Fachbereich 03: Sozial- und Kulturwissenschaften - Masterstudiengänge Musikwissenschaft - Modul 04: Historische Musikwissenschaft III (03 MA Mus 04)
Veranstaltungen
LV 1: Musikhistorische Lehrveranstaltung
[Si] Aufzeichnen, Editieren, (Ab)Spielen. Musikalische Speichermedien, Notationssysteme und Steuerungstools von der Notenschrift über die Piano Roll bis zum Sequencer
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
Musik ist eine Kulturtechnik, die eng an mediale Möglichkeiten der Aufzeichnung, Editierbarkeit und Wiedergabe/Performance gebunden ist. Über viele Jahrhunderte hinweg hat es höchst unterschiedliche Ansätze und Verfahren gegeben, um Musik bzw. Klang aufzuzeichnen oder als Signal übertrag- und bearbeitbar zu machen. Ob es sich dabei um mittelalterliche Modalnotation, Tabulaturen oder moderne Notenschrift, um Steuerungsbefehle für mechanische Instrumente, Sequenzer oder Sampler, um analog-phonographische Verfahren des Plattenschnitts oder der Tonbandaufzeichnung oder um digitale Soundfiles oder das Schreiben einer MIDI-Spur handelt: jedem dieser Aufzeichnungssysteme liegen spezifische mediale Bedingungen zugrunde, mit denen musikalische Ereignisse codiert, programmiert, prozessiert/(aus)gelesen und wiedergegeben/übertragen werden. In all diesen Fällen wird Musik auf eine bestimmte Weise medial formatiert (d.h. handhabbar gemacht und operationalisiert), indem sie in ein System aus Zeichen, Signalen oder Codes übersetzt wird. Diese Formate prägen wiederum die musikalische Praxis und schreiben sich in kompositorische, performative und produktionstechnische Möglichkeiten ein (auf dem Notenpapier „komponiert“ und „denkt“ man Musik grundlegend anders als bei der Arbeit mit einer DAW).
Das Seminar wird ein Schlaglicht auf unterschiedliche mediale Formate werfen, die von der klassischen Notenschrift bis zu analogen und digitalen Möglichkeiten der technischen Klangaufzeichnung und Klangsteuerung reichen. Wir erarbeiten uns medientheoretische Konzepte und methodische Perspektiven, mit denen die Medialität von Musik beschrieben und analysiert werden kann. Anhand von ausgewählten Stücken und Musikbeispielen vergegenwärtigen wir uns spezifische Musikkonzepte, Praktiken und Ästhetiken, die mit unterschiedlichen medialen Formaten verbunden sind.
2. Literatur:
Ahlers, Michael / Jörissen, Benjamin / Donner, Martin & Wernicke, Carsten (Hg.). 2022. MusikmachDinge im Kontext. Forschungszugänge zur Soziomaterialität von Musiksoziologie.
Fabian, Alan & Ismaiel-Wendt, Johannes (Hg.). 2018. Musikformulare und Presets. Musikkulturalisierung und Technik/Technologie. Hildesheim: Olms.
Krämer, Sybille, Cancik-Kirschbaum & Totzke, Rainer (Hg.). 2012. Schriftbildlichkeit. Wahrnehmbarkeit, Materialität und Operativität von Notationen. Berlin: Akademie-Verlag.
Rehding, Alexander, Gundula Kreuzer, Peter McMurray, Sybille Krämer, and Roger Moseley. 2017. „Discrete/Continuous: Music and Media Theory after Kittler“. Journal of the American Musicological Society 70, no. 1: 221–256.
Saxer, Marion (Hg.). 2016. Spiel (mit) der Maschine. Musikalische Medienpraxis in der Frühzeit von Phonographie, Selbstspielklavier, Film und Radio. Bielefeld: transcript.
Schuiling, Floris & Payne, Emily (Hg.) (2022). Material Cultures of Music Notation. New Perspectives on Musical Inscription. London: Routledge.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
[Vl] Kultur- und Mediengeschichte der populären Musik 1950-1990
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
Diese Überblicksveranstaltung führt in einschlägige Genres, Medientechnologien und soziokulturelle Dynamiken, die mit der Geschichte der populären Musik von 1945 bis 1990 verbunden sind. Der Fokus wird primär auf die USA und Großbritannien gelegt, globale Entwicklungen werden punktuell gestreift. Ziel ist es, Entwicklungen in der populären Musik unter Berücksichtigung medientechnischer, politischer, ökonomischer und sozialer Aspekte zu durchleuchten. Die in der Vorlesung behandelten kultur- und mediengeschichtlichen Gesichtspunkte sollen wesentliche Orientierungen liefern, um die Entstehung spezifischer Genres wie Rock’n’Roll, Beat, Folk, Soul, Psychedelic, Progressive und Glam Rock, Disco, Punk, New Wave und Hip-Hop zu erschließen. Der Blick auf Praktiken der Musikproduktion und die dabei zum Einsatz kommenden technischen Geräte und Instrumente versetzt in die Lage, Klangästhetiken und Stilmittel der populären Musik nahe an ihren medialen Entstehungsbedingungen rekonstruieren zu können. Der Blick auf gesellschaftliche/politische Verhältnisse und Diskurse wiederum legt eine Perspektive frei, mit der sich machtkritische Fragen zur performativen Aushandlung und Verkörperung von sozialen Normen bezüglich Race, Class, Gender und Sexuality stellen lassen. In dieser Hinsicht wird die Vorlesung populäre Musikformen auch als Aushandlungsraum kultureller Wertemuster und Hegemonien thematisieren. Durch die Kombination musikwissenschaftlicher mit kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektiven ist die Vorlesung interdisziplinär angelegt.
Literatur
Garofalo, Rebee & Waksman, Steve. Rockin‘ Out. Popular Music in the USA. New York: Pearson.
Popular Music History. Equinox Publishing.
Schmidt Horning, Susan 2013: Chasing Sound. Technology, Culture and the Art of Studio Recording from Edison to the LP. Baltimore: John Hopkins University Press.
Starr, Larry & Waterman, Christopher 2014: American Popular Music. From Minstrelsy to MP3. New York: Oxford University Press,
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme und Prüfungsleistung. Genaueres wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.
1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.
2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
LV 2: Kolloquium zur Projektarbeit
[Si] Aufzeichnen, Editieren, (Ab)Spielen. Musikalische Speichermedien, Notationssysteme und Steuerungstools von der Notenschrift über die Piano Roll bis zum Sequencer
| regelmäßiger Termin ab 14.10.2026 | ||
| wöchentlich Mi. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 14.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
Musik ist eine Kulturtechnik, die eng an mediale Möglichkeiten der Aufzeichnung, Editierbarkeit und Wiedergabe/Performance gebunden ist. Über viele Jahrhunderte hinweg hat es höchst unterschiedliche Ansätze und Verfahren gegeben, um Musik bzw. Klang aufzuzeichnen oder als Signal übertrag- und bearbeitbar zu machen. Ob es sich dabei um mittelalterliche Modalnotation, Tabulaturen oder moderne Notenschrift, um Steuerungsbefehle für mechanische Instrumente, Sequenzer oder Sampler, um analog-phonographische Verfahren des Plattenschnitts oder der Tonbandaufzeichnung oder um digitale Soundfiles oder das Schreiben einer MIDI-Spur handelt: jedem dieser Aufzeichnungssysteme liegen spezifische mediale Bedingungen zugrunde, mit denen musikalische Ereignisse codiert, programmiert, prozessiert/(aus)gelesen und wiedergegeben/übertragen werden. In all diesen Fällen wird Musik auf eine bestimmte Weise medial formatiert (d.h. handhabbar gemacht und operationalisiert), indem sie in ein System aus Zeichen, Signalen oder Codes übersetzt wird. Diese Formate prägen wiederum die musikalische Praxis und schreiben sich in kompositorische, performative und produktionstechnische Möglichkeiten ein (auf dem Notenpapier „komponiert“ und „denkt“ man Musik grundlegend anders als bei der Arbeit mit einer DAW).
Das Seminar wird ein Schlaglicht auf unterschiedliche mediale Formate werfen, die von der klassischen Notenschrift bis zu analogen und digitalen Möglichkeiten der technischen Klangaufzeichnung und Klangsteuerung reichen. Wir erarbeiten uns medientheoretische Konzepte und methodische Perspektiven, mit denen die Medialität von Musik beschrieben und analysiert werden kann. Anhand von ausgewählten Stücken und Musikbeispielen vergegenwärtigen wir uns spezifische Musikkonzepte, Praktiken und Ästhetiken, die mit unterschiedlichen medialen Formaten verbunden sind.
2. Literatur:
Ahlers, Michael / Jörissen, Benjamin / Donner, Martin & Wernicke, Carsten (Hg.). 2022. MusikmachDinge im Kontext. Forschungszugänge zur Soziomaterialität von Musiksoziologie.
Fabian, Alan & Ismaiel-Wendt, Johannes (Hg.). 2018. Musikformulare und Presets. Musikkulturalisierung und Technik/Technologie. Hildesheim: Olms.
Krämer, Sybille, Cancik-Kirschbaum & Totzke, Rainer (Hg.). 2012. Schriftbildlichkeit. Wahrnehmbarkeit, Materialität und Operativität von Notationen. Berlin: Akademie-Verlag.
Rehding, Alexander, Gundula Kreuzer, Peter McMurray, Sybille Krämer, and Roger Moseley. 2017. „Discrete/Continuous: Music and Media Theory after Kittler“. Journal of the American Musicological Society 70, no. 1: 221–256.
Saxer, Marion (Hg.). 2016. Spiel (mit) der Maschine. Musikalische Medienpraxis in der Frühzeit von Phonographie, Selbstspielklavier, Film und Radio. Bielefeld: transcript.
Schuiling, Floris & Payne, Emily (Hg.) (2022). Material Cultures of Music Notation. New Perspectives on Musical Inscription. London: Routledge.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit; optional mit Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen
[Vl] Kultur- und Mediengeschichte der populären Musik 1950-1990
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 12:00 - 14:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
Diese Überblicksveranstaltung führt in einschlägige Genres, Medientechnologien und soziokulturelle Dynamiken, die mit der Geschichte der populären Musik von 1945 bis 1990 verbunden sind. Der Fokus wird primär auf die USA und Großbritannien gelegt, globale Entwicklungen werden punktuell gestreift. Ziel ist es, Entwicklungen in der populären Musik unter Berücksichtigung medientechnischer, politischer, ökonomischer und sozialer Aspekte zu durchleuchten. Die in der Vorlesung behandelten kultur- und mediengeschichtlichen Gesichtspunkte sollen wesentliche Orientierungen liefern, um die Entstehung spezifischer Genres wie Rock’n’Roll, Beat, Folk, Soul, Psychedelic, Progressive und Glam Rock, Disco, Punk, New Wave und Hip-Hop zu erschließen. Der Blick auf Praktiken der Musikproduktion und die dabei zum Einsatz kommenden technischen Geräte und Instrumente versetzt in die Lage, Klangästhetiken und Stilmittel der populären Musik nahe an ihren medialen Entstehungsbedingungen rekonstruieren zu können. Der Blick auf gesellschaftliche/politische Verhältnisse und Diskurse wiederum legt eine Perspektive frei, mit der sich machtkritische Fragen zur performativen Aushandlung und Verkörperung von sozialen Normen bezüglich Race, Class, Gender und Sexuality stellen lassen. In dieser Hinsicht wird die Vorlesung populäre Musikformen auch als Aushandlungsraum kultureller Wertemuster und Hegemonien thematisieren. Durch die Kombination musikwissenschaftlicher mit kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektiven ist die Vorlesung interdisziplinär angelegt.
Literatur
Garofalo, Rebee & Waksman, Steve. Rockin‘ Out. Popular Music in the USA. New York: Pearson.
Popular Music History. Equinox Publishing.
Schmidt Horning, Susan 2013: Chasing Sound. Technology, Culture and the Art of Studio Recording from Edison to the LP. Baltimore: John Hopkins University Press.
Starr, Larry & Waterman, Christopher 2014: American Popular Music. From Minstrelsy to MP3. New York: Oxford University Press,
Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme und Prüfungsleistung. Genaueres wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[H Si] Kurt Weill: Komponist in zwei Musikkulturen
| regelmäßiger Termin ab 13.10.2026 | ||
| wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 08 | ||
| nächster Termin: 13.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 08 | ||
SDG 10.2 – Alle Menschen zu Selbstbestimmung befähigen und soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern
Kurt Weill hat bei seinen Musiktheaterstücken häufig eine sozialkritische Position eingenommen.
1. Zum Thema: Ein Großteil der Musik Kurt Weills ist von US-Amerikanischer Musik geprägt, jedoch gibt es nur wenige Komponisten, die wie er eine Außen- und Innensicht gewinnen konnten. Ein weiteres Merkmal von Weill sind die von ihm gewählten sozialkritischen Themen und die Vielzahl an Kooperationspartnern (u.a. Maxwell Anderson, Marc Blitzstein, Bertolt Brecht, Yvan Goll, Paul Hindemith, Georg Kaiser, Lotte Lenya, Caspar Neher, Franz Werfel). Das Seminar wird seinen Schwerpunkt auf das Musiktheaterwerk von Weill legen (u.a. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Der Jasager, Johnny Johnson, Lady in the Dark, Der Lindberghflug, Lost in the Stars, One Touch of Venus, Royal Palace, Die sieben Todsünden, Street Scene, Der Zar lässt sich photographieren), das neben Opern und Musicals auch Songspiele, Oratorien, ein gesungenes Ballett und Radiohörspiele umfasst.
2. Literatur: Baumgartner, M.: Exilierte Göttinnen: Frauenstatuen im Bühnenwerk von Kurt Weill, Thea Musgrave und Othmar Schoeck. Hildesheim 2012; Block, G.: Enchanted Evenings. The Broadway Musical from Showboat to Sondheim and Lloyd Webber. New York 2009; Böker, U./Detmers, I./Giovanopoulos, A.-C. (Hg.): John Gay’s The Beggar’s Opera, 1728–2004. Adaptations and Re-Writings. Amsterdam/New York 2006; Chiesa, L. (Hg.): Resonances against Fascism. Modernist and Avant-Garde Sounds from Kurt Weill to Black Lives Matter. Albany 2024; Crawford, D.L.: Windfall of Musicians. Hitler’s Emigres and Exiles in Southern California. New Haven 2009; Fischer, M./Jost, C. (Hg.), Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014. Münster 2017; Graber, N.: Kurt Weill’s America. New York 2021; Graber, N./Rizzuti, M. (Hg.): The Works of Kurt Weill: Transformations and Reconfigurations in 20th-Century Music. Turnhout 2023: Grosch, N. (Hg.): Novembergruppe 1918. Studien zu einer interdisziplinären Kunst für die Weimarer Republik. Münster 2018; Haas, M.: Music of Exile: The Untold Story of the Composers Who Fled Hitler. New Haven/London 2023; Hinton, S.: Kurt Weills Musiktheater. Vom Songspiel zur American Opera. Berlin 2023; Juchem, E.: Kurt Weill und Maxwell Anderson. Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938–1950. Stuttgart/Weimar 2000; Katz, P.: The Partnership. Brecht, Weill, Three Women, and Germany on the Brink. New York 2015; Mücke, P.: Musikalischer Film – Musikalisches Theater. Medienwechsel und szenische Collage bei Kurt Weill. Münster 2011; McClung, B.D.: Lady in the Dark. Biography of a Musical. Oxford 2007; O’Leary, J.: The Middlebrow Musical: Between Broadway and Opera in 1940s America. New York 2025; Schmid, R.: Weill, Blitzstein, and Bernstein. A Study of Influence. Rochester 2023; Shin, H.: Kurt Weill, Berlin und die zwanziger Jahre. Sinnlichkeit und Vergnügen in der Musik. Würzburg 2002; Wackers, R.: Dialog der Künste. Die Zusammenarbeit von Kurt Weill & Yvan Goll. Münster 2004; Weill, K.: Musik und musikalisches Theater. Gesammelte Schriften. Mit einer Auswahl von Gesprächen und Interviews. Mainz: Schott 2000; Weiss, S./Schebera, J. (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster 2006
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Bachelor- sowie L2- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit; Leistungsschein bei zusätzlichem Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit; Anforderungen für Master- und L3-Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und Kurzreferat mit Thesenpapier, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlich ausgearbeiteter (Film-) Musikanalyse, Hausarbeit oder Forschungsprojekt.
4. Teilnahmevoraussetzungen und -beschränkungen: keine
[P Si] Musikalische Hochbegabung und Wunderkinder
| regelmäßiger Termin ab 15.10.2026 | ||
| wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr Raum: Phil. II D, 07 | ||
| nächster Termin: 15.10.2026 Uhr, Raum: Phil. II D, 07 | ||
1. Zum Thema: Wolfgang Amadeus Mozart, Erich Wolfgang Korngold und Clara Schumann kennt man vielleicht noch als Wunderkinder, und auch von Justin Bieber, Michael Jackson und Stevie Wonder weiß man, dass sie schon als Kinder Prominenz gewannen. Wer aber verbirgt sich hinter William Crotsch, Carl Filtsch, Hippolyte Larsonneur, Camilla Urso oder gar »Infant Lyra«, wo nicht einmal der genaue Name bekannt ist? Alle waren zu ihrer Zeit berühmt, jedoch verquickte man sie sämtlichst mit allen möglichen stereotypen Vorstellungen, wie dies auch heute noch bezogen auf musikalische Hochbegabung geschieht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts fanden durch Carl Stumpf und Andere erste wissenschaftliche Untersuchungen an Pepito Arriola, Erich Wolfgang Korngold oder Erwin Nyiregyhazi statt, um Mythen und anekdotenhaften Berichten Fakten entgegenzusetzen. Ende der 1980er Jahre begann Hans Günther Bastian mit gleichem Ziel mit der Untersuchung von Biografien musikalischer Hochbegabungen anhand von „Jugend musiziert“-Teilnehmern, was jüngst mit einem Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Paderborn fortgesetzt wurde. Das Seminar behandelt neben sozialgeschichtlichen und medialen Aspekten auch empirische Befunde und gibt grundsätzliche Einführungen in das Testen und Messen von musikalischer Begabung und Erfahrenheit, den Erwerb von musikalischer Expertise, musikbedingte Neuroplastizität, Zusammenhänge mit Persönlichkeitsmerkmalen und Gedächtnisleistungen sowie das Erkennen und Fördern von musikalischen Begabungen.
2. Literatur: Bals, U./Imorde, S./Zierleyn, K./Fricke, D. (Hg.): Musikalische Hochbegabtenförderung in Deutschland. Bonn 2017; Bazzana, K.: Pianist X: Die Lebensgeschichte eines exzentrischen Genies. Mainz: Schott 2007; Cooper, B.: Child composers and their works: A historical survey. Lanham 2009; Gembris, H.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Wien 2026; Gembris, H./Bullerjahn, C. (Hg.): Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«. Münster 2022; Gembris, H./Menze, J./Heye, A./Herbst, S.: Ehemalige Teilnehmende am Wettbewerb »Jugend musiziert« und ihre Lebenswege – Eine Studie zu den (Nach-)Wirkungen musikalischer Bildung. Münster 2020; Grabow, M./Busch, B./Krause-Benz, M. (Hg.): Talente entdecken – Begabung fördern. 15 Jahre Netzwerk Amadé. Symposionsbericht. Hildesheim 2022; Gruhn, W./Seither-Preisler, A. (Hg.): Der musikalische Mensch. Evolution, Biologie und Pädagogik musikalischer Begabung. Hildesheim 2014; Haroutounian, J.: Kindling the Spark. Recognizing and Developing Musical Talent. New York 2002; Heye, A.: Mehrfachbelastung in der Ausbildung musikalisch besonders begabter Jugendlicher. Münster 2019; Kaczmarek, S.: Qualität und Struktur des Übens bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen. Berlin 2012; McPherson, G.E. (Hg.): The child as musician. A Handbook of musical development. Oxford 2016; McPherson, G.E. (Hg.): Musical Prodigies. Interpretations from Psychology, Education, Musicology & Ethnomusicology. Oxford 2016; Ockelford, A.: In the key of genius: The extraordinary life of Derek Paravicini. London 2007; Olbertz, F.: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren anhand von drei Fallstudien. Münster 2009; Révész, G.: The Psychology of a musical Prodigy. London: Routledge 2000; Traudes, J.: Musizierende »Wunderkinder«. Adoration und Observation in der Öffentlichkeit um 1800. Wien, Köln & Weimar 2018; Warwick, J.: Musical Prodigies and Childhood Performance: Child’s Play. London 2018.
3. Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Anforderungen für Lehramtsstudierende nach alter Studienordnung (L1, L2 u. L5 sowie L3, Modul 03-Mus-L3-P-01): Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit (dokumentiert durch Kurzreferat mit Thesenpapier und Portfolio); Anforderungen für Bachelor-, Master- und sonstige Lehramtsstudierende: Teilnahmeschein bei regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit und (Kurz-)Referat, Leistungsschein bei zusätzlicher schriftlicher Ausarbeitung oder empirischer Projektarbeit mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit. Für LV 1 des Master-Moduls 9 muss der Ausgangspunkt für das (Kurz-)Referat eine aktuelle Veröffentlichung (ab 2020) sein.
4. Teilnahmevoraussetzungen: keine



