Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Masterstudiengänge Soziologie - M.A. Soziologie (Kombinationsmaster- Studiengang 40 cp)
Veranstaltungen
M2: Kulturelle und gesellschaftliche Transformation in spezifischen Feldern (03-Ma-GKM-K-2) ⇑
Zu belegen sind zwei Seminare (A1 und A2)
[Si] Antifeminismus und Anti-Gender Politiken: Politik- und Demokratietheoretische Einordnungen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| zweiwöchentlich Di. 10:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
Was hat die Einschränkung von reproduktiven Rechten in den USA, die Kriminalisierung von LGBTIQ+ Identitäten in Russland und der Türkei mit aktuellen Kämpfen gegen diversitätssensible Sprache oder sexuelle Bildung in Deutschland zu tun?
Weltweit häufen sich Mobilisierungen gegen Diversitäts- und Antidiskriminierungspolitiken, gegen LGBTIQ+ Rechte (insbesondere gegen Trans-Rechte), gegen queere und sexuelle Bildung sowie gegen geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung. Begriffe wie 'Gender Ideologie', 'Gender-Wahn' oder 'Wokeness' werden in diesem Zusammenhang als abwertende Kampfbegriffe verwendet, um gleichstellungspolitische und emanzipatorische Anliegen zu verunglimpfen und als Bedrohung für die 'natürliche' (Geschlechter-)Ordnung zu stilisieren. Innerhalb der Politikwissenschaft, den Gender Studies sowie der Demokratieforschung werden diese Entwicklungen und Mobilisierungen 'gegen Gender' als Manifestationen eines weltweit (wieder) zunehmenden Antifeminismus interpretiert, dessen Akteur*innen oftmals in einem politischen Naheverhältnis zu rechtspopulistischen, extrem rechten, religiös-fundamentalistischen oder autoritären politischen Projekten, Gruppen oder Ideologien stehen.
In diesem Seminar werden wir uns mit den historischen Entwicklungslinien, den unterschiedlichen Erscheinungsformen, Argumentationsstrategien und Akteur*innen antifeministischer bzw. anti-gender Mobilisierungen beschäftigen sowie nach deren Bedrohungspotential für demokratische Strukturen und Prozesse fragen. Können Anti-Gender Politiken als Angriffe auf die Demokratie und deren Grundwerte wie Freiheit und Gleichheit analysiert werden? Welche Verbindungen zwischen Antifeminismus und Autoritarisierungsprozessen lassen sich empirisch nachweisen?
Das Seminar bietet einen Raum zur theoretischen, historischen und anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit Antifeminismus und aktuelle Anti-Gender Politiken und fragt insbesondere auch nach deren Verschränkungen mit Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus, Rassismus oder LGBTIQ+ Feindlichkeit. Dabei werden sowohl demokratie- und politiktheoretische Einordnungen der beschriebenen Mobilisierungen in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten als auch empirische Befunde diskutiert, welche die lokale, globale sowie digitale Dimension von Antifeminismus und Anti-Gender Politiken analysieren und veranschaulichen. Themen des Seminars sind u.a.: Historische Formen und aktuelle Entwicklungen von Antifeminismus; Antifeminismus und Rechtsextremismus/Rechtspopulismus; religiös geprägte Formen des Antifeminismus; Antifeminismus und Rassismus/Antisemitismus/Trans- und Queerfeindlichkeit; INCEL- und TradWife Bewegungen; globale antifeministische Netzwerke; Antifeminismus und Autoritarismus/De-Demokratisierungsprozesse
[Si] Bildung als Kampffeld: Schulen und Hochschulen als Arenen gesellschaftlicher Konflikte um Status, Anerkennung und Identität
Eine Registrierung in StudIP ist für die Seminarkommunikation erforderlich.
Das Bildungssystem übernimmt unterschiedliche Rollen und Funktionen in den Bereichen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Reproduktion und Transformation. Es ist etwa Bestandteil der sekundären Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung, es qualifiziert Individuen und trägt so zum Arbeitsmarkt bei und es ist mit deutlich über 2 Millionen Beschäftigten selbst ein wichtiger Bestandteil des Erwerbssektors. Auch Wissensproduktion und demokratische Partizipationsmöglichkeiten hängen grundlegend an der Arbeit in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und den Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung ab. Aus soziologischer Sicht sind damit auch Fragen von Macht und Teilhabe, Status und Anerkennung sowie Identität und Gruppenbildung verbunden. Hier setzt das Seminar an, indem es diese soziologischen Theorie- und Forschungsfelder in den Blick nimmt. Auf Grundlage unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Studien über Schule und Hochschule wollen wir uns ein sozialwissenschaftliches Verständnis von den diversen Konflikten, Strukturen und Praktiken erarbeiten, die Status, Anerkennung und Identität verleihen und verteilen.
[Si] Hochschulen als politische und normfördernde Akteure der Nachhaltigkeit
Hochschulen nehmen im Kontext der globalen Nachhaltigkeitstransformation eine Schlüsselrolle ein. Als Orte der Wissensproduktion, Sozialisation und politischen Aushandlung tragen sie zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei. Über ihre Funktionen in Forschung, Lehre und Betrieb hinaus agieren Hochschulen zunehmend als normfördernde Akteure, die gesellschaftliche Leitbilder nachhaltiger Entwicklung mitgestalten und institutionell verankern. Die Veranstaltung untersucht die Rolle von Hochschulen in der Governance globaler Nachhaltigkeitsprozesse aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und adressiert sie als politische und normfördernde Akteure. Im Mittelpunkt stehen theoretische, konzeptionelle und empirische Zugänge zu der Frage, unter welchen Bedingungen sich globale Nachhaltigkeitsnormen in und durch Hochschulen in die Praxis übersetzen. Die Veranstaltung besteht aus acht wöchentlichen Sitzungen sowie einer verpflichtenden eintägigen Blocksitzung am Samstag, den 6. Februar 2027.
[Si] What does fascism mean today? / MP 184-en
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 18:00 - 19:30 Uhr Raum: k.A. (Digital) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Fascism is often seen as a specter of the past—a closed chapter of the 20th century. Yet authoritarian movements are gaining influence worldwide, democratic institutions are coming under pressure, political violence is once again being spoken of openly, and exclusion is becoming normalized. But is this already fascism? Or are we witnessing new forms of authoritarian rule that differ from their historical counterparts? The seminar explores this pressing question and will address key features of fascism as well as their current transformations and possibilities for resistance against them.
M6/M7/M8: Kooperationsmodul (03-Ma-GKM-Koop-1/2/3) ⇑
Zu belegen sind bis zu drei Module darin jeweils: entweder zwei Seminare (A1 und A2) oder ein Lehrforschungsprojekt (A3).
A 1: Seminar
[Si] Antifeminismus und Anti-Gender Politiken: Politik- und Demokratietheoretische Einordnungen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| zweiwöchentlich Di. 10:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
Was hat die Einschränkung von reproduktiven Rechten in den USA, die Kriminalisierung von LGBTIQ+ Identitäten in Russland und der Türkei mit aktuellen Kämpfen gegen diversitätssensible Sprache oder sexuelle Bildung in Deutschland zu tun?
Weltweit häufen sich Mobilisierungen gegen Diversitäts- und Antidiskriminierungspolitiken, gegen LGBTIQ+ Rechte (insbesondere gegen Trans-Rechte), gegen queere und sexuelle Bildung sowie gegen geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung. Begriffe wie 'Gender Ideologie', 'Gender-Wahn' oder 'Wokeness' werden in diesem Zusammenhang als abwertende Kampfbegriffe verwendet, um gleichstellungspolitische und emanzipatorische Anliegen zu verunglimpfen und als Bedrohung für die 'natürliche' (Geschlechter-)Ordnung zu stilisieren. Innerhalb der Politikwissenschaft, den Gender Studies sowie der Demokratieforschung werden diese Entwicklungen und Mobilisierungen 'gegen Gender' als Manifestationen eines weltweit (wieder) zunehmenden Antifeminismus interpretiert, dessen Akteur*innen oftmals in einem politischen Naheverhältnis zu rechtspopulistischen, extrem rechten, religiös-fundamentalistischen oder autoritären politischen Projekten, Gruppen oder Ideologien stehen.
In diesem Seminar werden wir uns mit den historischen Entwicklungslinien, den unterschiedlichen Erscheinungsformen, Argumentationsstrategien und Akteur*innen antifeministischer bzw. anti-gender Mobilisierungen beschäftigen sowie nach deren Bedrohungspotential für demokratische Strukturen und Prozesse fragen. Können Anti-Gender Politiken als Angriffe auf die Demokratie und deren Grundwerte wie Freiheit und Gleichheit analysiert werden? Welche Verbindungen zwischen Antifeminismus und Autoritarisierungsprozessen lassen sich empirisch nachweisen?
Das Seminar bietet einen Raum zur theoretischen, historischen und anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit Antifeminismus und aktuelle Anti-Gender Politiken und fragt insbesondere auch nach deren Verschränkungen mit Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus, Rassismus oder LGBTIQ+ Feindlichkeit. Dabei werden sowohl demokratie- und politiktheoretische Einordnungen der beschriebenen Mobilisierungen in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten als auch empirische Befunde diskutiert, welche die lokale, globale sowie digitale Dimension von Antifeminismus und Anti-Gender Politiken analysieren und veranschaulichen. Themen des Seminars sind u.a.: Historische Formen und aktuelle Entwicklungen von Antifeminismus; Antifeminismus und Rechtsextremismus/Rechtspopulismus; religiös geprägte Formen des Antifeminismus; Antifeminismus und Rassismus/Antisemitismus/Trans- und Queerfeindlichkeit; INCEL- und TradWife Bewegungen; globale antifeministische Netzwerke; Antifeminismus und Autoritarismus/De-Demokratisierungsprozesse
[Si] Ästhetische Selbstbildung. Kunst und Künstler zwischen Emanzipation und Subjektivierung
Das Seminar diskutiert in zwei thematischen Blöcken Konzeptionen ästhetischer Selbstbildung und
arbeitet deren Dialektik heraus. Zunächst lesen wir historische Positionen, die Kritik an der
modernen Gesellschaft formulieren und die Kunst oder den Künstler als Gegenentwurf zur
repressiven Subjektbildung begreifen (von Friedrich Schiller, Oscar Wilde, Virginia Woolf, Rosa
Luxemburg). Im zweiten Block fragen wir, wie es solcher »Künstlerkritik« (Luc Boltanski/Ève
Chiapello) im fortgeschrittenen Kapitalismus ergangen ist. Dazu lesen wir zunächst Texte der
Kritischen Theorie, die im Kontext ihrer Analysen der Kulturindustrie auch die ästhetisch
vermittelte Subjektivierungsfunktion problematisieren (etwa durch »Popular Music«). Schließlich
wenden wir uns aktuellen Diskussionen um gesellschaftliche Ästhetisierung zu. Wir lesen Autoren
wie Andreas Reckwitz oder Ulrich Bröckling, nach denen vormals als künstlerisch geltende
Qualitäten wie Kreativität zu Ressourcen ökonomisch motivierter Selbstoptimierung geworden
sind.
[Si] Bildung als Kampffeld: Schulen und Hochschulen als Arenen gesellschaftlicher Konflikte um Status, Anerkennung und Identität
Eine Registrierung in StudIP ist für die Seminarkommunikation erforderlich.
Das Bildungssystem übernimmt unterschiedliche Rollen und Funktionen in den Bereichen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Reproduktion und Transformation. Es ist etwa Bestandteil der sekundären Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung, es qualifiziert Individuen und trägt so zum Arbeitsmarkt bei und es ist mit deutlich über 2 Millionen Beschäftigten selbst ein wichtiger Bestandteil des Erwerbssektors. Auch Wissensproduktion und demokratische Partizipationsmöglichkeiten hängen grundlegend an der Arbeit in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und den Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung ab. Aus soziologischer Sicht sind damit auch Fragen von Macht und Teilhabe, Status und Anerkennung sowie Identität und Gruppenbildung verbunden. Hier setzt das Seminar an, indem es diese soziologischen Theorie- und Forschungsfelder in den Blick nimmt. Auf Grundlage unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Studien über Schule und Hochschule wollen wir uns ein sozialwissenschaftliches Verständnis von den diversen Konflikten, Strukturen und Praktiken erarbeiten, die Status, Anerkennung und Identität verleihen und verteilen.
[Si] Deutsch-deutsche Geschichte der populären Musik bis zur Gegenwart. Pop in der DDR, BRD und im wiedervereinigten Deutschland
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Das Seminar setzt in der Nachkriegszeit mit der Geschichte des geteilten Deutschlands an und arbeitet sich bis in die Zeit des wiedervereinigten Deutschlands und der Gegenwart vor. Wir beschäftigen uns zum einen mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen sich populäre Musikformen sowohl in der DDR als auch in der BRD entfalteten und blicken auf hegemoniale Zuschreibungen und Ideologien, mit denen populäre Musik in den unterschiedlichen politischen Systemen unweigerlich verflochten war. Zudem werden diverse musikalische Praktiken von einschlägigen Modetänzen bis hin zu Aspekten der Musikproduktion beleuchtet, ebenso wie die lebensweltlichen Bezüge einzelner Genres wie Beat, (Kraut)Rock, Soul, Disco, Neuer Deutscher Welle, Hip-Hop/Deutschrap, EDM/Techno, Indierock und Deutschpop. Darüber hinaus werden einzelne ästhetische Strategien im Klang, Performance und Lyrics herausgearbeitet, mit denen spezifische Artikulationen und Problematisierungen deutscher bzw. nationaler Identität vorgenommen wurden.
2. Literatur
Ahlers, Michael & Jacke, Christoph, eds. 2017. Perspectives on German Popular Music. New York: Routledge.
Lipp, Florian. 2021. Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure – Konfliktfelder – musikalische Praxis. Münster: Waxmann.
Mrozek, Bodo. 2019. Jugend. Pop. Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin: Suhrkamp.
Rauhut, Michael & Peter, Beate (Hg.). 2022. Popular Music History 14/2. Special Issue: „Narrating Popular Music Histories of the GDR: A Critical Reflection of Approaches, Sources and Methods“.
Schiller, Melanie. 2018. Soundtracking Germany. Popular Music and National Identity. London: Rowman & Littlefield.
Seibt, Oliver / Ringsmut, Martin & Wickström, David-Emil (Hg). 2021. Made in Germany: Studies in Popular Music. New York: Routledge.
Simmeth, Alexander. 2016. Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978. Bielefeld: transcript.
Spiritova, Mareka & Trummer, Manuel (Hg.). 2023. Pop the Nation. Die Nation als Ressource und Argument in Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung. Münster: Waxmann.
Völker, Florian. 2023. Kälte-Pop. Die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Popmusik-Exports. Berlin: De Gruyter.
Zaddach, Wolf-Georg. 2018. Heavy Metal in der DDR. Szene, Akteure, Praktiken. Bielefeld: transcript
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[Si] Digitale Popmusikkulturen des Mittelmeerraums: Produktionen, Plattformen, Archive
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Digitale Technologien haben die Produktion, Verbreitung und Rezeption populärer Musik grundlegend verändert. Im Mittelmeerraum entstehen dadurch neue musikalische Verbindungen, die nationale Grenzen überschreiten und unterschiedliche soziale, kulturelle, sprachliche, politische und ökonomische Kontexte miteinander verknüpfen. Plattformen wie YouTube, Spotify, Anghami, SoundCloud, TikTok oder Instagram ermöglichen neue Formen musikalischer Öffentlichkeit, während Playlists, Online-Sammlungen und digitale Archive mediterrane Popmusik speichern, kuratieren und zugänglich machen.
In diesem Seminar widmen wir uns der Frage, wie der Mittelmeerraum als relationaler Raum durch digitale Produktionen, Plattformen und Archive populärer Musik hervorgebracht und vernetzt wird. Anhand von Fallstudien aus Südeuropa, Nordafrika und der Levante beschäftigen wir uns mit digitaler Musikproduktion, Plattformökonomien, Algorithmen, Musikvideos, Remixes, viralen Sounds sowie DIY- und Communitypraktiken. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit rezenten digitalen Archiven populärer Musik des Mittelmeerraums. Gemeinsam mit den Studierenden werden bestehende digitale Archive vorgestellt und kartiert sowie eigene Fragestellungen zu digitalen Popmusikkulturen des Mittelmeerraums entwickelt.
[RiVl] Grundwissen Menschenrechte (AFK/MA-AJB/MA-GKM)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
Der Bezug auf Menschenrechte ist sowohl in politischen und zivilgesellschaftlichen Debatten als auch in professionsethischen Auseinandersetzungen aktueller denn je. Allerdings bleibt häufig unklar, worin Menschenrechte konkret bestehen. Auch ist ihre Bedeutung für politisches, zivilgesellschaftliches wie professionelles Handeln durchaus umstritten. Umso notwendiger erscheint es daher, die Thematik der Menschenrechte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven differenziert zu betrachten. Dazu wird zunächst aus politikdidaktischer Hinsicht in das Thema der Menschenrechte eingeführt und im Anschluss die philosophischen und rechtlichen Prämissen und Entwicklungslinien der Menschenrechte erörtert. Welche Rolle Menschenrechte in verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsbereichen spielen können, darauf verweisen die weiteren Vorlesungen der Ringvorlesung, die Menschenrechte aus religionswissenschaftlicher und theologischer, kultur- und politikwissenschaftlicher sowie erziehungs- und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive behandeln.
[RiVl] Grundwissen Migration (AFK/MA GKM/BA AEW)
| regelmäßiger Termin ab 19.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
| nächster Termin: 19.10.2026 Uhr, Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
In der interdisziplinären Vorlesung „Grundwissen Migration“ werden Kenntnisse um die historische Normalität von Migrationsbewegungen, zu migrationssoziologischen und politikwissenschaftlichen Theorieansätzen sowie rechtliche Grundlagen vermittelt und zentrale berufsfeldrelevante Bezüge der Migrationsthematik hergestellt.
[Si] Hochschulen als politische und normfördernde Akteure der Nachhaltigkeit
Hochschulen nehmen im Kontext der globalen Nachhaltigkeitstransformation eine Schlüsselrolle ein. Als Orte der Wissensproduktion, Sozialisation und politischen Aushandlung tragen sie zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei. Über ihre Funktionen in Forschung, Lehre und Betrieb hinaus agieren Hochschulen zunehmend als normfördernde Akteure, die gesellschaftliche Leitbilder nachhaltiger Entwicklung mitgestalten und institutionell verankern. Die Veranstaltung untersucht die Rolle von Hochschulen in der Governance globaler Nachhaltigkeitsprozesse aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und adressiert sie als politische und normfördernde Akteure. Im Mittelpunkt stehen theoretische, konzeptionelle und empirische Zugänge zu der Frage, unter welchen Bedingungen sich globale Nachhaltigkeitsnormen in und durch Hochschulen in die Praxis übersetzen. Die Veranstaltung besteht aus acht wöchentlichen Sitzungen sowie einer verpflichtenden eintägigen Blocksitzung am Samstag, den 6. Februar 2027.
[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.
1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.
2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Wolfgang Amadeus Mozart, Erich Wolfgang Korngold und Clara Schumann kennt man vielleicht noch als Wunderkinder, und auch von Justin Bieber, Michael Jackson und Stevie Wonder weiß man, dass sie schon als Kinder Prominenz gewannen. Wer aber verbirgt sich hinter William Crotsch, Carl Filtsch, Hippolyte Larsonneur, Camilla Urso oder gar »Infant Lyra«, wo nicht einmal der genaue Name bekannt ist? Alle waren zu ihrer Zeit berühmt, jedoch verquickte man sie sämtlichst mit allen möglichen stereotypen Vorstellungen, wie dies auch heute noch bezogen auf musikalische Hochbegabung geschieht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was jüngst mit einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Das Seminar behandelt neben sozialgeschichtlichen und medialen Aspekten auch empirische Befunde und gibt grundsätzliche Einführungen in das Testen und Messen von musikalischer Begabung und Erfahrenheit, den Erwerb von musikalischer Expertise, musikbedingte Neuroplastizität, Zusammenhänge mit Persönlichkeitsmerkmalen und Gedächtnisleistungen sowie das Erkennen und Fördern von musikalischen Begabungen.
2. Literatur: Bals, U./Imorde, S./Zierleyn, K./Fricke, D. (Hg.): Musikalische Hochbegabtenförderung in Deutschland. Bonn 2017; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Wien 2026; Gembris, H./Bullerjahn, C. (Hg.): Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«. Münster 2022; Gembris, H./Menze, J./Heye, A./Herbst, S.: Ehemalige Teilnehmende am Wettbewerb »Jugend musiziert« und ihre Lebenswege – Eine Studie zu den (Nach-)Wirkungen musikalischer Bildung. Münster 2020; Grabow, M./Busch, B./Krause-Benz, M. (Hg.): Talente entdecken – Begabung fördern. 15 Jahre Netzwerk Amadé. Symposionsbericht. Hildesheim 2022; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Haroutounian, J.: Kindling the Spark. Recognizing and Developing Musical Talent. New York 2002; Heye, A.: Mehrfachbelastung in der Ausbildung musikalisch besonders begabter Jugendlicher. Münster 2019; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Ockelford, A.: In the key of genius: The extraordinary life of Derek Paravicini. London 2007; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Révész, G.: The Psychology of a musical Prodigy. London: Routledge 2000; Traudes, J.: Musizierende »Wunderkinder«. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
4. Teilnahmevoraussetzungen: keine
[Si] Safe space and society
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This seminar explores the notion of ‘safe space’, which is gaining increasing importance not only in the classroom and on the campus but has itself become a parameter of societal conflict. Questions adressed are: How are safe spaces created? Are safe spaces inclusive or do they produce new forms of exclusion? Do they represent zones of comfort or sites of critique against existing (power) structures? How does the concept of safe space relate to public space, how does it shape society? What connects the idea of a “safe space” with other security dispositifs and other forms of spatial protection?
Literature: Mostly English, some German
[Si] Sociological Diagnoses of Contemporary Society in Germany and beyond
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
SDG 8.5 – Produktive Vollbeschäftigung, menschenwürdige Arbeit und faires Entgelten
The course will introduce participants to current sociological diagnoses of German society, within an international and transnational framework of comparison and interdependence. Exemplary topics are anxieties concerning social downward mobility, changing patterns of subjectification, the impact of digitalization on society, or the challenges of anthropogenic climate change for society. In methodological terms, the course participants acquire expertise in the sociological genre of ‘social diagnosis of contemporary society’ (Gegenwartsdiagnose).
[Si] Sustainability and Development Practices in the SADC Region
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Sustainable development has become a fundamental principle in social and human development as it emphasizes the needs for economic development and progress while safeguarding environmental quality. This module builds on this guiding principle, examining diverse sustainability and development practices across the Southern African Development Community (SADC) region, along with their unintended consequences. Throughout the module, students will engage with interdisciplinary approaches to identify and address global challenges in sustainable development in Africa, including poverty, population dynamics, healthcare, conservation, climate change, gender disparities, inequality and human rights. Throughout this process, students will develop the ability and capacity to work across multiple fields, particularly in the management of integrated development interventions and implementation of appropriate policies that support sustainability and sustainable development. While broad in scope, the module focuses on key development practices such as sustainable agriculture, water and waste management, education and human capital, the place and role of indigenous knowledge systems, and climate resilience.
[Si] What does fascism mean today? / MP 184-en
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 18:00 - 19:30 Uhr Raum: k.A. (Digital) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Fascism is often seen as a specter of the past—a closed chapter of the 20th century. Yet authoritarian movements are gaining influence worldwide, democratic institutions are coming under pressure, political violence is once again being spoken of openly, and exclusion is becoming normalized. But is this already fascism? Or are we witnessing new forms of authoritarian rule that differ from their historical counterparts? The seminar explores this pressing question and will address key features of fascism as well as their current transformations and possibilities for resistance against them.
A 2: Seminar
[Si] Antifeminismus und Anti-Gender Politiken: Politik- und Demokratietheoretische Einordnungen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| zweiwöchentlich Di. 10:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10 im Raum 003 | ||
Was hat die Einschränkung von reproduktiven Rechten in den USA, die Kriminalisierung von LGBTIQ+ Identitäten in Russland und der Türkei mit aktuellen Kämpfen gegen diversitätssensible Sprache oder sexuelle Bildung in Deutschland zu tun?
Weltweit häufen sich Mobilisierungen gegen Diversitäts- und Antidiskriminierungspolitiken, gegen LGBTIQ+ Rechte (insbesondere gegen Trans-Rechte), gegen queere und sexuelle Bildung sowie gegen geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung. Begriffe wie 'Gender Ideologie', 'Gender-Wahn' oder 'Wokeness' werden in diesem Zusammenhang als abwertende Kampfbegriffe verwendet, um gleichstellungspolitische und emanzipatorische Anliegen zu verunglimpfen und als Bedrohung für die 'natürliche' (Geschlechter-)Ordnung zu stilisieren. Innerhalb der Politikwissenschaft, den Gender Studies sowie der Demokratieforschung werden diese Entwicklungen und Mobilisierungen 'gegen Gender' als Manifestationen eines weltweit (wieder) zunehmenden Antifeminismus interpretiert, dessen Akteur*innen oftmals in einem politischen Naheverhältnis zu rechtspopulistischen, extrem rechten, religiös-fundamentalistischen oder autoritären politischen Projekten, Gruppen oder Ideologien stehen.
In diesem Seminar werden wir uns mit den historischen Entwicklungslinien, den unterschiedlichen Erscheinungsformen, Argumentationsstrategien und Akteur*innen antifeministischer bzw. anti-gender Mobilisierungen beschäftigen sowie nach deren Bedrohungspotential für demokratische Strukturen und Prozesse fragen. Können Anti-Gender Politiken als Angriffe auf die Demokratie und deren Grundwerte wie Freiheit und Gleichheit analysiert werden? Welche Verbindungen zwischen Antifeminismus und Autoritarisierungsprozessen lassen sich empirisch nachweisen?
Das Seminar bietet einen Raum zur theoretischen, historischen und anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit Antifeminismus und aktuelle Anti-Gender Politiken und fragt insbesondere auch nach deren Verschränkungen mit Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus, Rassismus oder LGBTIQ+ Feindlichkeit. Dabei werden sowohl demokratie- und politiktheoretische Einordnungen der beschriebenen Mobilisierungen in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten als auch empirische Befunde diskutiert, welche die lokale, globale sowie digitale Dimension von Antifeminismus und Anti-Gender Politiken analysieren und veranschaulichen. Themen des Seminars sind u.a.: Historische Formen und aktuelle Entwicklungen von Antifeminismus; Antifeminismus und Rechtsextremismus/Rechtspopulismus; religiös geprägte Formen des Antifeminismus; Antifeminismus und Rassismus/Antisemitismus/Trans- und Queerfeindlichkeit; INCEL- und TradWife Bewegungen; globale antifeministische Netzwerke; Antifeminismus und Autoritarismus/De-Demokratisierungsprozesse
[Si] Ästhetische Selbstbildung. Kunst und Künstler zwischen Emanzipation und Subjektivierung
Das Seminar diskutiert in zwei thematischen Blöcken Konzeptionen ästhetischer Selbstbildung und
arbeitet deren Dialektik heraus. Zunächst lesen wir historische Positionen, die Kritik an der
modernen Gesellschaft formulieren und die Kunst oder den Künstler als Gegenentwurf zur
repressiven Subjektbildung begreifen (von Friedrich Schiller, Oscar Wilde, Virginia Woolf, Rosa
Luxemburg). Im zweiten Block fragen wir, wie es solcher »Künstlerkritik« (Luc Boltanski/Ève
Chiapello) im fortgeschrittenen Kapitalismus ergangen ist. Dazu lesen wir zunächst Texte der
Kritischen Theorie, die im Kontext ihrer Analysen der Kulturindustrie auch die ästhetisch
vermittelte Subjektivierungsfunktion problematisieren (etwa durch »Popular Music«). Schließlich
wenden wir uns aktuellen Diskussionen um gesellschaftliche Ästhetisierung zu. Wir lesen Autoren
wie Andreas Reckwitz oder Ulrich Bröckling, nach denen vormals als künstlerisch geltende
Qualitäten wie Kreativität zu Ressourcen ökonomisch motivierter Selbstoptimierung geworden
sind.
[Si] Bildung als Kampffeld: Schulen und Hochschulen als Arenen gesellschaftlicher Konflikte um Status, Anerkennung und Identität
Eine Registrierung in StudIP ist für die Seminarkommunikation erforderlich.
Das Bildungssystem übernimmt unterschiedliche Rollen und Funktionen in den Bereichen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Reproduktion und Transformation. Es ist etwa Bestandteil der sekundären Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung, es qualifiziert Individuen und trägt so zum Arbeitsmarkt bei und es ist mit deutlich über 2 Millionen Beschäftigten selbst ein wichtiger Bestandteil des Erwerbssektors. Auch Wissensproduktion und demokratische Partizipationsmöglichkeiten hängen grundlegend an der Arbeit in Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und den Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung ab. Aus soziologischer Sicht sind damit auch Fragen von Macht und Teilhabe, Status und Anerkennung sowie Identität und Gruppenbildung verbunden. Hier setzt das Seminar an, indem es diese soziologischen Theorie- und Forschungsfelder in den Blick nimmt. Auf Grundlage unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Studien über Schule und Hochschule wollen wir uns ein sozialwissenschaftliches Verständnis von den diversen Konflikten, Strukturen und Praktiken erarbeiten, die Status, Anerkennung und Identität verleihen und verteilen.
[Si] Deutsch-deutsche Geschichte der populären Musik bis zur Gegenwart. Pop in der DDR, BRD und im wiedervereinigten Deutschland
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Das Seminar setzt in der Nachkriegszeit mit der Geschichte des geteilten Deutschlands an und arbeitet sich bis in die Zeit des wiedervereinigten Deutschlands und der Gegenwart vor. Wir beschäftigen uns zum einen mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen sich populäre Musikformen sowohl in der DDR als auch in der BRD entfalteten und blicken auf hegemoniale Zuschreibungen und Ideologien, mit denen populäre Musik in den unterschiedlichen politischen Systemen unweigerlich verflochten war. Zudem werden diverse musikalische Praktiken von einschlägigen Modetänzen bis hin zu Aspekten der Musikproduktion beleuchtet, ebenso wie die lebensweltlichen Bezüge einzelner Genres wie Beat, (Kraut)Rock, Soul, Disco, Neuer Deutscher Welle, Hip-Hop/Deutschrap, EDM/Techno, Indierock und Deutschpop. Darüber hinaus werden einzelne ästhetische Strategien im Klang, Performance und Lyrics herausgearbeitet, mit denen spezifische Artikulationen und Problematisierungen deutscher bzw. nationaler Identität vorgenommen wurden.
2. Literatur
Ahlers, Michael & Jacke, Christoph, eds. 2017. Perspectives on German Popular Music. New York: Routledge.
Lipp, Florian. 2021. Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure – Konfliktfelder – musikalische Praxis. Münster: Waxmann.
Mrozek, Bodo. 2019. Jugend. Pop. Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin: Suhrkamp.
Rauhut, Michael & Peter, Beate (Hg.). 2022. Popular Music History 14/2. Special Issue: „Narrating Popular Music Histories of the GDR: A Critical Reflection of Approaches, Sources and Methods“.
Schiller, Melanie. 2018. Soundtracking Germany. Popular Music and National Identity. London: Rowman & Littlefield.
Seibt, Oliver / Ringsmut, Martin & Wickström, David-Emil (Hg). 2021. Made in Germany: Studies in Popular Music. New York: Routledge.
Simmeth, Alexander. 2016. Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978. Bielefeld: transcript.
Spiritova, Mareka & Trummer, Manuel (Hg.). 2023. Pop the Nation. Die Nation als Ressource und Argument in Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung. Münster: Waxmann.
Völker, Florian. 2023. Kälte-Pop. Die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Popmusik-Exports. Berlin: De Gruyter.
Zaddach, Wolf-Georg. 2018. Heavy Metal in der DDR. Szene, Akteure, Praktiken. Bielefeld: transcript
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[Si] Digitale Popmusikkulturen des Mittelmeerraums: Produktionen, Plattformen, Archive
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
Digitale Technologien haben die Produktion, Verbreitung und Rezeption populärer Musik grundlegend verändert. Im Mittelmeerraum entstehen dadurch neue musikalische Verbindungen, die nationale Grenzen überschreiten und unterschiedliche soziale, kulturelle, sprachliche, politische und ökonomische Kontexte miteinander verknüpfen. Plattformen wie YouTube, Spotify, Anghami, SoundCloud, TikTok oder Instagram ermöglichen neue Formen musikalischer Öffentlichkeit, während Playlists, Online-Sammlungen und digitale Archive mediterrane Popmusik speichern, kuratieren und zugänglich machen.
In diesem Seminar widmen wir uns der Frage, wie der Mittelmeerraum als relationaler Raum durch digitale Produktionen, Plattformen und Archive populärer Musik hervorgebracht und vernetzt wird. Anhand von Fallstudien aus Südeuropa, Nordafrika und der Levante beschäftigen wir uns mit digitaler Musikproduktion, Plattformökonomien, Algorithmen, Musikvideos, Remixes, viralen Sounds sowie DIY- und Communitypraktiken. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit rezenten digitalen Archiven populärer Musik des Mittelmeerraums. Gemeinsam mit den Studierenden werden bestehende digitale Archive vorgestellt und kartiert sowie eigene Fragestellungen zu digitalen Popmusikkulturen des Mittelmeerraums entwickelt.
[RiVl] Grundwissen Menschenrechte (AFK/MA-AJB/MA-GKM)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
Der Bezug auf Menschenrechte ist sowohl in politischen und zivilgesellschaftlichen Debatten als auch in professionsethischen Auseinandersetzungen aktueller denn je. Allerdings bleibt häufig unklar, worin Menschenrechte konkret bestehen. Auch ist ihre Bedeutung für politisches, zivilgesellschaftliches wie professionelles Handeln durchaus umstritten. Umso notwendiger erscheint es daher, die Thematik der Menschenrechte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven differenziert zu betrachten. Dazu wird zunächst aus politikdidaktischer Hinsicht in das Thema der Menschenrechte eingeführt und im Anschluss die philosophischen und rechtlichen Prämissen und Entwicklungslinien der Menschenrechte erörtert. Welche Rolle Menschenrechte in verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsbereichen spielen können, darauf verweisen die weiteren Vorlesungen der Ringvorlesung, die Menschenrechte aus religionswissenschaftlicher und theologischer, kultur- und politikwissenschaftlicher sowie erziehungs- und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive behandeln.
[RiVl] Grundwissen Migration (AFK/MA GKM/BA AEW)
| regelmäßiger Termin ab 19.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
| nächster Termin: 19.10.2026 Uhr, Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
In der interdisziplinären Vorlesung „Grundwissen Migration“ werden Kenntnisse um die historische Normalität von Migrationsbewegungen, zu migrationssoziologischen und politikwissenschaftlichen Theorieansätzen sowie rechtliche Grundlagen vermittelt und zentrale berufsfeldrelevante Bezüge der Migrationsthematik hergestellt.
[Si] Hochschulen als politische und normfördernde Akteure der Nachhaltigkeit
Hochschulen nehmen im Kontext der globalen Nachhaltigkeitstransformation eine Schlüsselrolle ein. Als Orte der Wissensproduktion, Sozialisation und politischen Aushandlung tragen sie zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei. Über ihre Funktionen in Forschung, Lehre und Betrieb hinaus agieren Hochschulen zunehmend als normfördernde Akteure, die gesellschaftliche Leitbilder nachhaltiger Entwicklung mitgestalten und institutionell verankern. Die Veranstaltung untersucht die Rolle von Hochschulen in der Governance globaler Nachhaltigkeitsprozesse aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und adressiert sie als politische und normfördernde Akteure. Im Mittelpunkt stehen theoretische, konzeptionelle und empirische Zugänge zu der Frage, unter welchen Bedingungen sich globale Nachhaltigkeitsnormen in und durch Hochschulen in die Praxis übersetzen. Die Veranstaltung besteht aus acht wöchentlichen Sitzungen sowie einer verpflichtenden eintägigen Blocksitzung am Samstag, den 6. Februar 2027.
[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.
1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.
2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Wolfgang Amadeus Mozart, Erich Wolfgang Korngold und Clara Schumann kennt man vielleicht noch als Wunderkinder, und auch von Justin Bieber, Michael Jackson und Stevie Wonder weiß man, dass sie schon als Kinder Prominenz gewannen. Wer aber verbirgt sich hinter William Crotsch, Carl Filtsch, Hippolyte Larsonneur, Camilla Urso oder gar »Infant Lyra«, wo nicht einmal der genaue Name bekannt ist? Alle waren zu ihrer Zeit berühmt, jedoch verquickte man sie sämtlichst mit allen möglichen stereotypen Vorstellungen, wie dies auch heute noch bezogen auf musikalische Hochbegabung geschieht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was jüngst mit einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Das Seminar behandelt neben sozialgeschichtlichen und medialen Aspekten auch empirische Befunde und gibt grundsätzliche Einführungen in das Testen und Messen von musikalischer Begabung und Erfahrenheit, den Erwerb von musikalischer Expertise, musikbedingte Neuroplastizität, Zusammenhänge mit Persönlichkeitsmerkmalen und Gedächtnisleistungen sowie das Erkennen und Fördern von musikalischen Begabungen.
2. Literatur: Bals, U./Imorde, S./Zierleyn, K./Fricke, D. (Hg.): Musikalische Hochbegabtenförderung in Deutschland. Bonn 2017; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Wien 2026; Gembris, H./Bullerjahn, C. (Hg.): Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«. Münster 2022; Gembris, H./Menze, J./Heye, A./Herbst, S.: Ehemalige Teilnehmende am Wettbewerb »Jugend musiziert« und ihre Lebenswege – Eine Studie zu den (Nach-)Wirkungen musikalischer Bildung. Münster 2020; Grabow, M./Busch, B./Krause-Benz, M. (Hg.): Talente entdecken – Begabung fördern. 15 Jahre Netzwerk Amadé. Symposionsbericht. Hildesheim 2022; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Haroutounian, J.: Kindling the Spark. Recognizing and Developing Musical Talent. New York 2002; Heye, A.: Mehrfachbelastung in der Ausbildung musikalisch besonders begabter Jugendlicher. Münster 2019; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Ockelford, A.: In the key of genius: The extraordinary life of Derek Paravicini. London 2007; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Révész, G.: The Psychology of a musical Prodigy. London: Routledge 2000; Traudes, J.: Musizierende »Wunderkinder«. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
4. Teilnahmevoraussetzungen: keine
[Si] Safe space and society
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This seminar explores the notion of ‘safe space’, which is gaining increasing importance not only in the classroom and on the campus but has itself become a parameter of societal conflict. Questions adressed are: How are safe spaces created? Are safe spaces inclusive or do they produce new forms of exclusion? Do they represent zones of comfort or sites of critique against existing (power) structures? How does the concept of safe space relate to public space, how does it shape society? What connects the idea of a “safe space” with other security dispositifs and other forms of spatial protection?
Literature: Mostly English, some German
[Si] Sociological Diagnoses of Contemporary Society in Germany and beyond
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil II, E 002 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 002 | ||
SDG 8.5 – Produktive Vollbeschäftigung, menschenwürdige Arbeit und faires Entgelten
The course will introduce participants to current sociological diagnoses of German society, within an international and transnational framework of comparison and interdependence. Exemplary topics are anxieties concerning social downward mobility, changing patterns of subjectification, the impact of digitalization on society, or the challenges of anthropogenic climate change for society. In methodological terms, the course participants acquire expertise in the sociological genre of ‘social diagnosis of contemporary society’ (Gegenwartsdiagnose).
[Si] Sustainability and Development Practices in the SADC Region
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Sustainable development has become a fundamental principle in social and human development as it emphasizes the needs for economic development and progress while safeguarding environmental quality. This module builds on this guiding principle, examining diverse sustainability and development practices across the Southern African Development Community (SADC) region, along with their unintended consequences. Throughout the module, students will engage with interdisciplinary approaches to identify and address global challenges in sustainable development in Africa, including poverty, population dynamics, healthcare, conservation, climate change, gender disparities, inequality and human rights. Throughout this process, students will develop the ability and capacity to work across multiple fields, particularly in the management of integrated development interventions and implementation of appropriate policies that support sustainability and sustainable development. While broad in scope, the module focuses on key development practices such as sustainable agriculture, water and waste management, education and human capital, the place and role of indigenous knowledge systems, and climate resilience.
[Si] What does fascism mean today? / MP 184-en
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 18:00 - 19:30 Uhr Raum: k.A. (Digital) | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: k.A. | ||
Fascism is often seen as a specter of the past—a closed chapter of the 20th century. Yet authoritarian movements are gaining influence worldwide, democratic institutions are coming under pressure, political violence is once again being spoken of openly, and exclusion is becoming normalized. But is this already fascism? Or are we witnessing new forms of authoritarian rule that differ from their historical counterparts? The seminar explores this pressing question and will address key features of fascism as well as their current transformations and possibilities for resistance against them.
M1: Kultur- und sozialtheoretische Grundlagen (03-Ma-GKM-K-1) ⇑
A 1: Vorlesung: Einführung in die Kultur- und Sozialtheorie
[Vl] Medien – Kultur – Gesellschaft
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
Den Ausgangspunkt dieser Vorlesung bildet der Konflikt als kulturelle Keimzelle sozialer Orientierungsprozesse und seine intensive Verflechtung mit dem Medialen. Konflikte sind nicht naturgegeben, sondern sie gewinnen ihre soziale Gestalt dadurch, dass sie als Konflikt erfahren und kommuniziert werden. Will man mehr über die Kulturen des Konflikts der Gegenwartsgesellschaften erfahren, dann gilt es, sich den kommunikativen Praktiken zuzuwenden, die diese hervorbringen. In den digitalisierten Mediengesellschaften der Gegenwart bedeutet das, dass Form und Wirksamkeit von Konflikten aufs Engste mit ihrer medialen Kommunizierbarkeit gekoppelt sind. Dabei sind ‚die‘ Medien kein Zaungast sozialer Konflikte, über die sie lediglich berichten würden. Im Gegenteil, sie sind auf unterschiedliche Arten und Weisen konstitutiver Bestandteil der sozialen Konstruktionsprozesse von Konflikten. Ob in den Fernsehnachrichten, auf TikTok, auf Telegram oder im Kino, die mediale Kommunikation von Konflikten trägt zur Ausdifferenzierung des gesellschaftlichen Wissensvorrats von eben diesen wesentlich bei.
Zum Aufbau: Die Vorlesung wird einen Überblick zur theoretischen und empirischen Erforschung kultureller Konflikte aus mediensoziologischer Perspektive geben. Zu diesem Zweck gliedert sie sich in drei Blöcke: In Block I werden zentrale Grundbegriffe aus der Mediensoziologie (u. a. Kommunikation, Öffentlichkeit, Konstruktivismen, Rezeption) geklärt. Dabei werden insbesondere die Bezüge und das Wechselspiel zwischen Medien und Konflikt herausgestellt. In Block II werden konkrete empirische Forschungsfelder der Mediensoziologie entlang der drei ausgewählten Konfliktformen ‚Krieg‘, ‚Gewalt‘ und ‚Krise der Information‘ vorgestellt. Diskutiert werden aktuelle Forschungsergebnisse u. a. zur Kriegsfotografie, zur mediatisierten Polizeigewalt, zu Trolling, Fake News, Hate Speech, Coded Bias und Diskriminierung in digitalen Spielen. Block III ist der Synthese gewidmet. Hier werden die Argumentationsschritte der Vorlesung rekapituliert und zusammengeführt und es wird ein Antworthorizont auf die Leitfragen erarbeitet.
A 2: Seminar: Einführung in die Kultur- und Sozialtheorie
[Si] Safe space and society
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, E 104 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, E 104 | ||
This seminar explores the notion of ‘safe space’, which is gaining increasing importance not only in the classroom and on the campus but has itself become a parameter of societal conflict. Questions adressed are: How are safe spaces created? Are safe spaces inclusive or do they produce new forms of exclusion? Do they represent zones of comfort or sites of critique against existing (power) structures? How does the concept of safe space relate to public space, how does it shape society? What connects the idea of a “safe space” with other security dispositifs and other forms of spatial protection?
Literature: Mostly English, some German



