Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Musikpädagogik und Musikwissenschaft - Modul 12: Systematische Musikpädagogik III (03 BA Mus 12)
Veranstaltungen
Zu belegen sind zwei Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Musikgeschmack und Musikpräferenzen / Musikalisches Lernen und Lehren / Medienpädagogik (LV 1 und LV 2).
[Pj Si] „Spiel nach Gehör“ – eine kulturvergleichende Untersuchung klassischer Musiker*innen und Jazzmusiker*innen
regelmäßiger Termin ab 25.04.2025 | ||
wöchentlich Fr. 08:00 - 10:00 Uhr | Phil. II D, 29 (Musikunterricht) | |
nächster Termin: 25.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 29 (Musikunterricht) |
Zum Thema: Spiel nach Gehör ist eine wesentliche, musikalische Grundfertigkeit, bei der eine unbekannte erklingende Musik hörbasiert, ohne Hilfe von Notation auf einem Instrument ausgeführt wird. Häufiges Spiel nach Gehör trainiert die Ohr-Hand-Koordination und befähigt Musizierende, musikalische Ideen direkt umzusetzen, ohne über die passenden Fingersätze nachdenken zu müssen oder Griffe am Instrument zu suchen. Dabei erwerben sie ein überwiegend implizites Körperwissen. In diesem Seminar werden Audioaufnahmen aus einer quasi-experimentellen Untersuchungen zu Leistungen im Spiel nach Gehör von ‚klassisch‘ sozialisierten Musiker*innen und Jazzmusiker*innen (vgl. Hakim & Bullerjahn, 2019) mit Hilfe des Software Melodyne (Celemony) analysiert und untersucht. Es liegen die Audio-Daten von über 1700 Nachspielversuchen von insgesamt 29 Musikstudierenden (davon 14 Jazzer*innen und 15 Klassiker*innen) vor. Ablauf: Nach einer Einführung in die Thematik und die Möglichkeiten der Software werden eigene empirische Analysen und Auswertungen am bereits vorliegenden Datenmaterial unternommen, die als Forschungsbericht publiziert werden sollen. Studierende erwerben Kompetenzen im Umgang mit der Software Melodyne und erweitern ihre Forschungskompetenzen.
Auf Wunsch der Mehrzahl der Teilnehmenden könnte das Seminar auch erst um 10 Uhr beginnen. Näheres dazu besprechen wir in der ersten Sitzung am 25.04., welche um 8 c.t. beginnt.
Literatur: Hakim, A. M. (2022). Instrumentalunterricht ohne Noten?! Hintergründe und Praxistipps zum Musizierenlernen nach Gehör. üben & musizieren, 6, 8-11; Hakim, A. M., & Bullerjahn, C. (2019). Spiel nach Gehör auf der Violine – Wie beeinflusst musikalische Vorerfahrung die Imitation kulturell vertrauter und fremder Melodiemuster? Musikpsychologie, 28, S. 213-251.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: aktive Teilnahme und regelmäßige Mitarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Das Seminar richtet sich an interessierte fortgeschrittene Studierende.
[P Si] Musik und Gedächtnis
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. II D, 07 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 |
Zum Thema:
Mehr als andere Künste verbindet Musik unsere persönlichen Erinnerungen mit der kollektiven Vergangenheit. Zugleich sind Musikhören oder Musizieren ohne Kurzzeitgedächtnis gar nicht möglich, und individuelle Musikwahrnehmung ist geprägt von Inhalten des Langzeitgedächtnisses bis hin zum Sonderphänomen des absoluten Gehörs. Da das limbische System im Inneren des Gehirns sowohl für Emotionen als auch Gedächtnisleistungen zuständig ist, gehen Erinnerungen immer mit Gefühlen einher. Es ist somit kein Wunder, warum in Musik- und Medienerzeugnissen versucht wird, über abgespeicherte Musikklischees und im Rezeptionsverlauf erlernte Leitmotive Erwartungen zu triggern, Spannung aufzubauen oder nostalgische Gefühle hervorzurufen. Das Seminar wird neben den hier angedeuteten Themen auch auf das Alltagsphänomen des Ohrwurms, Auswendiglernen und Spiel nach Gehör, die Bedeutung von Musik in der Behandlung von Demenzkranken, das Sammeln von Schallplatten und anderen Musikobjekten als erinnerungskonservierende Tätigkeit sowie auf die Kommerzialisierung von Nostalgie und Gedenken bezogen auf populäre Musik eingehen.
Literatur:
Albrecht, H. (2021). Leitmotivik in der Filmmusik. Einflüsse auf die visuelle Aufmerksamkeit und emotionale Wirkungen während der Filmrezeption. Baden-Baden; Baker, S. (Hg.) (2015). Preserving Popular Music Heritage. Do-it-Yourself, Do-it-Together. New York/Abingdon; Baker, S./Strong, C./Istvandity, L./Cantillon Z. (Hg.) (2018). The Routledge Companion to Popular Music History and Heritage. London/New York; Bennett, A./Rogers, I. (2016). Popular Music Scenes and Cultural Memory. London; Bijsterveld, K./van Dijck, J. (Hg.) (2009). Sound Souvenirs: Audio Technologies, Memory and Cultural Practices. Amsterdam; Bitzan, W. (2010). Auswendig lernen und spielen. Über das Memorieren in der Musik. Frankfurt am Main; Fischer, M./Widmaier, T. (Hg.) (2014). Lieder/Songs als Medien des Erinnerns. Münster/New York; Fuhr, M./Gruber, C. (Hg.) (2024). Musik, Erinnern und kulturelles Gedächtnis. Hildesheim; Garrido, S./Davidson, J.W.: Music, Nostalgia and Memory. Historical and Psychological Perspectives. Cham 2019; Ivănescu, A. (2019). Popular Music in the Nostalgia Video Game: The Way It Never Sounded. Cham; Jaszoltowski, S. (2022). Erinnerungsorte in der Musik. Berlin; Jost, C./Sebald, G. (Hg.) (2020). Musik – Kultur – Gedächtnis. Theoretische und analytische Annäherungen an ein Forschungsfeld zwischen den Disziplinen. Wiesbaden; Kiewitt, K. (2006). Musikbiografie und Alzheimer-Demenz. Zur Wirkung der Rezeption biografisch relevanter Musik auf das emotionale Erleben von Alzheimer-Betroffenen. Hamburg; Natterer, K. (2017). Nostalgie als Zukunftsstrategie für Unterhaltungsmedien. Empirische Studien zu persönlicher und historischer Nostalgie in Medien. Wiesbaden; Niemeyer, A. (2015). Musik und Gedächtnis bei Ernest Bloch und Leonard Bernstein. Kultursemiotische und unterrichtsdidaktische Studien zum erinnerungskulturellen Potential von Musik. Paderborn; Nieper, L./Schmitz, J. (Hg.) (2016). Musik als Medium der Erinnerung. Gedächtnis – Geschichte – Gegenwart. Bielefeld; Norton, B./Matsumoto, N. (Hg.) (2019). Music as Heritage: Historical and Ethnographic Perspectives. London/New York; Pfleiderer, M. (2011). Populäre Musik und kulturelles Gedächtnis. Geschichtsschreibung – Archiv – Internet. Köln 2011; Snyder, B. (2000). Music and Memory. An Introduction. Cambridge/London.
Voraussetzungen für den Scheinerwerb:
Anforderungen für Bachelor- und Lehramtsstudierende (L2 u. L5): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher analytischer oder empirischer Projektarbeit oder Review (Metaanalyse) mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das Kurzreferat bzw. die empirische Projektarbeit eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
Teilnahmevoraussetzungen: keine