Fachbereich 04: Geschichts- und Kulturwissenschaften - Gliederung nach anbietenden Einrichtungen - Fachjournalistik Geschichte
Veranstaltungen
Exkursion mit Seminar ⇑
Hauptseminar ⇑
[H Si] Sexualaufklärung und ihre Popularisierung im 20. Jahrhundert
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Insbesondere seit der Medienrevolution um 1900 nehmen Medien eine Schlüsselposition in der Produktion und Verbreitung von Wissen um Sexualität ein. Ob Broschüren zur Sexualerziehung, Ratgeberkolumnen in Jugendzeitschriften oder Aufklärungsfilme: sie alle vermitteln und popularisieren sexuelles Wissen. In der kulturhistorischen Forschung geraten sie nicht nur als „Popularisierungsmaschinen“ in den Blick, sondern auch als Instrumente gesellschaftlicher Normierung und als Angebote zur Selbstregulierung. Auch im Seminar fragen wir danach, wie Medien der Sexualaufklärung Wissen konstituieren und Evidenzen erzeugen. Wir beschäftigen uns aber auch mit den (heteronormativen) Geschlechterrollen, Körperbildern, Wertvorstellungen und Machtverhältnissen, die sie vermitteln. Wir untersuchen sowohl schriftliche als auch (audio-)visuelle Medienprodukte und fragen insbesondere nach ihren medialen Eigenlogiken. Den Schwerpunkt bilden Aufklärungsmedien aus Deutschland, wobei punktuell auch Quellen anderer (west-)europäischer Länder diskutiert werden. Sie dienen uns als Ausgangspunkt für die Frage, wer wann und zu welchem Zweck Sexualität kontrollieren, eindämmen oder auch befördern wollte.
[H Si] True Crime: Historische Kriminalitätsforschung und mediale Faszination
regelmäßiger Termin ab 28.04.2025 | ||
wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 28.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Strafgesetze werden nicht nur befolgt, sondern in allen Gesellschaften regelmäßig auch gebrochen. Um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, suchen staatliche Organe Gesetzesbrecher zu ermitteln und zu bestrafen. Mit diesem Verfahren sind die allermeisten Menschen höchst einverstanden. Gesetzesbrüche lösen bei ihnen allerdings neben Empö¬rung und Forderungen nach Bestrafung auch Neugier und mitunter sogar Faszination aus. Menschen wollen gerne er¬fah¬ren, wer eine Tat wie und warum begangen hat. Mediale Berichte über Straftaten stoßen beim Publikum zuverlässig auf Interesse. True Crime ist ein populäres Genre in Presse und Literatur, Film und Fernsehen, Radio und Podcasts. Angst vor Verbrechen und Lust, sich mit ihnen zu beschäftigen, schließen sich offen¬kundig nicht aus.
Was in einer Gesellschaft als kriminell gilt und wie es geahndet wird, ist historisch variabel. Kriminalität ist mithin auch ein Thema der Geschichtswissenschaft. Anhand abweichenden Verhaltens und des Umgangs mit ihm lässt sich das Funktionieren einer Gesellschaft erforschen. Für frühere Jahrhunderte gilt darüber hinaus, dass HistorikerInnen in Polizei- und Gerichtsakten Spuren vom Verhalten sozialer Gruppen finden können, die ansonsten keine oder kaum schriftliche Quellen hinterlassen haben.
Wir werden in diesem Seminar sowohl geschichtswissenschaftliche als auch mediale Beispiele unter die Lupe nehmen und auf ihre Erkenntnisinteressen hin befragen: Wozu dient jeweils die Beschäftigung mit Delinquenz? Welche Gefühle werden geweckt bzw. bestätigt? Wen oder was sollen die Rezipienten besser verstehen? Das Seminar lädt mithin ein zu einem vertieften Nachdenken über gesellschaftlich ungleich verteilte Risiken, straffällig zu werden, sowie über Straflust und Gerechtigkeitsempfinden in historischer Perspektive und in unserer Gegenwart.
Oberseminar ⇑
Proseminar ⇑
[P Si] Der Holocaust in Forschung und Spielfilmen
regelmäßiger Termin ab 23.04.2025 | ||
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 23.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Spielfilme über den Holocaust bilden längst ein eigenes Genre. Sie können sich der Aufmerksamkeit von Publikum und Kritik gewiss sein und prägen – angefangen bei dem Begriff 'Holocaust' – , was Nachgeborene über die nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen und den Mord an den europäischen Juden wissen und wie sie sich dieses historische Geschehen vorstellen. Das ist nicht unproblematisch, denn narrative Filme entstehen nach anderen Regeln als wissenschaftliche Forschung. So ist es kein Zufall, dass bestimmte Erzählmotive in Holocaustfilmen oft wiederkehren, während anderes ausgeblendet oder unterbelichtet bleibt. Zum Beispiel kann man variantenreich dramatisieren, wie Figuren in schwierige Entscheidungssituationen geraten. Wie aber lässt sich in einem Spielfilm spannungsreich erzählen, dass die Verfolgten immer weniger Entscheidungsmöglichkeiten hatten, ja in Ghetto und Lager massiv an Individualität verloren und sich immer ähnlicher sahen? Die in Spielfilmen konstruierte historische Wirklichkeit bleibt allerdings nicht nur hinter dem mittlerweile erreichten Forschungsstand zur Geschichte des Holocaust zurück. Gleichzeitig gelingt es Spielfilmen in aller Regel besser, unsere Vorstellungskraft anzuregen und uns emotional zu berühren.
Dieses Seminar verknüpft deshalb die Vermittlung historischer Kenntnisse mit der Erkundung von Wirkungsmechanis¬men filmischer Darstellungsmittel. Anhand von zentralen Erzählmotiven in Holocaustfilmen werden wir die dort fiktionalisierte historische Konstellation rekonstruieren und ausgewählte Filmsequenzen eingehend analysieren. Am Ende des Seminars sollten Sie idealerweise über ein vertieftes historisches Wissen über den Holocaust und ein Grundverständnis für filmisches Erzählen verfügen.
[P Si] Hessens Geschichte audiovisuell. Produktion einer TV Serie mit dem Hessischen Rundfunk
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Das Seminar „Hessens Geschichte audiovisuell“ bietet Studierenden die Möglichkeit, historische Forschung mit audiovisueller Medienproduktion zu verbinden. Die Teilnehmer:innen erarbeiten sich Zugänge zur hessischen Geschichte von der Landesgründung bis zum Jahr 2000. Davon ausgehend entwickeln wir zusammen mit Arne Bartram, Reporter des Hessischen Rundfunks, eine Fernsehserie mit fünf bis sechs kurzen Teilen. Im Seminar durchlaufen wir alle entscheidenden Schritte der ersten Produktionsphase: Entwicklung des Konzepts, Recherche und Verfassen des Drehbuchs. Die Studierenden lernen, historische Ereignisse und Themen für ein breites Publikum aufzubereiten und wie eine audiovisuelle Darstellung gelingen kann. Die Serie soll anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Gründung Groß-Hessens im September 2025 im Fernsehen des Hessischen Rundfunks ausgestrahlt werden.
Einführende Literatur: Walter Mühlhausen: Hessen im 20. Jahrhundert. Eine politische Geschichte. Wiesbaden 2023.
Seminar ⇑
[Si] Mediale Inszenierungen des Kriegsendes 1945
regelmäßiger Termin ab 22.04.2025 | ||
wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 22.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Gerade jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 80. Mal. In den Medien wird dieses runde Datum Anlass zu diversen populären Erzählungen vom Kriegsende – von Befreiung, Sieg und Niederlage – sein. Davon werden wir uns einige in diesem Seminar näher anschauen und sie auf ihre Themensetzung und Machart hin analysieren. Leitende Fragen könnten etwa sein: Welche Opfer des Krieges stehen jeweils im Zentrum? Wird nach Ursachen des Krieges gefragt, kommen Kriegsverbrechen zur Sprache, wird Verantwortung zugewiesen? Zugleich werden wir die historische Perspektive einnehmen und untersuchen, wie sich die medialen Thematisierungen über die Jahrzehnte hinweg verändert haben. Zunächst überwogen nationale Erzählungen, in Deutschland noch dazu prononciert gegensätzliche in BRD und DDR. Mit der Zeit wurden zumindest einige der Erzählungen deutlich vielstimmiger und multiperspektivischer, was der Verflochtenheit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs deutlich angemessener ist. Aber welche Konsequenzen hat das für das Erzählen?
Achten Sie bei Ihrem Medienkonsum bitte gezielt auf das Thema und nennen Sie gerne Medienprodukte, die für das Seminar lohnend sein könnten.
Tutorium ⇑
Übung ⇑
[Ü] Archivgeschichten – Arbeiten mit Archivmaterial im Bewegtbildjournalismus am Beispiel des ARD-Formats Past Forward/Y-History
Y-History ist das junge Geschichtsformat in der ARD Mediathek, hervorgegangen aus der Reihe Past Forward. In den Filmen von Y-History erzählen Journalist*innen historische Themen für ein junges Zielpublikum, immer verbunden mit der Frage: Was hat Geschichte mit dem Heute zu tun? Eine besondere Rolle nimmt dabei Bewegtbild immer verbunden mit der Frage: Was hat Geschichte mit dem Heute zu tun? Eine besondere Rolle nimmt dabei Bewegtbild Archivmaterial
ein.
In der Übung beschäftigen wir uns intensiv mit der Dramaturgie, der Machart und der Rolle von Archivmaterial in
der Reihe Y-History. Studierende lernen verschiedene Möglichkeiten der Online Recherche von Archivmaterial und einen kritischen Umgang mit diesem kennen. In einem Exkurs wird zudem die Problematik der Lizenz- und Persönlichkeitsrechte behandelt.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung recherchieren und produzieren die Studierenden einen eigenen Filmbeitrag mit Archivanteil.
[Ü] From Scratch: Grafische Gestaltung & Komposition
In der praktischen Übung beschäftigen wir uns mit den Grundlagen von Grafikdesign und seiner Bedeutung für die Wissensvermittlung in Journalismus und Geschichtswissenschaft. Wir besprechen Kompositionselemente, Typografie und Beispiele aus der Praxis, um das Auge zu schulen, und erlernen die grundlegenden Funktionen eines Layoutprogramms.
Woher kommt die Inspiration? Woher kommt das Material? Wie können Schrift, Bild und Illustration zu einem harmonischen Ganzen zusammengesetzt werden? Ziel ist es, Grundlagen zur visuellen Informationsvermittlung zu erlernen, um gesellschaftlich relevante Inhalte ansprechend und klar kommunizieren und so einem möglichst breiten
Publikum zugänglich und verständlich machen zu können. Im Laufe der praktischen Übung werden die Studierenden Plakate zu einem historischen oder auch aktuellen Thema gestalten, mit der Möglichkeit, diese am Ende des Semester an der „Fachjournalistik“ zu präsentieren.
[Ü] Journalistisches Schreiben für die Plattform TikTok
[Ü] Populäre Geschichtsvermittlung
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr | Phil. I, C 214 | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, C 214 |
Die Veranstaltung beschäftigt sich mit ausgewählten Beispielen populärer Geschichtsvermittlung zu ganz unterschiedlichen historischen Themen. Sie richtet sich vornehmlich (wenn auch nicht ausschließlich) an die Masterstudierenden der Fachjournalistik Geschich¬te. Neben der Vertiefung der eigenen medienanalytischen Kompetenzen geht es darum, Sehgewohnheiten und Medienerfahrungen zu erweitern und sich für eigene geschichtsjournalistische Praxisprojekte anregen zu lassen, auf welch unterschiedli¬che Weisen einem Laienpublikum Historisches vermittelt werden kann. Neben Dokumentarfilmen werden wir uns auch Podcasts und anderen digitalen Formaten zuwenden. Im Zentrum stehen in jedem Fall Fragen danach, wie hier jeweils eine Geschichte gefunden und erzählt wird, was sich über den Umgang mit historischen Quellen feststellen lässt, wie (fehlende) Bilder inszeniert oder in unseren Köpfen evoziert werden, ob eine Darstellung multiperspektivisch angelegt ist, die Deutung dem Einzelnen überlassen bleibt und die Standortgebundenheit historischer Erfahrungen und Erinnerungen reflektiert wird.
[Ü] Wissenschaftliches Schreiben
Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Fertigkeiten wissenschaftlichen Schreibens und richtet sich an Studierende höherer Semester (also nicht nur an jene, die gerade ihre Bachelorarbeit planen/schreiben). Wie ist ein wissenschaftlicher Text strukturiert? Was macht einen wissenschaftlichen Schreibstil aus? Welche Fehler gilt es beim wissenschaftlichen Schreiben zu vermeiden? Diese Fragen werden anhand von Beispieltexten erörtert und im Rahmen von Schreibübungen praktisch erprobt. Die erworbenen Fertigkeiten sollen Ihnen im weiteren Verlauf Ihres Studiums dienlich sein.
Vorlesung ⇑
[Vl] "Lachendes Volk". Komik, Politik und Medien in Deutschland 1900-1973
regelmäßiger Termin ab 24.04.2025 | ||
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr | Phil. I, A 3 (Hörsaal) | |
nächster Termin: 24.04.2025 Uhr, Raum: Phil. I, A 3 (Hörsaal) |
Die Vorlesung untersucht anhand der Komik die Rolle populärer Unterhaltung in der deutschen Gesellschaft von 1900 bis 1973. In dieser Zeit veränderten sich kulturelle, mediale, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen dramatisch, was auch die Formen der Komik beeinflusste. Gleichzeitig erfreuten sich die Medien des Komischen durchweg größter Popularität, so dass sie die Kultur der jeweiligen Zeit entscheidend mitprägten. Die Vorlesung analysiert, wie in verschiedenen Formaten – von satirischen Zeitschriften und Büchern über Radiosendungen bis hin zu Theaterstücken und Filmen – gesellschaftliche Themen verhandelt wurden und welche politische Bedeutung sie erlangten. Während die geschichts-, literatur- und medienwissenschaftliche Forschung sich bisher allein auf satirische Kritik konzentrierte, wollen wir auch harmonisierenden Humor und ein Lachen der Vergemeinschaftung in den Blick nehmen. Durch die Analyse zentraler Werke, aber auch alltäglicher Medienprodukte gewinnen die Studierenden ein Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen populärer Kultur, Politik und Medien.
Einführende Literatur: Kaspar Maase: Grenzenloses Vergnügen. Der Aufstieg der Massenkultur 1850 - 1970. Frankfurt am Main 1997.