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Kolloquium Antisemitismus und Recht

Details zur Veranstaltung
Dozent/-in:
Nina Keller-Kemmerer

Veranstaltungstyp:
Kolloquium

Ort:
keine Angabe

Semester:
SoSe 2026

Zeiten:
Mittwoch, 12:00 - 14:00, wöchentlich (ab dem 15.04.26)

Beschreibung:
Kolloquium: Antisemitismus und Recht Antisemitismus stellt das Recht in besonderer Weise vor begriffliche, dogmatische und institutionelle Herausforderungen. Das Kolloquium widmet sich der Frage, wie Antisemitismus rechtlich erkannt, eingeordnet und reguliert wird – und wo die Grenzen rechtlicher Erfassung liegen. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl strafrechtliche und öffentlich-rechtliche Fragen als auch die Rolle von Wissensordnungen, Deutungsmustern und gesellschaftlichen Perspektiven im Recht. Ausgehend von historischen und gegenwartsbezogenen Fallkonstellationen behandelt die Veranstaltung zentrale Konfliktfelder an der Schnittstelle von Antisemitismusforschung und Rechtswissenschaft. Thematisiert werden unter anderem die verschiedenen Formen des Antisemitismus, Definitionsansätze in Wissenschaft, Politik und Recht, Antisemitismus als Erkenntnisproblem des Rechts, rechtshistorische Konstellationen der Nachkriegszeit, Unterlassungsklagen gegen Antisemitismuskritik, der 7. Oktober 2023 als rechtliche und gesellschaftliche Zäsur, versammlungsrechtliche und strafrechtliche Fragen, der Genozidbegriff im Völkerrecht sowie israelbezogener und linker Antisemitismus. Ein besonderes Augenmerk liegt auf aktuellen Auseinandersetzungen um Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Persönlichkeitsrecht und Antisemitismuskritik. Das Kolloquium ist interaktiv angelegt und soll einen Raum für gemeinsame Analyse, Diskussion und Reflexion eröffnen. Die Arbeit mit Gerichtsentscheidungen, Fallkonstellationen und kürzeren Re-writing-Übungen zieht sich als methodisches Element durch die Veranstaltung. Block I: Grundlagen Einführung in das Thema sowie in zentrale Begriffe, Formen und Definitionsansätze des Antisemitismus. Zudem wird Antisemitismus als Erkenntnisproblem des Rechts behandelt. Sitzungen: 1. Antisemitismus und Recht vor und nach dem 7. Oktober 2. Was ist Antisemitismus? Formen, Strukturen, Verschiebungen 3. Wer definiert? Wissenschaft, Politik und Recht 4. Antisemitismus als Erkenntnisproblem des Rechts Block II: Geschichte, Erinnerung und Antisemitismuskritik vor Gericht Der zweite Block behandelt historische und rechtshistorische Konstellationen sowie die Frage, wie Antisemitismus und seine Kritik im Recht verhandelt werden. Sitzungen: 5. Nachkriegsrecht, Externalisierung und juristische Blindstellen 6. Das Lüth-Urteil und die „Wiedergutwerdung der Deutschen“ 7. Xavier Naidoo, Unterlassungsklagen und Antisemitismuskritik vor Gericht Block III: Gegenwart nach dem 7. Oktober Im Mittelpunkt stehen aktuelle Konfliktfelder seit dem 7. Oktober 2023, insbesondere im Öffentlichen Recht, Strafrecht und Völkerrecht. Sitzungen: 8. Der 7. Oktober als rechtliche und gesellschaftliche Zäsur 9. Versammlungsrecht I: Grundlagen und Konfliktlagen 10. Versammlungsrecht II: Slogans, Symbole, Grenzen 11. Strafrechtliche Grundlagen und ihre Grenzen (§ 130 StGB u. a.) 12. Der Genozidbegriff im Völkerrecht und seine politische Zirkulation am Beispiel Gaza Block IV: Antisemitismusformen und institutionelle Kontexte Abschließend werden gegenwärtige Formen israelbezogenen und linken Antisemitismus sowie ihre Bedeutung für Universität, Öffentlichkeit und Institutionen diskutiert. Sitzung: 13. Israelbezogener Antisemitismus 14. Linker Antisemitismus

Veranstaltungsnummer:

Weitere Infos und Anmeldung
>> Zur Veranstaltung in Stud.IP