Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Grundwissenschaften - Module Soziologie
Veranstaltungen
Grundzüge der Soziologie und gesellschaftliche Konfliktfelder im schulischen Alltag ⇑
A 3: Proseminar II (entspricht Übung in älteren Modulversionen)
[P Si] Bildung und Soziales
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Soziologen befassen sich mit gesellschaftlichen Aspekten von Bildung. Bildung wird in sozialen Kontexten, in der Schule oder an anderen Bildungsorten, vermittelt. Dabei überschneiden sich Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozesse mit Aspekten sozialer Ungleichheit. Bildung ist ein Statuskriterium bzw. -symbol, eröffnet Zugänge, Verwirklichungs- und Lebenschancen, gilt sog. postindustriellen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaften sogar als wichtigste volkswirtschaftliche Ressource. Zu klären ist die Frage, wer wie und warum welchen Bildungsstatus erlangt, denn der Blick auf gesellschaftliche Aspekte von Bildung verdeutlicht, dass nicht allein persönliche Leistungen über Erfolg und Misserfolg entscheiden, sondern auch sozialbiographische Ausgangslagen, milieutypische Dispositionen, stereotype Etikettierungsprozesse, institutionelle Regelungen, organisatorische Strukturen und politische Rahmenbedingungen Einfluss auf das Bildungsschicksal von Menschen haben.
Literatur u. a.: Bauer, Ullrich; Bittlingmayer, Uwe H. & Scherr, Albert (Hrsg.) (2012): Handbuch Bildungs- und Erziehungssoziologie. Wiesbaden: Springer VS.
Themen:
00. Methoden
01. Sozialisation, Erziehung und Bildung
02. Habitus und heimlicher Lehrplan
03. Bildungsentscheidungen als rationale Wahl
04. Bildungsexpansion und Bildungskatastrophen
05. Geschlechtstypische Bildungsmuster
06. Migrationshintergründe
07. Institutionelle Zwänge und Diskriminierung
08. Lehrergewalt und Etikettierung
09. Lehrer-, Schüler- und Cybermobbing
10. Schulabsentismus
11. Schulsozialarbeit
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Bildungsorte des Betrugs
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Bildungsorte des Betrugs - im Sinne von Sozialisationskontexten und Kontexteffekten, Anreiz- und Kontrollsystemen - gibt es überall, nicht nur in Schule und Hochschule. Umso erstaunlicher ist, dass sich Bildungssoziolog*innen nur wenig für diese Thematik interessieren. Meist erst, wenn ein Rumor zum Radau wird, das Kind also bereits in den Brunnen gefallen ist, horchen wir auf und wundern uns (über falsche Doktoren oder Gammelfleisch). Es gibt sie aber, die soziologische Betrugsforschung, auch Fraudologie genannt, welche zudem Betrug im Sozialisations- und Bildungskontext fokussiert: schulisches Mogeln, Plagiate in Hausarbeiten, Betrug in der Wissenschaft, in Politik und Medien etc. Die soziologische Betrugsforschung versucht dabei - so gut es jeweils möglich ist - Skandalisierungen zu vermeiden. Jene und andere Betrugsphänomene - in Sport, Politik, Religion, Medien, Wirtschaft und Gemeinschaft - sind Gegenstand der Veranstaltung und soziologisch zu erklären. Die soziologische Perspektive ist pädagogisch recht praktisch; man lernt mit den Betrügereien anderer (reflexiv) sowie den eigenen (selbstreflexiv) umzugehen.
Literatur u. a.: Ottermann, Ralf (2000): Soziologie des Betrugs. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.
Themen:
00. Methoden
01. Betrug aus soziologischer Sicht
02. Soziale Gründe des Betrugs
03. Gesellschaftliche Reaktionen auf Betrug
04. Betrug im Sport
05. Schulischer Betrug
06. Betrug in der Wissenschaft
07. Betrug in Politik und Religion
08. Massenmedialer Betrug
09. Betrug in der Wirtschaft
10. Betrug in der Gemeinschaft
11. Whistleblowing
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Einführung in die Soziologie für Lehrer:innen
Die Veranstaltung führt in zentrale Konzepte und Theorien der Soziologie anhand pädagogisch relevanter Fragestellungen ein. Grundlage ist mein Einführungswerk ‚Lehr(er)buch Soziologie‘ (2 Bände).
[P Si] Ernährungsdemokratie und Bildung im schulischen Kontext
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 101 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 101 |
Die Veranstaltung behandelt das Konzept der Ernährungsdemokratie und dessen Bedeutung für die nachhaltige Transformation von Ernährungssystemen, mit besonderem Fokus auf die Schule als Lern- und Erfahrungsraum. Ernährungsdemokratie steht für die demokratische Kontrolle und Mitgestaltung des Ernährungssystems und zielt darauf ab, Menschen zu befähigen, aktiv an dessen Entwicklung teilzunehmen. Die Veranstaltung erörtert die theoretischen Grundlagen der Ernährungsdemokratie und behandelt Fragen der gesellschaftlichen Selbstorganisation, Institutionalisierung, Partizipation, Inklusion und Ernährungsbildung sowie die Rolle staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure und deren Interaktion innerhalb praktischer Ansätze der Ernährungsdemokratie. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird vorausgesetzt.
[P Si] Familie - eine Lebensform im Umbruch
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil II, E 207 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 207 |
Die Pluralisierung und Individualisierung von Haushalts- und Familienformen ist ein Kennzeichen der Veränderung privater Lebensformen im 21. Jahrhundert. Gemeint sind damit der Verlust des Monopols der bürgerlichen Familie, eine Lockerung und Differenzierung der Formen des privaten Zusammenlebens sowie eine Verringerung der sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Gegenstand der Veranstaltung sind daher u.a. Partnerwahl, Heirat und Familie im Wandel der Zeit, der Wandel der Vater- und Mutterrolle, die Beziehungsmuster zwischen den verschiedenen Generationen oder was uns der Essalltag über eine Familie verrät. Die pluralen Lebensformen werden zudem auf Begleitumstände wie Mobilisierung und Globalisierung, Digitalisierung und Individualisierung hin beleuchtet. Sich mit den realen Lebensumständen von Familien zu beschäftigen, bedeutet dabei auch, auf die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Karriere und Familie einzugehen sowie Kriterien von Lebensqualität zu bestimmen. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag mit ausführlicher Dokumentation/Präsentation (Alternative zwei Essays).
[P Si] Gewalt und Schule
regelmäßiger Termin ab 25.04.2025 | ||
wöchentlich Fr. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 25.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Im Zuge des sog. Zivilisationsprozesses wurde Gewalt staatlicherseits zunehmend monopolisiert. Mit Entstehung des staatlichen Gewaltmonopols bekam auch die Schule – trotz Schulpflicht und der Möglichkeit, mit negativen Sanktionen, also Gewalt auf abweichendes Verhalten zu reagieren – gewaltpräventive Aufgaben zugewiesen. Staatliche Definitionsleistungen und zivilgesellschaftliche Thematisierungserfolge führten andererseits zur Diskreditierung einer Reihe von vormals als mehr oder minder unproblematisch erachteten Gewaltformen. Zumal familiale, schulische und Jugendgewalt wurden zunehmend psychiatrisiert oder kriminalisiert. Hier soll Schule intervenieren. Selbst ethnisierte und politische Gewalt sollen im Rahmen des gewaltpräventiven Bildungs- und Erziehungsauftrags thematisiert werden. Folgt man Medien und Politikern, so gelingt das nur unzureichend. Wie aber - legt man einen wertneutralen, ordnungsschaffenden sowie -widrigen Gewaltbegriff zugrunde - gestaltet sich der Zusammenhang von Gewalt und Schule aus soziologischer Sicht auf Blickfelder ihrer Makro-, Meso- und Mikroebene?
Literatur u. a.: Heitmeyer, Wilhelm & Schröttle, Monika (Hrsg.) (2006): Gewalt. Beschreibungen, Analysen, Prävention. Bonn: bpb.
Themen:
00. Methoden
01. Gewaltbegriffe
02. Schulische Zwänge
03. Pädagogische Kuriositäten
04. Schülergewalt
05. Mobbing in der Schule
06. Amok an Schulen
07. Gewalt in der Familie
08. Geschlecht und Gewalt
09. (Ethnisierte) Jugendgewalt
10. Politische (Gegen-)Gewalt
11. Medien und Gewalt
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Grundlagen der Intersektionalität
Diese Lehrveranstaltung bietet eine grundlegende Einführung in das Konzept der Intersektionalität und untersucht, wie verschiedene soziale Kategorien wie Geschlecht, Rasse, Herkunft, Klasse, Sexualität und andere Identitäten miteinander interagieren und zusammenwirken, um komplexe Systeme von Diskriminierung und Privilegien zu schaffen. Die Studierenden werden lernen, wie intersektionale Analysen verwendet werden können, um soziale Ungleichheiten zu verstehen und zu adressieren.
Literatur:
Bronner, K., & Paulus, S. (2017). Intersektionalität: Geschichte, Theorie und Praxis (Vol. 4873). Crenshaw, K. (1989). Demarginalizing the intersection of race and sex. University of Chicago Legal Forum. Davis, K. (2008). Intersectionality as buzzword: A sociology of science perspective on what makes a feminist theory successful. Feminist Theory, 9(1), 67–85. https://doi.org/10.1177/1464700108086364 Degele, N., & Winker, G. (2007). Intersektionalität als Mehrebenenanalyse. Journal für Psychologie, 15(3), 9–18. Donley, S. B., & Johnson, M. (2024). Intersectional experiences and marginalized voices. Hill Collins, P., & Bilge, S. (2016). Intersectionality. Polity Press. hooks, b. (1981). Ain’t I a woman? Black women and feminism. South End Press. Walgenbach, K. (2012). Intersektionalität – Eine Einführung. Portal Intersektionalität. http://portal-intersektionalitaet.de/theoriebildung/schluesseltexte/walgenbach-einfuehrung/ Yuval-Davis, N. (2006). Intersectionality and feminist politics. European Journal of Women's Studies, 13(3), 193–209. https://doi.org/10.1177/1350506806065752
[P Si] Grundlagen der Soziologie für den schulischen Alltag
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E 112 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 112 |
Die Soziologie als wissenschaftliche Disziplin befasst sich mit den vielfältigen Beziehungen und Einflüssen zwischen Individuen, sozialen Gruppen, Institutionen und Gesellschaften. Im Rahmen des Seminars werden wir den Facettenreichtum soziologischer Forschung an einem konkreten Beispiel – den Prozessen der Sozialisation – beleuchten, da diese nicht nur für den schulischen Alltag von besonderem Interesse sind, sondern auch das vielfältige Beziehungsgeflecht zwischen Individuum und Gesellschaft besonders prägnant verdeutlichen. Die verschiedenen Einflussfaktoren und Sozialisationsinstanzen – gesellschaftliche Perspektivierung von Kindheit und Jugend, Familien, Emotionen und Körperwissen, Geschlechternormen und Identität, Peergroup und Hobbys, Milieu und Lebensstil, Moden und sozialen Medien, Bildungseinrichtungen – aus einer soziologischen Perspektive in den Blick zu nehmen, ermöglicht es somit, sich mit den Gegenständen und der Arbeitsweise der Soziologie differenziert auseinanderzusetzen.
[P Si] Medienkompetenz verstehen und vermitteln
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 106 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 106 |
Medienkompetenz ist ein zentrales, teils unklares Konzept der Gegenwart. Es adressiert Inhalte genauso wie die Auseinandersetzung mit Netzwerken oder sich wandelnden Technologien. Gleichzeitig gewinnt es rasant an Bedeutung—in den Familien, im Alltag und in Bildungseinrichtungen. Damit stellt sich die Frage, worauf es bei einer sinnvollen Vermittlung von Medienkompetenz ankommt. Das Seminar bietet verschiedene theoretische Konzepte der Medien- und Technikkompetenz sowie Ansätze zur Vermittlung solcher Kompetenzen. Über eine reflexive Selbstbeobachtung erproben die Studierenden diese Ansätze hinsichtlich Erklärkraft und Alltagstauglichkeit.
[P Si] Nachhaltigkeit aktiv gestalten – transformative BNE an der Schule
Die ökologische Krise (Klimawandel, Artensterben u.a.) gehört zu den zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Bildungseinrichtungen wie der Schule kommt für die Gestaltung des notwendigen Wandels eine bedeutsame Rolle zu. Das gilt insbesondere dann, wenn sie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) über Wissensvermittlung hinaus als eine aktivierende und transformierende Praxis der Beteiligten versteht.
Das Seminar geht hiervon aus und behandelt ausgewählte innovative Methoden einer aktivierenden BNE, wie sie im Kontext von Reallaboren oder des transformativen Lehrens und Lernens entwickelt werden.
Der Leistungsnachweis wird in Gruppenarbeiten (3-4 Personen) erbracht, in denen die jeweiligen Teams ein Klein-Projekt für die schulische Praxis in einem Themenfeld mit Nachhaltigkeitsbezug entwickeln (z.B. Ernährung, Mediennutzung, Kleidung, Mobilität, politische Beteiligung…).
Das Seminar gliedert sich in fünf Veranstaltungen (zwei kürzere davon digital):
Samstag 26.04., 10:00-14:00h: Thematische Einführung (10-14h): Sozialökologische Transformation, soziale Innovation, Reallabore, transformatives Lernen und Lehren
Samstag 10.05., 10:00h-18:00h: 4FutureLab: Workshop mit Nina Pröpster
Mittwoch 14.05. (digital, 17:30-19:30): Auswahl von Themen, Methoden, Team-Bildung
Mittwoch 28.05. (digital, 17:30-19:30): Besprechung der Team-Projekte
Samstag 14.06. (10:00-14:00): Abschlusspräsentation und Diskussion der Projekte
[P Si] Nachhaltigkeitskonflikte und (De-)Politisierung im Kontext von Umwelt- und Klimabewegungen
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E 106 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 106 |

Die Veranstaltung widmet sich gesellschaftspolitischen Nachhaltigkeitskonflikten und den Dynamiken der Politisierung und Depolitisierung im Kontext von Umwelt- und Klimabewegungen. Im Mittelpunkt steht die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Inhalten und Ausdrucksformen von Protest, Mobilisierung und Politisierung im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes. Dabei wird die Rolle neuer Klimabewegungen exemplarisch beleuchtet. Welche Narrative der Nachhaltigkeit prägen diese Bewegungen? Welche Handlungsstrategien wählen sie, und wie beeinflussen diese die gesellschaftspolitischen Debatten? Darüber hinaus wird thematisiert, welche Wechselwirkungen zwischen diesen Bewegungen und Politik, Öffentlichkeit sowie Bildungsinstitutionen bestehen. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird vorausgesetzt.
[P Si] Schule - Soziologische Zugänge
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 106 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 106 |
Spätestens seit PISA befindet sich die deutsche Schule in der Kritik, sowohl hinsichtlich der Leistungen ihrer Schüler*innen als auch hinsichtlich ihrer Reproduktion sozialer Ungleichheit. Zahlreiche staatliche Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung wurden seither unternommen, ein System zur Accountability aufgebaut – mit mäßigem Erfolg. Das Seminar gibt einen bildungssoziologischen Einblick in Schule, indem es sich, zunächst aus theoretischer Perspektive mittels klassischer Texte der Soziologie, und später aus gegenstandsbezogener Perspektive, soziologischen Zugängen zur Schule widmet. Inhaltlich fokussiert das Seminar auf die drei Gegenstandsbereiche (1) der Kompetenz- und Leistungsorientierung, (2) der neuen Steuerung von Schule und Schule als Organisation sowie (3) sozialer Ungleichheit und institutioneller Diskriminierung.
[P Si] Schulsozialarbeit: empirische Befunde, theoretische Reflexionen
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E 207 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 207 |
In der Veranstaltung wird aufgezeigt, welche Herausforderungen der Schulalltag im 21. Jahrhundert an Schule und die damit vernetzten Institutionen stellt. Schulsozialarbeit, als eine mögliche Antwort auf diese veränderten Lebenswelten, stellt eine Kooperation von Jugendhilfe und Schule dar. Ihre Ziele, Inhalte und Angebotselemente, aber auch die jeweiligen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und die hierfür herangezogenen Ursachen sind Gegenstand der zu diskutierenden Textgrundlagen. Mit Bezug auf eine lebensweltorientierte Vernetzung und Regionalisierung sozialer Angebote wird auch darauf eingegangen, inwiefern andere Formen Sozialer Arbeit und Stadtteilangebote in die Schulsozialarbeit eingebunden werden können. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag mit ausführlicher Dokumentation/Präsentation (Alternative zwei Essays).
[P Si] Schulsozialarbeit: empirische Befunde, theoretische Reflexionen
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil II, E 207 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 207 |
In der Veranstaltung wird aufgezeigt, welche Herausforderungen der Schulalltag im 21. Jahrhundert an Schule und die damit vernetzten Institutionen stellt. Schulsozialarbeit, als eine mögliche Antwort auf diese veränderten Lebenswelten, stellt eine Kooperation von Jugendhilfe und Schule dar. Ihre Ziele, Inhalte und Angebotselemente, aber auch die jeweiligen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und die hierfür herangezogenen Ursachen sind Gegenstand der zu diskutierenden Textgrundlagen. Mit Bezug auf eine lebensweltorientierte Vernetzung und Regionalisierung sozialer Angebote wird auch darauf eingegangen, inwiefern andere Formen Sozialer Arbeit und Stadtteilangebote in die Schulsozialarbeit eingebunden werden können. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag mit ausführlicher Dokumentation/Präsentation (Alternative zwei Essays).
[P Si] SDG 4: Nachhaltigkeit und hochwertige Bildung in Theorie und Praxis
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil II, E 106 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 106 |

Die Veranstaltung widmet sich dem globalen Nachhaltigkeitsziel SDG 4 („Hochwertige Bildung“) der Agenda 2030 und beleuchtet dessen Bedeutung für Theorie und Praxis im Bildungskontext. SDG 4 zielt darauf ab, weltweit inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und lebenslanges Lernen für alle zu fördern. Im Mittelpunkt stehen der Zugang zu Bildung, die Qualität von Bildungsangeboten und die Förderung von Chancengleichheit. Bildung wird dabei nicht nur als individuelles Recht, sondern auch als zentraler Baustein für die Förderung nachhaltiger Entwicklung verstanden. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Erarbeitung der zentralen Inhalte von SDG 4 sowie auf der Diskussion von Ansätzen und praktischen Handlungskonzepten zur Verwirklichung dieses Ziels. Besonderes Augenmerk gilt dem Praxiskontext Schule, wobei praktische Beispiele und Strategien zur Umsetzung von SDG 4 erarbeitet werden. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird vorausgesetzt.
[P Si] Soziale Probleme
regelmäßiger Termin ab 25.04.2025 | ||
wöchentlich Fr. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 25.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Probleme, nichts als Probleme – doch wer hat und macht sie eigentlich?! Schüler und Eltern etwa machen bisweilen nicht einfach nur Probleme, sondern sie bekommen und haben hier und da auch welche, die sie vielleicht im Privaten zu verbergen trachten, eventuell aber auch öffentlich thematisieren wollen – womit wir beim nächsten Problem sind. Die Soziologie betrachtet soziale Probleme als diskurs-, ressourcen- sowie definitionsmachtabhängige und ideologisch bzw. wertbesetzte Effekte (standortgebundener oder emotionsgeladener) öffentlich verhandelter sozialer Prozesse (im doppelten Wortsinn): Wer kommt rein, wer bleibt drin, wer fliegt raus aus den „Fegefeuern“ der „Nächstenliebe“, „Wohlfahrt“, „Gerechtigkeit“ und „Vernunft“ – kurz, gesellschaftlicher „Normalität“? Wie und warum geschieht es und was passiert eigentlich mit welchen (gesamtgesellschaftlichen) Folgen, wenn jemand oder etwas zum Problem wird? Ist die merkwürdige Kombination aus selektiver Fürsorge und sozialer Kontrolle nicht doch so etwas wie auf Dauer gestellte ‚exclusion inclusive‘, perpetuierte Distinktion? Haben wir es mit unerwünschten Nebenfolgen des gut Gemeinten zu tun, den unbeabsichtigten Folgen absichtsvollen Treibens oder vielleicht doch mit Problem(atisierungs)agenten, die man nicht vermutet?
Literatur u. a.: Soziale Probleme. Zeitschrift für soziale Probleme und soziale Kontrolle. http://www.soziale-probleme.de
Themen:
00. Methoden
01. Problemstellungen der Soziologie
02. Soziale Probleme und soziale Bewegungen
03. Problemakteure und soziale Kontrolle
04. Segregation und Desintegration
05. Armut und Ausgrenzung
06. Vorurteile und Diskriminierung
07. Kriminalität und Abweichung
08. Sucht und Gesellschaft
09. Sexualität und Perversion
10. Behinderung und Inklusion
11. Volkskrankheiten
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Soziologie für Lehrer
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Aus soziologischer Sicht hat Globalisierung mit deinem künftigen Beruf der Lehrerin mindestens genauso viel zu tun wie kolumbianischer Kaffee mit deiner allmorgendlichen Befindlichkeit, Global Player mit PISA, oder Schule mit Familienklima. Umgekehrt fügen wir uns alle prima ins Getriebe. Wie kommt das, so wir uns doch häufig genug ärgern (wie ist soziale Ordnung möglich)? Die Soziologie für Lehrer fängt ganz weit unten an: bei alltäglichen, oft unbewussten Verhaltensweisen des Einzelnen, prüft dieselben sogleich im Kontext ihres sozialen Umfeldes, um bereits den Verdacht zu hegen, dass wir von vornherein mit mehr oder weniger unhinterfragten Institutionen verknüpft und sterilen bis flexiblen Organisationen ausgesetzt sind, die in ihrem weltweiten Tanz rückwirkend nun von uns entsprechende Performanzen fordern. Im Kleinen findet das Ganze im Lehrer- und Klassenzimmer sowie auf dem Schulhof, Heimweg und in der Freizeit statt.
Literatur u. a.: Hobmair, Hermann (Hrsg.) (2014): Soziologie. 3., vollständ. überarb. u. erw. Aufl., Köln: Bildungsverlag EINS.
Themen:
00. Methoden
01. Wozu Soziologie
02. Individuum und Gesellschaft
03. Symbolische Interaktionen
04. Familie, Kindheit und Jugend
05. Gruppen, Quasi-Rollen und Soziometrie
06. Institutionen, Organisationen und Figurationen
07. Rollen und Rollenkonflikte
08. Abweichendes Verhalten und Kontrolle
09. Gesellschaft, Bildung und Ungleichheiten
10. Mediennutzung und Medienwirkung
11. Weltgesellschaft und Globalisierung
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Spezielle Soziologien
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Theodor W. Adorno meinte einmal, dass es nichts gäbe, was nicht auch soziologisch zu betrachten wäre, und dass er sich – in seiner damaligen Position des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) folglich nicht gänzlich unverhofft – vor Anträgen auf Gründung neuer Soziologiesektionen kaum noch retten könne. In dieser Veranstaltung wird entsprechend beeindruckende Vielfalt zwecks Einladung zur Soziologie anhand solcher Spezial- bzw. Bindestrichsoziologien behandelt, für welche angehende Lehrer sich insbesondere interessieren dürften.
Literatur u. a.: Kneer, Georg & Schroer, Markus (Hrsg.) (2010): Handbuch Spezielle Soziologien. Wiesbaden: VS Verlag.
Themen:
00. Methoden
01. Allgemeine und Spezielle Soziologien
02. Soziologie des Essens und Trinkens
03. Soziologie des Glücks
04. Mediensoziologie
05. Soziologie des Sports
06. Soziologie der Behinderung
07. Religionssoziologie
08. Stadt- und Raumsoziologie
09. Technik- und Umweltsoziologie
10. Konflikt- und Migrationssoziologie
11. Soziologie abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[P Si] Stadtgesellschaft Gießen
Die Stadt Gießen ist die Gesellschaft vor den Türen der JLU. Wie sieht es hier aus? Was ist bemerkenswert an Gießen? Was teilt die Stadt mit anderen Orten, was erscheint als spezifisch? Lässt sich über die Erfahrung einer Stadt wie Gießen, und über die Reflexion auf eine Stadt wie Gießen, etwas über Gesellschaft im Allgemeinen lernen? Das Seminar wird diesen Fragen in mehreren Blocksitzungen nachgehen.
[P Si] Theorien der Zugehörigkeit
In dem Seminar „Theorien der Zugehörigkeit“ werden wir uns eingehend mit den Werken von Paul Mecheril und Julia Kristeva beschäftigen, insbesondere mit Mecherils „Prekäre Verhältnisse“ und Kristevas „Strangers to Ourselves“ (Fremde sind wir uns selbst). Dieses Seminar zielt darauf ab, die komplexen Verflechtungen zwischen Identität und Zugehörigkeit zu untersuchen und zu verstehen, wie diese Konzepte durch Migration und ihre vielfältigen Ausprägungen beeinflusst und verändert werden. Die Teilnehmenden werden angeleitet, kritisch zu analysieren, inwiefern die Auseinandersetzung mit Zugehörigkeit in Migrationskontexten für das Verständnis individueller und kollektiver Identitätsbildungsprozesse entscheidend ist. Durch eine Kombination aus theoretischen Einblicken und praktischen Diskussionen sollen die Studierenden lernen, bestehende soziokulturelle und politische Dynamiken kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven auf das Sprechen von Zugehörigkeit zu entwickeln. Das Seminar wird nicht nur eine tiefgehende Analyse der theoretischen Texte bieten, sondern auch Raum für Reflexionen über eigene Erfahrungen und Annahmen der Teilnehmenden schaffen, um ein umfassendes Verständnis der Thematik zu fördern.
Zu den Leistungen, die von den Teilnehmenden erbracht werden, gehören Referate und aktive Teilnahme.
[P Si] Ungerechtigkeiten im Komplex Bildung & Schule
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
„Wozu brauche ich eigentlich Soziologie, ich studier’ doch Mathe?!“ Könnte eine Frage sein, mit der Sie in die sozialwissenschaftlichen Module der sogenannten Grundwissenschaften starten. Und das nicht ohne Grund, schließlich ist die Relevanz nicht auf Anhieb ersichtlich.
Im Seminar wollen wir die Frage produktiv wenden und gemeinsam erarbeiten, warum gerade für zukünftige Lehrer*innen eine sozialwissenschaftliche Perspektive wichtig und in der Praxis nützlich sein kann. Nachdem wir zunächst einige Grundlagen gelegt und die Frage, was ist eigentlich Bildung und was sind Sozialwissenschaften, beantworten können, werden wir einzelne für die Schule relevante Beispiele betrachten. Dabei werden wir insbesondere Phänomene von Bildungsgerechtigkeit, Ex- & Inklusionsprozessen, Diskriminierung (race, class, gender) und Gewalt beispielhaft in den Blick nehmen. Das Seminar soll Ihnen so ermöglichen, ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Bildungssystem sozialwissenschaftlich zu reflektieren und Schlussfolgerungen für ihre spätere Praxis als Lehrer*in zu ziehen.
Lernziele
* Die Student*innen können exemplarisch verschiedene Dimensionen sozialer Ungerechtigkeit differenziert beschreiben. Sie können insbesondere Prozesse der Ex- und Inklusion, Diskriminierung und Gewalt sowie strukturelle Bildungsungerechtigkeit beschreiben.
* Die Student*innen können Phänomene sozialer Ungerechtigkeit, insbesondere Konsequenzen für Schüler*innen, im Kontext Schule und Bildungssystem selbstständig einordnen und erkennen. Sie können Konsequenzen des Erlernten für den eignen Professionalisierungsprozess ziehen und umsetzen.
* Die Student*innen erkennen die Relevanz soziologischer und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektiven auf Bildung und Schule. Sie können sozialwissenschaftliche Perspektiven von anderen wissenschaftlichen Disziplinen abgrenzen und Grundlagen sozialwissenschaftlicher Fragestellungen beschreiben.
Prüfungsvoraussetzungen
- Teilnahme an mind. 80 % der Proseminarsitzungen laut Studienordnung
- Absprache des Hausarbeitsthemas, i.d.R. in einer separaten Sprechstunde
- Abgabe von einem Exzerpt zur Basisliteratur des Seminars VOR der entsprechenden Sitzung
Prüfungsformat
Sozialwissenschaftliche Hausarbeit (10 Seiten) zu einer selbst entwickelten Fragestellung aus den Themenbereichen des Seminars.
Aufbaumodul Soziologie: Schulische Praxis aus sozialwissenschaftlicher Perspektive ⇑
A 2: Seminar
[Si] Always on? Medienwelten Kinder und Jugendlicher heute
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E02 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E02 |
In dieser Veranstaltung geht es darum aufzuzeigen, wie sich das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen charakterisieren lässt, inwiefern geschlechtsspezifische Differenzen in Nutzung und Aneignung festzustellen sind, wie soziale Kontextbedingungen – Peers, Familie, Alter, Bildungsstand – die Mediensozialisation beeinflussen, welcher Stellenwert Medienerziehung in Familie und Schule zukommt, und wo im Bereich der Medienaneignung und Medienwirkung gesellschaftliche Konfliktfelder liegen. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag (mit ausführlicher Präsentation/Dokumentation).
[Si] Always on? Medienwelten Kinder und Jugendlicher heute
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E02 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E02 |
In dieser Veranstaltung geht es darum aufzuzeigen, wie sich das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen charakterisieren lässt, inwiefern geschlechtsspezifische Differenzen in Nutzung und Aneignung festzustellen sind, wie soziale Kontextbedingungen – Peers, Familie, Alter, Bildungsstand – die Mediensozialisation beeinflussen, welcher Stellenwert Medienerziehung in Familie und Schule zukommt, und wo im Bereich der Medienaneignung und Medienwirkung gesellschaftliche Konfliktfelder liegen. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag (mit ausführlicher Präsentation/Dokumentation).
[Si] Bildung im Diskurs
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Das Verständnis von Bildung verändert sich nicht nur im Laufe der Zeit mit den gesellschaftlichen Verhältnissen, sondern kovariiert auch mit den divergierenden Weltanschauungen unterschiedlicher Interessengruppen. Die Entstehung heutiger Grundpositionen nachzuzeichnen sowie aufzuzeigen, welches Bildungsverständnis sich wie und warum sowie mit welchen bildungspolitischen und gesamtgesellschaftlichen Effekten in gegenwärtigen Bildungsdiskursen durchsetzt, ist Gegenstand des Seminars. Hierzu wird auf Grundannahmen, Methoden und Techniken der konflikttheoretischen Diskursanalyse einerseits sowie der ideologiekritischen Wissenssoziologie andererseits zurückgegriffen. Mittels soziologischer Klassiker (wie z.B. Mannheim, Bourdieu, Foucault) und Texte neueren Datums werden die theoretischen Grundlagen, empirischen Befunde und praxisrelevanten Prognosen erarbeitet. Anschauungsmaterial bieten Produkte des massenmedial vermittelten Bildungsdiskurses (PISA, Bologna, Bildungsstreik etc.). Auf diese Art und Weise kann es einer künftigen Lehrkraft gelingen, zu wissen, welchen Damen und Herren sie dient und wessen Geistes Kind ihre Schüler in ungefähr einmal sein werden, welchen Menschentypus sie erzeugt.
Literatur u. a.: Münch, Richard (2009): Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Themen:
00. Methoden
01. Wissenssoziologie
02. Bildungsideologien
03. Habitustheorie
04. Elitenbildung
05. Wissensgesellschaft
06. Bildungsökonomisierung
07. Bildungsrenditen
08. Diskursmachtanalysen
09. Pisadiskurs
10. Bolognaprozess
11. Reformstaudiskurse
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[Si] Empirische Zugänge zu schulischen Kommunikations- und Interaktionsprozessen
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E02 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E02 |
In dieser Veranstaltung werfen wir auf einen zunächst nur pädagogisch anmutenden Gegenstand, den der Kommunikation und Interaktion in der Schule, einen soziologischen Blick (was gute Grundkenntnisse der Soziologie und der Empirie voraussetzt). Unter Kommunikation in der Institution Schule wird dabei mehr als nur Unterricht als Kern schulischer Praxis verstanden („doing classroom“), sondern es geht auch darum, wie Kinder „Schule machen“, also beispielsweise um Praktiken der Identifikation und Abgrenzung unter Schulkindern oder um den Stellenwert von Freundschaft in der Schule („doing school life“). Auch der Aspekt des „doing gender“ im Schulalltag wird dabei nicht außen vorgelassen: Interagieren Lehrerinnen anders als Lehrer? Warum gibt es bezugnehmend auf das Proporzmodell so wenig Schulleiterinnen? Diskussionsgrundlage sind Studien, die sich dem Phänomen Schule mit unterschiedlichem Feldzugang und analytischen Ansätzen nähern. Am Beispiel von Transkripten, Sequenzanalysen oder ethnografischen Protokollen wollen wir uns dabei dem Prozesscharakter von Interaktionen (beispielsweise in Begrüßungsritualen oder dem Etikettierungsprozess) widmen. Bestanden wird der Kurs über einen Referatsbeitrag (mit ausführlicher Präsentation/Dokumentation).
[Si] Manipulation der Medien
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Der Begriff Manipulation (lat. für Handgriff, Kunstgriff) bedeutet im eigentlichen Sinne Handhabung und wird in Technik und Medizin auch so verwendet. Darüber hinaus ist Manipulation aber auch ein Begriff in Psychologie und Politik und bedeutet hier die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen. Mit sozialer Manipulation sind im soziologischen sowie kriminologischen Sinne darüber hinaus sämtliche Formen der Beeinflussung des menschlichen Tuns und Denkens, Empfindens und Entscheidens gemeint, beispielsweise durch massenmediale Berichterstattung, Ratgeber, Propaganda oder Werbung. Manipulation hat demnach nicht notwendig etwas mit Täuschung zu tun, sie kann auch auf Gewalt oder anderen Mechanismen, insbesondere den üblichen Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozessen beruhen, die jeder von uns durchläuft und die heutzutage meist medial vermittelt sind. Denn Massen-, Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien scheinen inzwischen immer und überall; trotz aller Kritik umgarnen sie uns von Anfang an und wirken inzwischen wie eine zentrale Sozialisationsinstanz bis zum Ende unserer Tage - und sogar darüber hinaus. Allerortens wird deshalb Medienkompetenz gefordert, Medienerziehung Bestandteil offizieller Lehrpläne. Was nun aber taugen Mediensoziologie und Medienpädagogik diesbezüglich wirklich für angehende Lehrer? Wie lässt sich das Faktum Mediengesellschaft handhaben und zuvörderst – wissenschaftlich fundiert – seiner habhaft werden? Wir werden der Sache auf den Grund gehen, denn vielleicht alles, was wir wissen, wissen wir durch Medien.
Literatur u. a.: Kleiner, Marcus S. (Hrsg.) (2010): Grundlagentexte zur sozialwissenschaftlichen Medienkritik. Wiesbaden: VS Verlag.
Themen:
00. Methoden
01. Mediensoziologie
02. Medienöffentlichkeit
03. Massenkommunikation
04. Unterhaltungsfigurationen
05. Onlinekommunikationen
06. Medienselbstkontrolle
07. Mediensozialisation
08. Medienkindheiten
09. Jugendmedien
10. Mediensport
11. Medienkompetenz
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.
[Si] Medienkompetenz verstehen und vermitteln
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil II, E 106 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 106 |
Medienkompetenz ist ein zentrales, teils unklares Konzept der Gegenwart. Es adressiert Inhalte genauso wie die Auseinandersetzung mit Netzwerken oder sich wandelnden Technologien. Gleichzeitig gewinnt es rasant an Bedeutung—in den Familien, im Alltag und in Bildungseinrichtungen. Damit stellt sich die Frage, worauf es bei einer sinnvollen Vermittlung von Medienkompetenz ankommt. Das Seminar bietet verschiedene theoretische Konzepte der Medien- und Technikkompetenz sowie Ansätze zur Vermittlung solcher Kompetenzen. Über eine reflexive Selbstbeobachtung erproben die Studierenden diese Ansätze hinsichtlich Erklärkraft und Alltagstauglichkeit.
[Si] Soziologie des Humors
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil II, E 119 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil II, E 119 |
Humor ist, wenn man trotzdem lacht? Welch eine Herausforderung für Lehrerinnen und deren männliche Pendants (z.B. ob einer sehr komischen Situation turbulent in eine spätestens nunmehr chaotische Klasse verwickelt)! Wer lacht von oben herab, wer kichert oder spottet höhnisch von unten (wer kaspert ständig, ist der Klassenclown)? Was verbindet uns, was trennt uns beim Lachen? Wann finden wir es nicht mehr lustig? Humor macht seinen Unterschied in Raum und Zeit, nicht nur soziokulturell und sozialstrukturell, sondern auch milieutypisch sowie sozialbiographisch. Blödeleien, Narreteien und Clownerie funktionieren lediglich institutionell eingeschränkt, und kommunikativ in so mancher Interaktion(sbürokratie und -hierarchie) überhaupt nicht; Hofnarren sind amtlich zu bestellen, oder Sache der Königin bzw. des Königs (welchen Ranges und welcher Herrschaftsform auch immer). Deine Lachgeschichten amüsieren nicht jeden; zudem hast du als Kind noch über ganz andere Dinge gelacht, die du zu großen Teilen heute gar nicht mehr lustig findest. Was hast du bezüglich Witzigkeit verlernt, oder dazugelernt? Wann vergeht dir der Spaß: am Lernen und Lehren? Lass uns das herausfinden, um Humor in Klassen-, Lehrerzimmer, auf den Schulhof, die Straßen der Stadt, ins ganze Land und darüber hinaus zu tragen, wo er unter gewissen sozialklimatischen Bedingungen nicht nur der Lernkultur, sondern auch dem Seelenfrieden und der Zwischenmenschlichkeit dienlich sein möge.
Literatur u. a.: Piepenbrink, Katharina (2013): Humor und Schule. Eine Einführung in die Soziologie des Humors für den Unterricht. Hamburg: Diplomica.
Themen:
00. Methoden
01. Komische Grundzüge
02. Reflexionsgeschichte des Humors
03. Der Humor der Gesellschaft
04. Lachkulturen
05. Kritik des Humors
06. Geschlecht und Humor
07. Kinder lachen anders
08. Humorstrategien in Organisationen
09. Humor in der Schulsozialarbeit
10. Der Witz der Schule
11. Lach- und Sachgeschichten
Leistungsanforderung: Soziologie ist die Wissenschaft vom Zwischenmenschlichen im weitesten Sinne; Sie werden Lehrer und ergreifen damit einen der so genannten sozialen Berufe, weshalb fächerübergreifende sozialwissenschaftliche Fertigkeiten Ihnen in Ihrem beruflichen Alltag keineswegs schaden werden. In Teamarbeit wird von Ihnen eine soziologisch orientierte Unterrichtseinheit zum jeweiligen Thema (nur zu einem, dieses aber mit Schmackes) mithilfe einschlägiger Fach-, Sach- und Methodenliteratur und/oder anderen (multimedialen) Materialien konzipiert, durchgespielt, evaluiert und dokumentiert - also keine langweiligen autorengläubige oder texttantrischen Referate samt allseitig unbeliebter sowie in berufstechnischer Hinsicht ohnehin in Form wissenschaftlicher Hausarbeitskompetenz und -performanz meist unnötigen Verschriftlichungen (die außer uns keiner liest) – vielmehr kurz, zwei Fliegen (sowohl schulisch relevantes soziologisches als auch didaktisches Wissen) mit einer Klappe.