Seminar: Politik - Macht - Geschlecht - Details

Seminar: Politik - Macht - Geschlecht - Details

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Politik - Macht - Geschlecht
Untertitel
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 24
Heimat-Einrichtung Institut für Politikwissenschaft
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Di, 05.05.26, 16:00 - 18:00

Räume und Zeiten

Ohne Raum

  • Dienstag, 16:00 - 18:00, wöchentlich (ab dem 14.04.26)

Informationen für das eVV

Studienbereiche/Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Warum ist Deutschland auch mehr als 100 Jahre nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts von einer geschlechterparitätischen Besetzung von politischen Institutionen (z.B. Bundestag, Länderparlamente) und Ämtern (z.B. Bürgermeister*innen, Minister*innen) entfernt? Warum sind Forderungen nach Gleichstellung - trotz ihrer Verankerung im Grundgesetz - so umkämpft? Warum beobachten wir seit einigen Jahren einen zunehmenden sogenannten "gender voting gap" bei der Wahl von rechten und linken Parteien? Was haben vermeintlich "private" Phänomene, wie z.B. Haus- und Pflegearbeit, häusliche und sexualisierte Gewalt, mit Politik, Demokratie und dem Staat zu tun? Warum attackieren autoritäre Regime und anti-demokratische Bewegungen Frauenrechte, reproduktive Rechten und sexuelle und geschlechtliche Vielfalt? Inwieweit ist Politik immer Geschlechterpolitik, d.h. inwieweit werden Vorstellungen über Geschlecht und Geschlechterverhältnisse transportiert und mobilisiert?

Dieses Seminar führt entlang dieser Fragen in verschiedene Perspektiven auf das Verhältnis von Politik und Geschlecht ein. Auf der Basis von Ansätzen aus dem Bereich der politikwissenschaftlichen Geschlechter- und Demokratieforschung werden wir insbesondere auch den (demokratischen) 'Staat‘ und seine vergeschlechtlichte Geschichte, Strukturen und Effekte in den Blick nehmen: Wie und in welcher Weise fungiert(e) Geschlecht als Kategorie des Ausschlusses (z.B. vom Wahlrecht) oder der Normierung (z.B. im Hinblick auf körperliche, sexuelle, geschlechtliche Selbstbestimmung)? Welche Rolle spielt Geschlecht in politischen (Demokratie-)Theorien (z.B. Rousseau)? Welche Relevanz hat Geschlecht für die Analyse aktueller politischer Strukturen und Institutionen (z.B. der Zusammensetzung des Parlaments) oder Kommunikationsformen (z.B. Wahlkämpfe von Politiker*innen). Wie lässt sich das Verhältnis von Politik, Macht und Geschlecht theoretisch fassen und konzeptuell erklären?

Die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme, zur eigenständigen Textlektüre und zur kooperativen Zusammenarbeit in Gruppen wird vorausgesetzt. Weitere Informationen zum Semesterprogramm und zu den Prüfungsleistungen werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.