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Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2022
 
Veranstaltungen von Monika C Rox-Helmer

[P Si] "Die Ukraine: der unbekannte Staat im Osten Europas" – Entwicklung von didaktischen Konzepten zur historischen Einordnung des Ukraine-Russlands-Konflikts für Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen und Schultypen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2022
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 05.07.2022, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Über die Ukraine und ihre Geschichte ist in Deutschland bis vor wenigen Tagen nur kaum etwas bekannt gewesen. Im Geschichtsunterricht tauchte die Region - wenn überhaupt - lediglich am Rande auf. Diese Unwissenheit in der Gesamtgesellschaft trifft gleichzeitig auf das Phänomen, dass im gegenwärtigen Konflikt sehr viel historisch argumentiert wird.
Sollen Schülerinnen und Schüler den Geschichtsunterricht als Möglichkeit erfahren, sich in der Gegenwart zu orientieren und gegenwärtig vorgetragene historische Argumente überprüfen zu können, ist es notwendig, den Konflikt historisch kontextualisieren zu können.
Im Projektseminar sollen Unterrichtsmaterialien für verschiedene Jahrgangs- und Schultypen didaktisch profiliert und zu direkt anwendbaren Lernsettings zusammengestellt werden.
Damit die fachlichen Grundlagen zur didaktischen Aufbereitung gesichert sind, sollten alle Seminarteilnehmenden auch die Vorlesung von Prof. Bömelburg "Geschichte der Ukraine: Ereignisgeschichte - Verflechtungen - Kontroversen" in diesem Semester (Do 16-18.00h, Phil. I, A 5) besuchen.
Literatur zur ersten Orientierung:
Kappeler, Andreas: Ungleiche Brüder – Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 2017. (Beziehbar über die Hessische Landeszentrale für politische Bildung)
https://www.geschichtslehrerforum.de/html/ukraine-russland.html


[P Si] "Schon wieder Anne Frank?!" - Projektarbeit und fächerverbindendes Lernen an und mit einer erinnerungskulturellen Ikone
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 22.04.2022
wöchentlich Fr. 12:00 - 14:00 Uhr
nächster Termin: 01.07.2022, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der bekanntesten Selbstzeugnisse aus der NS-Zeit. Es ist in über 70 Sprachen übersetzt und in zahlreiche andere Gattungen - von Verfilmungen, Theaterstücken bis zur Oper oder (kontrafaktischen) Romanen und Comics – adaptiert worden.
Nach Anne Frank sind Schulen und Institutionen benannt, ihr Geburtstag ist seit 2017 ein offizieller Gedenktag, zahllose Ausstellungen beschäftigen sich mit ihr, das Anne-Frank-Haus in Amsterdam wird jährlich von ca. einer Million Menschen besucht. Kein anderes Opfer des Holocaust ist erinnerungskulturell so präsent.

Das Seminar soll sich neben dem Quellentext selbst vor allem mit der Rezeptionsgeschichte des Tagebuchs sowie mit der aktuellen erinnerungskulturellen Präsenz beschäftigen. Dabei sollen Analysen verschiedener erinnerungskultureller Medien, die das Leben von Anne Frank aufgreifen, im Zusammenhang mit Überlegungen zum Quellenwert des Tagebuchs reflektiert werden.
Ziel des Seminars wird es sein, Projektideen zu entwickeln, die es für Schülerinnen und Schüler ermöglichen, die historische Person und die Ikone, zu der Anne Frank in der Geschichtskultur geworden ist, kennenzulernen und in ihrem erinnerungskulturellen Umfeld einzuordnen und zu hinterfragen.
Die entwickelten Projektideen sollen an einem Projekttag in einer Schule ausprobiert werden.

Lit.:
Bundeszentrale für politische Bildung; Anne Frank Fonds Basel (Hrsg.): Anne Frank Gesamtausgabe. Bonn 2013. (Zur Anschaffung empfohlen)

Zur Einführung in das Thema:
Rox-Helmer, Monika: Anne Frank. Von der jugendlichen Tagebuchschreiberin zur Ikone der Erinnerungskultur. In: Geschichte Lernen 205 (2022), S. 21-25.
https://www.annefrank.org/de/anne-frank/das-tagebuch/


Literatur zur Vertiefung:
Barnouw, David: Das Phänomen Anne Frank. Essen 2015.
Hansen-Schaberg, Inge (Hrsg.): Als Kind verfolgt. Anne Frank und die anderen. Berlin 2004.
Seibert, Peter; Piper, Jana; Meoli, Alfonso (Hrsg.): Anne Frank. Mediengeschichten. Berlin 2014.


[P Si] Demokratiegeschichte im Comic: Historisches Lernen in fächerverbindenden Projekten zum Demokratielernen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2022
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 05.07.2022, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Erziehung zur Demokratie ist eine zentrale und gegenwärtig sehr wichtige Aufgabe der Schule, die alle Fächer gemeinsam übernehmen müssen. Allerdings ist das keine einfache Aufgabe, denn: Demokratiefähigkeit lässt sich nicht lehren, allenfalls lernen.
Gerade der fächerverbindende Einsatz von Comicerzählungen zur Demokratiegeschichte kann in dieser Hinsicht Potentiale entwickeln, denn Comics transportieren demokratische Leitideen nicht als Sachwissen, sondern können über den Text bzw. die Bilder Einstellungen beim Lesenden reflektieren und neue finden lassen. Sie stellen Werte nicht einfach dar, sondern stellen sie zur Diskussion und bieten Freiräume zur eigenen Urteilsbildung.
Dieser Grundidee folgend sollen im Seminar zunächst die didaktischen Potentiale von Comics, die Geschichte thematisieren, für historisches Lernen in Bezug auf Demokratielernen erschlossen, Kriterien zur Comicauswahl erörtert und auf konkrete Beispiele angewendet werden. Im Anschluss sollen Projektideen zu einzelnen Comics/Graphic Novels entwickelt werden, die den Beitrag des historischen Lernens zu fächerübergreifenden Konzepten konkretisieren.
Das Seminar wendet sich insbesondere an Studierende, deren zweites Unterrichtsfach ein literarisches Fach, Kunst oder Politik ist.

Literatur zur Vorbereitung auf das Thema:
Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 11.10.2018:
https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/192243/kultusministerkonferenz-staerkung-der-demokratieerziehung
Parak, Michael (Hrsg.): Demokratiegeschichte als Beitrag zur Demokratiestärkung. Berlin 2018. https://www.gegen-vergessen.de/.../Broschueren/GVFD_Demokratiegeschichte_2018.pdf
Gundermann, Christine: Geschichtskultur in Sprechblasen: Comics in der politischen Bildung. 2014. APuZ 33-34 (2014). S. 24-29. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/189530/geschichtskultur-in-sprechblasen-comics-in-der-politisch-historischen-bildung/
Hamann, Christoph: Die Diktatur gezeichnet. Aktuelle Geschichtscomics über die DDR zwischen Authentizität und De-Konstruktion. (= Lernen aus der Geschichte), 2013. http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/11449.
Rox-Helmer, Monika: Historische Jugendromane im Geschichtsunterricht - ein Medium zur Demokratieerziehung? In: Einsichten + Perspektiven 3 (2019), S. 60-65. (https://www.blz.bayern.de/publikation/einsichten-und-perspektiven-32019.html)


[H Si] Didaktische Analysen zu geschichtskulturellen Manifestationen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2022
wöchentlich Do. 14:00 - 16:00 Uhr
nächster Termin: 30.06.2022, Raum: Phil. I, C 214

Kommentar:

Geschichte hat in der Lebenswelt eine breite Präsenz. In vielfältigsten Medienformaten werden historische Themen aufgegriffen und gattungsspezifisch aufgebereitet und dargestellt. Diese haben oft stärkere Auswirkungen auf das Geschichtsbewusstsein der Rezipierenden als wissenschafltiche oder schulische Geschichtslehre.
Geschichtskultur folgt allerdings grundlegend anderen Logiken als die Geschichtswissenschaft: sie erzählt oft sogar fiktional oder kontrafaktisch. Deshalb müssen geschichtskulturelle Manifestationen auch anders wahrgenommen, reflektiert und beurteilt werden als geschichtswissenschaftliche Veröffentlichungen oder historische Quellen. Es geht weniger um Faktizität als um die Fragen, wie Künstler*innen, Schriftsterller*innen oder Journalist*innen Geschichte verarbeiten, welche Deutungen damit verbunden sind, wann und warum sie von den historischen Fakten abweichen, welche Gattungsspezifika berücksichtigt werden müssen etc.
Erst auf der Grundlage exemplarischer Analyen von geschichtskulturellen Manifestationen, können didaktische Konzepte entwickelt werden, die im Geschichtsunterricht Schülerinnen und Schüler im Umgang mit der Geschichtskultur kompetent machen können.
Im Seminar sollen didaktische Analysen geschichtskultureller Medien durchgeführt werden, um auf deren Grundlage über die Frage zu diskutieren, wie der Geschichtsunterricht geschichtskulturelle Kompetenz aufbauen und ausdifferenzieren kann.

Literatur zum Einstieg in das Thema:
Oswalt, Vadim; Pandel, Hans-Jürgen (Hrsg.): Handbuch Geschichtskultur im Unterricht. Frankfurt a.M. 2021.
Adamski, Peter: Die didaktische Analyse. In: Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 2. Schwalbach/Ts. 2012, S. 224-237.


[H Si] Historisches Lehren und Lernen an und mit (auto-)biographischen Texten
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 22.04.2022
wöchentlich Fr. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 01.07.2022, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Biografien, Autobiografien oder auch fiktionale Erzählungen bringen historische Entwicklungen mit dem Leben, Handeln und Leiden von Menschen in Verbindung bringen. Sie lassen das, was sonst oft abstrakt bleibt, konkret werden, zeigen anschaulich, wie Menschen in ihrer Zeit gelebt haben und machen damit fassbar, wie sich historische Strukturen auf den einzelnen ausgewirkt haben (könnten).
Die Geschichtskultur nutzt das sehr erfolgreich. Im Seminar soll erkundet und reflektiert werden, wie biographische Zugänge das historische Lernen initiieren oder vertiefen können.
Neben der Diskussion über die Frage, welche Personen und welche historischen Themen sich für biographische Zugänge im Unterricht anbieten, soll reflektiert werden, wie autobiographische Quellen oder geschichtskulturelle Biografien ausgewählt und eingesetzt sowie welche Kompetenzen an ihnen gefördert und ausdifferenziert werden können/müssen.

Literatur zum Einstieg:
Historisches Lernen an Biographien. Geschichte Lernen 205/2022


[sonst.] Mediendidaktische Sprechstunde
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 13.04.2022
wöchentlich Mi. 13:00 - 15:00 Uhr
nächster Termin: 29.06.2022, Raum: Phil. I, C 217

Kommentar:

Die mediendidaktische Sprechstunde ist ein modulunabhängiges Beratungsangebot, das für fachwissenschaftliche vor allem aber für fachdidaktische und schulpraktische Fragen offen ist.
Sie können sich hier zu zum Medieneinsatz für Referate, Hausarbeiten und Praktika beraten lassen.

Bitte melden Sie sich in Stud.IP für ein Zeitfenster innerhalb der Sprechstundenzeiten an. Die Sprechstunde kann auf Wunsch auch telefonisch oder per Video-Meeting stattfinden.


[O Si] Schlüsseltexte der Geschichtsdidaktik gelesen unter aktuellen Fragestellungen
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 14.04.2022
wöchentlich Do. 10:00 - 12:00 Uhr
nächster Termin: 30.06.2022, Raum: Phil. I, C 011

Kommentar:

Die didaktische Literatur ist vielfältig und hat sich in den letzten Jahren theoretisch weitverzweigt. Dennoch gibt es Basisaufsätze, die die Didaktik entscheidend geprägt, die zu einem Paradigmenwechsel geführt haben und die bis heute interessante Denkanstöße geben.
Im Oberseminar sollen solche Schlüsseltexte gelesen und diskutiert werden.
Dabei soll neben Fragen der Wirkungsgeschichte insbesondere die aktuelle Relevanz der dort entwickelten Ansätze vor den gegenwärtigen Herausforderungen des Geschichtsunterrichts erörtert werden.

Das Seminar richtet sich an Studierende, die kurz vor dem Ende ihres Studiums stehen, denn es dient auch der Vertiefung und Reflexion des bisherigen fachdidaktischen Studiums sowie der Vorbereitung auf das Examen.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de