Zertifikat: Gender, Sexuality and Diversity
Veranstaltungen
Weitere Infos zum Zertifikat sind auf der folgenden Webseite zu finden:
https://www.uni-giessen.de/fbz/fb05/zertifikate/gender-sexuality-diversity
Modul 1: Introduction to Gender, Sexuality, and Diversity ⇑
A2
[Si] (Re-) Reading Moby Dick
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr Raum: Phil. I, B 410 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 410 | ||
When it was published in 1851, Herman Melville's novel Moby-Dick was a far cry from a commercial or critical success – many of its contemporary readers simply didn't know what to make of this strange, bulky book. Today, Moby-Dick is widely considered to be one of the "Great American Novels". In bibliographic databases and library catalogues, you'll be hard-pressed to find any other American novel that has generated more secondary literature.
To come to terms with its belated significance and ongoing relevance, this class is dedicated to (re-)reading just this one literary work: Moby-Dick. Throughout the semester, we will go through it bit by bit, immersing ourselves in its many themes, historical contexts, formal structures, and genres. In addition, we will familiarize ourselves with a variety of critical approaches, including recent works in eco-criticism, post- and decolonial approaches, feminist and queer readings, critical race studies, and world literature, among others.
Prerequisites: Students in this class should be capable of, and willing to, delve into such an extensive and complex work with the necessary depth and perseverance. Reading Moby-Dick is a marathon, not a sprint. Be prepared for an experience of slow reading. Familiarity with 19th-century (American) literature is beneficial but not a requirement. We're all at sea.
Requirements: All students are expected to give an oral presentation (ca. 20 minutes, followed by a discussion) that thoroughly introduces a specific critical approach to the novel.
For the sake of referenceability, it is crucial that all participants have a copy of the Oxford World's Classics edition of the novel (2022, ed. Hester Blum, ca. €10). Further material will be provided via StudIP.
[Si] #MeToo, Gender, and Cultural Politics across U.S. Media and Culture
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10, 115 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 115 | ||
[Si] Die Apostelin Junia und andere Amtsträgerinnen im Neuen Testament
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II, H 210 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210 | ||
[Si] Ein perfekter Liebhaber? Gottfrieds von Straßburg "Tristan"
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil. I, C 029 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 | ||
Der höfische Roman "Tristan" von Gottfrieds von Straßburg diskutiert Aspekte von Minne, Magie, Macht und Betrug. Der Protagonist Tristan ist dabei nicht nur idealer Ritter und perfekter Liebhaber, sondern auch ein listiger Held, der Betrug und Täuschung perfektioniert. Damit verschiebt er nicht nur gesellschaftliche und soziale Grenzen, sondern es öffnen sich auch neue Räume kunstvollen Erzählens.
[Ü] Familienroman und Geschichte des 20. Jahrhunderts in Osteuropa: Genderaspekte
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. I, F 007 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 007 | ||
Tolstois Krieg und Frieden hat vorgeführt, wie sich die großen Zäsuren der Geschichte im Kleinformat der Familie spiegeln lassen – und wie gerade diese Verschiebung des Blicks vom öffentlichen ins private Register offizielle historische Erzählungen unterlaufen kann. Der Familienroman erweist sich damit als eine besonders wirkmächtige Form, Geschichte anders zu erzählen: nicht als Abfolge von Daten und Ereignissen, sondern als Verflechtung von Generationen, Körpern, Erinnerungen und Alltagspraktiken, in denen sich Krieg, Repression, Migration und gesellschaftlicher Umbruch erst in ihrer gelebten Dimension zeigen.
Das Seminar untersucht diese Form anhand von Romanen (und teils ihrer Verfilmungen) aus verschiedenen ostslavischen und ostmitteleuropäischen Literaturen – russischer, ukrainischer, belarusischer, tschechischer und polnischer Prosa des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Texte familiäre Genealogien nutzen, um Jahrhundertereignisse wie Revolution, Stalinismus, Zweiten Weltkrieg, Sozialismus und dessen Zusammenbruch aus einer intimeren, oft weiblich codierten Perspektive neu zu verhandeln. Dabei rückt das Seminar systematisch Genderaspekte in den Vordergrund: Wer erinnert, wer erzählt, wessen Geschichte wird tradiert? Welche Rolle spielen mütterliche und weibliche Erzählinstanzen als Trägerinnen von Familiengedächtnis, und wie verschieben sich Machtverhältnisse und Geschlechterrollen innerhalb der dargestellten Familienstrukturen vor dem Hintergrund historischer Gewalt?
Anhand von close readings und vergleichender Analyse erarbeiten die Studierenden, wie Literatur private Erinnerung als Gegenentwurf oder Ergänzung zu offiziellen Geschichtsnarrativen literarisch produktiv macht – und welche ästhetischen Mittel dabei zum Einsatz kommen
[Si] Flaneure und Flaneusen in Moderne und Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 20.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 20.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Das Flanieren in der großen Stadt ist ein schillerndes Thema der europäischen Moderne, dem wir sowohl in der Literatur als auch in der bildenden Kunst begegnen. Der Flaneur durchstreift die im 19. Jahrhundert enorm anwachsenden Metropolen Paris, London, Rom, Berlin, Wien, New York etc. und macht dabei vielfältige Entdeckungen, die des Notats bedürfen. In jüngerer Zeit hat die Forschung auch die "Flaneuse" als weibliches Pendant entdeckt.
In unserem Seminar wollen wir das Phänomen des ziellosen Gehens, Umherstreifens, Sich-Treiben-Lassens und stöbernden Betrachtens als eine sinnliche Erfahrung begreifen, die wir bis heute und vielleicht auch jenseits der Großstadt kennen bzw. machen können. Wie fragen, wie sich das in den Künsten niederschlägt und inwiefern sie an der Idee und Ausgestaltung des Flanierens beteiligt sind. Wo manifestiert sich zum Beispiel der schweifende Blick der Flaneurs in der Malerei des französischen Impressionismus? Welche Bildmotive und welche Stilmittel kommen zum Einsatz, um das Schlendern durch die Stadt nachvollziehbar zu machen? Welche Erfahrung des Raums, der Straße, des Weges und der Architektur, aber auch des eigenen Körpers und seiner Bewegungen erlaubt das Flanieren? Wann und wo werden Flaneure und Flaneusen selbst zu einem Motiv oder gar Topos der Bildkünste? Was hat der Müßiggang des Flaneurs und der Flaneuse mit der künstlerischen Erfahrung und Praxis zu tun?
Das Seminar findet im Rahmen des Gießener Ausstellungs- und Aktionsprojekts "Ökologie der Geister" (https://oekologiedergeister.de/) statt. Zeitgleich unterrichtet Jörg Wagner am Institut für Kunstpädagogik ein Projektseminar, in dem es ebenfalls um das Gehen in der Stadt geht, mit einem besonderen Fokus auf Gießen. Der Politikwissenschaftler Johannes Diesing wiederum bietet mit dem Seminar "Geisterjäger*in werden - Orte, Räume, Atmosphären" eine Lehrveranstaltung an, in der das Spazierengehen als Methode der sozialwissenschaftlichen Beobachtung erkundet wird. Die drei Seminargruppen kommen am 15.1. zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen, um über Erfahrungen mit dem Thema und Ergebnisse aus den Lehrveranstaltungen ins Gespräch zu kommen.
[Vl+Ü] Gender und Diversity – Analyse und Gestaltung von Kulturwandel in Organisationen
Der Veranstaltung bezieht sich unter anderem auf die SDGs 1, 4, 5, 8, 10 und 16 und hat somit auch einen starken Nachhaltigkeitsbezug.
Inhaltlich werden z.b. Gender- und Diversitymanagement, Inklusion, Interkulturalität, Migration, Sorgearbeit, New Work, Digitalisierung, Gig Work, Gender Economics, Doing Gender, Gewalt gegen Frauen, und andere wichtige Themen und Aspekte, die einen Kulturwandel in Organisationen hervorrufen, vorgestellt und besprochen.
Der Kurs findet dienstags von 8:30-10 Uhr statt. Es herrscht Anwesenheitspflicht. Studierende dürfen nur 2 Mal fehlen.
Nähere Informationen wie z.B. zum Kursablauf werden beim ersten Termin besprochen.
Die erfolgreiche Teilnahme (6 CP benotet) erfordert eine unbenotete Gruppenpräsentation und eine benotete Hausaufgabe. Die Studierende schlagen zwei Themen vor, von denen Fr. Kiotzenoglou eines aussucht.
BITTE BEACHTEN:
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 18.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch - Teilnehmende müssen mindestens B2 mündlich und schriftlich haben. Die Veranstaltung wird durchgehend von Fr. Luisa Kiotzenoglou unterrichtet.
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 08:00 - 10:00 Uhr Raum: Licher Straße 68, 024 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 024 | ||
SDG 4.3 – Gleichberechtigter Zugang für Frauen und Männer zu hochwertiger fachlicher, beruflicher und tertiärer Bildung
Das SDG 4.3 zielt auf einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger und bezahlbarer tertiärer Bildung ab und bildet damit eine zentrale Grundlage für Chancengleichheit sowie die Förderung nachhaltiger Entwicklung. Für BWL-Masterstudierende ist dieses Ziel von besonderer Relevanz, da eine hochwertige Hochschulbildung neben der Vermittlung nachhaltigkeitsrelevanten Fachwissens auch die Entwicklung von Sach-, Sozial- und Selbstkompetenzen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert. Dadurch werden Studierende befähigt, ökologische, ökonomische und soziokulturelle Zusammenhänge zu verstehen und verantwortungsvolle sowie nachhaltige Entscheidungen in Unternehmen und Organisationen zu treffen.
Ziel der Veranstaltung ist es Studienrenden nicht nur fundiertes Wissen um zentrale Gender- und Diversitäts-Aspekte im beruflichen Kontext zu vermitteln, sondern auch Gender- und Diversity-kompetente Handlungsweisen in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen aber auch im Privaten aufzuzeigen und zu analysieren. Dabei sollen mit Hilfe des angeeigneten Wisses, langfristige Lösungsstrategien zum Überwinden typischer soziokultureller und sozioökonomischer Widerstände erarbeitet werden.
Der Veranstaltung bezieht sich unter anderem auf die SDGs 1, 4, 5, 8, 10 und 16 und hat somit auch einen starken Nachhaltigkeitsbezug.
Inhaltlich werden z.b. Gender- und Diversitymanagement, Inklusion, Interkulturalität, Migration, Sorgearbeit, New Work, Digitalisierung, Gig Work, Gender Economics, Doing Gender, Gewalt gegen Frauen, und andere wichtige Themen und Aspekte, die einen Kulturwandel in Organisationen hervorrufen, vorgestellt und besprochen.
Die Inhalte werden mit interaktiven Lehrmethoden erarbeitet: Nach einem Impuls werden die Teilnehmer/-innen angeleitet, kontrovers zu diskutieren, Fallbeispiele zu erarbeiten und Gruppenaufgaben bzw. -projekte selbständig zu be- und auch erarbeiten.
Der Kurs findet dienstags von 8:30-10 Uhr statt. Es herrscht Anwesenheitspflicht.
Studierende dürfen nur 2 Mal fehlen.
Nähere Informationen wie z.B. zum Kursablauf werden beim ersten Termin besprochen.
Die erfolgreiche Teilnahme (6 CP benotet) erfordert eine unbenotete Gruppenpräsentation und eine benotete Hausaufgabe. Die Studierende schlagen zwei Themen vor, von denen Fr. Kiotzenoglou eines aussucht.
BITTE BEACHTEN:
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 18.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch - Teilnehmende müssen mindestens B2 mündlich und schriftlich haben. Die Veranstaltung wird durchgehend von Fr. Luisa Kiotzenoglou unterrichtet.
[Si] Geschlechter- u. Machtverhältnisse in Bildungskontexten. Perspektive der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung (MA EZW AEW)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
Die zu erbringende Leistung wird in Form eines seminarbegleitenden Portfolios (Hausarbeit) erbracht.
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[RiVl] Grundwissen Migration (AFK/MA GKM/BA AEW)
| regelmäßiger Termin ab 19.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
| nächster Termin: 19.10.2026 Uhr, Raum: Phil1, AStW. 44, Raum 011 | ||
In der interdisziplinären Vorlesung „Grundwissen Migration“ werden Kenntnisse um die historische Normalität von Migrationsbewegungen, zu migrationssoziologischen und politikwissenschaftlichen Theorieansätzen sowie rechtliche Grundlagen vermittelt und zentrale berufsfeldrelevante Bezüge der Migrationsthematik hergestellt.
[Si] Heldin, Heilige, Mörderin? Wolfgang Schmeltzls Comoedia Judith von 1542
| regelmäßige Termine ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| wöchentlich Do. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
Eine Frau überlistet einen Feldherren und schlägt ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Die biblische Geschichte der gottesfürchtigen Jüdin Judith, die ihr bedrängtes Volk vor den Feinden rettet, gehört auf der Bühne der Frühen Neuzeit zu den beliebtesten Stoffen, nicht zuletzt auch weil Martin Luther diese Geschichte als besonders exemplarisch und didaktisch wertvoll ansieht. Zahlreich wird der Stoff im 16. Jahrhundert mit deutlicher Tendenz zur Politisierung und Aktualisierung aufbereitet, so auch von dem österreichischen Dramatiker Wolfgang Schmeltzl.
Wir werden gemeinsam eine (z.T.) rekonstruierende Aufführung dieses Dramas erarbeiten, um zu sehen, was auf der Bühne machbar und wirkungsvoll ist. Alle Teilnehmenden übernehmen mindestens eine Rolle, sind Darstellende, Co-Regisseur/innen, Co-Dramaturg/innen und Maskenbildende zugleich.
Aufführungstermine: 5.12.2026, 16 Uhr Grünberg: Hospitalkirche; 7.12.2026 Gießen: Pankratiuskapelle. Eine dritte Aufführung ist geplant, voraussichtlich in Bad Homburg.
Die Veranstaltung ist vierstündig: Mo und Do 18-20 Uhr. Sie endet mit der letzten Aufführung im Dezember.
[Si] Justicia: términos, conceptos, teoriás
[Koll] Kolloquium Antisemitismus und Recht
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Licher Straße 68, 020 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 020 | ||
Das Kolloquium befasst sich mit dem Thema „Antisemitismus und Recht“ und wird in Blockterminen angeboten. Es dient als erste interdisziplinäre Annäherung an das Thema und richtet sich an alle interessierten Studierenden aller Fachsemester.
Im Fokus stehen insbesondere folgende Fragen: Wie geht die Justiz mit Antisemitismus um? Welche Herausforderungen ergeben sich im rechtlichen Umgang mit Judenfeindschaft? Warum wurde Antisemitismus lange Zeit als Gegenstand des Rechts ausgeblendet?
Wir werden uns mit rechtlichen Fallkonstellationen mit Bezügen zum Antisemitismus befassen und Texte aus der Antisemitismusforschung lesen.
[Si] Metodología de investigación interseccional
Este seminario introduce a los estudiantes en los distintos componentes de la investigación cualitativa sobre interseccionalidad. Ofrece una visión general de los fundamentos epistemológicos de esta línea de investigación, de los aspectos centrales de la teoría de la interseccionalidad, así como de los métodos más habituales de recopilación y análisis de datos. Al mismo tiempo, el seminario se basa en el concepto de interseccionalidad como teoría y práctica de transformación social, en el que las comunidades y los grupos marginados ocupan un lugar central. En este sentido, el seminario propone un enfoque para la investigación sobre interseccionalidad que tiene como objetivo impedir la reproducción de aquellas estructuras de poder que son objeto de estudio en dicha investigación. Esto se logra mediante consideraciones metodológicas e instrumentos que ponen el énfasis en el conocimiento situado, la colaboración con las personas que participan en la investigación y la orientación del trabajo hacia la transformación de las estructuras de dominación investigadas.
[Si] Migration und schulischer Wandel: Bewertung, Beratung und Förderung (1) (EWL 2C2)
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Phil II, B116 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, B116 | ||
[Si] Migration und schulischer Wandel: Bewertung, Beratung und Förderung (2) (EWL 2C2)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil II, B101 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil II, B101 | ||
[Si] Migration und schulischer Wandel: Bewertung, Beratung und Förderung (3) (EWL 2C2)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II G, 001 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II G, 001 | ||
[H Si] Musik im Kontext von Race und Gender
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 09 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
Im Seminar erarbeiten wir uns einen Überblick über Theorien kultureller Hegemonie mit Fokus auf den Aspekten Gender und Race (Feminismus, Queerfeminismus, Critical Race Theory, Postcolonial Theory). Die Lektüre und Diskussion von Grundlagentexten soll fruchtbare Perspektiven auf konkrete musikbezogene Fallbeispiele eröffnen. Fragen könnten beispielsweise sein: Welche Auswirkungen hatte das Frauenbild im 19. Jahrhundert auf den Musikdiskurs und umgekehrt? Wie wird Gender am Broadway performt? Welche Bedeutung haben Praktiken kultureller Aneignung für die Geschichte der Oper? Ist Musiktheorie strukturell weiß? Ist Hip-Hop antirassistisch?
Modulzuordnung neue Lehramtsstudiengänge:
03-mus-L3-WP-4b
Liberal Arts:
BA-LAS-PDK-5 (Institutionskritik)
BA-LAS-PDK-4 (Funktionen der Künste)
[Si] Postcolonial Perspectives on Eastern Europe
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, G 333a | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
The space between Poland and the Baltic countries in the Northwest, Siberia in the Northeast, the Caucasus, Ukraine, and Bulgaria in the South has in recent history been impacted by empires (the Tsarist, the Prussian, the Hapsburg, and the Ottoman Empire). Most of the peoples residing there have been denied state sovereignty over centuries; the titular nations of the great empires imposed them their cultural patterns. Other than the overseas colonies this process has only rarely been de-scribed by historical scientists as colonialism.
This course is devoted less to the question whether it is justified to speak of an East, East-Central or South-East European „colonization,” but investigates, first, how the hegemonic cultures conceptual-ized the suppressed peoples as less civilized and thus in need of „colonization.” Secondly, we focus on the ways how foreign domination was perceived by the subjugated peoples as colonization.
Anglo-American Postcolonial Studies have made substantial propositions for describing not only the hetero-stereotypes deployed to the Orient (Said), but also the cultural strategies of the subordinated elites. The provocative main question goes as to how the theoretical concepts developed for the para-doxical strategies of identity building of Arabs and Black Africans (such as hybridity, in-betweenness, subalternity, mimicry, Black Signifying, self-Orientalization or agency) can become productive for describing the cultural processes of nation building in East, East-Central, and South-East Europe. During the course we will be exploring this question in mosaic-like form with regard to Bosnia, the Czech Republic, Poland, Russia, and Ukraine.
More participants are welcome; for registration please send an email to dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Postkoloniale Osteuropaforschung
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, D 106 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 | ||
Der Raum zwischen Polen und dem Baltikum im Nordwesten, Sibirien im Nordosten, dem Kaukasus, der Ukraine und Bulgarien im Süden ist in der jüngeren Geschichte durch Imperien geprägt gewesen (Zarenreich, Preußisches Reich, Habsburgerreich, Osmanisches Reich). Der Mehrzahl der dort ansäs-sigen Völker war über Jahrhunderte eigene Staatlichkeit verwehrt; die Titularnationen der Großreiche oktroyierten ihnen eigene kulturelle Muster. Anders als die überseeischen Kolonien ist dieser Prozess in der Geschichtswissenschaft nur selten mit dem Begriff des Kolonialismus beschrieben worden.
Die Veranstaltung widmet sich weniger der Frage, ob es denn sachlich berechtigt wäre, von einer ost-, ostmittel- und südosteuropäischen „Kolonisierung“ zu sprechen, sondern untersucht zum einen, wie die hegemonialen Kulturen die unterdrückten Völkerschaften als weniger zivilisiert und damit „kolo-nisierungsbedürftig“ beschrieben. Zum zweiten gilt das Hauptinteresse der Frage, inwieweit die Fremdherrschaft von den betroffenen Völkern als Kolonisierungsprozess wahrgenommen wurde. Nicht nur zur Konstitution von Heterostereotypen des Orients (Said), sondern auch zur Beschreibung der kulturellen Strategien von Unterdrückten haben die anglo-amerikanischen Postcolonial Studies differenzierte Angebote vorgelegt. Die provokative Leitfrage lautet, ob diese Theorieangebote, die für die paradoxen Identitätsbildungsprozesse von Arabern und Schwarzafrikanern entwickelt wurden (Orientalismus, Hybridität, In-Betweenness, Subalternität, Mimikry, Black Signifying, Agency), für ein besseres Verständnis der Herausbildung von Kulturnationsbewusstsein in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa fruchtbar gemacht werden können. Im Seminar werden wir versuchen, diese Frage mosaikartig mit Blick auf Bosnien-Herzegowina, Polen, Russland, Tschechien und die Ukraine durchzubuchstabieren.
Weitere Teilnehmende sind willkommen; zur Anmeldung bitte E-Mail an dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.
[Ü] The Politics of Gender in Imperial, Soviet and Contemporary Russian-language Books for the Young
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Phil. I, D 106 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 | ||
[Si] Weibliche, indigene und afrodiasporische Stimmen in Literatur und (urbaner) Kunst der Lusophonie
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II G, 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II G, 104 | ||
[Si] Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Feministische Perspektiven auf die Zukunft (AfK-Nr.: 413/414)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10, 102 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102 | ||
Das Seminar soll einen positiven und konstruktiven Blick auf die Zukunft richten und u.a. folgende Fragen diskutieren: Welche gesellschaftlichen Narrative gibt es über die Zukunft bestimmter Personen (z.B. behinderter und trans* Personen)? Wie wollen wir (gerade für Personen, denen ihre Zukunft abgesprochen wird) die Zukunft gestalten? Wie sieht eine Zukunft ohne patriarchale Familienstrukturen, restriktive Gender-Praktiken, Kapitalismus, Gefängnisse, Polizei, etc. aus? Wie gestalten wir Community-basierte Care-Praktiken? Welche Arten von Beziehungen wollen wir führen? Was ist die Zukunft marginalisierter Philosophie?
Das Seminar soll sich damit von dem oftmals abstrakten Fokus der Philosophie lösen und konkrete Konzepte des Zusammenlebens sowohl im Rahmen aktueller Unterdrückung als auch nach dem Überwinden von cis-hetero patriarchalen, ableistischen, kapitalistischen, rassistischen, kolonialen, etc. Strukturen entwickeln.
Modul 2: Intermediate Module in Gender, Sexuality, and Diversity ⇑
[Si] (Re-) Reading Moby Dick
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 08:00 - 10:00 Uhr Raum: Phil. I, B 410 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, B 410 | ||
When it was published in 1851, Herman Melville's novel Moby-Dick was a far cry from a commercial or critical success – many of its contemporary readers simply didn't know what to make of this strange, bulky book. Today, Moby-Dick is widely considered to be one of the "Great American Novels". In bibliographic databases and library catalogues, you'll be hard-pressed to find any other American novel that has generated more secondary literature.
To come to terms with its belated significance and ongoing relevance, this class is dedicated to (re-)reading just this one literary work: Moby-Dick. Throughout the semester, we will go through it bit by bit, immersing ourselves in its many themes, historical contexts, formal structures, and genres. In addition, we will familiarize ourselves with a variety of critical approaches, including recent works in eco-criticism, post- and decolonial approaches, feminist and queer readings, critical race studies, and world literature, among others.
Prerequisites: Students in this class should be capable of, and willing to, delve into such an extensive and complex work with the necessary depth and perseverance. Reading Moby-Dick is a marathon, not a sprint. Be prepared for an experience of slow reading. Familiarity with 19th-century (American) literature is beneficial but not a requirement. We're all at sea.
Requirements: All students are expected to give an oral presentation (ca. 20 minutes, followed by a discussion) that thoroughly introduces a specific critical approach to the novel.
For the sake of referenceability, it is crucial that all participants have a copy of the Oxford World's Classics edition of the novel (2022, ed. Hester Blum, ca. €10). Further material will be provided via StudIP.
[Si] #MeToo, Gender, and Cultural Politics across U.S. Media and Culture
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10, 115 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 115 | ||
[Si] Die Apostelin Junia und andere Amtsträgerinnen im Neuen Testament
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II, H 210 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II, H 210 | ||
[Si] Ein perfekter Liebhaber? Gottfrieds von Straßburg "Tristan"
| regelmäßiger Termin ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil. I, C 029 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, C 029 | ||
Der höfische Roman "Tristan" von Gottfrieds von Straßburg diskutiert Aspekte von Minne, Magie, Macht und Betrug. Der Protagonist Tristan ist dabei nicht nur idealer Ritter und perfekter Liebhaber, sondern auch ein listiger Held, der Betrug und Täuschung perfektioniert. Damit verschiebt er nicht nur gesellschaftliche und soziale Grenzen, sondern es öffnen sich auch neue Räume kunstvollen Erzählens.
[Ü] Familienroman und Geschichte des 20. Jahrhunderts in Osteuropa: Genderaspekte
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. I, F 007 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, F 007 | ||
Tolstois Krieg und Frieden hat vorgeführt, wie sich die großen Zäsuren der Geschichte im Kleinformat der Familie spiegeln lassen – und wie gerade diese Verschiebung des Blicks vom öffentlichen ins private Register offizielle historische Erzählungen unterlaufen kann. Der Familienroman erweist sich damit als eine besonders wirkmächtige Form, Geschichte anders zu erzählen: nicht als Abfolge von Daten und Ereignissen, sondern als Verflechtung von Generationen, Körpern, Erinnerungen und Alltagspraktiken, in denen sich Krieg, Repression, Migration und gesellschaftlicher Umbruch erst in ihrer gelebten Dimension zeigen.
Das Seminar untersucht diese Form anhand von Romanen (und teils ihrer Verfilmungen) aus verschiedenen ostslavischen und ostmitteleuropäischen Literaturen – russischer, ukrainischer, belarusischer, tschechischer und polnischer Prosa des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Texte familiäre Genealogien nutzen, um Jahrhundertereignisse wie Revolution, Stalinismus, Zweiten Weltkrieg, Sozialismus und dessen Zusammenbruch aus einer intimeren, oft weiblich codierten Perspektive neu zu verhandeln. Dabei rückt das Seminar systematisch Genderaspekte in den Vordergrund: Wer erinnert, wer erzählt, wessen Geschichte wird tradiert? Welche Rolle spielen mütterliche und weibliche Erzählinstanzen als Trägerinnen von Familiengedächtnis, und wie verschieben sich Machtverhältnisse und Geschlechterrollen innerhalb der dargestellten Familienstrukturen vor dem Hintergrund historischer Gewalt?
Anhand von close readings und vergleichender Analyse erarbeiten die Studierenden, wie Literatur private Erinnerung als Gegenentwurf oder Ergänzung zu offiziellen Geschichtsnarrativen literarisch produktiv macht – und welche ästhetischen Mittel dabei zum Einsatz kommen
[Si] Flaneure und Flaneusen in Moderne und Gegenwart
| regelmäßiger Termin ab 20.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. I, G 333 | ||
| nächster Termin: 20.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333 | ||
Das Flanieren in der großen Stadt ist ein schillerndes Thema der europäischen Moderne, dem wir sowohl in der Literatur als auch in der bildenden Kunst begegnen. Der Flaneur durchstreift die im 19. Jahrhundert enorm anwachsenden Metropolen Paris, London, Rom, Berlin, Wien, New York etc. und macht dabei vielfältige Entdeckungen, die des Notats bedürfen. In jüngerer Zeit hat die Forschung auch die "Flaneuse" als weibliches Pendant entdeckt.
In unserem Seminar wollen wir das Phänomen des ziellosen Gehens, Umherstreifens, Sich-Treiben-Lassens und stöbernden Betrachtens als eine sinnliche Erfahrung begreifen, die wir bis heute und vielleicht auch jenseits der Großstadt kennen bzw. machen können. Wie fragen, wie sich das in den Künsten niederschlägt und inwiefern sie an der Idee und Ausgestaltung des Flanierens beteiligt sind. Wo manifestiert sich zum Beispiel der schweifende Blick der Flaneurs in der Malerei des französischen Impressionismus? Welche Bildmotive und welche Stilmittel kommen zum Einsatz, um das Schlendern durch die Stadt nachvollziehbar zu machen? Welche Erfahrung des Raums, der Straße, des Weges und der Architektur, aber auch des eigenen Körpers und seiner Bewegungen erlaubt das Flanieren? Wann und wo werden Flaneure und Flaneusen selbst zu einem Motiv oder gar Topos der Bildkünste? Was hat der Müßiggang des Flaneurs und der Flaneuse mit der künstlerischen Erfahrung und Praxis zu tun?
Das Seminar findet im Rahmen des Gießener Ausstellungs- und Aktionsprojekts "Ökologie der Geister" (https://oekologiedergeister.de/) statt. Zeitgleich unterrichtet Jörg Wagner am Institut für Kunstpädagogik ein Projektseminar, in dem es ebenfalls um das Gehen in der Stadt geht, mit einem besonderen Fokus auf Gießen. Der Politikwissenschaftler Johannes Diesing wiederum bietet mit dem Seminar "Geisterjäger*in werden - Orte, Räume, Atmosphären" eine Lehrveranstaltung an, in der das Spazierengehen als Methode der sozialwissenschaftlichen Beobachtung erkundet wird. Die drei Seminargruppen kommen am 15.1. zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen, um über Erfahrungen mit dem Thema und Ergebnisse aus den Lehrveranstaltungen ins Gespräch zu kommen.
[Vl+Ü] Gender und Diversity – Analyse und Gestaltung von Kulturwandel in Organisationen
Der Veranstaltung bezieht sich unter anderem auf die SDGs 1, 4, 5, 8, 10 und 16 und hat somit auch einen starken Nachhaltigkeitsbezug.
Inhaltlich werden z.b. Gender- und Diversitymanagement, Inklusion, Interkulturalität, Migration, Sorgearbeit, New Work, Digitalisierung, Gig Work, Gender Economics, Doing Gender, Gewalt gegen Frauen, und andere wichtige Themen und Aspekte, die einen Kulturwandel in Organisationen hervorrufen, vorgestellt und besprochen.
Der Kurs findet dienstags von 8:30-10 Uhr statt. Es herrscht Anwesenheitspflicht. Studierende dürfen nur 2 Mal fehlen.
Nähere Informationen wie z.B. zum Kursablauf werden beim ersten Termin besprochen.
Die erfolgreiche Teilnahme (6 CP benotet) erfordert eine unbenotete Gruppenpräsentation und eine benotete Hausaufgabe. Die Studierende schlagen zwei Themen vor, von denen Fr. Kiotzenoglou eines aussucht.
BITTE BEACHTEN:
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 18.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch - Teilnehmende müssen mindestens B2 mündlich und schriftlich haben. Die Veranstaltung wird durchgehend von Fr. Luisa Kiotzenoglou unterrichtet.
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 08:00 - 10:00 Uhr Raum: Licher Straße 68, 024 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 024 | ||
SDG 4.3 – Gleichberechtigter Zugang für Frauen und Männer zu hochwertiger fachlicher, beruflicher und tertiärer Bildung
Das SDG 4.3 zielt auf einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger und bezahlbarer tertiärer Bildung ab und bildet damit eine zentrale Grundlage für Chancengleichheit sowie die Förderung nachhaltiger Entwicklung. Für BWL-Masterstudierende ist dieses Ziel von besonderer Relevanz, da eine hochwertige Hochschulbildung neben der Vermittlung nachhaltigkeitsrelevanten Fachwissens auch die Entwicklung von Sach-, Sozial- und Selbstkompetenzen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert. Dadurch werden Studierende befähigt, ökologische, ökonomische und soziokulturelle Zusammenhänge zu verstehen und verantwortungsvolle sowie nachhaltige Entscheidungen in Unternehmen und Organisationen zu treffen.
Ziel der Veranstaltung ist es Studienrenden nicht nur fundiertes Wissen um zentrale Gender- und Diversitäts-Aspekte im beruflichen Kontext zu vermitteln, sondern auch Gender- und Diversity-kompetente Handlungsweisen in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen aber auch im Privaten aufzuzeigen und zu analysieren. Dabei sollen mit Hilfe des angeeigneten Wisses, langfristige Lösungsstrategien zum Überwinden typischer soziokultureller und sozioökonomischer Widerstände erarbeitet werden.
Der Veranstaltung bezieht sich unter anderem auf die SDGs 1, 4, 5, 8, 10 und 16 und hat somit auch einen starken Nachhaltigkeitsbezug.
Inhaltlich werden z.b. Gender- und Diversitymanagement, Inklusion, Interkulturalität, Migration, Sorgearbeit, New Work, Digitalisierung, Gig Work, Gender Economics, Doing Gender, Gewalt gegen Frauen, und andere wichtige Themen und Aspekte, die einen Kulturwandel in Organisationen hervorrufen, vorgestellt und besprochen.
Die Inhalte werden mit interaktiven Lehrmethoden erarbeitet: Nach einem Impuls werden die Teilnehmer/-innen angeleitet, kontrovers zu diskutieren, Fallbeispiele zu erarbeiten und Gruppenaufgaben bzw. -projekte selbständig zu be- und auch erarbeiten.
Der Kurs findet dienstags von 8:30-10 Uhr statt. Es herrscht Anwesenheitspflicht.
Studierende dürfen nur 2 Mal fehlen.
Nähere Informationen wie z.B. zum Kursablauf werden beim ersten Termin besprochen.
Die erfolgreiche Teilnahme (6 CP benotet) erfordert eine unbenotete Gruppenpräsentation und eine benotete Hausaufgabe. Die Studierende schlagen zwei Themen vor, von denen Fr. Kiotzenoglou eines aussucht.
BITTE BEACHTEN:
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 18.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch - Teilnehmende müssen mindestens B2 mündlich und schriftlich haben. Die Veranstaltung wird durchgehend von Fr. Luisa Kiotzenoglou unterrichtet.
[Si] Geschlechter- u. Machtverhältnisse in Bildungskontexten. Perspektive der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung (MA EZW AEW)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
Die zu erbringende Leistung wird in Form eines seminarbegleitenden Portfolios (Hausarbeit) erbracht.
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[Si] Heldin, Heilige, Mörderin? Wolfgang Schmeltzls Comoedia Judith von 1542
| regelmäßige Termine ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| wöchentlich Do. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
Eine Frau überlistet einen Feldherren und schlägt ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Die biblische Geschichte der gottesfürchtigen Jüdin Judith, die ihr bedrängtes Volk vor den Feinden rettet, gehört auf der Bühne der Frühen Neuzeit zu den beliebtesten Stoffen, nicht zuletzt auch weil Martin Luther diese Geschichte als besonders exemplarisch und didaktisch wertvoll ansieht. Zahlreich wird der Stoff im 16. Jahrhundert mit deutlicher Tendenz zur Politisierung und Aktualisierung aufbereitet, so auch von dem österreichischen Dramatiker Wolfgang Schmeltzl.
Wir werden gemeinsam eine (z.T.) rekonstruierende Aufführung dieses Dramas erarbeiten, um zu sehen, was auf der Bühne machbar und wirkungsvoll ist. Alle Teilnehmenden übernehmen mindestens eine Rolle, sind Darstellende, Co-Regisseur/innen, Co-Dramaturg/innen und Maskenbildende zugleich.
Aufführungstermine: 5.12.2026, 16 Uhr Grünberg: Hospitalkirche; 7.12.2026 Gießen: Pankratiuskapelle. Eine dritte Aufführung ist geplant, voraussichtlich in Bad Homburg.
Die Veranstaltung ist vierstündig: Mo und Do 18-20 Uhr. Sie endet mit der letzten Aufführung im Dezember.
[Si] Justicia: términos, conceptos, teoriás
[Koll] Kolloquium Antisemitismus und Recht
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Licher Straße 68, 020 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Licher Straße 68, 020 | ||
Das Kolloquium befasst sich mit dem Thema „Antisemitismus und Recht“ und wird in Blockterminen angeboten. Es dient als erste interdisziplinäre Annäherung an das Thema und richtet sich an alle interessierten Studierenden aller Fachsemester.
Im Fokus stehen insbesondere folgende Fragen: Wie geht die Justiz mit Antisemitismus um? Welche Herausforderungen ergeben sich im rechtlichen Umgang mit Judenfeindschaft? Warum wurde Antisemitismus lange Zeit als Gegenstand des Rechts ausgeblendet?
Wir werden uns mit rechtlichen Fallkonstellationen mit Bezügen zum Antisemitismus befassen und Texte aus der Antisemitismusforschung lesen.
[Si] Metodología de investigación interseccional
Este seminario introduce a los estudiantes en los distintos componentes de la investigación cualitativa sobre interseccionalidad. Ofrece una visión general de los fundamentos epistemológicos de esta línea de investigación, de los aspectos centrales de la teoría de la interseccionalidad, así como de los métodos más habituales de recopilación y análisis de datos. Al mismo tiempo, el seminario se basa en el concepto de interseccionalidad como teoría y práctica de transformación social, en el que las comunidades y los grupos marginados ocupan un lugar central. En este sentido, el seminario propone un enfoque para la investigación sobre interseccionalidad que tiene como objetivo impedir la reproducción de aquellas estructuras de poder que son objeto de estudio en dicha investigación. Esto se logra mediante consideraciones metodológicas e instrumentos que ponen el énfasis en el conocimiento situado, la colaboración con las personas que participan en la investigación y la orientación del trabajo hacia la transformación de las estructuras de dominación investigadas.
[H Si] Musik im Kontext von Race und Gender
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 09 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
Im Seminar erarbeiten wir uns einen Überblick über Theorien kultureller Hegemonie mit Fokus auf den Aspekten Gender und Race (Feminismus, Queerfeminismus, Critical Race Theory, Postcolonial Theory). Die Lektüre und Diskussion von Grundlagentexten soll fruchtbare Perspektiven auf konkrete musikbezogene Fallbeispiele eröffnen. Fragen könnten beispielsweise sein: Welche Auswirkungen hatte das Frauenbild im 19. Jahrhundert auf den Musikdiskurs und umgekehrt? Wie wird Gender am Broadway performt? Welche Bedeutung haben Praktiken kultureller Aneignung für die Geschichte der Oper? Ist Musiktheorie strukturell weiß? Ist Hip-Hop antirassistisch?
Modulzuordnung neue Lehramtsstudiengänge:
03-mus-L3-WP-4b
Liberal Arts:
BA-LAS-PDK-5 (Institutionskritik)
BA-LAS-PDK-4 (Funktionen der Künste)
[Si] Postcolonial Perspectives on Eastern Europe
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, G 333a | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
The space between Poland and the Baltic countries in the Northwest, Siberia in the Northeast, the Caucasus, Ukraine, and Bulgaria in the South has in recent history been impacted by empires (the Tsarist, the Prussian, the Hapsburg, and the Ottoman Empire). Most of the peoples residing there have been denied state sovereignty over centuries; the titular nations of the great empires imposed them their cultural patterns. Other than the overseas colonies this process has only rarely been de-scribed by historical scientists as colonialism.
This course is devoted less to the question whether it is justified to speak of an East, East-Central or South-East European „colonization,” but investigates, first, how the hegemonic cultures conceptual-ized the suppressed peoples as less civilized and thus in need of „colonization.” Secondly, we focus on the ways how foreign domination was perceived by the subjugated peoples as colonization.
Anglo-American Postcolonial Studies have made substantial propositions for describing not only the hetero-stereotypes deployed to the Orient (Said), but also the cultural strategies of the subordinated elites. The provocative main question goes as to how the theoretical concepts developed for the para-doxical strategies of identity building of Arabs and Black Africans (such as hybridity, in-betweenness, subalternity, mimicry, Black Signifying, self-Orientalization or agency) can become productive for describing the cultural processes of nation building in East, East-Central, and South-East Europe. During the course we will be exploring this question in mosaic-like form with regard to Bosnia, the Czech Republic, Poland, Russia, and Ukraine.
More participants are welcome; for registration please send an email to dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Postkoloniale Osteuropaforschung
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, D 106 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 | ||
Der Raum zwischen Polen und dem Baltikum im Nordwesten, Sibirien im Nordosten, dem Kaukasus, der Ukraine und Bulgarien im Süden ist in der jüngeren Geschichte durch Imperien geprägt gewesen (Zarenreich, Preußisches Reich, Habsburgerreich, Osmanisches Reich). Der Mehrzahl der dort ansäs-sigen Völker war über Jahrhunderte eigene Staatlichkeit verwehrt; die Titularnationen der Großreiche oktroyierten ihnen eigene kulturelle Muster. Anders als die überseeischen Kolonien ist dieser Prozess in der Geschichtswissenschaft nur selten mit dem Begriff des Kolonialismus beschrieben worden.
Die Veranstaltung widmet sich weniger der Frage, ob es denn sachlich berechtigt wäre, von einer ost-, ostmittel- und südosteuropäischen „Kolonisierung“ zu sprechen, sondern untersucht zum einen, wie die hegemonialen Kulturen die unterdrückten Völkerschaften als weniger zivilisiert und damit „kolo-nisierungsbedürftig“ beschrieben. Zum zweiten gilt das Hauptinteresse der Frage, inwieweit die Fremdherrschaft von den betroffenen Völkern als Kolonisierungsprozess wahrgenommen wurde. Nicht nur zur Konstitution von Heterostereotypen des Orients (Said), sondern auch zur Beschreibung der kulturellen Strategien von Unterdrückten haben die anglo-amerikanischen Postcolonial Studies differenzierte Angebote vorgelegt. Die provokative Leitfrage lautet, ob diese Theorieangebote, die für die paradoxen Identitätsbildungsprozesse von Arabern und Schwarzafrikanern entwickelt wurden (Orientalismus, Hybridität, In-Betweenness, Subalternität, Mimikry, Black Signifying, Agency), für ein besseres Verständnis der Herausbildung von Kulturnationsbewusstsein in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa fruchtbar gemacht werden können. Im Seminar werden wir versuchen, diese Frage mosaikartig mit Blick auf Bosnien-Herzegowina, Polen, Russland, Tschechien und die Ukraine durchzubuchstabieren.
Weitere Teilnehmende sind willkommen; zur Anmeldung bitte E-Mail an dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.
[Ü] The Politics of Gender in Imperial, Soviet and Contemporary Russian-language Books for the Young
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr Raum: Phil. I, D 106 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 | ||
[Si] Weibliche, indigene und afrodiasporische Stimmen in Literatur und (urbaner) Kunst der Lusophonie
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II G, 104 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II G, 104 | ||
[Si] Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Feministische Perspektiven auf die Zukunft (AfK-Nr.: 413/414)
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Rathenaustraße 10, 102 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustraße 10, 102 | ||
Das Seminar soll einen positiven und konstruktiven Blick auf die Zukunft richten und u.a. folgende Fragen diskutieren: Welche gesellschaftlichen Narrative gibt es über die Zukunft bestimmter Personen (z.B. behinderter und trans* Personen)? Wie wollen wir (gerade für Personen, denen ihre Zukunft abgesprochen wird) die Zukunft gestalten? Wie sieht eine Zukunft ohne patriarchale Familienstrukturen, restriktive Gender-Praktiken, Kapitalismus, Gefängnisse, Polizei, etc. aus? Wie gestalten wir Community-basierte Care-Praktiken? Welche Arten von Beziehungen wollen wir führen? Was ist die Zukunft marginalisierter Philosophie?
Das Seminar soll sich damit von dem oftmals abstrakten Fokus der Philosophie lösen und konkrete Konzepte des Zusammenlebens sowohl im Rahmen aktueller Unterdrückung als auch nach dem Überwinden von cis-hetero patriarchalen, ableistischen, kapitalistischen, rassistischen, kolonialen, etc. Strukturen entwickeln.
Modul 3: Advanced Module in GSD ⇑
A1: Seminar mit benoteter Leistung ⇑
[Si] Geschlechter- u. Machtverhältnisse in Bildungskontexten. Perspektive der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung (MA EZW AEW)
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Rathenaustr. 10, Raum 115 | ||
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[P Si] Gesellschaft, Staat, Institutionen: Geschlechtsspezifische Gewalt mit besonderem Fokus auf den Kontext Schule
Die zu erbringende Leistung wird in Form eines seminarbegleitenden Portfolios (Hausarbeit) erbracht.
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II; Haus E; Raum 119 | ||
SDG 5.2 – Alle Formen von Gewalt und Ausbeutung gegenüber Frauen und Mädchen beseitigen
Das Seminar führt grundlegend in den Themenkomplex geschlechtsspezifische Gewalt mit Schwerpunkt auf häusliche Gewalt (Intimpartnerschaftsgewalt) und sexualisierte Gewalt ein. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Handlungsanforderungen an Lehrkräfte sowie auf die ethischen, rechtlichen und praktischen Vorgaben zu Prävention und Intervention im Kontext Schule gelegt.
Die zu erbringende Leistung wird in Form einer Klausur erbracht.
Möglicherweise finden einzelne Sitzungen digital statt.
[Si] Heldin, Heilige, Mörderin? Wolfgang Schmeltzls Comoedia Judith von 1542
| regelmäßige Termine ab 12.10.2026 | ||
| wöchentlich Mo. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| wöchentlich Do. 18:00 - 20:00 Uhr Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
| nächster Termin: 12.10.2026 Uhr, Raum: Alter Steinbacher Weg 44, 011 | ||
Eine Frau überlistet einen Feldherren und schlägt ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Die biblische Geschichte der gottesfürchtigen Jüdin Judith, die ihr bedrängtes Volk vor den Feinden rettet, gehört auf der Bühne der Frühen Neuzeit zu den beliebtesten Stoffen, nicht zuletzt auch weil Martin Luther diese Geschichte als besonders exemplarisch und didaktisch wertvoll ansieht. Zahlreich wird der Stoff im 16. Jahrhundert mit deutlicher Tendenz zur Politisierung und Aktualisierung aufbereitet, so auch von dem österreichischen Dramatiker Wolfgang Schmeltzl.
Wir werden gemeinsam eine (z.T.) rekonstruierende Aufführung dieses Dramas erarbeiten, um zu sehen, was auf der Bühne machbar und wirkungsvoll ist. Alle Teilnehmenden übernehmen mindestens eine Rolle, sind Darstellende, Co-Regisseur/innen, Co-Dramaturg/innen und Maskenbildende zugleich.
Aufführungstermine: 5.12.2026, 16 Uhr Grünberg: Hospitalkirche; 7.12.2026 Gießen: Pankratiuskapelle. Eine dritte Aufführung ist geplant, voraussichtlich in Bad Homburg.
Die Veranstaltung ist vierstündig: Mo und Do 18-20 Uhr. Sie endet mit der letzten Aufführung im Dezember.
[H Si] Musik im Kontext von Race und Gender
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 09 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 09 | ||
Im Seminar erarbeiten wir uns einen Überblick über Theorien kultureller Hegemonie mit Fokus auf den Aspekten Gender und Race (Feminismus, Queerfeminismus, Critical Race Theory, Postcolonial Theory). Die Lektüre und Diskussion von Grundlagentexten soll fruchtbare Perspektiven auf konkrete musikbezogene Fallbeispiele eröffnen. Fragen könnten beispielsweise sein: Welche Auswirkungen hatte das Frauenbild im 19. Jahrhundert auf den Musikdiskurs und umgekehrt? Wie wird Gender am Broadway performt? Welche Bedeutung haben Praktiken kultureller Aneignung für die Geschichte der Oper? Ist Musiktheorie strukturell weiß? Ist Hip-Hop antirassistisch?
Modulzuordnung neue Lehramtsstudiengänge:
03-mus-L3-WP-4b
Liberal Arts:
BA-LAS-PDK-5 (Institutionskritik)
BA-LAS-PDK-4 (Funktionen der Künste)
[Si] Postcolonial Perspectives on Eastern Europe
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, G 333a | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, G 333a | ||
The space between Poland and the Baltic countries in the Northwest, Siberia in the Northeast, the Caucasus, Ukraine, and Bulgaria in the South has in recent history been impacted by empires (the Tsarist, the Prussian, the Hapsburg, and the Ottoman Empire). Most of the peoples residing there have been denied state sovereignty over centuries; the titular nations of the great empires imposed them their cultural patterns. Other than the overseas colonies this process has only rarely been de-scribed by historical scientists as colonialism.
This course is devoted less to the question whether it is justified to speak of an East, East-Central or South-East European „colonization,” but investigates, first, how the hegemonic cultures conceptual-ized the suppressed peoples as less civilized and thus in need of „colonization.” Secondly, we focus on the ways how foreign domination was perceived by the subjugated peoples as colonization.
Anglo-American Postcolonial Studies have made substantial propositions for describing not only the hetero-stereotypes deployed to the Orient (Said), but also the cultural strategies of the subordinated elites. The provocative main question goes as to how the theoretical concepts developed for the para-doxical strategies of identity building of Arabs and Black Africans (such as hybridity, in-betweenness, subalternity, mimicry, Black Signifying, self-Orientalization or agency) can become productive for describing the cultural processes of nation building in East, East-Central, and South-East Europe. During the course we will be exploring this question in mosaic-like form with regard to Bosnia, the Czech Republic, Poland, Russia, and Ukraine.
More participants are welcome; for registration please send an email to dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Postkoloniale Osteuropaforschung
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. I, D 106 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. I, D 106 | ||
Der Raum zwischen Polen und dem Baltikum im Nordwesten, Sibirien im Nordosten, dem Kaukasus, der Ukraine und Bulgarien im Süden ist in der jüngeren Geschichte durch Imperien geprägt gewesen (Zarenreich, Preußisches Reich, Habsburgerreich, Osmanisches Reich). Der Mehrzahl der dort ansäs-sigen Völker war über Jahrhunderte eigene Staatlichkeit verwehrt; die Titularnationen der Großreiche oktroyierten ihnen eigene kulturelle Muster. Anders als die überseeischen Kolonien ist dieser Prozess in der Geschichtswissenschaft nur selten mit dem Begriff des Kolonialismus beschrieben worden.
Die Veranstaltung widmet sich weniger der Frage, ob es denn sachlich berechtigt wäre, von einer ost-, ostmittel- und südosteuropäischen „Kolonisierung“ zu sprechen, sondern untersucht zum einen, wie die hegemonialen Kulturen die unterdrückten Völkerschaften als weniger zivilisiert und damit „kolo-nisierungsbedürftig“ beschrieben. Zum zweiten gilt das Hauptinteresse der Frage, inwieweit die Fremdherrschaft von den betroffenen Völkern als Kolonisierungsprozess wahrgenommen wurde. Nicht nur zur Konstitution von Heterostereotypen des Orients (Said), sondern auch zur Beschreibung der kulturellen Strategien von Unterdrückten haben die anglo-amerikanischen Postcolonial Studies differenzierte Angebote vorgelegt. Die provokative Leitfrage lautet, ob diese Theorieangebote, die für die paradoxen Identitätsbildungsprozesse von Arabern und Schwarzafrikanern entwickelt wurden (Orientalismus, Hybridität, In-Betweenness, Subalternität, Mimikry, Black Signifying, Agency), für ein besseres Verständnis der Herausbildung von Kulturnationsbewusstsein in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa fruchtbar gemacht werden können. Im Seminar werden wir versuchen, diese Frage mosaikartig mit Blick auf Bosnien-Herzegowina, Polen, Russland, Tschechien und die Ukraine durchzubuchstabieren.
Weitere Teilnehmende sind willkommen; zur Anmeldung bitte E-Mail an dirk.uffelmann@slavistik.uni-giessen.de
[Si] Queere Klassenpolitiken
Ein gemeinsames Seminar von Dr*in Inga Nüthen (Uni Kassel) und Tarek Shukrallah M.A. (IfP Uni Gießen). Der erste Blocktag, 15. Januar 2027 findet gemeinsam mit Studierenden der Universitäten Kassel und Gießen an der Uni Kassel statt, der zweite Blocktag am 5. Februar 2027 findet ebenfalls gemeinsam an der JLU statt. Die zweiwöchentlichen Doppeltermine finden nur für Seminarteilnehmer*innen der JLU statt, Teilnehmer*innen der Uni Kassel haben analog dazu ebenfalls weitere JLU-unabhängige Termine .
Beschreibung
Identitäts- und Klassenpolitiken werden immer wieder als gegensätzliche Kämpfe diskutiert – erstere werden mit Fragen nach Anerkennung und der Forderung nach Rechten, letztere mit Forderungen nach Umverteilung und Kritik an Ausbeutungsverhältnissen in Verbindung gebracht. LGBTIQ+ und queere Politiken werden dabei auf der Seite von Identitätspolitik, Kapitalismuskritik auf der Seite von Klassenpolitiken verortet. Dabei liegen die Klassendimensionen heteronormativer Ordnungen auf der Hand: Zum einen sind Lebens- und Exitenzweisen jenseits der Heteronorm und queere Menschen vielfach prekarisiert. Ein halbwegs »normales« Leben kann nur führen, wer im Globalen Norden unter ökonomisch stabilen, privilegierten Bedingungen aufwächst und lebt, und dem das neoliberale Diversitätsversprechen zur Verfügung steht – gerade auch vor dem Hintergrund translokal (wieder) zunehmende Trans*- und Queerfeindlichkeit. Ein plastisches Beispiel für dieses Verhältnis ist die signifikante Zahl von obdachlosen Menschen jenseits der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm, oder auch die hohe Quote ermordeter trans* Menschen: Transfemininität gehört zu den tödlichsten Lebensrealitäten weltweit. Queere und trans* Politiken und Analysen beschäftigen sich daher zentral mit den materiellen Bedingungen des (Über-)Lebens.
Zum anderen lassen sich ambivalente Prozesse der Normierung und Normalisierung als Effekte neoliberaler sexueller Politiken beobachten. Die Kritik an marktförmigen, Ausschlüsse reproduzierenden sexualpolitischen Einschlüssen gehört zum Kern queerer Politiken. Eine intersektionale Klassenanalyse muss diese Wirkungsweisen »moderner« kapitalistischer Vergesellschaftung und deren Relevanz, Auswirkungen und Verstrickungen mit sexuellen Ordnungen in den Blick nehmen – gegenwartsbezogen besonders in Bezug auf autoritäre Formen des Neoliberalismus. Eine solche Perspektive sucht gleichzeitig nach Brüchen und Gelegenheitsfenstern für vermeintlich unwahrscheinliche Solidaritäten. Im Seminar stellen wir uns diesen und weiteren Fragen um das Verhältnis von Queer und Klasse.


