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Vorlesungsverzeichnis: SoSe 2018
 
Veranstaltungen von Prof. Dr. phil. Hans-Jürgen Bömelburg

[H Si] Danzig im 20. Jahrhundert
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 10.04.2018
wöchentlich Di. 08:00 - 10:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Die Geschichte Danzigs im 20. Jahrhundert steht im Brennpunkt der europäischen Geschichte: Die Freie Stadt Danzig in staatsrechtlicher Verbindung zu Polen und unter Völkerbundsmandat, der deutsche Überfall 1939 und die nationalsozialistische Durchformung sind Teile europäischer Geschichte.
Nach 1945 mutierte Danzig zu einer polnischen Arbeiterstadt und wurde so zur Wiege der polnischen Solidarność-Bewegung. Weiterhin ist auch die Erinnerungskultur mit solch prägenden Figuren wie Günter Grass, Stefan Chwin und Pawel Huelle von großer Reichweite.

Aktuell besitzt Danzig mehrere Museumsprojekte von transnationaler Reichweite (Solidaritäts-Zentrum, Museum des Zweiten Weltkriegs), die umkämpft sind.
Das Seminar ist mit einem gemeinsamen deutsch-polnischen Seminar (in deutscher Sprache) in Danzig verbunden, bei dem auch die Museumslandschaft erkundet wird.- Termin: 12.-18. Mai. Es kann ein Exkursionsnachweis erworben werden, erforderlich ist jedoch aktive Mitarbeit!


[H Si] Die baltischen Gesellschaften (Est-, Lett- und Kurland, Litauen): Europäische Verflechtungen und gesellschaftliche Probleme
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 09.04.2018
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 333

Kommentar:

In der europäischen Geschichte der Frühmoderne können mehrere Kontakt- und Bruchzonen benannt werden, die im Mittelpunkt von langandauernden gewalttätigen Konflikten, aber auch eines intensiven Kulturtransfers standen. Solche Kontakt- und Bruchzonen sind das frühneuzeitliche Livland (heute Est- und Lettland) und Litauen (heute Litauen und Belarus‘): Seit den 1550er Jahren bis ins 18. Jahrhundert stand die Region im Zentrum von Konflikten zwischen europäischen Mächten (Gftm. Moskau, Polen.Litauen, Schweden), zugleich kam es aber auch zu intensiven Kulturkontakten etwa zwischen protestantischen Kirchen, Katholizismus und Orthodoxie.

Das Hauptseminar möchte solche Konflikte, aber auch den Kulturaustausch untersuchen. Da wird es sich in der konkreten Arbeit auf die Bestände des Archivs des Herder-Instituts Marburg stützen, wo das Archiv der baltischen Ritterschaften und adlige Privatarchive aus der Region gesammelt werden. Eine Einführung in die Archivarbeit in Marburg ist geplant.

Die Quellen- und Literaturbasis zu der Region ist zu einem erheblichen Teil deutsch, so dass Fremdsprachenkenntnisse nicht zwingend sind. Bei manchen Themen sind Französisch-, Polnisch- oder Russischkenntnisse wünschenswert. Bestehen letztere, ist auch eine thematische Erweiterung in Richtung Litauen möglich.

Das Seminar bereitet auch auf die Exkursion im September 2018 vor, auf der auch Dünaburg (Daugavpils) und weitere Stäsdte Lettgallens besucht werden. Der Besuch (wie auch einer anderen der die Exkursion vorbereitenden Lehrveranstaltungen) kann allerdings alleine noch keine Zulassung zur Exkursion garantieren.

Einführende Literatur

Bues, Almut (Hg.): Zones of Fracture in Modern Europe: Baltic Countries. Wiesbaden 2005.
Ralph Tuchtenhagen, Zentralstaat und Provinz im frühneuzeitlichen Nordosteuropa. Wiesbaden 2008.
Ralph Tuchtenhagen, Geschichte der baltischen Länder. München 2005.


[Ex] Exkursion entlang der Düna
Um als Studierender an der Exkursion teilnehmen zu können, muss (mindestens) eine Veranstaltung (VL, HS, PS, Ü) aus dem dafür relevanten Lehrangebot aus dem Bereich der Osteuropäischen Geschichte besucht werden. Zu diesen Veranstaltungen gehören 1. die Vorlesung von Hans-Jürgen Bömelburg (Litauen), 2. das Hauptseminar von Hans-Jürgen Bömelburg ("Die baltischen Gesellschaften"), 3. das Hauptseminar von Stefan Rohdewald (Stadtgeschichte), 4. das Proseminar von Thomas Bohn (Vitebsk), 5. die Vorlesung von Thomas Bohn (Belarus), 6. die Quellenübung von Dennis Hormuth (Städte im Baltikum).
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
k.A.

[Vl] Vom Großfürstentum Litauen zum modernen Litauen: Mittelalterliche Reichsbildung – frühneuzeitliche Nation – moderne Neugründung
Klausurtermin: 12.07.2018
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 12.04.2018
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, A 5

Kommentar:

Die ältere Geschichte des Großfürstentums Litauen, des Konkurrenten des Großfürstentums Moskau um die Macht, wie die Geschichte der modernen litauischen Nation sind von gesamteuropäischer Bedeutung. Typologisch könnte man von einer abgebrochenen Nationes-Bildung sprechen, die nicht in eine moderne Nationsbildung einmündete, sondern auf ethnisch-sprachlichem Substrat neu ansetzte.

Die Vorlesung skizziert die Entwicklung des Großfürstentums – des „letzten heidnischen Staats“ Europas, analysiert die Vorbindung mit Polen aus litauischer Perspektive und behandelt Anknüpfungsversuche des 19. Jahrhunderts, die bei der älteren Reichsbildung oder bei einer modernen ethnisch-sprachlichen Nationsbildung anknüpften.

Infolge der großen Reichweite der älteren litauischen Geschichte, die die weißrussische sowie teilweise die lettische und ukrainische Geschichte stark prägte, besitzt die Vorlesung Überblickscharakter. Eines der Ziele ist die gesamteuropäische Verortung der Geschichte des Großfürstentums Litauen und der modernen litauischen Nationsbildung. Die Vorlesung bereitet deshalb auf die Exkursion im September 2018 vor. Der Besuch der Vorlesung (wie auch einer anderen der die Exkursion vorbereitenden Lehrveranstaltungen) kann allerdings alleine noch keine Zulassung zur Exkursion garantieren.

Literatur

Mathias Niendorf, Das Großfürstentum Litauen. Studien zur Nationsbildung in der Frühen Neuzeit (1569-1795). Wiesbaden 2006.
Robert Frost, The Oxford History of Poland-Lithuania. Volume 1: The Making of the Polish-Lithuanian Union, 1385-1569. The Oxford History of Early Modern Europe, vol. 1, 1 Oxford University Press, Oxford 2015.


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