JLU Gießen
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Vorlesungsverzeichnis: WiSe 2017/18
 
Veranstaltungen von Prof. Dr. phil. Thomas Bohn

[P Si] Alexandra Fjodorowna alias Alice von Hessen-Darmstadt. Die letzte Zarin und die Revolution
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2017
wöchentlich Di. 14:00 - 16:00 Uhr,  Phil. I, G 025

Kommentar:

Aus hesssischer Sicht wird das Jubiläum der russischen Revolution erst im Juni 2018 mit dem Gedenken an die Ermordung der letzten russischen Zarin einen Abschluss finden. Aus diesem Grunde scheint es reizvoll, den Untergang des Zarenreiches aus dynastischer Perspektive zu beleuchten. Wir wollen Einblicke in die Familiengeschichte gewinnen und uns kritisch mit der Einmischung Alexandras in die große Politik auseinandersetzen. Im Rahmen eines Proseminars geht es aber nicht darum, Referate zu halten, sondern sich propädeutisch auf die Grundlagen der Geschichtswissenschaft einzulassen. Das Ziel ist die Vermittlung der Prinzipien einer wissenschaftlichen Hausarbeit, d.h. die Untersuchung von Quellen auf der Grundlage einer Fragestellung. Elisabeth Heresch und Greg King haben populäre Bücher über Alexandra geschrieben, Hans-Dieter Schütt und Raymond Stolze auf der einen Seite sowie Andrei Malyunas und Segei Mironenko auf der anderen Seite haben Quellensammlungen herausgegeben.


[H Si] Alltag in der Sowjetunion. Lee Harvey Oswald’s Erfahrungen in Minsk
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 16.10.2017
wöchentlich Mo. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 233

Kommentar:

Der vermeintliche Kenney-Attentäter Lee Harvey Oswald lebte von 1960-1962 in Minsk, in der Stadt, in der heute Gießener Studierende gern ein Auslandssemester absolvieren. Im letzten Semester haben wir uns im Rahmen einer Quellenübung mit Oswalds Tagebuch, seinen Briefen und den Aussagen seiner Zeitgenossen vor der Warren Commission auseinandergesetzt. In diesem Semester wollen wir sein Leben in der Sowjetunion ausgehend von seiner insgeheim verfassten Russland-Studie kontextualiesieren. Als Einstieg sei die Lektüre von Norman Mailers Roman empfohlen, der bisher als einziger Zugang zu den KGB-Akten hatte. In den Seminarsitzungen wollen wir in Arbeitsgruppen Kapitel aus Oswalds Russland-Studie mit Beiträgen der alltagsgeschichtlichen Sowjetunionforschung kontrastieren. Es wird weniger Präsentationen als vielmehr Moderationen gemeinsamer Interpretationen von Oswalds Texten unter Verwendung von Thesenpapieren geben. Dadurch wird zugleich ein Einstieg in Hausarbeitsthemen gewonnen. Um das Phänomen der Entstalinisierung im Sinne Oswalds zu erfassen, bietet sich zugleich auch die Auseinadersetzung mit George Orwells utopischen Roman "1984" oder Tschaikowskis Oper "Pique Dame" an.


[Ü] Das Minsker Ghetto und die Vernichtungsstätte Trostenec. Weißrussland unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 18.10.2017
wöchentlich Mi. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, G 333

Kommentar:

Der Krieg in der Sowjetunion hat im Wesentlichen in den "Bloodlands" Litauen, Belarus und Ukraine - den ehemaligen Ansiedlungsgebieten der Juden des Zarenreichs - getobt. Anlässlich einer Ausstellung zur wenig bekannten Vernichtungsstätte Trostenec, die die Geschichtwerkstatt in Minsk konzipiert hat, und die Ende nächsten Jahres in Gießen präsentiert wird, sind für die nächsten Semester mehrere Veranstaltungen in Planung. In der Übung wird es in einem ersten Schritt darum geben, Quellen zu sichten und zu kategoriesieren. Das Lernziel ist also methodischer Art. Arbeitsgruppen sollen sich in den Seminarsitzungen kritisch mit einer Quelle auseinandersetzen und im Nachgang dazu einen Kommentar schreiben. Von Bernhard Chiari und Christian Gerlach stammen die Standarwerke zum Thema in deutscher Sprache.


[Vl] Das Zarenreich 1589-1917
Klausurtermin: 30.01.2018
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
regelmäßiger Termin ab 17.10.2017
wöchentlich Di. 10:00 - 12:00 Uhr,  Phil. I, B 009

Kommentar:

Die Veranstaltung führt die Überlegungen der Vorlesung zur ostslavischen Geschichte der Vormoderne aus dem letzten Sommersemester fort und will Russland für die Neuzeit als Vielvölkerreich und als Imperium problematisieren. In der vorletzten Vorlesungswoche wird eine Klausur geschrieben. Neben der kleinen "Russischen Geschichte" von Adreas Kappeler sei die "Russische Strukturgeschichte" von Carsten Goehrke als Lektüre empfohlen.


nach oben | Kontakt: evv@uni-giessen.de