Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Bachelorstudiengänge Sozialwissenschaften - Soziologie (Kombinationsbachelor-Studiengänge)
Veranstaltungen
Grundlagen der Soziologie (03 Ba Soz NF-1) ⇑
LV 1: Vorlesung II: Soziologie
[Vl] Einführung in die Soziologie
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die diversen theoretischen Perspektiven der Soziologie, ihre Grundannahmen, zentralen Begriffe und Fragestellungen. Auch die Geschichte des Faches sowie die Entstehungskontexte der verschiedenen Ansätze kommen hierbei zur Sprache. Zudem wird das analytische Potential der verschiedenen Theorien beleuchtet – d.h. ihre jeweiligen Frage- und Problemstellungen zur sozialen Wirklichkeit.
LV 2: Proseminar II :Soziologie
[P Si] Einführung in die Soziologie: Vertiefung und Analyse 1
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
Das Proseminar vertieft auf Grundlage der Vorlesung „Einführung in die Soziologie“ ausgewählte soziologische Theorien. Ziel ist es zum einen, die zentralen Grundprämissen und Konzepte der Theorien im Detail zu verstehen, zu diskutieren und mit anderen soziologischen Ansätzen zu vergleichen. Zum anderen werden auf Basis der jeweiligen Theorie exemplarisch Forschungsfragen entwickelt und gegenwärtige soziale Phänomene analysiert - u.a. soziale Ungleichheit und gesellschaftlicher Wandel.
Bitte beachten Sie: Dieses Seminar ist konzipiert für Hauptfach-Studierende.
[P Si] Einführung in die Soziologie: Vertiefung und Analyse 2
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
Das Proseminar vertieft auf Grundlage der Vorlesung „Einführung in die Soziologie“ ausgewählte soziologische Theorien. Ziel ist es zum einen, die zentralen Grundprämissen und Konzepte der Theorien im Detail zu verstehen, zu diskutieren und mit anderen soziologischen Ansätzen zu vergleichen. Zum anderen werden auf Basis der jeweiligen Theorie exemplarisch Forschungsfragen entwickelt und gegenwärtige soziale Phänomene analysiert - u.a. soziale Ungleichheit und gesellschaftlicher Wandel.
Bitte beachten Sie: Dieses Seminar ist konzipiert für Hauptfach-Studierende.
[P Si] Einführung in die Soziologie: Vertiefung und Analyse 3
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
Das Proseminar vertieft auf Grundlage der Vorlesung „Einführung in die Soziologie“ ausgewählte soziologische Theorien. Ziel ist es zum einen, die zentralen Grundprämissen und Konzepte der Theorien im Detail zu verstehen, zu diskutieren und mit anderen soziologischen Ansätzen zu vergleichen. Zum anderen werden auf Basis der jeweiligen Theorie exemplarisch Forschungsfragen entwickelt und gegenwärtige soziale Phänomene analysiert - u.a. soziale Ungleichheit und gesellschaftlicher Wandel.
Bitte beachten Sie: Dieses Seminar ist konzipiert für Nebenfach-Studierende.
Soziologische Theorie (03 Ba Soz NF-2) ⇑
LV 1: Vorlesung oder Proseminar
[P Si] Einführung in die Soziologie der Zeit
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
Zeit erscheint häufig als natürliche und universelle Größe. Doch sie ist mehr als eine physikalische Gegebenheit, die als Zahl auf der Uhr sichtbar wird. Zeit ist auch als soziales Phänomen begreifbar: Gesellschaften strukturieren Zeit, erzeugen spezifische Zeitordnungen und prägen individuelle Zeiterfahrungen. Lebensläufe, Fristen, Stundenpläne, Erfahrungen von “rasendem Stillstand” oder “Beschleunigung”, Wartesituationen oder Zukunftserwartungen sind Formen sozialer Zeit. Das Seminar bietet eine Einführung in zentrale Fragestellungen und Konzepte der Zeitsoziologie. Anhand von Texten unterschiedlicher zeitlicher und räumlicher Herkunft soll Zeit als grundlegende, aber oft unhinterfragte Dimension des Sozialen sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus werden auch Positionen betrachtet, die die moderne Trennung von sozialer und natürlicher Zeit vor dem Hintergrund des Anthropozäns gegenwärtig infrage stellen.
LV 2: Vorlesung oder Proseminar
[P Si] Einführung in die Soziologie der Zeit
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101 | ||
Zeit erscheint häufig als natürliche und universelle Größe. Doch sie ist mehr als eine physikalische Gegebenheit, die als Zahl auf der Uhr sichtbar wird. Zeit ist auch als soziales Phänomen begreifbar: Gesellschaften strukturieren Zeit, erzeugen spezifische Zeitordnungen und prägen individuelle Zeiterfahrungen. Lebensläufe, Fristen, Stundenpläne, Erfahrungen von “rasendem Stillstand” oder “Beschleunigung”, Wartesituationen oder Zukunftserwartungen sind Formen sozialer Zeit. Das Seminar bietet eine Einführung in zentrale Fragestellungen und Konzepte der Zeitsoziologie. Anhand von Texten unterschiedlicher zeitlicher und räumlicher Herkunft soll Zeit als grundlegende, aber oft unhinterfragte Dimension des Sozialen sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus werden auch Positionen betrachtet, die die moderne Trennung von sozialer und natürlicher Zeit vor dem Hintergrund des Anthropozäns gegenwärtig infrage stellen.
Kommunikation und Medien / Kulturen und Konflikt (03 Ba Soz NF-4) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Kulturen des Konflikts. Eine Einführung in die Mediensoziologie
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
Den Ausgangspunkt dieser Vorlesung bildet der Konflikt als kulturelle Keimzelle sozialer Orientierungsprozesse und seine intensive Verflechtung mit dem Medialen. Konflikte sind nicht naturgegeben, sondern sie gewinnen ihre soziale Gestalt dadurch, dass sie als Konflikt erfahren und kommuniziert werden. Will man mehr über die Kulturen des Konflikts der Gegenwartsgesellschaften erfahren, dann gilt es, sich den kommunikativen Praktiken zuzuwenden, die diese hervorbringen. In den digitalisierten Mediengesellschaften der Gegenwart bedeutet das, dass Form und Wirksamkeit von Konflikten aufs Engste mit ihrer medialen Kommunizierbarkeit gekoppelt sind. Dabei sind ‚die‘ Medien kein Zaungast sozialer Konflikte, über die sie lediglich berichten würden. Im Gegenteil, sie sind auf unterschiedliche Arten und Weisen konstitutiver Bestandteil der sozialen Konstruktionsprozesse von Konflikten. Ob in den Fernsehnachrichten, auf TikTok, auf Telegram oder im Kino, die mediale Kommunikation von Konflikten trägt zur Ausdifferenzierung des gesellschaftlichen Wissensvorrats von eben diesen wesentlich bei.
Zum Aufbau: Die Vorlesung wird einen Überblick zur theoretischen und empirischen Erforschung kultureller Konflikte aus mediensoziologischer Perspektive geben. Zu diesem Zweck gliedert sie sich in drei Blöcke: In Block I werden zentrale Grundbegriffe aus der Mediensoziologie (u. a. Kommunikation, Öffentlichkeit, Konstruktivismen, Rezeption) geklärt. Dabei werden insbesondere die Bezüge und das Wechselspiel zwischen Medien und Konflikt herausgestellt. In Block II werden konkrete empirische Forschungsfelder der Mediensoziologie entlang der drei ausgewählten Konfliktformen ‚Krieg‘, ‚Gewalt‘ und ‚Krise der Information‘ vorgestellt. Diskutiert werden aktuelle Forschungsergebnisse u. a. zur Kriegsfotografie, zur mediatisierten Polizeigewalt, zu Trolling, Fake News, Hate Speech, Coded Bias und Diskriminierung in digitalen Spielen. Block III ist der Synthese gewidmet. Hier werden die Argumentationsschritte der Vorlesung rekapituliert und zusammengeführt und es wird ein Antworthorizont auf die Leitfragen erarbeitet.
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Between Türkiye and Germany – Migration, Diaspora, and Transnational Belonging
This seminar examines migration between Türkiye and Germany as a historically layered and continuously changing transnational field. Beginning with labour recruitment under the 1961 recruitment agreement and the subsequent processes of settlement and family reunification, the course traces political and asylum migration, international student mobility, skilled migration, and the experiences of second and subsequent generations. Particular attention is given to the diversification of migration from Türkiye in recent years and to the continuities and differences between earlier and more recent forms of mobility.
A central concern of the seminar is how different migration pathways and legal positions shape people’s opportunities, uncertainties, identities, and future plans. We examine migration imaginaries and the idea of a “German Dream”; diaspora politics and Germany–Türkiye relations; citizenship and political participation across borders; international student and skilled mobility; the migration–development nexus; brain drain, brain gain and brain circulation; return and circular migration; and everyday forms of transnational belonging.
The seminar combines historical, political, sociological, socio-legal, and migration-studies perspectives. It moves between macro-level processes and migrants’ everyday experiences and also introduces methodological questions about how migration can be researched through interviews, migration biographies, statistics, and other forms of empirical material. Throughout the course, students are encouraged to connect theoretical concepts with concrete cases and to critically consider how mobility, citizenship, participation, development, belonging, and future-making unfold across national borders.
[Si] Evidenz als Waffe: Wissenschaftskommunikation in der polarisierten Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Klimawandel, Corona-Pandemie, Desinformation: Der Einfluss wissenschaftlicher Expertise und epistemischem Wissen ist mittlerweile fester Bestandteil bei der Einordnung und Besprechung gesellschaftlicher Krisen und Konflikte. Wissenschaftler:innen beraten Politiker:innen, informieren die Öffentlichkeit in Talkshows, Podcasts oder den Sozialen Medien. Wissenschaftskommunikator:innen, seien es Journalist:innen, Aktivist:innen oder Influencer:innen argumentieren mit dem Verweis auf epistemisches Wissen für ihre Standpunkte.
Ob Wissenschaft dabei als Produzentin objektiver Wahrheiten gepriesen, oder als Sammelbecken für Ideologie und Voreingenommenheit geschmäht wird: Nicht immer geht es Kommentator:innen um die Suche nach Fakten. Vielmehr ist wissenschaftliche Expertise beziehungsweise ihre mediale Konstruktion ein Baustein im Kampf um die Deutungshoheit in öffentlichen Debatten.
Im Seminar soll dieses Spannungsfeld zwischen epistemischem Wissen und digitale Öffentlichkeiten anhand spezifischer Diskurse, zum Beispiel zum Klimawandel oder der Corona-Pandemie, beleuchtet werden. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Abschnitte: (1) Theoretische Grundlagen und Begriffsklärung; (2) Exemplarische Vertiefung anhand konkreter Fallanalysen.
Zeitplan
Das Seminar gliedert sich in zwei Abschnitte: Der erste Teil findet vom 13. Oktober bis 24. November wöchentlich, jeweils dienstags von 10-12 Uhr im Raum Phil II, E 104 statt. Der zweite Teil besteht aus zwei Blockveranstaltungen, die am Freitag, 11. sowie 18. Dezember von 12-20 Uhr in Raum E 104 stattfinden.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Kriegsfilm. Filmsoziologische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung
| regelmäßiger Termin ab 21.10.2026 | ||
| zwei-wöchentlich Mi. 16:00 - 20:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 21.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Man stelle sich vor, es ist Krieg und keiner ginge hin. Kommt der Krieg ins Kino, wird hingegangen – und zwar in Scharen, seit es das Kino gibt. Kaum ein Genre ist zugleich so morbide und so florierend wie der Kriegsfilm: Prisoner-of-War- und U-Boot-Filme, Heimkehrerdramen, Kriegssatiren, Antikriegs-, Militärgerichts- und Combat-Filme wurden in den letzten zehn Jahren mehr denn je produziert. Wenn Filme zu den „visuellen Formen [gehören], in und mit denen sich eine Gesellschaft darstellt“ (Denzin 2003, S. 417), dann stellt sich unsere Gesellschaft mehr denn je als eine kriegerische dar – ein Blick in die realpolitische Gegenwart gibt dieser Diagnose leider recht.
Das Seminar nimmt den Kriegsfilm als Seismographen seiner Gegenwart in den Blick. Er entwirft Kriegsszenarien für ein Publikum, das – zumindest im globalen Norden – über keine unmittelbaren Kriegserfahrungen verfügt, wohl aber über ein breites medienvermitteltes Wissen aus Fotografie, Reportage, Instagram-Story und Film: Unser kollektives Kriegsgedächtnis ist in erster Linie ein mediatisiertes. Kriegsfilme sind nicht der quellenkritischen Geschichtsschreibung verpflichtet, sondern eröffnen Denkräume für die normative Stellung des Krieges. Auch wo vergangene Kriege inszeniert werden, prägt das Produktionsumfeld die Darstellung: Kriegsfilme sind eher Zeitzeugen ihrer eigenen Gegenwart als des Krieges, von dem sie erzählen.
Dieser Präsenz des Krieges im Kino steht die Kriegsverdrängung der Sozialtheorie gegenüber (vgl. Joas/Knöbl 2008). Hier setzt das Seminar an: Aus filmsoziologischer Perspektive untersuchen wir das filmische Wissen über Krieg, um mehr über Geschichte, Gegenwart und Gewalt des Krieges in pluralisierten Gesellschaften zu erfahren. Gerade jüngere Produktionen reflektieren die politische Wirkmächtigkeit filmischer Kriegsentwürfe – doch auch der kritische Kriegsfilm gibt dem Krieg eine Bühne, im Spannungsfeld von kultureller Erinnerungsarbeit und den Inszenierungsstrategien eines effekt- und affektgeladenen Unterhaltungskinos (Kappelhoff u.a. 2013).
Das Seminar gliedert sich in drei Abschnitte: (1) theoretische Grundlagen zu Krieg, Gewalt, Kriegsberichterstattung und zur ambivalenten Verbindung von Krieg und Unterhaltungsindustrie; (2) methodische Grundlagen der Filmanalyse; (3) Analysen von Kriegsfilmen anhand sozialtheoretisch hergeleiteter Fragestellungen. Es findet 14-tägig in Doppelblöcken statt, um Theorie und Filmanalyse intensiv verbinden zu können.
Erste Sitzung: Mittwoch, 21.10.2026, 16:00 Uhr, Phil II E 104.
[Si] Künstliche Intelligenz und ihr Einfluss auf die Gesellschaft
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die zum Teil so noch gar nicht in Gänze abzusehen sind. Neben Veränderungen in der Wirtschaft, beispielsweise durch die Automatisierung von Arbeitsplätzen oder einer Umstrukturierung des Arbeitsmarktes, sind in allen Teilbereichen und -systemen wie beispielsweise der Bildung und Erziehung oder in Medizin und Gesundheitswesen Auswirkungen zu erwarten. Auch neue Formen sozialer Kontrolle (Surveying), den öffentlichen Raum betreffend, oder des Zusammenlebens (wie z.B. auf Algorithmen beruhende Partnerwahl), den privaten Raum betreffend, sind möglich. Aber auch gesamtgesellschaftlich werden Fragen wie z.B. zu Ethik und Datenschutz oder zu sozialer Ungleichheit zu beantworten sein. Derzeit werden von unterschiedlichen Akteuren Debatten darüber geführt, welche potentiellen Vorteile aber auch Herausforderungen damit verbunden sein werden. Anhand ausführlicher wissenschaftlicher (Literatur-) Recherchen werden wir im Kurs zunächst diese Debatten nachzeichnen und uns dann in einer Aufstellung möglicher Auswirkungen auf unsere Gesellschaft versuchen. Der Leistungsnachweis erfolgt semesterbegleitend durch eigenständige Literaturrecherchen und -exzerpte, die am Ende in einem Präsentations- und damit Portfolioformat enden. Der Kurs erfordert in hohem Maße eigenständiges Arbeiten auch vor Ort und in Gruppen.
[Si] Zwischen Lifestyle und Antifeminismus: Qualitative Videoanalyse von Tradwife-Content auf Social Media
"Im Mittelpunkt des Seminars stehen sogenannte Tradwives als Social-Media-Phänomen. Untersucht wird, wie traditionelle Weiblichkeit, Häuslichkeit, Mutterschaft, Ehe und Fürsorgearbeit auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ästhetisch inszeniert und medial verbreitet werden. Dabei fragen wir, ob und wie Tradwife-Content mit antifeministischen Deutungen und digitaler Geschlechterpolitik verbunden ist.
Die Studierenden entwickeln eigene kleine Forschungsprojekte und analysieren ausgewählte Social-Media-Videos mithilfe qualitativer Videoanalyse. Neben Fragen der Beschreibung und Interpretation audiovisueller Daten werden auch grundlegende Fragen des Umgangs mit öffentlich zugänglichem Social-Media-Material berücksichtigt."
Soziales Handeln und Kommunikation / Sozialisation (03 Ba Soz NF-3) ⇑
LV 2: Proseminar I: Soziales Handeln und Kommunikation 1b
[P Si] Gesellschaftlicher Wandel: Dynamiken und Akteure der Nachhaltigkeit
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||

Prozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit stehen gegenwärtig in einer paradoxen Situation: Obwohl die gesellschaftliche Relevanz von Nachhaltigkeit kontinuierlich zunimmt, geraten Prozesse der Nachhaltigkeitstransformation im Kontext politischer, sozialer und kultureller Konflikte vielfach ins Stocken. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen im Kontext von Nachhaltigkeit und richtet den Blick insbesondere auf Dynamiken, Konfliktlinien und Akteurskonstellationen gesellschaftlichen Wandels. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Bedingungen soziale Akteure zu Agenten des Wandels werden, wie unterschiedliche Nachhaltigkeitsverständnisse gesellschaftlich ausgehandelt werden und welche Perspektiven nachhaltiger Zukünfte dabei an Bedeutung gewinnen. Ziel der Veranstaltung ist es, theoretische Perspektiven auf gesellschaftlichen Wandel und Nachhaltigkeit kennenzulernen, kritisch zu reflektieren und anhand ausgewählter empirischer Handlungsfelder wie Konsum, Energie oder Mobilität zu diskutieren. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird vorausgesetzt.
[P Si] Soziales Handeln und Partizipation in der sozial-ökologischen Transformation
[Si] Trauma und Erfahrung. Kritische Theorie der Kindheit
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar fragt, wie Kindheit aus Sicht der Kritischen Theorie verstanden werden kann. Erst
mit der neuzeitlichen »Entdeckung der Kindheit« (Philippe Ariès) wurden genuin kindliche
Erfahrung denkbar. Galten Kinder lange als unfertige Subjekte, denen eigenständige Fähigkeiten
abgesprochen wurden, so zerstören etwa Walter Benjamin und Theodor W. Adorno dieses Bild.
Vor dem Hintergrund gesellschaftskritischer Überlegungen zur Krise von Erfahrung in der
Moderne, fragen sie nach dem Wert genuin kindlicher Erfahrungen. Im Seminar wollen wir daran,
wie an Sigmund Freud anschließend, Kindheit als ambivalenten Erfahrungsraum thematisieren.
Zum einen diskutieren wir u. a. anhand literarischer Texte (Albert Cohen) dessen traumatische
Qualität. Dabei fragen wir nach der Rolle autoritärer Erziehung, wobei wir Lektüren Adornos mit
Michael Hanekes Film Das weiße Band verbinden. Zum anderen beleuchten wir die utopische
Aufladung von Kindheit, die bei Marcel Proust, wie bei Adorno und Benjamin, eben auch als Raum
glücklicher, noch nicht gesellschaftlich zugerichteter Erfahrungen erscheint.
[P Si] Verschwörungstheorien und Antisemitismus: Alter Wein in neuen Schläuchen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phi l. C 027 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phi l. C 027 | ||
Das Seminar untersucht antisemitische Verschwörungstheorien in historischer und
gegenwartsbezogener Perspektive. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass antisemitische
Deutungsmuster eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit besitzen: Motive wie geheime
jüdische Macht, Brunnenvergiftung, Ritualmord, Finanzkontrolle, Weltverschwörung,
Mediensteuerung oder „zersetzender Einfluss“ verändern ihre Form, bleiben aber in ihrer
ideologischen Struktur wiedererkennbar. Antisemitische Verschwörungstheorien erscheinen
somit als „alter Wein in neuen Schläuchen“: Sie aktualisieren vormoderne, moderne und
(post)nationalsozialistische Narrative des Antijudaismus in jeweils neuen historischen
Krisenkontexten.
Antisemitismus wird nicht als bloßes Vorurteil einzelner Personen verstanden, sondern als
gesellschaftliches Deutungsangebot, das abstrakte Herrschaftsverhältnisse personalisiert,
Ambivalenz reduziert und Krisenerfahrungen projektiv verarbeitet. Damit eignet sich das
Seminar besonders, um den Zusammenhang von Ideologiekritik, politischer Ökonomie,
Sozialpsychologie und pädagogischer Intervention herauszuarbeiten.
LV 3: Vorlesung II: Sozialisation 2a
[Vl] Handeln, Kommunikation, Sozialisation
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, A 108 | ||
LV 4: Proseminar II: Sozialisation 2b
[P Si] Gesellschaftlicher Wandel: Dynamiken und Akteure der Nachhaltigkeit
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 101 | ||

Prozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit stehen gegenwärtig in einer paradoxen Situation: Obwohl die gesellschaftliche Relevanz von Nachhaltigkeit kontinuierlich zunimmt, geraten Prozesse der Nachhaltigkeitstransformation im Kontext politischer, sozialer und kultureller Konflikte vielfach ins Stocken. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen im Kontext von Nachhaltigkeit und richtet den Blick insbesondere auf Dynamiken, Konfliktlinien und Akteurskonstellationen gesellschaftlichen Wandels. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Bedingungen soziale Akteure zu Agenten des Wandels werden, wie unterschiedliche Nachhaltigkeitsverständnisse gesellschaftlich ausgehandelt werden und welche Perspektiven nachhaltiger Zukünfte dabei an Bedeutung gewinnen. Ziel der Veranstaltung ist es, theoretische Perspektiven auf gesellschaftlichen Wandel und Nachhaltigkeit kennenzulernen, kritisch zu reflektieren und anhand ausgewählter empirischer Handlungsfelder wie Konsum, Energie oder Mobilität zu diskutieren. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur wird vorausgesetzt.
[P Si] Soziales Handeln und Partizipation in der sozial-ökologischen Transformation
[Si] Trauma und Erfahrung. Kritische Theorie der Kindheit
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar fragt, wie Kindheit aus Sicht der Kritischen Theorie verstanden werden kann. Erst
mit der neuzeitlichen »Entdeckung der Kindheit« (Philippe Ariès) wurden genuin kindliche
Erfahrung denkbar. Galten Kinder lange als unfertige Subjekte, denen eigenständige Fähigkeiten
abgesprochen wurden, so zerstören etwa Walter Benjamin und Theodor W. Adorno dieses Bild.
Vor dem Hintergrund gesellschaftskritischer Überlegungen zur Krise von Erfahrung in der
Moderne, fragen sie nach dem Wert genuin kindlicher Erfahrungen. Im Seminar wollen wir daran,
wie an Sigmund Freud anschließend, Kindheit als ambivalenten Erfahrungsraum thematisieren.
Zum einen diskutieren wir u. a. anhand literarischer Texte (Albert Cohen) dessen traumatische
Qualität. Dabei fragen wir nach der Rolle autoritärer Erziehung, wobei wir Lektüren Adornos mit
Michael Hanekes Film Das weiße Band verbinden. Zum anderen beleuchten wir die utopische
Aufladung von Kindheit, die bei Marcel Proust, wie bei Adorno und Benjamin, eben auch als Raum
glücklicher, noch nicht gesellschaftlich zugerichteter Erfahrungen erscheint.
[P Si] Verschwörungstheorien und Antisemitismus: Alter Wein in neuen Schläuchen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phi l. C 027 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phi l. C 027 | ||
Das Seminar untersucht antisemitische Verschwörungstheorien in historischer und
gegenwartsbezogener Perspektive. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass antisemitische
Deutungsmuster eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit besitzen: Motive wie geheime
jüdische Macht, Brunnenvergiftung, Ritualmord, Finanzkontrolle, Weltverschwörung,
Mediensteuerung oder „zersetzender Einfluss“ verändern ihre Form, bleiben aber in ihrer
ideologischen Struktur wiedererkennbar. Antisemitische Verschwörungstheorien erscheinen
somit als „alter Wein in neuen Schläuchen“: Sie aktualisieren vormoderne, moderne und
(post)nationalsozialistische Narrative des Antijudaismus in jeweils neuen historischen
Krisenkontexten.
Antisemitismus wird nicht als bloßes Vorurteil einzelner Personen verstanden, sondern als
gesellschaftliches Deutungsangebot, das abstrakte Herrschaftsverhältnisse personalisiert,
Ambivalenz reduziert und Krisenerfahrungen projektiv verarbeitet. Damit eignet sich das
Seminar besonders, um den Zusammenhang von Ideologiekritik, politischer Ökonomie,
Sozialpsychologie und pädagogischer Intervention herauszuarbeiten.
Sozialer und politischer Wandel / Internationale Beziehungen und Gesellschaftsvergleich (03 Ba Soz NF-5) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Europäisierung im Vergleich
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 08:00 - 10:00 Uhr, Raum: Phil. II Haus B 030 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II Haus B 030 | ||
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Grundlagen der Europäischen Union. Sie führt ein in das Institutionensystem der EU sowie in Besonderheiten einzelner EU-Staaten in der EU-Politik. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über zentrale Politikfelder der EU, wie bspw. den Binnenmarkt, die Agrarpolitik und die Außenpolitik. Sie nutzt dabei verschiedene EU-bezogene Konzepte und Theorien und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Ansatz der Europäisierung.
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] "Building a Government" - Vom Wahlkampf bis zur Regierungsbildung
[Si] Deutschland, Europa und der weltpolitische Wandel
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Karl-Glöckner-Str. 21E, Raum 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Das Seminar untersucht theoriegeleitet und entlang einzelner analytischer Fragestellungen, wie Deutschland und Europa von grundlegenden Formen des Wandels in der Weltpolitik betroffen sind bzw. welche Anforderungen sich daraus für die Außenpolitik dieser Akteure ergeben. Zunächst erfolgt eine Beschäftigung mit einzelnen Formen des Wandels: dem Aufstieg und relativen Abstieg einzelner Mächte (China bzw. USA) und Koalitionen (BRICS), dem damit teilweise verbundenen globalen Wandel an ökonomischen und technologischen Ressourcen und Weltmarktanteilen, dem Aufstieg von Autoritarismus und Formen der Entdemokratisierung, der Krise des liberalen Weltordnungsmodells, die Bedrohung des globalen und regionalen Friedens durch Kriege in/gegen die Ukraine und den Iran, dem ökologischen und sozialen Wandel in Form von Klimawandel, Ressourcenzerstörung, und ökonomischer und sozialer Ungleichheit usw. In diesem Zusammenhang untersucht das Seminar entlang von einzelnen außen- und sicherheitspolitischen, ökonomischen und sozialen Problembereichen, wie Deutschland und Europa mit diesen Veränderungen umgehen. Eine benotete Teilnahme erfolgt durch Mitwirkung an einem mündlichen Referat und Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
[Si] Gegenmittel zur Red Pill? Transnationale Konflikt- und Mobilisierungsfelder von Antifeminismus
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 43 | ||
Das Seminar beschäftigt sich mit Antifeminismus und Anti-Gender-Diskursen als gesellschaftliche und transnationale Konfliktphänomene. Im Zentrum steht die Frage, weshalb antifeministische Mobilisierungen gegenwärtig weltweit an Sichtbarkeit und politischer Bedeutung gewinnen und wie sie mit gesellschaftlichen Krisen, autoritären Entwicklungen und dem Wandel von Geschlechterverhältnissen zusammenhängen. Dabei werden antifeministische Narrative, Männlichkeitsbilder und Feindbildkonstruktionen als Ausdruck sozialer Auseinandersetzungen um Macht, Identität und gesellschaftliche Ordnung analysiert. Aus einer transnationalen Perspektive untersucht das Seminar zudem, wie antifeministische Akteur*innen, Diskurse und Mobilisierungsstrategien international vernetzt sind und wie sich Antifeminismus als Teil breiter gesellschaftlicher Transformations- und Konfliktdynamiken einordnen lässt.
Soziale Ungleichheit und Geschlechterverhältnis / Institutionen und Politikfelder (03 Ba Soz NF-6) ⇑
LV 1: Vorlesung mit Colloquium
[Vl] Geschlecht, Demokratie, Intersektionalität
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr, Raum: Phil II; Haus A; Raum 109 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II; Haus A; Raum 109 | ||
LV 2 und LV 3: Seminare
[Si] Auf Afrika kommt es an: Globale Ordnung im Umbruch - Multipolare Weltordnung und die Rolle des Globalen Südens
Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch: Europa steht an einem historischen Wendepunkt - das vertraute Wohlstandsmodell erodiert und geopolitische Gewissheiten zerfallen. Global sehen wir das Ende westlicher Dominanz, das Entstehen multipolarer Machtstrukturen und die wachsende Bedeutung des globalen Südens. Afrika erscheint dabei nicht länger als „Problemkontinent“, sondern als Raum von Innovation, Resilienz und gesellschaftlicher Erneuerung: Im Jahr 2050 wird Afrika mehr als 2,5 Milliarden Einwohner haben, fast das doppelte der heutigen auf dem Kontinent lebenden 1,3 Milliarden Menschen. Dann wird jeder vierte Weltbürger Afrikaner sein, und im weltweit größten Binnenmarkt leben, der bereits gegründeten Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone. Schon jetzt finden sich 12 der 20 am stärksten wachsenden Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Und Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte der jungen arbeitenden Bevölkerung dieser Welt stellen. Angesichts von Urbanisierung, wachsendem Binnenhandel und globaler Vernetzung wird Afrika zunehmend zu einem zentralen Akteur, der als gleichberechtigter Partner verstanden werden muss. Wer zentrale Zukunftsfragen wie Energie, Digitalisierung, Migration oder Klimawandel begreifen will, kommt an Afrika nicht vorbei – der Kontinent gehört ins Zentrum unserer Analysen und Entscheidungen. Und ins Zentrum der Lösungsszenarien.
Zugrunde gelegte Lektüre: Matthias Rompel / Reimer Gronemeyer: Auf Afrika kommt es an! Ohne Afrika wird Europa keine Zukunft haben. Frankfurt 2026.
[Si] Gender in the Digital Age: Digital Politics, Biopolitics of Data, and Digital Dissent
[Si] Global Introduction to Botswana Society
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This class introduces students to Botswana society, exploring its characteristics, dynamics, and key local concepts that have the potential in shaping the global sociological perspectives. While using a historical approach to understand Botswana society, the module also examines various aspects of Botswana society that contribute to a broader understanding of societies in the Global South. These aspects include family structure, socio-cultural institutions, political institution, the kgotla system, belief system. The class is structured into three parts. The first part traces the history of Botswana from the pre-colonial era to the present. The second part explores the socio-cultural and political systems that influence and shape the development of Botswana society. The final section of the class provides a critical overview of key societal practices in Botswana, including family structure, religion, ethnicity and healthcare system.
[Si] Ideologie, Entfremdung, Warenfetisch. Einführung in die Marx’sche Gesellschafts- und Ökonomiekritik
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil 1, Seminargebäude II, Raum 302 (Alter Steinbacher Weg 44) | ||
Das Seminar widmet sich Karl Marx’ »rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden«. Dabei soll das
Marx’sche Projekt als eine kritische Theorie erschlossen werden, die sich nicht auf einen Standpunkt
wie den »historischen Materialismus« reduzieren lässt. Das Seminar setzt sich zum Ziel, in
Grundbegriffe wie Ideologie, Entfremdung und Warenfetisch einzuführen. Der Aufbau folgt der
Entwicklung von Marx’ kritischem Verfahren: Mit der frühen Religionskritik diskutieren wir die
Herausbildung von Ideologiekritik. Wir untersuchen anhand von Stellen aus den Ökonomischphilosophischen
Manuskripten (1844), wie Marx sich zur Ökonomiekritik hinwendet. Dabei werden
Begriffe wie Arbeitsteilung, Privateigentum und Entfremdung erschlossen. Schließlich wenden wir
uns der Kritik der politischen Ökonomie des reifen Marx zu. Wir diskutieren in Das Kapital (Band 1,
1867) entfaltete Kategorien wie Ware, Wert und Arbeitskraft. Mit dem Warenfetischismus lernen
wir die reife Version von Marx’ Ideologieverständnis kennen. Im Seminar werden auch politische
Fragen berücksichtigt: Welche Bedeutung hat die Vision einer »kommunistischen« Gesellschaft für
die Kritik? Welche Formen politischen Handelns und ideologischen Denkens stehen ihrer
Etablierung im Weg? Und: wie lässt sich all das auf die heutigen gesellschaftlichen Krisen beziehen?
[Si] Intersectionality and Migration: Gender, Queer Perspectives, and Cultural Identities
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 101 | ||
[Si] Queer Diaspora and the Politics of Belonging: Performance, Resistance, and Digital Citizenship
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr, Raum: k.A. | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.



