Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Masterstudiengänge Musikwissenschaft - Modul 09: Empirische Musikforschung II (03 MA Mus 09)
Veranstaltungen
LV 1: Aktuelle Veröffentlichungen zur Systematischen Musikwissenschaft
[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Wolfgang Amadeus Mozart, Erich Wolfgang Korngold und Clara Schumann kennt man vielleicht noch als Wunderkinder, und auch von Justin Bieber, Michael Jackson und Stevie Wonder weiß man, dass sie schon als Kinder Prominenz gewannen. Wer aber verbirgt sich hinter William Crotsch, Carl Filtsch, Hippolyte Larsonneur, Camilla Urso oder gar »Infant Lyra«, wo nicht einmal der genaue Name bekannt ist? Alle waren zu ihrer Zeit berühmt, jedoch verquickte man sie sämtlichst mit allen möglichen stereotypen Vorstellungen, wie dies auch heute noch bezogen auf musikalische Hochbegabung geschieht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was jüngst mit einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Das Seminar behandelt neben sozialgeschichtlichen und medialen Aspekten auch empirische Befunde und gibt grundsätzliche Einführungen in das Testen und Messen von musikalischer Begabung und Erfahrenheit, den Erwerb von musikalischer Expertise, musikbedingte Neuroplastizität, Zusammenhänge mit Persönlichkeitsmerkmalen und Gedächtnisleistungen sowie das Erkennen und Fördern von musikalischen Begabungen.
2. Literatur: Bals, U./Imorde, S./Zierleyn, K./Fricke, D. (Hg.): Musikalische Hochbegabtenförderung in Deutschland. Bonn 2017; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Wien 2026; Gembris, H./Bullerjahn, C. (Hg.): Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«. Münster 2022; Gembris, H./Menze, J./Heye, A./Herbst, S.: Ehemalige Teilnehmende am Wettbewerb »Jugend musiziert« und ihre Lebenswege – Eine Studie zu den (Nach-)Wirkungen musikalischer Bildung. Münster 2020; Grabow, M./Busch, B./Krause-Benz, M. (Hg.): Talente entdecken – Begabung fördern. 15 Jahre Netzwerk Amadé. Symposionsbericht. Hildesheim 2022; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Haroutounian, J.: Kindling the Spark. Recognizing and Developing Musical Talent. New York 2002; Heye, A.: Mehrfachbelastung in der Ausbildung musikalisch besonders begabter Jugendlicher. Münster 2019; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Ockelford, A.: In the key of genius: The extraordinary life of Derek Paravicini. London 2007; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Révész, G.: The Psychology of a musical Prodigy. London: Routledge 2000; Traudes, J.: Musizierende »Wunderkinder«. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
4. Teilnahmevoraussetzungen: keine
[Pj Si] Psychophysiologische Experimente durchführen und auswerten mit Psychopy und RStudio
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 16:00 - 18:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema
Musikwissenschaftliche Forschung findet zu einem Großteil online in Form von Fragebögen statt, die von den Teilnehmenden zuhause oder unterwegs ausgefüllt. In manchen Studien ist es allerdings notwendig, eine Offline-Variante von Fragebögen zu verwenden. Diese Möglichkeit bietet PsychoPy, das zudem in hohem Maße anpassbar auf die eigenen Bedürfnisse. In diesem Kurs schauen wir uns die Software genauer an, erstellen eigene Experimente, führen sie durch und werten sie aus.
2. Literatur
wird im Seminar bekannt gegeben
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb
wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
keine


