kunst, Literatur und Geschichtskultur untersucht. Neben der theoretischen Reflexion steht die eigene gestalterische Auseinandersetzung mit Geschichte im Mittelpunkt. Dabei geht es darum, wie Geschichte nicht nur vermittelt, sondern auch erfahrbar wird, welche Emotionen und Spannungen sie auslöst und wie solche Momente unsere Wahrnehmung der Vergangenheit beeinflussen. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit der Wirkung historischer Erzählungen auseinander und reflektieren, wie Geschichte durch ästhetische Mittel gestaltet wird – und welche Potenziale und Herausforderungen sich daraus für das historische Lehren und Lernen ergeben.
nächster Termin: 16.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Kommentar:
In dem Seminar wollen wir das Grafen- und Fürstengeschlecht der Nassauer und ihre Probleme in der Frühen Neuzeit kennenlernen und ihre Residenzen in Hessen in Weilburg und Hadamar besichtigen.
Bosnien-Herzegowina ist ein historisch vielschichtiges Land an der Schnittstelle zwischen Ost und West, dessen jahrhundertelange osmanische Prägung ein Nebeneinander verschiedener Religionen und Kulturen ermöglichte. Diese historische Diversität wird während der Exkursion vor Ort erfahrbar gemacht und in vorbereitenden Sitzungen in einen breiteren (post-)osmanischen Kontext eingeordnet.
In den drei vorbereitenden Blocksitzungen werden organisatorische Fragen geklärt und zentrale historische Grundlagen erarbeitet. Während der Reise nach Sarajevo vom 21. bis 30. September 2026 analysieren und diskutieren wir die multikulturelle Geschichte Bosnien-Herzegowinas im Dialog mit Studierenden und Lehrenden der Universität Sarajevo.
WICHTIG: Die Anwesenheit in der ersten Sitzung am 24.04.2026 ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion.
Die vorbereitenden Sitzungen finden auf Deutsch statt; mehrere Programmpunkte in Bosnien-Herzegowina werden auf Englisch durchgeführt. Zur inhaltlichen Vorbereitung wird die Teilnahme an der Übung „Historische Diversität und Multikulturalität in Südosteuropa – Das Beispiel Bosnien-Herzegowinas“ empfohlen.
LV 2: Proseminar: Projektunterricht oder fächerverbindendes Lernen
[P Si]
"Wir stolpern - gegen das Vergessen": Erinnerungskultur in Oberursel von und mit Schülerinnen und Schülern der Feldbergschule
Blocktermine zur Vor- und Nachbereitung eines Projekttages mit Schülerinnen und Schülern sowie Projekttag an der Feldbergschule in Oberursel, Termine werden noch bekannt gegeben
Sa. 30.05.2026,09.00 - 17.00 Uhr Feldbergschule Oberursel
Mi. 03.06.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 027
Kommentar:
Das sehr praxisorientierte Seminar vermittelt in einem ersten Schritt Grundlagen des projektorientierten Geschichtsunterricht in Verbindung mit Grundlagen des Projektmanagements. Ausgehend davon sollen die Studierenden einen Projekttag an der Feldbergschule in Oberursel vorbereiten, durchführen und evaluieren. Ziel ist die inhaltliche Vorbereitung einer geplanten Stolperschwellenverlegung durch SuS der Feldbergschule auf der Basis von Primärquellen, mit deren Hilfe die Biografien und der historische Kontext zu den Opfern erarbeitet werden soll.
Fr. 12.06.2026,10.00 - 14.00 Uhr Phil. I, C 003Deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte als Streitgeschichte: erste didaktische Überlegungen zu einem zeithistorischen Themenfeld
Fr. 19.06.2026,09.00 - 18.00 Uhr (Exkursion) Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager GießenDer Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen: ein Ort für projektförmiges Arbeiten mit Schülerinnen und zur Schülern zur deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte?
Fr. 26.06.2026,10.00 - 18.00 Uhr (Exkursion) Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager GießenProjektförmiges Arbeiten vor Ort: Ideen und ihre Vorstellung, Diskussion und Reflexion
Fr. 10.07.2026,10.00 - 14.00 Uhr Phil. I, C 003Deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte mit regionalem Bezug unterrichten: Herausforderungen, Chancen, Alternativen
Kommentar:
Die deutsch-deutsche Geschichte zwischen 1945 und 1990 zu vermitteln, unterliegt einer Reihe von Besonderheiten. Als zeitgeschichtliches Thema gibt es noch Zeitzeug:innen, die mit ihren Erinnerungen in der Gesellschaft präsent sind. Familiäre Bezüge wirken sich bis heute vielfältig aus und im Alltag begegnen auch diejenigen, die keine persönlichen Beziehungen zu dieser Vergangenheit haben, zahlreichen Spuren. Es ist eine Geschichte, die "noch raucht und qualmt" (Saskia Handro).
Im Seminar soll den Besonderheiten des Themas wie seiner spezifischen Chancen und Herausforderungen für das historische Lernen im Geschichtsunterricht nachgegangen werden.
Dafür soll der neue "Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager" in Gießen als außerschuischer Lernort in den Blick genommen werden, um sein Potenzial für projektförmiges Arbeiten vor Ort oder im Anschluss an einen Besuch des Ortes zu analysieren und zu reflektiert.
Im Seminar sollen konkrete Projektideen entwickelt, in Teilen ausprobiert und diskutiert werden,
Literatur zur Vorbereitung: Adamski, Peter; Bernhardt, Markus: Beremdlich ähnlich - vertraut anders. Alltagsgeschichte in Ost und West. In: Geschichte lernen 147 (2012), S. 1-9. bpb (Hrsg:) Gemeinsame deutsche Nachkriegsgeschichte. (=Informationen zur politischen Bildung 358)(1/2024) Müller-Zetsche, Marie: DDR-Geschichte im Klassenzimmer. Deutung und Wissensvermittlung in Deutschland und Frankreich nach 1990. Frankfurt a.M. 2020, Kap. 6. (Zusammenfassung und Ausblick: DDR-Geschichte als Streitgeschichte). van Laak, Jeannette: Einrichten im Übergang: das Notaufnahmelager Gießen. Frankfurt 2017, S. 374-389.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, ein tieferes Verständnis für die ästhetischen Dimensionen historischen Denkens zu entwickeln. Dabei werden sowohl erkenntnistheoretische Grundlagen als auch konkrete Beispiele aus Kunst, Literatur und Geschichtskultur untersucht. Neben der theoretischen Reflexion steht die eigene gestalterische Auseinandersetzung mit Geschichte im Mittelpunkt. Dabei geht es darum, wie Geschichte nicht nur vermittelt, sondern auch erfahrbar wird, welche Emotionen und Spannungen sie auslöst und wie solche Momente unsere Wahrnehmung der Vergangenheit beeinflussen. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit der Wirkung historischer Erzählungen auseinander und reflektieren, wie Geschichte durch ästhetische Mittel gestaltet wird – und welche Potenziale und Herausforderungen sich daraus für das historische Lehren und Lernen ergeben.
"Gelungene Einstiege. Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden", so heißt ein didaktischer Klassiker von Gerdhard Schneider, der bereits 1999 erschienen ist. Dieser Titel verweist darauf, welche Bedeutung der Einstiegsphase im Unterricht zukommen kann. Doch wann ist ein Einstieg gelungen? Wann regt er historisches Denken an?
Gustav Droysen formulierte, dass "Der Ausgangspunkt des Forschens (...) die historische Frage" sei, das Konzept der Problemorientierung setzt auf ein Verlaufsmodell, bei der von einer Problemfindung über Hypothesenbildung und Problemlösung zu einer Metareflexion übergegangen wird, und Kompetenzmodelle, die auf einen Lernprozess ausgerichtet sind, setzen das Fragen und Vermuten an den Beginn. Im Seminar soll ausgehend von solchen geschichtstheoretischen Überlegungen diskutiert werden, wie historische Lernprozesse im Unterricht gezielt angeregt und wie diese unterrichtspragmatisch ausgestaltet werden können. In Übungen sollen Einstiegsphasen konkretisiert, ausprobiert und auf ihre Auswirkungen auf den Lern- und Denkprozess reflektiert werden.
Literatur zur Vorbereitung: Michael Sauer: Einstiege in Geschichtsstunden. Untersuchungsprozesse im Geschichtsunterricht initiieren. In: Geschichte Lernen 227 (2025), S. 2-7. Gerhard Schneider: Einstiege. In: Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. Hrsg. v. U. Mayer, H-J. Pandel u. G. Schneider. 5. Aufl. Frankfurt 2026, S. 595-619.
nächster Termin: 17.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 214
Kommentar:
Geschichtsunterricht findet vorwiegend in der Sekundarstufe I und II der Regelschule statt. An Förderschulen wird historisches Lernen kaum dezidiert gefördert. Vor dem Hintergrund schulischer Inklusion und einem menschenrechtlichen Verständnis von Teilhabe an der Gesellschaft ist es allerdings geboten auch Menschen mit Lernschwierigkeiten adäquate Angebote historischen Lernens in der Schule zu unterbreiten. Im Seminar soll darüber reflektiert werden, wie Geschichtsunterricht mit Menschen mit Lernschwierigkeiten gelingen kann und welche Schwierigkeiten sich dabei auf theoretischer Ebene ergeben. Dazu soll ein Projekttag mit einer Marburger Förderschule geplant, durchgeführt und reflektiert werden. Das Seminar findet im 2-Wochen-Rhythmus von 9-12 Uhr statt. (Termine: 17.04. 10:15-11:45 Uhr; 24.04., 22.05., 29.05., 12.06. je 9-12 Uhr; Evtl. Projekttag am Donnerstag den 25.06, 9-14 Uhr Reflexion 26.06. 10:15-11.45 Uhr)
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 113
Kommentar:
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, geschichtsdidaktische Theorien hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen zu beleuchten. Dabei stehen erkenntnistheoretische Grundlagen, kritische Sprachtheorien sowie die praktischen Herausforderungen eines sprachsensiblen Geschichtsunterrichts im Fokus. Neben der theoretischen Auseinandersetzung wird besonderer Wert auf die reflexive Umsetzung gelegt. Die Teilnehmer:innen setzen sich kritisch mit der Rolle von Sprache im Geschichtsunterricht auseinander und analysieren deren Verhältnis zur Geschichtsschreibung.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 009
Kommentar:
Im Oberseminar diskutieren wir aktuelle geschichtsdidaktische Forschungen. Dies umfasst aktuelle geschichtsdidaktische Literatur und laufende Forschungsprojekte ebenso wie die Vorstellung laufender Abschlussarbeiten und die gemeinsame Entwicklung von Fragestellungen und Forschungsvorhaben.
Vorbesprechung: Fr. 24.04.2026, 16.00 - 18.00 Uhr, Phil. I, C 113
5 Einzeltermine:
Fr. 24.04.2026,16.00 - 18.00 Uhr (Vorbesprechung) Phil. I, C 113
Fr. 19.06.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 113
Sa. 20.06.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 113
Fr. 03.07.2026,14.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 113
Sa. 04.07.2026,10.00 - 18.00 Uhr Phil. I, C 113
Kommentar:
Der Begriff "Lernen" wird in der Erziehungswissenschaft breit diskutiert und es haben sich in den letzten Jahrzehnten verschiedenste Lerntheorien herausgebildet. Auch in der Geschichtsdidaktik besteht Uneinigkeit darüber was historisches Lernen ist und sein sollte. Das Seminar gliedert sich in einen Lektüre- und einen Exkursionsteil. Im Lektüreteil werden wir uns verschiedenen Lerntheorien der Erziehungswissenschaft und Geschichtsdidaktik nähern und dann im Exkursionsteil in der Begnung mit einem Ort der Geschichtskultur kritisch reflektieren.
Vorbesprechung: 24.04. 16:15 Uhr Blocktermin Lektüreteil: 19. und 20.06. Blocktermin Exkursionsteil: 03. und 04.07.
Zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 17.1.2025 hat die Kultusministerkonferenz eine Erklärung verabschiedet, in der es heißt: "Die Erinnerung an die Verbrechen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft darf nicht verblassen! Sie wachzuhalten, ist eine Aufgabe, die wir von Generation zu Generation weitergeben müssen. Gerade in unseren Tagen, in denen extremistische Parteien und Strömungen sowie islamistische Gruppierungen Zulauf erfahren, antisemitische Vorfälle und Straftaten zunehmen und das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird, muss daran erinnert werden, wohin es führen kann, wenn Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit eine Absage erteilt wird." Doch wie erinnern wir uns als Gesellschaft an die Zeit von Nationalsozialismus und Holocaust? Wie verändert sich dieses Erinnern angesichts des Endes der Zeitzeugenschaft? Welche neuen Formate versuchen, diese Lücke zu füllen? Welche neuen Formate entstehen durch Digitalisierung und social-media? Welche Herausforderungen und welche Chancen ergeben sich daraus? Wie kann oder muss der Geschichtsunterricht auf diese Erinnerungskultur vorbereiten?
Im Seminar sollen die gesellschaftlichen Herausforderungen und bestehende erinnerungskulturelle Praktiken als Anlass genommen werden, um didaktische Analysen, empirische Beobachtungen und pragmatische Ableitungen für historisches Lehren und Lernen ebenso diskutiert werden wie die Möglichkeiten des Geschichtsunterrichts, zur reflektierten Teilhabe an der Erinnerungskultur zu ermächtigen.
nächster Termin: 14.04.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 009
Kommentar:
Im Oberseminar diskutieren wir aktuelle geschichtsdidaktische Forschungen. Dies umfasst aktuelle geschichtsdidaktische Literatur und laufende Forschungsprojekte ebenso wie die Vorstellung laufender Abschlussarbeiten und die gemeinsame Entwicklung von Fragestellungen und Forschungsvorhaben.
Das Blockseminar reflektiert die Erfahrungen des Fachpraktikums im Februar/März 2025. Fachspezifische Lehr- und Lernprozesse werden gemeinsam analysiert und Bezüge zwischen didaktischer Theorie und Unterrichtspraxis gezogen. Unter der Leitfrage "Was muss eine Geschichtslehrkraft können?" soll dazu angeleitet werden, eine theoriegeleitete persönliche Bilanz des Praktikums zu ziehen. Die Seminargruppe ist beschränkt auf die Praktikumsgruppe.