JLU Gießen
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Vorlesungsverzeichnis: WiSe 2017/18
 
Veranstaltungen von Prof. Dr. phil. Hans-Jürgen Bömelburg

[P Si] Danzig in der Welt – Studien zu einer nordosteuropäischen Handelsmetropole in der frühen Neuzeit
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2017
wöchentlich Mo. 12:00 - 14:00 Uhr,  Phil. I, G 333

Kommentar:

Danzig ist im 16. und 17. Jahrhundert die zentrale Handelsmetropole und größte Stadt im Ostseeraum und in Nordosteuropa – zugleich ist sie in dieser Epoche die weltweit größte deutschsprachige Stadt. Die Zugehörigkeit zu Polen-Litauen, die enge Verbindung mit den polnischen Königen und die Kontakte in das östliche und nördliche Europa machen die Stadt zu einem faszinierenden Beispiel einer frühneuzeitlichen Stadtgeschichte.
Das Proseminar möchte am Beispiel von Danzig zwischen 1500 und 1815 einen Einblick in frühneuzeitliche Wirtschafts-, Stadt- und Kulturgeschichte geben und sich auch mit der Frage beschäftigen, in welchem Maße die Stadt im Rahmen der Dependenztheorie als Zentrum oder als Halbperipherie beschrieben werden kann.
Behandelt werden Stadtchroniken, das Stadtregiment, die Position der Stadt in Polen-Litauen und das Verhältnis zum Riech, Reiseberichte, die frühneuzeitliche Druckproduktion und Probleme der Mehrsprachigkeit (Erwerb von Zwei- oder Mehrsprachigkeit, Sprachführer), das Verhältnis von Stadt und Adel sowie umwohnenden Bauern und die Ausgrenzung jüdischer Bevölkerungen.

Einführende Literatur
Hans-Jürgen Bömelburg, Edmund Kizik: Altes Reich und alte Republik : deutsch-polnische Beziehungen und Verflechtungen 1500 – 1806. Darmstadt 2014.
Almut Bues (Hg): Die Aufzeichnungen des Dominikaners Martin Gruneweg (1562 - ca. 1618) über seine Familie in Danzig, seine Handelsreisen in Osteuropa und sein Klosterleben in Polen. 4 Bde. Osnabrück 2008.
Bernhart Jähnig, Peter Letkemann (Hg.): Danzig in acht Jahrhunderten. Beiträge zur Geschichte eines hansischen und preußischen Mittelpunktes. Münster 1985.
Edmund Kizik: Die reglementierte Feier : Hochzeiten, Taufen und Begräbnisse in der frühneuzeitlichen Hansestadt. Osnabrück 2008.
Christopher Herrmann, Edmund Kizik, Jürgen Klosterhuis (Hg.): Chronik der Marienkirche in Danzig : Das Historische Kirchen-Register von Eberhard Bötticher (1616). Transkription und Auswertung. Köln Wien 2013.
Peter Oliver Loew: Danzig. Biographie einer Stadt. München 2011.
Peter Oliver Loew: Danzig und seine Vergangenheit 1793-1997. Die Geschichtskultur einer Stadt zwischen Deutschland und Polen. Osnabrück 2003.


[O Si] Neue Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2017
wöchentlich Di. 18:00 - 20:00 Uhr,  Phil. I, G 333

Kommentar:

Das Kolloquium bzw. Oberseminar diskitiert neuere Forschung zur Osteuropäischen Geschichte. Es wendet sich an alle an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der osteuropäischen Geschichte Interessierten (ohne Zugangsbeschränkung).

Diskutiert werden wöchtenlich in Gießen entstehende Arbeiten, BA- und MA-Arbeiten sowie Promotionen. Auswärtige Referenten stellen ihre aktuellen Forscdhungsprojekte vor.


[H Si] Osteuropa globalgeschichtlich. Methodische und inhaltliche Diskussionen zur Verflechtung des östlichen Europa in der Welt (1450-1815)
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 19.10.2017
wöchentlich Do. 16:00 - 18:00 Uhr,  Phil. I, G 333

Kommentar:

Das Seminar legt einen weiten Osteuropabegriff (inkl. Osmanisches Reich, außereuropäisches Russländisches Imperium) zugrunde und stellt die Frage, wie das östliche Europa globalgeschichtlich konzeptionalisiert und gedacht werden kann. Diese Frage wurde bisher nur aus imperiengeschichtlicher Sicht und vor allem für das 19. Und 20. Jahrhundert gestellt. Für die Frühe Neuzeit fehlen Darstellungen, so dass das Seminar auch stärker Forschungscharakter besitzt.
Diskutiert werden wird einleitend die klassische wirtschaftsgeschichtliche Dependenztheorie (Wallerstein), die Osteuropa vor allem Peripheriestatus zuweist. Neuere welthistorische Überlegungen (Hans-Heinrich Nolte) gehen eher von einer „Halbperipherie“ oder sogar von „multiples modernities“ aus. Gab es nicht auch Zentren und Metropolen im östlichen Europa (Konstantinopel/Istanbul, Danzig – die größte deutschsprachige Stadt weltweit, Petersburg im 18. Jahrhundert)? Liefen dort nicht transnationale und globale Handelsnetze zusammen? Solche Fragen sollen im Seminar diskutiert und zu einer neuen Theoriebildung verbunden werden.

Einführende Literatur
Aust, Martin/Obertreis, Julia (Hrsg.): Osteuropäische Geschichte und Globalgeschichte. Stuttgart, 2014.
Calic, Marie-Janine: Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region. München, 2016.
Nolte, Hans-Heinrich/Klein, Thoralf (Hrsg.): Imperien. Eine vergleichende Studie. Schwalbach, 2008.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de